und geben Acht auf das, was verborgen ist, weil Gott Acht gibt. Und wenn ihr fürchtet, dass
Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn
Sie euch gehorchen, dann unternehmt nichts gegen sie! Gott ist erhaben und groß. Der
Grund, warum das Thema „Frau“ besonders ausführlich im Koran behandelt wird, ist
dessen Zusammenhang mit der zentralen koranischen Norm des Dschihad, da Frauen
durch die Einhaltung der islamischen Regeln ihre eigene Unterwerfung unter die
Gebote des Islam signalisierten. Eine Frau ohne Verschleierung zeigt klar an, dass sie
nicht an den Islam glaubt und kann bestraft werden. Der Glaube oder Nichtglaube an
Jesus kann nicht anhand der Einhaltung bestimmter religiöser Rituale nachgewiesen
werden, weshalb das Christentum eher Glaube als Religion ist. Der muslimische Mann
darf seine Frau als Eigentum betrachten. Mohammed persönlich nahm Frauen als
Kriegsbeute und verleibte sie seinem Harem ein. Die Aussage, der Koran habe
nichts mit der Geringschätzung der Frau in islamischen Ländern zu tun, hält keiner
Prüfung stand. Dass iranische Frauen, wie Wisnewski richtig erkennt, emanzipierter
und moderner sind, als man es sich als Westler vielleicht vorstellen würde, ist kein
Verdienst des Islam. Iranische Frauen werden von ihren Männern trotz des Islam und
wegen der persischen Kultur hochgeschätzt. Nur die islamische Regierung behandelt
die Frauen geringschätzig, indem sie zur Verschleierung ihres Kopfes gezwungen
werden. Dass die meisten Frauen darauf keine Lust haben, wurde mir bei meiner Reise
von mehreren Frauen versichert. Andere Einschränkungen der Bürgerrechte, die für
beide Geschlechter gelten, erwähnt Wisnewski in seinem Bericht nicht - so z.B. das
Verbot von Alkohol oder Glücksspiel. Wisnewskis Überschrift Frauenunterdrückung
Fehlanzeige“ führt den Leser hinters Licht, denn die meisten iranischen Männer
unterdrücken ihre Frau tatsächlich nicht, der iranische Staat tut es sehr wohl!
Ahmadinedschad hielt bei seiner Privataudienz eine Rede für Wisnewskis
Reisegruppe. Wie immer verlor er darin kein einziges kritisches Wort über
religionsfeindliche Regime wie China, die einem Islam-Anhänger doch eher missfallen
sollten als der für alle Religionen offene Westen. Als Übeltäter identifizierte
Ahmadinedschad ausschließlich das Finanzsystem und die globalen Kapitalisten:
[...] dass die Krise das Ergebnis der Handlungen von Gewalttätern und derjenigen ist, die
immerwährend Kapital anhäufen und horten. Die einfachen Leute haben keinen Anteil
daran. Und nun wollen genau diejenigen, die für die Entstehung der Krise verantwortlich
sind, diese meistern. Anstatt den Kapitalisten das gehortete Vermögen, das sie von
den einfachen Leuten geplündert haben, zu entziehen und es ihren rechtmäßigen
Eigentümern zurückzugeben, greifen sie wieder in die Taschen der Menschen und
versuchen damit Herr der Wirtschaftskrise zu werden. [...]*° Marxist oder Islamist?
Ahmadinedschads Rede hätte auch von Che Guevara gehalten werden können.
Wisnewski kommentiert: Nun, das sind Worte, die wohl auch viele Menschen im Westen
unterschreiben könnten.“ Wer sich allerdings einmal mit den einfachen Leuten in Teheran
unterhält, wird feststellen, dass diese sich alle nach der Freiheit der kapitalistischen
Länder sehnen. Viele iranische Eltern sparen Vermögen an, in der Hoffnung, ihre
Kinder später in den freien Westen schicken zu können. Dass die iranische Regierung
verantwortlich für die wirtschaftlichen Missstände im eigenen Land ist, liegt auf der

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