Analysen
finden.
Viele
Leser
interessieren
sich
wohl
vor
allem
für
Letzteres
und
blenden
Ersteres aus. Den angegriffenen Personen hilft dies aber reichlich wenig. Zudem werden so
auf sehr unversöhnliche Weise gesellschaftliche Feindbilder konstruiert und reproduziert,
ohne dass dabei ein Wille zur Versöhnung zu erkennen ist.” Das ist besonders pikant,
denn Pedrams erste Rede auf den Mahnwachen datiert auf den 06.05.2014. Am
21.04.2014, als Elsässer seine gefeierte Rede gehalten hatte, hatte Pedram zum ersten
Mal in die Mahnwachen hineingeschnuppert. In dem Artikel „Tahrir oder Teaparty?“
vom 24.04.2014 für „Der Freitag“ berichtet Pedram von besagter Mahnwache: Die
inhaltliche Verbindung des Imperialismus mit dem Finanzsystem wird in dem
Moment naxzistisch, wenn Verschworungstheorien antisemitische Züge entwickeln.
Dies Liuft vor allem in der Debatte iiber die Rolle der Federal Reserve Bank FED. So
sehr Kritik an der FED berechtigt ist und Kriege wie im Irak 2003 auch wihrungspolitische
motiviert sein können: der Ansatz, der FED liegt eine Verschwörung zu Grunde (vorwiegend
von jüdischen Finanziers), die die Welt in den Krieg und Abgrund ziehen will, ist nicht nur
faktischer Unsinn und Hokuspokus, sondern klar in der Linie des nationalsozialistischen
pseudo-Antikapitalismus. |...) Auch Elsässer war am letzten Montag deutlich bemüht,
keine offene Flanke nach rechts zu zeigen, ganz im Gegenteil blinkte er bei seiner Rede
heftig nach links und stellte klar, dass seine Gegner multireligios seien. Dennoch war es ein
verheerendes Signal, dass er als Redner hier auftrat, jemand der in seiner jiingeren
Geschichte zu viele reaktiondre Manöver abgezogen hat und in der Verteidigung von
Ahmadinejad oder bei der Hetze auf Sinti und Roma sogar einen faschistoiden Ton
traf. Dass auch Ken Jebsen, dessen Reden auf den Mahnwachen astrein sind (die
organisierte Linken sollten sich da wirklich einen Stück abschneiden) fiir Elsdissers
Compact-Magazin schreibt, das z.B. Thilo Sarrazin hochfeiert, gibt Grund fiir
große Skepsis gegenüber dem organisatorischen Kern dieser Mahnwachen.* Schon
der Titel „Zahrir oder Tea-Party” identifiziert Libertire als Feindbilder Pedrams, denn
die Tea-Party ist wohl die libertirste Bewegung, die jemals international Beachtung
gefunden hat. Die Bankenkritik als wichtigster Aspekt der Mahnwachen kriegt von
Pedram den Stempel ,antisemitisch®. Obwohl er sich nicht zu weit aus dem Fenster
lehnt, unterscheidet sich Pedram dabei kaum von der ehemaligen Griinen-Politikerin
Jutta Ditfurth, die Elsässer im Magazin , Kulturzeit™ auf 3Sat als glühenden Antisemiten
diffamierte.’® Im Gegensatz zu Jutta Ditfurth, die nach diesem Auftritt zum großen
Feindbild der Mahnwachen ernannt wird, ist Pedram wenig später selbst Teil der
Mahnwachen und somit perfekt getarnt. Jetzt kann man ihn nicht mehr kritisieren, da
er ja ein Freund sein muss, wenn er bei den Demos mitzieht. Ein großer Denkfehler,
den zu viele politisch unerfahrene Teilnehmer der Mahnwachen machen! Eigentlich
wiirde Ditfurth genau in das linke Netzwerk von Shahyar passen, und nur eine Woche
später tätigt Pedram sehr ähnliche Aussagen im Magazin „Der Freitag”. Als Libertirer
ist es amiisant zu beobachten, wie sich radikale Linke aufgrund bedeutungsloser
Meinungsunterschiede oder personlicher Eitelkeiten bekriegen. Dabei unterscheidet
sich deren Weltanschauung im Kern nicht im Geringsten.
Ersteres aus. Den angegriffenen Personen hilft dies aber reichlich wenig. Zudem werden so
auf sehr unversöhnliche Weise gesellschaftliche Feindbilder konstruiert und reproduziert,
ohne dass dabei ein Wille zur Versöhnung zu erkennen ist.” Das ist besonders pikant,
denn Pedrams erste Rede auf den Mahnwachen datiert auf den 06.05.2014. Am
21.04.2014, als Elsässer seine gefeierte Rede gehalten hatte, hatte Pedram zum ersten
Mal in die Mahnwachen hineingeschnuppert. In dem Artikel „Tahrir oder Teaparty?“
vom 24.04.2014 für „Der Freitag“ berichtet Pedram von besagter Mahnwache: Die
inhaltliche Verbindung des Imperialismus mit dem Finanzsystem wird in dem
Moment naxzistisch, wenn Verschworungstheorien antisemitische Züge entwickeln.
Dies Liuft vor allem in der Debatte iiber die Rolle der Federal Reserve Bank FED. So
sehr Kritik an der FED berechtigt ist und Kriege wie im Irak 2003 auch wihrungspolitische
motiviert sein können: der Ansatz, der FED liegt eine Verschwörung zu Grunde (vorwiegend
von jüdischen Finanziers), die die Welt in den Krieg und Abgrund ziehen will, ist nicht nur
faktischer Unsinn und Hokuspokus, sondern klar in der Linie des nationalsozialistischen
pseudo-Antikapitalismus. |...) Auch Elsässer war am letzten Montag deutlich bemüht,
keine offene Flanke nach rechts zu zeigen, ganz im Gegenteil blinkte er bei seiner Rede
heftig nach links und stellte klar, dass seine Gegner multireligios seien. Dennoch war es ein
verheerendes Signal, dass er als Redner hier auftrat, jemand der in seiner jiingeren
Geschichte zu viele reaktiondre Manöver abgezogen hat und in der Verteidigung von
Ahmadinejad oder bei der Hetze auf Sinti und Roma sogar einen faschistoiden Ton
traf. Dass auch Ken Jebsen, dessen Reden auf den Mahnwachen astrein sind (die
organisierte Linken sollten sich da wirklich einen Stück abschneiden) fiir Elsdissers
Compact-Magazin schreibt, das z.B. Thilo Sarrazin hochfeiert, gibt Grund fiir
große Skepsis gegenüber dem organisatorischen Kern dieser Mahnwachen.* Schon
der Titel „Zahrir oder Tea-Party” identifiziert Libertire als Feindbilder Pedrams, denn
die Tea-Party ist wohl die libertirste Bewegung, die jemals international Beachtung
gefunden hat. Die Bankenkritik als wichtigster Aspekt der Mahnwachen kriegt von
Pedram den Stempel ,antisemitisch®. Obwohl er sich nicht zu weit aus dem Fenster
lehnt, unterscheidet sich Pedram dabei kaum von der ehemaligen Griinen-Politikerin
Jutta Ditfurth, die Elsässer im Magazin , Kulturzeit™ auf 3Sat als glühenden Antisemiten
diffamierte.’® Im Gegensatz zu Jutta Ditfurth, die nach diesem Auftritt zum großen
Feindbild der Mahnwachen ernannt wird, ist Pedram wenig später selbst Teil der
Mahnwachen und somit perfekt getarnt. Jetzt kann man ihn nicht mehr kritisieren, da
er ja ein Freund sein muss, wenn er bei den Demos mitzieht. Ein großer Denkfehler,
den zu viele politisch unerfahrene Teilnehmer der Mahnwachen machen! Eigentlich
wiirde Ditfurth genau in das linke Netzwerk von Shahyar passen, und nur eine Woche
später tätigt Pedram sehr ähnliche Aussagen im Magazin „Der Freitag”. Als Libertirer
ist es amiisant zu beobachten, wie sich radikale Linke aufgrund bedeutungsloser
Meinungsunterschiede oder personlicher Eitelkeiten bekriegen. Dabei unterscheidet
sich deren Weltanschauung im Kern nicht im Geringsten.
Die
Anwesenheit
der
Person
Jürgen
Elsässer
war
sicherlich
einer
der
Hauptgriinde, warum tausende Menschen auf der Mahnwache am Ostermontag
Hauptgriinde, warum tausende Menschen auf der Mahnwache am Ostermontag
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