B. Die sowjetische Langzeitstrategie

Da westliche Banken die Entstehung der Sowjetunion erst möglich machten
und ihre jahrzehntelange Fortexistenz gewährten, müssen die Rothschilds
ein großes Interesse am Fortbestand eines sozialistischen Russlands haben.
Dass die Rothschilds an einer Weltregierung arbeiten, wird von vielen alternativen
Publikationen als Wahrheit akzeptiert. Die Aussage, die Rothschilds arbeiteten an
einer kommunistischen Weltregierung, wird da schon kritischer beäugt, denn die
Rothschilds gelten für viele Autoren als der Inbegriff des westlich geprägten Kapitalismus.
Doch wie in der Einleitung erläutert wurde, passen die Begriffe Kapitalismus und
Weltregierung kaum zusammen. Denn wie Hoppe erklärt, besitzt jede Regierung eine
inhärente Tendenz zur Zentralisierung und letztlich dahin, eine Weltregierung zu werden
(sieheS.51). Eineetablierte Weltregierung würde sich auch als anfänglicher Minimalstaat,
der sich ausschließlich auf den Schutz seiner Einwohner und die Rechtsprechung
beschränkt, zwangsläufig zu einem Maximalstaat entwickeln. Eine Weltregierung
kann nicht kapitalistisch sein, sondern wird versuchen, jeden Bereich des privaten,
sozialen und ökonomischen Lebens zu steuern. Die Eigentumsrechte werden sich
in einer Weltregierung immer gegen 0 entwickeln, wenn sie nicht schon bei der
Etablierung der Weltregierung abgeschafft wurden. Wer könnte verneinen, dass
„Weltkommunismus“ oder „Kommunistische Weltregierung“ historisch passende
Namen für eine solche Weltordnung darstellen? Die Ziele der Rothschilds und die
Ziele der Kommunisten sind demnach identisch.

Die linksorientierte Geschichtswissenschaft erwähnt zu selten, dass das Endziel
der Sowjets immer eine kommunistische Weltregierung war, so wie die Nazis
sich eine faschistische Weltregierung wünschten. Der Traum der Nazis hatte
sich nach Hitlers waghalsigen Feldzügen jedoch sehr schnell ausgeträumt. Die
Sowjets konnten ihre Macht derweil massiv ausbauen und ein Sechstel der globalen
Landmasse erobern. Joseph Stalin bedankte sich laut einem Bericht von Averell
Harriman an das State Department bei den USA dafür, dass sie seine Eroberungen
erst möglich machten: Stalin zollte seine Anerkennung für die Hilfe, die ihm von
den Vereinigten Staaten für die Sowjetindustrie vor und während des Krieges gewährt
wurde. Er sagte, dass ungefähr zwei Drittel aller großen Industrie-Unternehmen in der
Sowjetunion mit Hilfe der Vereinigten Staaten oder deren technischem Beistand gebaut
wurden. Durch den Pacht-Leih-Hilfe-Vertrag von 1941 bekamen die russischen
Streitkräfte von den USA militärisches Material im Wert von elf Milliarden
Dollar. Die Rüstungsförderung der USA ging auf den Rothschild-Agenten Harry
Hopkins zurück und wurde sogar nach ihm benannt (Hopkins-Mission). Die
USA lieferten den Sowjets in dieser Mission u. a. 77.900 Jeeps, 151.000 leichte
Transportfahrzeuge, 14.795 Flugzeuge und 131.633 Maschinengewehre. Die
Sowjets hätten den Zweiten Weltkrieg ohne amerikanische Unterstützung nicht
gewinnen können.

Der Plan einer Weltregierung wurde von der Sowjetunion nie aus den Augen
verloren. Die Errichtung des Weltkommunismus wurde in Artikel 28 der sowjetischen

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