sie unangenehme Tatsachen offenlegt. Da ist es besser, über leichtere und freundlichere Dinge
nachzudenken. Die unbewusste Elimination von Daten, die unzweckmäfig erscheinen oder
sind, wird langsam zur Gewohnheit, was daraufhin von der ganzen Gesellschaft akzeptiert
wird. Das Problem dabei ist, dass jeder Gedanke, der auf solch beschränkten Informationen
beruht, unmöglich zu korrekten Schlussfolgerungen führen kann, sondern in der Folge zu
einer unterbewussten Substitution dieser unangenehmen Prämissen durch angenehmere
Sichtweisen führt und dabei an die Grenzen der Psychopathologie gelangt. |...) Solch eine
Gesellschaft, die bereits vom hysteroiden Zustand befallen ist, betrachtet jegliche
Wahrnehmung der unbequemen Wahrheit als Zeichen von ‚Schlechtheit‘. [...]
Die Katastrophe wartet auf ihren Auftritt. In solchen Zeiten verliert sich die Fähigkeit
für logische und disziplinierte Gedanken, die aus der Notwendigkeit in schlechten Zeiten
entstanden sind. Wenn Gemeinschaften ihre Kapazitäten für psychologische Vernunft und
moralische Kritik verlieren, wird der Prozess der Schaffung des Bösen in jedem sozialen
Bereich intensiviert, ob individuell oder makrosozial, bis alles sich wieder in schlechte
Zeiten verwandelt.’® Wenn das Böse dann über eine Gesellschaft hereinbricht, sind
die Menschen von seinem Ausmaß überwältigt und schaffen es nur allmählich, ihre
Vernunft und klare Unterscheidungsfähigkeit menschlicher Charaktere zu reaktivieren.
Zu diesem Zeitpunkt ist es meistens schon zu spät, um sich gegen die Pathokratie zu
wehren.

Die Krankheit des Bösen schwächt das Immunsystem der Gesellschaft - des
Organismus‘ der höheren Art - durch krankhafte Ideologien, die sich ähnlich
wie Viren unterscheiden, doch immer das gleiche Krankheitsbild verursachen.
Die Krankheit ist im Laufe der aufgezeichneten Geschichte unter neuen Ideologien
immer wieder aufgetaucht. Die Ideologie wird zum Werkzeug der Psychopathen, um
deren ungerechtes politisches System zu rechtfertigen. Durch die in ihr enthaltenen
vollmundigen Versprechen und einer oberflächlich wissenschaftlichen Rechtfertigung
erzeugen sie einen Deckmantel, der ihr wahres, pathologisches Wesen nach außen
hin verbirgt. Die Ideologie wird zum trojanischen Pferd, das die Pathokratie in das
entsprechende Land bringt. Wie schon erwähnt, werden unlogische Ideologien
hauptsächlich von Menschen mit einer schizoiden Störung in die Welt gebracht, die an
krankhafter Selbstüberschätzung leiden. Ein Paradebeispiel einer solchen Ideologie war
Marx‘ Kommunismus, der sich als Wissenschaft tarnte und die Gesellschaft mit der
Hoffnung auf eine bessere Welt koderte.” Als die geistig gesunden Russen bemerkten,

* Hoppe (siehe S.27) erklärt, warum Sozialismus nur zur Verarmung führen kann: Erstens ist Eigentum an
Produktionsmitteln im Sozialismus einem Kollektiv von Individuen zugeordnet, ungeachtet der vorherigen Hand-
lungen oder Nichthandlungen jedes Mitglieds in Bezug auf diese Mittel. Damit bevorzugt sozialistisches Eigentum
den Nichtaneigner, den Nichtproduzenten und den Nichttauscher und beansprucht Aneigner, Produzenten und
Tauscher. Entsprechend wird es weniger ursprüngliche Aneignung von als knapp erkannten Ressourcen geben, es
wird weniger Produktion neuer und weniger Instandhaltung alter Produktionsfaktoren geben, und es gibt we-
niger Tausch, denn alle diese Aktivitäten beinhalten Kosten. Unter der Herrschaft kollektiven Eigentums steigen
die Kosten der Durchführung produktiver Handlungen, während die ihrer Nichtdurchführung gesenkt werden.
Zweitens, da Produktionsmittel im Sozialismus nicht verkauft werden dürfen, gibt es keine Marktpreise für Produktions-
faktoren. Ohne solche Marktpreise ist eine Kostenrechnung unmöglich. Kosten und Erlöse können nicht geldmäfßig mit-
einander verglichen werden, und es wird unmöglich zu entscheiden, ob sich die Verwendung bestimmter Produktionsmit-
tel für einen gegebenen Zweck lohnt oder aber zu einer Verschwendung knapper Ressourcen bei der Verwirklichung von

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