Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bankenelite einen erneuten Anlauf zum
Aufbau einer supranationalen Mega-Organisation. Der gescheiterte Völkerbund wurde
aufgelöst und die Vereinten Nationen gegründet. Diesmal gelang es, fast alle Staaten
der Welt in die Organisation aufzunehmen: Sowohl die USA als auch die von den
Bankern errichteten Staaten Sowjetrussland und China. Mindestens 47 Mitglieder des
CFR waren unter den amerikanischen Delegierten bei der Gründung der Vereinten
Nationen. Die Rockefellers, die sich für die Rothschilds um den Handel mit der
Sowjetunion kümmerten, stellten das Grundstück der UN zur Verfügung. HG Wells
(siehe S.173 ff) war Mitglied der Roundtable-Gruppe gewesen, die sich mit dem
Erbe von Cecil Rhodes finanzierte. In „Ihe New World Order“ beschrieb er den
Kommunismus und den Völkerbund als Schritt in die richtige Richtung, wenngleich
er kleine Kritikpunkte an deren Umsetzung fand. Die einzige nachhaltige Lösung,
um den Weltfrieden zu erreichen, war für Wells die Gründung einer Weltregierung.
Der deutsche Ableger des RIIA ist die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
(DGAP). Alexander Rahr aus der DGAP war vor wenigen Jahren der gefragteste
Russland-Experte Deutschlands. Er schrieb regelmäßig Artikel für die „Welt“ und
andere Zeitungen, war in zahlreichen Nachrichtensendungen und Talkshows zu sehen.
Auch im russischen Fernsehen kam er regelmäßig zu Wort.“ Auch die Regierung
wurde von ihm beraten, so saß er z.B. im Februar 2005 mit Gerhard Schröder, dem
Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe und Moskaus Vizepräsidialamtschef Viktor
Iwanow an einem Tisch, um die Gründung eines deutsch-russischen Think-Tanks
zu besprechen. Schröder ließ verlauten, er wolle mit dieser Lobby-Organisation, die
nach dem Rücktritt Schröders nicht mehr zustande kam, die strategische Partnerschaft
zwischen Deutschland und Russland verbessern.?*® Das entsprach ganz der Position der
DGAP und der Alexander Rahrs, dem Mann für Russland innerhalb der Organisation,
die eigentlich westliche Interessen vertritt. Jahrelang warb die DGAP für einen
Schulterschluss mit Russland und verteidigte sogar den Prozess gegen den Oligarchen
Chodorkowski. Erst um das Jahr 2011 herum verließ man diesen Kurs allmählich und
stellte sich gegen Putin. Journalisten wie Elsässer und Hörstel würden die DGAP
sicherlich als „Transatlantische Lobby-Organisation“ beschimpfen. Aber warum
lobbyierten die vermeintlichen NATO-Imperialisten dann zu den Zeiten von
Schröders Kanzlerschaft so zielstrebig für bessere Beziehungen zwischen Russland
und Deutschland? Weil das strategische Gesamtkonzept der Bankenelite dies
vorsah!

Wenn man die wahren Hintergründe der beiden Bündnisse einmal beiseitelässt,
kann man darüber streiten, welche der beiden illegitimen Organisationen die bessere ist:
Immerhin frisst die NATO mit ihrem jährlichen Budget von zwei Milliarden Dollar nur
ein Fünftel des Budgets von zehn Milliarden der UN. Die NATO ist eine Organisation,
die zu dem Zweck geschaffen wurde, einen militärischen Verteidigungspakt umzusetzen.
Im Gegensatz zur UN mischte sie sich ansonsten wenig in die inneren Angelegenheiten
der Staaten ein. Die Gründungsmitglieder der NATO aus dem Jahr 1949 waren allesamt
westliche, marktwirtschaftliche Staaten wie Frankreich, Niederlande, Kanada oder die
USA, die sich vor einem Angriff der Sowjetunion schützen wollten. Der Bündnisfall

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