behielten
im
Verborgenen
die
Kontrolle
über
ihre
Staaten
und
konnten
jederzeit dafür sorgen, dass der Kommunismus genauso schnell wieder etabliert
werden würde, wie er zuvor scheinbar verschwunden war, diesmal allerdings
im Weltmaßstab.''* Den Sturz des sowjetischen Kommunismus‘ sollte eine KGB-
Operation mit dem Codenamen „Golgotha“ glaubhaft erscheinen lassen. Im August
1991 wurde der Putschversuch einer Gruppe von kommunistischen Hardlinern gegen
Gorbatschow inszeniert, dessen erfolgreiche Niederschlagung das endgültige Ende des
Kommunismus markieren sollte. Golitsyn hatte die Auswechslung Gorbatschows
als Staatsoberhaupt im März 1989 angekündigt und nannte als mögliche
Nachfolgekandidaten den „liberalen“ Boris Jelzin oder den „konservativen“
Jegor Ligatschow. Der treue Parteisoldat Jelzin machte das Rennen. In einem von
Anfang bis Ende einstudierten Theaterstück trat Jelzin 1990 aus der KPDSU aus und
kritisierte Gorbatschow für sein Festhalten an einem reformierten Kommunismus.
Als sich Gorbatschow im August 1991 in seinem Urlaub auf der Krim befand,
konnte der Machtwechsel vonstattengehen. Die Gruppe kommunistischer Hardliner,
bestehend aus hochrangigen Mitgliedern von Gorbatschows Regierung, wie dem
Premierminister, Innenminister, Verteidigungsminister und KGB-Chef, übernahmen
die Regierungsgeschäfte, verhingten den Notstand und ließen verlauten, Gorbatschow
sei aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage, die Parteigeschäfte weiter auszuführen.
Der Weltöffentlichkeit wurde daraufhin vorgespielt, wie Boris Jelzin das sowjetische
Parlamentsgebäude mit Tausenden von zumeist jungen Anhängern besetzte.
Danach inszenierten die radikal-kommunistischen Putschisten einen Angriff auf das
Parlamentsgebäude, den sie jedoch scheitern ließen, um Boris Jelzin als Helden der
Stunde und Retter der russischen Demokratie darzustellen. Kurze Zeit später gab sich
Gorbatschow geschlagen und der „liberale Reformer“ durfte sein Amt übernehmen.
Hochrangige russische Politiker wie Oleg Shenin oder Alexander
Lebed, haben inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Putsch um eine
organisierte Farce gehandelt hatte. Keiner der Putschisten musste mit einer
langen Haftstrafe oder mit Nachteilen für seine Karriere rechnen. Viele
der KGB-Offiziere, die an dem angeblichen Putschversuch beteiligt waren,
. behielten ihre Positionen und wurden später sogar befördert. Jelzin leitete das
pseudokapitalistische Zwischenspiel über zwei Amtszeiten. Er lieferte sich einen
ständigen Kampf gegen alte kommunistische Nomenklatura, deren Partei 1996
um ein Haar die russischen Wahlen gewonnen hätte, da Jelzin die Hoffnung des
Volkes auf den Erfolg einer freien Marktwirtschaft in Windeseile zerschlagen hatte.
(siehe S.143) Das inszenierte Duell zwischen „Liberalen“ und Kommunisten hatte
für den Westen erpresserischen Charakter, da Jelzin finanzielle Unterstützung für
seine Regierung und seinen Wahlkampf forderte. Wenn nicht, würde der Ostblock
bei der Wiederwahl der Kommunisten in seine alte Aggressivität zurückfallen.'?* Der
Westen hatte die Wahl zwischen Kryptokommunisten wie Jelzin und aggressiven
kommunistischen Hardlinern. Jelzins Präsidentschaftswahlkampf von 1996 lief nicht
umsonst unter dem Motto „Reformen oder Rückkehr zum Kommunismus“ und
wurde u.a. vom deutschen Steuerzahler finanziert. Die Gelder, die Russland aus
jederzeit dafür sorgen, dass der Kommunismus genauso schnell wieder etabliert
werden würde, wie er zuvor scheinbar verschwunden war, diesmal allerdings
im Weltmaßstab.''* Den Sturz des sowjetischen Kommunismus‘ sollte eine KGB-
Operation mit dem Codenamen „Golgotha“ glaubhaft erscheinen lassen. Im August
1991 wurde der Putschversuch einer Gruppe von kommunistischen Hardlinern gegen
Gorbatschow inszeniert, dessen erfolgreiche Niederschlagung das endgültige Ende des
Kommunismus markieren sollte. Golitsyn hatte die Auswechslung Gorbatschows
als Staatsoberhaupt im März 1989 angekündigt und nannte als mögliche
Nachfolgekandidaten den „liberalen“ Boris Jelzin oder den „konservativen“
Jegor Ligatschow. Der treue Parteisoldat Jelzin machte das Rennen. In einem von
Anfang bis Ende einstudierten Theaterstück trat Jelzin 1990 aus der KPDSU aus und
kritisierte Gorbatschow für sein Festhalten an einem reformierten Kommunismus.
Als sich Gorbatschow im August 1991 in seinem Urlaub auf der Krim befand,
konnte der Machtwechsel vonstattengehen. Die Gruppe kommunistischer Hardliner,
bestehend aus hochrangigen Mitgliedern von Gorbatschows Regierung, wie dem
Premierminister, Innenminister, Verteidigungsminister und KGB-Chef, übernahmen
die Regierungsgeschäfte, verhingten den Notstand und ließen verlauten, Gorbatschow
sei aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage, die Parteigeschäfte weiter auszuführen.
Der Weltöffentlichkeit wurde daraufhin vorgespielt, wie Boris Jelzin das sowjetische
Parlamentsgebäude mit Tausenden von zumeist jungen Anhängern besetzte.
Danach inszenierten die radikal-kommunistischen Putschisten einen Angriff auf das
Parlamentsgebäude, den sie jedoch scheitern ließen, um Boris Jelzin als Helden der
Stunde und Retter der russischen Demokratie darzustellen. Kurze Zeit später gab sich
Gorbatschow geschlagen und der „liberale Reformer“ durfte sein Amt übernehmen.
Hochrangige russische Politiker wie Oleg Shenin oder Alexander
Lebed, haben inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Putsch um eine
organisierte Farce gehandelt hatte. Keiner der Putschisten musste mit einer
langen Haftstrafe oder mit Nachteilen für seine Karriere rechnen. Viele
der KGB-Offiziere, die an dem angeblichen Putschversuch beteiligt waren,
. behielten ihre Positionen und wurden später sogar befördert. Jelzin leitete das
pseudokapitalistische Zwischenspiel über zwei Amtszeiten. Er lieferte sich einen
ständigen Kampf gegen alte kommunistische Nomenklatura, deren Partei 1996
um ein Haar die russischen Wahlen gewonnen hätte, da Jelzin die Hoffnung des
Volkes auf den Erfolg einer freien Marktwirtschaft in Windeseile zerschlagen hatte.
(siehe S.143) Das inszenierte Duell zwischen „Liberalen“ und Kommunisten hatte
für den Westen erpresserischen Charakter, da Jelzin finanzielle Unterstützung für
seine Regierung und seinen Wahlkampf forderte. Wenn nicht, würde der Ostblock
bei der Wiederwahl der Kommunisten in seine alte Aggressivität zurückfallen.'?* Der
Westen hatte die Wahl zwischen Kryptokommunisten wie Jelzin und aggressiven
kommunistischen Hardlinern. Jelzins Präsidentschaftswahlkampf von 1996 lief nicht
umsonst unter dem Motto „Reformen oder Rückkehr zum Kommunismus“ und
wurde u.a. vom deutschen Steuerzahler finanziert. Die Gelder, die Russland aus
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