wenn er behauptet, der Westen umzingele Russland, denn jedes Zwangsmonopol
versucht, sein Monopol auf neue Gebiete zu übertragen, das trifft aber genauso
auf Russland zu. Man denke nur an die Eroberung Osteuropas nach dem Zweiten
Weltkrieg, die Entfachung regionaler Bürgerkriege in ganz Afrika in den 1960ern nach
dem Abzug der Kolonialmächte, die aus Moskau gesteuerten Revolutionen, die noch
heute stattfindenden Waffentransporte nach Venezuela, Kuba oder Iran; die ständigen
Drohungen mit dem eigenen Atomwaffen-Arsenal, die Spionage und kulturelle
Unterwanderung im Westen, die sowjetische Invasion Afghanistans 1980, den brutalen
Völkermord in Tschetschenien und die Bombardierung Georgiens. Der Unterschied zu
den USA ist, dass Russland sich nie parasitär vom Wohlstand des Kapitalismus ernähren
konnte und damit den USA in jedem militärischen Bereich unterlegen ist. (siehe S.30)
Russland fehlen schlicht die Mittel, um sein Machtmonopol weiter auszudehnen. Die
westlichen Kriegstreiber wie Zbgniew Brzezinski aus David Rockefellers Trilateraler
Kommission liefern Russland aber die nötigen Vorwände, um die Propaganda der
„Einkreisung Russlands“ weiterzuführen. Brzezinskis Buch „Die Einzige Weltmacht“ -
damit meint er selbstverständlich die USA - aus dem Jahr 1997 wird von der russischen
Führung zurecht als Kampfansage des Westens interpretiert, aber ausgenutzt, um ihre
Bevölkerung für einen neuen russischen Imperialismus zu mobilisieren. Das tarnt man
in Neusprech als Recht der Russen, ihre Interessen im postsowjetischen Raum zu verteidigen,
wie ein hochrangiger General es nannte.“ Amerikanische Geostrategen wie Brzezinski,
die von den Alternativen zum ultimativen US-imperialistischen Feindbild erklärt
wurden, vertreten in Wahrheit eine marxistische Weltanschauung. Er schrieb in seinem
Buch „Between Two Ages“: Das ist der Grund, warum der Marxismus eine weitere vitale
und kreative Phase in der Reifung der universellen Vision des Menschen war. Marxismus ist
der gleichzeitige Sieg des externen aktiven Menschen über den inneren passiven Menschen
sowie der Sieg der Vernunft über den Glauben.*° Brzezinski wandte sich nach seiner
Flucht aus der Sowjetunion an seinen Landsmann Lobaczewski und äußerte sich voll
des Lobes über das Manuskript von „Politische Ponerologie“. Wie Lobaczewski später
erfahren durfte, unternahm Brzezinski hinter seinem Rücken alles, damit das Buch
nicht gedruckt werden konnte. Dass Breczinski die Gefahr dieses Buches für ihn als Teil
der Machtelite sofort erkannte, spricht dafür, dass er selbst ein essenzieller Psychopath
sein könnte, der die bösartige Natur linker Ideologien durchschaut hat.

Nach seinem jahrelangen Schmusekurs attackierte Putin im Februar 2007 ganz
offen und auf ungewöhnlich harte Weise die Politik des Westens. Die USA strebten die
monopolare Weltherrschaft an und hätten ihre Grenzen in fast allen Bereichen überschritten.
NATO und EU würden anderen Ländern ihren Willen aufzwingen und auf Gewalt
setzen, so Putin. Russland habe aber etwas entgegenzusetzen, denn in Wirklichkeit
besitze es überlegene Waffen.””” Solch waghalsige Realitätsverdrehungen werden von
den alternativen Medien in Deutschland aber als Plädoyer für den Frieden verkauft,
meist indem man die versteckte Drohung Putins mit Russlands Waffenarsenal einfach
ignoriert.

Die heute besonders gerne in den alternativen Medien verwendete Phrase „NATO-
Faschismus“, wurde schon lange Jahre zuvor von den russischen Propagandisten

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