Deutschland von 1989 bis 1996 zur Unterstützung der Reformen bekam, belaufen
sich auf 126 Milliarden D-Mark. Die gesamte Summe an Hilfsgeldern, die den
früheren Staaten des Ostblocks in den 90er-Jahren zur Verfügung gestellt wurde,
beläuft sich auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar.!?! Dass die Kommunisten,
die Russland 70 Jahre ausgebeutet hatten, beinahe wiedergewählt wurden, beweist
eindrucksvoll das von Professor Hoppe beschriebene Versagen der Demokratie.

Diese sagenhaften Summen finanzierten jedoch nie eine wirklich liberale und
marktfreundliche Regierung, sondern flossen wieder direkt in die Langzeitstrategie.
Die Auflösung des Warschauer Pakts hatte keine Auswirkungen auf die
militärische Schlagkraft des Ostblocks, da bereits ein Netzwerk bilateraler
Verteidigungsabkommen bestand, das innerhalb des RGW (Rat für gegenseitige
Wirtschaftshilfe, englisch COMECON) organisiert war.'*” Die Sowjetrepubliken,
die sich 1991 für unabhängig erklärt hatten, schlossen sich kurz danach, wieder
unter Führung der alten Parteielite, zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
zusammen. Die neuen Führungsmannschaften der Ostblockstaaten - auch
der heute im Rampenlicht stehenden Ukraine - setzten sich aus lange zuvor
herangezüchteten Dissidenten und wundersam gewendeten Mitgliedern der
alten kommunistischen Nomenklatura zusammen. Alle Befehle aus Moskau
hatten Vorrang vor den Weisungen der eigenen Regierung. Die Kontrolle Moskaus
über die Satellitenstaaten wurde zudem durch deren Abhängigkeit von russischen
Ol-, Gas- und Stromlieferungen sichergestellt. Wagte es ein Land - wie 2006 die
Ukraine (siehe S.151) - sich der russischen Dominanz zu widersetzen, dann wurde
schlicht die Energieversorgung gekappt.'” Der KGB rekrutierte aus seinen eigenen
Reihen Oligarchen, die die wirtschaftliche Führung Russlands und der ehemaligen
Sowjetrepubliken übernahmen. (siehe S.142 f.) Obwohl sich der Warschauer Pakt nur
auf dem Papier aufgelöst hatte, versuchte die russische Propagandamaschinerie in Ost
und West, die Offentlichkeit von einem Abzug der NATO-Truppen aus Europa und
der letztendlichen Auflösung des Verteidigungsbiindnisses zu überzeugen. Ständig war
in den russischen Medien die Rede von einer diffusen westlichen Bedrohung, einer
Bedrohung durch die NATO, die ihren Höhepunkt in der Ostererweiterung des
westlichen Biindnisses habe. Heute hat die Mehrheit der Russen diese antiwestliche
Propagandaliige geschluckt, die auch weiterhin von den westlichen Putinverstehern in
der Art eines Mantras wiederholt wird. (siehe S.122 ff.) Dass der Warschauer Pakt sich,
wie der GRU-Uberliufer Viktor Suworow gestand'?* , niemals wirklich aufgelöst hat
und die militirische Koordination des Ostblocks auch ohne ihn besteht, davon wird
von den nützlichen Idioten Moskaus großzügig abgesehen. (siehe S.208)

Es erscheint fast unglaublich, wie reibungslos der vorgetäuschte Untergang
der Sowjetunion vonstattenging. Der Westen war nach Phase 3 offenes Territorium
für jegliche Art von russischer Spionage, Beeinflussung oder Unterwanderung.
Die sozialistische Indoktrinierung der westlichen Gesellschaft schritt voran,
sodass man vom heutigen „Bildungsbürgertum“ bei der Erwähnung einer linken,
sozialistischen, kommunistischen oder russisch-chinesischen Bedrohung belächelt
wird. Die Anweisung von Oberst Iwan Agajanz aus der Abteilung D (siehe S.72) war

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