Büro
in
Moskau,
über
das
der
ständige
Kontakt
zur
Nahostabteilung
des
sowjetischen
Außenministeriums gehalten wurde, mit dem alle wichtigen Entscheidungen der
PLO abgesprochen wurden.“ Der Chef dieses Büros wurde sehr deutlich, was
das Verhältnis zwischen Jassir Arafats PLO und der UDSSR anging: Zwischen der
UDSSR und der PLO gibt es eine vollständige politische Koordination. Im Verlauf
des Besuches von Arafat in Moskau 1980 wurde völlige Übereinstimmung erzielt über eine
Koordination auf allen Gebieten von gemeinsamen Interesse. Diese schriftliche Abmachung
wurde inzwischen in die Praxis umgesetzt.”? Die Einspannung der palästinensischen
Terrorgruppen in die Weltrevolution der Kommunisten war kaum zu übersehen. Die
internationalen Medien kehrten die Rolle Arafats als Quasi-KGB-Agent jedoch unter
den Tisch. Arafat ließ während einer Rede vor einer sowjetischen Delegation in Beirut
1982 verlauten: Wir schauen zu euch auf, Genossen, dem Zentralkomitee der KPdSU
und dem sozialistischen Block, voller Hoffnung, als Freund zu Freund [...] in der
Frage der Befreiung und des Fortschritts in der Welt.“” Eine marxistische Terrorbande
wie die PLO bekam im Westen dennoch genug Anerkennung für ihren tapferen Kampf
gegen die israelischen Besatzer. Wie in Tschetschenien (siehe S.95 ff.) machten die
russischen Geheimdienste Vertreter einer radikalen Ideologie zum Sprachrohr des
palästinensischen Volkes, das nur seine Freiheit und Unabhängigkeit forderte.
Der entscheidende Widerspruch zwischen Islam und Marxismus ist natürlich,
dass der Marxismus die Ausübung jeder Religion verbietet. Warum bekämpften
und beschimpften die Islamisten trotz alledem immer den kapitalistischen
Westen, in dem Religionsfreiheit herrscht? Auch die islamistischen Kämpfer waren
für Moskau nur „nützliche Idioten“, die man zum Zweck der Weltrevolution einfach
instrumentalisieren konnte. Im Falle des Erfolgs der Langzeitstrategie würden die
Islamisten aus dem Verkehr gezogen werden.
Außenministeriums gehalten wurde, mit dem alle wichtigen Entscheidungen der
PLO abgesprochen wurden.“ Der Chef dieses Büros wurde sehr deutlich, was
das Verhältnis zwischen Jassir Arafats PLO und der UDSSR anging: Zwischen der
UDSSR und der PLO gibt es eine vollständige politische Koordination. Im Verlauf
des Besuches von Arafat in Moskau 1980 wurde völlige Übereinstimmung erzielt über eine
Koordination auf allen Gebieten von gemeinsamen Interesse. Diese schriftliche Abmachung
wurde inzwischen in die Praxis umgesetzt.”? Die Einspannung der palästinensischen
Terrorgruppen in die Weltrevolution der Kommunisten war kaum zu übersehen. Die
internationalen Medien kehrten die Rolle Arafats als Quasi-KGB-Agent jedoch unter
den Tisch. Arafat ließ während einer Rede vor einer sowjetischen Delegation in Beirut
1982 verlauten: Wir schauen zu euch auf, Genossen, dem Zentralkomitee der KPdSU
und dem sozialistischen Block, voller Hoffnung, als Freund zu Freund [...] in der
Frage der Befreiung und des Fortschritts in der Welt.“” Eine marxistische Terrorbande
wie die PLO bekam im Westen dennoch genug Anerkennung für ihren tapferen Kampf
gegen die israelischen Besatzer. Wie in Tschetschenien (siehe S.95 ff.) machten die
russischen Geheimdienste Vertreter einer radikalen Ideologie zum Sprachrohr des
palästinensischen Volkes, das nur seine Freiheit und Unabhängigkeit forderte.
Der entscheidende Widerspruch zwischen Islam und Marxismus ist natürlich,
dass der Marxismus die Ausübung jeder Religion verbietet. Warum bekämpften
und beschimpften die Islamisten trotz alledem immer den kapitalistischen
Westen, in dem Religionsfreiheit herrscht? Auch die islamistischen Kämpfer waren
für Moskau nur „nützliche Idioten“, die man zum Zweck der Weltrevolution einfach
instrumentalisieren konnte. Im Falle des Erfolgs der Langzeitstrategie würden die
Islamisten aus dem Verkehr gezogen werden.
Die
PLO
wurde
zum
Geburtshelfer
der
islamischen
Revolution,
die
1979
im
Iran erfolgreich verlief. Die iranische Revolution stellt ein Musterbeispiel dafür dar,
wie sich Islam und linke Ideologien perfekt ergänzen. Die Werke des Marxisten Ali
Shariati fanden im Iran zur Zeit des Schahs große Verbreitung. Für ihn zeigte der Islam
den Weg zur Befreiung vom Kolonialismus, Neokolonialismus und Kapitalismus. Er
beteiligte sich an einer Gruppe, die sich „Bewegung der Gott ergebenen Sozialisten“
nannte. Der Cheftheoretiker dieser Gruppe, Abolgassem Shakibnia, behauptete,
dass es der Prophet Mohammed gewesen sei, der den Sozialismus erfunden und
noch in seiner Zeit auf der arabischen Halbinsel eingeführt habe.*® Linke und
Islamisten schlossen sich zum Kampf gegen die Despotie des Schahs zusammen,
der - als Marionette am Faden des Westens — sein Land ausbeutete (siehe S.213). In
diesem Fall waren es die Islamisten, die die Linken Revolutionäre hintergingen. Der
islamistische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini verstand es, den Eindruck zu
vermitteln, dass er selbst nur eine Integrationsfigur sei und sich samt seinen Kollegen
nach dem Erfolg der Revolution wieder in die Moschee zurückziehen werde. Um die
äußerliche Einheit der revolutionären Bewegung zu erhalten, unterließ er es zunächst,
seine Vorstellungen des Gottesstaates zu verkünden, den er später errichten sollte. Er
versprach die Beibehaltung des Gesellschaftssystems, demokratische Freiheiten und die
Iran erfolgreich verlief. Die iranische Revolution stellt ein Musterbeispiel dafür dar,
wie sich Islam und linke Ideologien perfekt ergänzen. Die Werke des Marxisten Ali
Shariati fanden im Iran zur Zeit des Schahs große Verbreitung. Für ihn zeigte der Islam
den Weg zur Befreiung vom Kolonialismus, Neokolonialismus und Kapitalismus. Er
beteiligte sich an einer Gruppe, die sich „Bewegung der Gott ergebenen Sozialisten“
nannte. Der Cheftheoretiker dieser Gruppe, Abolgassem Shakibnia, behauptete,
dass es der Prophet Mohammed gewesen sei, der den Sozialismus erfunden und
noch in seiner Zeit auf der arabischen Halbinsel eingeführt habe.*® Linke und
Islamisten schlossen sich zum Kampf gegen die Despotie des Schahs zusammen,
der - als Marionette am Faden des Westens — sein Land ausbeutete (siehe S.213). In
diesem Fall waren es die Islamisten, die die Linken Revolutionäre hintergingen. Der
islamistische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini verstand es, den Eindruck zu
vermitteln, dass er selbst nur eine Integrationsfigur sei und sich samt seinen Kollegen
nach dem Erfolg der Revolution wieder in die Moschee zurückziehen werde. Um die
äußerliche Einheit der revolutionären Bewegung zu erhalten, unterließ er es zunächst,
seine Vorstellungen des Gottesstaates zu verkünden, den er später errichten sollte. Er
versprach die Beibehaltung des Gesellschaftssystems, demokratische Freiheiten und die
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