ihrer Aufgabe orientierte Verwaltung hervorgebracht, sondern auch eine hohe Moral und
Zielbewusstsein der Gemeinschaft zur Folge gehabt. [...] Das soziale Experiment in China
unter der Führung des Vorsitzenden Mao. ist eines der bedeutendsten und erfolgreichsten
der Geschichte.” Kurze Zeit nach der Eröffnung der Chase-Vertretung in Moskau flog
David Rockefeller nach China, um sich mit Tschou En-Lai, dem Ministerpräsidenten
Maos, zu unterhalten. Rockefeller war der erste amerikanische Banker, dem erlaubt
wurde, die Volksrepublik China zu besuchen. Vor dem Treffen mit Maos zweitem
Mann hatte Rockefeller bereits ein Abkommen unterzeichnet, das seine „Chase
National Bank“ zur ersten amerikanischen Korrespondenzbank der „Bank of China“
seit der Übernahme der Kommunisten machte.

China konnte sich zum weltweit größten wirtschaftlichen Konkurrenten der
USA aufschwingen, weil die USA dies erlaubt hatten. Der Kopp-Autor William
Engdahl versteht aber weder diese Zusammenhänge noch äußert er in seinem Buch
„China in Gefahr“ Bedenken über das gewaltige chinesische Aggressionspotenzial,
das sich im Verbund mit dem russischen Militär zu einer geballten kommunistischen
Faust formieren könnte. Auch bei der knallharten Unterdrückung der chinesischen
Bevölkerung von einer immer noch offiziell kommunistischen Regierung drückt
Engdahl ein Auge zu und beschränkt seine Kritik allein auf die Weltmacht USA.
Engdahl stellt in dem Buch fest, die Elitekreise der USA wollten dem neuen
chinesischen „Wirtschaftswunder“ einen tödlichen Schlag versetzen. Er geht von
der vollkommen falschen Prämisse aus, die USA hätten Angst vor China, das sich
heute auf Weltmaßstab zu einem gleichrangigen Konkurrenten Amerikas entwickelt.
Die USA wollen laut Engdahl ihren Status als globale Supermacht nicht verlieren
und führen deshalb einen militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Krieg
gegen China. China sei Washingtons neues Feindbild und Amerika knüpfe Schritt
für Schritt ein Netz der Kontrolle, um eine unabhängige, souveräne Entwicklung des
Landes zu behindern. „China in Gefahr“ ist eine Aneinanderreihung von wirren Lügen,
Halbwahrheiten oder Wahrheiten, die im vollkommen falschen Kontext dargestellt
werden. Engdahl presst jeden Sachverhalt in das Denkmuster „USA böse, China gut“.
Den Untergang des Westens schiebt Engdahl auf den unregulierten Kapitalismus‘,
anstatt sich über den wachsenden Sozialismus zu beschweren. Die Neue Weltordnung
wird für Engdahl allein von den Vereinigten Staaten und der NATO vorangetrieben:
Die Grundlage für die Strategie, mit der China der strategischen Bedrohung durch NATO
und Pentagon begegnen kann, ist glücklicherweise bereits gelegt. Statt sich unter die geplante
Neue Weltordnung - manchmal höflich als Globalisierung bezeichnet - zwingen zu lassen,
bietet sich für China in der Zusammenarbeit mit der Shanghaier Organisation
für Zusammenarbeit (SOZ) und deren Mitgliedsländern, insbesondere Russland und
dem Iran, die Möglichkeit zu echter Entwicklung. Die Shanghaier Organisation für
Zusammenarbeit (SOZ), die sich in mancherlei Hinsicht noch immer im Embryonalstadium
befindet, stellt mit ihren Mitgliedern einen Ausgangspunkt dar, um einer destruktiven Eine-
Welt-Diktatur durch eine geschlossene eurasische Front die Stirn zu bieten.”* Engdahl
fordert, dass eine geschlossene eurasische Front sozialistischer Verbrecherstaaten die USA
an der Errichtung ihrer Weltregierung hindert. Nicht nur, dass ein Sieg dieser Staaten

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