sich wegen der unrechtmäßigen Nutzung von Patenten verklagen. Die Unternehmen,
die dem Staat genehm sind bzw. die größten Geldkoffer für die Abgeordneten
bereitstellen, erhalten das Recht auf die exklusive Nutzung einer Erfindung.
Dadurch generieren die Unternehmen so viele Einnahmen, dass sie zwangsläufig ein
Monopol bekommen. Die Monopol-Unternehmen können die Preise nun erhöhen,
denn die Wettbewerber haben ohne das Patent keine Chance, ihr Produkt billiger
anzubieten. Da die Konkurrenz die Erfindung nicht kopieren darf, hat sie auch keine
Chance, sie weiterzuentwickeln. Der Endverbraucher hat letztendlich nur Nachteile, da
der Fortschritt der Technologie und damit auch der Preis des Produkts unter dem geistigen
Eigentum leidet. Patente sind eine staatliche Einrichtung, um Unternehmen ein Monopol
zu sichern.?” Anstatt das Konzept von Patenten zu hinterfragen, beschuldigt Engdahl
die USA, im Welthandel unfair mit ihren Patenten umzugehen. So schreibt er: Die
WTO [...] setzte ein neues Abkommen [...] durch, wonach es multinationalen Konzernen
erstmals erlaubt war, Pflanzen und andere Formen des Lebens patentieren zu lassen.?°®
Logischerweise konnten die Rockefellers nur GVO-Pflanzen patentieren lassen, denn
natürliche Pflanzen sind keine Erfindung. Die WTO verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten,
Bauern zu bestrafen, die dieses Saatgut benutzen, ohne es von den großen GVO-
Konzernen erworben zu haben. Die Regierungen verbreiten das GVO-Saatgut auf der
ganzen Welt, da es sich automatisch mit natürlichem Saatgut vermischt. Bauern, die
versehentlich mit vermischtem Saatgut arbeiten, werden von Monsanto angezeigt, da
GVO geschütztes intellektuelles Eigentum von Monsanto ist.

Die GVO-Konzerne wurden schon früh von der Regierung in Stellung gebracht.
Z.B. die Agrar-Firma „Cargill“, die immer eng mit der Regierung vernetzt war und so
erst Teil des Saatgut-Oligopols werden konnte. Cargill wurde im Ersten und Zweiten
Weltkrieg von der US-Regierung mit Exklusivverträgen für Getreideexporte an
die Alliierten ausgestattet. Die J. P-Morgan-Bank, der amerikanische Finanzagent
der Alliierten, schloss mit Cargill exklusive Verträge ab, die der Firma erlaubten, die
Alliierten in Europa auf Kredit mit Getreidenachschub zu beliefern. Als Kissinger
den Sowjets als Teil seiner Entspannungspolitik die bisher beispiellose Menge von
30 Millionen Tonnen Getreide verkaufte, wurde Cargill der Hauptnutznießer dieses
Deals.’® Doch Engdahl schreibt: Für Cargill und seine Verbündeten zählt der
weltweite ‚freie Markt‘ mehr als Menschenleben.”

Das Vorgehen der GVO-Konzerne ist hochkriminell. Doch ist China, wie
Engdahl es darstellt, im Fall der weltweiten Verbreitung von GVO ein Opfer der USA?
Engdahl schreibt über die WTO: Die wichtigste Institution, die die Pläne Monsantos
und anderer Agrobusiness-Saatgutkonzerne zur Verbreitung der GVO umsetzt, ist die
Welthandelsorganisation (WTO). Ohne diese hätten sich die meisten Länder, die zögerlich
dem internationalen Druck nachgegeben und gentechnisch verändertes Saatgut genehmigt
haben, dagegen gewehrt. [...] Sie [die WTO] hat die Macht, Mitgliedsländern, die ihre
Regeln verletzen, erhebliche finanzielle Strafen und andere Sanktionen aufzuerlegen.?”‘
China habe dies natürlich nicht ahnen können und wurde laut Engdahl in die WTO
gelockt.”* Nach seinem Beitritt, 2001, wurde China gezwungen, die ‚Spielregeln‘ der
WTO einzuhalten, Spielregeln, bei denen letztendlich Washington und Brüssel den Ton

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