trat jedoch nie ein. Nach dem Kalten Krieg entwickelte sich die NATO in der Tat weg
von einem Verteidigungs- zu einem Angriffsbündnis, das Out-of-area-Einsätze befahl,
obwohl kein Mitglied des Bündnisses angegriffen worden war. Allerdings beschränkte
sich die Beteiligung der NATO an Angriffskriegen bisher auf den Jugoslawienkonflikt,
Afghanistan und Libyen - ohne diese Verbrechen relativieren zu wollen. Dagegen stehen
aber hunderte Resolutionen der UN, die neue Kriege rechtfertigten. Fakt bleibt, dass
in über 65 Jahren NATO-Geschichte keines der Mitgliedsländer angegriffen wurde,
während der Beitritt zur UN keinerlei Sicherheit garantierte. Bei näherer Betrachtung
erweist sich die NATO bis zum heutigen Tag als harmloser als die UN. Zudem
haben die Staaten, die ihr beitreten, wirklich einen Vorteil, nämlich ihren Schutz.
Die Auflösung der NATO hätte möglicherweise einen direkten Angriff der Russen und

Chinesen zur Folge.
A.11. USA und Russland - Vereint im Kampf gegen den Terror

Es besteht kein Zweifel daran, dass die amerikanische Regierung die vermeintliche
Attacke der Terroristen am 11. September 2001 ebenfalls inszenierte, um ihre geplanten
Angriffskriege als Verteidigungskriege zu verkaufen. Da die amerikanischen Anschläge
weitaus spektakulärer inszeniert worden waren als die russischen Sprengstoffattentate,
unterliefen den Amerikanern bei der Vertuschung ähnlich viele Fehler wie den
Russen. Putin zog aus den Ereignissen einen Vorteil. Im Austausch dafür, dass er den
amerikanischen Krieg gegen den Terror unterstützte, bekam er von den Amerikanern die
Einverständniserklärung zu seinem Krieg in Tschetschenien. Deshalb schweigt Putin
bis heute zu offensichtlichen Beweise für eine amerikanische False-Flag-Attacke.
Putin wurde darauf für über ein Jahrzehnt lang zu einem der wichtigsten strategischen
Partner der USA gemacht. Er kam den USA entgegen, indem er der Stationierung
US-amerikanischer Truppen in Zentralasien und im Kaukasus zustimmte.?*” Noch im
Jahr 2011 war harte Kritik an Putin, so wie man sie heute vorfindet, im westlichen
Mainstream äußerst rar gesät. Vereinzelt erschienen in westlichen Blättern Beiträge,
die bis hin zu einer russlandtypischen Wortwahl die Sprachregelungen des Kreml
übernahmen - etwa wenn von „antirussischer Propaganda“ oder einem „blauäugig von
der EU inszenierten Sieg eines Putin-Gegners in Kiew“ die Rede war.*“® Erst im Jahr
2011 wechselte man die Taktik allmählich und machte Putin zum neuen Feindbild
des Westens. Als Startschuss für die Kampagne gegen Putin hatte man sich die Wahlen
2011 ausgesucht. Die fünfte Kolonne Moskaus in den alternativen Medien ignoriert
die lange Freundschaft zwischen Putin und dem Westen. Unter vollkommener
Ausblendung der Vergangenheit wird dem Konsumenten das Bild verkauft, Putin
wäre seit seinem Amtsantritt im Jahr 1999 ein Dorn im Auge der USA gewesen.
In Bezug auf den Afghanistan-Krieg, den Putin logistisch und geheimdienstlich
unterstützte, oder auf alle anderen Kooperationen mit dem Westen im Krieg gegen
den Terror wird heute einfach behauptet, Putin sei damals von der NATO und den
USA hintergangen worden.

Das Buch „Eiszeit im Kreml“ des Ex-KGB-Agenten Alexander Litwinenko, das

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