persischen
Bräuchen
und
Traditionen
sowie
an
der
persischen
Sprache
zeigte
die
starke
Widerstandsfähigkeit des persischen Volks gegenüber seinen islamischen Ausbeutern.
Die Perser werden seit über einem Jahrtausend trotz gelegentlicher Comebacks der
persischen Kultur vom Islam okkupiert. Dass es nach so einer langen Zeit der
islamischen Dominanz im Iran Millionen von überzeugten Muslimen gibt, ist
logisch, da die heutigen Muslime nicht wissen oder ausblenden, dass ihre Vorfahren
die Religion nur aufgrund von Zwang angenommen haben. Ich konnte bei meiner
Reise feststellen, dass tiefgläubige Muslime eindeutig nicht die Mehrheit der
iranischen Bevölkerung darstellen. Es überwiegt die fortschrittliche persische Kultur,
deren Einfluss dafür sorgt, dass der Iran - im Vergleich zu anderen islamischen Staaten
- so modern, urban und zivilisiert erscheint. Nachdem ich in vielen Gesprächen
festgestellt hatte, dass kein einziger meiner Gesprächspartner ein gutes Wort über die
Regierung fand, kam ich zu der Erkenntnis: Der Iran ist bis heute ein vom Islam
okkupierter Staat. Vor allem die vielen jungen Menschen - über 40 Prozent der
Iraner sind unter 25 - haben genug vom Islam und streben nach mehr politischer
Freiheit. Ich habe keinen Schüler oder Studenten getroffen, der ernsthaft an den
Islam glaubte. Die Religion wird den jungen Persern staatlich aufgezwungen, so
wie es schon 651 n. Chr. nach dem Sieg der Araber der Fall war. Wisnewski liegt
deswegen falsch bei der Einschätzung seines Besuchs bei dem zutiefst islamgläubigen
Präsidenten Ahmadinedschad: Wer einem Staatspräsidenten einen offiziellen
Besuch abstattet, besucht in erster Linie das Volk, das er repräsentiert, und erst
in zweiter Linie die Person. [...] Wie wären die Reaktionen ausgefallen, wenn wir
Ahmadinedschad auf irgendeine Weise angegriffen oder brüskiert hätten? Antwort:
Natürlich hätte es einen Aufschrei im Iran gegeben, und zwar einen Aufschrei der
ganz normalen Bürger, von denen viele sich von Ahmadinedschad vertreten fühlen.
Daher war diese Reise in allererster Linie eine Reise zu den Menschen Irans.“°
Falsch! Eine verächtliche Geste Wisnewskis, z.B. die Weigerung, Ahmadinedschad die
Hand zu schütteln, hätte ihm großen Beifall aus der iranischen Bevölkerung beschert -
vor allem von den jungen Menschen. Die Frage ist eher, wie Ahmadinedschad reagiert
und was er mit Wisnewski gemacht hätte?
Widerstandsfähigkeit des persischen Volks gegenüber seinen islamischen Ausbeutern.
Die Perser werden seit über einem Jahrtausend trotz gelegentlicher Comebacks der
persischen Kultur vom Islam okkupiert. Dass es nach so einer langen Zeit der
islamischen Dominanz im Iran Millionen von überzeugten Muslimen gibt, ist
logisch, da die heutigen Muslime nicht wissen oder ausblenden, dass ihre Vorfahren
die Religion nur aufgrund von Zwang angenommen haben. Ich konnte bei meiner
Reise feststellen, dass tiefgläubige Muslime eindeutig nicht die Mehrheit der
iranischen Bevölkerung darstellen. Es überwiegt die fortschrittliche persische Kultur,
deren Einfluss dafür sorgt, dass der Iran - im Vergleich zu anderen islamischen Staaten
- so modern, urban und zivilisiert erscheint. Nachdem ich in vielen Gesprächen
festgestellt hatte, dass kein einziger meiner Gesprächspartner ein gutes Wort über die
Regierung fand, kam ich zu der Erkenntnis: Der Iran ist bis heute ein vom Islam
okkupierter Staat. Vor allem die vielen jungen Menschen - über 40 Prozent der
Iraner sind unter 25 - haben genug vom Islam und streben nach mehr politischer
Freiheit. Ich habe keinen Schüler oder Studenten getroffen, der ernsthaft an den
Islam glaubte. Die Religion wird den jungen Persern staatlich aufgezwungen, so
wie es schon 651 n. Chr. nach dem Sieg der Araber der Fall war. Wisnewski liegt
deswegen falsch bei der Einschätzung seines Besuchs bei dem zutiefst islamgläubigen
Präsidenten Ahmadinedschad: Wer einem Staatspräsidenten einen offiziellen
Besuch abstattet, besucht in erster Linie das Volk, das er repräsentiert, und erst
in zweiter Linie die Person. [...] Wie wären die Reaktionen ausgefallen, wenn wir
Ahmadinedschad auf irgendeine Weise angegriffen oder brüskiert hätten? Antwort:
Natürlich hätte es einen Aufschrei im Iran gegeben, und zwar einen Aufschrei der
ganz normalen Bürger, von denen viele sich von Ahmadinedschad vertreten fühlen.
Daher war diese Reise in allererster Linie eine Reise zu den Menschen Irans.“°
Falsch! Eine verächtliche Geste Wisnewskis, z.B. die Weigerung, Ahmadinedschad die
Hand zu schütteln, hätte ihm großen Beifall aus der iranischen Bevölkerung beschert -
vor allem von den jungen Menschen. Die Frage ist eher, wie Ahmadinedschad reagiert
und was er mit Wisnewski gemacht hätte?
So
wie
die
Mehrheit
der
Deutschen
sich
nicht
von
Angela
Merkel
vertreten
fühlt,
fühlten sich höchstwahrscheinlich noch weniger Iraner von Ahmadinedschad vertreten.
Harte Kritik gegen Angela Merkel fällt in Deutschland tendenziell eher auf fruchtbaren
Boden bei der Bevölkerung und nicht anders stellte es sich bei Ahmadinedschad dar.
Doch im Gegensatz zu den Iranern unterstützt die Mehrheit der Deutschen die
Demokratie und den Sozialismus. Das tut sie zwar zu Unrecht, doch immerhin
repräsentiert die demokratisch gewählte Regierung bei uns den Willen des -
verdummten - Volkes. Im Iran ist es nicht mehr möglich, eine nichtislamische
Regierung zu wählen, obwohl über die Hälfte der Bevölkerung den Islam nicht
ernst nimmt. Deshalb ist es im Falle des Iran passender von einer ,,Fremdherrschaft” zu
sprechen. Leider tut Wisnewski in seinem Reisebericht so, als ob die islamische Kultur
tief in der iranischen Bevölkerung verwurzelt sei und das Tragen des Kopftuches auf
einem kulturellen Konsens beruhe. Wisnewski schreibt über die vom Staat erzwungene
fühlten sich höchstwahrscheinlich noch weniger Iraner von Ahmadinedschad vertreten.
Harte Kritik gegen Angela Merkel fällt in Deutschland tendenziell eher auf fruchtbaren
Boden bei der Bevölkerung und nicht anders stellte es sich bei Ahmadinedschad dar.
Doch im Gegensatz zu den Iranern unterstützt die Mehrheit der Deutschen die
Demokratie und den Sozialismus. Das tut sie zwar zu Unrecht, doch immerhin
repräsentiert die demokratisch gewählte Regierung bei uns den Willen des -
verdummten - Volkes. Im Iran ist es nicht mehr möglich, eine nichtislamische
Regierung zu wählen, obwohl über die Hälfte der Bevölkerung den Islam nicht
ernst nimmt. Deshalb ist es im Falle des Iran passender von einer ,,Fremdherrschaft” zu
sprechen. Leider tut Wisnewski in seinem Reisebericht so, als ob die islamische Kultur
tief in der iranischen Bevölkerung verwurzelt sei und das Tragen des Kopftuches auf
einem kulturellen Konsens beruhe. Wisnewski schreibt über die vom Staat erzwungene
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