den Staaten des Warschauer Pakts verschmelzen wollte.

Der Bankier David Rockefeller, eines der großen Feindbilder auf den
Mahnwachen, schrieb übrigens eine Studienarbeit über den Fabian-Sozialismus
an der London School of Economics. Seine Familie finanzierte unzählige Projekte
der Fabier von Amerika aus. Die Rockefeller-Familie als „Kapitalisten“ zu bezeichnen,
spottet jeglicher Vernunft, denn seit ihren Anfängen in Cleveland vertraute die Familie
auf die harte Hand des Staates, um ihr Monopol zu sichern.

D.3. Pedram, der Trotzkist

Die Strategie der Fabian Society ist demnach nahezu identisch mit dem
trotzkistischen „Entrismus“, den Pedram Shahyar sicher verinnerlicht hatte,
nachdem er mit blutjungen 17 Jahren der trotzkistischen „Linksruck“-
Organisation beigetreten war. Nach diesem Abstecher in die Vergangenheit widmen
wir uns wieder Pedrams Karriere: Er behauptet, heute kein Trotzkist mehr zu sein.
Aber was bedeutet das schon, wo wir die entristische Taktik der Trotzkisten nun
kennengelernt haben? Nur ein schlechter Trotzkist würde sich selbst als Trotzkist
bezeichnen. Um das Jahr 1999 herum verließ er die Organisation „Linksruck“, die sich
zwar im Jahr 2007 auflöste, doch mit einem Großteil ihrer Mitglieder in der Organisation
„Marx21“ aufging. Pedram hält für Marx21 auch gelegentlich Vorträge, z.B. bei der
Veranstaltung „Marx ist Muss“ im Jahr 2009. Allerdings hatte „Linksruck“ zum
Zeitpunkt von Pedrams Ausstieg schon eine neue Organisation gefunden, die
man unterwandern wollte: Die Mitglieder wurden in das globalisierungskritische
Netzwerk „Attac“ geschickt. Pedram sagte bei einen Interview mit KenFM vom
14.05.2014, er habe sich Ende der Neunziger nicht mehr mit der radikalen und sehr
hierarchisch strukturierten Organisation von „Linksruck“ identifizieren können,
allerdings habe er auch Bedenken gehabt, Attac könnte vielleicht nicht radikal genug für
ihn sein.?** Attac bekam seinen ersten deutschen Ableger im Jahr 2000 und trat an mit
der Forderung nach einer internationalen Tobin-Steuer/Finanztransaktionssteuer zur
Eindämmung der schnellen Spekulationsgewinne an den Börsen. Eine weitere „Steuer
gegen Armut”, die auch Otto-Normal-Bürger bei seinen Börsengeschäften zahlen
muss und die das Geldmonopol der Zentralbank (siehe S.43) nicht ankratzt. Attacs
finanzielle Unterstützung wird in einem Cicero-Artikel vom 28. Oktober 2004 geklärt:
Das Finanzgebaren von Attac bleibt aber undurchsichtig. Mitgliedsorganisation
und Rechtsträger der globalisierungskritischen Organisation ist der Verein ‚Share‘ der
Spendenkonten unterhält. Für einzelne Aktionen werden neue Konten eingerichtet. Das
Budget von Attac kommt im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Dazu
erhält die Organisation vereinzelt Projektzuschüsse, etwa von der Heinrich-Böll-Stiftung
oder dem Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit der evangelischen
Kirche. Zu den Unterstützern zählt auch die PDS-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Sponsoring lehnt die Organisation ab, um ihre Unabhängigkeit nicht zu gefährden. Geld
fließt dem Netzwerk auch aus der ‚Bewegungsstiftung‘ zu. Zehn Stifter haben einen
Fonds mit insgesamt 250 000 Euro ausgestattet. Bei den Stiftern handelt es sich

165