Vaterlandspartei,
ein.
Zum
Schutz
unserer
Heimat,
hieß
es
darin,
müsse
dringend
eine Strafsache über das Verbot aller religiösen und nationalen jüdischen Vereinigungen
als extremistische Organisationen eingeleitet werden. Einer der Unterzeichner des
Schmähbriefes war Wladimir Schirinowski, dessen Partei sich in täuschender Absicht
als „Liberaldemokraten“ bezeichnet. Da die russische Führungsspitze eine neue Blüte
des Liberalismus schon an der Wurzel ausrotten will, verpasst man der ihn vertretenden
Partei eine besonders radikale und irrationale Außenwirkung. Vieles spricht dafür,
dass es sich bei dieser an Wahnsinn kaum zu überbietenden Partei um ein Geschöpf
des Geheimdiensts handelt. Der amerikanisch-russische Journalist Paul Klebnikow
informierte seine Leser in seinem Buch „Der Pate des Kreml“ über Schirinowskis Rolle
in dem neuen, vom KGB unterwanderten, demokratischen System: In den historischen
Wahlen von 1990 - den ersten freien, sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene
stattfindenden Parlamentswahlen - hatte der KGB mehrere tausend Kandidaten ins Rennen
geschickt, von denen die meisten auch gewählt wurden. Daneben förderte der KGB die
Entstehung der ersten nichtkommunistischen Partei - der absurderweise liberal-demokratisch
genannten Partei von Wladimir Schirinowski. Schirinowskis Mission bestand darin, große
Töne zu spucken und als Blitzableiter für nationalistische Stimmungen zu dienen, sich aber
jeglicher radikaler Aktionen zu enthalten.“
eine Strafsache über das Verbot aller religiösen und nationalen jüdischen Vereinigungen
als extremistische Organisationen eingeleitet werden. Einer der Unterzeichner des
Schmähbriefes war Wladimir Schirinowski, dessen Partei sich in täuschender Absicht
als „Liberaldemokraten“ bezeichnet. Da die russische Führungsspitze eine neue Blüte
des Liberalismus schon an der Wurzel ausrotten will, verpasst man der ihn vertretenden
Partei eine besonders radikale und irrationale Außenwirkung. Vieles spricht dafür,
dass es sich bei dieser an Wahnsinn kaum zu überbietenden Partei um ein Geschöpf
des Geheimdiensts handelt. Der amerikanisch-russische Journalist Paul Klebnikow
informierte seine Leser in seinem Buch „Der Pate des Kreml“ über Schirinowskis Rolle
in dem neuen, vom KGB unterwanderten, demokratischen System: In den historischen
Wahlen von 1990 - den ersten freien, sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene
stattfindenden Parlamentswahlen - hatte der KGB mehrere tausend Kandidaten ins Rennen
geschickt, von denen die meisten auch gewählt wurden. Daneben förderte der KGB die
Entstehung der ersten nichtkommunistischen Partei - der absurderweise liberal-demokratisch
genannten Partei von Wladimir Schirinowski. Schirinowskis Mission bestand darin, große
Töne zu spucken und als Blitzableiter für nationalistische Stimmungen zu dienen, sich aber
jeglicher radikaler Aktionen zu enthalten.“
Schirinowski
rief
schon
mal
im
Fernsehen
dazu
auf,
die
georgische
Hauptstadt
Tiflis zu bombardieren oder Deutschland zu erobern. Alles riecht dabei nach gesteuerter
Opposition der Kreml-Führung (siehe S.76), denn Schirinowski kritisiert die Regierung
da, wo es nicht weh tut - z.B. warum die Regierung die jüdische Minderheit toleriere
-, ist dann aber bei wichtigen Abstimmungen in der Duma immer auf Kreml-Kurs.
Dieses Wahlverhalten beschert dem Mann, der öffentlich Bewunderung für Hitler
äußerte und Juden vorwarf, den Holocaust provoziert zu haben, eine starke Präsenz
in den russischen Medien. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein radikaler Politclown
wie Schirinowski im deutschen Fernsehen ein Forum bekäme. Im April 2006 wurde
Schirinowski von Präsident Putin mit dem Orden „Für Verdienste für das Vaterland“
vierten Grades ausgezeichnet.
Tiflis zu bombardieren oder Deutschland zu erobern. Alles riecht dabei nach gesteuerter
Opposition der Kreml-Führung (siehe S.76), denn Schirinowski kritisiert die Regierung
da, wo es nicht weh tut - z.B. warum die Regierung die jüdische Minderheit toleriere
-, ist dann aber bei wichtigen Abstimmungen in der Duma immer auf Kreml-Kurs.
Dieses Wahlverhalten beschert dem Mann, der öffentlich Bewunderung für Hitler
äußerte und Juden vorwarf, den Holocaust provoziert zu haben, eine starke Präsenz
in den russischen Medien. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein radikaler Politclown
wie Schirinowski im deutschen Fernsehen ein Forum bekäme. Im April 2006 wurde
Schirinowski von Präsident Putin mit dem Orden „Für Verdienste für das Vaterland“
vierten Grades ausgezeichnet.
Im
Gegensatz
zu
Deutschland
fördert
das
russische
Establishment
die
Faschisierung der Gesellschaft vollkommen schamlos. Klar warnt Putin in
öffentlichen Reden vor Fremdenhass und Extremismus, aber die von ihm kontrollierten
Medien schüren regelmäßig Hass und verbreiten rechtsradikales Gedankengut,
während Putin Extremisten wie Schirinowski Orden verleiht. Der Faschist Dmitri
Rogosin, der die SS-ähnlichen Schutzstaffeln der russischen Rechtsradikalen
gegründet hat, ist bis heute ein enger Berater von Putin. Vor allem zur Zeit des
Tschetschenienkrieges war seine Meinung besonders gefragt.”””> Die Intoleranz ist in
Russland wieder Staatsdoktrin, und obwohl die von Putin angeordnete Erziehung zum
Patriotismus schon reichlich neue Extremisten hervorbringt, hilft der Geheimapparat
des Kreml vorsichtshalber nach und züchtet Neonazis und andere gewalttitige
Gruppen regelrecht heran. Dmitri Djomuschkin, der „Führer“ der faschistischen
Gruppe „Slawischer Bund“, berichtete Journalisten, dass er seine angeblich 5500
Mitglieder für den „Straßenterror“ ausbilde, etwa gegen Kaukasier, Sinti und
Faschisierung der Gesellschaft vollkommen schamlos. Klar warnt Putin in
öffentlichen Reden vor Fremdenhass und Extremismus, aber die von ihm kontrollierten
Medien schüren regelmäßig Hass und verbreiten rechtsradikales Gedankengut,
während Putin Extremisten wie Schirinowski Orden verleiht. Der Faschist Dmitri
Rogosin, der die SS-ähnlichen Schutzstaffeln der russischen Rechtsradikalen
gegründet hat, ist bis heute ein enger Berater von Putin. Vor allem zur Zeit des
Tschetschenienkrieges war seine Meinung besonders gefragt.”””> Die Intoleranz ist in
Russland wieder Staatsdoktrin, und obwohl die von Putin angeordnete Erziehung zum
Patriotismus schon reichlich neue Extremisten hervorbringt, hilft der Geheimapparat
des Kreml vorsichtshalber nach und züchtet Neonazis und andere gewalttitige
Gruppen regelrecht heran. Dmitri Djomuschkin, der „Führer“ der faschistischen
Gruppe „Slawischer Bund“, berichtete Journalisten, dass er seine angeblich 5500
Mitglieder für den „Straßenterror“ ausbilde, etwa gegen Kaukasier, Sinti und
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