der
analytischen
Psychotherapie
an
der
Desillusionierung
seiner
Patienten
arbeitete:
Im
Verlauf der Psychotherapie können wir z.B. einen Patienten darüber informieren, dass wir
bei der Entstehung seiner Persönlichkeit und seines Verhaltens Einflüsse eines oder mehrerer
Menschen mit psychopathologischen Charakteristika feststellen können. Wir nehmen
damit einen Eingriff vor, der für den Patienten schmerzhaft ist und der verlangt, dass
wir taktvoll und professionell vorgehen. Als Resultat dieses Eingriffes entwickelt der Patient
jedoch eine Art Selbstanalyse, die ihn von den Ergebnissen besagter Einflüsse befreit und
es ihm ermöglicht, beim Umgang mit ähnlich gelagerten Faktoren eine kritische Distanz
einzunehmen. Seine Rehabilitation wird davon abhängen, ob er seine Fähigkeiten, sich
selbst und andere zu verstehen, verbessern kann. Dank dieser Einsicht kann er seine inneren
und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten leichter überwinden und Fehler vermeiden, die
ihm und seinem unmittelbaren Umfeld Schmerzen bereiten.“ Lobaczewski machte mit
seinen bescheidenen Mitteln die Erfahrung, dass die Persönlichkeit seiner Patienten
wiederhergestellt werden konnte.
Verlauf der Psychotherapie können wir z.B. einen Patienten darüber informieren, dass wir
bei der Entstehung seiner Persönlichkeit und seines Verhaltens Einflüsse eines oder mehrerer
Menschen mit psychopathologischen Charakteristika feststellen können. Wir nehmen
damit einen Eingriff vor, der für den Patienten schmerzhaft ist und der verlangt, dass
wir taktvoll und professionell vorgehen. Als Resultat dieses Eingriffes entwickelt der Patient
jedoch eine Art Selbstanalyse, die ihn von den Ergebnissen besagter Einflüsse befreit und
es ihm ermöglicht, beim Umgang mit ähnlich gelagerten Faktoren eine kritische Distanz
einzunehmen. Seine Rehabilitation wird davon abhängen, ob er seine Fähigkeiten, sich
selbst und andere zu verstehen, verbessern kann. Dank dieser Einsicht kann er seine inneren
und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten leichter überwinden und Fehler vermeiden, die
ihm und seinem unmittelbaren Umfeld Schmerzen bereiten.“ Lobaczewski machte mit
seinen bescheidenen Mitteln die Erfahrung, dass die Persönlichkeit seiner Patienten
wiederhergestellt werden konnte.
Da
sie
biologischen
Ursprungs
sind,
sind
die
erworbenen
und
vererbten
Anomalien wie z.B. Charakteropathie, Schizoidität und essenzielle Psychopathie
schwerer behandelbar. Gehirnverletzungen nehmen logischerweise durch eine höher
entwickelte medizinische Versorgung ab. Die moderne Medizin tut jedoch zu wenig,
um solche Schäden zu analysieren und deren negative Auswirkungen zu verhindern.
Essenzielle Psychopathen stellen die größte Herausforderung in der Therapie dar, da
sie von ihrer Kindheit an ein Gefühl der psychologischen Andersartigkeit entwickeln.
Im Gegensatz zu anderen Patienten werden sie nicht überrascht sein, wenn man sie mit
ihrem psychopathischen Gedankengut konfrontiert. Andere Patienten erleiden dagegen
einen Schock, wenn sie sich der Realität ihrer Gedanken bewusst werden. Es ist die
Aufgabe des Psychotherapeuten, diesen Schock auf dem Weg zur Heilung in die richtigen
Bahnen zu lenken. Essenzielle Psychopathen werden deutlich extremer reagieren, wie
Lobaczewski es beschrieb: Für sie bist du ihr schlimmster Feind. Du verletzt sie wirklich
schmerzhaft. Für einen Psychopathen bringt das Aufdecken seines wahren Zustandes, das
Wegreißen der Cleckley-Maske (siehe S.18 f£.), das Ende seiner Selbstbewunderung mit
sich. Du bedrohst sie mit der Zerstörung ihrer geheimen Welt und bringst all ihre Träume
über Herrschaft [...] zum Zerplatzen. Wenn sein wahrer Zustand öffentlich wird, fühlt sich
ein Psychopath wie ein verwundetes Tier.“ Dennoch nimmt Lobaczewski an, dass man
mit der Verzweiflung des Psychopathen, nach seiner Demaskierung, arbeiten kann,
indem man ihm klarmacht, dass die anderen Menschen zu einer Versöhnung mit
ihnen bereit ist, wenn sie in Zukunft ihre Mitmenschen über ihre Charakterstörung
aufklären. Das Problem, das sich dabei stellt, ist die Vererbbarkeit der essenziellen
Psychopathie. Das Kind eines Charakteropathen mit einer Hirnverletzung wird
höchstwahrscheinlich nicht auch unter einer Hirnverletzung leiden. Durch
Psychotherapie kann es von den negativen Einflüssen des Charakteropathen
geheilt werden. Das funktioniert bei essenziellen Psychopathen natürlich nicht.
Dass Kinder die psychopathischen Gene ihrer Eltern nicht erben, wäre höchstens
ein biologischer Zufall. Deshalb forderte Lobaczewski von der Gesellschaft eine
„Eugenische Moral“, die freiwillige Bemühungen inspirieren könnte, zur Reduktion
Anomalien wie z.B. Charakteropathie, Schizoidität und essenzielle Psychopathie
schwerer behandelbar. Gehirnverletzungen nehmen logischerweise durch eine höher
entwickelte medizinische Versorgung ab. Die moderne Medizin tut jedoch zu wenig,
um solche Schäden zu analysieren und deren negative Auswirkungen zu verhindern.
Essenzielle Psychopathen stellen die größte Herausforderung in der Therapie dar, da
sie von ihrer Kindheit an ein Gefühl der psychologischen Andersartigkeit entwickeln.
Im Gegensatz zu anderen Patienten werden sie nicht überrascht sein, wenn man sie mit
ihrem psychopathischen Gedankengut konfrontiert. Andere Patienten erleiden dagegen
einen Schock, wenn sie sich der Realität ihrer Gedanken bewusst werden. Es ist die
Aufgabe des Psychotherapeuten, diesen Schock auf dem Weg zur Heilung in die richtigen
Bahnen zu lenken. Essenzielle Psychopathen werden deutlich extremer reagieren, wie
Lobaczewski es beschrieb: Für sie bist du ihr schlimmster Feind. Du verletzt sie wirklich
schmerzhaft. Für einen Psychopathen bringt das Aufdecken seines wahren Zustandes, das
Wegreißen der Cleckley-Maske (siehe S.18 f£.), das Ende seiner Selbstbewunderung mit
sich. Du bedrohst sie mit der Zerstörung ihrer geheimen Welt und bringst all ihre Träume
über Herrschaft [...] zum Zerplatzen. Wenn sein wahrer Zustand öffentlich wird, fühlt sich
ein Psychopath wie ein verwundetes Tier.“ Dennoch nimmt Lobaczewski an, dass man
mit der Verzweiflung des Psychopathen, nach seiner Demaskierung, arbeiten kann,
indem man ihm klarmacht, dass die anderen Menschen zu einer Versöhnung mit
ihnen bereit ist, wenn sie in Zukunft ihre Mitmenschen über ihre Charakterstörung
aufklären. Das Problem, das sich dabei stellt, ist die Vererbbarkeit der essenziellen
Psychopathie. Das Kind eines Charakteropathen mit einer Hirnverletzung wird
höchstwahrscheinlich nicht auch unter einer Hirnverletzung leiden. Durch
Psychotherapie kann es von den negativen Einflüssen des Charakteropathen
geheilt werden. Das funktioniert bei essenziellen Psychopathen natürlich nicht.
Dass Kinder die psychopathischen Gene ihrer Eltern nicht erben, wäre höchstens
ein biologischer Zufall. Deshalb forderte Lobaczewski von der Gesellschaft eine
„Eugenische Moral“, die freiwillige Bemühungen inspirieren könnte, zur Reduktion
23