der
Folter
zurückgegriffen,
um
Geständnisse
zu
erwirken.'””
Die
Alternativen
sollten sich dringend an diese Tatsachen erinnern, wenn sie keine Unwahrheiten
verbreiten wollen, so wie sie bei KenFM im März 2015 bei der Gegenüberstellung
von USA und Russland zu hören waren: Putin hat keinen Heiligenschein. Aber Obama
ist scheinheilig. Putin betreibt kein Guantanamo, er hat keine rund 4000 Drohnen
in der Luft, um global zu morden und er hat nicht ganz offiziell den KGB über
Jahre, auch nach der Jahrtausendwende, foltern lassen wegen der ‚Nationalen
Sicherheit‘. ‘* Doch, genau das hat er!
sollten sich dringend an diese Tatsachen erinnern, wenn sie keine Unwahrheiten
verbreiten wollen, so wie sie bei KenFM im März 2015 bei der Gegenüberstellung
von USA und Russland zu hören waren: Putin hat keinen Heiligenschein. Aber Obama
ist scheinheilig. Putin betreibt kein Guantanamo, er hat keine rund 4000 Drohnen
in der Luft, um global zu morden und er hat nicht ganz offiziell den KGB über
Jahre, auch nach der Jahrtausendwende, foltern lassen wegen der ‚Nationalen
Sicherheit‘. ‘* Doch, genau das hat er!
Die
Gewaltbereitschaft
gegenüber
den
Tschetschenen
lässt
sich
nicht
zuletzt
durch
die Verbreitung einer Rassenhasslogik innerhalb der russischen Armee erklären. Die
Offiziere bedienen sich einer von ihnen erdachten Hasspropaganda über die Grausamkeit
der tschetschenischen Kämpfer, die angeblich auch Alte, Frauen und Kinder für
sie kämpfen lassen. Das soll die ebenso teilweise geschlauchten und kriegsmüden
russischen Soldaten bei Laune halten.!** Die russische Armee ist für die Härte zwischen
den Kameraden und die extrem hohe Anzahl an brutalen Missbrauchsfällen innerhalb
der eigenen Truppen berüchtigt. Laut Schätzungen der russischen humanitären
Organisation „Soldatenmütter“ bezahlen jährlich 3000 Soldaten ihren Dienst mit dem
Tod. Diese Soldaten sterben nicht während eines Einsatzes, sondern begehen meist
Suizid oder werden bei Übungen aus Versehen getötet. Mütter und Söhne im Land
fürchten den Militärdienst oft mehr als alles andere. Aus Angst vor der Einberufung
ihrer Söhne, beginnen russische Eltern bereits Atteste zu sammeln, wenn ihre Jungen
noch im Kindergarten sind.!” Die deutsche Bundeswehr zählte von 1956 bis 2008
3.417 Suizide.!°* |
die Verbreitung einer Rassenhasslogik innerhalb der russischen Armee erklären. Die
Offiziere bedienen sich einer von ihnen erdachten Hasspropaganda über die Grausamkeit
der tschetschenischen Kämpfer, die angeblich auch Alte, Frauen und Kinder für
sie kämpfen lassen. Das soll die ebenso teilweise geschlauchten und kriegsmüden
russischen Soldaten bei Laune halten.!** Die russische Armee ist für die Härte zwischen
den Kameraden und die extrem hohe Anzahl an brutalen Missbrauchsfällen innerhalb
der eigenen Truppen berüchtigt. Laut Schätzungen der russischen humanitären
Organisation „Soldatenmütter“ bezahlen jährlich 3000 Soldaten ihren Dienst mit dem
Tod. Diese Soldaten sterben nicht während eines Einsatzes, sondern begehen meist
Suizid oder werden bei Übungen aus Versehen getötet. Mütter und Söhne im Land
fürchten den Militärdienst oft mehr als alles andere. Aus Angst vor der Einberufung
ihrer Söhne, beginnen russische Eltern bereits Atteste zu sammeln, wenn ihre Jungen
noch im Kindergarten sind.!” Die deutsche Bundeswehr zählte von 1956 bis 2008
3.417 Suizide.!°* |
Dass
sich
die
interne
Gewalt
auf
die
tschetschenische
Zivilbevolkerung
überträgt,
ist abzusehen bzw. von der russischen Militarfithrung geplant. Dass die Tschetschenen
auf solch brutale Maßnahmen ebenfalls mit brutalen Übergriffen auf Beamte des
russischen Verwaltungsapparats reagieren, passt ideal in die „Terrorstrategie“ des
russischen Führungsstabs, der nun wieder sein hartes Vorgehen gegen die Zivilisten
rechtfertigen kann. Auf jeden Anschlag der Tschetschenen folgt neue Hasspropaganda,
die die Trennung zwischen Zivilisten und Kämpfern vollkommen verschwimmen lässt.
Die Gewalt der russischen Armee gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung ebenso
wie gegen die eigenen Soldaten, hält Präsident Putin nicht davon ab, im Fernsehen alle
jungen Menschen dazu aufzufordern, zur Armee zu gehen: Jeder Bürger des Landes muss
verstehen, dass es eine Ehrenpflicht ist, in der Armee zu dienen. Wir alle müssen begreifen,
dass es ohne Armee kein Land gibt, dass niemand daran Zweifel hat. Wenn es keine Armee
gibt, gibt es kein Russland.” Zeitungen deckten jedoch auf, dass es Russlands Führung
trotz solcher Appelle vorzieht, ihre eigenen Kinder vor der Armee zu bewahren: Die
beiden Söhne von Verteidigungsminister Iwanow™ haben ebenso wenig gedient wie der
Sohn des Generalstabschefs. Putin ist laut Presseberichten Vater von zwei Töchtern, die
ist abzusehen bzw. von der russischen Militarfithrung geplant. Dass die Tschetschenen
auf solch brutale Maßnahmen ebenfalls mit brutalen Übergriffen auf Beamte des
russischen Verwaltungsapparats reagieren, passt ideal in die „Terrorstrategie“ des
russischen Führungsstabs, der nun wieder sein hartes Vorgehen gegen die Zivilisten
rechtfertigen kann. Auf jeden Anschlag der Tschetschenen folgt neue Hasspropaganda,
die die Trennung zwischen Zivilisten und Kämpfern vollkommen verschwimmen lässt.
Die Gewalt der russischen Armee gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung ebenso
wie gegen die eigenen Soldaten, hält Präsident Putin nicht davon ab, im Fernsehen alle
jungen Menschen dazu aufzufordern, zur Armee zu gehen: Jeder Bürger des Landes muss
verstehen, dass es eine Ehrenpflicht ist, in der Armee zu dienen. Wir alle müssen begreifen,
dass es ohne Armee kein Land gibt, dass niemand daran Zweifel hat. Wenn es keine Armee
gibt, gibt es kein Russland.” Zeitungen deckten jedoch auf, dass es Russlands Führung
trotz solcher Appelle vorzieht, ihre eigenen Kinder vor der Armee zu bewahren: Die
beiden Söhne von Verteidigungsminister Iwanow™ haben ebenso wenig gedient wie der
Sohn des Generalstabschefs. Putin ist laut Presseberichten Vater von zwei Töchtern, die
*
Der
Sohn
Iwanows
überfuhr
2005
im
Süden
Moskaus
eine
68-jährige
Rentnerin.
Zeugen,
die
von
der
Schuld
des Angeklagten sprachen, wurden bei dem folgenden Ermittlungsverfahren ignoriert. Nach einigen Monaten
stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen „Abwesenheit des Tatbestandes eines Verbrechens“ ein, ohne
Gerichtsverhandlung.
des Angeklagten sprachen, wurden bei dem folgenden Ermittlungsverfahren ignoriert. Nach einigen Monaten
stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen „Abwesenheit des Tatbestandes eines Verbrechens“ ein, ohne
Gerichtsverhandlung.
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