Das
auf
Youtube
fast
über
eine
halbe
Million
mal
abgerufene
Video
der
Putinversteherin Jasinna mit dem Titel „Ein näherer Blick auf Wladimir Putin“ verkauft
den Oligarchen Michael Cherney als einen Widersacher Putins, der nur an sich selbst
dachte und mit seinen Firmen noch mehr Geld scheffeln wollte. Cherney lebt in Israel,
doch er war nie, wie Beresowski oder Gussinski, ein politischer Exilant. Schon in den
frühen Neunzigerjahren wanderte Cherney nach Israel aus. Von dort kontrollierte
er zeitweise 80 Prozent der russischen Aluminium-Industrie. Die internationalen
Verfahren gegen ihn wegen Erpressung, Geldwäsche etc. wurden eingestellt,
weil die russischen Behörden sie blockten und behinderten. Cherney brachte
Oleg Deripaska in Stellung und übertrug ihm die Verwaltung seiner Gesellschaften.
Heute gehört Deripaska mit seinem Aluminium-Imperium zu den reichsten Männern
Russlands, der unter Putins Schutz seinen korporatistischen Geschäften nachgehen
darf. So u.a. geschehen 2005, als der Labour-Politiker Peter Mandelson zusammen
mit Deripaska den Bankier Nathaniel Rothschild besuchte. Mandelson war damals
der Kommissar für Handel in der EU-Kommission und somit — typisch EU — mit
sehr weitreichenden Machtkompetenzen in der Außenhandelspolitik ausgestattet. Laut
Nathaniel Rothschilds Aussagen ein Freizeittrip, laut der britischen Daily Mail soll es
bei der Reise allerdings um die Aufhebung von EU-Einfuhrzöllen für Aluminium aus
Russland gegangen sein. Wieder ein klarer Fall von Korporatismus: Die Ausschaltung
der Konkurrenz durch die Politik.
Putinversteherin Jasinna mit dem Titel „Ein näherer Blick auf Wladimir Putin“ verkauft
den Oligarchen Michael Cherney als einen Widersacher Putins, der nur an sich selbst
dachte und mit seinen Firmen noch mehr Geld scheffeln wollte. Cherney lebt in Israel,
doch er war nie, wie Beresowski oder Gussinski, ein politischer Exilant. Schon in den
frühen Neunzigerjahren wanderte Cherney nach Israel aus. Von dort kontrollierte
er zeitweise 80 Prozent der russischen Aluminium-Industrie. Die internationalen
Verfahren gegen ihn wegen Erpressung, Geldwäsche etc. wurden eingestellt,
weil die russischen Behörden sie blockten und behinderten. Cherney brachte
Oleg Deripaska in Stellung und übertrug ihm die Verwaltung seiner Gesellschaften.
Heute gehört Deripaska mit seinem Aluminium-Imperium zu den reichsten Männern
Russlands, der unter Putins Schutz seinen korporatistischen Geschäften nachgehen
darf. So u.a. geschehen 2005, als der Labour-Politiker Peter Mandelson zusammen
mit Deripaska den Bankier Nathaniel Rothschild besuchte. Mandelson war damals
der Kommissar für Handel in der EU-Kommission und somit — typisch EU — mit
sehr weitreichenden Machtkompetenzen in der Außenhandelspolitik ausgestattet. Laut
Nathaniel Rothschilds Aussagen ein Freizeittrip, laut der britischen Daily Mail soll es
bei der Reise allerdings um die Aufhebung von EU-Einfuhrzöllen für Aluminium aus
Russland gegangen sein. Wieder ein klarer Fall von Korporatismus: Die Ausschaltung
der Konkurrenz durch die Politik.
Das
Video
der
Youtuberin
Jasinna
zeigt
einen
Fernsehausschnitt,
in
dem
ein
entschlossener Putin 2009 ein Exempel an Deripaska statuiert und ihn zur Unterschrift
einer Vertrags zwingt, der nach Monaten des Stillstands den Fortbestand von
Deripaskas Zementwerk in dem Provinzstädtchen Pikaljowo sowie die Auszahlung der
ausstehenden Löhne garantieren sollte. Dieses Zementwerk ist eines von vielen Relikten
der sowjetischen Planwirtschaft. Die Kleinstadt Pikaljowo gehört zu den rund 500
sogenannten Monostädten in Russland. „Monostadt” bedeutet, dass die Stadt um eine
Fabrik herumgebaut wurde, deren Bau von der Zentralregierung bestimmt wurde. Eigene
Unternehmen zu eröffnen, war in der Sowjetunion nicht erlaubt und deshalb hatte jeder
Bewohner der Monostadt keine andere Wahl, als in der staatlichen Fabrik zu arbeiten.
Viele der Monostädte und Fabriken blieben nach dem vermeintlichen Untergang der
Sowjetunion bestehen, da die Wirtschaft kaum entmonopolisiert wurde und Betriebe
wie das Zementwerk in Pikaljowo in die Hände von Oligarchen wie Deripaska gelegt
wurden. Man verkaufte diese korporatistischen Maßnahmen als Kapitalismus, um
die Erwartungen der Bevölkerung an den Kapitalismus zu dämpfen und sie wieder
in die Arme der Kommunisten zu leiten. (siehe S 141. ff) Das gehörte zu Phase
3 der Langzeitstrategie. Putins Auftritt in Pikaljowo, in dem er den „Kapitalisten“
Deripaska vor laufender Kamera vorführte, war einer der Schritte zur Resowjetisierung
Russlands in Phase 4. Die 5000 Mitarbeiter des Zementwerkes hatten nach Stilllegung
der Fabrik von Deripaska immer wieder demonstriert und ihre Rechte eingefordert. Sie
hatten Bittbriefe geschrieben und den zuständigen Gouverneur bedrängt. Natürlich
haben nur die wenigsten Russen das Spiel ihrer Regierung durchschaut und deshalb
forderten die Mitarbeiter nach der Hilfe des Staates, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.
entschlossener Putin 2009 ein Exempel an Deripaska statuiert und ihn zur Unterschrift
einer Vertrags zwingt, der nach Monaten des Stillstands den Fortbestand von
Deripaskas Zementwerk in dem Provinzstädtchen Pikaljowo sowie die Auszahlung der
ausstehenden Löhne garantieren sollte. Dieses Zementwerk ist eines von vielen Relikten
der sowjetischen Planwirtschaft. Die Kleinstadt Pikaljowo gehört zu den rund 500
sogenannten Monostädten in Russland. „Monostadt” bedeutet, dass die Stadt um eine
Fabrik herumgebaut wurde, deren Bau von der Zentralregierung bestimmt wurde. Eigene
Unternehmen zu eröffnen, war in der Sowjetunion nicht erlaubt und deshalb hatte jeder
Bewohner der Monostadt keine andere Wahl, als in der staatlichen Fabrik zu arbeiten.
Viele der Monostädte und Fabriken blieben nach dem vermeintlichen Untergang der
Sowjetunion bestehen, da die Wirtschaft kaum entmonopolisiert wurde und Betriebe
wie das Zementwerk in Pikaljowo in die Hände von Oligarchen wie Deripaska gelegt
wurden. Man verkaufte diese korporatistischen Maßnahmen als Kapitalismus, um
die Erwartungen der Bevölkerung an den Kapitalismus zu dämpfen und sie wieder
in die Arme der Kommunisten zu leiten. (siehe S 141. ff) Das gehörte zu Phase
3 der Langzeitstrategie. Putins Auftritt in Pikaljowo, in dem er den „Kapitalisten“
Deripaska vor laufender Kamera vorführte, war einer der Schritte zur Resowjetisierung
Russlands in Phase 4. Die 5000 Mitarbeiter des Zementwerkes hatten nach Stilllegung
der Fabrik von Deripaska immer wieder demonstriert und ihre Rechte eingefordert. Sie
hatten Bittbriefe geschrieben und den zuständigen Gouverneur bedrängt. Natürlich
haben nur die wenigsten Russen das Spiel ihrer Regierung durchschaut und deshalb
forderten die Mitarbeiter nach der Hilfe des Staates, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.
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