und
seine
Artikel
wurden
ihm
gelegentlich
von
BND-Mitarbeitern
eingeflüstert.
Ulfkotte nutzte seine Nähe zu den Eliten aus, da er und die FAZ prächtig an den
gekauften Artikeln verdienten. Der moralische Wendepunkt kam für Ulfkotte, als ein
CDU-Politiker ihm den Auftrag geben wollte, den damaligen rheinland-pfälzischen
Ministerpräsident Kurt Beck auszuspionieren. Schlagartig ekelte sich Ulfkotte vor
sich selbst und lehnte den Auftrag ab. Heute schämt sich Ulfkotte für seine verlogene
Berichterstattung. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen, entschied er sich, seine
Erlebnisse publik zu machen und die manipulierte Berichterstattung in den deutschen
Medien aufzudecken.
Ulfkotte nutzte seine Nähe zu den Eliten aus, da er und die FAZ prächtig an den
gekauften Artikeln verdienten. Der moralische Wendepunkt kam für Ulfkotte, als ein
CDU-Politiker ihm den Auftrag geben wollte, den damaligen rheinland-pfälzischen
Ministerpräsident Kurt Beck auszuspionieren. Schlagartig ekelte sich Ulfkotte vor
sich selbst und lehnte den Auftrag ab. Heute schämt sich Ulfkotte für seine verlogene
Berichterstattung. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen, entschied er sich, seine
Erlebnisse publik zu machen und die manipulierte Berichterstattung in den deutschen
Medien aufzudecken.
Das
ist
einerseits
lobenswert,
andererseits
muss
man
Ulfkottes
Arbeit
skeptisch
betrachten, denn er darf seine Meinung bei russischen Propaganda-Medien wie dem
Compact-Magazin, Russia Today oder Stimme Russlands zum Besten geben. Daran
ist erstmal nichts Verwerfliches, denn Ulfkotte muss die Meinung dieser Plattformen
nicht zwingend teilen, um bei ihnen aufzutreten. Wer seinen Bestseller „Gekaufte
Journalisten“ jedoch aufmerksam durchliest, wird feststellen, dass Ulfkotte Putins
Russland in keinem einzigen Satz negativ erwähnt. Es ist einfach, Ulfkotte zu
verteidigen, denn sein Enthüllungsbuch handelt eindeutig von den Lügen westlicher
Medien. Außerdem macht Ulfkotte im Gegensatz zu Jürgen Elsässer nicht den Fehler,
Putins Politik zu loben. Doch nur ein einziger Nebensatz hätte genügt, um sich von
allen Vorwürfen des Putinverstehers freizumachen. So wie z.B.: „Putin schränkt die
Pressefreiheit in Russland zwar massiv ein, aber als ‚gekaufter Journalist‘ der westlichen
Politiker, Unternehmen und Banken, ist es heuchlerisch, sich über die Pressefreiheit in
anderen Ländern zu beschweren.“ Das wäre eine klare Distanzierung vom gefährlichen
Pro-Putin-Kurs, den die alternativen Medien eingeschlagen haben. Ulfkotte erwähnt
zudem in keinem Satz des Buches, dass die angeblich proamerikanischen Netz-
werke, die er beschuldigt, die deutsche Presselandschaft zu lenken, vor wenigen
Jahren noch Propaganda fiir Putins Regime gemacht haben. (Siehe S.128) Es
scheint so, als ginge Ulfkotte in „Gekaufte Journalisten“ taktisch vor. Da er weiß, dass
die etablierten Medien nicht über ihn berichten werden, will er es sich nicht mit den
prorussischen Medien in Deutschland verderben. So schreibt Ulfkotte, die Beeinflussung
der deutschen Medien durch „transatlantische Freundschaftsorganisationen“ diene
u.a. dem Zweck, deutsche Eliten in Politik und Medien von der geistigen Blockbildung
mit Russland abzuhalten und auf proamerikanischem Kurs zu halten. Schließlich verfolgt
Washington in Europa klare Ziele, zu denen auch ein neuer Kalter Krieg gehört.” Damit
leugnet Ulfkotte erstens das ungeheure Aggressionspotenzial Putins und ignoriert
zweitens, dass Russland vor ein paar Jahren noch einer der wichtigsten Partner
der „proamerikanischen“ Lobbyorganisationen war. Im Jahr 2006 veröffentlichte
Rockefellers Trilaterale Kommission, die Ulfkotte in seinem Buch als „bedeutsamste
Organisation der westlichen Machtelite“*°° betitelt, den Bericht Engaging with Russia
— The Next Phase, der von Sir Roderic Jones aus dem Vorstand von J. P. Morgan
Chase, Strobe Talbott aus dem CFR (der 2008 als Informant fiir den russischen
Auslandsnachrichtendienst enttarnt wurde), und dem japanischen Diplomat Koji
Watanabe verfasst worden war. Die Autoren setzten sich fiir eine langfristige strategische
betrachten, denn er darf seine Meinung bei russischen Propaganda-Medien wie dem
Compact-Magazin, Russia Today oder Stimme Russlands zum Besten geben. Daran
ist erstmal nichts Verwerfliches, denn Ulfkotte muss die Meinung dieser Plattformen
nicht zwingend teilen, um bei ihnen aufzutreten. Wer seinen Bestseller „Gekaufte
Journalisten“ jedoch aufmerksam durchliest, wird feststellen, dass Ulfkotte Putins
Russland in keinem einzigen Satz negativ erwähnt. Es ist einfach, Ulfkotte zu
verteidigen, denn sein Enthüllungsbuch handelt eindeutig von den Lügen westlicher
Medien. Außerdem macht Ulfkotte im Gegensatz zu Jürgen Elsässer nicht den Fehler,
Putins Politik zu loben. Doch nur ein einziger Nebensatz hätte genügt, um sich von
allen Vorwürfen des Putinverstehers freizumachen. So wie z.B.: „Putin schränkt die
Pressefreiheit in Russland zwar massiv ein, aber als ‚gekaufter Journalist‘ der westlichen
Politiker, Unternehmen und Banken, ist es heuchlerisch, sich über die Pressefreiheit in
anderen Ländern zu beschweren.“ Das wäre eine klare Distanzierung vom gefährlichen
Pro-Putin-Kurs, den die alternativen Medien eingeschlagen haben. Ulfkotte erwähnt
zudem in keinem Satz des Buches, dass die angeblich proamerikanischen Netz-
werke, die er beschuldigt, die deutsche Presselandschaft zu lenken, vor wenigen
Jahren noch Propaganda fiir Putins Regime gemacht haben. (Siehe S.128) Es
scheint so, als ginge Ulfkotte in „Gekaufte Journalisten“ taktisch vor. Da er weiß, dass
die etablierten Medien nicht über ihn berichten werden, will er es sich nicht mit den
prorussischen Medien in Deutschland verderben. So schreibt Ulfkotte, die Beeinflussung
der deutschen Medien durch „transatlantische Freundschaftsorganisationen“ diene
u.a. dem Zweck, deutsche Eliten in Politik und Medien von der geistigen Blockbildung
mit Russland abzuhalten und auf proamerikanischem Kurs zu halten. Schließlich verfolgt
Washington in Europa klare Ziele, zu denen auch ein neuer Kalter Krieg gehört.” Damit
leugnet Ulfkotte erstens das ungeheure Aggressionspotenzial Putins und ignoriert
zweitens, dass Russland vor ein paar Jahren noch einer der wichtigsten Partner
der „proamerikanischen“ Lobbyorganisationen war. Im Jahr 2006 veröffentlichte
Rockefellers Trilaterale Kommission, die Ulfkotte in seinem Buch als „bedeutsamste
Organisation der westlichen Machtelite“*°° betitelt, den Bericht Engaging with Russia
— The Next Phase, der von Sir Roderic Jones aus dem Vorstand von J. P. Morgan
Chase, Strobe Talbott aus dem CFR (der 2008 als Informant fiir den russischen
Auslandsnachrichtendienst enttarnt wurde), und dem japanischen Diplomat Koji
Watanabe verfasst worden war. Die Autoren setzten sich fiir eine langfristige strategische
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