Teil
drei:
Die
alternativen
Medien
A.
Russlands
Terrorkrieg
vs.
Jürgen
Elsässer
und Christoph Hörstel
und Christoph Hörstel
A.1.
Jürgen
Elsässer
Bei
keinem
Gesicht
der
alternativen
Medien
sticht
die
enge
Verbindung
zur
Moskauer Langzeitstrategie so klar ins Auge wie bei Jürgen Elsässer. Er war in den
70ern und 80ern ein für die Phase 3 typischer „nützlicher Idiot“ des Kremls. Geboren
1957, machte er als leicht verspäteter 68er den „Marsch durch die Institutionen“ und
unterrichtete vierzehn Jahre lang als Lehrer im Baden-Württembergischen Schuldienst.
In seiner Freizeit engagierte er sich für radikal-kommunistische Organisationen wie
den Kommunistischen Bund, der neben vielen anderen extremistischen Positionen die
Existenz der DDR verteidigte. Nach dem Fall der Mauer gründete der Kommunistische
Bund einen Kreis namens „Radikale Linke“, dem Elsässer beitrat. Elsässer bezeichnete
sich Anfang der 90er als „Antideutschen“ und warnte vor neuen Angriffen Deutschlands
auf Polen oder Frankreich. Das Führen von Kriegen liege schließlich in der Natur des
durchschnittlichen Deutschen, den er verachtete. Elsässer stellte sich damals sogar an die
Seite der Alliierten, die Deutschland zwar im Namen der imperialistischen Großmacht
USA besetzt hielten, doch immerhin dafür sorgten, dass die Deutschen sich nicht in
einen neuen Krieg stürzten. Elsässer war nach der Wende entsetzt darüber, dass sich
die Deutschen zu stark von den Amerikanern loslösten und sie mehr Souveränität
gewannen. Er beschwerte sich in seinem Buch „Wenn das der Führer hätte erleben
dürfen“ von 1995 lautstark, dass die internationale Staatenwelt einen großen Fehler
gemacht habe, als sie/das deutsche] Volk aus der Beaufsichtigung entließ. Ein Kapitel des
Buches nannte er Lob der Fremdherrschaft.‘*° Er war derart straff kommunistisch,
dass sich sogar viele Kommunisten von seinen Ideen distanzierten. 1994 kündigte er
seinen Beruf als Lehrer und arbeitete als Journalist für diverse linke Blätter.
Moskauer Langzeitstrategie so klar ins Auge wie bei Jürgen Elsässer. Er war in den
70ern und 80ern ein für die Phase 3 typischer „nützlicher Idiot“ des Kremls. Geboren
1957, machte er als leicht verspäteter 68er den „Marsch durch die Institutionen“ und
unterrichtete vierzehn Jahre lang als Lehrer im Baden-Württembergischen Schuldienst.
In seiner Freizeit engagierte er sich für radikal-kommunistische Organisationen wie
den Kommunistischen Bund, der neben vielen anderen extremistischen Positionen die
Existenz der DDR verteidigte. Nach dem Fall der Mauer gründete der Kommunistische
Bund einen Kreis namens „Radikale Linke“, dem Elsässer beitrat. Elsässer bezeichnete
sich Anfang der 90er als „Antideutschen“ und warnte vor neuen Angriffen Deutschlands
auf Polen oder Frankreich. Das Führen von Kriegen liege schließlich in der Natur des
durchschnittlichen Deutschen, den er verachtete. Elsässer stellte sich damals sogar an die
Seite der Alliierten, die Deutschland zwar im Namen der imperialistischen Großmacht
USA besetzt hielten, doch immerhin dafür sorgten, dass die Deutschen sich nicht in
einen neuen Krieg stürzten. Elsässer war nach der Wende entsetzt darüber, dass sich
die Deutschen zu stark von den Amerikanern loslösten und sie mehr Souveränität
gewannen. Er beschwerte sich in seinem Buch „Wenn das der Führer hätte erleben
dürfen“ von 1995 lautstark, dass die internationale Staatenwelt einen großen Fehler
gemacht habe, als sie/das deutsche] Volk aus der Beaufsichtigung entließ. Ein Kapitel des
Buches nannte er Lob der Fremdherrschaft.‘*° Er war derart straff kommunistisch,
dass sich sogar viele Kommunisten von seinen Ideen distanzierten. 1994 kündigte er
seinen Beruf als Lehrer und arbeitete als Journalist für diverse linke Blätter.
2015
ist
Elsässer
nicht
wiederzuerkennen.
Hatte
er
noch
vor
einem
Jahrzehnt
alles zutiefst verachtet, was nur ansatzweise konservativ war, sieht er sich heute als
Sprachrohr eines bürgerlichen und souveränen Deutschlands, das die Fremdherrschaft
der Amerikaner ablehnt. Woher der Wind weht, merkt man dabei schnell: Hatte
Elsässer den Westen früher in Phase 3 durch die Verbreitung linker Ideen destabilisiert,
verbreitet er nun in Phase 4 Putin-Propaganda unter dem Deckmantel konservativer
und sogar libertärer Ideen. 2010 gründete er das Monatsmagazin „Compact“, das sich
2015 mit einer Auflage von ca. 50.000 großer Beliebtheit erfreut. Er holte für das
Magazin auch Libertäre wie Alexander Benesch, Oliver Janich und mich ins Boot.
Ich durfte u.a. einen Artikel über den libertären Kongress-Abgeordneten Ron Paul
schreiben. Elsässer meldete sich allerdings nicht mehr bei mir, nachdem ich ihm
mein Buch über die Rothschilds geschickt hatte. Auch die in amerikanisch-libertären
Kreisen entstandene 9/11-Wahrheitsbewegung, die bis heute eine neue Untersuchung
der Anschläge vom 11. September fordert (siehe S.90 ff.), spannte Elsässer für das
alles zutiefst verachtet, was nur ansatzweise konservativ war, sieht er sich heute als
Sprachrohr eines bürgerlichen und souveränen Deutschlands, das die Fremdherrschaft
der Amerikaner ablehnt. Woher der Wind weht, merkt man dabei schnell: Hatte
Elsässer den Westen früher in Phase 3 durch die Verbreitung linker Ideen destabilisiert,
verbreitet er nun in Phase 4 Putin-Propaganda unter dem Deckmantel konservativer
und sogar libertärer Ideen. 2010 gründete er das Monatsmagazin „Compact“, das sich
2015 mit einer Auflage von ca. 50.000 großer Beliebtheit erfreut. Er holte für das
Magazin auch Libertäre wie Alexander Benesch, Oliver Janich und mich ins Boot.
Ich durfte u.a. einen Artikel über den libertären Kongress-Abgeordneten Ron Paul
schreiben. Elsässer meldete sich allerdings nicht mehr bei mir, nachdem ich ihm
mein Buch über die Rothschilds geschickt hatte. Auch die in amerikanisch-libertären
Kreisen entstandene 9/11-Wahrheitsbewegung, die bis heute eine neue Untersuchung
der Anschläge vom 11. September fordert (siehe S.90 ff.), spannte Elsässer für das
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