wobei sie ihre Vorteile in Form von unverhältnismäßigem Reichtum: und der Befriedigung
ihres Machthungers ziehen. Doch er forderte: Die Macht sollte deshalb in den Händen
normaler Menschen liegen, anstatt auf das Ende jeglicher politischer Macht zu pochen.
Ein kompetenter Psychologe ist leider selten auch ein guter Ökonom. Obwohl er
verstand, dass eine Ideologie die klare Sicht eines psychisch gesunden Menschen auf die
Realität verformt, realisierte er nicht, wie sich eine dieser Ideologien schon in seinem
Kopf eingenistet hatte: Der „Etatismus“, die Staatsgläubigkeit!

B.3. Die Demokratie: Das Trojanische Pferd der Psychopathen

Die zwei wichtigsten aktuellen Ideologien, die die Bewohner des Abendlands
weiterhin von der Notwendigkeit eines Staates überzeugen sollen, heißen
„Demokratie“ und „Sozialstaat“. So wie der Kommunismus die russischen
Bauern und Arbeiter überzeugen davon wollte, die neue Staatsform überlasse ihnen
die Kontrolle über den Staatsapparat, so verkauft auch die Demokratie, der Bürger
könne das politische Schicksal seines Landes aktiv mitbeeinflussen. Ideologien
wie Kommunismus, Sozialismus, Demokratie oder Soziale Marktwirtschaft
verbreiteten sich nach dem Beginn der Französischen Revolution über ganz Europa.
Sie dienten als Marketingtrick der alten Herrscherklasse, um den unterdrückten
Massen nach dem Ende der Monarchie eine „Herrschaft des Volkes“ zu verkaufen,
die in den neu entstandenen Staaten nie wirklich existierte. Das Wahlrecht wurde
im 19. Jahrhundert Schritt für Schritt ausgeweitet, und überall wuchs die Macht der
vom Volk gewählten Parlamente, bis die Monarchien nach dem Ersten Weltkrieg so gut
wie verschwunden waren. Die Demokratie erzeugt die Illusion, dass niemand mehr von
einem anderen beherrscht wird, und wurde deshalb beim Übergang von der Monarchie
zur Demokratie mehrheitlich als Fortschritt interpretiert. Wenn Gesellschaften
demokratisch über die Art ihre Regierungen bestimmen können, verschwimmt der
Unterschied zwischen Herrschern und Beherrschten. Auch kommunistische Staaten
wie China bezeichnen sich als „demokratische Volksrepubliken“ und Wahlen finden
dort regelmäßig statt. Man mag argumentieren, die kommunistische Partei schränke
das Wahlrecht ein, da nur ihre Mitglieder zur Wahl stehen, und deshalb sei China keine
echte Demokratie. Wenn die Einschränkung der wählbaren Kandidaten ein Argument
gegen eine „echte Demokratie“ ist, dann ist Deutschland auch keine echte Demokratie,
denn die politische Ausrichtung der Parteien wird vom Grundgesetz eingeschränkt:
Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen,
die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder
den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.” Eine
Partei, die gegen die Abschaffung des Staates plädiert, würde gegen die „freiheitliche
demokratische Grundordnung“ verstoßen und deren Gründung würde deswegen vom
Bundesverfassungsgericht unterbunden. Die Demokratien in China und Deutschland
unterliegen nur anderen willkürlichen Gesetzen. Die willkürlichen Gesetze in
Deutschland achten das Selbsteigentum und die Vertragsfreiheit immerhin mehr als die
in China - aber ist das ein Erfolg der Demokratie? Die Bundesrepublik Deutschland

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