mustergültig umgesetzt worden. Da der Sozialismus trotz seines „Untergangs“ sowohl
im Westen als auch im Ostblock einen neuen Atem bekam, scheinen wir heute am
Beginn von Phase 4 der sowjetischen Langzeitstrategie zu stehen.

B.4. Phase 4: „Die Ära des weltweiten demokratischen Friedens“

Die letzte Phase der Strategie steht unter dem simplen Motto: Dritter
Weltkrieg oder kommunistische Weltregierung. Im Bestfall würde die friedliche
Machtübernahme linker Parteien in Westeuropa und Amerika, einhergehend mit der
massiven Verbreitung antikapitalistischen Denkens, dazu führen, dass die westlichen
Staaten ihre nationale Souveränität zugunsten einer sozialistischen Weltregierung
aufgeben würden. Die Erschaffung der Weltregierung würde vorerst deutlich
unblutiger verlaufen als ein Weltkrieg, wobei man nicht vergessen darf, dass das große
Blutvergießen im Kommunismus historisch immer erst nach seiner Machtübernahme
begann. Ein Trugschluss zu glauben, dieser Weg würde auf Dauer weniger Opfer
kosten. Der politische Erfolg des Sozialismus‘ ist heute unbestreitbar, wie wir am
Beispiel Deutschland sehen. Von 631 Sitzen im Bundestag fallen 320 an drei linke
Parteien: Die SPD (siehe S.75), die Grünen (siehe S.153 f) und die Linke. Obwohl
die Sozialisten schon die absolute Mehrheit besitzen, vertreten die 311 Vertreter der
CDU kaum andere Positionen bezüglich des Sozialstaats und nationaler Souveränität.
In Kapitel D werden Sie erfahren, wie sogar die vermeintlich ultra-konservative Bush-
Regierung einer sozialistischen Ideologie folgte. Mit der Zentralisierung der Straßen,
Banken, Schulen, Universitäten in den Händen des Staates und den hohen Steuern
auf Grund und Boden, Einkommen oder Erbe sind die wesentlichen Vorgaben des
Kommunistischen Manifests heute in Deutschland umgesetzt. Politikern, die vor
Wladimir Putin warnen, jedoch im Inland eine sozialistische Politik umsetzen, kann
nicht getraut werden. Genauso wenig der Mainstream-Presse, die diese Politiker
verharmlost.

Würden nach der Auflösung des Warschauer Pakts wieder rechte oder
konservative Kräfte anstelle linker Parteien die Oberhand im Westen gewinnen,
die nicht an einer Beschneidung nationaler Souveränität und marktwirtschaftlichen
Freiheiten interessiert sind, dann würde der Ostblock seine in Phase 2 und 3
realisierte militärische Überlegenheit ausspielen. Golitsyn sagte in diesem Fall einen
atomaren Angriff voraus, möglicherweise durch einen Terroranschlag, dem man
nicht mit dem Ostblock in Verbindung bringen wiirde.'® Das deckt sich mit den
Aussagen des KGB-Überläufers Stanislav Lunev, der nach seinem Seitenwechsel
1992 erklärte, dass der russische Generalstab nach wie vor darauf hinarbeite, einen
atomaren Krieg gegen die USA führen und gewinnen zu können. Ein Teil dieses
Plans sei die Ermordung bedeutender US-Politiker und -Militärs unmittelbar vor
einem bevorstehenden Angriff, der unter anderem durch die Verwendung atomarer
Kofferbomben vorgetragen werde, die überall auf der Welt platziert werden könnten.
Diese Bomben, die sich, Expertenschätzungen zufolge, bereits auf amerikanischem
Boden befänden, hätten den Zweck, die USA als Auftakt eines geballten atomaren

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