aber
nicht
zu
einem
Organ
der
transatlantischen
Eliten,
denn
in
der
Zeit,
als
Putin
der beste Freund des Westens war, bekam die Zeitung keinerlei Unterstützung aus
dem Westen. (siehe S.131) Ulfkotte zitiert einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung
aus dem Jahr 2014: Ein Artikel der regierungskritischen russischen Zeitung ‚Nowaja
Gaseta‘ berichtete vor einem halben Jahr darüber, dass eine ‚Agentur für Internet-Studien‘
in St. Petersburg 650 Franken pro Monat und gratis Essen für Personen anbietet, welche
im Internet regelmäßig Kommentare im Sinne des Kreml schreiben. Die Betreiber der
Agentur kämen aus dem Umfeld kremltreuer Jugendorganisationen.** Ul£kotte fällt nichts
Besseres ein, als auf die Recherchen einer Zeitung, deren Redakteure von der russischen
Staatsführung ermordet wurden und die aufgrund der Repressionen der Regierung
bald eingestellt werden muss, zynisch zu antworten: Das bewegt. Das geht nahe. Die
bösen Russen im Kreml bezahlen junge Menschen dafür, dass diese Internet-Propaganda für
die russische Regierung machen. Ein Skandal. Da bekommen arme Russen gratis Essen und
ein paar Euro im Gegenzug für Propaganda.” Man muss Ulfkotte lassen, dass er auch
im Falle der russischen Trolle von gekaufter Berichterstattung spricht, doch er erwähnt
in keinem einzigen Satz, dass in Russland seit dem Untergang der Sowjetunion
mehr als 300 Journalisten ermordet wurden, davon weit über 100 in Putins
Amtszeit. Wer in Russland laut sagt, was er denkt, nimmt ein enormes Risiko auf sich.
Die Ermittlungen verlaufen meist im Sande und kaum ein Journalistenmord wird je
aufgeklärt. Gekaufte Berichterstattung ist hingegen kein Verbrechen. In einer freien
Marktwirtschaft würden Unternehmen weiterhin Geld in manipulierte Zeitungsartikel
stecken, die ihr Produkt empfehlen.
der beste Freund des Westens war, bekam die Zeitung keinerlei Unterstützung aus
dem Westen. (siehe S.131) Ulfkotte zitiert einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung
aus dem Jahr 2014: Ein Artikel der regierungskritischen russischen Zeitung ‚Nowaja
Gaseta‘ berichtete vor einem halben Jahr darüber, dass eine ‚Agentur für Internet-Studien‘
in St. Petersburg 650 Franken pro Monat und gratis Essen für Personen anbietet, welche
im Internet regelmäßig Kommentare im Sinne des Kreml schreiben. Die Betreiber der
Agentur kämen aus dem Umfeld kremltreuer Jugendorganisationen.** Ul£kotte fällt nichts
Besseres ein, als auf die Recherchen einer Zeitung, deren Redakteure von der russischen
Staatsführung ermordet wurden und die aufgrund der Repressionen der Regierung
bald eingestellt werden muss, zynisch zu antworten: Das bewegt. Das geht nahe. Die
bösen Russen im Kreml bezahlen junge Menschen dafür, dass diese Internet-Propaganda für
die russische Regierung machen. Ein Skandal. Da bekommen arme Russen gratis Essen und
ein paar Euro im Gegenzug für Propaganda.” Man muss Ulfkotte lassen, dass er auch
im Falle der russischen Trolle von gekaufter Berichterstattung spricht, doch er erwähnt
in keinem einzigen Satz, dass in Russland seit dem Untergang der Sowjetunion
mehr als 300 Journalisten ermordet wurden, davon weit über 100 in Putins
Amtszeit. Wer in Russland laut sagt, was er denkt, nimmt ein enormes Risiko auf sich.
Die Ermittlungen verlaufen meist im Sande und kaum ein Journalistenmord wird je
aufgeklärt. Gekaufte Berichterstattung ist hingegen kein Verbrechen. In einer freien
Marktwirtschaft würden Unternehmen weiterhin Geld in manipulierte Zeitungsartikel
stecken, die ihr Produkt empfehlen.
Wie
sollte
man
das
verhindern?
Es
würde
aber
niemand
dazu
gezwungen,
die
in
den Zeitungen empfohlenen Produkte zu kaufen. Politische Manipulation fiele sowieso
weg, da es keine Politik mehr gäbe. Gekaufte Schleichwerbung ist zwar moralisch
äußerst zweifelhaft, aber rechtlich nicht zu verhindern, da niemandem damit direkt
geschadet wird. Schon heute tauschen sich die schlauen Kunden lieber im Internet aus,
anstatt auf geschmierte Billigmagazine am Kiosk zu hören. Zur Pressefreiheit gehört
es eben auch, einen erfundenen Artikel zu schreiben, der von einem wohlhabenden
Gönner bezahlt wird. Es liegt am Kunden, den Schwindel zu durchschauen.
den Zeitungen empfohlenen Produkte zu kaufen. Politische Manipulation fiele sowieso
weg, da es keine Politik mehr gäbe. Gekaufte Schleichwerbung ist zwar moralisch
äußerst zweifelhaft, aber rechtlich nicht zu verhindern, da niemandem damit direkt
geschadet wird. Schon heute tauschen sich die schlauen Kunden lieber im Internet aus,
anstatt auf geschmierte Billigmagazine am Kiosk zu hören. Zur Pressefreiheit gehört
es eben auch, einen erfundenen Artikel zu schreiben, der von einem wohlhabenden
Gönner bezahlt wird. Es liegt am Kunden, den Schwindel zu durchschauen.
Die
tendenziose
Berichterstattung,
die
Ulfkotte
den
deutschen
Medien
vorwirft, kann man ihm umgekehrt auch vorwerfen. Seine Berichterstattung hat
die Tendenz, die USA als imperialen Kriegstreiber darzustellen und Russland als
das arme, unschuldige Opfer zu verteidigen. Der dunklen Realität in der unfreien
russischen Medienlandschaft wird von den alternativen Medien, die „Spiegel“, „BILD“,
„ZEIT“ und die „Tagesschau“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit als „Lügenpresse“
beschimpfen, stillschweigend der Rücken zugedreht.
vorwirft, kann man ihm umgekehrt auch vorwerfen. Seine Berichterstattung hat
die Tendenz, die USA als imperialen Kriegstreiber darzustellen und Russland als
das arme, unschuldige Opfer zu verteidigen. Der dunklen Realität in der unfreien
russischen Medienlandschaft wird von den alternativen Medien, die „Spiegel“, „BILD“,
„ZEIT“ und die „Tagesschau“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit als „Lügenpresse“
beschimpfen, stillschweigend der Rücken zugedreht.
Die
russischen
Medien
stehen
heute
nahezu
vollständig
unter
direkter
oder
indirekter staatlicher Kontrolle. Zwar hatten schon unter Jelzin regierungsnahe
Oligarchen wie Wladimir Gussinski und Boris Beresowski die vermeintlich „privaten“
größten Fernsehsender des Landes gesteuert, aber ähnlich wie im deutschen
Fernsehen wurde der Zuschauer hin und wieder mit äußerst regierungskritischer
indirekter staatlicher Kontrolle. Zwar hatten schon unter Jelzin regierungsnahe
Oligarchen wie Wladimir Gussinski und Boris Beresowski die vermeintlich „privaten“
größten Fernsehsender des Landes gesteuert, aber ähnlich wie im deutschen
Fernsehen wurde der Zuschauer hin und wieder mit äußerst regierungskritischer
Berichterstattung
überrascht.
Obwohl
der
Sender
NTW
des
Oligarchen
Wladimir
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