auf Ware. Gold ist eine Ware, die nachgefragt wird, vor allem wegen ihrer Nützlichkeit
als Tauschgut. Aufgrund dieser Nachfrage hat Gold einen Wert. Es spielt keine Rolle,
ob Gold für die Menschen nützlich eingesetzt werden kann. Die Menschen wollen
es seit Jahrtausenden haben und nur deshalb hat es einen Wert. Würde dieser Wert
plötzlich verschwinden, z.B. indem jemand ein neues, bessere Tauschmittel erfindet
oder eine Methode zur synthetischen Herstellung von unendlich viel Gold, würden
die Menschen sich für ein anderes Tauschmittel entscheiden. All dies geschähe aber
ohne Zwang und würde das Selbsteigentum (siehe S.26) anderer Menschen nicht
verletzen. Die Bezeichnung, die die Menschen für diese Tauschware benutzten, war
„Geld“. Geld war eine Ware wie jede andere Ware auch, nur Geld wurde zum Mittel
des Tausches eingesetzt. Da es für diese Tauschware - in der bisherigen Geschichte
der Menschheit - keine bessere Option als Gold gab, wurde meist auch Gold als Geld
benutzt. Aus diesem Grund auch die phonetische Ähnlichkeit der zwei Wörter „Geld“
und „Gold“ - auch wenn dies nicht in jeder Sprache der Fall ist.

Auf freien Märkten, wie wir sie in der Vergangenheit oft vorfanden, war Gold
immer eine Tauschware, die stark nachgefragt wurde. Auf einem freien Markt hat
jeder das Recht, sich Gold bzw. Geld anzueignen, solange er dabei nicht die Rechte
eines anderen Menschen verletzt. Die Produktion und Aufbereitung wurde in der
Vergangenheit Goldschürfern und Goldschmieden überlassen. Die Knappheit von
Gold machte es zu einem exzellenten, allgemein akzeptierten Tauschmittel, da das
Aufspüren von goldhaltigen Gesteinsschichten immer sehr aufwändig war. So waren
die Wachstumsraten der Gold - und natürlich auch jeder anderen Edelmetallmenge
- historisch sehr niedrig. So war sichergestellt, dass die „Produzenten“ des Goldes es
nicht im Übermaß produzierten und damit alle anderen Waren aufkaufen konnten.
Natürlich hatte auch jeder andere Marktteilnehmer das Recht, nach Gold zu graben.
Hätten sich aber alle Schmiede, Bauern, Schreiner, Metzger und Bäcker dazu
entschieden, nach Gold zu suchen, anstatt ihren erlernten Berufen nachzugehen,
wäre der Wert des Goldes nahe null gefallen. Schließlich diente Gold in erster Linie
als Tauschmittel. Da die Messer des Schmiedes, die Kartoffeln des Bauern und die
Brötchen des Bäckers nicht mehr vorhanden wären, wenn diese sich lieber mit der
Suche nach Gold beschäftigten, bräuchte man auch kein Tauschmittel mehr. Gold
würde nicht mehr nachgefragt werden und wäre damit wertlos. So pendelt sich jeder
Markt in einem gesunden Gleichgewicht ein. Genauso wie Gold eine normale Ware
zum Zweck des Tauschs darstellt, sind die Produzenten dieser Ware Produzenten
wie jeder andere Produzent auch. Gegen diese Form der Geldproduktion gibt
es - wie gegen jede andere nicht eigentumsverletzende Güterproduktion - rein
gar nichts einzuwenden. Die Geldmenge entspricht bei dieser Geldproduktion
der Geldnachfrage, und produziert wird dezentral von hunderten verschiedenen
Anbietern.

Da sich Gold auf einem freien Markt zu einem allgemein anerkannten
Tauschmittel entwickelt, wird fast jede Person Gold besitzen. Aufgrund seiner ewigen
Haltbarkeit hat Gold neben seiner Tauschmittelfunktion auch die Funktion eines
Wertaufbewahrungsmittels. Da die Menschen wissen, dass der Wert der Ware Gold

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