höchste
Entscheidungsgewalt
hinsichtlich
der
Umsetzung
der
Langzeitstrategie.
Da
die
sowjetische Führung jeden Bereich der Politik dieser Strategie unterordnete, wurde der
Verteidigungsrat, dessen Arbeit strengster Geheimhaltung unterlag, zum eigentlichen
Machtzentrum der UDSSR. Alle Ostblockstaaten, so auch die Tschechoslowakei, aus
der Sejna 1968 flüchtete, hatten einen eigenen Verteidigungsrat, der dem Moskauer
Verteidigungsrat untergeordnet war. Sejna war Mitglied des Verteidigungsrats und
bekam dort Einblick in die innersten Angelegenheiten der Tschechoslowakei. In
seiner Funktion hatte er direkten Kontakt zu den Generalsekretären Chruschtschow
und Breschnew. Er reiste von 1955 bis 1968 jedes Jahr mehr als zwei Monate in die
Sowjetunion. Als Sejna zur Zeit des Prager Frühlings erfuhr, dass die Rote Armee im
Begriff war, die Tschechoslowakei zu besetzen, weigerte er sich, den Anweisungen von
sowjetischer Seite Folge zu leisten. Daraufhin wurde seine Immunität als Mitglied des
Parlaments aufgehoben und er sollte verhaftet werden. Doch ihm gelang die Flucht in
den Westen. **
sowjetische Führung jeden Bereich der Politik dieser Strategie unterordnete, wurde der
Verteidigungsrat, dessen Arbeit strengster Geheimhaltung unterlag, zum eigentlichen
Machtzentrum der UDSSR. Alle Ostblockstaaten, so auch die Tschechoslowakei, aus
der Sejna 1968 flüchtete, hatten einen eigenen Verteidigungsrat, der dem Moskauer
Verteidigungsrat untergeordnet war. Sejna war Mitglied des Verteidigungsrats und
bekam dort Einblick in die innersten Angelegenheiten der Tschechoslowakei. In
seiner Funktion hatte er direkten Kontakt zu den Generalsekretären Chruschtschow
und Breschnew. Er reiste von 1955 bis 1968 jedes Jahr mehr als zwei Monate in die
Sowjetunion. Als Sejna zur Zeit des Prager Frühlings erfuhr, dass die Rote Armee im
Begriff war, die Tschechoslowakei zu besetzen, weigerte er sich, den Anweisungen von
sowjetischer Seite Folge zu leisten. Daraufhin wurde seine Immunität als Mitglied des
Parlaments aufgehoben und er sollte verhaftet werden. Doch ihm gelang die Flucht in
den Westen. **
Sejna
glaubte,
ähnlich
wie
Lobaczewski
(siehe
S.14),
er
würde
fiir
sein
Wissen
von westlichen Regierungen, Geheimdiensten und Medien mit Applaus tiberschiittet
werden. Doch Sejnas Erwartungen wurden bitter enttiuscht, da die CIA seine
Aussagen nicht ernst nahm und im Januar 1969, nach der Amtseinfithrung von
Richard Nixon, eine Weisung des Weißen Hauses an die CIA erging, die Befragung
Sejnas einzustellen. Sejna wechselte spiter zur Defense Intelligence Agency (DIA),
wo man sein Wissen über die Verstrickung der Sowjetunion in den internationalen
Terrorismus auswertete. Hier fand Sejna seine verdiente Anerkennung, doch seine
wichtigsten Vorhersagen über die Langzeitstrategie wurden nie in den Mittelpunkt
der amerikanischen Außenpolitik gestellt. Auch die linken westlichen Medien
veröffentlichten zwar gelegentlich einen Artikel über ihn, sorgten jedoch dafür, dass
seine Erkenntnisse nicht zu einer international bekannten Sensation wurden. Sejna
sagte in seinem 1982 erschienenen Buch „We will bury you“ den Fall der Mauer
voraus, und das drei Jahre vor Beginn der Perestroika. Die amerikanischen
Behörden dachten jedoch nicht daran, sich nach dem Ende der Sowjetunion
bei Sejna zu entschuldigen und seine Ratschläge ernst zu nehmen. 1969, kurz
nach dem Bruch der CIA mit Sejna, übergab der Rothschild-Agent Henry Kissinger
eine „Analyse“ der sowjetischen Politik an Richard Nixon, die von Kissinger selbst
erarbeitet worden war und der zufolge die Sowjetunion keine großangelegte Strategie
verfolge.”” Kissinger war von dem übergelaufenen Nachrichtendienstofhzier Michael
Goleniewski als Auftragnehmer der Sowjetunion identifiziert worden. Da das
westliche Establishment die Sowjetunion am Leben erhalten hat, sollte es einen kaum
verwundern, wenn ein Vertreter dieses Establishments auch für die Sowjetunion tätig
ist. Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti trifft sich Putin bis heute
„regelmäßig“ mit Kissinger.”
von westlichen Regierungen, Geheimdiensten und Medien mit Applaus tiberschiittet
werden. Doch Sejnas Erwartungen wurden bitter enttiuscht, da die CIA seine
Aussagen nicht ernst nahm und im Januar 1969, nach der Amtseinfithrung von
Richard Nixon, eine Weisung des Weißen Hauses an die CIA erging, die Befragung
Sejnas einzustellen. Sejna wechselte spiter zur Defense Intelligence Agency (DIA),
wo man sein Wissen über die Verstrickung der Sowjetunion in den internationalen
Terrorismus auswertete. Hier fand Sejna seine verdiente Anerkennung, doch seine
wichtigsten Vorhersagen über die Langzeitstrategie wurden nie in den Mittelpunkt
der amerikanischen Außenpolitik gestellt. Auch die linken westlichen Medien
veröffentlichten zwar gelegentlich einen Artikel über ihn, sorgten jedoch dafür, dass
seine Erkenntnisse nicht zu einer international bekannten Sensation wurden. Sejna
sagte in seinem 1982 erschienenen Buch „We will bury you“ den Fall der Mauer
voraus, und das drei Jahre vor Beginn der Perestroika. Die amerikanischen
Behörden dachten jedoch nicht daran, sich nach dem Ende der Sowjetunion
bei Sejna zu entschuldigen und seine Ratschläge ernst zu nehmen. 1969, kurz
nach dem Bruch der CIA mit Sejna, übergab der Rothschild-Agent Henry Kissinger
eine „Analyse“ der sowjetischen Politik an Richard Nixon, die von Kissinger selbst
erarbeitet worden war und der zufolge die Sowjetunion keine großangelegte Strategie
verfolge.”” Kissinger war von dem übergelaufenen Nachrichtendienstofhzier Michael
Goleniewski als Auftragnehmer der Sowjetunion identifiziert worden. Da das
westliche Establishment die Sowjetunion am Leben erhalten hat, sollte es einen kaum
verwundern, wenn ein Vertreter dieses Establishments auch für die Sowjetunion tätig
ist. Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti trifft sich Putin bis heute
„regelmäßig“ mit Kissinger.”
Der
zweite
Uberliufer,
der
über
die
Langzeitstrategie
Bescheid
wusste
und
dessen Aussagen sich mit denen Sejnas deckten, war der KGB-Agent Anatoliy
Golitsyn. Er arbeitete fiir den „inneren KGB“, dem alle strategischen Belange zufielen,
die mit dem Fortschritt der Langzeitstrategie zu tun hatten. Breschnews Ausschuss
dessen Aussagen sich mit denen Sejnas deckten, war der KGB-Agent Anatoliy
Golitsyn. Er arbeitete fiir den „inneren KGB“, dem alle strategischen Belange zufielen,
die mit dem Fortschritt der Langzeitstrategie zu tun hatten. Breschnews Ausschuss
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