gegen den freien Markt. Jebsen sieht sich selbst in den Fußstapfen linker Ikonen wie
des französischen Sozialisten Stéphane Hessel und des marxistischen Studentenführers
Rudi Dutschke. In seiner Show darf u.a. der Kommunist Jean Ziegler ein Plädoyer
gegen den sogenannten „Raubtierkapitalismus“ halten, ohne dass Jebsen dies kritisch
hinterfragen würde. Der große Erfolg von Jebsens Videos wird die Psychopathen
beruhigen, denn selbst der sogenannte Widerstand gegen das heutige System versteht
nicht das Grundproblem all unserer Probleme, sondern lenkt von der Wahrheit ab.

Da der Kapitalismus auf dem Gebot der Nächstenliebe basiert, hegen
Psychopathen eine innere Abneigung gegen den Kapitalismus. Wie Lobaczewski
herausfand, haben gesunde Menschen im Gegensatz zu Psychopathen reichhaltige
praktische Talente. Das ist ein entscheidender Faktor, denn, um auf einem Markt
erfolgreich zu sein, sind diese Talente unabdingbar. Schließlich muss jemand, der
eine Ware auf einem Markt anbietet, auf die Qualität der Ware achten, damit
sie gekauft wird. Schlechte oder unnütze Waren werden nicht gekauft und der
Verkäufer wird sein Geschäft schließen müssen. Auch ein Psychopath hat auf dem
Markt keine andere Wahl als ein Produkt anzubieten, das die Bedürfnisse anderer
Menschen befriedigt. Da er eine hohe Manipulationsgabe besitzt, könnte ein
Psychopath einen guten Verkäufer abgeben. Sein Erfolg wird sich in den meisten
Fällen dennoch in Grenzen halten, wenn er ein schlechtes Produkt anbietet. Der
Wettbewerb freier Menschen auf freien Märkten diszipliniert die Psychopathen,
da sie ihre größten „Stärken“ kaum ausnutzen können. Charisma,
Unaufrichtigkeit, Manipulationsgabe und das Fehlen eines Gewissens helfen
den Psychopathen auf einem anderen Spielfeld. Sie ahnen es sicher schon:
Psychopathen fühlen sich pudelwohl in der Politik. Politik ist die Mitarbeit an
der Führung von Staaten. Psychopathen brauchen Staaten, um erfolgreich zu
werden.

B.2. Das Schwert der Psychopathen: Der Staat

Professor Hans Hermann Hoppe erklärt das Wesen eines Staates folgendermaßen:
Sowohl die klassische Monarchie als auch die moderne Demokratie sind
Staatsformen. Das heißt, beide beanspruchen für sich hinsichtlich der Einwohner
eines gegebenen Territoriums ein Monopol der ultimativen Rechtsprechung und
der Besteuerung: Ich allein, lautet ihr Credo, bin endgültiger Richter im Fall
sozialer Konflikte und ich allein darf das Eigentum anderer ohne ihre Zustimmung
an mich reißen.” Nur durch den Staat ist es möglich, das Selbsteigentum anderer
Menschen zu verletzen. In einem Staat wird bestimmten Personen ein Monopol
auf Rechtsprechung und Enteignung gewährt. Dieses Gewaltmonopol wird von
den Psychopathen ausgenutzt, um die Entstehung des Bösen (siehe S.19) in
die Wege zu leiten. Der Politikwissenschaftler Rudolph Joseph Rummel stellte bei
seinen Zählungen fest, dass im 20. Jahrhundert 262 Millionen Menschen durch
Staaten ermordet wurden. Dennoch schimpft ein Großteil der alternativen Medien
in Deutschland auf den „Kapitalismus“, der die Entstehung des Bösen durch den

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