Marktes,
wiederholte
immer
wieder,
dass
sich
durch
Privatbesitz
letztlich
alle
sozialen
und politischen Probleme lösen ließen. Dies habe schon Adam Smith mit seiner
unsichtbaren Hand bewiesen.”° Damit zog er den Hass der verarmten Unterschicht
auf sich, die unter seiner in Wahrheit zutiefst sozialistischen Politik zu leiden hatte.
und politischen Probleme lösen ließen. Dies habe schon Adam Smith mit seiner
unsichtbaren Hand bewiesen.”° Damit zog er den Hass der verarmten Unterschicht
auf sich, die unter seiner in Wahrheit zutiefst sozialistischen Politik zu leiden hatte.
Im
Vorfeld
der
Präsidentschaftswahlen
1996
sah
es
düster
aus
für
Jelzin.
Den
Oligarchen der ersten Stunde wurde klar, dass bei den anstehenden Wahlen Jelzin
durch den kommunistischen Kandidaten abgelöst werden könnte. Die Rückkehr
zum Kommunismus war für die russischen Strategen allerdings nicht vorgesehen,
stattdessen „Die Ära weltweiten demokratischen Friedens“, die Errichtung einer
kommunistischen Weltregierung im Bund mit dem Westen, getarnt als Demokratie.
Ein Wiederaufleben des Kommunismus‘, der sich auch als solcher bezeichnet, wäre vom
Westen als Gefahr interpretiert worden. Sicher waren die Kommunistische Partei und
Jelzin in die strategischen Pläne eingeweiht. Die Machtergreifung der Kommunisten
war nie vorgesehen, doch diente sie Jelzin als drohende Gefahr, um seine Politik zu
rechtfertigen. So wurde die zweite Phase der Pseudoprivatisierung als Reaktion auf die
kommunistische Bedrohung verkauft. Jelzin verkaufte seinen Wählern, die Regierung
brauche dringend Geld, da seine Regierung in großen Finanzschwierigkeiten stecke.
Die finanziellen Löcher müssten umgehend gestopft werden, denn ein Staatsbankrott
wäre Wasser auf die Mühlen der Kommunisten.
Oligarchen der ersten Stunde wurde klar, dass bei den anstehenden Wahlen Jelzin
durch den kommunistischen Kandidaten abgelöst werden könnte. Die Rückkehr
zum Kommunismus war für die russischen Strategen allerdings nicht vorgesehen,
stattdessen „Die Ära weltweiten demokratischen Friedens“, die Errichtung einer
kommunistischen Weltregierung im Bund mit dem Westen, getarnt als Demokratie.
Ein Wiederaufleben des Kommunismus‘, der sich auch als solcher bezeichnet, wäre vom
Westen als Gefahr interpretiert worden. Sicher waren die Kommunistische Partei und
Jelzin in die strategischen Pläne eingeweiht. Die Machtergreifung der Kommunisten
war nie vorgesehen, doch diente sie Jelzin als drohende Gefahr, um seine Politik zu
rechtfertigen. So wurde die zweite Phase der Pseudoprivatisierung als Reaktion auf die
kommunistische Bedrohung verkauft. Jelzin verkaufte seinen Wählern, die Regierung
brauche dringend Geld, da seine Regierung in großen Finanzschwierigkeiten stecke.
Die finanziellen Löcher müssten umgehend gestopft werden, denn ein Staatsbankrott
wäre Wasser auf die Mühlen der Kommunisten.
Tschubais
wurde
von
Jelzin
beauftragt,
sich
an
den
einzigen
Wirtschaftszweig
des Landes zu wenden, der über ausreichende Geldmittel verfügte: Dem neu
entstandenen Finanzsektor. Dieser war nach westlichen Linien aufgebaut worden:
Mit einer von der Regierung kontrollierten Zentralbank, einem auf der Grundlage
des Teildeckungsprinzips operierenden Kartell kommerzieller Banken und einer
konvertierbaren Papiergeldwihrung.””” Auch das neue russische Geldsystem war
staatlich! Tschubais wählte eigenhändig ein paar Dutzend Bankiers aus, denen er, im
Austausch für neue Kredite, Russlands Filetstücke anbot: Gas, Öl, Mineralien und Teile
der industriellen Infrastruktur. Ein Konsortium von Banken bot dem Staat einen 1,8
Milliarden Dollar Kredit an, der durch Anteile an Staatskonzernen abgesichert werden
sollte. Nach dem Ende der einjährigen Kreditlaufzeit sollte der Staat die Anteile wieder
zurückkaufen können. Der Clou an der Sache war jedoch die Tatsache, dass, wenn
der Staat die Kredite nicht ordnungsgemäß begleichen sollte, die Anteile endgültig an
die Kreditgeber übergehen würden. Noch vor den kritischen Präsidentschaftswahlen
wurden riesige Teile der russischen Wirtschaft im Rahmen des Kredite-für-Aktien-
Programmes, das Ende August 1995 genehmigt wurde, an das Konsortium versteigert.
Die Auktionen wurden so durchgeführt, dass sie vor den Wahlen stattfanden. Die
eigentliche Übernahme geschah jedoch erst nach den Wahlen. Die Oligarchen hatten
also ein sehr großes Interesse an der Wiederwahl Jelzins gegen die Kommunisten.
Der Ablauf der Auktionen entsprach keinem geordneten, transparenten
Verfahren. Teilnehmen konnten nur ausgewählte Banken und Finanzgruppen,
auf Einladung der Präsidialverwaltung und der engsten Jelzin-Clique.””® Der
Ausgang der Versteigerungen war von dem engen Kreis um Jelzin entschieden worden.
Die Finanzmagnaten, die Jelzin auswählte, hatten ihren Aufstieg allein ihren guten
des Landes zu wenden, der über ausreichende Geldmittel verfügte: Dem neu
entstandenen Finanzsektor. Dieser war nach westlichen Linien aufgebaut worden:
Mit einer von der Regierung kontrollierten Zentralbank, einem auf der Grundlage
des Teildeckungsprinzips operierenden Kartell kommerzieller Banken und einer
konvertierbaren Papiergeldwihrung.””” Auch das neue russische Geldsystem war
staatlich! Tschubais wählte eigenhändig ein paar Dutzend Bankiers aus, denen er, im
Austausch für neue Kredite, Russlands Filetstücke anbot: Gas, Öl, Mineralien und Teile
der industriellen Infrastruktur. Ein Konsortium von Banken bot dem Staat einen 1,8
Milliarden Dollar Kredit an, der durch Anteile an Staatskonzernen abgesichert werden
sollte. Nach dem Ende der einjährigen Kreditlaufzeit sollte der Staat die Anteile wieder
zurückkaufen können. Der Clou an der Sache war jedoch die Tatsache, dass, wenn
der Staat die Kredite nicht ordnungsgemäß begleichen sollte, die Anteile endgültig an
die Kreditgeber übergehen würden. Noch vor den kritischen Präsidentschaftswahlen
wurden riesige Teile der russischen Wirtschaft im Rahmen des Kredite-für-Aktien-
Programmes, das Ende August 1995 genehmigt wurde, an das Konsortium versteigert.
Die Auktionen wurden so durchgeführt, dass sie vor den Wahlen stattfanden. Die
eigentliche Übernahme geschah jedoch erst nach den Wahlen. Die Oligarchen hatten
also ein sehr großes Interesse an der Wiederwahl Jelzins gegen die Kommunisten.
Der Ablauf der Auktionen entsprach keinem geordneten, transparenten
Verfahren. Teilnehmen konnten nur ausgewählte Banken und Finanzgruppen,
auf Einladung der Präsidialverwaltung und der engsten Jelzin-Clique.””® Der
Ausgang der Versteigerungen war von dem engen Kreis um Jelzin entschieden worden.
Die Finanzmagnaten, die Jelzin auswählte, hatten ihren Aufstieg allein ihren guten
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