behauptet, Verträge seien lediglich Papierfetzen, die zerrissen würden, wenn sich das
Kräfteverhältnis zugunsten der Sowjets verschoben habe.?”’

Bevor ich mich mit der russischen Energiepolitik beschäftige, muss ich erklären,
warum man zwangsläufig von „Energiepolitik“ sprechen muss, nicht von einem
„Energiemarkt”“. Würden private Unternehmen um den billigsten Ölpreis konkurrieren,
würde der Kunde die Wahrheit über die Knappheit dieses Rohstoffs informiert
werden, indem er einen Blick auf den Öl-Preis wirft. In einer Marktwirtschaft werden
die knapperen Güter teurer und somit würde auch der Öl-Preis steigen, wenn das
Öl knapp werden würde. Die einzige Art zu beweisen, dass fossile Energieträger
endlich sind, wäre, den Ölmarkt vollständig zu liberalisieren. Falls alle Ölquellen
der Erde eines Tages kurz vor dem Versiegen stehen würden, wäre der Ölpreis so hoch,
dass es sich kaum jemand noch leisten könnte, Öl zu kaufen. Da der Markt aber
für sieben Milliarden Menschen offenstehen würde, hätten sich schon längst findige
Unternehmer daran gemacht, eine Alternative zum sich verknappenden Öl zu finden.
In einer freien Marktwirtschaft hätte jeder Mensch das Recht, ein Grundstück zu
kaufen und darauf nach Öl oder Rohstoffen zu suchen. So würde der freie Markt
schnell offenbaren, welches Land über wie viele Rohstoffe verfügt.

Der Ölmarkt ist aber nicht frei und somit sagt der Ölpreis nichts über die
Knappheit des Öls aus. In Deutschland gilt das sogenannte „Bergrecht“, welches
in ähnlicher Form auch in jedem anderen Staat der Welt gilt. Durch dieses Gesetz
werden alle wirklich wertvollen Bodenschätze wie Edelmetalle, Erdöl, Erdgas und
Kohle dem Eigentümer eines Grundstücks entzogen und wandern zum Staat. Wer
z.B. ein Grundstück auf einer Ölquelle besitzt, kann vom Staat enteignet werden. Ihm
steht lediglich eine Entschädigungszahlung für seinen enteigneten Grund und Boden
zu. Wenn der Besitzer trotz der Enteignung auf seinem Grundstück Öl fördern will,
muss er für eine Erlaubnis das Bergamt, eine staatliche Aufsichtsbehörde, aufsuchen.
Das Bergamt hat keine Verpflichtung, ihm diese Erlaubnis auszustellen. Der Staat
kann willkürlich entscheiden, wer das Recht bekommt, Öl zu fördern und wer nicht.
So ist der Weg frei für die großen Ölmultis, sich dieses Recht durch Lobbyismus zu
sichern. Ähnliche Gesetze wie das Bergrecht und v.a. die zahlreichen im Rahmen
der Energiewende weltweit erlassenen Umweltschutzgesetze versperren den
Menschen jeglichen Zugang zum Energiemarkt. Die großen Energiekartelle wie
Shell, BP und Exxon im Westen oder Gazprom, Rosneft und Lukoil im Osten haben
die Politik schon längst unter ihre Kontrolle gebracht und schreiben die Gesetze und
Regulierungen zu ihrem eigenen Vorteil, also zum Erhalt ihrer Kartelle. Für potenzielle
Unternehmer sind die Marktzutrittsbarrieren, die die Kartelle im Verbund mit der
Regierung aufgestellt haben, unmöglich zu überwinden. Da die Kartelle aber nur
bedingt in Konkurrenz zueinander stehen, können sie die Preise für ihr Produkt nach
oben schrauben. So versucht der Verbraucher weiterhin seine Bedürfnisse möglichst
günstig zu befriedigen, hat aber nicht die Auswahl zwischen zueinander in Konkurrenz
stehenden Unternehmen, die sich im Preis ihrer Produkte unterbieten, sondern muss
an der Tankstelle zu dem Preis einkaufen, auf den sich entweder der Staat oder ein vom
Staat bevorzugtes Unternehmen festgelegt hat.

152