Aufnahmen
von
Putin,
wie
er
auf
dem
Schwarzen
Meer
Wasserski
fuhr
und
auf
seiner
Datscha in Sotschi Grillpartys gab, während die Besatzung der Kursk ums Überleben
kämpfte. Nachdem die Regierung vier Tage gezögert hatte, um die Hilfsangebote
Norwegens und die Englands für eine Rettungsaktion anzunehmen und es weitere drei
Tage dauerte, die ausländische Rettungsmannschaft an den Unglücksort zu bringen,
fanden die britischen Taucher keine Überlebenden mehr, nachdem sie den Notausstieg
der Kursk geöffnet hatten.“ Putins Faulheit und Gleichgültigkeit hatte 23 Menschen
das Leben gekostet, doch anstatt Selbstkritik zu üben gab er Beresowkis TV-Kanal
die Schuld für das Debakel. Bei ihrem nächsten Treffen am 20. August 2000 machte
Putin Beresowski klar: ORT ist der wichtigste Sender Russlands. Er muss unter Einfluss
der Regierung stehen. Wir haben unsere Entscheidung gefällt.*°® Beresowski weigerte
sich anfangs, den Sender in die Hände Putins zu legen. Doch letztendlich blieb dem
ehemaligen Paten des Kremls nichts anderes übrig, als Russland zu verlassen, da Putin
die Jagd auf ihn eröffnet hatte. Der Kreml schickte Beresowski, der sich in seiner Villa
an der Cote dAzur aufhielt, Mitte Dezember 2000 einen Unterhändler. Es war der
schüchterne Roman Abramowitsch, der Beresowski bald ersetzen sollte. Abramowitsch
teilte Beresowski mit besten Grüßen von Putin mit: Du weißt, dass sie dir ohne weiteres
deinen Kanal wegnehmen könnten. Aber um allen den Übergang zu erleichtern, haben
wir uns darauf geeinigt, dass ich ihn dir in ihrem Namen abkaufen werde. Ich biete dir
150 Millionen Dollar. Das ist ein großzügiges Angebot.“ Beresowski hatte keine andere
Wahl, als dem Verkauf zuzustimmen, da der Kreml einen seiner engsten Vertrauten
als Geisel ins Gefängnis gesteckt hatte. Abramowitsch und Beresowski besiegelten die
Transaktion am selben Tag mit Handschlag. Heute gehört ORT als nach wie vor größter
TV-Sender Russlands zu 75 Prozent der russischen Regierung und zu 25 Prozent einer
staatsnahen Medienholding.
Datscha in Sotschi Grillpartys gab, während die Besatzung der Kursk ums Überleben
kämpfte. Nachdem die Regierung vier Tage gezögert hatte, um die Hilfsangebote
Norwegens und die Englands für eine Rettungsaktion anzunehmen und es weitere drei
Tage dauerte, die ausländische Rettungsmannschaft an den Unglücksort zu bringen,
fanden die britischen Taucher keine Überlebenden mehr, nachdem sie den Notausstieg
der Kursk geöffnet hatten.“ Putins Faulheit und Gleichgültigkeit hatte 23 Menschen
das Leben gekostet, doch anstatt Selbstkritik zu üben gab er Beresowkis TV-Kanal
die Schuld für das Debakel. Bei ihrem nächsten Treffen am 20. August 2000 machte
Putin Beresowski klar: ORT ist der wichtigste Sender Russlands. Er muss unter Einfluss
der Regierung stehen. Wir haben unsere Entscheidung gefällt.*°® Beresowski weigerte
sich anfangs, den Sender in die Hände Putins zu legen. Doch letztendlich blieb dem
ehemaligen Paten des Kremls nichts anderes übrig, als Russland zu verlassen, da Putin
die Jagd auf ihn eröffnet hatte. Der Kreml schickte Beresowski, der sich in seiner Villa
an der Cote dAzur aufhielt, Mitte Dezember 2000 einen Unterhändler. Es war der
schüchterne Roman Abramowitsch, der Beresowski bald ersetzen sollte. Abramowitsch
teilte Beresowski mit besten Grüßen von Putin mit: Du weißt, dass sie dir ohne weiteres
deinen Kanal wegnehmen könnten. Aber um allen den Übergang zu erleichtern, haben
wir uns darauf geeinigt, dass ich ihn dir in ihrem Namen abkaufen werde. Ich biete dir
150 Millionen Dollar. Das ist ein großzügiges Angebot.“ Beresowski hatte keine andere
Wahl, als dem Verkauf zuzustimmen, da der Kreml einen seiner engsten Vertrauten
als Geisel ins Gefängnis gesteckt hatte. Abramowitsch und Beresowski besiegelten die
Transaktion am selben Tag mit Handschlag. Heute gehört ORT als nach wie vor größter
TV-Sender Russlands zu 75 Prozent der russischen Regierung und zu 25 Prozent einer
staatsnahen Medienholding.
Putins
Kampf
gegen
die
Oligarchen
entsprang
nicht
seiner
Sorge
um
das
russische
Volk, das er vor den korrupten Geschäftsmännern schützen wollte. Im Gegenteil:
Die Oligarchen waren Putin nicht korrupt genug, denn ihre Fernsehsender klärten
vereinzelt über die Verbrechen Putins auf. Und wie schon erwähnt: Putin kämpfte nicht
gegen „die Oligarchen®. Er warf lediglich drei Oligarchen aus dem Land, die ihm nicht
genehm waren: Gussinski, Beresowski und später Chodorkowski. In einer Rede aus
dem Jahr 2005 verkündete Putin, die Medien seien endlich von der Zensur durch
die Oligarchen befreit worden.”° Damit hatte er Recht: Er zensiert die Medien
heute noch effektiver als die alten Oligarchen.
Volk, das er vor den korrupten Geschäftsmännern schützen wollte. Im Gegenteil:
Die Oligarchen waren Putin nicht korrupt genug, denn ihre Fernsehsender klärten
vereinzelt über die Verbrechen Putins auf. Und wie schon erwähnt: Putin kämpfte nicht
gegen „die Oligarchen®. Er warf lediglich drei Oligarchen aus dem Land, die ihm nicht
genehm waren: Gussinski, Beresowski und später Chodorkowski. In einer Rede aus
dem Jahr 2005 verkündete Putin, die Medien seien endlich von der Zensur durch
die Oligarchen befreit worden.”° Damit hatte er Recht: Er zensiert die Medien
heute noch effektiver als die alten Oligarchen.
Heute
liegen
85
Prozent
der
russischen
Medien
in
Staatshand
und
der
kleine
Rest wird wie zu Jelzins Zeiten indirekt über Oligarchen vom Staat kontrolliert.
Die unter Jelzin wenigstens sporadisch geäußerte Kritik an der Regierung, ist unter
Präsident Putin nicht mehr zu hören. Die Nachrichten gleichen einer demütigen
Hofberichterstattung, die ohne jeglichen kritischen Grundton über Putins Besuche,
Reden und Entscheidungen berichtet. Putin inszeniert sich als U-Boot-Kapitän, Jäger
und Jetpilot. Als Taucher entdeckte der über Sechzigjährige zwei Antike Vasen auf
dem Grund des Meeres. Später musste sein Sprecher eingestehen, dass es sich um
eine Inszenierung gehandelt hatte, da auf den Vasen keine Spuren von Algen oder
Rest wird wie zu Jelzins Zeiten indirekt über Oligarchen vom Staat kontrolliert.
Die unter Jelzin wenigstens sporadisch geäußerte Kritik an der Regierung, ist unter
Präsident Putin nicht mehr zu hören. Die Nachrichten gleichen einer demütigen
Hofberichterstattung, die ohne jeglichen kritischen Grundton über Putins Besuche,
Reden und Entscheidungen berichtet. Putin inszeniert sich als U-Boot-Kapitän, Jäger
und Jetpilot. Als Taucher entdeckte der über Sechzigjährige zwei Antike Vasen auf
dem Grund des Meeres. Später musste sein Sprecher eingestehen, dass es sich um
eine Inszenierung gehandelt hatte, da auf den Vasen keine Spuren von Algen oder
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