Hand,
soll
jedoch
den
Reisegästen
so
nicht
vermittelt
werden.
Stattdessen
müssen
mal
wieder der Westen und der Kapitalismus als Sündenbock herhalten.
wieder der Westen und der Kapitalismus als Sündenbock herhalten.
Wisnewskis
überraschter
Eindruck
von
der
Fortschrittlichkeit
des
Irans
kann
sich
nur einstellen, wenn man erwartet, vom 21. Jahrhundert ins Mittelalter zu reisen: Wer
in den Iran - und speziell nach Teheran reist -, erlebt als erstes einen Kulturschock.
Und zwar nicht, weil der Iran so rückständig, verstaubt und mittelalterlich ist.
Sondern weil das Land so urban, modern und zivilisiert erscheint.|...| Das Netz aus
Straßen und sechs- bis zehnspurigen Autobahnen ist so kompliziert, dass sich selbst Taxifahrer
von einem Ende der Stadt zum anderen durchfragen müssen. |...) In Teheran wechselt sich
die flache Wohnbebauung zusätzlich mit einer Skyline aus modernen Hochhäusern ab.
Aber auch große ‚Wohnsilos‘ gibt es hier [...] Teheran hat eine große Universität, zahlreiche
Museen, ein Stadion für 110 000 Zuschauer und eine hochmoderne Nationalbibliothek
[...] Dazu beherbergt Teheran noch große Teile der iranischen Autoindustrie, von deren
Existenz die meisten hierzulande noch nicht einmal etwas abnen.*’> Wer mit nichts
Großartigem rechnet, kann auch nicht enttäuscht werden. Wenn man glaubt, das
Leben im Iran wäre die Hölle auf Erden, wird man zwangsläufig überrascht sein, wenn
man lachende Frauen sieht oder feststellt, dass auch die Moslems Autos und Häuser
bauen können. Wisnewskis schönender Bericht soll vergessen lassen, dass der Iran
im Vergleich zum Westen im Rückstand ist. Der Lebensstandard der „einfachen
Leute“ ist deutlich geringer als z.B. in Deutschland. Auch das Stadtbild Teherans ist in
keiner Weise schöner als das deutscher Städte. Dazu kommt die Enge und Lautstärke
der Stadt sowie die kaum ertragbare Verkehrssituation, die viele Perser unter massiven
Stress setzt. Beim Vergleich von Städten sollte man als wahrheitsgetreuer Berichterstatter
einfach mit gleichem Maß messen. Teheran ist nur modern, wenn man es nicht mit
westlichen Städten vergleicht.
nur einstellen, wenn man erwartet, vom 21. Jahrhundert ins Mittelalter zu reisen: Wer
in den Iran - und speziell nach Teheran reist -, erlebt als erstes einen Kulturschock.
Und zwar nicht, weil der Iran so rückständig, verstaubt und mittelalterlich ist.
Sondern weil das Land so urban, modern und zivilisiert erscheint.|...| Das Netz aus
Straßen und sechs- bis zehnspurigen Autobahnen ist so kompliziert, dass sich selbst Taxifahrer
von einem Ende der Stadt zum anderen durchfragen müssen. |...) In Teheran wechselt sich
die flache Wohnbebauung zusätzlich mit einer Skyline aus modernen Hochhäusern ab.
Aber auch große ‚Wohnsilos‘ gibt es hier [...] Teheran hat eine große Universität, zahlreiche
Museen, ein Stadion für 110 000 Zuschauer und eine hochmoderne Nationalbibliothek
[...] Dazu beherbergt Teheran noch große Teile der iranischen Autoindustrie, von deren
Existenz die meisten hierzulande noch nicht einmal etwas abnen.*’> Wer mit nichts
Großartigem rechnet, kann auch nicht enttäuscht werden. Wenn man glaubt, das
Leben im Iran wäre die Hölle auf Erden, wird man zwangsläufig überrascht sein, wenn
man lachende Frauen sieht oder feststellt, dass auch die Moslems Autos und Häuser
bauen können. Wisnewskis schönender Bericht soll vergessen lassen, dass der Iran
im Vergleich zum Westen im Rückstand ist. Der Lebensstandard der „einfachen
Leute“ ist deutlich geringer als z.B. in Deutschland. Auch das Stadtbild Teherans ist in
keiner Weise schöner als das deutscher Städte. Dazu kommt die Enge und Lautstärke
der Stadt sowie die kaum ertragbare Verkehrssituation, die viele Perser unter massiven
Stress setzt. Beim Vergleich von Städten sollte man als wahrheitsgetreuer Berichterstatter
einfach mit gleichem Maß messen. Teheran ist nur modern, wenn man es nicht mit
westlichen Städten vergleicht.
Die
Gefahr
eines
Atomschlags
des
Iran
wird
von
Wisnewski
heruntergespielt:
Aber
was ist mit der iranischen Atombombe? (...] Im Iran ist diese Frage längst geklärt. Spätestens
seit 2005 ist der Bau von Atombomben durch ein Rechtsgutachten (‚Fatwa‘) des
Staatsoberhauptes Ayatollah Ali Chamenei offiziell verboten [...]* Elsässer, der
Wisnewski bei der Reise begleitete, verteidigte den Iran im Compact-Magazin gegen
Israel, da dieser den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben habe und Israel nicht.
Da Iran das Abkommen unterschrieben habe, habe es auch keine Atomwaffen. Da
können wir ja doppelt beruhigt sein! Ein heuchlerisches Religionsoberhaupt, das
ein Milliardenimperium verwaltet, versichert uns, der Iran habe keine Atomwaffen.
Und dann unterschreibt Iran auch noch einen internationalen Vertrag, an dessen
Erfüllung Staaten sich bekanntlich immer halten (siehe S.98 f.). Aber Spaß beiseite:
Das Atomprogramm des Iran würde ohne die Unterstützung Russlands kollabieren!
Das ist der wahre Grund, warum Elsässer es verteidigte. Boris Jelzin erklärte sich 1995
bereit, in das iranische Atomprogramm einzusteigen. Nach der Unterzeichnung des
Buschehr-Vertrags 1995 gestand Jelzin, der Kontrakt enthalte Elemente von beidem
[...] friedliche und militärische Atomtechniken. Jelzins Berater, Alexej Jablokow, wurde
deutlicher: Dank Russland wird der Iran in einigen Jahren in der Position sein, die
Atombombe zu bekommen. Durch die Unterzeichnung dieses Vertrages bewaffnet Russland
was ist mit der iranischen Atombombe? (...] Im Iran ist diese Frage längst geklärt. Spätestens
seit 2005 ist der Bau von Atombomben durch ein Rechtsgutachten (‚Fatwa‘) des
Staatsoberhauptes Ayatollah Ali Chamenei offiziell verboten [...]* Elsässer, der
Wisnewski bei der Reise begleitete, verteidigte den Iran im Compact-Magazin gegen
Israel, da dieser den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben habe und Israel nicht.
Da Iran das Abkommen unterschrieben habe, habe es auch keine Atomwaffen. Da
können wir ja doppelt beruhigt sein! Ein heuchlerisches Religionsoberhaupt, das
ein Milliardenimperium verwaltet, versichert uns, der Iran habe keine Atomwaffen.
Und dann unterschreibt Iran auch noch einen internationalen Vertrag, an dessen
Erfüllung Staaten sich bekanntlich immer halten (siehe S.98 f.). Aber Spaß beiseite:
Das Atomprogramm des Iran würde ohne die Unterstützung Russlands kollabieren!
Das ist der wahre Grund, warum Elsässer es verteidigte. Boris Jelzin erklärte sich 1995
bereit, in das iranische Atomprogramm einzusteigen. Nach der Unterzeichnung des
Buschehr-Vertrags 1995 gestand Jelzin, der Kontrakt enthalte Elemente von beidem
[...] friedliche und militärische Atomtechniken. Jelzins Berater, Alexej Jablokow, wurde
deutlicher: Dank Russland wird der Iran in einigen Jahren in der Position sein, die
Atombombe zu bekommen. Durch die Unterzeichnung dieses Vertrages bewaffnet Russland
215