Haus Sachsen-Coburg-Gotha (siehe S.53) und dem Haus Thurn und Taxis.” Nur sie
hatten die finanziellen Mittel, um politische Ziele des Ordens nachhaltig umzusetzen.
Kaum vorzustellen, dass die adligen Mitglieder Interesse an einem Ende ihrer Macht
hatten. Deshalb unterstützten die Illuminati in der Öffentlichkeit ein herrschaftsfreies
System, begannen jedoch durch geheime Kanäle eine neue Form der Herrschaft zu
unterstützen: Die Demokratie!

Wie der hochangesehene britische Physik - und Mathematikprofessor John Robison
in seinem Buch 1798 erschienenen Buch „Proofs of a Conspiracy“ berichtete, war
die Französische Revolution, die zu der Errichtung der ersten modernen Demokratie
geführt hatte, eindeutig ein Projekt der Illuminati gewesen. Er bezeichnete Weishaupt
als den Patriarch der Jakobiner’, welche die Revolution gelenkt und die von ihnen
geforderte, mit Privateigentum inkompatible, Demokratie eingeführt hatten. Robison
war in den 1780ern von den Illuminati angeworben worden, erklärte sich jedoch
nicht dazu bereit, dem Orden beizutreten. Da ihr verheerender Machtzuwachs ihm
große Sorgen bereitete, sah er sich dazu gezwungen, die Geheimnisse der Organisation
offenzulegen. Die Illuminati hatten ab 1782 damit begonnen, die Logen der
europäischen Hochgradfreimaurerei zu unterwandern. Die führenden Revolutionäre
wie Talleyrand, Desmoulins. Sieyes und Lafayette bekamen ihre Befehle aus den von
den Illuminati unterwanderten Freimaurerlogen. Zur damaligen Zeit in Paris war die
Beteiligung der Illuminati an der Revolution ein offenes Geheimnis. Auch die Jakobiner
wiesen deutlich auf ihre freimaurerischen Ursprünge hin. In der Nationalversammlung,
die die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (siehe S.181) verabschiedete,
saßen über 300 Freimaurer. Welche verheerenden Auswirkungen die Errichtung einer
Demokratie haben kann, erwies sich schnell. Es folgten drei Jahrzehnte des Krieges und
der Unterdrückung, die alle hehren Ideale der Revolution ad absurdum führten. Die
Jakobiner, die erfolgreich für die Demokratie gekämpft hatten, forderten wenig später
einen Krieg zur Verbreitung ihrer demokratischen Ideale.

Aufgrund des von Hoppe beschriebenen Klassenbewusstseins wurden Kriege
unter monarchischer Herrschaft eher als Privatangelegenheit des Königs betrachtet,
die er mit seinen persönlichen Mitteln zu finanzieren und auszuführen hatte. Die
Napoleonischen Kriege dienten dagegen der Verbreitung einer universellen Idee,
die jeden Bürger Frankreichs miteinschloss. Abstrakte Konzepte wie „Freiheit“ oder
„Nation“ führen in einer Demokratie dazu, dass sich eine ganze Bevölkerung mit
den Kriegszielen ihrer Herrscher identifiziert. So war für eine ganze Nation nach der
Französischen Revolution kein Preis zu hoch, die demokratischen Ideen in ganz Europa
zu verteilen. Anstatt den Krieg wie zuvor als privaten Konflikt der Könige zum Ausbau
ihrer Macht aus der Ferne zu beobachten, stürzte sich die Mehrzahl der Franzosen nun

Zeitraum der Gründung der Illuminati: Er kaufte die Sammlungen einiger Liebhaber auf, die gerade um Bargeld
verlegen waren. Mit seiner erweiterten Kollektion gelang es ihm sogar, das Interesse des Herzog Karl August von Weimar
- des Förderers und Dienstherrn Goethes - zu gewinnen [...]”” Am 10. Februar 1783 trat Karl August dem Illumina-
tenorden mit dem Namen „Aeschylus“ bei und stieg in ihm bis zum „Regenten“ auf.

* Es ist nicht eindeutig belegt, dass Thurn und Taxis einen Vertreter im Illuminaten-Orden hatte. Fakt ist jedoch,
dass das Adelsgeschlecht zur Gründungszeit der Illuminati Geschäftskontakte zu den Rothschilds hatte.

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