ein Präsident nicht den Gesamtwert des Regierungsvermögens (Kapitalwerte und laufendes
Einkommen) maximieren wollen, sondern das laufende Einkommen (unabhängig und auf
Kosten von Kapitalwerten). Selbst wenn er anders zu handeln wünschte, könnte er nicht, denn

als öffentliches Eigentum sind Regierungsressourcen unverkäuflich, und ohne Marktpreise ist
ökonomische Kalkulation unmöglich. Entsprechend muss es als unvermeidbar betrachtet
werden, dass öffentliches Besitztum zu kontinuierlichem Kapitalkonsum führt. Anstatt den

Wert des Regierungseigentums zu erhalten oder gar zu mehren, wie es ein König
tun würde, wird ein Präsident (der vorübergehende Verwalter oder Beauftragte
der Regierung) die Regierungsressourcen so schnell wie möglich verbrauchen, denn

was er nicht jetzt verbraucht, wird er womöglich niemals verbrauchen können.

Insbesondere hat ein Präsident (im Unterschied zu einem König) kein Interesse daran,

sein Land nicht zu ruinieren. Denn weshalb sollte er seine Enteignungen nicht erhöhen

wollen, wenn der Vorteil einer Politik der Mäßigung - der resultierende höhere Kapitalwert
des Regierungsbesitzes - nicht privat geerntet werden kann, während der Vorteil der
entgegengesetzten Politik höherer Steuern - ein höheres laufendes Einkommen - sehr wohl
privat geerntet werden kann? Einem Präsidenten bietet Mäßigung in Gegensatz zu einem
König nur Nachteile.“

Die Demokratie und der Sozialstaat bedingen einander. Demokratische
Herrscher werden ihr Monopol auf Diebstahl nicht mit ihrer eigenen Gier
nach Macht und Geld rechtfertigen. Sie werden behaupten, die Demokratie sei
die wichtigste zivilisatorische Errungenschaft der Menschheitsgeschichte und
sie müssten die Bürger bestehlen, um auch für die Ärmsten und Schwächsten
Mitglieder der Gesellschaft soziale Gerechtigkeit zu schaffen. So entwickelt sich
jede Demokratie automatisch zu einem totalitären Maximalstaat. Die BRD z.B.
begann als relativ freie Marktwirtschaft und besteuert den Normalbürger heute
im Namen der „Sozialen Marktwirtschaft“ mit 70 Prozent seines Einkommens.
(Der Arbeitnehmer glaubt, von seinem Gehalt würden ihm nur die Lohnsteuer,
gegebenenfalls Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeitrage abgezogen werden.
Diese Abzüge machen nur knapp ein Drittel des Brutto-Einkommens aus. Die Netto-
Auszahlung wird aber weiter belastet durch indirekte Steuern, die der Deutsche mit
erhöhten Einkaufspreisen bezahlen muss: Benzinsteuer, Kfz-Steuer, Mehrwertsteuer,
Tabaksteuer usw. Dazu die Geldmengenentwertung durch die Inflation (siehe S.43).
So errechnet sich eine Abgabenlast von 70 Prozent.)

Würde die Mehrheit der Menschen logisch über das „Prinzip Demokratie“
nachdenken, würde sie zu dem Schluss kommen, dass sie in einer Demokratie bestohlen
wird. Sie würde sich schnellstens darum kümmern, die Demokratie abzuschaffen, um
in einer staatenlosen Gesellschaft vom vollständigen Lohn ihrer Arbeit zu profitieren.
Doch die Empirie zeigt ein vollkommen anderes Phänomen, zu dessen Erklärung man
besser Lobaczewski als Hoppe heranzieht: Die Bewohner eines Sozialstaats wählen
mehrheitlich linke Parteien, die ihnen versprechen, ihre Mitmenschen noch
umfangreicher zu bestehlen. Sie beginnen, sich von der fehlerhaften Ideologie
blenden zu lassen (siehe S.20 f.) und ihre eigene Versklavung zu unterstützen.
Dies kann nur durch die Manipulationskräfte der Psychopathen funktionieren. Jede

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