erschienen waren. Wie konnte sich Pedram dann für die Mahnwachen begeistern,
wenn er sich nicht mit den Themen identifizierte? Oder entsprang Pedrams
Begeisterung möglicherweise nicht aus den Themen, vielmehr aus den Menschenmassen,
die zu den Mahnwachen pilgerten und die er jetzt für seine Zwecke vereinnahmen
wollte? Ich gehe schließlich auch nicht zu einer linken Demo und denke mir: „Ich muss
da unbedingt mitmachen. Hoffe allerdings, ich kann sie zu Libertären transformieren.“
Pedram kommt als Neuling auf die Mahnwachen, die u.a. durch Jürgen Elsässer bekannt
wurden, doch hat er keine Skrupel, Elsässer aus der Bewegung auszugrenzen, so, als ob
Pedram derjenige gewesen sei, der die Montagsmahnwachen ins Leben gerufen hat.
Man versteht, welche entristischen Mechanismen hier in Gang gesetzt wurden: Die
trotzkistische Linke verschafft sich Einfluss in der Organisation, grenzt missliebige
Meinungen aus und reißt die Deutungshoheit über relevante Begriffe und Inhalte
an sich. Als Sprachrohr der Organisation werden neue Gesichter installiert,
die Ziele formulieren, die nur noch ein Abklatsch der ursprünglichen Ziele der
Organisation sind, wenn sie nicht sogar gegen die alten Ziele sprechen.’”*

Im September 2014 ist es vollbracht: Nachdem sich Pedram darum gekümmert hat,
die Hauptorganisation der Mahnwachen in Berlin für sich zu gewinnen, entscheidet
man sich am 14.09. auf einem Organisationstreffen in Zeitz für eine ideologische
Neuausrichtung der Bewegung im Sinne der internationalen Linken. Der inzwischen
auch auf Linie gebrachte Veranstalter Lars Mährholz verkündet auf Facebook:

Hallo ihr Lieben,

die Mahnwachen sind keine lokale Bewegung. Das zeigen die vielen Friedensaktivisten in
Österreich, in der Schweiz, in Spanien, in Amerika, in Kanada und in einigen anderen
Ländern! Für einen Wandel auf diesem unserem Planeten brauchen wir keine hunderttausend
Menschen in Deutschland auf der Straße, wir brauchen Millionen weltweit! Damit sich jedes
Land dieser Welt uns anschließen kann, haben wir diese 6 Punkte in Zeitz beschlossen.
Beschluss des bundesweiten Orgatreffens in Zeitz über die „Ziele der Mahnwachen für den
1. Weltfrieden“

I. Umsetzung der UN-Menschenrechts-Charta!

II. Für eine Welt ohne Imperialismus und Faschismus (FÜR WELTWEITEN
FRIEDEN)!

III. Für ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystem mit
dezentralen und kooperativen wirtschaftlichen Strukturen, getragen von einem reformierten
System der Wert- und Geldschöpfung. Verbot der privaten Zentralbanken und die weltweite
Überwindung des verzinsten Schuldgeldsystems und der Giralgeldschöpfung

IV. Gewalt und Krieg dürfen kein Mittel der Politik sein!

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