Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (001)
Tilman Knechtel
Puja Khosrozadeh

Schwarzbuch alternative Lügenpresse



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Tilman Knechtel
Puja Khosrozadeh

Schwarzbuch

alternative Lügenpresse

Wie die alternativen Medien uns in eine
sozialistische Weltregierung treiben

Bürgerberg Verlag



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (004)
Obwohl der Autor und der Verlag alle Anstrengungen unternommen haben,
übernehmen wir keine Verantwortung für Fehler, Ungenauigkeiten, Auslassungen oder
jegliche Widersprüchlichkeiten. Eventuelle Beleidigungen von Personen, Orten oder

Organisationen sind unabsichtlich.

1. Auflage
November 2015

Bürgerberg-Verlag
Internet: bürgerberg.de
Für Fragen und Anregungen:
tilmanknechtel@gmail.com

Die Folie des Hardcovers sowie die Einschweißfolie sind PE-Folien
und biologisch abbaubar.

Dieses Buch wurde auf chlor- und säurefreiem Papier gedruckt.
Satz/Umbruch, Bildbearbeitung, Umschlaggestaltung:
Martin Moczarski, Bürgerberg Verlag
Druck & Bindung: CPI books GmbH, Leck - Germany

ISBN: 978-3-9817736-0-6



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (005)
Inhalt

Einleitung 9

Teil 1: Die Bekämpfung des Bösen

A. Der innerste Kern aller Probleme: Psychopathen 12
A.1. Die Wissenschaft des Bösen 13
A.2. Die Psychopathen unter uns 15
A.3. Die essenziellen Psychopathen 18
A.4. Die makrosoziale Entstehung des Bösen 19
A.5. Die Heilung des Bösen 22
B. Der größte Trick der Psychopathen 25
B.1. Die Definition der Wahrheit 26
B.2. Das Schwert der Psychopathen: Der Staat 28
B.3. Die Demokratie: Das Trojanische Pferd der Psychopathen 33
C. Die Rothschilds: Eine Familie aus essenziellen

Psychopathen will eine Weltregierung 37
C.1. Das Geldsystem 40
C.2. Wie die Rothschilds ihre Macht weiter ausbauen 46

Teil 2: Russland in der „Neuen Weltordnung”

A. Der Aufbau der Sowjetunion 55
A.1. Wie die Rothschilds arbeiten 55
A.2. Die Finanzierung der Oktoberrevolution 57
A.3. Die Rot-Kreuz-Mission der Federal Reserve 61
A.4. Die Rothschilds wollen eine Regierung 63
B. Die sowjetische Langzeitstrategie 67
B.1. Phase 1: „Die Periode der Vorbereitung zur friedlichen Koexistenz“ 72
B.2. Phase 2: „Der friedliche Koexistenz-Kampf“ 74
B.3. Phase 3: „Die Periode des dynamischen sozialen Wandels“ 77
B.4. Phase 4: „Die Ära des weltweiten demokratischen Friedens“ 81

Teil 3: Die alternativen Medien

A. Russlands Terrorkrieg vs. Jürgen Elsässer und Christoph Hörstel

A.1. Jürgen Elsässer 87
A.2. Christoph Hörstel 89

A.3. Osama bin Laden - Das Terrorphantom der USA 90



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A.4. Schamil Bassajew - Das Terrorphantom Russlands 92

A.5. Der erste Tschetschenien-Krieg 97
A.6. Der zweite Tschetschenienkrieg und Putins Machtergreifung 100
A.7. Putins Massenmord im zweiten Tschetschenien-Krieg 105
A.8. Putin und Bush - Brüder im Geiste? 111
A.9. Der russische Faschismus, getarnt als der neue Konservatismus 113
A.10. Die Einkreisung Russlands durch die NATO-Faschisten 122
A.11. USA und Russland - Vereint im Kampf gegen den Terror 129
B. Russlands Presse vs. Udo Ulfkotte

B.1. Putins klassische Diktatur 133
B.2. Putins Pressediktatur 134
C. Die russische Wirtschaft

C.1. Putins Maximalstaatshölle 141
C.2. Der Krieg gegen die eigene Bevölkerung 145
C.3. Putins Reichtümer 149
C.4. Mit der Ölwaffe zur Weltmacht 151
D. Pedram Shahyar - Der Wolf im Schafspelz der Mahnwachen 158
D.1. Die Mahnwachen im Visier der organisierten Linken 159
D.2. Die Fabian Society und der Trotzkismus 160
D.3. Pedram, der Trotzkist 165
D.4. Pedram unterwandert die Mahnwachen 167
D.5. Pedram Shahyars äsopische Sprache 171
D.6. Pedram Shahyar will die „Neue Weltordnung“ 173
E. China, die Gefahr vs. William Engdahl

E.1. Die chinesische Bedrohung 184
E.2. Der chinesisch-amerikanische Korporatismus 190

F. Der Islam vs. Gerhard Wisnewski

F.1. Warum die Rothschilds den Islam unterstützen 198
F.2. Islam und Kommunismus - Natürliche Verbündete 208
F.3. Wisnewskis Reise in den Iran 210

G. Die Ukraine-Krise

G.1. Steckt Russland hinter der Putsch-Regierung? 217
G.2. Russland hat die Krim nicht annektiert! Echt wahr? 223
H. Der okkulte Plan der Rothschilds vs. EndzeitreporterMCM 228
Schlusswort 238

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Gestern Nacht hatte ich einen Albtraum...

...Millionen Menschen haben sich in einem Stadion versammelt, das in seinen
kolossalen Ausmaßen nur mit den Bauwerken des biblischen Babylons vergleichbar
ist. Ein wahnsinniger Lärm und fanatisches Gebrüll erhebt sich, als die Mannschaften
das Stadion betreten. Nach all den Jahren des Vorrundengeplänkels geht es nun
endlich zur Sache. Das Finale, auf das wir alle gewartet haben, beginnt. Die vor dem
Turnier genannten Favoriten haben sich durchgesetzt: Die Militärmächte USA und
Russland stehen sich nun zum Endkampf gegenüber! Beim Anpfiff kann man die
Spannung förmlich mit den Händen greifen. Heute wird sich entscheiden, wer den
Weltregierungs-Pokal ins eigene Land mitnehmen darf.

Ein russischer Sender, der das Duell für das deutsche Publikum überträgt, hat
zwei deutsche Experten als Kommentatoren engagiert. Christoph Hörstel und Jürgen
Elsässer sind genau die Experten, die die russischen Fans sich wünschen. Klar müssen
Reporter „neutral“ und „objektiv“ bleiben, aber wir sind ja hier beim Sport und da
ist so ein wenig Parteilichkeit schon erlaubt. Hörstels Einschätzung vor dem Finale
lautet: „Die Russen sind als Team sensationell zusammengewachsen und haben auch
gelernt, wie man Rückschläge wegsteckt. Das haben sie vor allem Wladimir Putin zu
verdanken, einem exzellenten Trainer und Taktiker.“ Elsässer äußert sich spöttisch über
den Gegner USA: „Diese arroganten Amerikaner waren betrunken von ihrem Erfolg.
Sie haben gemeint, sie könnten die ganze Welt erobern, aber heute wird der Tag sein,
an dem der Außenseiter Russland ihnen einen Strich durch die Rechnung machen
wird.“

Das Spiel beginnt: Im ersten Spielzug holt sich Russland seine alte Sowjetrepublik
Tschetschenien wieder zurück. Putin bombardiert die tschetschenische Stadt „Grosny“
mit einem riesigen Arsenal an gegen die Zivilbevölkerung gerichteten verbotenen
Waffen: Splitterbomben, Senkbomben, Brandbomben, Boden-Boden-Raketen.
Auch chemische Waffen regnen auf Grosny nieder. Dass Frauen und Kinder dabei
nicht verschont werden, versteht sich von selbst. Hörstel und Elsässer sind begeistert
vom ersten Spielzug Putins. Beim Tod eines kleinen Mädchens durch eine russische
Luftattacke, schreien die US-Fans laut: „Foul! Schiri? Foul!“ Doch die Russland-Fans
haben nichts gesehen. Sie schreien: „Steh wieder auf, du Simulant!“ Der Schiedsrichter
lässt das Spiel weiterlaufen. Die Kommentatoren sehen das ähnlich. Elsässer meint,
zivile Opfer gehörten in dem Sport nun mal dazu, da müsse man auch mal ein Auge
zudrücken. Für Tschetschenien verdrücke er „keine Träne“.

Als sich die USA wenig später in einem cleveren Spielzug die Regierung des Irak
krallen, schreit Elsässer laut: „Foul! Schiri? Was ist mit dem Völkerrecht?“ Als sein
Team Russland dasselbe bei Tschetschenien gemacht hatte, feierte er dessen Spielzug.
Aber gerade für diese Treue feiern ihn die russischen Fans. Außerdem seien die
Kommentatoren auf der amerikanischen Seite ja meistens ähnlich parteiisch, da müsse
man nun einmal entschlossen dagegenhalten.

Beim Public Viewing vor dem Stadion macht der Fan-Beauftragte Ken Jebsen
die Menge heiß. Er ist auch ein vehementer Gegner des US-Teams. Er brüllt in das

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Megaphon: „Habt ihr gesehen, wie die USA einen wehrlosen Staat wie den Irak
zerbombt haben? Fairplay zählt für diese Mannschaft nichts, nur deshalb haben sie es
überhaupt ins Finale geschafft!“ Ein Ultra aus dem US-Block schreit zu Jebsen hinüber:
„Aber das hat Russland bei Tschetschenien doch auch gemacht!“ Jebsen reagiert schnell:
„Aha, da wird wohl jemand von der NATO bezahlt!“ Jebsens Anhänger grölen, für
seine Schlagfertigkeit schätzen sie ihren Anheizer besonders. Gemeinsam stimmt die
Menge zum Gesang an: „USA, Huuurensöööhne!“

Auf der VIP-Tribüne des Stadions machen es sich die Besitzer der Liga und
der Teams gemütlich. Bei Champagner und Austern berät sich der Liga-Präsident
Nathaniel Rothschild mit dem russischen Oligarchen Konstantin Malofeew über die
nächste Saison. Die meisten Zuschauer auf der VIP-Tribüne wissen, dass das Spiel
manipuliert, der Schiedsrichter von ihnen bestochen wurde. Zwischen Team-USA und
Team-Russland haben geheime Absprachen stattgefunden, von denen die Zuschauer
nichts erfahren dürfen. Sie sollen sich weiterhin eine Mannschaft aussuchen und diese
bedingungslos anfeuern, damit die Liga sie finanziell ausnehmen kann. Der grölende
Mob im Stadion ahnt nichts davon, dass das Ergebnis schon längst feststeht.

Das Finale wird in mehreren Spielen entschieden. Das erste Spiel wird letztendlich
mit einem Unentschieden abgepfiffen. In drei Tagen findet das nächste Spiel statt.
Experten und Fans sehen die Teams gleichauf, mit leichten Vorteilen für die USA. Nach
dem Spiel treffen sich Hörstel, Elsässer und Jebsen im Fan-Lokal. Eigentlich können
die drei sich nicht besonders leiden, aber nach einem so spannenden ersten Finalspiel
kommt man zwangsläufig ins Gespräch. Man philosophiert über die Geschichte, die
größten Skandale und die Helden des Sports. Jebsen stellt die Frage in die Runde:
„Welches Team haben eigentlich eure Eltern damals angefeuert?“ Hörstel antwortet:
„Mein Vater war damals Hitler-Fan, aber nachdem er abgestiegen ist, hat er ihn nicht
mehr unterstützt. Typischer Sonnenscheinfan!” Die Runde lacht. Elsässer sagt: „Meine
Eltern waren auch Hitlerfans. Ich kann den Teams von damals aber heute nicht mehr
viel abgewinnen. Trotzdem: Wäre ich ein paar Jahrzehnte früher geboren, hätte ich mich
wohl den Stalin-Fans angeschlossen, die waren mir irgendwie ein bisschen sympathischer
als diese Hitler-Fanatiker. Ich bin froh, heute als Experte für das Fernsehen zu arbeiten,
denn der Sport hat sich extrem weiterentwickelt.“ Die drei stoßen mit ihren Bierkrügen
an: „Auf den Sport!“ Im Hintergrund laufen die Highlights im Fernsehen: Einschläge
von Bomben, Gewehrsalven, Folter, Massengräber, Obdachlose, ermordete Frauen,
tote Kinder...

...ich wache schweißgebadet auf.

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Einleitung

Verzeihen Sie, Sie fanden dieses Vorwort zu makaber? Aber ist es nicht viel makabrer,
in der Realität Massenmörder und Psychopathen zu verteidigen? Was kann ich dafür,
dass sich vermeintliche Journalisten bei der Analyse von politischen Ereignissen heute
wie die Anhänger eines Fußballvereins verhalten? Ich fühle mich inzwischen eingekreist
von zwei idiotischen Fanblöcken, die nichts als Unsinn verbreiten. Auf der einen Seite
haben wir die Mainstream-Medien. Als Mainstream definiere ich: Alle öffentlich-
rechtlichen TV- und Radiosender. Die TV-Sender und Zeitungen der großen
Medienkonzerne: Burda, Springer, Pro7Sat1, Bertelsmann, Bauer, Holtzbrinck,
WAZ etc. Auf der anderen Seite haben wir die „Alternativen Medien“. Diese finden
überwiegend im Internet statt und sehen sich als Gegengewicht zur Mainstream-
Presse. Ihr verbindendes Element ist, dass der Mainstream sie nicht erwähnt, es
sei denn in einem Hetzartikel. Meine ersten beiden Bücher „Die Rothschilds - Eine
Familie beherrscht die Welt“ und „Die Rockefellers - Ein amerikanischer Albtraum“
wurden fast ausschließlich in den alternativen Medien beworben und verkauft. Ich
sehe mich immer noch eher als Vertreter der alternativen Medien, da diese Themen
ansprechen, von denen der Mainstream weitgehend die Finger lässt. Meine zwei Bücher
über die mächtigsten Familien der Welt werden trotz ihrer beachtlichen Verbreitung
vom Mainstream weiterhin totgeschwiegen.

Ja, es stimmt: Die Mainstream-Journalisten sind die Maulhuren der Mächtigen. Sie
sind überbezahlt, verblendet und demjenigen hörig, der ihnen ihr Gehalt überweist. Sie
berichten im Sinne der westlichen Politik, der westlichen Banken und der westlichen
Konzerne. Doch leider haben sich inzwischen viele Vertreter der alternativen Medien dem
nicht minder gefährlichen östlichen Machtblock angeschlossen: Putins Propaganda-
und Lügenlawine überrollt den Westen und kaum ein alternativer Journalist
wird nicht von ihr mitgerissen. Ich war selbst perplex, als ich feststellen musste, dass
Menschen, auf deren Urteil ich einmal vertraut hatte, sich plötzlich unkritisch der
Propaganda von Putins Medien anschlossen. Für seine mediale Kriegsführung, seinen
„Infokrieg“ im Ausland gibt Moskau jedes Jahr hunderte Millionen Dollar aus, für
die der russische Steuerzahler aufkommen muss. Die Propaganda-Strategie Moskaus
ist so simpel, dass eigentlich jeder Idiot sie durchschauen müsste: Die Weltmacht
USA ist an allem schuld, Russland ist ein tolles Land und der Kapitalismus ist
schlecht. Dass die alternativen Medien darauf hereinfallen bzw. sich dafür einspannen
lassen, ist wirklich ein Armutszeugnis. Putin wird in einem regelrechten Personenkult
verehrt. Seine Fans geben sich Mühe, die kritischen Menschen, die dem Mainstream
nicht mehr trauen, ins Boot zu holen: Sie kritisieren je nach Zielgruppe die Rothschilds,
Israel, den Kapitalismus, die USA, die NATO, Gentechnisch veränderte Nahrung, das
Pharma-Kartell, Angela Merkel, den IWF oder die Federal Reserve. Da all dies aus
dem Westen komme, sei Putin ein vernünftiger Politiker mit guten Absichten,
dem man vertrauen könne. Als Reaktion auf das wuchernde Elend in Deutschland
schließen sich viele Bürger dem Putin-Kult an. Sie wurden von der westlichen Politik
enttäuscht und glauben, in Putin einen neuen Heilsbringer gefunden zu haben. Ihnen

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fehlt die nötige Kritikfähigkeit, um russische Desinformation zu durchschauen. Alle
Erkenntnisse, die gegen Putins gute Absichten sprechen, werden von seinem Kult
ignoriert, Selbstkritik findet nicht mehr statt. Der Kreml nutzt heute die Vorteile
der freien Presse im Westen, die in Russland schon lange nicht mehr existiert. Die
Ursprünge dieser Lügenkampagne kann man bis Lenin zurückverfolgen, aber Putin
und die russische Regierung werden heute bei geschätzt 80-90 Prozent der alternativen
Medien nicht mehr kritisch hinterfragt. Zeit, dass sich daran etwas ändert!

In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher
sein, dass es auch auf diese Weise geplant war, sagte einmal der US-Präsident Franklin
D. Roosevelt. Obama und Putin mögen oberflächlich betrachtet Feinde sein,
aber sie verstehen sich. Sie kennen alle strategischen Tricks der Machtpolitik und
wissen, dass sie an einem orchestrierten Spiel teilnehmen. Beide unterdrücken und
belügen ihre eigene Bevölkerung, halten sie still und plündern sie mit Steuern
und durch Inflation aus. Beide verfolgen das gleiche Ziel einer Weltregierung,
einer „Neuen Weltordnung“, in der das Individuum entrechtet werden soll. Sie
als gegenseitige „Feinde“ zu bezeichnen, ist geradezu absurd. Wer sich in der
Hoffnung auf politische Freiheit einer der beiden Seiten anschließt, wird bitter
enttäuscht werden. Beide Länder haben einen riesigen militärisch-industriellen
Komplex, der den Reichtum der Bevölkerung frisst. In Wahrheit ist das sogar der
Hauptzweck des Militärs und des Krieges: Die Zerstörung vom Wohlstand des
Normalbürgers! Die Psychopathen auf beiden Seiten profitieren davon. Hinter
dem Plan einer Weltregierung steht eine kleine Gruppe internationaler Bankiers,
deren Machenschaften ich schon in meinen zwei ersten Büchern beschrieben habe.
Sie werden in diesem Buch genauer erfahren, wie die Rothschilds Russland als
Figur in ihrem Schachspiel benutzen. Die Machtelite überlässt schließlich nichts
dem Zufall, und dass sich das Oberhaupt eines Staates, der seit Jahrzehnten von
den Rothschilds unterstützt wird, gegen sie auflehnt, wäre in der Tat ein sehr
großer Zufall. Hätte der Westen dem Kommunismus nicht geholfen, würde auch
Russland in der heutigen Form nicht existieren. Die sozialistische Weltregierung
wurde über Jahrzehnte hinweg geplant. Deren Drahtzieher arbeiten mit jedem
Trick im Handbuch der Desinformation. Ohne die richtigen Quellen ist der
durchschnittliche Beobachter verloren. Je beklemmender sich unsere ökonomischen
Randumstände gestalten, desto weniger haben wir Zeit dazu, selbstständig über
unsere Welt nachzudenken. Sowohl Mainstream- als auch alternative Presse
verdanken ihre Popularität der Denkfaulheit ihrer Anhänger.

Die Naivität der Anhänger des Putin-Kults macht mich besonders traurig, wenn
ich an die Entbehrungen und Leiden der sowjetischen Überläufer denke, die im Westen
nie die Anerkennung bekamen, die sie verdienten. Dieses Buch widme ich auch den
libertären Aufklärern in Amerika, die vor der Zeit des Internets von ihrem Umfeld
belächelt und gleichzeitig bedroht wurden von der Machtelite, die damals noch glaubte,
diese Informationen unterdrücken zu können. Es ist vor allem den wenigen Menschen
gewidmet, die mich verstehen und meine Bücher deshalb kaufen. Ohne die kleine
Minderheit, die noch nicht ihren Verstand verloren hat, wäre ich für die Gesellschaft

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ein genauso isolierter Spinner wie die Aufklärer damals, die vor der Bilderberg-Gruppe,
dem CFR und der sowjetischen Bedrohung warnten.

Wie viele dieser Leute bezeichne ich mich auch als „Libertären“. Das bedeutet
schlicht, dass ich glaube, dass kein anderer Mensch das Recht hat, über mich zu
herrschen. Für mich ist es eine unerschütterliche „Wahrheit“, dass jeder Mensch
uneingeschränkter Besitzer seines eigenen Körpers ist. Aus dieser simplen Prämisse
kann ich alle meine Schlussfolgerungen über den heutigen Zustand der Welt ableiten.
Ich will Ihnen zeigen, dass ich mich ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse auf
Wissenschaften beziehen kann, die auf sehr simplen Prämissen beruhen. Politik und
Wirtschaft sind im Vergleich zu Chemie, Physik oder Mathematik relativ einfach zu
verstehen. Die Aufgabe der Presse ist es, den Konsumenten zu verwirren, sodass er
glaubt, das Weltgeschehen wäre zu komplex, um von ihm durchschaut zu werden.
Ich werde in diesem Buch vor allem auf wissenschaftliche Erkenntnisse setzen, die im
Mainstream übergangen werden. Ich werde mich auf Erkenntnisse der Psychologie,
Ökonomie und Geschichtswissenschaft verlassen. Sie müssen mir nichts glauben
und können meine Aussagen nachprüfen und nachrecherchieren. Ich muss leider
weit ausholen, bis ich zum Kernthema des Buches gelange. Erst durch die von mir
erläuterten Grundlagen werden es meine Kritiker schwer haben, mein Buch als „falsch“
oder „unsachlich“ zu bezeichnen. Für meine Kritik an den alternativen Medien habe
ich mir folgende Persönlichkeiten ausgesucht, die zusammengenommen inzwischen ein
Millionenpublikum erreichen: Jürgen Elsässer, Christoph Hörstel, William Engdahl,
Gerhard Wisnewski, Jasinna, Ken Jebsen, Pedram Shahyar und EndzeitreporterMCM.
Ich hoffe, diese Personen nehmen sich meine Kritik zu Herzen und korrigieren ihre
Fehler. Mit einer einheitlichen libertären Bewegung hätte man tatsächlich Chancen,
sich gegen die Pläne der Machtelite zu wehren. Die Aufklärung lehrte, man solle sich
seines eigenen Verstandes bedienen. Das bitte ich Sie, lieber Leser, auch zu tun.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (012)
Teil 1: Die Bekämpfung des Bösen
A. Der innerste Kern aller Probleme: Psychopathen

Die Frage, die unsere Spezies seit Anbeginn unserer Existenz quält und heute
dringender als jeher eine Beantwortung benötigt, ist die folgende: „Warum wurde
die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte beharrlich von blutigen Inquisitionen,
Kriegen und Genoziden heimgesucht, und warum schafft sie es nicht, Frieden zu
schließen und zu verstehen, dass Gewalt keine Probleme löst?“ Dieser verzweifelte
Hilferuf, der seit Jahrtausenden von Philosophen, Poeten, Musikern und anderen
Künstlern in Form von Moraltexten, Gedichten und Liedern ausgestoßen wird,
hat bis heute keine rettende Antwort erhalten. Der allgegenwärtige Terror der
Geschichte lässt ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das zu dem Schluss führen
könnte, dass alle brutalen Krisen der Weltgeschichte sich zwangsläufig ereignet
hätten. Den Durchschnittbürger vereinnahmt das Gefühl, er könne nichts gegen
Militärschläge, Hungersnöte und Finanzkrisen unternehmen. Sie würden sich von
selbst entwickeln und seien ein natürliches Phänomen. So wie ein Tornado, der
mit seiner Wucht eine Stadt in Schutt und Asche legt. Die Religionen reden ihm
ebenfalls ein, er könne nichts gegen all die Ungerechtigkeiten unternehmen. Es
reiche aus, sich zu seinem Gott zu bekennen, und die Belohnung erwarte einen
im nächsten Leben. Die Wahrheit ist allerdings, dass die Menschheit sich ihrer
bisherigen Probleme nur durch Logik und Wissenschaft entledigen konnte. Ärzte
forschten nach den Ursachen von Krankheiten und fanden die entsprechenden
Gegenmittel. Clevere Tüftler fanden neue Methoden der Energieerzeugung und
der Fortbewegung. Die Entwicklung einer elektronischen Rechenmaschine führte
zur globalen Vernetzung von über sieben Milliarden Menschen. Ohne diese
technischen Quantensprünge wäre der Durchschnittsmensch bis heute, mit einer
durchschnittlichen Lebenserwartung von 35 Jahren, auf einer Fläche von wenigen
Quadratkilometern gefangen. Auf zahlreichen Gebieten machte die Wissenschaft
ab der Mitte des 18. Jahrhunderts enorme Fortschritte und begann sich in vielen
Bereichen neu zu erfinden. Heute hat die Menschheit die wichtigsten Lösungen
für fast alle Probleme gefunden: Der deutsche Normalbürger genießt heute den
Lebensstandard eines Königs aus dem Mittelalter. Dennoch müssen immer noch
Milliarden Menschen auf unserem Planeten unter Hunger und Kriegen leiden
oder sind politischer Willkür ausgesetzt. Auch die Lebensqualität in unserem Land
beginnt wieder rapide zu fallen, obwohl all die Erfindungen und wissenschaftlichen
Erkenntnisse, die unser Leben erleichtern, doch einen stetigen Anstieg des Glücks
und des Wohlstands mit sich bringen müssten.

Der Grund dafür ist recht simpel. Wir haben uns dem Grundproblem der
Menschheit noch nicht mit wissenschaftlichen Methoden genähert: Dem Problem
der Entstehung des Bösen! Logischerweise muss sich diese Wissenschaft mit dem
Menschen beschäftigen, wobei sie nur folgende Wissenschaftsfelder einschließen kann:
Geschichte, Biologie, Ökonomie, Philosophie, Soziologie und Psychologie.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (013)
A.1. Die Wissenschaft des Bösen

Auch der Grund, warum es über den Aufstieg von Massenmördern wie
Hitler, Stalin und Mao oder jeden anderen Tyrannen der Weltgeschichte keine
sachliche Wissenschaft gibt, die allgemeine Ursachen, Regelmäßigkeiten und
Lösungen beschreibt, ist leicht ersichtlich: Die Tyrannen selbst hatten und haben
kein Interesse an diesen Erkenntnissen. Das musste der Forscher Andrzej M.
Lobaczewski am eigenen Leib erfahren, als er im kommunistischen Polen mit
einem geheimen Netzwerk aus Forschern eine neue revolutionäre Wissenschaft
erschuf: Die Wissenschaft über das Wesen des Bösen oder wie Lobaczewski sie
nannte: Die Politische Ponerologie (aus dem Griechischen: poneros = das Böse).
Lobaczewski studierte an der Universität von Krakau Psychologie und gehörte zu
den letzten Studenten, der die Psychologie ohne den Einfluss der Sowjet-Ideologie
studieren durfte. Er durfte miterleben, wie die Regierung jegliche Erkenntnisse
über die Verbindung zwischen Psychopathie und politischer Macht zerstörte.
Wo immer eine Gesellschaft versklavt und den Gesetzen einer überprivilegierten
Klasse unterworfen wird, ist die Psychologie die erste Wissenschaft, die von einer
Administration zensiert und angegriffen wird, die in der Darstellung wissenschaftlicher
Wahrheiten das letzte Wort an sich reißt, schrieb Lobaczewski selbst.' Damit hatte
er sicherlich recht, denn nichts ist für Iyrannen gefährlicher als die Aufklärung
über ihre psychischen Anomalien. Als Lobaczewski feststellte, dass manche seiner
Kommilitonen begannen, unter dem Einfluss der sowjetischen Herrscher und vor
allem eines neuen Psychologie-Professors, der nur noch Propaganda-Material des
Politbüros abstotterte, ihre Weltsicht grundlegend zugunsten der neuen Machthaber
zu verändern, war für Lobaczewski die Zeit gekommen, dieses Phänomen zu
erforschen. Er wurde allerdings mit der Tatsache konfrontiert, dass jemand offenbar
mit besonderem Wissen die Bibliothek von allem Material über dieses Thema gesäubert
hatte.“ Für den Psychologen nur der Anfang einer Serie von Rückschlagen, die
er bei der Arbeit an seinem Lebenswerk - der Wissenschaft des Bösen - erleiden
musste. Während seiner Tätigkeiten in einer psychiatrischen Anstalt, einem
Krankenhaus und bei einer Organisation für psychisch Kranke, verbesserte er
seine Fähigkeiten in klinischer Diagnose und als Psychotherapeut stetig. Durch
Forschung an polnischen Probanden gewann er Einsichten über das kranke Wesen
des Systems, in dem er lebte. Dass sein 2004 veröffentlichtes Buch „Politische
Ponerologie - Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung
für politische Zwecke“ keine detaillierte Forschungsarbeit darstellt, liegt darin
begründet, dass das geheime Netzwerk der Forscher, mit denen Lobaczewski an
der Ponerologie arbeitete, während der post-stalinistischen Unterdrückungswelle
Anfang der 60er-Jahre durch zahlreiche Verhaftungen der Forscher ausgeschaltet
wurde. Lobaczewski musste das erste Manuskript des Buches verbrennen, als die
Geheimpolizei vor seiner Tür erschien. Die zweite Kopie - von Wissenschaftlern
unter widrigsten Bedingungen aufs Neue zusammengestellt - wurde via Kurier an
den Vatikan gesandt. Doch der Empfang des Textes wurde nie bestätigt, und wieder

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (014)
waren alle wertvollen Inhalte verloren.” 1984, sieben Jahre nach seiner Flucht aus
Polen nach Amerika musste Lobaczewski sein Wissen über die Ponerologie aus dem
Gedächtnis niederschreiben. So sind die statistischen Daten der polnischen Forscher
zwar zu großen Teilen verloren, aber die Haupterkenntnisse der „Wissenschaft über
das Wesen des Bösen“ konnten von Lobaczewski gesichert werden. Er war jedoch
mit dem naiven Glauben nach Amerika gekommen, die Erkenntnisse über das Böse
würden das dortige politische Establishment brennend interessieren. Sein Erstaunen
war groß als Zbgniew Brzezinski, die graue Eminenz der US-amerikanischen
Globalstrategen, „alles unternahm, damit das Buch nicht gedruckt werden konnte,
während er gleichzeitig voll des Lobes über das Manuskript war und versicherte, alles
in seiner Macht stehende zu tun, damit es veröffentlicht werde.“> Es dauerte noch 20
Jahre, bis sich ein Verlag des Manuskripts annahm und „Politische Ponerologie“
veröffentlichte. Im Laufe dieses Buches werden Sie noch mehr sowjetische
Emigranten kennenlernen, deren Hoffnungen in die Amerikaner bitter enttäuscht
wurden. (siehe S.70)

Die Ponerologie untersucht, wie ganze Nationen dem Bösen anheimfallen können
oder wie Lobaczewski es nannte: Die Entstehung des makrosozialen Bösen. Sie
untersucht, wie es dazu kam, dass die Geschichte der Menschheit eine nicht endende
Schleife aus Kriegen und Tyrannei darstellt, obwohl fast alle Menschen in ihrem Leben
moralisch handeln. Da Lobaczewski als Psychologe arbeitete, näherte er sich dem Bösen
aus einer psychotherapeutischen Sicht, doch wusste er von Beginn seiner Experimente
an, dass es nötig war auf weitere Wissenschaften zurückzugreifen, um die Entstehung
des makrosozialen Bösen zu untersuchen. Vor allem die Biologie leistete ihm bei seiner
Arbeit gute Dienste.

Schnell bestätigte sich Lobaczewskis naheliegender Verdacht, der die Entstehung
des Bösen mit Psychopathie in Verbindung brachte. Sicher wird es kaum jemanden
überraschen, wenn er hört, dass Charaktere wie Hitler und Stalin Psychopathen waren.
Doch der Gedanke, es existiere in einem Land ein Promille-Anteil an Psychopathen,
der an die Macht kommt und dann all die guten Menschen unterdrückt, ist extrem
naiv und falsch. Das ist eine unzureichende psychologische Sichtweise auf die Welt.
Lobaczewski untersuchte das Phänomen der „Psychopathen“ und deren Einfluss
auf ganze Nationen genauer. Im Gegensatz zu vielen Wissenschaftlern und Autoren
vor ihm, die das Böse nur beschrieben, suchte er eine ausreichende Erklärung der
Ursachen und Vorgänge, aus denen heraus sich all die historischen Dramen
ereigneten. Als Psychologe und Wissenschaftler fand Lobaczewski endlich die richtige
Herangehensweise an das Problem: So wie Psychopathie die Geisteskrankheit eines
menschlichen Organismus‘ ist, ist das makrosoziale Böse die Geisteskrankheit eines
Organismus‘ der höheren Art, nämlich der Gesellschaft. So wie ein Mensch zum
Psychopathen gemacht werden kann, kann man ein ganzes Land psychologisch in eine

* Es liegt nahe, dass die Kirche Lobaczewskis Erkenntnisse ebenfalls unterdrücken wollte. Schließlich würde eine
effektive Bekämpfung des Bösen den Kirchen kaum von Nutzen sein. Haben sie sich doch seit Jahrhunderten den
Kampf gegen das Böse anhand ihrer Schriften auf die Fahne geschrieben. Bisher konnte keine Religion dieses Ziel

nur ansatzweise erreichen.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (015)
Tyrannei transformieren. Und so wie der Psychopath durch therapeutische Methoden
geheilt werden kann, kann auch eine ganze Nation vom Einfluss des Bösen befreit
werden. Mit der weltweiten Verbreitung dieses bahnbrechenden psychologischen
Wissens könnte man die Entstehung humanitärer Katastrophen in Zukunft vermeiden,
weshalb der Herausgeber des Buches nicht zu tief stapelte, als er schrieb: Das Buch, das
Sie in Ihren Händen halten, kann das wichtigste Buch sein, das sie jemals lesen werden;
wahrscheinlich wird es so sein.”

A.2. Die Psychopathen unter uns

Lobaczewski war der Schwierigkeit ausgesetzt, dass er im kommunistischen Polen
unzureichende Daten, vor allem im Bereich der Psychopathie, vorfand, die nicht
ausreichten, um akkurate Schlussfolgerungen zu ziehen. So musste er unter widrigsten
Umständen damit beginnen, eigenen Nachforschungen nachzugehen. In einem seiner
Experimente wählte er aus 5000 psychotischen, neurotischen und gesunden Menschen
384 Erwachsene aus, die andere Menschen ernsthaft verletzt hatten.” Die Analyse der
Persönlichkeiten und die Entstehung der Verhaltensweisen ergab, dass nur 14 bis 16
Prozent der 384 Personen keine psychopathologischen Faktoren aufwiesen, die ihr
Verhalten hätten beeinflussen können. Doch vermutlich wiesen auch einige dieser 14
bis 16 Prozent diese Faktoren auf, denn die Nicht-Erkennung solcher Faktoren durch
einen Psychologen bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt. „Psychopathologische Faktoren“
waren für Lobaczewski anormale Verhaltensstörungen, die er später in den Prozess
der Entstehung des Bösen einordnete. Diesen Prozess nannte er „Ponerogenese“
oder „Ponerisation“. Diese Verhaltensstörungen entstammten Verletzungen des
Gehirns (Läsionen), wurden vererbt oder durch psychologische Negativ-Erfahrungen,
vor allem in der Kindheit, erworben. Schon hier ist ein wesentlicher Unterschied von
Lobaczewskis Forschung zu anderen Beobachtern des Bösen zu erkennen: Er verurteilte
die Verhaltensstörungen nicht moralisch, sondern untersuchte deren Ursachen, die
zu einem großen Anteil anatomischen und genetischen Ursprungs waren. Bei einer
Verletzung des Gehirns oder im Falle der Vererbung spielten Erziehung und äußere
Einflüsse eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung von psychopathischen
Verhaltensmustern.

Wesentlich waren Lobaczewskis Erkenntnisse über die Anzahl der psychopathischen
Störungen, die zur Entstehung des Bösen beitragen. Lobaczewski schätzte anhand
seiner Daten, dass sechs Prozent der Menschen an einer Störung leidet, die an
der Ponerogenese mitwirkt. So befindet sich durchschnittlich in jeder Schulklasse
eine Person, die später wesentlich an der Errichtung einer Diktatur mitwirken könnte.
Lobaczewski zeigte auf, dass es verschiedene Typen von Psychopathie gibt, wenngleich
er nicht jede Verhaltensstörung der sechs Prozent, die zur Entstehung des Bösen
beitragen könnte, als ,,Psychopathie® bezeichnete. Um das Verständnis zu vereinfachen,
werde ich dennoch von den sechs Prozent Psychopathen sprechen.

Erworbene psychopathische Störungen bezeichnete er als „Charakter-
opathien“. Diese können vor allem durch Verletzungen des Gehirns, schlechten

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (016)
Schlaf, Medikamente, Gifte in der Umwelt oder Traumatisierungen in der Kindheit
entstehen. Diese Verhaltensstörungen zeichnen sich durch die Unfähigkeit zur
selbstkritischen Reflexion des eigenen Verhaltens aus. Die „Charakteropathen“ legen
Rachsucht, Egoismus und Arroganz an den Tag, sind jedoch gleichzeitig charmant
und einnehmend. Ihre Selbstsicherheit entsteht durch ihre Unfähigkeit, ihr eigenes
Verhalten zu hinterfragen. Dies entsteht oft durch eine Verletzung des zerebralen
Kortex, der dem menschlichen Gehirn es ermöglicht, eine Art Innenschau der eigenen
Gedanken zu vollziehen. Wenn dieser Bereich geschädigt ist, findet keine Prüfung
der eigenen Gedanken und Handlungen mehr statt. So können Charakteropathen
in Sekundenschnelle übervereinfachte Entscheidungen treffen, ohne dabei nur
den geringsten Selbstzweifel zu hegen. Sie sehen dies als Überlegenheit gegenüber
„normalen“ Menschen, die stets mit ihrem Gewissen und zwiespältigen Motivationen
hadern. Obwohl ihr Gehirn geschädigt ist, sind in der Regel die Bereiche gesund, die
die allgemeine Intelligenz betreffen. Kinder, die einen solchen Defekt aufweisen, sind
durchschnittliche bis gute Schüler. Charakteropathen sind nicht intelligenter als andere
Menschen, doch sie werden bei Entscheidungsfindungen nicht von ihrem Gewissen
belastet. So neigen sie dazu, aus dieser „Gabe“ auf egoistische und rücksichtslose Art
Vorteile zu ziehen. Aufgrund ihrer Andersartigkeit neigen viele Menschen dazu, diesen
Leuten besondere Fähigkeiten beizumessen, weshalb sie die Charakteropathen sehr
ernst nehmen und an ihre Lügen glauben. Wenn ein Elternteil einen solchen Defekt
aufweist, dann weisen alle Kinder in der Familie eine entsprechende Anomalie in ihrer
Persönlichkeitsentwicklung auf. Wenn ein Charakteropath die Führung eines Staates
übernimmt, werden auch viele seiner Staatsbürger sein verzerrtes Weltbild annehmen
und ihm folgen. So kam der Autor zu dem Ergebnis, dass z.B. Josef Stalin in die Liste
der „ponerogenen Charakteropathie“ („ponerogen“ = am Prozess der Entstehung des
Bösen beteiligt) aufgenommen werden musste. Seine Charakteropathie entwickelte
sich vor dem Hintergrund einer perinatalen Verletzung seiner präfrontalen Hirnrinde.
Einige Fotos zeigten eindeutig eine typische Deformation seiner Stirn, die bei Menschen
vorkommt, die unter einer solchen Schädigung leiden.®

Die moderne Psychologie beschäftigt sich erstens zu wenig mit Psychopathen
und wenn sie es tut, versteht sie nicht, dass die meisten Psychopathen nicht antisozial,
sondern perfekt in die Gesellschaft integriert sind. Die meisten Experten für psychische
Krankheiten arbeiten unter viel zu simplen Prämissen, z.B. dass Psychopathen aus
verarmten Verhältnissen stammen oder eine Art von Missbrauch in ihrer Kindheit er-
leiden mussten. Viele meinen, es wäre demnach nicht besonders schwer, sie zu
identifizieren, da sie sich mit Sicherheit außerhalb der Gesellschaft aufhielten.
Falls sie dennoch eine Rolle in der Gesellschaft hätten, würden sie als Fremdkörper
wahrgenommen werden.” Diese Sicht auf Psychopathen ist geradezu brandgefährlich,
da sie von der tatsächlichen Gefahr des psychopathischen Wesens ablenkt. Psychopathen
wirken oft sehr charmant, intelligent, vertrauenserweckend und liebenswürdig.
So ziehen sie andere Menschen in ihren Bann. Trotz ihrer unverantwortlichen und
selbstzerstörerischen Handlungsweisen besitzen sie jene Charakterzüge im Überfluss,
die anderen Menschen erstrebenswert erscheinen. Obwohl ihnen die Gefühle ihrer

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (017)
Mitmenschen gleichgültig sind, schaffen sie es, ein Gefühl der Wärme und des Vertrauens
zu vermitteln. Die gefährlichsten Psychopathen werden von der Gesellschaft bewundert
und ihre Defizite verkannt. Kriminelle Psychopathen am Rande der Gesellschaft sollte
man als „gescheiterte Psychopathen“ bezeichnen. Ein Massenmörder wie Charles
Manson (der übrigens vor seinen Morden kein gesellschaftlicher Außenseiter war und
äußert charismatisch und vertrauenserweckend wirkte) kann gesamtgesellschaftlich
niemals einen solch großen Schaden anrichten wie z.B. Wladimir Putin.

Andere Typen von Psychopathen, die an der Entstehung des Bösen mitwirken,
haben ihre psychologischen Abweichungen geerbt. Dass Psychopathie sich von
Generation zu Generation vererbt, ist eine Tatsache, die heute kaum von Psychologen
gewürdigt wird. So kann z.B. Schizoidität auf Veränderungen im Erbgut zurück-
geführt werden. Lobaczewski schreibt über Schizoide: Die Träger einer solchen Anomalie
sind überempfindlich und misstrauisch, während sie gleichzeitig den Gefühlen anderer
Menschen nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Sie neigen dazu, extreme Positionen
einzunehmen und sind eifrig darauf bedacht, sich auch für nur kleinere Angriffe zu rächen.
Zeitweise sind sie exzentrisch und skurril. Ihre schlechte Einschätzung von psychologischen
Situationen und der Realität führt sie zu irrigen, abwertenden Interpretationen über
die Ansichten anderer Menschen. Sie verwickeln sich leicht in Aktivitäten, die auf den
ersten Blick moralisch in Ordnung sind, jedoch in Wirklichkeit ihnen selbst und anderen
Menschen Schaden zufügen. Ihre verarmte psychologische Weltsicht macht sie gegenüber der
menschlichen Natur zu typischen Pessimisten. Wir finden in ihren Aussagen und Schriftstücken
häufig Ausdrücke ihrer charakteristischen Gesinnung: Der Mensch sei so schlecht, dass
die Ordnung der Gesellschaft nur über eine starke Hand aufrechterhalten werden
könne, die aus höchst qualifizierten Menschen im Namen einer höheren Idee
bestehe. Lassen Sie uns diese Aussage als schizoide Deklaration bezeichnen.8

Schizoide werden bei der Ponerogenese vor allem gefährlich, wenn sie in ihrem
falschen Gefühl intellektueller Überlegenheit große Lehrsätze zu Papier bringen, die
dann in hohen Auflagen veröffentlicht werden. Eigentlich sind Schizoide Einzelgänger,
die sich im Gegensatz zu charismatischen Psychopathen nicht in die Gesellschaft
integriert haben. Doch sie haben den inneren Drang, ihre eigene Konzeptwelt anderen
Menschen oder sozialen Gruppierungen aufzuerlegen. Wenn sie es schaffen, ihre
eigene Persönlichkeit hinter dem geschriebenen Wort zu verstecken, kann ihr Einfluss
die Köpfe der Gesellschaft auf breiter Basis beeinflussen. Lobaczewski analysierte die
Arbeiten von Karl Marx und erkannte darin die schulmeisterlichen, simplifizierenden
Gedankengänge eines Schizoiden.9 Peter Jacob Frostig, ein Psychiater der alten Schule,
dessen Werke zu den Zeiten von Lobaczewskis Forschungen aus den öffentlichen
Bibliotheken als „ideologisch unpassend“ entfernt wurden, reihte Marx und Friedrich
Engels in eine Kategorie ein, die er die bärtigen schizoiden Fanatiker nannte.10 Kein
Zufall, dass die meisten konstruktivistischen Philosophen, die ihre Ideen über das
Individuum stellten, wie z.B. Platon, Rousseau oder eben Karl Marx, sich hauptsächlich
der Sprache bedient haben und nicht etwa der Logik. Dass Marx die Kostenrechnung
nicht beherrschte, wird an den staatlichen Hochschulen zugegeben. Rousseaus Arbeiten
wie beispielsweise „Der Gesellschaftsvertrag” waren zwar sprachlich brillant, aber

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inhaltlich zum großen Teil widersprüchlich und gespickt mit willkürlichen Prämissen
und totaler Ignoranz gegenüber logischer Deduktion.

A.3. Die essenziellen Psychopathen

Die extremste Form der Psychopathie ist ebenfalls eine durch Vererbung
übertragene Anomalie: Die Rolle der „Essenziellen Psychopathie“ ist in ponerogenen
Prozessen außerordentlich groß. Essenzielle Psychopathen sind menschlichen Gefühlen
und moralischen Werten gegenüber farbenblind. Ihre Fähigkeit, andere Menschen
emotional zu verstehen, ist komplett ausgeschaltet und auch nicht durch therapeutische
Anstrengungen aktivierbar. Gehirnscans bestätigten, dass ihre Gehirnbereiche, die für
eine emotionale Regung verantwortlich sein sollten, keine Aktivität zeigten.!" Sie sind
innerlich leer und verkörpern den Prototyp des eiskalten, bösartigen Psychopathen. Die
moralischen Konventionen normaler Menschen, die auf Mitgefühl und Nächstenliebe
basieren, sind für ihn nahezu unverständlich. Er denkt, dass Gewohnheiten und Prinzipien
des Anstands eine Übereinkunft anderer sind, dass sie dumm, lästig und manchmal auch
lächerlich sind und von irgendjemandem (wahrscheinlich von Priestern) erfunden wurden
und einem aufgenötigt werden. '* Für den essenziellen Psychopathen sind die Konzepte
und Regeln der gesunden Menschen so fremd, dass er es kaum glauben kann, dass sich
die Menschen in der Mehrzahl an diese halten. Zwar sind Menschen, denen essenzielle
Psychopathie vererbt wurde, im Allgemeinen weniger intelligent als geistig gesunde
Menschen, doch sie entwickeln ein ihnen eigenes Wissen, das Menschen mit einer
herkömmlichen Weltsicht nicht besitzen. Sie lernen bereits in der frühen Kindheit, sich
gegenseitig in einer Menschenmenge zu erkennen und sie entwickeln ein Bewusstsein von der
Existenz ähnlich gelagerter Menschen. Sie sind sich auch darüber im Klaren, dass sie anders
als die Menschen um sie herum sind. Sie betrachten uns aus einer gewissen Distanz, wie
eine para-spezifische Eigentümlichkeit. Natürliche menschliche Reaktionen - die oft nicht
das Interesse gesunder Menschen erwecken, da sie ihnen naheliegend erscheinen - kommen
dem Psychopathen seltsam und daher interessant oder sogar komisch vor. Aus diesem
Grund beobachten sie uns, ziehen aus uns ihre Schlüsse und bilden ihre unterschiedlichen
Konzeptwelten. Sie werden zu Experten unserer Schwächen und sind manchmal für herzlose
Experimente verantwortlich. Das Leid und die Ungerechtigkeit, die von ihnen verursacht
werden, lassen in ihnen kein Gefühl von Schuld entstehen, da Reaktionen von anderen
Menschen einfach als Resultat ihrer Andersartigkeit angesehen werden und eben zu ‚jenen
anderen Menschen‘ passen, die sie als nicht wirklich zu ihnen gehörig betrachten. Weder
ein normaler Mensch, noch unsere herkömmliche Weltsicht, kann diese Welt völlig anderer
Konzepte zur Gänze verstehen, und auch nicht richtig einschätzen. > Das bedeutet,
dass wir es in psychologischer Hinsicht bei essenziellen Psychopathen mit einer
anderen Spezies zu tun haben, der unsere Welt völlig fremd ist und die sich in
unsere normale Welt einschleicht, indem sie unsere Verhaltensweisen nachahmt.
Das bezeichnete der Psychopathie-Forscher Hervey Cleckley als „Die Maske
der Normalität“ (The Mask of Sanity). Lobaczewski stellte in seinen Forschungen
fest, dass der essenzielle Psychopath sich von allen anderen Formen der ererbten und

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erworbenen Psychopathie - wie z.B. Schizoidität oder Charakteropathie - vor allem
dadurch unterscheidet, dass er im vollen Bewusstsein seiner Andersartigkeit ist und
sich dementsprechend verhält. Er geht aufgrund dieser Eigenschaft taktischer vor als
die anderen Psychopathen, die ihren Defekt nicht realisieren und an die Richtigkeit
ihrer Handlungen glauben. Deshalb steckt in dem fanatischen Psychopathen, der in
seinem wahnhaften Glauben an eine neue bessere Welt die Macht ergreift, immer ein
essenzieller Psychopath, der sich der wahren bösartigen Natur der Tyrannei bewusst ist,
die ein anderer Psychopath errichtet. Essenzielle Psychopathen machen nur etwa 10
Prozent der 6 Prozent Psychopathen in der Gesamtgesellschaft aus. Das bedeutet, dass
0,6 Prozent aller Menschen essenzielle Psychopathen sind. Was in absoluten Zahlen
bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen ziemlich viel ist. Immerhin
sind es hochspezialisierte Lebensformen, die über die Zeit, aufgrund der Tatsache, dass
nur sie in der Lage sind, auf Anhieb Abkömmlinge ihrer Spezies in Gesellschaften zu
erkennen, gelernt haben, miteinander zu kooperieren.

A.4. Die makrosoziale Entstehung des Bösen

Seine Studien lehrten Lobaczewski, dass das Böse in seiner Natur Krankheiten ähnelt,
obgleich es komplexer und schwieriger zu erfassen ist. Lobaczewski war einer der ersten
Forscher, der verstand, dass das Böse hochansteckend ist und eine Epidemie ins
Rollen bringen kann, die auch Menschen befällt, die eigentlich nicht psychopathisch
sind. Er wurde selbst Zeuge, wie andere Wissenschaftler von der Krankheit, die sie
untersuchten, angesteckt oder gar von ihr vernichtet wurden. Die Ansteckungsgefahr
von Psychopathie, die bis heute von den wenigsten Psychologen anerkannt wird,
beschrieb Lobaczewski folgendermaßen: Jeder Mensch assimiliert im Laufe seines Lebens,
und besonders während seiner Kindheit, psychologisches Material von anderen Menschen.
Dies geschieht durch mentale Resonanz, Identifikation, Imitation und andere Formen
der Kommunikation, woraufhin sich seine eigene Weltsicht bildet. Wenn das betreffende
Material von pathologischen Faktoren und Missbildungen kontaminiert ist, wird sich die
Persönlichkeit ebenfalls missgebildet entwickeln.'* Zwar steht am Anfang immer eine
Verletzung des Gehirns oder eine vererbte Anomalie, doch diese Verhaltensstörung
kann auch psychisch gesunde Menschen zu einem gewissen Grad befallen, zumindest
so weit, dass sie am Aufbau einer Pathokratie - einer Herrschaft des Bösen wie etwa
Stalins Russland und Hitlers Deutschland - mitwirken: Einen normalen Menschen
einem psychisch abnormen Individuum unterzuordnen, hat ernsthafte und schädigende
Auswirkungen auf seine Persönlichkeit - es erzeugt Traumata und Neurosen. Dies wird auf
eine Weise erreicht, die sich im Allgemeinen der bewussten Kontrolle entzieht. In solch einer
Situation wird der Mensch seiner natürlichen Rechte beraubt: seine eigene mentale Hygiene
zu leben, eine ausreichend autonome Persönlichkeit zu entwickeln und seinen gesunden
Menschenverstand zu benutzen.”” Das Böse dringt vor allem in Gesellschaften ein, die
sich ihre gesunde, instinktive Kritikfähigkeit gegenüber psychopathischen Individuen
abgewöhnt haben. Lobaczewski bezeichnet dieses Phänomen der Verdrängung des Bösen
als hysteroiden Zustand: In ‚guten‘ Zeiten wird die Suche nach der Wahrheit unbequem, da

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (020)
sie unangenehme Tatsachen offenlegt. Da ist es besser, über leichtere und freundlichere Dinge
nachzudenken. Die unbewusste Elimination von Daten, die unzweckmäfig erscheinen oder
sind, wird langsam zur Gewohnheit, was daraufhin von der ganzen Gesellschaft akzeptiert
wird. Das Problem dabei ist, dass jeder Gedanke, der auf solch beschränkten Informationen
beruht, unmöglich zu korrekten Schlussfolgerungen führen kann, sondern in der Folge zu
einer unterbewussten Substitution dieser unangenehmen Prämissen durch angenehmere
Sichtweisen führt und dabei an die Grenzen der Psychopathologie gelangt. |...) Solch eine
Gesellschaft, die bereits vom hysteroiden Zustand befallen ist, betrachtet jegliche
Wahrnehmung der unbequemen Wahrheit als Zeichen von ‚Schlechtheit‘. [...]
Die Katastrophe wartet auf ihren Auftritt. In solchen Zeiten verliert sich die Fähigkeit
für logische und disziplinierte Gedanken, die aus der Notwendigkeit in schlechten Zeiten
entstanden sind. Wenn Gemeinschaften ihre Kapazitäten für psychologische Vernunft und
moralische Kritik verlieren, wird der Prozess der Schaffung des Bösen in jedem sozialen
Bereich intensiviert, ob individuell oder makrosozial, bis alles sich wieder in schlechte
Zeiten verwandelt.’® Wenn das Böse dann über eine Gesellschaft hereinbricht, sind
die Menschen von seinem Ausmaß überwältigt und schaffen es nur allmählich, ihre
Vernunft und klare Unterscheidungsfähigkeit menschlicher Charaktere zu reaktivieren.
Zu diesem Zeitpunkt ist es meistens schon zu spät, um sich gegen die Pathokratie zu
wehren.

Die Krankheit des Bösen schwächt das Immunsystem der Gesellschaft - des
Organismus‘ der höheren Art - durch krankhafte Ideologien, die sich ähnlich
wie Viren unterscheiden, doch immer das gleiche Krankheitsbild verursachen.
Die Krankheit ist im Laufe der aufgezeichneten Geschichte unter neuen Ideologien
immer wieder aufgetaucht. Die Ideologie wird zum Werkzeug der Psychopathen, um
deren ungerechtes politisches System zu rechtfertigen. Durch die in ihr enthaltenen
vollmundigen Versprechen und einer oberflächlich wissenschaftlichen Rechtfertigung
erzeugen sie einen Deckmantel, der ihr wahres, pathologisches Wesen nach außen
hin verbirgt. Die Ideologie wird zum trojanischen Pferd, das die Pathokratie in das
entsprechende Land bringt. Wie schon erwähnt, werden unlogische Ideologien
hauptsächlich von Menschen mit einer schizoiden Störung in die Welt gebracht, die an
krankhafter Selbstüberschätzung leiden. Ein Paradebeispiel einer solchen Ideologie war
Marx‘ Kommunismus, der sich als Wissenschaft tarnte und die Gesellschaft mit der
Hoffnung auf eine bessere Welt koderte.” Als die geistig gesunden Russen bemerkten,

* Hoppe (siehe S.27) erklärt, warum Sozialismus nur zur Verarmung führen kann: Erstens ist Eigentum an
Produktionsmitteln im Sozialismus einem Kollektiv von Individuen zugeordnet, ungeachtet der vorherigen Hand-
lungen oder Nichthandlungen jedes Mitglieds in Bezug auf diese Mittel. Damit bevorzugt sozialistisches Eigentum
den Nichtaneigner, den Nichtproduzenten und den Nichttauscher und beansprucht Aneigner, Produzenten und
Tauscher. Entsprechend wird es weniger ursprüngliche Aneignung von als knapp erkannten Ressourcen geben, es
wird weniger Produktion neuer und weniger Instandhaltung alter Produktionsfaktoren geben, und es gibt we-
niger Tausch, denn alle diese Aktivitäten beinhalten Kosten. Unter der Herrschaft kollektiven Eigentums steigen
die Kosten der Durchführung produktiver Handlungen, während die ihrer Nichtdurchführung gesenkt werden.
Zweitens, da Produktionsmittel im Sozialismus nicht verkauft werden dürfen, gibt es keine Marktpreise für Produktions-
faktoren. Ohne solche Marktpreise ist eine Kostenrechnung unmöglich. Kosten und Erlöse können nicht geldmäfßig mit-
einander verglichen werden, und es wird unmöglich zu entscheiden, ob sich die Verwendung bestimmter Produktionsmit-
tel für einen gegebenen Zweck lohnt oder aber zu einer Verschwendung knapper Ressourcen bei der Verwirklichung von

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dass sie auf den Schwindel eines Psychopathen hereingefallen waren, war es für sie
zu spät, da die Arbeitslager schon errichtet waren. Sie konnten sich nicht mehr vom
Kommunismus abwenden, da die Psychopathen sie sonst dorthin verfrachtet hätten.
Lobaczewski analysierte nicht nur die Häufigkeit und Typen von Psychopathen, die
zur Entstehung des Bösen beitragen, er untersuchte auch deren Wechselbeziehungen
bei der Errichtung einer Pathokratie. Charakteropathen (siehe S.15) und: schizoide
Persönlichkeiten (siehe S.17) leiden oft an wahnhaftem Realitätsverlust und sind
nicht in der Lage, das Ausmaß ihrer Taten abzusehen. Auch von ihrer fehlerhaften
Ideologie sind sie vollkommen überzeugt, sodass alle negativen und unlogischen
Aspekte der Ideologie von ihnen verdrängt werden. Lobaczewski fand heraus, dass
„Redekünstler“, die fähig sind, eine ganze Nation von einer falschen Ideologie zu
überzeugen, meist an Charakteropathien leiden. Die Ideologie dient gleichermaßen
dazu, das Publikum als auch den charakteropathischen Redekünstler zu täuschen:
Wenn wir jedoch die exakten Funktionen solch einer Ideologie in der Persönlichkeit des
Redekünstlers untersuchen, dann erkennen wir, dass es nichts anderes ist als ein Mittel zur
Selbstgefälligkeit, das für eine Verdrängung dieser quälenden selbstkritischen Gedanken ins
Unterbewusstsein sehr geeignet ist. Die bei der Beeinflussung anderer Menschen hilfreiche
Rolle der Ideologie dient ebenfalls den Bedürfnissen des Redekünstlers.'® Die essenziellen
Psychopathen (siehe S.18) nutzen die Anomalien der Charakteropathen aus, die
von ihrem Weltbild hundertprozentig überzeugt sind. Sie haben die Denkfehler
der Charakteropathen durchschaut und sind sich ihrer eigenen Andersartigkeit
bewusst. Die wahre Bösartigkeit der Ideologie ist ihnen ersichtlich, doch sie nutzen
sie, kombiniert mit der Überzeugungskraft der charakteropathischen Redekünstler, zu

ihrem eigenen Vorteil. Es entsteht eine eingeweihte Elite aus essenziellen Psychopathen,

Projekten mit relativ wenig oder keiner Bedeutung für die Konsumenten führt. Da es ihm nicht erlaubt ist, Kaufange-
bote von privaten Individuen anzunehmen, die eine alternative Art der Verwendung gegebener Produktionsmittel sehen,
weiß der sozialistische Produktionsverwalter buchstäblich nicht, was seine Opportunitätskosten sind. Daher folgen fort-
dauernde Fehlallokationen von Produktionsfaktoren. Drittens, selbst wenn eine bestimmte Ausgangsallokation gegeben
ist, wird der Anreiz eines jeden Produzenten, die Quantität und/oder die Qualität seiner individuellen Ausbringung zu
steigern, systematisch verringert, weil die Produktionsfaktoren und die produzierte Ausbringung sich in Kollektiveigen-
tum befinden. Ebenso und aus demselben Grund wird der individuelle Anreiz, im Umgang mit den Produktionsfaktoren
sparsam zu sein und sie weder zu sehr noch zu wenig zu beanspruchen, verringert. Stattdessen wird, indem Gewinne und
Verluste im sozialisierten Firmenkapital und Verkaufskonto sozialisiert werden, statt spezifischen, individuellen Produ-
zenten zugeordnet zu werden, jedermanns Neigung zu Faulheit und Nachlässigkeit systematisch verstärkt. Daher wird
eine minderwertige Güterqualität und/oder -quantitit produziert, und es kommt zum dauerhaften Kapitalverbrauch.
Viertens, unter einem Privateigentumsregime kann eine Person, die eine Ressource besitzt, unabhängig von anderen
entscheiden, was damit zu tun ist. Wenn sie ihren eigenen Wohlstand erhöhen und/oder sozial aufsteigen möchte, kann
sie das nur tun, indem sie ihr Eigentum dazu gebraucht, die dringendsten Bedürfnisse freiwilliger Konsumenten besser

zu befriedigen. Bei Kollektiveigentum an Produktionsfaktoren sind kollektive Entscheidungsmechanismen nötig. Jede

Entscheidung darüber, was, wie und für wen zu produzieren ist, wieviel zu bezahlen oder zu verlangen ist und wer zu
befördern oder herabzusetzen ist, wird zu einer politischen Angelegenheit. Jede Uneinigkeit muss dadurch beigelegt wer-
den, dass der Wille einer Person einer anderen Person aufgezwungen wird und so unweigerlich Gewinner und Verlierer
erzeugt werden. Wenn man daher im Sozialismus aufsteigen möchte, muss man seine politischen Talente einsetzen. Nicht
die Fähigkeit zu initiieren, zu arbeiten und auf die Wünsche der Konsumenten zu reagieren, sichert den Erfolg. Stattdes-
sen steigt man durch die Mittel der Überredung, der Demagogie und der Intrige, durch Versprechungen, Bestechungen
und Bedrohung an die Spitze. Es versteht sich von selbst, dass diese Politisierung der Gesellschaft, inhärent jedem System
des Kollektiveigentums, weiter zur Verarmung beiträgt.”

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (022)
die über die wahre Natur der Ideologie Bescheid weiß, während die wahren Absichten
der Gruppe oder des Staatsapparats, der die Ideologie umsetzt, vor den unteren Rängen
der Befehlskette geheim gehalten werden. Wer nicht zu der kleinen Führungsschicht
essenzieller Psychopathen gehört und weiter für den Erfolg der Gruppe oder der
Regierung arbeitet, ist meist felsenfest von der Ideologie überzeugt: Ein Beobachter, der
die Aktivitäten einer solchen Vereinigung von außen mit einer herkömmlichen psychologischen
Weltsicht betrachtet, wird immer dazu neigen, die Rolle des Anführers und seiner vorgeblich
selbstherrlichen Funktion zu überschätzen. Die Maschinerien des Redekünstlers und der
Propaganda werden in Gang gesetzt, um diese irrige Annahme durch AufSenstehende zu
erhalten. Der Anführer ist jedoch von den Interessen der Vereinigung abhängig, insbesondere
von jenen der eingeweihten Elite, und das in einem größeren Ausmaß, als er selbst glaubt.
Er beginnt einen permanenten Kampf um die Positionen. Er ist ein Schauspieler, der
unter einem Regisseur arbeitet. In makrosozialen Vereinigungen wird diese Position im
Allgemeinen von einem repräsentativen Menschen bekleidet, der nicht bestimmter kritischer
Eigenschaften beraubt ist; ihn in alle Pläne und kriminelle Kalkulationen einzuweihen,
wäre kontraproduktiv. Eine Gruppe von Psychopathen, die sich im Hintergrund
aufhält, lenkt gemeinsam mit einem Teil der eingeweihten Elite den Anführer, so
wie Bormann und seine Leute Hitler lenkten. Wenn der Anführer nicht seine ihm
zugedachte Rolle spielt, dann ist ihm üblicherweise klar, dass die Elite der Vereinigung in
einer Position ist, ihn zu töten oder auszuschalten.‘ Als essenziellen Psychopathen hinter
Stalin identifizierte Lobaczewski im Übrigen Lawrenti Pawlowitsch Beria (Die offizielle
Version von Stalins Ende lautet bis heute: Natürlicher Tod durch Gehirnblutung. Jedoch
soll, Gerüchten zufolge, Stalins Vorhaben, den Dritten Weltkrieg loszubrechen, um
Europa doch unter kommunistische Kontrolle zu bekommen, der Anlass gewesen sein,
dass er auf Befehl des KGB-Chefs Beria mittels einer Giftspritze ermordet wurde.?!),
der 1938 zum Chef der Geheimpolizei ernannt wurde.“

Die schizoiden Psychopathen kreieren im Prozess der Ponerogenese eine
falsche Ideologie, die charakteropathischen Redekünstler verkaufen die Ideologie
an das Volk und die essenziellen Psychopathen steuern den Prozess aus dem
Hintergrund. Das ist die kürzestmögliche Erklärung der Entstehung des Bösen.

A.5. Die Heilung des Bösen

So wie fast jede Krankheit ist auch das Böse als makrosoziale Krankheit heilbar,
wie Lobaczewski feststellte. Dabei ist es sowohl möglich, dem Ausbruch der Epidemie
des Bösen prophylaktisch vorzubeugen, als auch diejenigen zu heilen, die unter dem
Einfluss eines Psychopathen stehen. Im Gegensatz zu körperlichen Krankheiten ist
das Bewusstsein des eigenen psychischen Defekts ein riesiger Schritt hin zu seiner
Heilung, fast schon die Heilung selbst. Das Bewusstsein der eigenen Erkältung ist
z.B. keine große Hilfe, wenn man nichts gegen die Erkältung macht. Bei den von
Lobaczewski untersuchten psychischen Phänomenen macht die Erkenntnis, dass
man unter ihnen leidet, den entscheidenden Teil der Behandlung aus. Die Heilung
beginnt allein mit dem Verständnis. Lobaczewski beschrieb, wie er mit der Technik

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (023)
der analytischen Psychotherapie an der Desillusionierung seiner Patienten arbeitete: Im
Verlauf der Psychotherapie können wir z.B. einen Patienten darüber informieren, dass wir
bei der Entstehung seiner Persönlichkeit und seines Verhaltens Einflüsse eines oder mehrerer
Menschen mit psychopathologischen Charakteristika feststellen können. Wir nehmen
damit einen Eingriff vor, der für den Patienten schmerzhaft ist und der verlangt, dass
wir taktvoll und professionell vorgehen. Als Resultat dieses Eingriffes entwickelt der Patient
jedoch eine Art Selbstanalyse, die ihn von den Ergebnissen besagter Einflüsse befreit und
es ihm ermöglicht, beim Umgang mit ähnlich gelagerten Faktoren eine kritische Distanz
einzunehmen. Seine Rehabilitation wird davon abhängen, ob er seine Fähigkeiten, sich
selbst und andere zu verstehen, verbessern kann. Dank dieser Einsicht kann er seine inneren
und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten leichter überwinden und Fehler vermeiden, die
ihm und seinem unmittelbaren Umfeld Schmerzen bereiten.“ Lobaczewski machte mit
seinen bescheidenen Mitteln die Erfahrung, dass die Persönlichkeit seiner Patienten
wiederhergestellt werden konnte.

Da sie biologischen Ursprungs sind, sind die erworbenen und vererbten
Anomalien wie z.B. Charakteropathie, Schizoidität und essenzielle Psychopathie
schwerer behandelbar. Gehirnverletzungen nehmen logischerweise durch eine höher
entwickelte medizinische Versorgung ab. Die moderne Medizin tut jedoch zu wenig,
um solche Schäden zu analysieren und deren negative Auswirkungen zu verhindern.
Essenzielle Psychopathen stellen die größte Herausforderung in der Therapie dar, da
sie von ihrer Kindheit an ein Gefühl der psychologischen Andersartigkeit entwickeln.
Im Gegensatz zu anderen Patienten werden sie nicht überrascht sein, wenn man sie mit
ihrem psychopathischen Gedankengut konfrontiert. Andere Patienten erleiden dagegen
einen Schock, wenn sie sich der Realität ihrer Gedanken bewusst werden. Es ist die
Aufgabe des Psychotherapeuten, diesen Schock auf dem Weg zur Heilung in die richtigen
Bahnen zu lenken. Essenzielle Psychopathen werden deutlich extremer reagieren, wie
Lobaczewski es beschrieb: Für sie bist du ihr schlimmster Feind. Du verletzt sie wirklich
schmerzhaft. Für einen Psychopathen bringt das Aufdecken seines wahren Zustandes, das
Wegreißen der Cleckley-Maske (siehe S.18 f£.), das Ende seiner Selbstbewunderung mit
sich. Du bedrohst sie mit der Zerstörung ihrer geheimen Welt und bringst all ihre Träume
über Herrschaft [...] zum Zerplatzen. Wenn sein wahrer Zustand öffentlich wird, fühlt sich
ein Psychopath wie ein verwundetes Tier.“ Dennoch nimmt Lobaczewski an, dass man
mit der Verzweiflung des Psychopathen, nach seiner Demaskierung, arbeiten kann,
indem man ihm klarmacht, dass die anderen Menschen zu einer Versöhnung mit
ihnen bereit ist, wenn sie in Zukunft ihre Mitmenschen über ihre Charakterstörung
aufklären. Das Problem, das sich dabei stellt, ist die Vererbbarkeit der essenziellen
Psychopathie. Das Kind eines Charakteropathen mit einer Hirnverletzung wird
höchstwahrscheinlich nicht auch unter einer Hirnverletzung leiden. Durch
Psychotherapie kann es von den negativen Einflüssen des Charakteropathen
geheilt werden. Das funktioniert bei essenziellen Psychopathen natürlich nicht.
Dass Kinder die psychopathischen Gene ihrer Eltern nicht erben, wäre höchstens
ein biologischer Zufall. Deshalb forderte Lobaczewski von der Gesellschaft eine
„Eugenische Moral“, die freiwillige Bemühungen inspirieren könnte, zur Reduktion

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (024)
von genetisch übertragenen psychopathischen Anomalien beizutragen, damit sie von
Generation zu Generation abnehmen können.“* Zwangsmaßnahmen zur Aussortierung
psychopathischer Individuen sind sicherlich der falsche Weg. Letztendlich sind nur
0,6 Prozent der Weltbevölkerung unheilbare, genetische Psychopathen, deren
Einfluss schwinden würde, würde die normale Bevölkerung weitläufig über
die „Ponerologie“ aufgeklärt werden. Über die Wissenschaft des Bösen sollte alle
Menschen auf der Welt aufgeklärt werden, sobald sie das Alter erreichen, indem sie
dazu bereit sind. So wäre es kaum noch nötig, Menschen zu therapieren, die in Kontakt
mit Psychopathen gekommen sind, da man sich durch das Wissen über das Wesen
des Bösen im Voraus immunisieren und eine gesunde Selbstüberwachung entwickeln
könnte. Würde sich die ,,Ponerologie” über die ganze Welt verbreiten, wäre das Böse
so gut wie besiegt. Leider wird die Welt bis heute von essenziellen Psychopathen
beherrscht, die dies zu verhindern wissen. Lobaczewski weiß davon zu berichten:
Das Studium von pathologischen Abweichungen in Europa wurde seit dem Beginn der
modernen Psychiatrie, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, betrieben. Während der ersten
dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts erwiesen sich einige bedeutende Psychiater als Pioniere
in diesem Fachbereich. Danach folgte eine Zeit der Verfolgung, nicht nur der Wissenschaft,
sondern auch der Wissenschaftler. Es hat den Anschein, dass - basierend auf einer
Durchsicht dessen, was heutzutage im Westen bekannt ist - viele Ergebnisse dieser Arbeiten
unwiederbringlich verloren sind. Ein Beispiel: Als ich Student war, erzählte man sich in
Polen die Geschichte von einem hervorragenden Germanistikprofessor, der eine Analyse über
Hitlers psychopathische Persönlichkeit verfasst hatte. Offenbar versuchte er, die Deutschen
davor zu warnen, dass Hitler Deutschland in eine schreckliche Katastrophe führen würde.
Er wurde in ein Konzentrationslager gebracht, wo er unter Prügelfolter starb.“ Nachdem
das Wissen über die Essenz der Psychopathie aus den Lehrbüchern entfernt wurde,
nutzten die Pathokratien die Psychologie aus, um geistig gesunde Dissidenten als
psychisch abnorm zu klassifizieren und in psychiatrischen Institutionen verschwinden
zu lassen. Auch in den USA wurde die Definition von Psychopathie verändert, um das
Verständnis für die Phänomene zu blockieren, die darin verborgen liegen.

Das Wissen über das Böse müsste weltweites Allgemeinwissen werden, um das
erneute Aufkommen von großen humanitären Krisen in Zukunft zu verhindern.
Lobaczewski arbeitete im sowjetischen Polen unter ständiger Lebensgefahr und
widrigsten finanziellen Bedingungen. Seine Erkenntnisse sind revolutionär, doch
reichen sie nicht aus, um die Ponerologie als ausgereifte Wissenschaft anzuerkennen.
Um das Böse zu besiegen, wäre die Gründung eines neuen Wissenschaftszweiges
vonnöten, der die Entstehung einer Pathokratie mit tausenden Forschern weltweit
untersucht. Diese Wissenschaft wird aber in jedem Land der Erde von den Machthabern
bekämpft, da sie die Lehren der Psychologie in eine unerwünschte Richtung lenken
könnte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (025)
B. Der größte Trick der Psychopathen

Was wollen die Psychopathen eigentlich erreichen? Da sie kein Gewissen
und keine menschlichen Emotionen zeigen, kann ihre Motivation nicht darin
bestehen, andere Menschen glücklich zu machen oder die große Liebe zu finden.
Sie haben jedoch dieselben körperlichen Bedürfnisse wie andere Menschen, und
diese sind bei Psychopathen sogar deutlich stärker ausgeprägt, da sie sich nicht
an zwischenmenschlichen Emotionen erfreuen können: Sie wollen wie andere
Menschen einen möglichst hohen Wohlstand, doch können sie dabei nicht auf
ein Gewissen zurückgreifen, das ihnen sagt, sie müssten sich den Wohlstand
eigentlich fair erarbeiten. Psychopathen werden sich den für sie einfachsten
Weg suchen, ihren Reichtum zu vergrößern. So wie alle Menschen, nur mit der
Einschränkung, dass diese Rücksicht auf andere Menschen nehmen müssen, um
ihr Ziel zu erreichen. Neben den weltlichen Annehmlichkeiten, nach denen sich
ein Psychopath sehnt, ist der Wille zur Macht bei ihm ebenfalls stärker ausgeprägt
als bei anderen Menschen. Er wird deshalb auch zu Machtpositionen tendieren, in
denen er normale Menschen bevormunden kann. Damit Psychopathen ihre Ziele
nicht erreichen können, müssten man also ein Umfeld erschaffen, das ihnen und
ihren speziellen negativen Talenten möglichst wenig Raum zur Erfüllung ihrer Ziele
lässt.

Lobaczewski erkannte bei seinen Tests, dass die durchschnittliche
Intelligenz essenzieller Psychopathen etwas geringer ist als die anderer
Menschen, obwohl Psychopathen bei ihrem Denken nicht von Mitgefühl und
Selbstzweifel „gestört“ werden. Die Verteilung der Intelligenz bei Psychopathen
variiert fast ebenso wie bei den Menschen im Allgemeinen: Es gibt sehr dumme
und sehr intelligente Psychopathen. Lobaczewski stellte jedoch fest, dass
Psychopathen die genialsten Gedankengänge anderen Menschen überlassen: 7rotz
der breiten Variationen der Intelligenzen und Interessen finden sich unter
dieser Gruppe keine Beispiele höchster Intelligenz und auch keine technischen
und handwerklichen Talente. Zwar glauben viele Psychopathen talentierter
zu sein als ihre Mitmenschen, doch das entspringt lediglich ihrer Vorstellung,
außergewöhnlich zu sein. Dieses hohe Maß an Selbstbewusstsein wird von ihrer
Umwelt fälschlicherweise als Qualität angesehen und bewundert, anstatt es als
Realitätsverlust der Person zu belächeln. Psychopathen gewöhnen sich deshalb an,
eine täuschende, rhetorisch komplexe Sprache zu entwickeln, die den Eindruck
von Kompetenz erweckt und ihre Defizite verschleiert. Ihr größtes Talent besteht
darin, durch schamlose Lügen andere Menschen zu manipulieren. Sie werden also
entweder versuchen, ein System zu etablieren, in dem diese Eigenschaften gefragt
sind oder in einem System nach oben steigen, in dem diese Eigenschaften gefragt
sind. Dies muss ein politisches System sein, denn nur in der Politik wird das

Verzerren der Wahrheit belohnt.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (026)
B.1. Die Definition der Wahrheit

Die alternativen Medien bezeichnen sich gerne als Teil einer sogenannten
„Wahrheitsbewegung“, deren Wesenszüge allerdings nie klar definiert wurden. Klar
lügt ein Politiker, wenn er vollmundig etwas verspricht, das er später nicht einhält,
und es ist die Aufgabe von investigativen Journalisten, dies aufzudecken. Doch was ist,
wenn Psychopathen, wie auf Seite 17 beschrieben, an ihr eigenes, verzerrtes Weltbild
glauben und es ihren Mitmenschen aufzwingen? Hitler erweckte den Eindruck, er
glaube an die Richtigkeit der Ausrottung der Juden und seines tausendjährigen Reiches
zum Wohle der Menschheit. Für Hitler selbst waren es vermeintlich gute Absichten,
die später Millionen seiner Landsleute das Leben kosteten. Er musste die Deutschen
demnach nicht zwingend anlügen, um seine Vision zu verwirklichen. Aber handelte
er im Sinne der Wahrheit? Wohl kaum! Lag Hitler nicht deshalb falsch, weil er etwas
tat, das moralisch falsch war? Und wie sollte man dieses „moralisch falsch“ am besten
definieren?

Ich sehe mich ebenfalls als Teil einer Wahrheitsbewegung. Die Personen, die sich
als Teil der ,,Wahrheitsbewegung™ verstehen, sollten sich die Frage stellen, ob Sie sich
mit meiner folgenden Definition der Wahrheit identifizieren können: „Ich darf alles
machen, solange ich keinem anderen Menschen schade!“ „Schaden“ bedeutet:
„Jemandem körperlich oder seelisch schaden“, „jemanden zu etwas zwingen“ und
„jemanden bestehlen“. Diese Regel muss jeder Mensch beachten, um moralisch richtig
zu handeln. Wenn Sie mit dieser Definition der Wahrheit nicht d‘accord gehen, gibt
es folgende zwei Möglichkeiten: Sie sind ein Psychopath oder haben die Denkmuster
eines Psychopathen angenommen.

Die Mehrheit der Menschen wird dieser Definition allerdings zustimmen. Doch
woran liegt das? Liegt es daran, dass jemand vor vielen Jahrtausenden einmal gesagt
hat, dass man seinen Mitmenschen nicht schaden darf, solange sie einem nicht selbst
schaden? Hört die Menschheit bis heute auf die Worte dieser einen Person, die ein Gesetz
erlassen musste, um die Menschheit vor Mord und Totschlag zu schützen? Wohl kaum!
Die Wahrheit dieser Aussage leitet sich aus der menschlichen Natur ab, denn ein
Mensch, der am Leben teilhaben will, muss sich an diese Regel halten. Die Wahrheit
dieser Aussage ist deshalb nicht ideologisch, sondern selbst-evident. Ihre Wahrheit
basiert auf der Beobachtung der menschlichen Natur. Wir haben es hier mit einem
Naturgesetz der menschlichen Interaktion zu tun. So befinden wir uns, wie schon
im Bereich der Ponerologie, im Bereich der Wissenschaften, um ein moralisches
Regelsystem zu erschaffen, das eine Pathokratie verhindert. Für Psychopathen
ist die Aussage „Ich darf alles machen, solange ich keinem anderen Menschen
schade!“ nämlich nicht wahr. Lobaczewski schrieb: Für Menschen mit verschiedenen
psychologischen Abweichungen erscheint die von normalen Menschen beherrschte soziale
Struktur und deren konzeptuelle Welt als ‚System des Zwangs und der Unterdrückung‘.
Diese Wahrheit basiert demnach ebenfalls auf der Natur der Psychopathen, nicht
auf einer Regel, die von einer Autorität aufgestellt wurde. Da Psychopathen jegliches
Schuldbewusstsein fehlt, entspricht die Aussage ihrer individuellen Wahrheit. Das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (027)
ist eine Tatsache, die jeder ehrliche Psychopath bestätigen würde. Wir haben also
zwei Wertesysteme innerhalb der menschlichen Spezies, die sich grundlegend
unterscheiden: Eine erdrückende Mehrheit, die sich instinktiv an die Regel „Ich
darf alles machen, solange ich keinem anderen Menschen schade!“ hält und eine
winzige Minderheit von Psychopathen, der diese Regel instinktiv widerstrebt. Bei
einer objektiven Betrachtung außerhalb menschlicher moralischer Kategorien kann
man selbst nicht herausfinden, ob nun Psychopathen oder die anderen Menschen die
Vertreter einer großen universellen Wahrheit darstellen. Man kann sich selbst lediglich
sagen: Ich gehöre zu den „normalen“ Menschen und will nicht, dass sich die Wahrheit
der Psychopathen durchsetzt.

Aus der Regel „Ich darf alles machen, solange ich keinem anderen Menschen
schade!“, die man auch als „Gebot der Nächstenliebe“, „Nichtaggressionsprinzip“,
,Voluntarismus®, ,Libertarismus®, ,Naturrecht” oder „Kategorischen Imperativ“
bezeichnen könnte, leitet sich das folgende Recht für das Individuum ab: Das
Selbsteigentum! „Selbsteigentum“ bedeutet, dass ein Mensch der Besitzer seines
eigenen Körpers und der Früchte seiner Arbeit ist. Sein Eigentum kann nur frei-
willig getauscht und sein Körper nur freiwillig anderen Menschen zur Verfügung
gestellt werden. Diese Freiwilligkeit kann nur durch einen Vertrag bestätigt
werden. Wer das Gebot der Nächstenliebe erfüllen will, muss sich zwangsläufig an
zwei Grundsätze halten: Das Selbsteigentum und die Vertragsfreiheit. Professor Hans
Hermann Hoppe fasste diese Grundsätze in einer für die menschliche Zivilisation
geeigneten Verfassung zusammen: Jeder Mensch hat, neben der Tatsache, dass er der
alleinige Eigentümer seines physischen Körpers ist, das Recht, sein Privateigentum in jeglicher
Art einzusetzen, wie er es für richtig erachtet, solange er dabei nicht zustimmungslos die
physische Integrität des Körpers oder Eigentums eines anderen Menschen verändert. Alle
interpersonellen Tauschvorgänge und jeder Handel von Eigentumstiteln zwischen privaten
Eigentumsbesitzern haben freiwillig (auf Verträgen basierend) stattzufinden. Diese Rechte
eines Menschen sind absolut. Jeder Eingriff eines Menschen in sie kann vom Opfer dieses
Eingriffes oder von seinem Vertreter vor Gericht angeklagt werden und ist entsprechend den
Prinzipien der proportionalen Bestrafung und der strikten Haftbarkeit zu behandeln.”
Aufgrund der Tatsache, dass jeder Mensch alleiniger Besitzer seines Körpers und
seiner Arbeitskraft ist, kann er nur zwei Entscheidungen treffen: Entweder er tauscht
seinen Besitz mit anderen Menschen oder er führt sein Leben als Selbstversorger.
Da der Mensch Ersteres bevorzugt, muss automatisch ein Markt entstehen, auf
dem die Menschen ihren Besitz tauschen. Diese Wirtschaftsordnung bezeichnet
man als „Kapitalismus“. Wer den Kapitalismus in dieser Definition ablehnt, lehnt
auch das Gebot der Nächstenliebe ab. Wenn Sie, lieber Leser, sich „Kapitalismus-
Kritiker“ nennen, können Sie nicht die von mir erläuterte Definition meinen, da sie
auf dem wichtigsten Gebot der menschlichen Gesellschaft basiert.

Das scheint die Mehrzahl der alternativen Medien in Deutschland aber nur
bedingt verinnerlicht zu haben. So wettert, um nur eines von zahlreichen Beispielen
zu nennen, der bekannte Moderator Ken Jebsen, welcher 2012 von seinem Radio-Job
entlassen wurde und nun als Aktivist und Journalist im Internet auftritt, immer wieder

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (028)
gegen den freien Markt. Jebsen sieht sich selbst in den Fußstapfen linker Ikonen wie
des französischen Sozialisten Stéphane Hessel und des marxistischen Studentenführers
Rudi Dutschke. In seiner Show darf u.a. der Kommunist Jean Ziegler ein Plädoyer
gegen den sogenannten „Raubtierkapitalismus“ halten, ohne dass Jebsen dies kritisch
hinterfragen würde. Der große Erfolg von Jebsens Videos wird die Psychopathen
beruhigen, denn selbst der sogenannte Widerstand gegen das heutige System versteht
nicht das Grundproblem all unserer Probleme, sondern lenkt von der Wahrheit ab.

Da der Kapitalismus auf dem Gebot der Nächstenliebe basiert, hegen
Psychopathen eine innere Abneigung gegen den Kapitalismus. Wie Lobaczewski
herausfand, haben gesunde Menschen im Gegensatz zu Psychopathen reichhaltige
praktische Talente. Das ist ein entscheidender Faktor, denn, um auf einem Markt
erfolgreich zu sein, sind diese Talente unabdingbar. Schließlich muss jemand, der
eine Ware auf einem Markt anbietet, auf die Qualität der Ware achten, damit
sie gekauft wird. Schlechte oder unnütze Waren werden nicht gekauft und der
Verkäufer wird sein Geschäft schließen müssen. Auch ein Psychopath hat auf dem
Markt keine andere Wahl als ein Produkt anzubieten, das die Bedürfnisse anderer
Menschen befriedigt. Da er eine hohe Manipulationsgabe besitzt, könnte ein
Psychopath einen guten Verkäufer abgeben. Sein Erfolg wird sich in den meisten
Fällen dennoch in Grenzen halten, wenn er ein schlechtes Produkt anbietet. Der
Wettbewerb freier Menschen auf freien Märkten diszipliniert die Psychopathen,
da sie ihre größten „Stärken“ kaum ausnutzen können. Charisma,
Unaufrichtigkeit, Manipulationsgabe und das Fehlen eines Gewissens helfen
den Psychopathen auf einem anderen Spielfeld. Sie ahnen es sicher schon:
Psychopathen fühlen sich pudelwohl in der Politik. Politik ist die Mitarbeit an
der Führung von Staaten. Psychopathen brauchen Staaten, um erfolgreich zu
werden.

B.2. Das Schwert der Psychopathen: Der Staat

Professor Hans Hermann Hoppe erklärt das Wesen eines Staates folgendermaßen:
Sowohl die klassische Monarchie als auch die moderne Demokratie sind
Staatsformen. Das heißt, beide beanspruchen für sich hinsichtlich der Einwohner
eines gegebenen Territoriums ein Monopol der ultimativen Rechtsprechung und
der Besteuerung: Ich allein, lautet ihr Credo, bin endgültiger Richter im Fall
sozialer Konflikte und ich allein darf das Eigentum anderer ohne ihre Zustimmung
an mich reißen.” Nur durch den Staat ist es möglich, das Selbsteigentum anderer
Menschen zu verletzen. In einem Staat wird bestimmten Personen ein Monopol
auf Rechtsprechung und Enteignung gewährt. Dieses Gewaltmonopol wird von
den Psychopathen ausgenutzt, um die Entstehung des Bösen (siehe S.19) in
die Wege zu leiten. Der Politikwissenschaftler Rudolph Joseph Rummel stellte bei
seinen Zählungen fest, dass im 20. Jahrhundert 262 Millionen Menschen durch
Staaten ermordet wurden. Dennoch schimpft ein Großteil der alternativen Medien
in Deutschland auf den „Kapitalismus“, der die Entstehung des Bösen durch den

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (029)
Wettbewerb der besseren Produkte und Ideen effektiv verhindert. Psychopathen streben
eindeutig nach politischer Macht! Wie Psychopathen heute trotzdem die Spitzen von
Konzernen erobern können, werde ich noch erklären. (siehe S.58 ff.)

Ein Staat bricht eindeutig das Gebot der Nächstenliebe, da er das Recht auf Zwang
und Diebstahl einer kleinen Gruppe von Menschen übergibt, die sich an ihren Bürgern
bereichern können. Durch einen Staat entsteht eine klare Trennung der Gesellschaft in
zwei verschiedene Klassen: Die Mitglieder des Machtapparats nehmen eine privilegierte
Stellung gegenüber den Privatpersonen ein, da sie das Recht haben, die Privatpersonen
zu enteignen oder zu bestrafen. Dieses System ist eindeutig ungerecht, da es Menschen
auf unterschiedliche Stufen stellt: Menschen mit dem Recht auf Gewaltausübung
und Menschen ohne dieses Recht, Herrscher und Beherrschte. Was das grundlegende
Problem eines Gewaltmonopols ist und was sich zwangsläufig daraus entwickelt,
erklärt Professor Hans Hermann Hoppe: Keiner kann rechtmäßig zustimmen, und
keiner wird tatsächlich zustimmen, seine Person und sein Eigentum auf Dauer schutzlos den
Handlungen eines anderen auszuliefern. Gleichfalls unvorstellbar ist die Idee, dass er seinen
monopolistischen Beschützer mit dem dauerhaften Recht der Besteuerung ausstatten würde.
Niemand kann oder wird einem Vertrag zustimmen, der dem Beschützer erlaubt,
einseitig, ohne Zustimmung des Beschützten, die Geldsumme zu bestimmen, die
der Beschützte für seinen Schutz zu zahlen hat.

Angesichts dieser Anreizstruktur ist von jeder staatlich organisierten
Sozialordnung zu erwarten, dass der Preis für Recht und Ordnung steigt, während
ihre Qualität fällt. Jede Regierung rechtfertigt ihre Existenz, indem sie behauptet, sie
würde ihre Bürger vor den anderen Bürgern beschützen. Das rechtfertigt immer noch
nicht, dass sich die Regierung um die Gesundheitsversorgung, Straßen oder die Bildung
kümmert, doch das Argument des Schutzes ist das trojanische Pferd einer Regierung,
um allmählich alle anderen Bereiche des menschlichen Lebens zu übernehmen. Ich
war lange selbst der Meinung, dass die Regierung zumindest die Rahmenbedingungen
für den freien Markt schaffen müsste und eingreifen sollte, wenn jemand das Gebot
der Nächstenliebe verletzt. Das Problem ist, dass das Monopol auf Rechtsprechung
und Besteuerung allein dazu führt, dass der Staat seinen Machtbereich stetig
ausweitet.” Das anschaulichste Beispiel fiir diese zwangsläufige Entwicklung sind
die USA: 1776 hatte das Land mit einer Minimalregierung begonnen, die sich bis
heute immer noch nicht zu einer allumfassenden Diktatur entwickelt hat, sich
jedoch auf dem besten Weg dorthin befindet und auf diesem Weg andere Länder
mit imperialen Feldzügen in Schutt und Asche legt. Amerika war dank seiner freien
Wirtschaft das mit Abstand wohlhabendste Land des 19. Jahrhunderts und an diesem
Wohlstand erfreute sich nicht nur eine auserwählte Regierungskaste, sondern die
gesamte Nation. Steuern existierten lediglich auf bestimme Importe, sodass man von
einer nahezu freien Marktwirtschaft sprechen konnte. Doch, wie beschrieben, ist von
einem monopolistischen Beschützer zu erwarten, dass dessen Preis steigt, während seine
Qualität abnimmt. Die Führer der liberalen Staaten, die ihre Bevölkerung moderat

* Würde man dem Staat nur das Monopol auf Rechtsprechung und nicht auf Besteuerung geben, fragt es sich, mit
welchem Geld er die Beamten der Rechtsprechung bezahlen sollte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (030)
besteuern, werden feststellen, dass sich Technik und Wissenschaften in ihrem Land
so rasant weiterentwickeln, dass sie in Windeseile in der Lage wären, andere unfreie
Staaten zu erobern. Umso mehr Menschen vom Machtmonopol regiert werden, desto
mehr Erfolg wird es bei militärischen Feldzügen haben: Wenn in einem riesigen Land
für lange Zeit eine extrem freie Wirtschaft herrscht, wird dessen Regierung später,
wenn sie die Steuern allmählich erhöht und das Militär vergrößert, kleine unfreie
Länder mit Leichtigkeit erobern können. So können die USA in kleinere, unfreie
und damit unterentwickelte Länder wie Vietnam, Irak oder Afghanistan einfallen,
da ihre Bevölkerung die dafür nötigen Ressourcen erwirtschaftet hat. Ein Staat wie
Nordkorea, der jeglichen wirtschaftlichen Fortschritt im Inland abwürgt, wird kaum
in der Lage sein, andere Staaten imperialistisch zu erobern wie die USA. Die Taktik
einer liberalen Regierung ist es, den Kapitalismus weiterlaufen zu lassen, während
man sich über das Steuermonopol an ihm vollsaugt. Die Bewohner eines liberalen
Staates sind jedoch deutlich besser dran als die Bewohner einer Diktatur, da durch ihre
Arbeit Wohlstand entsteht, von dem sie zum Teil profitieren dürfen. Hans Hermann
Hoppe beschreibt es so: Mittels Besteuerungen und Regulierungen tragen Regierungen
nicht positiv zur Erzeugung wirtschaftlichen Wohlstandes bei. Stattdessen leben sie parasitär
vom existierenden Wohlstand. Sie können jedoch das Ausmaß des existierenden Wohlstands
negativ beeinflussen. Unter sonst gleichen Voraussetzungen gilt, je niedriger die Steuer- und
Regulierungslast ist, die eine Regierung ihrer heimischen Wirtschaft aufbürdet, umso stärker
wachsen die Bevölkerung (aufgrund interner Faktoren und aufgrund von Einwanderung)
und die Menge des im Inland produzierten Wohlstandes, von denen die Regierung bei
Konflikten mit konkurrierenden Nachbarn parasitisch zehren kann. [...] Staaten, die ihre
heimische Wirtschaft nur wenig besteuern und regulieren - liberale Staaten -, sind eher in
der Lage, ihre Territorien auf Kosten nichtliberaler Staaten auszudebnen.”” Hoppe erklärt,
welchen Fehler die amerikanischen Griinderviater machten, als sie sich entschieden,
gegen die hohen Steuern des britischen Königs zu rebellieren: Zatsächlich waren es
der inflationierte Preis des Schutzes und die Pervertierung des alten Rechts durch den
englischen Konig, die unweigerlichen Ergebnisse eines Zwangsmonopols, die zum Aufstand
der amerikanischen Kolonisten geführt hatten. Nach erfolgreicher Sezession und dem
Hinauswurf der britischen Besatzer wäre es fiir die amerikanischen Kolonisten
lediglich nötig gewesen, die einheimischen Institutionen der Selbstverteidigung
sowie des privaten (freiwilligen und kooperativen) Schutzes der Rechtsfindung durch
spezialisierte Agenten und Agenturen fiir Recht und Ordnung sorgen zu lassen. Dies
geschah jedoch nicht. Nicht nur ließen die Amerikaner die geerbten königlichen Institutionen
von Kolonien und Kolonialregierungen nicht hinwegsterben; sie stellten sie innerhalb der
alten politischen Grenzen in der Form unabhängiger Staaten wieder her, jeder mit seiner
eigenen zwangsmäfßigen (einseitigen) Besteuerungs- und Gesetzgebungsmacht ausgestattet.
Während dies schlimm genug gewesen wäre, verschlimmerten sie die Lage noch, indem sie
die amerikanische Verfassung annahmen und damit eine lockere Föderation unabhängiger
Staaten durch die zentrale (foderale) Regierung der Vereinigten Staaten ersetzten.’” Der
heutige amerikanische Imperialismus ist dem Fehler geschuldet, eine Regierung
überhaupt akzeptiert zu haben. Die Siedler aus Europa, die vor der Kolonialisierung

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (031)
Amerikas durch europäische Staaten nach Amerika gekommen waren, waren zu großen
Teilen Anhänger der scholastischen „Naturrechtslehre“ (siehe S.27), der entsprechend
jede Regierung auf Vertragsbasis zu beruhen hatte. Sie kannten das Prinzip des
Selbsteigentums und lebten auf dem neu erschlossenen Kontinent ohne Regierung in
Wohlstand und Frieden. Auch die amerikanischen Ureinwohner wurden erst verfolgt
und ermordet, als Regierungen Amerika kolonialisierten.

Bedeutet die Erklärung des Phänomens einer liberalen Regierung, dass ich
Amerika verachte und mir für die ganze Welt eine Planwirtschaft wünsche? Sicherlich
nicht, ganz im Gegenteil! Ich appelliere nur an die Liberalen, aus der amerikanischen
Erfahrung die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es leitet sich aus der Natur des Menschen
ab, dass eine kleine Regierung sich zu einer großen Regierung entwickeln muss.
Es ist wichtig, bei der Weiterentwicklung der menschlichen Freiheit auf Logik
und Fakten zu hören und aus den Fehlern einer minimalstaatlichen Republik zu
lernen. Eine neue, bessere Welt muss eine herrschaftsfreie Welt sein. Hoppe drückt
es folgendermaßen aus: Wenn die Prämisse einer Regierung erstmal akzeptiert ist, haben
Liberale kein Argument übrig, wenn Sozialisten diese Prämisse bis an ihr logisches Ende
verfolgen. Wenn ein Monopol gerecht ist, dann ist Zentralisierung gerecht. Wenn Besteuerung
gerecht ist, dann ist mehr Besteuerung ebenfalls gerecht.”

Indem Psychopathen das Monopol der Enteignung ihrer Untertanen durch
Steuern und Inflation ausnutzen, leben sie von der Arbeit anderer, anstatt sich dem
Wettbewerb auf dem Markt zu stellen. Das heißt aber nicht, dass ausschließlich
Psychopathen an der Errichtung und Aufrechterhaltung einer Regierung mitarbeiten.
Das Phänomen „Regierung“ lässt sich, wie Lobaczewskis Ponerogenese, am besten
als makrosoziale Krankheit beschreiben. Sobald sie installiert ist, werden zwar
prozentual mehr Psychopathen in ihr Platz nehmen, aber der Anreiz für andere
Menschen, ihr Geld mit ehrlicher Arbeit zu verdienen, fällt mit jeder Ausweitung
der Regierungsmacht, sodass auch sie geneigt sind, ihr Geld nicht mehr durch
ehrliche Arbeit zu verdienen. Der Mensch wird gezwungen, sich an die Umstände
eines Staates anzupassen. Wenn Produktivität bestraft wird, wird die Gesellschaft
als Ganzes auch unproduktiv. Steuern vermindern den Anreiz, ein ursprünglicher
Eigentümer oder Produzent eines Produkts zu sein und erhöhen den Anreiz, seinen
Lebensunterhalt mit staatlichem Diebesgut zu finanzieren. Hoppe beschreibt, wie sich
die Menschen in einem wachsenden Staat den Psychopathen anpassen müssen: Sicher,
es gibt Menschen, die von dem Begehren, sich auf Kosten anderer Menschen zu bereichern
und sie herumzukommandieren, unberührt bleiben; das heißt, es gibt Menschen, die nur
wünschen, zu arbeiten und die Früchte ihrer Arbeit zu genießen. Doch wenn Politik - der
Erwerb von Gütern durch politische Mittel (Besteuerung und Gesetzgebung) - erlaubt ist,
werden selbst diese harmlosen Menschen zutiefst berührt. Um sich gegen Angriffe auf
ihre Freiheit und Eigentum durch Personen mit weniger moralischen Skrupeln
als sie zu verteidigen, müssen selbst diese ehrlichen, hart arbeitenden Menschen
‚politische Tiere‘ werden und immer mehr Zeit und Energie darauf verwenden, ihre
politischen Fähigkeiten zu entwickeln. Da die für den politischen Wettbewerb nötigen
Merkmale und Talente - gutes Aussehen, Geselligkeit, Redekraft, Charisma usw. - unter den

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (032)
Menschen ungleich verteilt sind, folgt, dass Personen mit diesen spezifischen Merkmalen
und Fähigkeiten im Vergleich zu Personen ohne sie einen klaren Vorteil im Wettbewerb
um knappe Ressourcen (wirtschaftlichen Erfolg) besitzen.?° Unter einer Regierung liegt
der Unterschied zwischen Durchschnittsmenschen und Psychopathen darin,
dass die Psychopathen aus dem System Vorteile ziehen. Sie wollen über andere
herrschen und skrupellos möglichst viel Wohlstand mit möglichst wenig Arbeit
anhäufen. Für die über 90prozentige Mehrheit der restlichen Menschen hat eine
Regierung allerdings nur Nachteile. Die logische Reaktion der Menschen auf eine
Regierung wäre folglich, sie abzulehnen. Warum sich die Menschen stattdessen lieber
dem System eines Staates anpassen und zu politischen Tieren werden, ist mit einem
psychologischen Trick der Psychopathen erklärbar. Lobaczewski verstand leider nichts
von Marktwirtschaft, doch er erkannte, dass Psychopathen Ideologien nutzen, um das
logische Denken ihrer Mitmenschen zu verzerren. Sein eigenes Denken war indes in
Bezug auf Staaten sehr verzerrt. So glaubte er, eine Regierung, die mit Experten der
Ponerologie bestückt wäre, würde alle Probleme lösen, die er in seinem Buch erläutert.
Er verstand nicht, dass das Konzept einer Regierung auf psychopathischem Denken
basiert, da es das Selbsteigentum - das wichtigste moralische Prinzip der Menschen -
untergräbt. Lobaczewski zeigte zwar Ansätze kapitalistischen Denkens, z.B. indem er
erkannte, dass totalitäre Systeme nie den Talentfundus einer Gesellschaft ausnutzen und
Menschen mit den höchstmöglichen Intelligenzquotienten - die unter Psychopathen
nicht vorkommen - vom Ausleben ihrer Fähigkeiten abhalten. Er gelangte aber nicht
zu der Schlussfolgerung, dass das positive Gegenstück einer totalitären Regierung, die
die Talente der Genies unterdrückt, überhaupt keine Regierung ist.

Was Lobaczewski richtig analysierte, war die Anwendung einer Ideologie
durch die Psychopathen, um ihren Untergebenen die neue Tyrannei schmackhaft
zu machen. Sie ist die Eintrittskarte der Psychopathen in die Köpfe der
Durchschnittsmenschen. Da zu dem Zeitpunkt, als Lobaczewski das Buch schrieb,
das vermeintlich kapitalistische Amerika und das kommunistische Russland gegenseitig
mit nuklearem Erstschlag drohten und er die blutige Geschichte der Katholischen
Kirche und auch des Islams kannte, kam er zu dem Schluss, der Inhalt der Ideologie
spiele keine Rolle, solange ein psychopathisch veranlagter Führer sie vertrete, der einen
signifikanten Anteil einer Nation mit seinem pathologischen Denken infiziere. Die
Krankheit des Bösen könne unter jeder Ideologie auftreten, solange Psychopathen mit
der Ideologie arbeiteten. Einen gemeinsamen Nenner, den Lobaczewski in seinem
Buch nicht herausarbeitet, haben jedoch alle Ideologien, die zur Entstehung des
Bösen beitragen: Sie befürworten einen Staat. Eine Ideologie, die zur Entstehung
des Bösen beiträgt, muss eine politische Ideologie sein. Wikipedia bietet uns zwei
Definitionen von „Ideologie“ an: Die erste bezeichnet eine Weltanschauung, egal welcher
Art. Die zweite bezeichnet eine Meinung, die mit der Absicht vertreten wird, andere
oder sich selbst zu täuschen?” Eine politische Ideologie entspricht eindeutig der zweiten
Definition, da für Politik keine moralische Rechtfertigung existiert. Lobaczewski stellte
zwar fest: [Psychopathen) streben häufig nach politischer Macht, um im Namen einer
passend vorbereiteten Ideologie den Gesellschaften ihre passende Gesetzgebung aufzuerlegen,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (033)
wobei sie ihre Vorteile in Form von unverhältnismäßigem Reichtum: und der Befriedigung
ihres Machthungers ziehen. Doch er forderte: Die Macht sollte deshalb in den Händen
normaler Menschen liegen, anstatt auf das Ende jeglicher politischer Macht zu pochen.
Ein kompetenter Psychologe ist leider selten auch ein guter Ökonom. Obwohl er
verstand, dass eine Ideologie die klare Sicht eines psychisch gesunden Menschen auf die
Realität verformt, realisierte er nicht, wie sich eine dieser Ideologien schon in seinem
Kopf eingenistet hatte: Der „Etatismus“, die Staatsgläubigkeit!

B.3. Die Demokratie: Das Trojanische Pferd der Psychopathen

Die zwei wichtigsten aktuellen Ideologien, die die Bewohner des Abendlands
weiterhin von der Notwendigkeit eines Staates überzeugen sollen, heißen
„Demokratie“ und „Sozialstaat“. So wie der Kommunismus die russischen
Bauern und Arbeiter überzeugen davon wollte, die neue Staatsform überlasse ihnen
die Kontrolle über den Staatsapparat, so verkauft auch die Demokratie, der Bürger
könne das politische Schicksal seines Landes aktiv mitbeeinflussen. Ideologien
wie Kommunismus, Sozialismus, Demokratie oder Soziale Marktwirtschaft
verbreiteten sich nach dem Beginn der Französischen Revolution über ganz Europa.
Sie dienten als Marketingtrick der alten Herrscherklasse, um den unterdrückten
Massen nach dem Ende der Monarchie eine „Herrschaft des Volkes“ zu verkaufen,
die in den neu entstandenen Staaten nie wirklich existierte. Das Wahlrecht wurde
im 19. Jahrhundert Schritt für Schritt ausgeweitet, und überall wuchs die Macht der
vom Volk gewählten Parlamente, bis die Monarchien nach dem Ersten Weltkrieg so gut
wie verschwunden waren. Die Demokratie erzeugt die Illusion, dass niemand mehr von
einem anderen beherrscht wird, und wurde deshalb beim Übergang von der Monarchie
zur Demokratie mehrheitlich als Fortschritt interpretiert. Wenn Gesellschaften
demokratisch über die Art ihre Regierungen bestimmen können, verschwimmt der
Unterschied zwischen Herrschern und Beherrschten. Auch kommunistische Staaten
wie China bezeichnen sich als „demokratische Volksrepubliken“ und Wahlen finden
dort regelmäßig statt. Man mag argumentieren, die kommunistische Partei schränke
das Wahlrecht ein, da nur ihre Mitglieder zur Wahl stehen, und deshalb sei China keine
echte Demokratie. Wenn die Einschränkung der wählbaren Kandidaten ein Argument
gegen eine „echte Demokratie“ ist, dann ist Deutschland auch keine echte Demokratie,
denn die politische Ausrichtung der Parteien wird vom Grundgesetz eingeschränkt:
Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen,
die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder
den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.” Eine
Partei, die gegen die Abschaffung des Staates plädiert, würde gegen die „freiheitliche
demokratische Grundordnung“ verstoßen und deren Gründung würde deswegen vom
Bundesverfassungsgericht unterbunden. Die Demokratien in China und Deutschland
unterliegen nur anderen willkürlichen Gesetzen. Die willkürlichen Gesetze in
Deutschland achten das Selbsteigentum und die Vertragsfreiheit immerhin mehr als die
in China - aber ist das ein Erfolg der Demokratie? Die Bundesrepublik Deutschland

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (034)
hatte bei ihrer Gründung weniger Gesetze und ein freieres Wirtschaftssystem
als heute nach 18 Bundestagswahlen. Das spricht nicht gerade für einen
Zusammenhang zwischen Freiheit und Demokratie. Man kann sicherlich feststellen,
dass es den Menschen in China heute ein wenig besser geht als in den 1970er-Jahren,
aber haben sie diese Umstände wirklich politischen Wahlen zu verdanken? War es
nicht vielmehr ein Strategiewechsel der Kommunistischen Partei, der China - nach
Maos vernichtender Kulturrevolution - vor dem totalen Kollaps bewahrte, dem die
chinesische Bevölkerung ihren gestiegenen Wohlstand zu verdanken hat? Wenn die
Demokratie den letzten Schluss der menschlichen Weisheit darstellt, warum führt
ein demokratisches Land wie die USA heute blutige Kriege in Afghanistan und im
Irak? Waren die Napoleonischen Kriege nach der Errichtung einer Demokratie in
Frankreich blutiger als die Kriege der Könige vor ihm? Ist der demokratische Staat
also wirklich die konsequente Fortführung der Werte der Aufklärung wie Freiheit und
Selbstbestimmung?

Hoppe stellte fest, dass das Gewaltmonopol das ursächliche Problem für
den Niedergang eines Staates ist und nicht die Art, wie es zustande kommt.
Hinterlistige Ideologen stellten fest, dass die Bürger einer Demokratie sich auf
das Gewaltmonopol der Regierung stürzen, anstatt zu fordern, es abzuschaffen.
So probiert ein Großteil der Bürger so effizient wie möglich von der Ausbeutung
seiner Mitmenschen zu profitieren. Studenten wollen niedrigere Studiengebühren auf
Kosten des Steuerzahlers, Rentner wollen höhere Renten auf Kosten des Steuerzahlers,
Eltern wollen höheres Elterngeld auf Kosten des Steuerzahlers und Beamte wollen
höhere Löhne auf Kosten des Steuerzahlers. Das Machtmonopol liegt nicht mehr in
privater Hand wie zu Zeiten der Monarchie, sondern ist ein öffentliches Gut, von
dem jeder profitieren darf. Wer von der Verteilung der Steuern profitiert, entscheiden
allerdings Politiker, die tendenziell eher Psychopathen sind als gesunde Menschen,
da Psychopathen von einem Machtmonopol stärker angezogen werden. Ein Politiker
wird das Machtmonopol nutzen, um sich selbst zu bereichern und die von ihm
gestohlenen Steuern so großzügig wie möglich bei seiner Wählerklientel zu verteilen.
Da er nicht der Besitzer des Machtapparats ist, wird er probieren, sich in einer
möglichst kurzen Zeit so viel wie möglich an seiner Position zu bereichern,
anstatt wie ein König den Wert seines Besitzes zu steigern. Im Gegensatz zu einem
König hat er keinerlei persönliche Verantwortung für seine Entscheidungen. Er wird
das Gewaltmonopol deshalb skrupellos auf Kosten der Bürger ausnutzen, die darum
betteln, von ihm beschenkt zu werden. Obwohl die Monarchie ebenfalls abzulehnen
ist, da jedes Machtmonopol in den Händen einer kleinen Gruppe unmoralisch ist, ist es
doch einleuchtend, warum Privatbesitz zur Mäßigung eines Königs beiträgt, während
die Demokratie unmoralisches Verhalten geradezu herausfordert. Hoppe schreibt:
Ein demokratischer Herrscher kann den Regierungsapparat zu seinem persönlichen Vorteil
benutzen, aber er gehört ihm nicht. Weder kann er die Regierungsressourcen verkaufen und
den Erlös davon privat einstecken, noch kann er Regierungseigentum an seinen persönlichen
Erben weitergeben. Ihm gehört die laufende Verwendung der Regierungsressourcen
(Nießbrauch), aber nicht ihr Kapitalwert. In deutlichem Unterschied zu einem König wird

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (035)
ein Präsident nicht den Gesamtwert des Regierungsvermögens (Kapitalwerte und laufendes
Einkommen) maximieren wollen, sondern das laufende Einkommen (unabhängig und auf
Kosten von Kapitalwerten). Selbst wenn er anders zu handeln wünschte, könnte er nicht, denn

als öffentliches Eigentum sind Regierungsressourcen unverkäuflich, und ohne Marktpreise ist
ökonomische Kalkulation unmöglich. Entsprechend muss es als unvermeidbar betrachtet
werden, dass öffentliches Besitztum zu kontinuierlichem Kapitalkonsum führt. Anstatt den

Wert des Regierungseigentums zu erhalten oder gar zu mehren, wie es ein König
tun würde, wird ein Präsident (der vorübergehende Verwalter oder Beauftragte
der Regierung) die Regierungsressourcen so schnell wie möglich verbrauchen, denn

was er nicht jetzt verbraucht, wird er womöglich niemals verbrauchen können.

Insbesondere hat ein Präsident (im Unterschied zu einem König) kein Interesse daran,

sein Land nicht zu ruinieren. Denn weshalb sollte er seine Enteignungen nicht erhöhen

wollen, wenn der Vorteil einer Politik der Mäßigung - der resultierende höhere Kapitalwert
des Regierungsbesitzes - nicht privat geerntet werden kann, während der Vorteil der
entgegengesetzten Politik höherer Steuern - ein höheres laufendes Einkommen - sehr wohl
privat geerntet werden kann? Einem Präsidenten bietet Mäßigung in Gegensatz zu einem
König nur Nachteile.“

Die Demokratie und der Sozialstaat bedingen einander. Demokratische
Herrscher werden ihr Monopol auf Diebstahl nicht mit ihrer eigenen Gier
nach Macht und Geld rechtfertigen. Sie werden behaupten, die Demokratie sei
die wichtigste zivilisatorische Errungenschaft der Menschheitsgeschichte und
sie müssten die Bürger bestehlen, um auch für die Ärmsten und Schwächsten
Mitglieder der Gesellschaft soziale Gerechtigkeit zu schaffen. So entwickelt sich
jede Demokratie automatisch zu einem totalitären Maximalstaat. Die BRD z.B.
begann als relativ freie Marktwirtschaft und besteuert den Normalbürger heute
im Namen der „Sozialen Marktwirtschaft“ mit 70 Prozent seines Einkommens.
(Der Arbeitnehmer glaubt, von seinem Gehalt würden ihm nur die Lohnsteuer,
gegebenenfalls Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeitrage abgezogen werden.
Diese Abzüge machen nur knapp ein Drittel des Brutto-Einkommens aus. Die Netto-
Auszahlung wird aber weiter belastet durch indirekte Steuern, die der Deutsche mit
erhöhten Einkaufspreisen bezahlen muss: Benzinsteuer, Kfz-Steuer, Mehrwertsteuer,
Tabaksteuer usw. Dazu die Geldmengenentwertung durch die Inflation (siehe S.43).
So errechnet sich eine Abgabenlast von 70 Prozent.)

Würde die Mehrheit der Menschen logisch über das „Prinzip Demokratie“
nachdenken, würde sie zu dem Schluss kommen, dass sie in einer Demokratie bestohlen
wird. Sie würde sich schnellstens darum kümmern, die Demokratie abzuschaffen, um
in einer staatenlosen Gesellschaft vom vollständigen Lohn ihrer Arbeit zu profitieren.
Doch die Empirie zeigt ein vollkommen anderes Phänomen, zu dessen Erklärung man
besser Lobaczewski als Hoppe heranzieht: Die Bewohner eines Sozialstaats wählen
mehrheitlich linke Parteien, die ihnen versprechen, ihre Mitmenschen noch
umfangreicher zu bestehlen. Sie beginnen, sich von der fehlerhaften Ideologie
blenden zu lassen (siehe S.20 f.) und ihre eigene Versklavung zu unterstützen.
Dies kann nur durch die Manipulationskräfte der Psychopathen funktionieren. Jede

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (036)
Regierung braucht die Kooperation ihrer Bürger, doch damit sie kooperieren, müssen
diese von den Psychopathen mit pathologischem Gedankengut angesteckt worden sein.
Das beginnt wie bei der Psychologie (siehe S.24) damit, dass ökonomische Lehren, die
das Recht auf Selbsteigentum betonen, aus den Universitäten entfernt werden. So ist es
der Fall bei der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“, die sich mit Namen
wie Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Murray Rothbard
und dem von mir vielzitierten Hans Hermann Hoppe verbindet. Nur vereinzelt bieten
Fakultäten in Europa und den USA Kurse der „Österreichischen Schule“ an, die
darüber aufklärt, wie der Staat die ökonomischen Probleme, die er behauptet zu
lösen, selbst auslöst. Ein Staat muss zu seinem eigenen Nutzen zwei Wissenschaften
zensieren und aus dem kollektiven Bewusstsein löschen, um weiter zu existieren: Die
Nationalökonomie und die Psychologie. Die Erfahrung zeigt uns, dass dies im 20.
Jahrhundert in jeder Demokratie unseres Planeten stattgefunden hat. Heute wird an
den Universitäten nicht mehr die ökonomische Klassik gelehrt, sondern ein wirres
Konstrukt aus Wechselwirkungen zwischen Politik und Wirtschaft, das absichtlich
verdrängt, dass Politik die Wirtschaft nur behindert.

Schizoide Ideologen wie Karl Marx lehnten die objektive Wissenschaft nach
westlicher Tradition ab. Eine wertfreie Erforschung der Realität und ein Streben nach
einem Verständnis der Natur werden in der kommunistischen Ideologie als „bürgerliche
Abweichung“ gesehen. Die marxistische „kritische“ oder „gesellschaftsrelevante“
Wissenschaft dient nicht dem Erkenntnisgewinn, sondern lediglich und ausschließlich
der Anpassung wissenschaftlicher Sichtweisen, Methoden und Theorien an die
marxistisch-leninistische Dogmatik.“ Nachdem die Wissenschaften im Sinne
der Ideologie umgestaltet wurden, kann es mit der Verbreitung pathologischen
Gedankenguts losgehen. Lobaczewski schreibt: Es entsteht ein umfassendes und aktives
Indoktrinationssystem mit einer entsprechend aufpolierten Ideologie, das einem trojanischen
Pferd gleicht, dessen Zweck die Pathologisierung der Gedankengänge von Menschen und
Gesellschaft ist. Das eigentliche Ziel - den menschlichen Verstand dazu zu drängen,
pathologisch experimentelle Methoden und Gedankengänge anzunehmen - wird niemals
zugegeben.“

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (037)
C. Die Rothschilds: Eine Familie aus essenziellen
Psychopathen will eine Weltregierung

In meinem ersten Buch „Die Rothschilds - Eine Familie beherrscht die Welt“
habe ich bereits anhand von Zeitdokumenten, historisch verbürgten Tatsachen,
Untersuchungen von Regierungskomitees, Aussagen von Zeitzeugen und Aussagen
der Rothschilds selbst, beschrieben, wie die Rothschilds aus dem Hintergrund an der
Errichtung einer autoritären Weltregierung arbeiten. Ich habe in dem Buch Fakten
zusammengefasst, die den Titel „Eine Familie beherrscht die Welt“ untermauern. Da
ich diese Fakten in diesem Buch nicht erneut aufarbeiten kann, bleibt mir nichts übrig,
als auf das Rothschild-Buch zu verweisen.

Die Welt-Dominanz der Rothschilds wird allerdings von keinem eindeutigen
Beweis, wie z.B. einem Schuldeingeständnis eines Familienmitglieds, untermauert. Ich
habe in dem Buch lediglich ein schlüssiges Gesamtbild gezeichnet, das nahelegt, dass die
Rothschilds die Mächtigsten Menschen der Welt sind. Ich sehe den Titel des Buches aber
nicht dogmatisch und habe kein Problem damit, wenn der Leser des jetzt vorliegenden
Buches meine Ansichten über die Rothschilds nicht teilt. Es spielt aber für dieses Buch
kaum eine Rolle, wer die Welt nun kontrolliert. Fakt ist, dass meine und ihre Freiheit
unmittelbar durch Staaten und Psychopathen bedroht wird, ob diese nun „Rothschild“
heißen oder nicht. Die in diesem Buch beschriebenen Fehler der alternativen Medien
lassen sich auch kritisieren, wenn man nicht glaubt, dass eine Familie Rothschild die
Welt regiert. Sie können das Buch also weiterlesen, ersetzen Sie einfach das Wort
„Rothschild“ durch „die Mächtigen“. Ich habe in meinem ersten Buch schon erläutert,
wie die Rothschilds über ihre Mittelsmänner arbeiten. Wenn ich in diesem Kapitel
von „den Rothschilds“ in Bezug auf die heutige Zeit spreche, dann meine ich nicht
nur die Rothschilds persönlich, sondern ihr undurchsichtiges Konglomerat aus
Banken, Investmentfirmen, Aktiengesellschaften und Stiftungen, das seine Macht
aus dem von den Regierungen errichteten Geldmonopol ableitet. Es sind tausende
andere hochrangige Individuen gemeint, die an dem Plan einer „Neuen Weltordnung“
arbeiten, doch deren Arbeit wesentlich von den Rothschilds beeinflusst wird.

Wir fassen noch einmal die wichtigsten Eigenschaften der von Lobaczewski
definierten Essenziellen Psychopathie (siehe S.18) zusammen:

1. Circa 0,6 Prozent der Menschheit besteht aus essenziellen Psychopathen

2. Essenzielle Psychopathie vererbt sich. Menschen, die die psychopathischen Gene
nicht erben, wären nur ein biologischer Zufall.

3. Falls sie nicht vererbt wird, wird eine Person, die von Psychopathen erzogen wird,
zu hundert Prozent eine entsprechende Anomalie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung

aufweisen - wie klein dieser Mangel auch sein mag.

4. Essenzielle Psychopathen verspüren keinerlei Mitgefühl für andere Menschen,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (038)
deshalb ist ihnen auch das für normale Menschen geltende Gebot der Nächstenliebe
fremd

5. Essenzielle Psychopathen haben ihre eigene Bösartigkeit und das bösartige
System, das sie errichten, durchschaut. Sie wissen im Gegensatz zu den wahnhaften
Psychopathen, die meist an ihre eigene Vision oder Ideologie glauben, dass das System
nur zur Befriedigung ihrer Gier und ihres Machtbedürfnisses existiert.

6. Essenzielle Psychopathen sind meist „graue Eminenzen“ im Hintergrund, die die
Überzeugungsarbeit von nicht-essenziellen Psychopathen machen lassen, jedoch
die nicht-essenziellen Psychopathen, die dem Volk als oberste Anführer präsentiert
werden, aus dem Hintergrund steuern. So war der essenzielle Psychopath hinter Stalin
Beria und hinter Hitler Bormann (siehe S.22). Das erklärt auch, warum Hitler sich
keine Exekutionen ansehen konnte bzw. sich dabei übergeben musste. Essenzielle
Psychopathen hätten höchstwahrscheinlich keine Probleme damit, Menschen beim
Sterben zuzusehen.

Ein essenzieller Psychopath, der sein Werk auch in der Zukunft fortgesetzt
sehen will, muss demnach nichts machen als Kinder zu zeugen. Sollte sich
die Psychopathie in manchen Fällen nicht vererben, wird er seine Kinder so
erziehen, dass sie zumindest psychopathisches Gedankengut annehmen, welches
deren Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso annehmen werden. Das
angenommene Gedankengut kann allerdings durch Selbsterkenntnis abgeworfen
werden, wenn die Psychopathie nicht vererbt wurde (siehe S.22). Bei vererbter
essenzieller Psychopathie ist eine Therapie dagegen zwecklos. Ein essenzieller
Psychopath wird deshalb darauf achten, dass seine Anomalie mit höchstmöglicher
Wahrscheinlichkeit biologisch vererbt wird. Er kann die Wahrscheinlichkeit
einer Nichtvererbung seiner essenziellen Psychopathie am effektivsten durch
Inzest verringern. Damit hat Inzest für Psychopathen zwei Funktionen. Erstens die
der Vererbung der Psychopathie, zweitens die des Machterhalts innerhalb der eigenen
Familie. Hoppe schrieb über Königsfamilien: Je größer die herrschende Familie jedoch
ist, umso kleiner wird für jeden der Anteil der gesamten Beschlagnahmungen der Regierung
sein. Daher wird Heirat typischerweise beschränkt bleiben auf Mitglieder der erweiterten
Familie des Herrschers. Nur in Ausnahmefällen wird ein Mitglied der herrschenden Familie
einen totalen ‚Außenseiter‘ heiraten; selbst wenn dies geschieht, wird das angeheiratete
Familienmitglied normalerweise nicht Oberhaupt der herrschenden Familie werden.” Die
Rothschilds orientierten sich in ihrer Familienpolitik an den königlichen Inzestregeln.
Von 21 Ehen zwischen 1824 und 1877, in denen Nachfahren Mayer Amschel
Rothschilds beteiligt waren, zählt man nicht weniger als 15 zwischen seinen direkten
Abkömmlingen. Die Vermählungen fanden entweder zwischen Cousins und Cousinen
oder männlichen Onkeln und weiblichen Nichten statt. Der Rothschild-Biograph Niall
Ferguson schrieb: [...]nicht nur die Königsfamilien waren eng miteinander verwandt,
selbstbewusste Hinweise auf ‚unsere königliche Familie‘ legen nahe, dass die Rothschilds sie

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (039)
als eine Art Vorbild betrachteten. Das war eines der gemeinsamen Merkmale der Rothschilds
mit den Sachsen-Coburgs. (siehe S.53)*

Auch eine den Psychopathen eigene Ideologie, die die Nachkommen
dazu verpflichtet, am großen Werk ihrer Vorfahren weiterzuarbeiten, trägt zur
Aufrechterhaltung der Familiendynastie bei und wird andere Psychopathen anziehen,
die sich damit identifizieren konnen. Lobaczewski durchschaute die Rolle einer
Ideologie, Philosophie oder Religion, die eine ponerogene Gruppe wie die Rothschilds
braucht, um ihren Taten eine Bedeutung zu geben und ihr böses Werk über mehrere
Generationen fortzusetzen: Diese Menschen versuchen häufig, ihrem abweichenden
Leben mittels sozialer Hyperaktivität eine Bedeutung zu geben. Sie schaffen ihre eigenen
Mythen und Ideologien, bestehend aus einer Überkompensation ihrer Defizite [...]*

In einer ponerogenen Verbindung oder Gruppe ist es ein weit verbreitetes Phänomen,
eine eigene Ideologie zu besitzen, die deren Aktivitäten in jedem Fall rechtfertigt und einen
Grund für motivierende Propaganda darstellt. Sogar ein kleiner Haufen von Ganoven hat
seine eigene melodramatische Ideologie und pathologische Romantik. Die menschliche
Natur verlangt, dass abscheuliche Dinge mit einer überkompensierenden Mystik
überstrahlt werden, damit das Gewissen beruhigt und das Bewusstsein und die
kritischen Fähigkeiten getäuscht werden, ob es nun einen selbst betrifft, oder andere
Menschen. Wenn man einer solchen ponerogenen Vereinigung ihre Ideologie entziehen
könnte, bliebe nichts zurück außer psychologische und moralische Pathologie, nackt und
unattraktiv.

Fakt ist, dass Geheimreligionen existieren, mit denen sich die Elite ihre
Verbrechen schonfirbt oder mystisch romantisiert (siehe S.229). Für sie dient
die Errichtung einer Weltregierung einem höheren Ziel, welches innerhalb der
entsprechenden Geheimlehre zu finden ist. So studierte der Griindervater der
Rothschild-Dynastie Mayer Amschel Rothschild die jüdische Geheimlehre Kabbala,
die ihm bestätigte, dass die Gebote Gottes missverstanden wurden. Er glaubte
nach dem Kontakt mit der Kabbala an ihre Lehren der „Heiligen Sünde“ und der
Umkehrung aller biblischer Gesetze in ihr Gegenteil, um die Riickkehr des Messias
zu erreichen. Die Kabbala - oder zumindest seine Interpretation der Kabbala - befahl
ihm, die alte Weltordnung zu zerstören, indem Verbote zu Geboten werden sollten.
Die Inhalte einer menschenfeindlichen Lehre werden dem Psychopathen „wahr“
erscheinen, da sie seiner riicksichtslosen Natur entsprechen. (siehe S.26) Mit dieser
Lehre hat er die Rechtfertigung, seine egoistischen Ziele weiter zu verfolgen. Als
der Journalist Alex Jones eine Zeremonie des jährlichen Elite-Treffens ,, Bohemian
Grove” infiltrierte, wurde er Zeuge einer okkulten Zeremonie, die exakt mit dem
Geisteszustand essenzieller Psychopathen zusammenpasst: Die Zeremonie nennt sich
,Cremation of Care“ (Eindscherung des Mitgefiihls). Dabei handelt es sich um eine
Art Verspottungsritual, bei der eine Puppe, die das Mitgefühl symbolisieren soll, auf
einem Altar verbrannt wird. Die Teilnehmer des Rituals sollen dabei symbolisch ihr
eigenes Mitgefühl verbrennen bzw. abwerfen. Wenn man das okkulte Brimborium
ignoriert, blickt man schlicht auf Psychopathen, die ihre psychische Andersartigkeit
zelebrieren.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (040)
C.1. Das Geldsystem

Wie bereits erläutert, entsteht ein Markt überall dort, wo das Gebot der Nächsten-
liebe gilt. (siehe S.27) Da wenige Menschen es vorziehen, sich selbst zu versorgen,
werden sie ihr Eigentum und ihre Arbeitskraft gegen das Eigentum oder die Arbeitskraft
von anderen Menschen eintauschen, um ihren Wohlstand zu steigern. Man müsste
Sie dazu zwingen, es nicht zu tun! Ich habe schon in meinen letzten zwei Büchern
erläutert, wie das Geldsystem funktioniert, deshalb halte ich mich so kurz wie möglich.
Viele klassische Tauschgeschäfte sind sehr kompliziert, oft sogar schlicht nicht
umsetzbar: Ein Bäcker kann einen Autoverkäufer z.B. nicht mit 30.000 Brötchen
bezahlen. Deshalb nutzt die Menschheit seit tausenden Jahren ein Tauschmittel: Meist
Gold und Silber. Der Bäcker kann das Auto mit dem Tauschmittel kaufen, obwohl der
Autoverkäufer keinen Bedarf an seinen Brötchen hat.

Es ist Fakt, dass die Menschheit Gold und Silber immer als Tauschmittel benutzt
hat, wenn man sie nicht zu einem anderen Tauschmittel gezwungen hat. Würde
jemand ein Tauschmittel erfinden oder entdecken, welches besser ist als Gold und
Silber, würde die Menschheit dieses neue Tauschmittel benutzen, wenn sie nicht
zur Benutzung eines anderen Tauschmittels gezwungen wird. Was ich damit sagen
will: Wenn man die Menschen zu nichts zwingt, kann man sie auch nicht zur
Benutzung eines Tauschmittels zwingen. Sie werden sich automatisch für das
ihnen nützlichste Tauschmittel entscheiden: Das sollte bis zum heutigen Tag Gold
und Silber sein, aber wer bin ich, um das zu wissen? Vielleicht wurde ja gestern ein
neues Edelmetall entdeckt, das sich noch leichter teilen und aufbewahren lässt als
Gold. Vielleicht entwickelt ein raffinierter Wissenschaftler morgen ein Verfahren zur
synthetischen Herstellung von Gold und macht das einstige Edelmetall so vollkommen
wertlos. Das würde die Marktteilnehmer von Gold abrücken lassen. Die Entscheidung
für ein anderes Tauschmittel würde das Gebot der Nächstenliebe nicht brechen, da sie
ohne Zwang getroffen wird. Die Entscheidung wird das Glück und den Wohlstand
der Marktteilnehmer vergrößern, sonst würde sie ja nicht getroffen werden. Diese
freie Entscheidung bei der Wahl des Tauschmittels ist heute allerdings weltweit
gesetzlich eingeschränkt, was fatale Konsequenzen für die Marktteilnehmer nach sich
zieht und jenen große Vorteile bringt, die es einschränken.

Bleiben wir dabei: Gold und Silber erfüllen heute noch am besten die notwendigen
Eigenschaften eines Tauschmittels: Edelmetalle sind knapp, teilbar, homogen, billig zu
transportieren und aufzubewahren, relativ leicht in ihrem Gehalt zu erkennen - den
berühmten Biss auf die Goldmünze kennen Sie sicherlich aus Westernfilmen -, von
enormer Haltbarkeit und nicht beliebig vermehrbar.“ Doch über all diese Eigenschaften
muss der Marktteilnehmer nichts wissen. Es reicht für ihn, eines zu beobachten:
Edelmetalle werden nachgefragt! Sie werden zwar aufgrund dieser Eigenschaften
nachgefragt, doch das muss den Marktteilnehmer nicht interessieren. Für ihn reicht
es, festzustellen, dass eine Nachfrage nach Edelmetallen besteht. Es ist egal, wie
diese Nachfrage zustande kommt. Gold wird seit Jahrtausenden von den Menschen
wertgeschätzt und deshalb ist Gold eine sehr absatzfähige Ware. Die Betonung liegt

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (041)
auf Ware. Gold ist eine Ware, die nachgefragt wird, vor allem wegen ihrer Nützlichkeit
als Tauschgut. Aufgrund dieser Nachfrage hat Gold einen Wert. Es spielt keine Rolle,
ob Gold für die Menschen nützlich eingesetzt werden kann. Die Menschen wollen
es seit Jahrtausenden haben und nur deshalb hat es einen Wert. Würde dieser Wert
plötzlich verschwinden, z.B. indem jemand ein neues, bessere Tauschmittel erfindet
oder eine Methode zur synthetischen Herstellung von unendlich viel Gold, würden
die Menschen sich für ein anderes Tauschmittel entscheiden. All dies geschähe aber
ohne Zwang und würde das Selbsteigentum (siehe S.26) anderer Menschen nicht
verletzen. Die Bezeichnung, die die Menschen für diese Tauschware benutzten, war
„Geld“. Geld war eine Ware wie jede andere Ware auch, nur Geld wurde zum Mittel
des Tausches eingesetzt. Da es für diese Tauschware - in der bisherigen Geschichte
der Menschheit - keine bessere Option als Gold gab, wurde meist auch Gold als Geld
benutzt. Aus diesem Grund auch die phonetische Ähnlichkeit der zwei Wörter „Geld“
und „Gold“ - auch wenn dies nicht in jeder Sprache der Fall ist.

Auf freien Märkten, wie wir sie in der Vergangenheit oft vorfanden, war Gold
immer eine Tauschware, die stark nachgefragt wurde. Auf einem freien Markt hat
jeder das Recht, sich Gold bzw. Geld anzueignen, solange er dabei nicht die Rechte
eines anderen Menschen verletzt. Die Produktion und Aufbereitung wurde in der
Vergangenheit Goldschürfern und Goldschmieden überlassen. Die Knappheit von
Gold machte es zu einem exzellenten, allgemein akzeptierten Tauschmittel, da das
Aufspüren von goldhaltigen Gesteinsschichten immer sehr aufwändig war. So waren
die Wachstumsraten der Gold - und natürlich auch jeder anderen Edelmetallmenge
- historisch sehr niedrig. So war sichergestellt, dass die „Produzenten“ des Goldes es
nicht im Übermaß produzierten und damit alle anderen Waren aufkaufen konnten.
Natürlich hatte auch jeder andere Marktteilnehmer das Recht, nach Gold zu graben.
Hätten sich aber alle Schmiede, Bauern, Schreiner, Metzger und Bäcker dazu
entschieden, nach Gold zu suchen, anstatt ihren erlernten Berufen nachzugehen,
wäre der Wert des Goldes nahe null gefallen. Schließlich diente Gold in erster Linie
als Tauschmittel. Da die Messer des Schmiedes, die Kartoffeln des Bauern und die
Brötchen des Bäckers nicht mehr vorhanden wären, wenn diese sich lieber mit der
Suche nach Gold beschäftigten, bräuchte man auch kein Tauschmittel mehr. Gold
würde nicht mehr nachgefragt werden und wäre damit wertlos. So pendelt sich jeder
Markt in einem gesunden Gleichgewicht ein. Genauso wie Gold eine normale Ware
zum Zweck des Tauschs darstellt, sind die Produzenten dieser Ware Produzenten
wie jeder andere Produzent auch. Gegen diese Form der Geldproduktion gibt
es - wie gegen jede andere nicht eigentumsverletzende Güterproduktion - rein
gar nichts einzuwenden. Die Geldmenge entspricht bei dieser Geldproduktion
der Geldnachfrage, und produziert wird dezentral von hunderten verschiedenen
Anbietern.

Da sich Gold auf einem freien Markt zu einem allgemein anerkannten
Tauschmittel entwickelt, wird fast jede Person Gold besitzen. Aufgrund seiner ewigen
Haltbarkeit hat Gold neben seiner Tauschmittelfunktion auch die Funktion eines
Wertaufbewahrungsmittels. Da die Menschen wissen, dass der Wert der Ware Gold

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (042)
im Vergleich zu allen anderen Waren relativ konstant bleibt, werden sie nicht alles
Gold auf einmal gegen andere Waren eintauschen. Sie werden das Gold sparen.
Doch die Sparer fühlen sich nicht wohl dabei, ihr Geld.daheim aufzubewahren. Sie
hören Geschichten von Einbrüchen oder Freunden, die ihr Gold verloren haben.
Einer der Marktteilnehmer kommt schnell auf die naheliegende Geschäftsidee, eine
Dienstleistung anzubieten, um diese Probleme seiner Mitmenschen zu lösen. Er lässt
in seinen Geschäftsräumen einen Tresor einbauen und jedem, der ihm sein Gold
zur Verwahrung anvertraut, stellt er einen Lagerschein aus, auf dem die genaue
Goldmenge vermerkt ist. Für seine Dienstleistung stellt er eine Lagergebühr in
Rechnung. Er hat soeben eine Bank gegründet, allerdings eine Bank auf einem
freien Markt. Eine Bank würde in einer freien Welt lediglich das Geld ihrer
Kunden aufbewahren. Wenn die Bank das Geld ihres Kunden investieren wollte,
müsste der Kunde ihr das in einem freiwilligen Vertrag erlauben. Wäre die Bank
nicht mehr in der Lage, die Lagerscheine des Kunden in Gold einzutauschen, könnte
der Kunde sie vor Gericht bringen.‘ Weil der Gewinn aus Zinsen für echte Banken
sehr niedrig war, kamen sie auf die Idee, Sparer und Investoren zusammenzubringen.
Dadurch wurde die Wirtschaft weitaus efhzienter. Wir sehen einen deutlichen
Unterschied zu heutigen Banken: Der Kunde müsste der Bank eine Gebühr zahlen,
damit diese sein Geld aufbewahrt. Zinsen kann der Kunde nur bekommen, wenn er
der Bank vertraglich erlaubt, mit seinem Geld zu arbeiten. Indem er der Bank sein
Geld für einen bestimmten Zeitraum ausleiht, verzichtet er darauf, das Geld in diesem
Zeitraum als Tauschgut einzusetzen. Als Belohnung für diesen Konsumverzicht
bekommt er Zinsen. Die meisten Menschen verleihen ihren Besitz nicht an
Fremde, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Diese Gegenleistung ist
der Zins. Er ist die Belohnung dafür, dass man etwas verleiht. Da jeder Mensch
das Recht hat, seinen Besitz gegen Entlohnung zu verleihen, ist der Zins in einer
freien Welt legitim.

Da man vor allem bei großen Investitionen Risiken und Anstrengungen auf
sich nehmen müsste, um das physische Gold selbst zum Verkäufer einer Ware zu
transportieren, würden auch auf einem freien Markt oft nur die Lagerscheine für
das Gold - d.h. Papier - gehandelt werden. Im heutigen digitalen Zeitalter wäre
dieser Lagerschein meist nur eine Zahl auf dem Online-Konto des Bankkunden.
Der Unterschied zur heutigen Zeit wäre: Das Papier und die Zahlen auf dem
Konto würden auf bei der Bank hinterlegtem Gold basieren. Eine Bank, die
das Gold nicht auszahlen könnte, würde verklagt werden und schnell vom Markt
verschwinden.

Ich fasse so kurz wie möglich zusammen: In einer freien Welt entscheiden
sich die Menschen für Gold als Tauschmittel. Gold ist eine Ware, die von jedem
produziert werden darf. Die Besitzer des Geldes haben das Recht, ihr Geld zur

Aufbewahrung einer Bank zu geben und es für Zinsen zu verleihen. Finanzielle

* In einer freien Welt würde Recht wie jede andere Ware auch behandelt werden. Wie ein privates Rechtssystem
funktioniert, erfahren Sie u.a. in folgenden Büchern: Gustave de Molinari - Produktion der Sicherheit, Hans Her-
mann Hoppe - Demokratie, der Gott, der keiner ist; Oliver Janich - Die Vereinigten Staaten von Europa

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (043)
Transaktionen werden zwecks Bequemlichkeit mit den papiernen oder digitalen
Lagerscheinen des Goldes getätigt werden.

Nun mischt sich der Staat ein: Er erlässt Gesetze, die seinen Banken erlauben,
das zu tun, wofür man die Banken in einer freien Welt vor Gericht ziehen könnte:
Geld zu verleihen, obwohl dieses nicht mit Gold hinterlegt ist. Er legalisiert damit
die Geldfälschung der Banken und leiht sich dieses Geld von ihnen, um seine
Staatsausgaben zu finanzieren. Das Geld der vom Staat legitimierten Banken ist kein
Lagerschein mehr und damit echtes Papiergeld. Da ein Stück Papier nahezu wertlos
ist, haben wir es mit wertlosem Geld zu tun. Natürlich mussten auch Gesetze erlassen
werden, die den Bürger zu Benutzung des Papiergeldes zwingen bzw. ihm kaum eine
andere Wahl lassen, als das Papiergeld zu benutzen. Dies geschah aber nicht von heute
auf morgen. Die Mächtigen erkannten etwa Anfang des 17. Jahrhunderts, dass die
Marktteilnehmer mehrheitlich die Lagerscheine als Zahlungsmittel vorzogen, anstatt auf
echtem Gold zu beharren. Sie unternahmen mal erfolgreiche, mal weniger erfolgreiche
Versuche, die Bindung von Gold zu Geld zu lockern. Hier kommen die Rothschilds
wieder ins Spiel, denn sie sind die Familie, die in den letzten zwei Jahrhunderten am
meisten von diesem Geldfälschungsmonopol profitierte. In meinem ersten Buch
erfahren Sie mehr darüber.

Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen Bundesbank, drückte es 2012 in
einer erstaunlich offenherzigen Rede so aus: Jenes Geld jedoch, welches wir in Form von
Banknoten und Münzen bei uns tragen, hat mit Warengeld nichts zu tun. Die Rückbindung
an Goldbestände gibt es nicht mehr, seit im Jahr 1971 die Goldbindung des US-Dollar
aufgehoben wurde. In Kurzform: Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt.
Banknoten sind bedrucktes Papier - die Kenner unter Ihnen wissen, dass es sich im Fall des
Euro eigentlich um Baumwolle handelt -, Münzen sind geprägtes Metall. Dass Banknoten
und Münzen im täglichen Leben als Zahlungsmittel akzeptiert werden, hat zwar
auch damit zu tun, dass sie alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel sind. Letztlich fußt
die Annahme von Papiergeld jedoch primär auf dem Vertrauen der Bevölkerung, mit dem
erhaltenen Papiergeld selbst auch wieder Käufe tätigen zu können.

Ich erspare Ihnen nun die Geschichte, wie es zur vollständigen Trennung von Gold
und dem heutigen Papiergeld kam. Diese erfolgte schrittweise. Private Geldanbieter
wurden allmählich aus dem Markt gedrängt. Durch gezielte Gesetze und Anreize
wurde der Notenumlauf gefördert, der Eintausch in Gold immer weiter erschwert.
So gewöhnten sich die Menschen nach und nach an das Papiergeld. Seit 1971 leben
wir in einem reinen Papiergeldsystem, in dem Geld theoretisch beliebig vermehrt
werden kann. Mit dem Papiergeld bestehlen der Staat und die Banken gemeinsam
den Bürger, doch sie profitieren von einem psychologischen Trick: Im Gegensatz zur
direkten Besteuerung fällt es dem Bürger nicht auf, dass er durch die Inflation - die
Vermehrung des Papiergelds - bestohlen wird. Indem Zentralbanker die Geldmenge
erhöhen, verringert sich der Wert des Geldes und damit wird der Bürger indirekt
bestohlen. Die Geldinflation ist damit nichts anderes als eine versteckte Steuer. Die
Produktpreise würden ohne die enorme Inflation jährlich aufgrund des technischen
Fortschritts fallen, womit sich der Wohlstand der Menschen erhöhen würde. In den

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (044)
meisten Ländern der Erde - z.B. hier in Deutschland - kann sich der Bürger allerdings
legal vor der Inflation schützen. Das heißt, er kann z.B. Gold kaufen, anstatt sein
Papiergeld zu sparen, das jährlich an Wert verliert. Da Geld aber von der Regierung
zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wurde und er seine Steuern durch
das Papiergeld begleichen muss, entsteht eine künstliche Nachfrage nach den
Papierscheinen. Diese Nachfrage basiert auf gesetzlichem Zwang und nicht auf
Freiwilligkeit, wie im Fall des Goldes. Der Clou ist, dass die Zentralbanken, die
das Papiergeld drucken, zwar ein Monopol von der Regierung bekommen, jedoch
- wie im Fall der Federal Reserve bekannt geworden - von privaten Anteilseignern
kontrolliert werden, über die strengste Geheimhaltung herrscht. Das Geldsystem
verschafft den Rothschilds Einfluss auf jede Regierung der Welt, da sie durch das
Monopol auf Geldschöpfung in einer Demokratie Politiker und Parteien finanzieren
können. Dass die Politiker das Geldmonopol niemals erwähnen oder gar abschaffen
würden, verdeutlicht, dass sie Marionetten der Rothschilds sind, die als essenzielle
Psychopathen wie Bormann und Beria (siehe S.22) weltweit im Hintergrund die
Fäden ziehen. Die Machtstruktur innerhalb der Zentralbanken steht fest und wird
nicht demokratisch festgelegt. So können die Rothschilds die Politik der Zukunft
bestimmen und über Jahrzehnte langfristig planen.

Die Einführung der Demokratie trug entscheidend dazu bei, dass sich das
Papiergeldsystem im 19. und 20. Jahrhundert etablierte. Hans Hermann Hoppe
schreibt: So sehr monarchistische Herrscher es auch versuchten, es gelang ihnen nicht,
ein reines Papiergeldmonopol zu etablieren, d.h. ein uneinlösbares Regierungspapiergeld,
das quasi aus dem Nichts und praktisch kostenlos erzeugt werden kann. Keiner einzigen
Person, nicht einmal einem König, konnte man ein derart aufSerordentliches Monopol
anvertrauen. Nur unter Bedingungen des demokratischen Republikanismus - der anonymen
und unpersönlichen Herrschaft - konnte dieses Kunststück vollbracht werden.” Der Grund
ist wieder die fehlende Eigenverantwortung. Demokratisch gewählte Politiker können
das Problem der Staatsschulden einfach an ihren Nachfolger weitergeben: Während ein
König Schulden gegenüber keineswegs abgeneigt ist, so ist er in dieser ‚natürlichen‘ Neigung
doch dadurch eingeschränkt, dass er als Privateigentümer der Regierung gilt und er und
seine Erben als für seine Schulden persönlich haftbar gelten (er kann im wörtlichen
Sinne Bankrott gehen oder von seinen Gläubigern gezwungen werden, Vermögenswerte
der Regierung aufzulösen). In deutlichem Unterschied dazu wird ein präsidialer
Regierungsverwalter für die in seiner Amtszeit aufgenommenen Schulden nicht
persönlich haftbar gemacht. Seine Schulden werden vielmehr als ‚öffentlich‘ betrachtet,
rückzahlbar durch zukünftige (gleichermaßen nicht haftbar zu machende) Regierungen.
Wenn aber jemand für seine Schulden nicht persönlich haftbar gemacht wird,
wird seine Verschuldung steigen, und der gegenwärtige Regierungskonsum wird zu
Lasten zukünftigen Regierungskonsums ausgeweitet. Um eine steigende öffentliche Schuld
zurückzuzahlen, müssen die der Öffentlichkeit auferlegten Steuern (oder die Geldinflation)
steigen.® Die Entwicklung in einer Demokratie, das Kollektiv anstatt die Herrscher
für die Staatsschulden verantwortlich .zu machen, sehen wir sehr deutlich an der
Griechenland-Krise. Die Medien verkaufen das Bild, „die Griechen“ wären für das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (045)
von ihren Regierungen verursachte Staatsdefizit verantwortlich. Nun wurden die für
die Verschuldung verantwortlichen Regierungen zwangsläufig von „den Griechen“
gewählt. In einer Demokratie werden die Bürger in das zutiefst unmoralische
Machtmonopol miteingespannt, sodass die klare Trennung zwischen „Regierung“ und
„Regierten“ verschwindet. Damit ist plötzlich jeder für etwas verantwortlich, das früher
ein Privatproblem des Königs war.

Der Großteil der deutschen alternativen Medien hat sich inzwischen auf den Zins
(siehe S.158 f.) als eine der Grundursachen für die heutigen Probleme der Menschheit
festgelegt. Die sogenannte „Wissensmanufaktur“ des wohlhabenden Unternehmers
Andreas Popp, der sich in seiner Vorstellung auf der Webseite der Wissensmanufaktur
als „Dozent für Makroökonomie“ bezeichnet, leugnet, dass der Verleih des eigenen
Besitzes auf Freiwilligkeit basiert und schlägt stattdessen ein zinsfreies Geld für eine
bessere Welt vor. Natürlich müsste dieses zinslose Geld, wie heute schon, von einer
Zentralbank gedruckt werden, die das Geld zinsfrei verleiht. Da niemand dieses Geld
privat zinsfrei verleihen würde, müsste man jede Form von privaten Zinsgeschäften
verbieten. Zinsloses Geld würde sich noch schneller entwerten als das Geld in
unserem heutigen System, da der Zins auf das wertlose Papiergeld die Schuldner
heute diszipliniert, sich nicht zu viel davon zu leihen. Das Problem ist nicht der Zins,
sondern das Fiat-Geld - die Schaffung von Geld aus dem Nichts. Ein besonders
irreführendes Beispiel der Wissensmanufaktur und vieler anderer Zinskritiker ist das
Gedankenexperiments des „Josephspfennigs“. Darin wird erläutert, dass Joseph von
Nazareth, hätte er am 25. Dezember 2015 zu 5 Prozent Zinsen bei einer Bank angelegt,
heute ausgeschrieben so viele Euros besitzen würde: 23.911.022.046.136.200.000.000
.000.000.000.000.000.000. Wie schon erklärt, gibt es in unserem Fiat-Geld-System
aber nur risikofreie Zinsen, wenn man sein Geld auf die Bank bringt. Zinsen in einer
freien Welt wären mit einem Risiko verbunden und die Rückzahlung nicht garantiert.
Theoretisch könnte sich eine private Bank vertraglich darauf einigen, einem Anleger
jährlich 5 Prozent Zinsen zu zahlen. Das würde für die Bank keinen Sinn machen,
da eigentlich der Anleger der Bank Geld zahlen müsste, damit sie sein Geld verwahrt.
Möglich wäre es aber. Wenn es also unsinnigerweise dazu kommen sollte, dass eine
Bank einem Anleger verspricht, ihm über 2000 Jahre bedingungslos einen Kredit von 5
Prozent auszuzahlen, käme die monströse Summe aus dem Beispiel des Josephspfennigs
tatsächlich zusammen. Was dann passieren würde, ist einfach: Die Bank könnte die
Summe nicht auszahlen, da man Gold nicht ansatzweise so vermehren kann wie
Papiergeld. Damit hätte sich die Angelegenheit erledigt.

Andere vermeintliche Geldexperten in den alternativen Medien fordern den
Goldstandard zurück, d.h. sie wollen, dass die Regierung das Monopol auf die
Geldproduktion bekommt, jedoch dieses Geld mit Gold hinterlegen muss. Das ist
erstens moralisch falsch, da der Staat seine Bürger auch in diesem Modell zwingt, sein
Geld zu benutzen. Zweitens hat in den letzten 150 Jahren jede Regierung, die einmal
einen Goldstandard hatte, diesen allmählich gelockert und zu guter Letzt abgeschafft.
Ein Goldstandard beseitigt nicht das Problem eines staatlichen Geldmonopols. Der
Ökonom Jörg Guido Hülsmann erklärt in seinem Werk „Die Ethik der Geldproduktion“,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (046)
auf das ich an dieser Stelle verweisen will, wie die Etablierung des Goldstandards in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Regierungen dazu diente, alternative Geldarten zu
eliminieren.

Die Forderung „Zurück zur D-Mark“°° des Compact-Magazins (siehe 5.87) - also
raus aus dem Euro, wieder rein die D-Mark - ist noch substanzloser, da die D-Mark
genauso wie der Euro ein ungedecktes Fiat-Geld war. Bei ihrer Abschaffung hatte die
D-Mark 78 Prozent ihres ursprünglichen Werts verloren.” Früher oder später wäre
die deutsche Wirtschaft auch mit der D-Mark in eine schwere Krise gefallen. Jedes
Papiergeldsystem in der Geschichte der Menschheit ist zusammengebrochen und so
wäre auch das D-Mark-System gescheitert.

Der Putin-Propagandist Jürgen Elsässer sprang zudem hinterlistig auf den
libertären Zug der Kritik an der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve auf.
Liberale amerikanische Historiker wie G. Edward Grifiin oder Gary Allen erklärten
in ihren Büchern, wie die Federal Reserve in ihrem Heimatland den freien Markt
ausschaltet. Gleichzeitig berichteten sie von den Bankunternehmen der Rothschild-
Agenten Morgan und Rockefeller, die hinter der Gründung steckten. Die Recherchen
der amerikanischen Liberalen über die privaten Besitzer der FED verdrehte der
„ehemalige“ Kommunist sehr geschickt: Er behauptete, die Federal Reserve sei eine
räuberische Institution von Privatbanken®® und deshalb seien die USA bzw. deren freier
Markt an der Finanzkrise schuld. Das passt perfekt zur Taktik Putins, Amerika und den
Kapitalismus für jedes Übel auf dieser Welt verantwortlich zu machen. (siehe 124 f.)
Elsässer sieht sich durch die heutige Finanzkrise, die von den russischen Strategen
eingeplant war (siehe S.83), in seinem antikapitalistischen Denken bestätigt.

Es gibt nureine Lösung für die Bankenkrisen der heutigen Zeit: Die Abschaffung
der Zentralbanken und freie Geldwahl für alle. Jeder andere Lösungsvorschlag aus den
alternativen Medien wird in eine erneute Krise führen - im Fall der Wissensmanufaktur
sogar in eine noch fatalere als die jetzige.

C.2. Wie die Rothschilds ihre Macht weiter ausbauen

Durch das Geldsystem haben die Rothschilds ein übernationales System zur
weltweiten Steuerung der Politik geschaffen. Die Idee einer Demokratie existierte
schon Jahrtausende vor dem Aufstieg der Rothschilds und auch der Trick der
Ausbeutung des Volkes durch das Geldmonopol des Königs stammte nicht von
den Rothschilds. Sie erkannten allerdings, dass das Vertrauen in den Adel im
Zeitalter der Aufklärung dahinschwand. Die Rothschilds gründeten deshalb mit
finanzstarken Königshäusern, die ihre Macht in Gefahr sahen, den Geheimbund
der Illuminati, der eine neue Form geheimer Herrschaft über Europa verbreiten
sollte. Das Problem für die Herrschenden in einer Monarchie war, dass immer
eine klare Trennung zwischen Herrschenden und Beherrschten entstand. So war
der König in ständiger Gefahr, getötet oder entmachtet zu werden, denn für seine
Untertanen gab es keine Möglichkeit außer dem gewaltsamen Kampf gegen den
König, wenn jener sein Machtmonopol missbrauchte. Sein Untertan hatte schließlich

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (047)
keinen Zugang zum Machtmonopol. Aufgrund dieser Einschränkungen bezüglich des
Eintritts in die Regierung und des exklusiven Status des individuellen Herrschers und
seiner Familie (als König und Adelige) regt Privateigentum der Regierung (Monarchie)
die Entwicklung eines klaren ‚Klassenbewusstseins‘ auf Seiten der regierten Öffentlichkeit
an und fördert Opposition und Widerstand gegen jede Ausdehnung der Steuergewalt der
Regierung. Es existiert eine klare Trennung zwischen den wenigen Herrschern und den
vielen Beherrschten, und es besteht kaum ein oder kein Risiko, dass eine Person von einer
Klasse in eine andere Klasse auf- oder absteigt. Durch die Konfrontation der Beherrschten
mit einem fast unüberwindbaren Hindernis insbesondere gegen Mobilität ‚nach oben‘
wird die Solidarität unter ihnen - ihre gemeinsame Identifikation als tatsächliche oder
potenzielle Opfer von Regierungsübergriffen auf Eigentumsrechte - verstärkt, und das
Risiko der herrschenden Klasse, als Folge höherer Steuern Legitimität zu verlieren, wird
entsprechend erhöht, so Hoppe.” Die Illuminati wollten dieses Klassenbewusstsein
verschwinden lassen, um ein ausgeklügelteres Herrschaftssystem zu etablieren,
in dem das Individuum in der Illusion gefangen werden sollte, es sei nun frei und
habe sich von jeglicher Herrschaft befreit. Adam Weishaupt, der Chefideologe des
Geheimbundes, wollte die Herrschaft einer vermeintlich aufgeklärten Elite aus
Illuminaten etablieren, die sich hinter dem neuen Herrschaftssystem versteckte. In
der Öffentlichkeit präsentierten sich die Illuminati hingegen als überzeugte Gegner
des Gewaltmonopols. Tatsächlich bewegte sich die Aufklärung, in deren Tradition
die Illuminati behaupteten zu stehen, damals noch in die richtige Richtung: Das
Ende der Monarchie und die Entmachtung der Kirchen sollte zur Errichtung
kleiner Staaten mit maximalen Eigentumsrechten für jeden Bürger führen. So das
Credo vieler aufklärerischer Denker des 18. Jahrhunderts. Weishaupt täuschte
seine Begeisterung für die Werte der Aufklärung und die Utopie einer staatenlosen
Gesellschaft der Außenwelt meisterhaft vor. Die Illuminati versteckten ihre wahren
Ziele hinter der Forderung nach einer Abschaffung des Machtmonopols und der
Errichtung eines Sittenregiments, in dem nur noch die menschliche Vernunft
herrschen sollte. Dieses Sittenregiment war mit der von Hans Hermann Hoppe
skizzierten „Privatrechtsgesellschaft“ vergleichbar, die eine Gesellschaft ohne
ein Machtmonopol des Staates beschreibt, in dem private Unternehmen alle
hoheitlichen Aufgaben der heutigen Staaten übernehmen, inklusive: Schutz- und
Verteidigungsdienstleistungen. Der Kirchenrechtsprofessor Weishaupt galt als Rebell
an seiner Universität in Ingolstadt, die fast vollständig von katholischen Jesuiten
beherrscht wurde. Er wehrte sich sowohl gegen den Absolutismus der Könige als
auch den geistigen Despotismus der Kirchen. Dabei positionierte er sich in der
Öffentlichkeit klar gegen neue Regierungsformen als Alternative zur königlichen
Herrschaft: Wenn ein Mann unter einer Regierung lebt, ist er gefallen, sein Wert ist
verschwunden und seine Natur ermattet.” Damit hatte Weishaupt die ideale Tarnung
für die subversiven Aktivitäten seines Ordens geschaffen. Insgeheim rekrutierten
die Illuminati aus wohlhabenden deutschen Adelshäusern wie dem Haus Hessen-
Kassel (das damals reichste Königshaus Europas), dem Haus von Weimar,” dem

* Der Rothschild-Biograph Derek Wilson schreibt über die Geschäfte von Mayer Amschel Rothschild, etwa im

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (048)
Haus Sachsen-Coburg-Gotha (siehe S.53) und dem Haus Thurn und Taxis.” Nur sie
hatten die finanziellen Mittel, um politische Ziele des Ordens nachhaltig umzusetzen.
Kaum vorzustellen, dass die adligen Mitglieder Interesse an einem Ende ihrer Macht
hatten. Deshalb unterstützten die Illuminati in der Öffentlichkeit ein herrschaftsfreies
System, begannen jedoch durch geheime Kanäle eine neue Form der Herrschaft zu
unterstützen: Die Demokratie!

Wie der hochangesehene britische Physik - und Mathematikprofessor John Robison
in seinem Buch 1798 erschienenen Buch „Proofs of a Conspiracy“ berichtete, war
die Französische Revolution, die zu der Errichtung der ersten modernen Demokratie
geführt hatte, eindeutig ein Projekt der Illuminati gewesen. Er bezeichnete Weishaupt
als den Patriarch der Jakobiner’, welche die Revolution gelenkt und die von ihnen
geforderte, mit Privateigentum inkompatible, Demokratie eingeführt hatten. Robison
war in den 1780ern von den Illuminati angeworben worden, erklärte sich jedoch
nicht dazu bereit, dem Orden beizutreten. Da ihr verheerender Machtzuwachs ihm
große Sorgen bereitete, sah er sich dazu gezwungen, die Geheimnisse der Organisation
offenzulegen. Die Illuminati hatten ab 1782 damit begonnen, die Logen der
europäischen Hochgradfreimaurerei zu unterwandern. Die führenden Revolutionäre
wie Talleyrand, Desmoulins. Sieyes und Lafayette bekamen ihre Befehle aus den von
den Illuminati unterwanderten Freimaurerlogen. Zur damaligen Zeit in Paris war die
Beteiligung der Illuminati an der Revolution ein offenes Geheimnis. Auch die Jakobiner
wiesen deutlich auf ihre freimaurerischen Ursprünge hin. In der Nationalversammlung,
die die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (siehe S.181) verabschiedete,
saßen über 300 Freimaurer. Welche verheerenden Auswirkungen die Errichtung einer
Demokratie haben kann, erwies sich schnell. Es folgten drei Jahrzehnte des Krieges und
der Unterdrückung, die alle hehren Ideale der Revolution ad absurdum führten. Die
Jakobiner, die erfolgreich für die Demokratie gekämpft hatten, forderten wenig später
einen Krieg zur Verbreitung ihrer demokratischen Ideale.

Aufgrund des von Hoppe beschriebenen Klassenbewusstseins wurden Kriege
unter monarchischer Herrschaft eher als Privatangelegenheit des Königs betrachtet,
die er mit seinen persönlichen Mitteln zu finanzieren und auszuführen hatte. Die
Napoleonischen Kriege dienten dagegen der Verbreitung einer universellen Idee,
die jeden Bürger Frankreichs miteinschloss. Abstrakte Konzepte wie „Freiheit“ oder
„Nation“ führen in einer Demokratie dazu, dass sich eine ganze Bevölkerung mit
den Kriegszielen ihrer Herrscher identifiziert. So war für eine ganze Nation nach der
Französischen Revolution kein Preis zu hoch, die demokratischen Ideen in ganz Europa
zu verteilen. Anstatt den Krieg wie zuvor als privaten Konflikt der Könige zum Ausbau
ihrer Macht aus der Ferne zu beobachten, stürzte sich die Mehrzahl der Franzosen nun

Zeitraum der Gründung der Illuminati: Er kaufte die Sammlungen einiger Liebhaber auf, die gerade um Bargeld
verlegen waren. Mit seiner erweiterten Kollektion gelang es ihm sogar, das Interesse des Herzog Karl August von Weimar
- des Förderers und Dienstherrn Goethes - zu gewinnen [...]”” Am 10. Februar 1783 trat Karl August dem Illumina-
tenorden mit dem Namen „Aeschylus“ bei und stieg in ihm bis zum „Regenten“ auf.

* Es ist nicht eindeutig belegt, dass Thurn und Taxis einen Vertreter im Illuminaten-Orden hatte. Fakt ist jedoch,
dass das Adelsgeschlecht zur Gründungszeit der Illuminati Geschäftskontakte zu den Rothschilds hatte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (049)
begeistert in den Krieg. Demokratische Kriege sind, laut dem Autor Marshal Ferdinand
Foch, dazu auserkoren, mit allen Ressourcen der Nation zu kämpfen; sie sollten sich zum
Ziel setzen, nicht ein dynastisches Interesse, nicht die Eroberung oder den Besitz einer
Provinz, sondern an erster Stelle die Verteidigung oder Verkündigung philosophischer Ideen,
danach der Prinzipien der Unabhängigkeit, der Einigkeit und nichtmaterieller Vorteile
verschiedener Art.” So entwickelt sich ein demokratischer Krieg immer zu einem
totalen Krieg, da er als Gesamtangelegenheit einer Nation angesehen wird, die von
einer Ideologie geblendet wird. Der Autor John Frederick Charles Fuller erklärte es
folgendermaßen: Der Einfluss des Gedankens der Nationalität, das heißt der Demokratie,
auf den Krieg war tiefgreifend, [...] (er) emotionalisierte den Krieg und, infolgedessen,
brutalisierte ihn; [...] Im 18. Jahrhundert waren Kriege hauptsächlich eine Angelegenheit
von Konigen, Hoflingen und Gentlemen. Armeen lebten von ihren Vorriten, sie mischten
sich so wenig wie möglich in die Angelegenheiten des Volkes ein, und da die Soldaten aus
der Privatschatulle des Konigs bezahlt wurden, waren sie zu teuer, um in Massenangriffen
leichtfertig geopfert zu werden. Die Veränderung kam mit der französischen Revolution,
Sansculottismus ersetzte die hifische Gesinnung, und in dem MafS, wie die Armeen mehr
und mehr zum Instrument der Volker wurden, wuchsen sie nicht nur an Größe, sondern
auch an Brutalität. Nationale Armeen bekämpfen Nationen, königliche Armeen bekämpfen
ihresgleichen, die ersteren gehorchen dem Mob - der immer wahnsinnig ist, letztere dem
König - der generell bei Sinnen ist. |...) All dies entwickelte sich aus der französischen
Revolution, die der Welt auch die Wehrpflicht bescherte [|...).”

Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Rothschilds und das Zeitalter der
Demokratien. Durch ihr internationales Bankennetz, dessen Macht sich vor allem
von der Kontrolle der Bank of England ableitete, installierten und unterstützten
sie Demokratien auf der ganzen Welt. Sie waren die Hauptprofiteure der brutalen
demokratischen Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts, die ihre Höhepunkte im
Ersten und Zweiten Weltkrieg fanden. Der demokratische Krieg der französischen
Republik, der in der Schlacht von Waterloo” sein Ende fand, ermöglichte den Rothschilds
erst den Aufstieg zur mächtigsten Familie Europas.” Es gibt nur eine Macht in Europa und
das ist Rothschild stellte ein französischer Journalist 1841 klar. Tausende demokratisch
gewählte Politiker auf der ganzen Welt wurden von den Rothschilds bestochen und
manipuliert. Mayer Amschel Rothschilds wichtigster Ratschlag an seinen englischen
Sohn war: Du weißt lieber Nathan von dem seligen Vater, mit einem Regierer muss man

* Der Aufstieg der Rothschilds wäre ohne Napoleon nicht möglich gewesen: 1. Napoleon verjagte Wilhelm von
Hessen-Kassel, der den Rothschilds beträchtliche Teile seines Vermögens überließ. 2. Dank Napoleons Kontinen-
talsperre konnten die Rothschilds exorbitante Gewinne mit Schmuggelgeschäften von England zum europäischen
Festland machen. 3. Die Rothschilds unterstützten die englische Armee gegen Napoleon mit Anleihen. 4. Der
Finanzcoup von Waterloo gelang dank Napoleons Niederlage.

** Die alternativen Medien behaupten, Napoleon sei ein Gegner der Rothschilds gewesen, und zwar aufgrund
dieses Zitats von ihm: Wenn eine Regierung hinsichtlich des Geldes von den Banken abhängt, dann kontrollieren diese
und nicht die Führer der Regierung die Situation, da die Hand, die gibt, immer über der Hand steht, die nimmt. Geld
hat kein Mutterland; Finanziers verfügen weder über Patriotismus noch Anstand; ihr einziges Ziel ist der Gewinn. Ich
kann schwer einschätzen, ob Napoleon von den Rothschilds benutzt und hintergangen wurde. Es bleibt aber Fakt,
dass r ihren Aufstieg erst möglich machte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (050)
sich halten.*® Es ist eindeutig, dass das System „Demokratie“ die dunklen Pläne der
Rothschilds begünstigte.

Dabei stellt sich die Frage, wie die Rothschilds ihre Macht erhalten. Schließlich liegt
das de Facto Machtmonopol nicht in ihren Händen, sondern in denen der Politiker.
In der Tat könnte sich jeder Politiker dieses Planeten jederzeit dazu entscheiden, die
Rothschilds zu entmachten. Er könnte sie z.B. mit seinen Geheimdiensten verfolgen
und eliminieren. Danach würde er die Zentralbank in seinem Land abschaffen und
zu freier Geldwahl anregen. Freie Geldwahl würde automatisch zu einem Austritt
aus internationalen Finanzbündnissen wie dem IWE der Weltbank, der BIZ oder
dem ESM führen. Danach würde er sein Machtmonopol aufgeben, da er zu der
Erkenntnis gekommen ist, dass Herrschaft über andere Menschen unmoralisch ist.
Mit der Abschaffung des Machtmonopols wäre automatisch der Austritt aus jeder
supranationalen Organisation verbunden, der die Nation zuvor angehört hatte, z.B.
aus der EU, der NATO oder der UNO. Damit wären die Rothschilds in dieser Nation
vollkommen entmachtet. Es stellt sich aber die Frage: Welchen Anreiz hätte ein
Politiker, so etwas zu tun?

Die Politiker könnten die Rothschilds mit ihrem Machtmonopol aus dem
Verkehr ziehen, aber das würde bedeuten, dass sie sich nicht mehr an ihren
Untertanen bereichern können. Da die mächtigsten Politiker tendenziell
Psychopathen sind oder psychopathisches Gedankengut angenommen haben,
werden sie kaum altruistisch denken und sich gegen die Machtelite aus essenziellen
Psychopathen (siehe S18.) auflehnen. Sie hätten ja keinerlei Vorteil davon.
Stattdessen lassen sie sich lieber von den Rothschilds kaufen. Zudem fehlt ihnen die
Intelligenz, sich andere gesellschaftliche Szenarien vorzustellen, geschweige denn, diese
wertzuschätzen.

Zudem können die Rothschilds durch ihre Kontrolle der Banken Wahlen steuern
und Geld in genehme Kandidaten stecken, die sich als Marionetten leicht manipulieren
lassen. Da moralisch veranlagte Menschen in der Politik tendenziell seltener zu finden
sind, gestaltet es sich sehr einfach, mit Politikern fertig zu werden, die sich gegen die
Pläne der Rothschilds stellen. Die Politiker, die mit guten Absichten in die Politik
eingestiegen sind, werden die Chance, das Gewaltmonopol zu erklimmen, schlicht und
einfach nicht bekommen. Die Geschäftsbanken werden andere Politiker finanzieren
und die von ihnen kontrollierten Medien werden die gutmeinenden Politiker
ignorieren. Die höchsten Regierungsposten werden mit nahezu hundertprozentiger
Wahrscheinlichkeit von unmoralischen Menschen und überdurchschnittlich
vielen Psychopathen besetzt werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass hohe
Machtpositionen nur in Ausnahmen von moralischen Menschen besetzt werden. Sollte
dieser unwahrscheinliche Fall eintreffen, wie z.B. bei Präsident John FE Kennedy’ ,
können die Rothschilds ihr Geldmonopol nutzen, um den Politiker aus dem Verkehr
zu ziehen. Zwar arbeiten auch die Geheimdienste offiziell für den Präsidenten, doch
auch diese können mit Geld für andere Zwecke gefügig gemacht werden.

* Das muss nicht bedeuten, dass Kennedy ein extrem moralischer Mensch war, aber er hat Entscheidungen getrof-
fen, die den Rothschilds nicht genehm waren.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (051)
Außerdem erschaffen die Rothschilds ein Netzwerk aus persönlichen und
geschäftlichen Beziehungen, Geheimbünden sowie machterhaltender Heiratspolitik.
Geheimbünde predigen die psychopathische Ideologie der Rothschilds und lassen ein
Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen allen Mitgliedern des Geheimbundes entstehen
(siehe S.39). Die Heiratspolitik sorgt dafür, die Gene essenzieller Psychopathie
zu verbreiten und Loyalität zu schaffen. Durch förmlichere Beziehungen wie sie
zwischen Mitgliedern von Banken, Think Tanks oder Lobbyorganisationen wie der
Bilderberg-Gruppe herrschen, werden vor allem finanzielle Geschenke getauscht. Eine
Mitgliedschaft in einer Organisation des Rothschild-Netzwerks wird dem Mitglied
mit hoher Wahrscheinlichkeit in seiner Karriere zum Vorteil gereichen. Dieses
Netzwerk existiert zwar neben der Politik, doch ohne die Politik wäre es zwecklos,
denn es wurde geschaffen, um die Machtmonopole zu steuern. Würde man das
Machtmonopol auf der ganzen Welt abschaffen, wäre auch dieses Netzwerk
schlagartig machtlos.

Die alternativen Medien schlagen meistens folgenden Lösungsansatz gegen
die Rothschilds vor: Die Politiker sollten die Rothschilds vor Gericht stellen und
verurteilen. Supranationale Organisationen wie die NATO, die EU, IWF etc. müssten
abgeschafft werden, damit die Finanzmafia aus den USA die Menschen nicht mehr
ausbeuten kann. Der Austritt aus der EU und die deutsche Souveränität sind z.B.
eines der Steckenpferde des Compact-Magazins. Nehmen wir an, die Rothschilds,
alle Banker und alle Mitglieder supranationaler Organisationen fielen von heute auf
morgen tot um. Dies würde den von den Rothschilds gehegten Plan einer Weltregierung
zerstören! Doch solange unsere nationalen Regierungen erhalten bleiben, bleiben
auch unsere Freiheit und unser Eigentum einem ungerechten und unberechenbaren
Machtmonopol ausgeliefert. Was daraus folgt, erklärt Hans Hermann Hoppe: Im
Gegensatz zur ursprünglichen liberalen Ansicht besitzt jede Regierung, einschließlich
der lokalen Regierung, eine inhärente Tendenz zur Zentralisierung und letztlich
dahin, eine Weltregierung zu werden. Wenn erst einmal fälschlich akzeptiert wird,
dass es, um friedliche Kooperation zwischen zwei Individuen A und B herzustellen und
aufrechtzuerhalten, gerechtfertigt und notwendig ist, einen Gesetzgebungsmonopolisten X
zu haben, folgen zwei Schlüsse. Wenn es mehr als einen territorialen Monopolisten gibt, X,
Yund Z, dann kann es genauso wenig wie A und B ohne X, auch keinen Frieden zwischen
X, Yund Z geben, solange sie zueinander im Zustand der Anarchie verbleiben. Daher ist,
um das liberale desideratum des universellen und ewigen Friedens zu erfüllen, sämtliche
politische Zentralisierung und Vereinigung und letztendlich die Etablierung einer einzigen
Weltregierung gerechtfertigt und notwendig.°

Da es in der Natur eines Machtmonopols liegt, sich auszudehnen, muss es
auch ohne den Einfluss der Rothschilds zwangsläufig zu einer Weltregierung
kommen, wenn die überwiegende Mehrheit der menschlichen Bevölkerung ihr
jeweiliges Machtmonopol akzeptiert. Die heutigen 194 Staaten, die den Großteil
der globalen Landfläche bedecken, werden weiterhin im Konfliktzustand zueinander
stehen, solange sie nicht in eine Weltregierung integriert werden. Nehmen wir an,
es würden, wie in Hoppes Beispiel, nur noch drei Nationen existieren: X,Y, Z oder,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (052)
um näher an der Realität zu bleiben: Eurasische Union, Afrikanische Union und
Amerikanische Union. Diese würden aufgrund ihres Expansionsdrangs zu guter Letzt
entweder in einem riesigen Krieg aufeinanderprallen, in dem entschieden würde,
welche Nation das Gewaltmonopol der Weltregierung erhält. Die zweite Option
wäre, sich in einem Kompromiss zusammenzuschließen und das Machtmonopol der
Weltregierung unter den Machthabern der drei Nationen aufzuteilen. Dies wäre der
sogenannte „Weltfrieden“ (siehe S.171 und S.81 Pedram und Phase 4), der uns heute
durch Orwell‘sches Neusprech (siehe S.172 f.) verkauft werden soll. Der Rothschild-
Vertraute, Paul Warburg, sagte 1950 vor dem amerikanischen Kongress: Wir werden
eine Weltregierung haben, ob wir es mögen oder nicht. Die einzige Frage ist, ob wir sie
durch Eroberung oder Konsens erreichen werden.“ Eine Entmachtung der Rothschilds
und ihrer supranationalen Organisationen würde allein zur Verzögerung dieser
Weltregierung führen. Das Wesen des Machtmonopols kann jedoch nur zu einer
erneuten Zentralisierung und Weltregierung führen.‘

Es liegt kein Grund zur Annahme vor, warum die Struktur einer Weltregierung
von derjenigen einer üblichen Regierung abweichen sollte. Die Charakteropathen
(siehe S.15), die der Bevölkerung als Anführer präsentiert werden, werden
weiterhin eine falsche Ideologie verkaufen, die von schizoiden Charakteren
(siehe S.17) entwickelt wurde. Die eingeweihte Elite aus essenziellen Psychopathen
(siehe S.18) wird die Weltregierung aus dem Hintergrund steuern. In der
kommenden Weltregierung werden die Rothschilds die essenziellen Psychopathen
sein. Die schizoiden Ideologien stammen von Marx (siehe S.20), Malthus
(Eugenik), HG Wells (siehe 173. ff), diversen Klimaforschern u.v.m. Doch die
Frage nach der personellen Besetzung der offiziellen Weltregierung steht bis jetzt
noch offen: Werden für die Weltregierung frische Kandidaten ausgewählt? Wird
man die Staaten formell fortbestehen lassen, während die Weltregierung, getarnt als
supranationale Organisation, das Gewaltmonopol der Staaten übernimmt? Oder wird
der Kampf um das Gewaltmonopol in einem großen Dritten Weltkrieg ausgefochten?
Die Antwort darauf wird die nahe Zukunft bringen. Fakt ist, dass demokratisch
gewählte Herrscher eher dazu bereit sein werden, ihr Machtmonopol an eine
Weltregierung abzugeben, solange sie daraus Kapital schlagen können. Da sie
das Machtmonopol nicht besitzen (siehe S. 34 f), werden sie auch kaum Skrupel
haben, das Machtmonopol an eine Weltregierung zu verschenken. Wäre das Macht-
monopol, wie zu Zeiten der Monarchie, im Privatbesitz eines Königs, würde dieser
sein Eigentum verteidigen, da es seine Zukunft und die Zukunft seiner Nachkommen
auf Jahrhunderte sichern sollte. Demokraten werden sich dagegen so intensiv wie
möglich am Machtmonopol bereichern und es zur für sie richtigen Zeit abgeben.
Ob sie es an eine nationale oder eine Weltregierung abgeben, dürfte ihnen meist egal
sein.

* Hans Hermann Hoppe erläutert in seinem Buch, wie eine Privatrechtsgesellschaft (siehe S.47) sich gegen die
Expansion von Staaten verteidigen könnte. Doch dafür müsste sich eine signifikante Anzahl der Weltbewohner
schon in einer PRG organisiert haben. In diesem Fall bliebe den Regierungen nichts übrig, als sich um das Macht-
monopol auf dem Gebiet zu streiten, das noch von Regierungen und nicht von PRGs okkupiert ist.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (053)
Von der Wiederherstellung der monarchistischen Ordnung 1815 bis zum Ausbruch
des Ersten Weltkriegs 1914 wurde die politische Teilnahme und Repräsentation des
Volkes systematisch ausgedehnt. Überall wurde das Wahlrecht schrittweise ausgeweitet
und die Macht des vom Volk gewählten Parlamentes allmählich gestärkt. Das Prinzip
monarchischer Regierung blieb jedoch bis 1914 vorherrschend. (8 Extras) Der britische
König George V., Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. waren Cousins, d.h.
blutsverwandte essenzielle Psychopathen, die einen großen Teil der Erdmasse unter
sich aufgeteilt hatten. Die Frage ist, ob sie offen für eine Weltregierung waren oder ob
sie befürchteten, dass sie in einer Weltregierung an Macht verlieren würden? Es scheint
so, als wäre es zwischen den Cousins hinter den Kulissen zu einem Machtgerangel
gekommen, das Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. später die Krone kostete.
Theoretisch ist es möglich, dass sich die drei auf einen Deal einigten, ihre Adelshäuser
sich aus der Öffentlichkeit zurückzogen und den Siegeszug der Demokratie aus dem
Hintergrund steuerten. Dagegen spricht, dass Nikolaus II. und die Zarenfamilie
1918 auf Befehl des Rothschild-Agenten Lenin (siehe S.53) erschossen wurden - so
zumindest die offizielle Geschichte. Auch wenn man die Existenz eines „Schwarzen
Adels“, der sich als essenzielle Psychopathen hinter den Rothschilds etabliert hat,
nicht ausschließen kann, drängt sich einem der Eindruck auf, dass die Rothschilds
die mächtigsten Adelshäuser Europas im Ersten Weltkrieg entmachteten, um
danach eine Demokratie zu etablieren. Das britische Adelshaus Sachsen-Coburg-
Gotha von George V. hatte die mit Abstand engsten Bindungen zu den Rothschilds
aufgebaut und mit Ernst II. einen Vertreter in den Illuminati, der Adam Weishaupt
sogar nach seiner Entlassung von der Universität Ingolstadt zu sich nahm und ihn
zum Hofrat machte. Warum lebte Weishaupt später auf Kosten eines Adligen, wenn
er Herrschaft doch so verachtete und die Menschheit befreien wollte (siehe S.47)?
Heute ist Sachsen-Coburg-Gotha, das seinen Namen im Ersten Weltkrieg in ‚Windsor‘
umänderte, immer noch das mächtigste Königshaus der Welt. Vielleicht hat Königin
Elisabeth II. ihren heutigen Status der Tatsache zu verdanken, dass ihr Adelshaus sich
den Weisungen der Rothschilds fügte und an der Etablierung der Demokratie als
Etappenziel auf dem Weg zu einer Weltregierung beteiligte.

Es besteht kaum ein Zweifel darüber, dass die kommende „Neue Weltordnung“
eine demokratische Weltregierung darstellen wird. Die Demokratie muss die
Ideologie sein, die den Untertanen ihre Tyrannei schmackhaft machen wird.
(siehe S.33) Eine undemokratische Weltregierung würde zu globalen Protesten
führen und keinerlei Chance auf die Kooperation ihrer Untertanen haben. Nur
eine verschwindende Minderheit würde die „Neue Weltordnung“ akzeptieren, wenn
sie nicht demokratisch wäre. Heute benutzen sogar Theokratien wie der Iran Wahlen,
um ihr Volk zufriedenzustellen. Keine Ideologie besitzt weltweit mehr Zustimmung als
die Demokratie.

Damit wären wir am Ende von Teil eins angelangt. Wenn Sie, lieber Leser,
den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Lobaczewski nicht trauen, muss ich
das akzeptieren. Auch wenn Sie mir nicht glauben wollen, dass die Rothschilds die
politischen Geschicke der Welt steuern, kann ich Ihnen verzeihen. Wenn Sie die

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (054)
in Teil B ausgebreiteten Regeln des Libertarismus nicht als objektive Wahrheit
akzeptieren, heißt das für mich allerdings, dass Sie eine Gefahr für mich sind, denn
Sie glauben, das Recht zu haben, mich zu etwas zu zwingen. Wenn Sie genauer
darüber nachdenken, ist das doch ziemlich gruselig, oder?

Dennoch können Sie auch als Anhänger und Befürworter von Staaten
weiterlesen, denn Putins Russland handelt noch unmoralischer als die westlichen
Staaten! Die folgenden Erkenntnisse und Beobachtungen über das heutige
Russland entzaubern die Lügen der alternativen Medien, egal ob der Leser sich
nun eine staatenlose Welt wünscht oder nicht. Im nächsten Teil des Buches werde
ich nachweisen, dass die Rothschilds das heutige Russland erschaffen haben, und
ich werde die Strategie erklären, wie Russland eine von den Rothschilds geplante
Weltregierung umsetzen könnte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (055)
Teil 2: Russland in der „Neuen Weltordnung“
A. Der Aufbau der Sowjetunion

Nachdem Sie nun meine ausschweifende Einleitung gelesen haben, könnte
ich dieses Buch mit einem Schlusssatz beenden: „Die Putinversteher in den
alternativen Medien verteidigen das Böse, denn Russland ist ein Staat und
Putin sein Oberhaupt.“ Es gibt auf der Welt keinen einzigen hochrangigen
Politiker, der sich um die Interessen seiner Bevölkerung schert. Und Putin bildet
hier garantiert nicht die strahlende Ausnahme. Doch Fakt ist eben auch: Jeder Staat
ist böse, aber es gibt böse und weniger böse Staaten. In den alternativen Medien
herrscht heute die landläufige Meinung vor, Putins Russland sei ein weniger böser
Staat und ein Opfer der bösen, imperialistischen USA. Putins Standardantwort auf
alle kritischen Fragen von Journalisten ist: „Ich traue dem Westen nicht“, dann
kriegt er Applaus von all den Putinverstehern im Internet, die dem „Westen“ auch
nicht trauen. Ich traue dem „Westen“ auch nicht, wenn damit die Rothschilds,
das amerikanische Militär oder die Europäische Union gemeint sind. Ich werde
nun im zweiten Teil meines Buches aufzeigen, warum Russland genauso wenig
zu trauen ist wie dem Westen und warum man auch als Anhänger von Politik
oder Staaten einen großen Fehler macht, wenn man Russland verteidigt. Ebenso
werde ich erläutern, warum es naheliegt, dass der „Westen“ bzw. die Rothschilds
die Sowjetunion und das jetzige Russland als künstlichen Feind der USA erschaffen
haben, der eine Schlüsselrolle dabei spielen soll, ihre „Neue Weltordnung” zu
errichten.

A.1. Wie die Rothschilds arbeiten

Lobaczewski schilderte bereits, dass Psychopathen im Durchschnitt weniger
kompetent sind als andere Menschen und keine technischen und handwerklichen
Talente besitzen. (siehe S.25) Sie überflügeln die Menschen hingegen in der
Kunst der Irreführung und politischer Täuschungsmanöver. Menschen werden
normalerweise, ihrem Naturell entsprechend, eher probieren, sich auf dem freien
Markt zu beweisen. Als Handwerker, Bäcker, Verkäufer, Architekt oder Arzt werden
sie Leistungen anbieten, die von anderen Menschen nachgefragt werden. Aufgrund
ihrer Tätigkeit werden sie von der Gesellschaft anerkannt und geschätzt. Eine
andere Gruppe würde auf ihren eigenen Geschäftssinn vertrauen und das Risiko
eingehen, ein Unternehmen zu gründen. Wenn das Unternehmen die Bedürfnisse
der Gesellschaft befriedigt, würden die Unternehmer dafür mit großem Wohlstand
entlohnt werden. Auch die Unternehmer würden von der Gesellschaft für ihre
Leistungen geschätzt werden.

Der Trick vieler Psychopathen ist es, sich als Unternehmer zu tarnen, um von
der Gesellschaft anerkannt zu werden. So behauptet auch die Rothschild-Familie,
sie bringe seit drei Jahrhunderten ehrbare Geschäftsmänner hervor. In Wahrheit

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (056)
nutzen die Rothschilds und der Großteil der heutigen Milliarden-Unternehmen die
Regierungen, um ihre Marktposition zu sichern. Die Vorstandschefs und Manager
dieser Unternehmen sind ebenso wie die Chefs der sie finanzierenden Banken nur der
verlängerte Arm der Politik. Der Erfolg ihrer Unternehmen basiert nicht auf ihren
Fähigkeiten als Geschäftsmänner, sondern auf der Ausschaltung der Konkurrenz durch
die Politik. Das Wirtschaftssystem, in dem der Staat bestimmten Unternehmen Vorteile
gewährt, um deren Monopol zu sichern, nennt sich Korporatismus. Im Internet habe
ich eine prägnante Zusammenfassung des Korporatismus gefunden:

1. Ein Großunternehmen verliert den Wettbewerb um Kunden zunehmend und nutzt
deshalb seinen Einfluss auf die Politik, um seinen Wirtschaftsbereich ‚regulieren‘ zu lassen.

2. Der Staat erlässt umfangreiche Vorschriften, fiir die sich das Großunternehmen eingesetzt
hat, die es mitgestaltet hat und deren Kosten es sich leisten kann viele seiner Konkurrenten
jedoch nicht.

3. Mit weniger verbliebenen Konkurrenten kann sich das Großunternehmen höhere
Preise und niedrigere Löhne erlauben sowie Konkurrenten auflaufen. Es wird zum
,marktbeherrschenden’ Megakonzern.

4. Nun stören sich immer mehr Menschen an der Größe und dem Einfluss des Megakonzerns.
In der Bevölkerung wird der Ruf nach staatlicher ‚Regulierung‘ immer lauter. Es
wiederholen sich die Punkte 2 und 3.%

Punkt Nummer 3 zeigt, dass korporatistische Unternehmen es sich erlauben
können, ihre Mitarbeiter niedriger zu bezahlen und höhere Preise zu verlangen. Es
ist deshalb falsch, zu behaupten, Unternehmen wie Amazon, McDonalds oder
Lufthansa wiirden ihre Mitarbeiter kapitalistisch ausbeuten. Sie beuten ihre
Mitarbeiter korporatistisch aus! Der Staat macht ihrer Konkurrenz Vorschriften,
während sie Steuervorteile genießen. Es gibt, entgegen der allgemeinen Meinung, auch
für überzeugte Kapitalisten Grund, auf ihren Arbeitgeber sauer zu sein, wenn dieser
ein korporatistisches Unternehmen ist, wie z.B. jeder der 30 DAX-Konzerne einer
ist. Leider zeigt Punkt 4, dass die Arbeitnehmer die Schuld fiir ihre Unterbezahlung
auf den Kapitalismus schieben. Dank der Desinformation durch die staatlichen
und korporatistischen Medien, stellen sie den Zusammenhang zwischen den
Eingriffen des Staates und ihrer Unterbezahlung nicht her. Deshalb entwickelt sich
Korporatismus zwangsläufig zu Sozialismus/Kommunismus, da die staatlichen
Regulierungen den Ruf nach mehr staatlichen Regulierungen lauter werden lassen.
Da der Erfolg der korporatistischen Unternehmen auf Täuschung basiert, werden sich in
deren Fiihrungsetagen weit mehr Psychopathen tummeln als in anderen Unternehmen.
Da im Korporatismus schlechtes Verhalten eher belohnt wird als im Kapitalismus,
liefert er einen sehr guten Nihrboden fiir Psychopathie. Die Psychopathen wissen,
dass sie die Unproduktiven sind (siehe S.28). Deswegen begrüßen sie, wenn Eigentum

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (057)
im Korporatismus von den Produktiven zu den Unproduktiven umverteilt wird. Der
Moderator Ken Jebsen wird sicher nicht von sich behaupten, ein Kommunist zu sein,
doch er fördert mit Aussagen wie der folgenden den Übergang vom Korporatismus
in den Sozialismus/Kommunismus: Wenn die großen Konzerne in Europa ihre Steuern
bezahlen würden, hätten wir gar keine soziale Schieflage.“ Anstatt gegen den Staat und
die Steuern zu rebellieren, fordert Jebsen noch mehr davon.

A.2. Die Finanzierung der Oktoberrevolution

Um nun endlich zum Hauptthema dieses Buches überzuleiten, werde ich
aufzeigen, wie Agenten der Rothschilds in der russischen Oktoberrevolution 1917
eine allmächtige Regierung finanzierten, die sie ohne die Angst vor Konkurrenz
monopolistisch ausbeuten konnten: Der Historiker Anthony C. Sutton wertete Akten
des amerikanischen Außenministeriums aus und glich diese mit Informationen aus
der Geschichtsschreibung, Biographien und persönlichen Dokumenten ab. Er kam zu
einem erstaunlichen Ergebnis: Die Zentrale der bolschewistischen Weltrevolution
war im weit entfernten New York City zu finden.

Der Engländer war zunächst Ökonomie-Professor an der California State University
und arbeitete später als Historiker am renommierten Hoover-Institut der Stanford
Universität. Bevor er seine Aufmerksamkeit auf die heimtückischen Aktivitäten
der internationalen Bankiers gerichtet hatte, war er in akademischen Kreisen hoch
angesehen und wurde u.a. von dem Rothschild-Agenten Zbgniew Brzezinski zitiert.°
(siehe S.14) In seiner dreiteiligen Studie „Western Technology and Soviet Economic
Development“ wies Sutton detailliert nach, dass praktisch die gesamte zivile und
militärische Industrie der Sowjetunion vom Westen aufgebaut wurde. Da er über seine
eigenen Ergebnisse äußerst erstaunt war, widmete er den Rest seiner akademischen
Karriere der Frage nach dem „Warum“. Welches Interesse sollten Amerikaner daran
haben, ihren russischen Feind aufzubauen? In seinen darauffolgenden Studien fand er
heraus, dass Wallstreet-Banken den Aufstieg Hitlers, die Wahl Franklin D. Roosevelts
und die bolschewistische Oktoberrevolution finanziert hatten. Lenin, Roosevelt und
Hitler einte ein gemeinsamer Nenner, der für die Bankiers entscheidend war -
Sie waren Sozialisten: Ein Sozialist (Lenin), ein vermeintlich gemäßigter Sozialist
(Roosevelt) und ein Nationalsozialist (Hitler). Sozialisten befürworten naturgemäß
starke Regierungen, und nur starke Regierungen können Korporatismus ermöglichen.

Da sich viele Vertreter der alternativen Medien als Gegner westlicher Banken
präsentieren und gleichzeitig Putins Russland als letzte Bastion gegen deren bösartige
Pläne unterstützen, muss ich zuerst historisch aufzeigen, wie diese westlichen Banken
das heutige Russland erst möglich gemacht haben. Inzwischen ist es dank der Arbeit
von Anthony C. Sutton und seinem Buch „Wallstreet and the Bolshevik Revolution“
kein Geheimnis mehr, dass die kommunistische Oktoberrevolution ein Projekt von
Rothschild-Agenten war, die ihr korporatistisches Geschäftsmodell auf der ganzen
Welt verbreiten wollten. Hierbei sind v.a. zwei Rothschild-Agenten zu nennen: J.P
Morgan und John D. Rockefeller mit ihren kaum entwirrbaren Bankennetzen. Ich

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (058)
empfehle Ihnen meine ersten zwei Bücher, in denen ich nachweise, dass die Morgans
und Rockefellers damals für die Rothschilds arbeiteten. Lassen wir die historischen
Fakten sprechen:

Da die Banken, die sich aus Amerika um die Finanzierung der Revolution
kümmerten, sich in unmittelbarer Nähe befanden, kann man tatsächlich von einer Art
„Zentrale der Revolution” auf dem New Yorker Broadway sprechen. Zu dieser Zentrale
gehörten Banken und Firmen des Rockefeller-Morgan-Komplexes wie die New Yorker
Federal Reserve, die Guaranty Trust Company, die National City Bank, die Chase
National Bank, Kuhn, Loeb & Co. und die American International Corporation.
Die amerikanischen Banken bedienten sich des schwedischen Bankiers Olof
Aschberg, um die Finanzierung der Revolution zu verschleiern. Aschberg bezeichnete
sich selbst als „Bankier der Bolschewisten® und war schon zur Zarenzeit Morgans
Agent in Russland. 1916 hatte er noch mit Vertretern von Morgans Guaranty Trust
Company und Rockefellers National City Bank neue Kredite fiir den russischen Zaren
ausgehandelt.®® Ein Jahr später nannte ihn auch die deutsche Presse den „Bankier der
Weltrevolution®. Der Transfer der Gelder lief über Aschbergs schwedische Nya-
Banken, die wiederum mit Banken in der City of London vernetzt waren. Die Nya-
Banken wurden in London durch die British Bank of North Commerce vertreten,
deren Vorstandschef ein ehemaliger Mitarbeiter des Rothschild-Agenten Cecil Rhodes
(siehe S.62 und S.127) gewesen war.” Als die deutsche Regierung im April 1917
Lenin in einem versiegelten Zug und 32 bolschewistischen Revolutioniren von
der Schweiz über Schweden nach Petrograd in Russland transportierte, waren es
ebenfalls die Nya-Banken, die sich um den Transfer deutscher Gelder nach Russland
kümmerten.° Später bedankte sich Lenin fiir die Unterstützung der Bankiers, indem
er 1920 folgende Bitte, den wichtigsten Partner der Nya-Banken betreffend, an die
US-Botschaft herantrug: Die sowjetische Regierung wünscht, dass die Guaranty Trust
Company der finanzielle Agent fiir alle sowjetischen Operationen in den USA wird.

Trotzkis Uberfahrt von Amerika nach Russland am 26. Mirz 1917 wurde
hochstwahrscheinlich mit deutschen Regierungsgeldern bezahlt. Der deutsche
Agent Adolph von Pavenstedt kümmerte sich in New York um die Verteilung
der Gelder für die deutsche Spionage. Pavenstedt war gleichzeitig Seniorpartner
der Firma Amsinck & Co., die zu der von J.P. Morgan kontrollierten American
International Corporation gehorte.”’ Dies lässt vermuten, dass Trotzkis Gelder,
mit denen er sich nach seiner Ankunft am 13. Januar 1917 eine luxuriöse
Wohnung in New York finanzierte, aus Deutschland stammten, jedoch mit voller
Kenntnis von J.P. Morgan an Trotzki geleitet wurden. Das Overman-Komitee im
US-Senat fand 1919 heraus, dass amerikanische Geldhiuser wie die Chase National
Bank und Kuehn Loeb & Co. mit ihren Krediten deutsche Spionage-Aktivititen
in den USA während des Ersten Weltkriegs finanziert hatten. Auch ein Mitarbeiter
der Guaranty Trust Company namens Jacques Minotto wurde 1916 wegen
prodeutscher Aktivitäten verhaftet. Laut dem deutschen Regierungsmitarbeiter
Karl Heynen wurde Kuhn Loeb & Co. als die natürlichen Banker der deutschen
Regierung und der deutschen Reichsbank betrachtet.” Kuhn Loeb &. Co. war über

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (059)
Max Warburg, der als Berater des deutschen Kaisers fungierte und dessen
Bruder Paul Warburg die Tochter eines der Mitbegründer von Kuhn Loeb &
Co. geheiratet hatte, sogar familiär mit der deutschen Regierung vernetzt. Das
Overman-Komitee enthüllte ebenso, dass die Guaranty Trust Bank die deutschen
Kriegsbemühungen finanziell unterstützte, während sie gleichzeitig Kriegsanleihen
der Alliierten finanzierte.”” Guaranty Trust lenkte heimlich beide Seiten des
Konflikts und arbeitete durch seine Beteiligung an deutscher Spionage eindeutig
gegen die Interessen des amerikanischen Volkes.

Max May, der Direktor der Guaranty Trust Company, war der erste
amerikanische Ansprechpartner für Olof Aschberg. May und Aschberg waren so
eng befreundet, dass Aschberg sogar ein Foto von May in seiner Autobiographie
abbildete. Nachdem die Revolution der Kommunisten geglückt war, wurde Max
May 1922 zum Direktor der ersten internationalen Handelsbank in Russland
(Ruskombank) und Olof Aschberg ihr Vorsitzender. Das Ziel der Bank war es,
ausländische Kredite für die sowjetische Regierung zu bekommen. Morgans Guaranty
Trust Company wurde somit zum ersten Finanz-Agenten der Sowjetregierung in
den USA. Der russische Bürgerkrieg und die spontanen Verstaatlichungen von
Banken und Fabriken sowie die staatliche Kontrolle des Außenhandels hatten
die Wirtschaft 1921 in eine schwere Krise gestürzt.” Als Lenin die russische
Wirtschaft notgedrungen für Importe aus dem Ausland öffnete, waren es zuerst die
westlichen Partner der Ruskombank, die von seiner „Neuen Ökonomischen Politik“
(NEP) (siehe S.68) profitierten. Aufgrund der fatalen Armut und der fehlenden
Schwerindustrie hatte die sowjetische Regierung keine andere Möglichkeit, als
die westlichen Importe mit Rohstoffen, v.a. Gold, zu bezahlen. Die ersten Exporte
russischen Golds nach Amerika waren an die Guaranty Trust Company und an die
mit ihr vernetzte American International Corporation gerichtet. Eigentlich verbot
das amerikanische Finanzministerium durch ein Embargo den Einkauf russischen
Golds, doch Olof Aschberg schmolz das russische Gold in Schweden ein, wog es und
gab ihm den Stempel einer schwedischen Bank. So konnte das Gold nach Amerika
exportiert werden.” Der amerikanische Handelsminister Herbert Hoover engagierte
sich nach der Gründung der Ruskom-Bank für stärkere Handelsbeziehungen mit der
Neuen Staatsbank in Moskau. Er sprach sich dafür aus, den Handel mit Russland nur
durch die von Rockefeller und Morgan etablierten Kanäle laufen zu lassen, um der
Regierung eine bessere Überwachung der Geldströme zu gewihrleisten.”> Diese Form
des kontrollierten Handels mit einer kommunistischen Zentralregierung hat nichts
mit der wahren Definition von Kapitalismus gemein (siehe S.27). Herbert Hoover
wurde 1929 zum 31. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Die American International Corporation (AIC) war 1915 von Vertretern
des Morgan-Rockefeller-Komplexes gegründet worden. Ihre Aufgabe bestand
darin, Druck auf die amerikanische Regierung auszuüben, um Russland als neuen
Exportmarkt anzuerkennen. Die an ihr beteiligten Unternehmen bereiteten sich
darauf vor, nach der gelungenen Oktoberrevolution Konzessionen der neuen
Regierung zu erhalten, die ihnen das Monopol auf den Handel mit Russland

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (060)
sichern sollten. Der russische Markt sollte für alle anderen gesperrt sein, außer
für die Monopolisten. Im Vorstand der AIC saßen vor allem Banker und Vertreter
korporatistischer Unternehmen wie General Electric, welches sich später die
Konzessionen für die Elektrifizierung Russlands unter den Nagel riss. Die AIC kaufte
und gründete Dutzende Firmen, während sie etablierte Firmen wie General Electric
und Standard Oil für ihre Zwecke einspannte.

Anstelle einer üblichen Botschaft gründeten die Sowjets 1919 in New York
ein sowjetisches Auslandsbüro als einzige diplomatische Vertretung. Das Büro
diente in erster Linie als Handelsagentur der sowjetischen Regierung. Da kurz nach
der Gründung bereits der Verdacht der politischen Subversion laut wurde, wurden die
Büros auf Geheiß des Lusk-Komitees, das kommunistisch-aufrührerische Aktivitäten
in den USA untersuchte, von Ermittlern durchsucht. Es kam eine Liste mit 1000
Firmen zum Vorschein, die mit den Sowjets in Kontakt waren, darunter zahlreiche
Firmen der AIC. Der Leiter und Quasi-Botschafter des Büros war der deutsch-
ukrainische Ingenieur Ludwig Martens, der 1915 nach Amerika ausgewandert
war. Dort leitete der überzeugte Kommunist die Firma Weinberg & Posner, die
sich in exakt demselben Gebäude am Broadway befand wie die New Yorker Federal
Reserve, die American International Corporation und General Electric. In der New
York Times vom 17. November 1921 brüstete sich Martins damit, dass sein Ziel,
die Sowjetregierung in den USA anzuerkennen, von den größten Unternehmen
der USA unterstützt wiirde.”® Zudem finanzierte sich das Büro mit amerikanischen
Finanzhilfen, die u.a. von der Guaranty Trust Company kamen.” Martens
wurde 1921 wegen seiner prosowjetischen Handlungen aus den USA ausgewiesen.
In Russland erwartete ihn allerdings eine hohe Position im kommunistischen
Machtapparat, die er mit Freude annahm. Auch das sowjetische Büro wurde
aufgelöst, doch die Handelsbeziehungen wurden zwei Jahre später mit der Gründung
der Ruskom-Bank wiederbelebt. Die AIC nutzte offizielle Regierungskanäle für
ihre Geschäfte mit der Sowjetunion. Ihr Geschäftsführer William Franklin
Sands hatte direkten Kontakt zum damaligen Außenminister Robert Lansing,
da er selbst im Außenministerium gearbeitet hatte. Sands empfahl Lansing die
Sowjetunion außenpolitisch anzuerkennen, um den Handel mit Russland zu
fördern, wohlwissend, dass nur die Firmen der AIC davon profitieren würden. Die
amerikanische Geschäftswelt machte in zahlreichen Briefen Druck, die russische
Regierung endlich diplomatisch anzuerkennen. Dafür veröffentlichte man sogar
falsche Statistiken, nach denen 90 Prozent der russischen Bevölkerung hinter den
Bolschewisten stünden, oder man unterstützte heimlich pro-sowjetische Schriftsteller
in den USA. Sands von der AIC hatte bereits in seiner Position als Direktor der
Federal Reserve eine Million Dollar für die Revolution der Bolschewisten gespendet.”
Die Firmen, die sich in der AIC versammelt hatten, bekamen die Aufträge für
die Industrialisierung Russlands, während die Konkurrenz leer ausging. Die
Kommunisten zahlten mit russischem Gold, während die Banken im Vorstand der
AIC nichts als Papierdollars der frisch gegründeten Federal Reserve investierten. So
funktioniert Korporatismus, gepaart mit Fiat-Banking.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (061)
A.3. Die Rot-Kreuz-Mission der Federal Reserve

Die Federal Reserve beteiligte sich direkt an der Oktoberrevolution durch eine
von ihr organisierte Rot-Kreuz-Mission, die vorgeblich die Opfer des russischen
Bürgerkrieges mit medizinischer Hilfe versorgen sollte. In Wahrheit war das
amerikanische Rote Kreuz hauptsächlich von Wallstreet-Banken, allen voran J.P.
Morgan, finanziert und diente deren Zwecken. Laut dem Rockefeller-Vertrauten John
Foster Dulles betrachteten die Geschäftsleute das amerikanische Rote Kreuz praktisch als
Arm der Regierung, von dem sie erwarteten, einen unschätzbaren Beitrag zum Gewinnen
des Krieges zu leisten.”” Dulles meinte damit den Ersten Weltkrieg gegen Deutschland,
da er behauptete, die roten Revolutionäre seien effektivere Widersacher des deutschen
Imperialismus‘ als die Zarenarmee. Das erklärt jedoch nicht, warum auch die deutsche
Regierung die Kommunisten finanziell und diplomatisch unterstützte. Die Amerikaner
unterstützten die Bolschewisten, um Russland zu stärken. Die Deutschen nutzten sie,
um Russland zu schwächen. Nur historisch beispiellose Inkompetenz könnte die pro-
bolschewistischen Bemühungen der westlichen Regierungen erklären, wenn man die
Taktik der finanziellen Strippenzieher nicht durchschaute. Die wahren Motive für die
ausländische Hilfe bei der Revolution wurden der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt.

Die Rot-Kreuz-Mission nach Russland wurde von William Boyce Thompson,
einem Direktor der Federal Reserve, finanziert und zusammengestellt. Im August
1917 kam sie per Zug in Petrograd an. Von 29 Mitgliedern der Mission waren nur
sieben Ärzte. Der Rest waren Übersetzer, Militärs und vor allem Banker, darunter
Vertreter von Morgan und Rockefeller. Anstatt medizinischer Hilfe hatten die
vermeintlich humanitären Helfer vor allem eines zu bieten: Finanzielle Unterstützung
für die radikalen Sozialisten. Dr. Frank Billings, der medizinische Kopf der Mission,
verließ Russland schon wieder im September und zeigte sich angewidert aufgrund
der offensichtlichen politischen Aktivitäten seiner Mitreisenden. Am 17. Dezember
1917 erschien in einer russischen Zeitung ein negativer Artikel über Ihompson und
seine rechte Hand Raymond Robins. Der Autor stellte eine Verbindung zwischen
der Revolution und amerikanischen Banken her: Warum wurde das Geld den
sozialistischen Revolutionären gegeben und nicht den rechtsstaatlichen Demokraten?
Man würde annehmen die Letzteren wären den Herzen der Banker näher und
Lieber. Ein fataler Trugschluss, denn Vertreter der Federal Reserve konnten nicht daran
interessiert sein, Russland zu einem freien Land nach Vorbild der USA zu machen. Karl
Marx forderte höchstpersönlich eine Zentralbank im Kommunistischen Manifest.

Der Artikel erklärte, dass das amerikanische Kapital es auf Russlands zukünftigen
Markt abgesehen hatte. Das Geld wurde den Kommunisten gegeben, weil die
rückständige Arbeiterklasse und Bauern den sozialistischen Revolutionären vertrauen. Zu
dem Zeitpunkt, als das Geld übergeben wurde, waren die Sozialisten schon an der Macht
und man nahm an, sie würden Russland auf lange Zeit kontrollieren. Es erschienen weitere
Berichte, die von Verhandlungen mit Bankern der Roten-Kreuz-Mission sprachen.®
Leider existieren keine genauen Zahlen, wie viel Geld die Mission den Bolschewisten
spendete. Die Washington Post berichtete am 2. Februar 1918, dass Thompson nach

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (062)
(!) der Reise eine Million Dollar an die Bolschewisten spendete. Die Geldsumme,
die er während der Reise verteilte, ist nicht bekannt.

Allein die späteren Rollen der drei Übersetzer, die Thompson begleiteten, sprechen
Bände: Captain Ilovaisky war ein russischer Bolschewist. Boris Reinstein wurde später
Lenins Sekretär und der Chef von Karl Radeks „Büro für Internationale Propaganda“.
Alexander Gumberg war ein bolschewistischer Agent in Skandinavien und Bruder des
späteren Ministers Zorin.®'

Thompson verließ Russland im frühen Dezember. Seine rechte Hand
. Robins blieb jedoch in Petrograd und führte die Mission für ihn weiter. Die
Ärzte, die eigentlich eine medizinische Hilfsmission darstellen sollten, waren,
wie schon erwähnt, Mitte September schon nach Amerika zurückgekehrt. Auch
Robins war ein für die Öffentlichkeit links-orientierter Monopol-Kapitalist, der
seit 1912 Mitglied in Roosevelts „Progressive Party“ war. Drei Wochen nach Beginn
der bolschewistischen Phase der Revolution kabelte er an Henry Davison, den
Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes und finanziellen Unterstützer von US-
Präsident Woodrow Wilson, er solle sich unbedingt bei Wilson für eine Anerkennung
der Bolschewisten stark machen. Thompson legte bei seiner Überfahrt in die USA
einen Zwischenstopp in England ein, wo er sich zu einer privaten Unterredung
mit Premierminister Lloyd George im Kriegskabinett traf. Er sprach sich bei
Lloyd George ebenfalls für eine Partnerschaft mit der neuen russischen Regierung
aus. Die Dokumente des britischen Kriegskabinetts zeigen, dass Ihompson den
Premierminister in der Tat zum Einlenken in Richtung der Sowjets brachte, was von
der Mehrzahl der britischen Parlamentsabgeordneten als Gefahr betrachtet wurde.
Erstaunlich, wie viel Einfluss eine in der Mainstream-Geschichte vollkommen
unbekannte Person wie Ihompson geltend machen konnte. Lloyd Georges pro-
sowjetische Richtungsänderung lässt sich auch mit dem Einfluss seines engsten
Beraters Lord Milner erklären. Auch Milner war ein enger Vertrauter von Cecil
Rhodes (siehe S.58), womit wir ihn auch über zwei Ecken mit den Nya-Banken
(siehe S.58) in Verbindung bringen können. Milner machte kein Geheimnis aus
seiner Zuneigung zum Marxismus: Marx‘ großartiges Buch ‚Das Kapital‘ ist zur gleichen
Zeit ein Monument des logischen Denkens und ein Lagerhaus an Fakten.® Der General
Arsene de Goulevitch berichtete in seinem Buch „Czarism and the Revolution“: In
Privatgesprächen wurde mir mitgeteilt, dass Lord Alfred Milner mehr als 21 Millionen
Rubel zur Finanzierung der Russischen Revolution ausgab.®® Nach seiner
Rückkehr in die USA machte Thompson weiter Werbung für die Kommunisten
und fand Verbündete im Vorstand der Federal Reserve, die Druck auf Woodrow
Wilson ausübten.® Einer der bedeutendsten Deals, der im sowjetischen Büro (siehe
S.60) mit einer amerikanischen Firma ausgehandelt wurde, war eine Bestellung
der sowjetischen Regierung bei der Firma Morris & Co. Die Bolschewisten
bestellten aufgrund der absehbaren Lebensmittelkrise im Jahr 1919 25 Millionen
Kilo Lebensmittel im Wert von zehn Millionen Dollar. Der Chef von Morris & Co.
war der Schwager von Harold H. Swift, der wiederum zu den 29 Mitgliedern von
Thompsons Roter-Kreuz-Mission gehörte. *

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (063)
A.4. Die Rothschilds wollen eine Regierung

Das sollte genügen, um das Geschäftsmodell der Rothschilds zu erklären. Man
finanziert eine Revolution und holt sich später die Konzessionen der Regierung.
Ein paar Firmen, die sich in einem Kartell wie der AIC formiert haben,
beliefern eine Zentralregierung unter Ausschluss der Konkurrenz. Das Ziel der
Revolution ist es immer, eine zentralisierte Autorität zu erschaffen, mit der
man Geschäfte machen kann. Deshalb unterstützen die Bankiers jede Ideologie,
solange sie eine Zentralregierung erschafft. Die Stärke der Zentralregierung kann
variieren, da die Bankiers wissen, dass wirtschaftliche Freiheit mehr Wohlstand und
Innovationen kreiert. Zwar ist ein System wie der Kommunismus auf lange Zeit
kaum lebensfähig, doch diese Tatsache konnte verschleiert werden, indem man
unbemerkt westliche Spitzentechnologie nach Russland exportierte, oft im Tausch
gegen Rohstoffe, so wie es die westlichen Kartellfirmen der Rothschilds nach der
Revolution praktizierten. Das heutige Russland ist ein Projekt der Rothschilds
und Rockefellers, denn der Sowjetkommunismus wäre ohne westliche Hilfe
nach. wenigen Jahren zusammengebrochen. Einen „Kalten Krieg“, geführt mit
amerikanischen Atombomben und Düsenjets auf der einen Seite und sowjetischen
Gewehren und Panzern auf dem technischen Niveau des Ersten Weltkriegs auf der
anderen Seite, hätte man den westlichen Bürgern nicht als Gefahr für ihr Leben zu
verkaufen können.

Der Plan für diese Raubzüge wurde von Frederick C. Howe dargelegt, der
mit Ihompson von der Federal Reserve als Vizepräsident der „American League to
Aid and Cooperate with Russia“ fungierte. Bereits 1906 legte Howe in seinem
Buch „Confessions of a Monopolist“ dar, wie man als cleverer Geschäftsmann
mit Hilfe der Regierung ein Monopol erschafft. Ein Mann wie Howe, der
unmittelbar in die Unterstützung der Kommunisten involviert war, schrieb mehr als
zehn Jahre davor schon ein Buch, das beschrieb, wie intrigant er als Geschäftsmann
vorging, und trotzdem konnte sich kein Historiker die amerikanischen Geldströme
nach Russland erklären. In seinem Buch schildert Howe, dass es viel einfacher ist,
sich von einer zentralen Autorität ein Monopol geben zu lassen, anstatt sich dem
Wettbewerb zu stellen, so wie es die Morgans und Rockefellers Eisenbahngeschäft
gemacht hatten.” Howe erklärte: Dies sind die Regeln des Big Business. Sie haben die
Lehren unserer Eltern abgelöst und sind auf eine einfache Maxime zu reduzieren. Besorg
dir ein Monopol. Lasse die Gesellschaft fiir dich arbeiten: Und erinnere dich, dass das
beste aller Geschäfte die Politik ist, denn Zuschüsse, Subventionen, Konzessionen oder
Steuerfreibetriige sind viel mehr wert als eine Diamanten- oder Goldader, weil sie keine
Arbeit, weder mental oder physisch, benötigen, um sie auszubeuten.®®

Der entscheidende Trick der Psychopathen, die die korporatistischen Firmen
leiten, deren Erfolg nur auf politischem Steuerdiebstahl und politischen Verboten
beruht, ist, sich weiterhin als Geschiftsminner auszugeben. In der Realität
sind sie aber von Politikern kaum zu unterscheiden. Sie lassen ihr Monopol
von Regierungen schiitzen, weil sie inkompetent sind und ihnen schlichtweg

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (064)
der Unternehmergeist fehlt, um sich auf dem Markt durchzusetzen. Gemäß
Lobaczewskis Resultaten mangelt es Psychopathen an technischen und handwerklichen
Talenten. Auch geniale Ideen und Innovationen werden seltener von Psychopathen
ausgeklügelt. Das Phänomen der Psychopathie hängt deshalb eng mit dem Phänomen
des Korporatismus zusammen. Unfähige Psychopathen werden eher dazu neigen,
ihre Konkurrenten mit unfairen Mitteln aus dem Verkehr zu ziehen. Kompetente
Menschen werden sich eher dem Wettbewerb stellen. Das Problem ist jedoch, dass
korporatistische Unternehmer in gleicher Weise wie Politiker von der Gesellschaft
verehrt werden. So belächeln wir Deutschen die chinesischen Parteibonzen, zollen
jedoch gleichzeitig Vorstandschefs korporatistischer Unternehmen unseren Respekt,
die ihre Stellung nur mit Hilfe des Staates bekommen konnten.

Obwohl ihr Erfolg von Diebstahl und Verboten abhängt, erzeugen die Korporatisten
weiterhin den Eindruck, sie würden die Bedürfnisse der Gesellschaft befriedigen, was
im Korporatismus sogar bedingt wahr ist. Im Korporatismus werden jedoch andere
Menschen daran gehindert, diese Bedürfnisse besser zu befriedigen als die Korporatisten.
Korporatismus ist eindeutig dem Kommunismus vorzuziehen, da in ihm mehr
Wohlstand geschaffen wird. Dennoch entwickelt sich ein korporatistisches System
automatisch zu einem kommunistischen System, da Regulierungen und Gesetze
immer neue Regulierungen und Gesetze nach sich ziehen, die letztendlich in einer
totalitären Regierung münden müssen. Der Ökonom Ludwig von Mises hatte diese
Entwicklung 1929 in seinem Buch „Kritik des Interventionismus® untersucht und ihr
den Namen ,Interventionsspirale” gegeben. Korporatistische Geschäftsmänner wie
Howe müssen sich mit dieser Entwicklung aber nicht zwingend auseinandersetzen.
Es reicht aus, kurzfristig zu denken, um mit seinem Unternehmen Erfolg zu haben.
Essenzielle Psychopathen wie die Rothschilds haben im Vergleich zu geldgierigen
Unternehmern den Mechanismus durchschaut, dass sich ein kleiner Staat automatisch
zu einem großen Staat entwickelt und jede Regierung die Tendenz zur Weltregierung
in sich trägt.

Der Grund, warum die Wallstreet-Banker die monarchische Zentralregierung in
Russland entfernten und eine kommunistische Zentralregierung einsetzten, war die
täuschende Ideologie der Kommunisten (siehe S.20). Die Kommunisten überzeugten
ihr Volk davon, sie alle seien die Herrscher des neu gegründeten Staates. Es wurde ein
undurchsichtiges Regierungssystem errichtet, das sich im Gegensatz zu einer Monarchie
als Volksherrschaft verkaufte. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wahlen in einer
solchen Demokratie fair und rechtmäßig ablaufen. Wichtig ist allein der Glaube
des Volkes an ihre politische Mitwirkung. Der Korporatismus funktioniert am besten
in einem demokratischen System, da das Motiv eines Königs für Steuererhöhungen
und die Vergabe von Exklusivlizenzen zu offensichtlich wäre. Ein König könnte auch
bestimmte Unternehmen in sein Königreich lassen, während er ihren Konkurrenten den
Zugang verwehrt. So könnte er z.B. allein Daimler-Benz in seinem Königreich Autos
produzieren lassen. Daimler-Benz würde aber aufgrund der fehlenden Konkurrenz
seine Preise anheben. Dies würde sich negativ auf den Geldbeutel der Bewohner
des Königreichs auswirken. Wenn man Exklusivlizenzen in Dutzenden weiteren

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (065)
Industriesparten vergeben würde, wäre dies noch verheerender für den Geldbeutel
der Bewohner, da jedes Monopol-Unternehmen seine Preise anheben würde. Die
Verbindung zwischen den Exklusivlizenzen des Königs und der wachsenden Armut
wäre für die Bevölkerung allerdings offensichtlich. Der König müsste um seine Macht
fürchten, da keiner außer ihm für die wachsende Armut verantwortlich gemacht werden
könnte. In einer Demokratie existiert diese Art der Eigenverantwortung nicht, da der
demokratische Herrscher das Machtmonopol nur für einen kurzen Zeitraum ausnutzen
darf. Er wird es so schnell wie möglich an korporatistische Firmen ausverkaufen, um
seinen persönlichen Gewinn daraus zu ziehen. (siehe S.34 f.) Er kann die von ihm
erlassenen Steuererhöhungen und Exklusivlizenzen zudem unauffällig hinter Gesetzen
zum Wohl der Allgemeinheit verstecken. Die Steuererhöhung eines Königs kann
nur zu seiner Selbstbereicherung dienen. Das Volk wird den König stürzen, wenn
er zu gierig geworden ist und seine Zukunft sowie die Zukunft seiner Nachfahren
werden für immer zerstört sein. Steuererhöhungen in einer Demokratie können
stattdessen als Hilfe für die Allgemeinheit verkauft werden. Politiker, die Steuern
erhöhen, werden nicht brutal gestürzt, sondern - wenn überhaupt - abgewählt. Ihre
Fallhöhe ist gleich null, da sie sich durch die Ausbeutung des Machtmonopols in
kürzester Zeit extrem bereichern konnten. Oft werden sie dabei nicht direkt bestochen,
sondern bekommen von den Korporatisten einen profitablen Beraterjob nach ihrer
politischen Karriere. So ist das Ende ihrer politischen Laufbahn oft das Beste, was
ihnen passieren kann. Selbst wenn Politiker unbestechlich sind, bedeutet eine verlorene
Wahl für sie allerhöchstens Arbeitslosigkeit. Ein König setzt dagegen mit schlechten
Entscheidungen sein gesamtes Eigentum und die Zukunft seiner Familie aufs Spiel.
(siehe S.47) Korporatismus und Demokratie sind aufgrund dieser Sachverhalte ähnlich
eng miteinander verknüpft wie auch Korporatismus und Psychopathie. Psychopathen
nutzen den Korporatismus, der am besten in einer Demokratie funktioniert.
Essenzielle Psychopathen wie die Rothschilds haben all diese Sachverhalte exakt
analysiert und verstanden, sodass sie mit der riesigen Hilfe des Geldmonopols aus dem
Hintergrund an einer Weltregierungarbeiten können. Dasssich essenzielle Psychopathen,
wie von Lobaczewski beschrieben, immer hinter einer Regierung formieren (siehe S.22),
muss bedeuten, dass sich auch hinter einer Weltregierung eine Gruppe essenzieller
Psychopathen formieren wird. Die Finanzierung der Oktoberrevolution war nur
einer der Schachzüge der Rothschilds auf dem Weg zur Weltregierung. Eine
Zusammenfassung der Machenschaften der Rothschild-Familie würde den Rahmen
dieses Buches sprengen. Sie sollten dafür mein erstes Buch „Die Rothschilds - Eine
Familie beherrscht die Welt“ lesen. Ich wollte in diesem Buch lediglich die historischen
Fakten liefern, um die politische Situation des heutigen Russlands zu erklären. Nach
der von Rothschild-Banken finanzierten Oktoberrevolution folgten über 70 Jahre
Sowjetunion, deren wirtschaftlicher Totalbankrott stets durch Technologietransfers
von korporatistischen, mit den Rothschilds vernetzten Firmen verhindert wurde.
Suttons zu Anfang erwähnte Studie „Western Technology and Soviet Economic
Development“ (siehe S.57) liefert dafür ähnlich erdrückende Beweise wie das von
mir zitierte Werk „Wallstreet and the Bolshevik Revolution“. Ich erachte es jedoch

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (066)
als ausreichend, auf diese Quelle zu verweisen, um mein Buch nicht länger zu machen
als es schon ist. Im nächsten Kapitel werde ich mich mit den strategischen Planungen
innerhalb der Sowjetunion beschäftigen, die zum Mauerfall und zu Putins heutigem
Russland führten. Danach kann die ausführliche Zerlegung der deutschen alternativen

Medien endlich beginnen.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (067)
B. Die sowjetische Langzeitstrategie

Da westliche Banken die Entstehung der Sowjetunion erst möglich machten
und ihre jahrzehntelange Fortexistenz gewährten, müssen die Rothschilds
ein großes Interesse am Fortbestand eines sozialistischen Russlands haben.
Dass die Rothschilds an einer Weltregierung arbeiten, wird von vielen alternativen
Publikationen als Wahrheit akzeptiert. Die Aussage, die Rothschilds arbeiteten an
einer kommunistischen Weltregierung, wird da schon kritischer beäugt, denn die
Rothschilds gelten für viele Autoren als der Inbegriff des westlich geprägten Kapitalismus.
Doch wie in der Einleitung erläutert wurde, passen die Begriffe Kapitalismus und
Weltregierung kaum zusammen. Denn wie Hoppe erklärt, besitzt jede Regierung eine
inhärente Tendenz zur Zentralisierung und letztlich dahin, eine Weltregierung zu werden
(sieheS.51). Eineetablierte Weltregierung würde sich auch als anfänglicher Minimalstaat,
der sich ausschließlich auf den Schutz seiner Einwohner und die Rechtsprechung
beschränkt, zwangsläufig zu einem Maximalstaat entwickeln. Eine Weltregierung
kann nicht kapitalistisch sein, sondern wird versuchen, jeden Bereich des privaten,
sozialen und ökonomischen Lebens zu steuern. Die Eigentumsrechte werden sich
in einer Weltregierung immer gegen 0 entwickeln, wenn sie nicht schon bei der
Etablierung der Weltregierung abgeschafft wurden. Wer könnte verneinen, dass
„Weltkommunismus“ oder „Kommunistische Weltregierung“ historisch passende
Namen für eine solche Weltordnung darstellen? Die Ziele der Rothschilds und die
Ziele der Kommunisten sind demnach identisch.

Die linksorientierte Geschichtswissenschaft erwähnt zu selten, dass das Endziel
der Sowjets immer eine kommunistische Weltregierung war, so wie die Nazis
sich eine faschistische Weltregierung wünschten. Der Traum der Nazis hatte
sich nach Hitlers waghalsigen Feldzügen jedoch sehr schnell ausgeträumt. Die
Sowjets konnten ihre Macht derweil massiv ausbauen und ein Sechstel der globalen
Landmasse erobern. Joseph Stalin bedankte sich laut einem Bericht von Averell
Harriman an das State Department bei den USA dafür, dass sie seine Eroberungen
erst möglich machten: Stalin zollte seine Anerkennung für die Hilfe, die ihm von
den Vereinigten Staaten für die Sowjetindustrie vor und während des Krieges gewährt
wurde. Er sagte, dass ungefähr zwei Drittel aller großen Industrie-Unternehmen in der
Sowjetunion mit Hilfe der Vereinigten Staaten oder deren technischem Beistand gebaut
wurden. Durch den Pacht-Leih-Hilfe-Vertrag von 1941 bekamen die russischen
Streitkräfte von den USA militärisches Material im Wert von elf Milliarden
Dollar. Die Rüstungsförderung der USA ging auf den Rothschild-Agenten Harry
Hopkins zurück und wurde sogar nach ihm benannt (Hopkins-Mission). Die
USA lieferten den Sowjets in dieser Mission u. a. 77.900 Jeeps, 151.000 leichte
Transportfahrzeuge, 14.795 Flugzeuge und 131.633 Maschinengewehre. Die
Sowjets hätten den Zweiten Weltkrieg ohne amerikanische Unterstützung nicht
gewinnen können.

Der Plan einer Weltregierung wurde von der Sowjetunion nie aus den Augen
verloren. Die Errichtung des Weltkommunismus wurde in Artikel 28 der sowjetischen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (068)
Verfassung festgeschrieben, wobei alle Mittel erlaubt waren, die diesem Ziel Vorschub
leisteten.” Das wichtigste Mittel, um langfristigen politischen Erfolg zu haben, war
für die Kommunisten schon immer die Täuschung ihrer Gegner. Lenin befürwortete
die Lüge stets als probates Mittel, um die kommunistischen Zwecke zu erfüllen:
Die Kommunisten müssen darauf vorbereitet sein, jedes Opfer zu bringen und, wenn
nötig, sogar zu jeder Art von Verschlagenheit, Intrige und Kriegslust ihre Zuflucht zu
nehmen, um ungesetzliche Methoden anzuwenden, um sich der Wahrheit zu entziehen
und sie zu verheimlichen.”® Die Taktik der Sowjets zeichnete sich stets durch eine
propagandistische Vorspiegelung falscher Tatsachen aus, da man die kapitalistische
Welt über die eigene politische Zielsetzung stets im Dunkeln halten wollte. So glaubte
der Westen 1921, der Kommunismus habe sein Ende gefunden, als Lenin nach
vier Jahren Bürgerkrieg und ca. zehn Millionen Toten, wieder marktwirtschaftliche
Elemente in der Sowjetunion einführte. In Wahrheit öffnete Lenin das Land nur
kurzzeitig für Investitionen der Banker, die die Oktoberrevolution finanziert hatten.
Sie sollten die am Boden liegende Industrie wiederbeleben. Die sowjetischen
Märkte wurden bei dieser Maßnahme aber nicht geöffnet. Die Geheimpolizei GPU
überwachte die Investitionen aus dem Westen und kümmerte sich weiterhin um die
Unterdrückung einer echten libertären Opposition. Nachdem westliche Technologie
und Investitionen der Sowjetregierung wieder auf die Beine geholfen hatten, kehrte
man 1929 unter Stalin mit Kollektivierung der Landwirtschaft und der Verstaatlichung
der Industrie - unter der Devise einer sozialistischen Offensive an allen Fronten - zurück
zur knallharten Planwirtschaft.”! Immer wieder wurde der westlichen Bevölkerung ein
- je nach Situation - friedliches, schwaches, einsichtiges oder vernünftiges Bild der
sozialistischen Anführer verkauft. Die Hilfestellung, die die Sowjets vor allem von den
amerikanischen Präsidenten Wilson, Roosevelt und Nixon bekamen, sicherte ihnen die
Erhaltung ihres Großreichs. Man müsste sehr naiv sein, um zu glauben, die Rettung
der Sowjetunion durch westliche Technologie-Transfers wäre der Inkompetenz der
westlichen Regierungen anzukreiden. Die westlichen Politiker standen im Dienste
der Rothschilds und wussten, dass sie für ihre eigenen Machtspiele einen Feind
brauchten, mit dem sie ihre repressiven Maßnahmen rechtfertigen konnten. Da
der Zusammenbruch des Kommunismus schon 1921 erfolgreich von den sowjetischen
Führern vorgespielt wurde, stellten die sowjetischen Strategen im Jahr 1956 die
Weichen für ein größeres Schauspiel, das die westliche Öffentlichkeit in die Irre
führen sollte. Die Vollendung der kommunistischen Weltregierung sollte mit
einem täuschend echten Zusammenbruch der gesamten Sowjetunion realisiert
werden. Der Plan zur Errichtung der Weltregierung begann mit dem 20. Parteitag
der KPDSU im Februar 1956. Hier rechnete Chruschtschow zum ersten Mal mit
dem Stalinismus ab, der in der ganzen Welt Angst und Schrecken verbreitet hatte.
Er forderte tiefgreifende Änderungen im kommunistischen System, um mit der
dunklen Vergangenheit zu brechen. Damit war jedoch keine echte Aufarbeitung von
Stalins Verbrechen und die Verurteilung von Stalins ehemaligen Schergen gemeint.
Davon sollte allein die Außenwelt überzeugt werden. Chruschtschow war zur Zeit
der Stalin‘schen Massenmorde in der Ukraine selbst einer der ergebensten Komplizen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (069)
von Stalin gewesen. Eine echte Entstalinisierung, wie er in seiner Rede forderte,
hätte für Chruschtschow ein Leben im Gefängnis bedeutet. Auch wenn die Rede
Chruschtschows zur Steigerung des allgemeinen Interesses als „geheim“ eingestuft
wurde, wurden Tausende von Kopien an Mitglieder der Partei verteilt und sogar
der CIA zugespielt, die sie wiederum an die New York Times zur Veröffentlichung
weitergab. Es handelte sich um eine konzertierte Propagandaaktion, die dazu
diente, Phase 1 der neuen Strategie des sowjetischen Machtapparats einzuleiten.
Die neue Langzeitstrategie war in vier aufeinanderfolgende Phasen eingeteilt,
deren Schlusspunkt die kommunistische Weltregierung darstellen sollte. In den
vier Phasen sollte der Westen in jeder Hinsicht geschwächt werden, während die
Sowjetunion ihre militärische und propagandistische Stärke weiter ausbauen
würde. Wenn die Sowjetunion die nötige Stärke erreicht hätte, würde sie ihren
Untergang simulieren, um den Westen für sie zu öffnen. Danach würden die
Kommunisten durch linke Parteien die westliche Innenpolitik an sich reißen und
die ehemals souveränen Staaten unter einer Weltregierung vereinen. Sollte dies
nicht funktionieren, sah der sowjetische Planungsstab vor, die bis dahin erlangte
militärische Überlegenheit auszuspielen und den Westen entweder anzugreifen
oder mit dem Schreckgespenst der atomaren Zerstörung zum Einlenken zu
bringen. Die Langzeitstrategie sah nur zwei Optionen vor: Weltregierung oder
Weltkrieg (mit darauf folgender Weltregierung).

Im Gegensatz zu Chruschtschows „Geheimrede“, die in Wahrheit dazu gedacht
war, weltweit veröffentlicht zu werden und die Weltöffentlichkeit von den guten
Absichten der Kommunisten zu überzeugen, unterlag die Langzeitstrategie tatsächlich
allerstrengster Geheimhaltung. Nur ein sehr kleiner Personenkreis aus dem Inneren
der Partei und des Geheimdiensts KGB wurde in die langfristigen Pläne eingeweiht.
Glücklicherweise flüchteten zwei der wenigen Parteimitglieder, die in die
Strategie eingeweiht worden waren, in den Westen und teilten die geheimen
Informationen mit Behörden und Medien. Jan Sejna hatte persönlich als offizieller
tschechoslowakischer Delegierter an dem Parteitag teilgenommen und berichtete,
dass der wesentliche Inhalt von Chruschtschows Rede bereits im Juni des Jahres 1954
von tschechoslowakischen Ofhziellen vorgestellt worden war. Sie sollte die erste Phase
der Langzeitstrategie einleiten, die dem Westen verkaufte, der Ostblock würde sich von
innen heraus reformieren. Sejnas Karriere in der kommunistischen Partei führte ihn bis
in den Verteidigungsrat, dem höchsten Organ der kommunistischen Tschechoslowakei,
das sogar dem Politbüro übergeordnet war.” Anstatt die Führung der Sowjetunion einem
einzigen Generalsekretär wie Stalin zu überlassen, wurden bedeutende Entscheidungen
nun kollektiv im Verteidigungsrat entschieden. Dadurch konnten Funktionäre bis zu
20 Jahre im Voraus für leitende Positionen im kommunistischen Gefüge eingeplant
werden, und Machtgerangel wie nach dem Tod von Lenin und Stalin gehörten der
Vergangenheit an. So stand Breschnew als neuer Generalsekretär schon lange vor
dem Ausscheiden Chruschtschows fest.” Breschnew hatte den Strategiewechsel unter
Chruschtschow in einer Kommission mit ausgearbeitet und konnte ihn dann als

Oberhaupt der UDSSR selbst ausführen. Der sowjetische Verteidigungsrat erhielt die


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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (070)
höchste Entscheidungsgewalt hinsichtlich der Umsetzung der Langzeitstrategie. Da die
sowjetische Führung jeden Bereich der Politik dieser Strategie unterordnete, wurde der
Verteidigungsrat, dessen Arbeit strengster Geheimhaltung unterlag, zum eigentlichen
Machtzentrum der UDSSR. Alle Ostblockstaaten, so auch die Tschechoslowakei, aus
der Sejna 1968 flüchtete, hatten einen eigenen Verteidigungsrat, der dem Moskauer
Verteidigungsrat untergeordnet war. Sejna war Mitglied des Verteidigungsrats und
bekam dort Einblick in die innersten Angelegenheiten der Tschechoslowakei. In
seiner Funktion hatte er direkten Kontakt zu den Generalsekretären Chruschtschow
und Breschnew. Er reiste von 1955 bis 1968 jedes Jahr mehr als zwei Monate in die
Sowjetunion. Als Sejna zur Zeit des Prager Frühlings erfuhr, dass die Rote Armee im
Begriff war, die Tschechoslowakei zu besetzen, weigerte er sich, den Anweisungen von
sowjetischer Seite Folge zu leisten. Daraufhin wurde seine Immunität als Mitglied des
Parlaments aufgehoben und er sollte verhaftet werden. Doch ihm gelang die Flucht in
den Westen. **

Sejna glaubte, ähnlich wie Lobaczewski (siehe S.14), er würde fiir sein Wissen
von westlichen Regierungen, Geheimdiensten und Medien mit Applaus tiberschiittet
werden. Doch Sejnas Erwartungen wurden bitter enttiuscht, da die CIA seine
Aussagen nicht ernst nahm und im Januar 1969, nach der Amtseinfithrung von
Richard Nixon, eine Weisung des Weißen Hauses an die CIA erging, die Befragung
Sejnas einzustellen. Sejna wechselte spiter zur Defense Intelligence Agency (DIA),
wo man sein Wissen über die Verstrickung der Sowjetunion in den internationalen
Terrorismus auswertete. Hier fand Sejna seine verdiente Anerkennung, doch seine
wichtigsten Vorhersagen über die Langzeitstrategie wurden nie in den Mittelpunkt
der amerikanischen Außenpolitik gestellt. Auch die linken westlichen Medien
veröffentlichten zwar gelegentlich einen Artikel über ihn, sorgten jedoch dafür, dass
seine Erkenntnisse nicht zu einer international bekannten Sensation wurden. Sejna
sagte in seinem 1982 erschienenen Buch „We will bury you“ den Fall der Mauer
voraus, und das drei Jahre vor Beginn der Perestroika. Die amerikanischen
Behörden dachten jedoch nicht daran, sich nach dem Ende der Sowjetunion
bei Sejna zu entschuldigen und seine Ratschläge ernst zu nehmen. 1969, kurz
nach dem Bruch der CIA mit Sejna, übergab der Rothschild-Agent Henry Kissinger
eine „Analyse“ der sowjetischen Politik an Richard Nixon, die von Kissinger selbst
erarbeitet worden war und der zufolge die Sowjetunion keine großangelegte Strategie
verfolge.”” Kissinger war von dem übergelaufenen Nachrichtendienstofhzier Michael
Goleniewski als Auftragnehmer der Sowjetunion identifiziert worden. Da das
westliche Establishment die Sowjetunion am Leben erhalten hat, sollte es einen kaum
verwundern, wenn ein Vertreter dieses Establishments auch für die Sowjetunion tätig
ist. Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti trifft sich Putin bis heute
„regelmäßig“ mit Kissinger.”

Der zweite Uberliufer, der über die Langzeitstrategie Bescheid wusste und
dessen Aussagen sich mit denen Sejnas deckten, war der KGB-Agent Anatoliy
Golitsyn. Er arbeitete fiir den „inneren KGB“, dem alle strategischen Belange zufielen,
die mit dem Fortschritt der Langzeitstrategie zu tun hatten. Breschnews Ausschuss

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (071)
(siehe S.69), der in den Jahren 1956/1957 den Strategiewechsel ausarbeitete, erkannte
die Notwendigkeit einer Umstrukturierung der Geheimdienste, allem voran des KGB,
von einem reinen Unterdrückungsinstrument wie unter Stalin zu einer flexiblen Waffe
der internationalen Staatspolitik. Federführend beim Umbau der Geheimdienste war
Alexander Schelepin, der die Führung des KGB von 1958 bis 1961 innehatte. Die neue
sowjetische Strategie wurde deshalb von manchen Autoren auch als „Schelepin-Plan“
bezeichnet. Schelepin organisierte die Aufteilung des KGB in einen „inneren“ und
einen „äußeren“ KGB. Während der hochgeheime innere KGB in den Plan der
Weltrevolution eingeweiht war, wurde der äußere KGB mit taktischen, weniger
bedeutenden und eher alltäglichen Aufgaben betraut.” Das in der Arbeit von
Geheimdiensten angewandte Need-to-know-Prinzip, nach dem jeder Mitarbeiter nur
so viel weiß, wie er wissen muss, um seine Aufgabe durchzuführen, wurde so vom
russischen Geheimdienst noch weiter verfeinert.

Aus diesem Grund waren nur zwei von tausenden sowjetischen Überläufern - Sejna
und Golitsyn - in das strategische Gesamtkonzept des Ostblocks eingeweiht. Golitsyn
bewies seine Glaubwürdigkeit auf eindrucksvolle Weise: Zur Überraschung der
CIA-Agenten, die Golitsyn nach seiner Flucht 1961 befragten, hatte er nicht nur
Kenntnis von einer großen Anzahl geheimer NATO-Dokumente, er konnte sie
sogar mit ihren korrekten NATO-Codenummern identifizieren. Er wies darauf
hin, dass jedes geheime Dokument des KGB über eine Sicherheitslücke in Frankreich
innerhalb von 72 Stunden beschafft werden konnte. Dank zahlreicher undichter Stellen
kenne das KGB alle geplanten Operationen der CIA im Voraus, und zum Beweis
zitierte er entsprechende CIA-Operationen. Die CIA zeigte sich desinteressiert, da die
von Golitsyn erwähnten undichten Stellen dem Informationsaustausch zwischen KGB
und CIA dienten, die beide das Ziel einer Weltregierung verfolgten. Auch Golitsyn
wurde aufs Abstellgleis gestellt, bis James Jesus Angleton, der damalige Chef der
Spionageabwehrabteilung der CIA, auf ihn aufmerksam wurde. Er war der erste, der
Golitsyns Wissen sinnvoll auswertete, sodass ein KGB-Spionagering im französischen
Geheimdienst enttarnt und unschädlich gemacht werden konnte. Golitsyns und
Angletons Untersuchungen wurden ebenfalls von der Nixon-Regierung eingestellt.
Auch Golitsyn nahm in seinem Buch „New Lies for Old“ aus dem Jahr 1984 die
Liberalisierung des Ostblocks und die Auflösung der Sowjetunion vorweg, als
niemand im Westen daran glauben konnte. Bis 1993 erwiesen sich Golitsyns
Behauptungen zu etwa 94 Prozent als weitgehend korrekt. Trotzdem blieben seine
Enthüllungen in der westlichen Politik ohne Konsequenz.”

General Sejna erklärte, dass die Langzeitstrategie in vier Phasen aufgeteilt worden
war, deren Zeitplan jedoch nur grob skizziert wurde. Die sowjetischen Strategen
rechneten mit zeitlichen Verzögerungen und Rückschlägen, deren Auftreten aber
nichts am Ablauf der Phasen ändern würde. Die Langzeitstrategie sollte in folgenden
Zeitabschnitten ablaufen:

* Die CIA begann ebenfalls kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem „Office of Policy Coordination“
einen verdeckten operativen Arm zu errichten. Diese Abteilung organisierte u.a. ein verdecktes Programm der CIA
zur Beeinflussung der Medien namens „Operation Mockingbird“.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (072)
- Phase 1: „Die Periode der Vorbereitung zur friedlichen Koexistenz“, 1956-1959
- Phase 2: „Der friedliche Koexistenz-Kampf“, 1960-1972

- Phase 3: „Die Periode des dynamischen sozialen Wandels“, 1973-1995

- Phase 4: „Die Ara des weltweiten demokratischen Friedens“, ab 1995

Ich werde nun jede Phase genauer erklären, um schlussendlich zu Putins heutigem
Russland zu gelangen, das von den alternativen Medien mit Feuereifer verteidigt wird.

B.1. Phase 1 - „Die Periode der Vorbereitung zur friedlichen Koexistenz‘‘

Einen Teil der Phase 1 habe ich schon vorweggenommen: Die Neustrukturierung
des KGB und die Distanzierung vom Stalinismus. Es ging vor allem darum, die
Beziehungen zum Westen wieder zu normalisieren und währenddessen - wie der
Name schon sagt - die Vorbereitung für die folgenden drei Phasen zu treffen. Der
Schwerpunkt wurde auf eine vielschichtige Täuschung des Westens gelegt. Das reichte
von der grundlegenden Vernebelung der militärischen Schlagkraft des Ostblocks,
der Verheimlichung kommunistischer Operationen bis zur Platzierung falscher
Informationen in den westlichen Medien zum Zwecke der Irreführung gegnerischer
Regierungen und vor allem der westlichen Bevölkerung. Dafür richtete Alexander
Schelepin extra die Abteilung D (Desinformation) innerhalb des KGB ein, die
unablässig ein verzerrtes Bild der Sowjetunion im Westen verbreitete. Die Leitung der
sowjetischen Abteilung D hatte der später zum General beförderte Oberst Iwan Agajanz
inne, der seinen Mitarbeitern 1968 folgende, für die Arbeitsweise dieser Behörde
typische Anweisung gab: Wir müssen westliche Journalisten ständig ermuntern, exakt das
Gegenteil von dem zu schreiben, was wir in Wirklichkeit vorhaben. Jeder, der über unsere
wahren Pläne genau oder unparteiisch, in der westlichen Auffassung dieser Worte, schreibt
oder spricht, muss rasch als Rechter oder Faschist abqualifiziert oder der Lächerlichkeit
ausgesetzt werden.'”” Das größte Geheimnis, das selbst den meisten Mitarbeitern des
KGB nicht preisgegeben wurde, war die Langzeitstrategie per se. Sowohl die Bewohner
des Ostblocks als-auch die Bewohner des Westens mussten mehrheitlich von einem
echten Untergang der Sowjetunion in Phase 3 überzeugt werden, um den Übergang zu
Phase 4 überhaupt möglich zu machen.

Um dem Westen die Angst vor dem Aggressionspotenzial der UDSSR zu nehmen,
täuschte der Ostblock seine Schwäche vor, indem er dem Westen eine gespaltene
kommunistische Welt vorspielte. Die Abteilung D inszenierte künstliche Konflikte
innerhalb der kommunistischen Welt, die verschleiern sollten, dass Westeuropa
und die USA in Wahrheit einem vereinten kommunistischen Block mit einer
gemeinsamen Langzeitstrategie gegenüberstanden. Der außenstehende Beobachter
sollte allerdings den Eindruck bekommen, die kommunistische Welt sei von Differenzen
zwischen Kommunisten sowjetischer, chinesischer oder kubanischer Prägung, zwischen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (073)
Leninisten, Stalinisten, Maoisten oder Trotzkisten (siehe S.165 ff.), zwischen Hardlinern
und Reformern, gebeutelt. Dass all diese Gruppen einer gemeinsamen Führungsspitze
unterstanden, durfte unter keinen Umständen bekannt werden. Mit dem Wegfall
eines übermächtigen erscheinenden Ostblocks, so spekulierte man in Moskau, würde
auch die Einheit des Westens zerfallen, was den Druck auf die Sowjetunion und
ihre Verbündeten reduzieren wiirde.'® Die Operationen zur interkommunistischen
Spaltung liefen streng geheim ab, vor allem die vorgetäuschten Konflikte zwischen der
UDSSR und China, die sogar von Insidern wie Sejna als real wahrgenommen wurden.
Nur Golitsyn berichtete von einer sowjetisch-chinesischen Allianz, die seit dem Beginn
der Langzeitstrategie durchgehend existiert hatte. Chruschtschow und Mao hatten bei
einer Konferenz der Ostblock-Parteien im November 1957 alle Differenzen ausgeräumt
und sich auf die von den Sowjets geplante Langzeitstrategie geeinigt.'”’ Dem Westen
wurde über Jahrzehnte eine Rivalität zwischen den zwei Staaten vorgespielt, wie bei
den angeblichen Grabenkämpfen an der sowjetisch-chinesischen Grenze, die, wie
Golitsyn berichtete, nie wirklich stattfanden.'® Solange die Sowjetunion und China
als Gegner galten, war das „Internationale Gleichgewicht der Kräfte“ gewährt, auf das
vor allem die Nixon-Regierung mit ihrem außenpolitischen Berater Henry Kissinger
(siehe S.73) Wert legte. Um ein vermeintliches Gegengewicht zur Militärmacht der
UDSSR herzustellen, stellte die Nixon-Regierung China in den 1970ern Kredite und
westliche Technologie zur Verfügung, die den Aufbau der chinesischen Industrie und
der chinesischen Militärmacht unterstiitzten.'” Russland tat gleichzeitig so, als sei
seine militärische Aufrüstung in den 60ern und 70ern gegen Peking gerichtet, um
die kapitalistische Welt zu beruhigen. Ein weiterer inszenierter Konflikt half Russland
dabei, die nach dem Zweiten Weltkrieg‘ stockende, technologische Hilfe aus dem
Westen zurückzugewinnen: Die vorgetäuschte Unabhängigkeit Rumäniens wurde
von einem Überläufer namens Ion Mihai Pacepa bestätigt, der allerdings nicht über
die Langzeitstrategie informiert war. Diese Operation lief unter dem Decknamen
„Horizont“. Rumänien wurde weiterhin vom Verteidigungsrat (siehe S.69 f.)
kontrolliert, doch es gelang dank der vorgetäuschten Unabhängigkeit, leichten
Zugang zu westlichem Know-how und Technologien zu bekommen. All diese
Bereicherungen wurden auf schnellstem Weg an die gesamte kommunistische Welt
weitergegeben, die ab den 60ern wieder konzertiert aufrüstete und ihre technische
Rückständigkeit mit enormen Militärbudgets ausglich. Während man nach außen hin
das Bild einer neuen, friedlichen Sowjetunion verkaufte, erarbeitete der Breschnew-
Ausschuss (siehe S.69) eine neue offensive Militärdoktrin, die vor einem Erstschlag mit
Atomwaffen nicht zurückschreckte. :

Christoph Hörstel (siehe S.89) sagte im April 2015 auf einer Demo gegen die
G7-Staaten, Russland habe „niemanden angegriffen“ „in hunderten von Jahren.
Die Behauptung, die Sowjetunion hätte nie andere Linder angegriffen, ist erstens
falsch (siehe S.124) und zweitens wire die Rote Armee in den 50ern und 60ern
zu einer großen militärischen Operation wie der Einnahme Westeuropas nicht in
der Lage gewesen. Vielmehr wire der Westen militärisch in der Lage gewesen, die

* Den die Sowjets ohne amerikanische Hilfe nicht hätten gewinnen können.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (074)
Sowjetunion zu zerschlagen. Nehmen wir an, die Sowjetunion wäre nicht aufgrund
ihres rückständigen Wirtschaftssystems am Tropf des Westens gehangen. Nehmen wir
an, das sowjetische Militär hätte das amerikanische Militär in seiner Schlagkraft um
das Dreifache übertroffen. Wir können davon ausgehen, dass die Sowjetunion unter
diesen Bedingungen Amerika und Westeuropa in Schutt und Asche gelegt hätte. Sejna
und Golitsyn berichteten davon, wie ihre Anführer stets von einem militärischen
Angriff fantasierten, der aber aufgrund der militärischen Unterlegenheit einem
Himmelfahrtskommando geglichen hätte.

Um dem Westen auch eine innere Spaltung der Sowjetunion vorzuspielen,
kümmerte sich der KGB um den Aufbau einer kontrollierten Opposition in allen
Staaten des Ostblocks, die so tat, als würde sie gegen die herrschende Regierung
im Kreml rebellieren. Diese Dissidenten wurden heimlich vom KGB rekrutiert und
sollten für die Öffentlichkeit die Rolle von Regimekritikern spielen. Sie forderten
aber nicht, wie man es von einer echten Opposition erwarten würde, das Ende des
sowjetischen Kommunismus und die Einführung einer Marktwirtschaft, sondern eine
Art Weiterentwicklung des Kommunismus, der ihn menschenfreundlicher gestalten
sollte. Diese Opposition wurde in Phase 2 zum ersten Mal aktiviert und sollte in Phase
3 eine Schlüsselrolle spielen.

B.2. Phase 2 - „Der friedliche Koexistenz-Kampf“

Nachdem Leonid Breschnew in Phase 1 an der neuen Strategie und an der
Erschaffung zu deren Umsetzung notwendigen Infrastruktur gearbeitet hatte, wurde
er 1964 als neuer Generalsekretär der KPDSU eingesetzt, um die Phase 2 der
Langzeitstrategie einzuleiten. Die wichtigsten Maßnahmen in Phase 2 wurden in Phase
1 schon erläutert: Die Desinformation, das militärische Aufrüsten und der Aufbau einer
künstlichen Opposition. Sie wurden in Phase 1 vorbereitet und in Phase 2 umgesetzt.
Im Mittelpunkt der zweiten Phase stand jedoch nicht nur die Täuschung des Westens
durch Desinformation. Der Westen sollte außerdem durch sowjetische Propaganda
im Inneren zersetzt und geschwächt werden. Da die Sowjetunion militärisch nicht
annähernd in der Lage war, offensiv gegen eine Großmacht wie die USA vorzugehen,
musste man außenpolitisch zu subtileren Mitteln greifen. Die westliche Gesellschaft
sollte unterwandert und ihre freiheitlichen Werte und Ideale mit psychologischer
Kriegsführung zerstört werden. Zehntausende Auftragnehmer Moskaus wurden
im Westen in Schlüsselpositionen des öffentlichen Lebens gebracht: In den
Bildungseinrichtungen, den Medien, der Religion, der Politik, in der Literatur und
der Kunst. Gleichzeitig setzte man auf die Unterwanderung und Instrumentalisierung
von Gewerkschaften. Das führte schließlich zum Erscheinen der sogenannten 68er-
Bewegung, aus deren Protagonisten später der Feminismus und die Oko-Bewegung
rekrutierten. Zwei Ideologien, die bis heute daran arbeiten, den Westen zugunsten
Russlands zu schwächen (siehe S.153 f.). Zahlreiche 68er schafften es an die Spitze der
europäischen und amerikanischen Politik, wo sie den Sozialismus durch die Hintertür
einfithrten.'” Kaum einer der von Moskau finanzierten nützlichen Idioten sprach

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (075)
sich je positiv über die Sowjetunion aus. Sie hielten sich lediglich mit Kritik am
Ostblock zurück, aber wetterten gegen die Weltmacht USA, die Ausbeutung durch
den Kapitalismus, die Zwangsstruktur Familie (siehe S.120), die Unterdrückung
der Frau oder die Zerstörung der Natur. Die sowjetischen Strategen wussten, dass die
neuen Linken im Westen keine Revolution zustande bringen würden, viele von ihnen
insgeheim lieber im Kapitalismus lebten. Sie waren dennoch als destabilisierendes
Element im Gefüge der kapitalistischen Staaten sehr willkommen.'” Ein bekanntes
Beispiel für die kommunistische Unterwanderung stellte der Fall von Günter
Guillaume, dem persönlichen Referenten des SPD-Bundeskanzlers Willi Brandt, dar.
Sejna schrieb, dass die SPD nach erfolgreicher kommunistischer Unterwanderung zum
Hauptwerkzeug der Langzeitstrategie in Deutschland werden sollte. Sejna wusste, wovon
er sprach, da in seinem Heimatland, der Tschechoslowakei, die Sozialdemokraten den
Kommunisten den friedlichen Weg in die Regierung geebnet hatten. Später wurden
viele dieser wohlmeinenden Sozialdemokraten liquidiert und Sejna befürchtete dasselbe
Szenario während Phase 4 in Ländern wie Deutschland. Historische Fakten belegen
inzwischen, dass Willy Brandt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein KGB-Agent war.
Er erklärte seinen Rücktritt, um sich vor seiner Enttarnung zu schützen, nachdem
seine rechte Hand Günter Guillaume schon aufgeflogen war. Brandts prosowjetische
Maßnahmen wie u.a. die Legalisierung der verbotenen KPD unter dem neuen Namen
DKP oder die Unterzeichnung der Ostverträge erhärten diese Vorwürfe. !'””

Während man den Westen mit antikapitalistischer Beeinflussung zersetzte,
probte man den vorgetäuschten Zusammenbruch des Kommunismus in
Phase 3. Der Aufbau einer kontrollierten Dissidentenbewegung , bei gleichzeitiger
Ausrottung jeder wahren antikommunistischen und prokapitalistischen
Opposition, diente der Auslösung künstlicher Konflikte innerhalb der
Ostblockstaaten. Diese sollten den Westen von der Schwäche und Zerrissenheit
der UDSSR überzeugen. Im selben Zug wollte man bei der eigenen Bevölkerung die
Hoffnung auf bessere Zeiten wecken, die ihnen der neue Widerstand versprach. Die
echte Opposition wurde ausgeschaltet und die Hoffnung der Unzufriedenen auf die
systemtreuen Revolutionäre gelenkt. Aufrichtige Kämpfer gegen das kommunistische
Regime wurden still und leise in KGB-Gefängnisse oder psychiatrische Anstalten
gesteckt. Die neu erschaffenen Oppositionsbewegungen, die sich lediglich für einen
Kommunismus „mit menschlicherem Antlitz“ aussprachen, wurden indes rund
um die Uhr von der Sowjetpresse thematisiert, um die Aufmerksamkeit des Volkes
und westlicher Menschenrechtsgruppen auf sie zu lenken. Einer der bekanntesten
vom KGB ausgebildeten Pseudodissidenten war Andrej Sacharow, der Vater der
sowjetischen Wasserstoffbombe. Theatralisch inszenierte Gängelung durch die
sowjetischen Behörden, wie zum Beispiel Sacharows Exil in Gorki, erhöhten das
öffentliche Interesse, doch behinderten sie sein Wirken nicht im mindesten. Trotz
Sacharows offen marxistischer Weltanschauung, akzeptierten ihn die westlichen
Eliten als legitimen Vertreter der regimefeindlichen Opposition. Für sein Wirken
bekam Sacharow 1975 sogar den Friedensnobelpreis verliehen, der von seiner Frau
im Westen entgegengenommen wurde. Nur muss man wissen, dass man als normaler

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (076)
Sowjetbürger ohne die Erlaubnis des KGB nicht ins Ausland reisen durfte, was es
Personen, die als politisch unzuverlässig galten, völlig unmöglich machte, das Land
zu verlassen. Jene Sowjetbürger, die als sogenannte Dissidenten im Ausland auftraten
und dort ihre politischen Forderungen verbreiteten, konnten dies nur mit Billigung
des KGB tun.'°

Der Prager Frühling anno 1968 geriet zur missglückten Generalprobe des
vorgetäuschten Untergangs der Sowjetunion in Phase 3. Kommunistischen Quellen
zufolge hatte es in der Führung der tschechoslowakischen KP einen intensiven
Machtkampf zwischen liberalen Reformern rund um Alexander Dubcek und
stalinistischen Hardlinern unter Führung des Generalsekretärs Antonin Novotny
gegeben, den die liberale Gruppe im Januar 1968 für sich entscheiden konnte.!” Das
sollten zumindest das Ausland und die Normalbürger des Ostblocks glauben, denn seit
der Übernahme der Langzeitstrategie hatte es im Inneren der tschechoslowakischen KP
keinerlei ernstzunehmender Differenzen mehr gegeben. Novotony hatte in den Jahren
1959 bis 1968 jegliche Opposition innerhalb der eigenen Reihen ausgelöscht und
stattdessen mit dem Aufbau einer kontrollierten Opposition nach russischem Vorbild
begonnen. Der theatralische Wechsel von Novotny zu Dubcek und die nachfolgen-
den Reformen waren in erster Linie für das Ausland inszeniert und stellten einen
ersten Versuch des kontrollierten „Zusammenbruchs“ des Kommunismus dar, wie
er in der späteren Phase 3 für den ganzen Ostblock vorgesehen war.!!* Dubcek
führte marktwirtschaftliche Elemente in die starre Planwirtschaft der Tschechoslowakei
ein, die Zensur wurde abgeschafft und selbst Auslandsreisen waren nicht länger
unmoglich.'” Doch Dubceks Liberalisierungen fanden unter der Kontrolle der KP
und der Geheimdienste statt. Wie in Rumänien (siehe S. 73) konnte die Öffnung des
Landes zu jeder Zeit von den Planern rückgängig gemacht und eine Rückkehr zum
Kommunismus eingeleitet werden. Betrachtet man den Werdegang Alexander Dubceks,
so zeigt er sich als das typische Produkt einer stalinistischen Parteimaschinerie. Obwohl
in der Slowakei geboren, lebte er von 1922 bis 1938 in der UDSSR. 1939 wurde
er in seiner Heimat Mitglied der kommunistischen Partei, in der er unaufhaltsam
Karriere machte, bis er vermutlich aufgrund seiner russischen Vergangenheit und
seiner Treue zum kommunistischen System als der Parteiführer auserwählt wurde, der
die geplanten „Reformen“ durchführen sollte.!!! Golitsyn schrieb, dass die Wahl zur
Durchführung dieser speziellen Aufgabe schon etwa 1960 auf die Tschechoslowakei
fiel, da der tschechoslowakische StB als verlässlichster und linientreuster Geheimdienst
aller Satellitenstaaten galt, und dass die Vorbereitungen dazu schon kurze Zeit später
begonnen hatten. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass die Reformen Dubceks zu
keiner Zeit antikommunistische Züge annahmen, es wurde nie der Marxismus an sich
in Frage gestellt, und auch die unter Dubcek rehabilitierten Dissidenten waren keine
Gegner des kommunistischen Systems, sondern lediglich marxistische Abweichler.

Was als kontrollierter, vorübergehender Richtungswechsel geplant und begonnen
worden war, wurde jedoch plötzlich zum Selbstläufer, als das tschechoslowakische
Volk, durch Dubceks Liberalisierungstheater ermutigt, tatsächliche Reformen forderte
und der Wegfall der Zensur die Aufdeckung der kommunistischen Verbrechen mit sich

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (077)
brachte, woraufhin die Stimmung gegenüber den Vertretern des alten Systems immer
feindseliger wurde.!!* Die Vertreter des alten Systems, die sich nach dem inszenierten
Schaukampf auf eine sichere Pension freuten, mussten plötzlich um ihr Leben bangen,
da die Öffentlichkeit eine restlose Aufklärung ihrer Verbrechen forderte. Dabei
scheute das Volk auch vor Selbstjustiz nicht zurück, sodass Staatsfunktionire fürchten
mussten, im Wald neben ihrem Haus erhängt zu werden. Nachdem Stimmen laut
geworden waren, die selbst die Existenzberechtigung des Geheimdienstes in der
Tschechoslowakei in Frage stellten, wurde klar, dass die gesteuerte Liberalisierung
völlig außer Kontrolle geraten war. Deshalb bereitete der nach wie vor Moskau-
treue Geheimdienst ein Eingreifen der Roten Armee vor, das den Status quo
wiederherstellen sollte. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei dauerte es
nur wenige Monate, bis die „Konterrevolution“ - wie es in der Propaganda hieß
- rückgängig gemacht worden war und die alte kommunistische Garde wieder
fest im Sattel saß. Da die Reformregierung Dubcek den tschechoslowakischen
Streitkräften den Befehl gegeben hatte, keinen Widerstand gegen die Besetzung zu
leisten, ging der Einmarsch schnell und weitgehend unblutig vonstatten.''® Die
Parallelen zur heutigen Situation in der Ukraine sind erstaunlich (siehe S. 219 ff.).
Dubcek wurde nach Moskau bestellt, um dort offiziell die Kapitulationserklärung
seiner Reformbewegung zu unterschreiben. Er konnte nach seiner Rückkehr in die
Tschechoslowakei ein unbehelligtes Leben führen. Es war klar, dass man jede weitere
kontrollierte Liberalisierung besser vorbereiten musste, um ein ähnliches Debakel
zukünftig zu verhindern. Die Niederlage wurde für den Kreml dadurch verstärkt, dass
in Folge der gewaltsamen Besetzung viele Funktionäre, wie Jan Sejna (siehe S.69) in
den Westen überliefen. Hätte der Westen Sejnas Berichte über die kommunistische
Langzeitstrategie damals ernstgenommen, wäre der Schaden für das Moskauer Politbüro
geradezu vernichtend gewesen.'"” Doch aus den Fehlern des Prager Frühlings konnte
die sowjetische Führung die richtigen Konsequenzen ziehen. Gorbatschows inszenierte
. Liberalisierung und das gesteuerte Auseinanderbrechen des sowjetischen Imperiums in

Phase 3 gingen glatt über die Bühne.
B.3. Phase 3: „Die Periode des dynamischen sozialen Wandels‘

1985 waren die wichtigsten Streckenziele der Langzeitstrategie trotz zeitlicher
Verzögerungen erreicht: Das russische Militär hatte aufgerüstet, militante
Befreiungsbewegungen kämpften auf der ganzen Welt für den Kommunismus, die
Sowjetunion hatte das aggressive Außenbild des Stalinismus abgelegt, die westliche
Gesellschaft war sozialistisch indoktriniert und die freiheitliche Opposition durch
eine marxistische KGB-Opposition ersetzt worden. Und am allerwichtigsten: Die
Existenz einer Langzeitstrategie war im Westen nach wie vor unbekannt, trotz
Whistleblowern wie Sejna und Golitsyn.

Derscheinbare Niedergang des Kommunismus, den Golitsyn und Sejnaangekündigt
hatten, wurde von dem neuen, jungen Parteiführer Michail Gorbatschow eingeleitet,
der sich in der Tradition der vermeintlich liberalen Reformer aus Phase 2 sah. Er gilt

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (078)
als Vater der politischen und ökonomischen Liberalisierung der Sowjetunion namens
„Perestroika”. Auch sein Auftreten an der Spitze des Machtapparats war von langer
Hand geplant. Seine politischen Ziehväter waren der Parteiideologe Michail Suslov,
seit 1956 einer der Hauptplaner der Langzeitkampagne, und der langjährige KGB-
Chef Jurij Andropow. Seine politische Laufbahn bezeugte, dass er niemals einen echten
Bruch mit dem kommunistischen System vollzogen hatte. Er selbst hat bei unzähligen
Gelegenheiten wiederholt betont, dass er immer ein überzeugter Kommunist war und
stets geblieben ist.!!“

Mit dem Wegfall des übermächtig erscheinenden Ostblocks, so spekulierte man
in Moskau, würde auch die Einheit im Westen zerfallen. Hatte die Abschreckung des
Stalinismus die westliche Gesellschaft enger zusammengeschweißt und den Glauben
an den Kapitalismus gestärkt, läutete die Perestroika das Ende der konservativen,
antikommunistischen Grundhaltung im Westen ein. Der außenpolitische Berater
Breschnews und Gorbatschows, Georgij Arbatov, brachte es auf den Punkt: Die
UDSSR wird euch das Schlimmste antun: Sie wird euch den Feind wegnehmen.‘‘> Das
kommunistische Feindbild sollte auf der ganzen Welt zusammenbrechen, doch parallel
dazu der Kapitalismus weltweit diskreditiert werden. Nach dem Fall der Mauer sollte
der Bevölkerung Russlands und der ehemaligen Satelliten-Staaten der Sowjetunion
vorgespielt werden, sie würden im Kapitalismus leben. In Wahrheit hielt der Staat in
der Wirtschaft immer die Zügel in der Hand und blockierte den freien Handel, wie
er im ersten Teil beschrieben wurde (siehe S. 27), wo es nur ging. Mehr zu diesem
pseudoliberalen Zwischenspiel erfahren Sie ab Seite 141.

Die Entspannungspolitik aus Phase 2 sollte sich nun in eine vorgetäuschte
Partnerschaft mit dem Westen wandeln, die dem Ostblock die größtmögliche
wirtschaftliche und technologische Hilfe aus der kapitalistischen Welt sichern
würde, welche - in Vorbereitung auf Phase 4 - dem Ausbau des russischen
Militärapparats zugutekäme. Die Ostblockstaaten würden nun unter dem Gedanken
eines „Europa vom Atlantik bis zum Ural“ versuchen, sich anstelle der USA zum neuen
Partner Europas zu machen, um die USA außenpolitisch zu isolieren. Eine möglichst
sozialistisch dominierte Europäische Union unter Teilnahme der Staaten Osteuropas
wurde zum erklärten Ziel.'!° Gorbatschow gab zu, dass Lenins vorgetäuschtes Ende
des Kommunismus aus dem Jahr 1921 (siehe S.68) das geschichtliche Vorbild für die
Perestroika lieferte: Wir wenden uns heute immer häufiger den letzten Schriften Lenins,
seinen Ideen von der Neuen Ökonomischen Politik, zu und sind bemüht, aus diesen
Erfahrungen alles zu übernehmen, was für uns heute wertvoll und notwendig ist.” Die
Reaktion der westlichen Eliten, die Gorbatschow zu einem der größten Helden des
20. Jahrhunderts stilisierten, wird am besten durch zwei 70 Jahre auseinanderliegende
Artikel der New York Times verdeutlicht, die im Juli 1991 meldete, der Kommunismus
sei zusammengebrochen. Im Juli 1921, nach Lenins Liberalisierungen, hatte die Zeitung
dieselbe Meldung gebracht und schon damals war sie falsch gewesen.''®

Wie beim Prager Frühling löste sich insgeheim weder die kommunistische
Ideologie, die parteitreue Führungsschicht, noch der militärische Zusammenhalt
des Sowjetblocks auf. Die KPDSU und ihre Schwesterparteien im Ostblock

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (079)
behielten im Verborgenen die Kontrolle über ihre Staaten und konnten
jederzeit dafür sorgen, dass der Kommunismus genauso schnell wieder etabliert
werden würde, wie er zuvor scheinbar verschwunden war, diesmal allerdings
im Weltmaßstab.''* Den Sturz des sowjetischen Kommunismus‘ sollte eine KGB-
Operation mit dem Codenamen „Golgotha“ glaubhaft erscheinen lassen. Im August
1991 wurde der Putschversuch einer Gruppe von kommunistischen Hardlinern gegen
Gorbatschow inszeniert, dessen erfolgreiche Niederschlagung das endgültige Ende des
Kommunismus markieren sollte. Golitsyn hatte die Auswechslung Gorbatschows
als Staatsoberhaupt im März 1989 angekündigt und nannte als mögliche
Nachfolgekandidaten den „liberalen“ Boris Jelzin oder den „konservativen“
Jegor Ligatschow. Der treue Parteisoldat Jelzin machte das Rennen. In einem von
Anfang bis Ende einstudierten Theaterstück trat Jelzin 1990 aus der KPDSU aus und
kritisierte Gorbatschow für sein Festhalten an einem reformierten Kommunismus.
Als sich Gorbatschow im August 1991 in seinem Urlaub auf der Krim befand,
konnte der Machtwechsel vonstattengehen. Die Gruppe kommunistischer Hardliner,
bestehend aus hochrangigen Mitgliedern von Gorbatschows Regierung, wie dem
Premierminister, Innenminister, Verteidigungsminister und KGB-Chef, übernahmen
die Regierungsgeschäfte, verhingten den Notstand und ließen verlauten, Gorbatschow
sei aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage, die Parteigeschäfte weiter auszuführen.
Der Weltöffentlichkeit wurde daraufhin vorgespielt, wie Boris Jelzin das sowjetische
Parlamentsgebäude mit Tausenden von zumeist jungen Anhängern besetzte.
Danach inszenierten die radikal-kommunistischen Putschisten einen Angriff auf das
Parlamentsgebäude, den sie jedoch scheitern ließen, um Boris Jelzin als Helden der
Stunde und Retter der russischen Demokratie darzustellen. Kurze Zeit später gab sich
Gorbatschow geschlagen und der „liberale Reformer“ durfte sein Amt übernehmen.
Hochrangige russische Politiker wie Oleg Shenin oder Alexander
Lebed, haben inzwischen bestätigt, dass es sich bei dem Putsch um eine
organisierte Farce gehandelt hatte. Keiner der Putschisten musste mit einer
langen Haftstrafe oder mit Nachteilen für seine Karriere rechnen. Viele
der KGB-Offiziere, die an dem angeblichen Putschversuch beteiligt waren,
. behielten ihre Positionen und wurden später sogar befördert. Jelzin leitete das
pseudokapitalistische Zwischenspiel über zwei Amtszeiten. Er lieferte sich einen
ständigen Kampf gegen alte kommunistische Nomenklatura, deren Partei 1996
um ein Haar die russischen Wahlen gewonnen hätte, da Jelzin die Hoffnung des
Volkes auf den Erfolg einer freien Marktwirtschaft in Windeseile zerschlagen hatte.
(siehe S.143) Das inszenierte Duell zwischen „Liberalen“ und Kommunisten hatte
für den Westen erpresserischen Charakter, da Jelzin finanzielle Unterstützung für
seine Regierung und seinen Wahlkampf forderte. Wenn nicht, würde der Ostblock
bei der Wiederwahl der Kommunisten in seine alte Aggressivität zurückfallen.'?* Der
Westen hatte die Wahl zwischen Kryptokommunisten wie Jelzin und aggressiven
kommunistischen Hardlinern. Jelzins Präsidentschaftswahlkampf von 1996 lief nicht
umsonst unter dem Motto „Reformen oder Rückkehr zum Kommunismus“ und
wurde u.a. vom deutschen Steuerzahler finanziert. Die Gelder, die Russland aus

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (080)
Deutschland von 1989 bis 1996 zur Unterstützung der Reformen bekam, belaufen
sich auf 126 Milliarden D-Mark. Die gesamte Summe an Hilfsgeldern, die den
früheren Staaten des Ostblocks in den 90er-Jahren zur Verfügung gestellt wurde,
beläuft sich auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar.!?! Dass die Kommunisten,
die Russland 70 Jahre ausgebeutet hatten, beinahe wiedergewählt wurden, beweist
eindrucksvoll das von Professor Hoppe beschriebene Versagen der Demokratie.

Diese sagenhaften Summen finanzierten jedoch nie eine wirklich liberale und
marktfreundliche Regierung, sondern flossen wieder direkt in die Langzeitstrategie.
Die Auflösung des Warschauer Pakts hatte keine Auswirkungen auf die
militärische Schlagkraft des Ostblocks, da bereits ein Netzwerk bilateraler
Verteidigungsabkommen bestand, das innerhalb des RGW (Rat für gegenseitige
Wirtschaftshilfe, englisch COMECON) organisiert war.'*” Die Sowjetrepubliken,
die sich 1991 für unabhängig erklärt hatten, schlossen sich kurz danach, wieder
unter Führung der alten Parteielite, zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
zusammen. Die neuen Führungsmannschaften der Ostblockstaaten - auch
der heute im Rampenlicht stehenden Ukraine - setzten sich aus lange zuvor
herangezüchteten Dissidenten und wundersam gewendeten Mitgliedern der
alten kommunistischen Nomenklatura zusammen. Alle Befehle aus Moskau
hatten Vorrang vor den Weisungen der eigenen Regierung. Die Kontrolle Moskaus
über die Satellitenstaaten wurde zudem durch deren Abhängigkeit von russischen
Ol-, Gas- und Stromlieferungen sichergestellt. Wagte es ein Land - wie 2006 die
Ukraine (siehe S.151) - sich der russischen Dominanz zu widersetzen, dann wurde
schlicht die Energieversorgung gekappt.'” Der KGB rekrutierte aus seinen eigenen
Reihen Oligarchen, die die wirtschaftliche Führung Russlands und der ehemaligen
Sowjetrepubliken übernahmen. (siehe S.142 f.) Obwohl sich der Warschauer Pakt nur
auf dem Papier aufgelöst hatte, versuchte die russische Propagandamaschinerie in Ost
und West, die Offentlichkeit von einem Abzug der NATO-Truppen aus Europa und
der letztendlichen Auflösung des Verteidigungsbiindnisses zu überzeugen. Ständig war
in den russischen Medien die Rede von einer diffusen westlichen Bedrohung, einer
Bedrohung durch die NATO, die ihren Höhepunkt in der Ostererweiterung des
westlichen Biindnisses habe. Heute hat die Mehrheit der Russen diese antiwestliche
Propagandaliige geschluckt, die auch weiterhin von den westlichen Putinverstehern in
der Art eines Mantras wiederholt wird. (siehe S.122 ff.) Dass der Warschauer Pakt sich,
wie der GRU-Uberliufer Viktor Suworow gestand'?* , niemals wirklich aufgelöst hat
und die militirische Koordination des Ostblocks auch ohne ihn besteht, davon wird
von den nützlichen Idioten Moskaus großzügig abgesehen. (siehe S.208)

Es erscheint fast unglaublich, wie reibungslos der vorgetäuschte Untergang
der Sowjetunion vonstattenging. Der Westen war nach Phase 3 offenes Territorium
für jegliche Art von russischer Spionage, Beeinflussung oder Unterwanderung.
Die sozialistische Indoktrinierung der westlichen Gesellschaft schritt voran,
sodass man vom heutigen „Bildungsbürgertum“ bei der Erwähnung einer linken,
sozialistischen, kommunistischen oder russisch-chinesischen Bedrohung belächelt
wird. Die Anweisung von Oberst Iwan Agajanz aus der Abteilung D (siehe S.72) war

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (081)
mustergültig umgesetzt worden. Da der Sozialismus trotz seines „Untergangs“ sowohl
im Westen als auch im Ostblock einen neuen Atem bekam, scheinen wir heute am
Beginn von Phase 4 der sowjetischen Langzeitstrategie zu stehen.

B.4. Phase 4: „Die Ära des weltweiten demokratischen Friedens“

Die letzte Phase der Strategie steht unter dem simplen Motto: Dritter
Weltkrieg oder kommunistische Weltregierung. Im Bestfall würde die friedliche
Machtübernahme linker Parteien in Westeuropa und Amerika, einhergehend mit der
massiven Verbreitung antikapitalistischen Denkens, dazu führen, dass die westlichen
Staaten ihre nationale Souveränität zugunsten einer sozialistischen Weltregierung
aufgeben würden. Die Erschaffung der Weltregierung würde vorerst deutlich
unblutiger verlaufen als ein Weltkrieg, wobei man nicht vergessen darf, dass das große
Blutvergießen im Kommunismus historisch immer erst nach seiner Machtübernahme
begann. Ein Trugschluss zu glauben, dieser Weg würde auf Dauer weniger Opfer
kosten. Der politische Erfolg des Sozialismus‘ ist heute unbestreitbar, wie wir am
Beispiel Deutschland sehen. Von 631 Sitzen im Bundestag fallen 320 an drei linke
Parteien: Die SPD (siehe S.75), die Grünen (siehe S.153 f) und die Linke. Obwohl
die Sozialisten schon die absolute Mehrheit besitzen, vertreten die 311 Vertreter der
CDU kaum andere Positionen bezüglich des Sozialstaats und nationaler Souveränität.
In Kapitel D werden Sie erfahren, wie sogar die vermeintlich ultra-konservative Bush-
Regierung einer sozialistischen Ideologie folgte. Mit der Zentralisierung der Straßen,
Banken, Schulen, Universitäten in den Händen des Staates und den hohen Steuern
auf Grund und Boden, Einkommen oder Erbe sind die wesentlichen Vorgaben des
Kommunistischen Manifests heute in Deutschland umgesetzt. Politikern, die vor
Wladimir Putin warnen, jedoch im Inland eine sozialistische Politik umsetzen, kann
nicht getraut werden. Genauso wenig der Mainstream-Presse, die diese Politiker
verharmlost.

Würden nach der Auflösung des Warschauer Pakts wieder rechte oder
konservative Kräfte anstelle linker Parteien die Oberhand im Westen gewinnen,
die nicht an einer Beschneidung nationaler Souveränität und marktwirtschaftlichen
Freiheiten interessiert sind, dann würde der Ostblock seine in Phase 2 und 3
realisierte militärische Überlegenheit ausspielen. Golitsyn sagte in diesem Fall einen
atomaren Angriff voraus, möglicherweise durch einen Terroranschlag, dem man
nicht mit dem Ostblock in Verbindung bringen wiirde.'® Das deckt sich mit den
Aussagen des KGB-Überläufers Stanislav Lunev, der nach seinem Seitenwechsel
1992 erklärte, dass der russische Generalstab nach wie vor darauf hinarbeite, einen
atomaren Krieg gegen die USA führen und gewinnen zu können. Ein Teil dieses
Plans sei die Ermordung bedeutender US-Politiker und -Militärs unmittelbar vor
einem bevorstehenden Angriff, der unter anderem durch die Verwendung atomarer
Kofferbomben vorgetragen werde, die überall auf der Welt platziert werden könnten.
Diese Bomben, die sich, Expertenschätzungen zufolge, bereits auf amerikanischem
Boden befänden, hätten den Zweck, die USA als Auftakt eines geballten atomaren

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (082)
Angriffs politisch und militärisch zu enthaupten. Russische Truppen würden im
Anschluss an den atomaren Anfangsschlag nur noch Alaska und Teile Kanadas
besetzen. Für die Einnahme der weiter südlich liegenden 48 Bundesstaaten
der USA wären chinesische Truppen zuständig. Zusätzlich dazu bekämen auch
bestimmte Staaten der Dritten Welt, vermutlich u.a. das kommunistische Kuba,
sogenannte „Plünderungsrechte“. Über die 1990er-Jahre hinweg wurden zahlreiche
Bunkerkomplexe angelegt, einer davon ist eine gigantische Anlage unter dem
Yamantau-Massiv im Ural, die das Überleben der sowjetischen Führungs- und
Kommandostrukturen in einem nuklearen Krieg garantieren würde. In Mosdok im
Nordkaukasus wurde seit 1993 das weltgrößte Militärhauptquartier aufgebaut, von
dem aus u.a. der Krieg in Tschetschenien geführt wurde.” Wie die alternativen
Medien diesen nuklearen Erstschlag der Russen verkaufen würden, steht für
mich jetzt schon fest: Der nukleare Erstschlag müsste nicht zwingend zu einer
atomaren Apokalypse führen. Theoretisch könnten die Russen eine der atomaren
Kofferbomben in einer amerikanischen Kleinstadt detonieren lassen. Die USA
müssen darauf nicht mit einem nuklearen Gegenschlag reagieren, sondern könnten
ihre Truppen gegen Russland mobilisieren. Die alternativen Medien würden den
terroristischen Akt der Russen als Attacke unter falscher Flagge der USA verkaufen
und die sozialistische/trotzkistische (siehe S.174 f.) amerikanische Regierung würde
die nötigen Hinweise streuen, um dieses Bild entstehen zu lassen. Jeder militärische
Schlag Russlands als Reaktion auf den Angriff der US-Imperialisten würde von den
alternativen Medien beklatscht werden.

Ob Russland und China die in der Langzeitstrategie anvisierte militärische
Überlegenheit gegenüber dem Westen erreicht haben, darüber lässt sich sicherlich
streiten. Gerade weil es Teil der Strategie war, nicht mit offenen Karten zu spielen,
lassen sich darüber keine definitiven Aussagen machen. Nach meinem Dafürhalten,
ohne einen ultimativen Beweis in den Händen zu halten, bauen die Rothschilds
zwei ausgeglichen starke Militärblöcke auf, die jederzeit aufeinandergehetzt
werden können. Wenn die Weltregierung der Rothschilds (siehe S.52) allerdings
von der Mehrheit der Regierungen und der Bevölkerung akzeptiert wird, wird
dieser Krieg höchstwahrscheinlich nicht stattfinden. Theoretisch könnten die
Rothschilds auch die USA den Erstschlag gegen die Sowjetunion ausführen lassen,
wichtig ist allein, dass ein riesiger globaler Konflikt entsteht, der eine dezimierte
und traumatisierte Menschheit hinterlässt. Diese wird sich in ihrer Verzweiflung
nichts mehr wünschen als eine Weltregierung. |

Ein klares Indiz fiir eine Art beidseitiger Planung der Weltregierung, ist die extrem
sozialistische Politik der westlichen Staatsoberhdupter wie Angela Merkel und Barack
Obama. Ihre plötzliche Feindseligkeit gegenüber Putin lässt sich nur bedingt anhand
einer sich unterscheidenden politischen Philosophie erklären. Obama und Merkel
stürzen ihre Länder wirtschaftlich und politisch in den Untergang, begannen jedoch
ab 2011, fast orchestriert, Putins Führungsstil zu verunglimpfen. Diese Doppelmoral
der westlichen Politiker wird von den deutschen alternativen Medien ausgeschlachtet,
um ihre Konsumenten von Wladimir Putin zu überzeugen. Obwohl viele dieser

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (083)
Medien mein erstes Buch empfehlen, stellen sie die Rothschilds meist nur als
Teil einer westlich-zionistisch-kapitalistischen Verschwörung dar. Sie übergehen
das russische Angriffspotenzial, die gerechte Natur des Kapitalismus und die von mir
in dem Buch beschriebene Gefahr des Kommunismus. Jan Sejna berichtete, dass die
Langzeitstrategen für Phase 3 eine Wirtschaftskrise im Westen voraussahen, die in Phase
4 zum Zusammenbruch der kapitalistischen Weltwirtschaft führen sollte. Dass diese
Vorhersagen exakt einzutreffen scheinen, lässt sich sicher nicht mit einer russischen
Manipulation der westlichen Wirtschaft erklären. Die westlichen Zentralbanken und
Politiker sind in erster Linie für die Krise verantwortlich, die die Russen prophezeiten.
Das deutet klar darauf hin, dass die Rothschilds den Russen heimlich den Weg zu
ihrer kommunistischen Weltregierung ebnen. Eine schwere Wirtschaftskrise mit
Massenarbeitslosigkeit und Verarmung breiter Bevölkerungskreise sollte, gemäß den
sowjetischen Planungen, weltweit das Versagen des Kapitalismus unter Beweis stellen.
Eine Weltwirtschaftskrise würde den Rückhalt linker Parteien, die mit sozialistischen
Parolen auf Wählerfang gehen, noch entscheidend vergroflern.'?” Wer würde ernsthaft
leugnen, dass dieser Linksruck heute stattfindet? Wann hatte die freie Marktwirtschaft
in der öffentlichen Meinung einen schlechteren Stand als heute? Sind dies nicht ideale
Voraussetzungen für die Moskauer Strategen, um dem Westen ihr politisches System
aufzuerlegen? Glauben Sie, die westlichen Eliten wären so blöd, diese Voraussetzungen
zu erschaffen, wenn ihnen etwas an einem freien Westen liegen würde?

Bis zum Jahr 2012 schien es so, als ob eine Weltregierung auf diplomatischem
Wege erreicht würde. Russland und der Westen näherten sich trotz kleinerer
Konflikte an. Putin schloss sich den USA im Kampf gegen den Terror an
(siehe S.111 ff.), die Handelsbeziehungen zum Westen wurden intensiviert und die
Erweiterung der Europäischen Union auf Russland und seine ehemaligen Sowjetstaaten
schien nicht unwahrscheinlich (siehe S.131 f.). Auch die sozialistische Struktur der
Europäischen Union - spöttisch auch als EUDSSR bezeichnet - zeigt das Interesse
der westlichen Eliten an einer unfreien Wirtschaft. Der amerikanische Einfluss auf die
Entstehung EU war eindeutig größer als der russische, aber die EU-Verfassung tritt den
freien Markt mit Füßen und hat mehr mit der Verfassung der Sowjetunion gemein als
mit der US-Verfassung. Die Rothschilds arbeiten erkennbar gegen den freien Markt
und ziehen ein System wie das der Sowjetunion einer kleinen Regierung vor.

Doch plötzlich kam die freundschaftliche Annäherung zwischen Russland
und dem Westen ins Stocken. Auf beiden Seiten erinnerte die Rhetorik wieder
an die Zeiten des Kalten Krieges. Einen speziellen Anlass gab es dafür eigentlich
nicht. Putin war vor 2011 nicht weniger korrupt als danach. Dem Westen hätte
das russische Demokratiedefizit und Putins autoritäre Politik schon ein Jahrzehnt
zuvor auffallen können, aber erst jetzt wurde er vom Westen zum Feind erklärt.
Das gleiche Schauspiel auf der anderen Seite: Putin hätte den Irak-Krieg der USA
schon ab 2003 kritisieren können, aber erst ab 2011 wurden die USA von ihm erneut
zur Gefahr für den Weltfrieden gemacht. Es erschien so, als ob Westen und Osten
sich auf eine Rückkehr zum Kriegskurs geeinigt hätten. Bis heute ist es noch nicht
zu einem Dritten Weltkrieg gekommen, aber höchstwahrscheinlich läutete das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (084)
Jahr 2011 den Wechsel von Phase 3 zu Phase 4 ein, in der Moskau wieder auf
Konfrontationskurs mit dem Westen geht. Golitsyn prophezeite nach der Zeit der
Annäherung und Kooperation in Phase 3 ein neues Wettrüsten und einen Krieg,
falls es nicht zuvor zur Errichtung der kommunistischen Weltregierung käme. Es
stellt sich die Frage, ob Russland und der Westen sich heute lediglich bedrohen und im
kleinen Maße bekriegen, um die diplomatische Errichtung der Weltregierung schneller
voranzubringen oder ob Putins Angriff auf die Ukraine zum langsamen Auftakt eines
Dritten Weltkriegs gehört. Wie es scheint, sollte Putin als Jelzins erwählter Nachfolger
(siehe S.102) den Übergang von Phase 3 zu Phase 4 organisieren. Sejna sagte die
Rückkehr zur kommunistischen Ideologie in Phase 4 voraus und auch dies findet
unter Putin statt (siehe S.104). Das liberale Zwischenspiel im Ostblock geht unter ihm
wieder dem Ende entgegen.

Putins reichlich mysteriöse Vergangenheit beim sowjetischen/russischen
Geheimdienst schreit geradezu nach einer einflussreichen Mitwirkung Putins an der
Langzeitstrategie. Putins Familie war seit Beginn der kommunistischen Herrschaft
eng mit der bolschewistischen Führungselite verbunden, was ihn, wie er sich im Kreis
von Freunden und Kollegen selbst bezeichnet, zu einem typischen Vertreter der Roten
Aristokratie macht. Putins Großvater war Koch von Lenin und Stalin und darüber hinaus,
wie Putin mit Stolz verkündet, aktiv an der Oktoberrevolution in Sankt Petersburg
beteiligt gewesen. Sein Vater war ein Veteran des NKWD, einer Vorläuferorganisation
des KGB. Putin trat 1975 nach seinem Jura-Studium dem KGB bei, wo er in der ersten
Hauptverwaltung, zuständig für Auslandsspionage, bis zur Wende hauptsächlich in
der DDR eingesetzt wurde. Jedoch berichtet der britische Informationsdienst Soviet
Analyst, Putin habe seine Karriere nicht beim KGB, sondern beim militärischen
Geheimdienst GRU begonnen und sei vor der Wende möglicherweise sogar der höchste
in der DDR ansässige GRU-Ofhzier gewesen. Doch Putins Tätigkeit in der DDR liegt
weitgehend im Dunkeln. Zwar ist bekannt, dass er u.a. in Dresden stationiert war,
jedoch konnte oder wollte sich dort niemand an Putin erinnern, weder der Chef der
Staatssicherheit Markus Wolf, noch der frühere Bezirksparteichef von Dresden, Hans
Modrow. Laut seinem deutschen Biographen Alexander Rahr war Putin so geheim und
so in den Tiefen des KGB versteckt, dass ihn sogar seine übergeordneten Bosse nicht zu
Gesicht bekamen. Je mehr ein Biograph in die Lebensgeschichte des Geheimdienstlers Putin
eindringen will, umso widersprüchlicher werden die Angaben. Es scheint, als ob Kräfte
der sogenannten ‚unsichtbaren Front‘ heute in Moskau versuchen, einen dichten Nebel des
Schweigens über diesen Abschnitt der Putin-Biographie zu legen. Diese Beschreibung passt
zu Schelepins Aufteilung in einen „inneren“ und „äußeren“ KGB, in dem selbst die
Spitzen des „äußeren“ KGB nichts von einer Langzeitstrategie wissen. Die Tatsache,
dass Putin in jenen Jahren erst zum Hauptmann und kurz darauf zum Oberstleutnant
befördert worden war und dass ihm zeitgleich das sowjetische „Ehrenabzeichen“
verliehen wurde, beweist, dass Putin kein gewöhnlicher KGB-Agent war. Rahr
spekuliert, dass Putin in der DDR möglicherweise einen Spezialauftrag ausführte.
Dieser mutmaßliche Spezialauftrag könnte mit der hochgeheimen KGB-
Operation „Lutsch“ in Verbindung stehen, die nichts Geringeres als den Sturz des

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (085)
kommunistischen Regimes in der DDR zum Ziel hatte. Vielleicht arbeitete Putin
in Phase 3 an der kontrollierten Auflösung der DDR. Nach der Wende kehrte Putin
in seine Heimatstadt Sankt Petersburg zurück und arbeitete dort mit den „Reformern“
am Aufbau einer kontrollierten Marktwirtschaft. Da der KGB - ab 1995 FSB - dieses
pseudoliberale Theaterstück aus dem Hintergrund steuerte, sprechen alle Anzeichen
dafür, dass. Putin auch nach dem Fall der Mauer aktiver Geheimdienstofhizier blieb
und an der Neuverteilung des Staatsbesitzes maßgeblich beteiligt war.'“® Seine Rolle als
treuer Diener des Geheimdienstapparats, der sich regelmäßig stolz über seine berufliche
Laufbahn äußert, passt perfekt zu Phase 4. Nur ein vom System überzeugter Hardliner
ohne Gewissensbisse, den Putin zweifellos personifiziert, kommt für einen blutigen
Krieg zur Durchsetzung des Weltkommunismus in Frage.

Wer Golitsyn und Sejna keinen Glauben schenken will, den sollte vielleicht Ex-
Bundeskanzler Helmut Kohl überzeugen. Der Spiegel berichtete am 09.11.2014: Nach
Meinung des Altbundeskanzlers Helmut Kohl war die DDR-Bürgerrechtsbewegung nur
von marginaler Bedeutung für den Fall der Mauer. Hinter den Aktivisten vermutete er
laut einem Bericht des Spiegels gar die Stasi. „Wir wissen ja bis heute nicht, wie hoch der
Anteil der Stasi an diesen Inszenierungen der Friedensgebete war und wie weit die Stasi
zum Teil diese Sachen inszeniert hatte”, sagte Kohl im Gespräch mit seinem Ghostwriter
Heribert Schwan anno 2001. Kohl weiter: Wenn man den Herrn Thierse hört und die
jetzige amtliche Darstellung der Bundesregierung, dann waren es die Menschen auf den
Straßen. Aber die hätten überhaupt nichts bewegt, wenn das Umfeld nicht entsprechend
gewesen wäre, wenn Gorbatschow und Bush nicht über die Abrüstung verhandelt hätten.‘
Kohl geht zwar nicht so weit, von einer Langzeitstrategie zu sprechen, doch sogar der
„Vater der Einheit“ muss eingestehen, dass die einfachen DDR-Bürger den Umsturz
nicht in die Wege leiteten.

Russland und die Rothschilds eint der Traum einer kommunistischen Weltregierung.
Die Rothschilds finanzierten die Oktoberrevolution und hielten die Sowjetunion am
Leben. Auch wenn es keine konkreten Beweise dafür gibt, habe ich kaum Zweifel
daran: Die Rothschilds sind in die Langzeitstrategie der Russen eingeweiht, wenn nicht
gar deren Urheber. Da Wladimir Putins heutiges Verhalten exakt zu den Planungen
der sowjetischen Strategen passt, führt er indirekt einen Plan der Rothschilds aus.
Eine kommunistische Weltregierung wäre genau die „Neue Weltordnung“, die sich
die Rothschilds immer gewünscht haben. In alternativen Medien kursiert hingegen
die haltlose Behauptung, Putin habe sich gegen den Plan der Rothschilds gestellt
und kämpfe nun tapfer gegen den Plan einer US-dominierten Weltregierung.
Höchstwahrscheinlich weiß Putin selbst am besten, was er machen müsste, um
den Plan der Rothschilds zu durchkreuzen: Seinen Staat auflösen und damit in
Russland eine freie Marktwirtschaft einführen. Aber auch für den letzten und mit
Abstand längsten. Teil meines Buches gilt: Selbst wenn Sie glauben, dass Staaten gut
sind, Psychopathen so gut wie nie deren Spitze einnehmen, die Rothschilds nichts mit
einer Weltregierung zu tun haben und damit ebenso nichts mit der Finanzierung der
Oktoberrevolution, die Sowjetunion keine Langzeitstrategie plante und Putin damit
auch nicht an dieser arbeitet; Selbst wenn Sie all diese Erkenntnisse verneinen, könnte

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (086)
Sie dieses Buch doch davon überzeugen, dem wirren Putin-Kult in den alternativen
Medien keinen Glauben mehr zu schenken. Ich werde mich jetzt endlich mit dem
heutigen Russland auseinandersetzen. Dabei werde ich mich auf Persönlichkeiten aus
den alternativen Medien beziehen und eine Vielzahl ihrer Aussagen widerlegen. Das
bedeutet nicht, dass ich diese Personen beleidigen oder gar in ihrer Karriere schaden
will. Ich hoffe, diese Leute lesen dieses Buch ebenfalls und ziehen daraus die nötigen
Schlüsse, damit in den alternativen Medien endlich eine ernstzunehmende Opposition
gegen die Mainstream-Lügenpresse von Springer & Co. entsteht.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (087)
Teil drei: Die alternativen Medien

A. Russlands Terrorkrieg vs. Jürgen Elsässer
und Christoph Hörstel

A.1. Jürgen Elsässer

Bei keinem Gesicht der alternativen Medien sticht die enge Verbindung zur
Moskauer Langzeitstrategie so klar ins Auge wie bei Jürgen Elsässer. Er war in den
70ern und 80ern ein für die Phase 3 typischer „nützlicher Idiot“ des Kremls. Geboren
1957, machte er als leicht verspäteter 68er den „Marsch durch die Institutionen“ und
unterrichtete vierzehn Jahre lang als Lehrer im Baden-Württembergischen Schuldienst.
In seiner Freizeit engagierte er sich für radikal-kommunistische Organisationen wie
den Kommunistischen Bund, der neben vielen anderen extremistischen Positionen die
Existenz der DDR verteidigte. Nach dem Fall der Mauer gründete der Kommunistische
Bund einen Kreis namens „Radikale Linke“, dem Elsässer beitrat. Elsässer bezeichnete
sich Anfang der 90er als „Antideutschen“ und warnte vor neuen Angriffen Deutschlands
auf Polen oder Frankreich. Das Führen von Kriegen liege schließlich in der Natur des
durchschnittlichen Deutschen, den er verachtete. Elsässer stellte sich damals sogar an die
Seite der Alliierten, die Deutschland zwar im Namen der imperialistischen Großmacht
USA besetzt hielten, doch immerhin dafür sorgten, dass die Deutschen sich nicht in
einen neuen Krieg stürzten. Elsässer war nach der Wende entsetzt darüber, dass sich
die Deutschen zu stark von den Amerikanern loslösten und sie mehr Souveränität
gewannen. Er beschwerte sich in seinem Buch „Wenn das der Führer hätte erleben
dürfen“ von 1995 lautstark, dass die internationale Staatenwelt einen großen Fehler
gemacht habe, als sie/das deutsche] Volk aus der Beaufsichtigung entließ. Ein Kapitel des
Buches nannte er Lob der Fremdherrschaft.‘*° Er war derart straff kommunistisch,
dass sich sogar viele Kommunisten von seinen Ideen distanzierten. 1994 kündigte er
seinen Beruf als Lehrer und arbeitete als Journalist für diverse linke Blätter.

2015 ist Elsässer nicht wiederzuerkennen. Hatte er noch vor einem Jahrzehnt
alles zutiefst verachtet, was nur ansatzweise konservativ war, sieht er sich heute als
Sprachrohr eines bürgerlichen und souveränen Deutschlands, das die Fremdherrschaft
der Amerikaner ablehnt. Woher der Wind weht, merkt man dabei schnell: Hatte
Elsässer den Westen früher in Phase 3 durch die Verbreitung linker Ideen destabilisiert,
verbreitet er nun in Phase 4 Putin-Propaganda unter dem Deckmantel konservativer
und sogar libertärer Ideen. 2010 gründete er das Monatsmagazin „Compact“, das sich
2015 mit einer Auflage von ca. 50.000 großer Beliebtheit erfreut. Er holte für das
Magazin auch Libertäre wie Alexander Benesch, Oliver Janich und mich ins Boot.
Ich durfte u.a. einen Artikel über den libertären Kongress-Abgeordneten Ron Paul
schreiben. Elsässer meldete sich allerdings nicht mehr bei mir, nachdem ich ihm
mein Buch über die Rothschilds geschickt hatte. Auch die in amerikanisch-libertären
Kreisen entstandene 9/11-Wahrheitsbewegung, die bis heute eine neue Untersuchung
der Anschläge vom 11. September fordert (siehe S.90 ff.), spannte Elsässer für das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (088)
Compact-Magazin mit ein. Es schien, als habe Elsässer seine Ansichten radikal geändert.
Das Compact-Magazin schien für alle offen zu sein, CDU-Politiker wie Alexander
Gauland, Nigel Farage von der konservativen und euroskeptischen UK Independence
Party oder Wirtschaftswissenschaftler wie Wilhelm Hankel, die Elsässer zu seinen
Veranstaltungen einlud. Inzwischen verteidigt Elsässer sogar beinhart nationalistische
bis nahezu rassistische Positionen wie die von Thilo Sarrazin, den er zu einer seiner
Konferenzen einlud (siehe S.117). Als der ehemalige Ministerpräsident Christian Wulff
erklärte, der Islam gehöre zu Deutschland, antwortete Elsässer ihm in einem Artikel
namens „Wulffs Angriff auf Deutschland“: Den Multikulti-Strategen um Wulff sei gesagt:
Die Identität Deutschlands wurzelt in der ‚deutschen Leitkultur '3' Elsässer scheint sich
in der Tradition Lenins zu sehen, der in seiner Schrift „Der linke Radikalismus, die
Kinderkrankheit im Kommunismus“ feststellte, dass wahre Revolutionäre nicht davor
zurückschrecken sollten, linke Phrasen aufzugeben und rechte Taktiken anzunehmen,
um mit ihnen eine doch stets revolutionäre Politik auszuführen.'* Eins bleibt den
Linken und Rechten nämlich gemein: Sie hassen den Kapitalismus!

Klar kann Elsässer behaupten, er habe einen Sinneswandel vollzogen und seine
alten Ansichten vollständig abgelegt, doch erstens setzt er sich nicht kritisch mit
seiner Vergangenheit als subversiver Antideutscher auseinander,‘ zweitens haben sich
seine grundlegenden Ansichten kaum verändert: Er kooperiert mit Libertären,
lehnt jedoch die freie Marktwirtschaft ab. Er wettert, wie damals schon, gegen
die neokolonialistischen Feldzüge des US-Imperiums, äußert jedoch keine
Kritik an Russland. Die Besetzung Deutschlands durch die Russen hatte er
damals befürwortet, heute will er die Souveränität Deutschlands gegen die
amerikanischen Besatzer verteidigen. Die Finanzkrise ist für ihn ein Angriff des
„anglo-amerikanischen‘“ Finanzkapitals, während er kein negatives Wort über
die russische und chinesische Mangelwirtschaft verliert. Elsässers Verhalten passt
perfekt in die taktischen Planungen Moskaus. Ob er sich dessen bewusst ist oder nicht,
sei dahingestellt. Nachdem der KGB und der CIA ganze Arbeit geleistet hatten, die
intellektuelle Elite Deutschlands sozialistisch zu infizieren, wollte man in Phase 4 auch
den konservativen und liberalen Widerstand auf Moskaus Seite ziehen. Dies konnte
nur gelingen, indem die westliche Politik ihre Bürger auf ganzer Linie enttäuschte.
Elsässers Compact-Magazin wurde pünktlich zur Einleitung von Phase 4 gegründet
und soll die, von ihrer Regierung im Stich gelassenen, Deutschen in der für Phase
4 prophezeiten Finanzkrise von Putins Russland überzeugen. Das scheint Elsässer zu
gelingen, denn, wie der Journalist Alexander Benesch schreibt, ist der Führerkult um
den ehemaligen KGB-Chef Putin nun endgültig das zentrale, verbindende und sinnstiftende
Element der ‚alternativen‘ Bewegungen im Westen geworden.‘* Nachdem man feststellt,
dass die Regierungen im Westen erneut versagt haben, feuert man einfach eine neue
Macht an, anstatt sich mit dem grundlegenden Problem eines Gewaltmonopols zu
beschäftigen: Der König ist tot, es lebe der König!

* Seine Mitgliedschaft im kommunistischen Bund bereut er heute als politkriminelle Aktivität” und spricht un-
gern über seine antideutsche Hetze, die man kaum als Jugendsünde bezeichnen kann. Elsässer war schon 38, als
„Wenn das der Führer hätte erleben dürfen“ erschien

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Elsässers Verbindungen zum Kreml traten zuweilen offen zutage: Die ZEIT
berichtet aus einer gehackten E-Mail, die Putins Geostratege Alexander Dugin
(siehe S.118) an den russischen Botschaftsmitarbeiter Georgi Gawrisch in Athen
geschickt hatte: Seit Jahren sucht [Dugin] überall in Europa Mitstreiter. Wen er dabei im
Sinne hat, geht aus einer weiteren Mail hervor, die Dugin im Februar 2014 an Gawrisch
sandte. Im Anhang findet sich eine Liste von Personen aus verschiedenen Ländern, die geeignet
seien, einen ‚Eliteklub‘ zu gründen, oder ‚eine Gruppe zur Beeinflussung der Information
im Sinne von ‚Russland Heute‘. Unter Deutschland listet Dugin etwa den Publizisten
Jürgen Elsässer auf, unter Ungarn Premierminister Viktor Orbän. Für Griechenland
stehen drei Personen auf der Liste, darunter Alexis Tsipras, damals oppositioneller Parteichef
der Syriza.'® Der Bayerische Rundfunk (BR) stieß in seiner Reportage „Putins Netzwerk
in Europa: Wie Moskau rechte Parteien sponsert und unterwandert“ auf Elsässers
Compact-Magazin. Das Filmteam des BR reiste zu einer Außenstelle der rechten Partei
„Front National“, wo ihnen der Schatzmeister der Partei verriet, dass eine Moskauer
Bank die putinfreundliche Partei mit 10 Millionen Euro finanziert. Keine westliche Bank
hatte dem „Front National“ Geld geben wollen, also wendete man sich an Russland.
Seitdem wirbt der „Front National“ in den Medien um Frieden und Partnerschaft mit
Putin. Der französische Politikwissenschaftler Yves Camus gab dem BR ein Interview.
Er hatte zu den Methoden der Russen, wie sie Einfluss auf Parteien und Medien in
Europa nehmen, geforscht und empfahl dem Team, sich an deutschen Kiosken nach
dem Compact-Magazin umzusehen. Die Reportage erwähnte, dass im „Russischen
Haus“ in Berlin, einer offiziellen Auslandsvertretung Moskaus, viele Veranstaltungen
des Compact-Magazins stattfinden.'’® Elsässer ist eindeutig ein Kreml-Propagandist,
der sich im Schafspelz (siehe S.161) des liberal-konservativen Widerstands gegen die
Neue Weltordnung versteckt. Die kommunistische Weltregierung der Rothschilds ist
in seinen Augen eine turbokapitalistische amerikanische Welt-Hegemonie. Er warnt
zurecht vor dem US-Militär, spielt jedoch die russische Gefahr herunter. Liberale und
Konservative, die sich heute im gegen Kampf gegen die „Neue Weltordnung“ auf
die Seite Elsässers stellen, begehen einen riesigen Fehler. Im Kampf um die Freiheit
ist es nutzlos, sich den Tyrannen auszuwählen, den man für den besseren Tyrannen
hilt, und diesen bedingungslos anzufeuern. Doch leider sind die meisten Deutschen
dieser simplen Fuflballer-Logik verfallen: „Putin ist sicher kein Heiliger, aber immer
noch besser als jeder westliche Politiker xy.“ Alle Regierungen sind korrupt und haben
nichts als Verachtung fiir ihr Volk übrig. Der einzig mögliche Weg aus der Neuen
Weltordnung ist der Kampf gegen das Machtmonopol der Staaten.

A.2. Christoph Horstel

Christoph Hörstel ist seit 1985 permanent im Nahen und Mittleren Osten
unterwegs. Als Sonderkorrespondent der ARD bereiste er vor allem Afghanistan
und Pakistan und knüpfte dort enge Kontakte zu Regierungsmitarbeitern und hohen
Spitzen der Gesellschaft. Das ermöglichte ihm u.a. im Jahr 2001 während des Sturzes
der Taliban als einziger westlicher Journalist ins afghanische Kabul zu gelangen. Andere

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (090)
Aufträge führten ihn nach Indien, Irak, Iran, Jordanien und Syrien.'?” Mit über 2500
Einblendungen in 14 Jahren Fernsehen galt Christoph Hörstel als etablierter Experte
für den Orient. Keiner seiner Vorgesetzten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hätte
damals Hörstels Sachkenntnis in Frage gestellt. Das änderte sich, als Hörstel begann,
kritische Fragen zu stellen und den Mangel an Geld, fehlende Zeit für Recherche,
den steigenden Druck auf die Redakteure und die fortschreitende Einschränkung der
Pressefreiheit kritisierte. Spätestens als Hörstel die CIA mit den Anschlägen des 11.
September 2001 in Verbindung brachte, war mit seiner Karriere in den Mainstream-
Medien Schluss. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Siemens, der Gründung einer
Regierungsberatung und einem Job als Coach für ISAF-Führungskräfte der Bundeswehr,
ist Hörstel heute v.a. als unabhängiger Publizist tätig, der sich darauf konzentriert,
die Lügen und Verbrechen des westlichen Establishments aufzudecken.
Wohlgemerkt: Des WESTLICHEN Establishments! Denn nach Kritik an
Russland sucht man auf seiner Facebook-Seite, seinem Youtube-Kanal oder seiner
Webseite vergebens. Nicht dass Hörstel mit dem, was er über den Westen von sich
gibt, danebenläge. Nur: Während seine Artikel und Interviews über die „geopolitische
Lage“ vor Hass auf die US-Regierung, Goldman Sachs und das westliche Militär nur so
triefen, schätzt Hörstel Russland als armes Opfer der NATO-Aggression ein und stellt
dem Präsidenten Wladimir Putin als Staatsmann ein exzellentes Zeugnis aus. Deshalb
finden wir Hörstel auch regelmäßig präsent auf prorussischen Medienplattformen wie
dem Kreml-Sender „Russia Today“ oder dem Radiosender „Stimme Russlands“. Hier
eine Kostprobe von Hörstels Einschätzung Putins: /Putin] schwebt auf Wolke sieben,
was die Volksmeinung angeht zu seiner Präsidentschaft. Er wird getragen von einer riesigen
Unterstützung von weit über 80 bis 90 Prozent. Das ist etwas, worauf westliche Regierungen
nur neidisch schielen können.‘

A.3. Osama bin Laden - Das Terrorphantom der USA

Hörstel wirft dem amerikanischen Geheimdienst CIA vor, den internationalen
Terrorismus aufgebaut, finanziert und gesteuertzu haben. Damitliegter goldrichtig.
Osama bin Laden gehörte zu den von den USA unterstützten Terroristen, die 1979
für die USA gegen die Sowjetunion kämpfen sollten. Im Dezember 1979 wurde er
von seinem Chef, dem Prinzen Turki Faysal Al Saud (von 1979 bis 2001 Direktor des
saudischen Geheimdienstes) überredet, die finanzielle Leitung der geheimen Geschäfte
der CIA in Afghanistan zu übernehmen. Im Laufe von zehn Jahren investierte die
CIA zwei Milliarden Dollar in Afghanistan, um der UDSSR zu schaden, und führte
dabei die kostspieligsten Operationen ihrer Geschichte durch. Die saudischen und
amerikanischen Stellen rekrutierten Islamisten, bildeten sie aus, bewaffneten sie
und trieben sie in einen Dschihad (Heiligen Krieg) , um stellvertretend für die USA
die Sowjets zu bekämpfen und zu besiegen. Die CIA verlieh ihrem neuen Agenten
den Decknamen „Tim Osman“. Der pakistanische Geheimdienst „Inter Services
Intelligence“ (ISI) spielte eine Schlüsselrolle bei der Grundausbildung von bin
Ladens Dschihad-Kämpfern und kümmerte sich auch um ihre Waffenlieferungen

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nach Afghanistan. Bin Laden warb in 40 islamischen Staaten Kämpfer an, diese
wurden zur Ausbildung nach Pakistan gebracht und danach in den Kampf gegen die
Sowjets nach Afghanistan geschickt. Hörstel bereiste Pakistan regelmäßig und kennt
das Land wie seine Westentasche. Ihn verbindet sogar eine enge Freundschaft mit
dem ehemaligen ISI-Chef Hamid Gul. Wer sollte die Geschichte rund um Osama bin
Laden besser kennen als Hörstel?

Trotz des Endes des Kalten Kriegs wurde das nachrichtendienstlich-militärische
Netzwerk des ISI nicht abgebaut. Die CIA hielt weiterhin an ihrer Unterstützung
des islamischen Dschihads - aus Pakistan heraus - fest. Vor dem 11. September 2001
war Bin Laden schon zehn Jahre lang der meistgesuchte Terrorist der Welt gewesen,
nach Bombenanschlägen auf amerikanische Botschaften in Afrika. Am 31. Oktober
2001 enthüllte die französische Tageszeitung „Le Figaro“, dass noch kurz vor dem
11. September 2001 festes Einvernehmen zwischen Osama bin Laden und der CIA
geherrscht hatte. Vom 4. bis 14. Juli 2001 hatte er sich in Dubai, der Hauptstadt
der Vereinigten Arabischen Emirate, ausgerechnet im amerikanischen Krankenhaus
einquartiert, um sich der Behandlung seines bekannten Nierenleidens zu unterziehen.
Während seines Aufenthalts in der US-Klinik sei er von zwei CIA-Agenten besucht
worden.

Tags darauf gab der französische Rundfunksender Radio France International die
Identität eines CIA-Agenten preis, der bin Laden besucht hatte. Es handelte sich um
Larry Mitchell, einen Spezialisten fiir die arabische Halbinsel. Am 14. Juli 2001 verließ
bin Laden, auf dessen Kopf fiinf Millionen Dollar ausgesetzt waren, ungehindert
das amerikanische Hospital und flog mit seinem Privatjet zuriick nach Afghanistan.
Hatte er bei der Visite der CIA-Agenten Instruktionen bekommen?

Was wenige Monate später geschah, weiß die ganze Welt. Hörstel sagt im Jahr
2008 in der Radio-Show SWR-Leute: Es ist erwiesen, dass die offizielle Version des US-
Kongresses falsch ist. Als der Moderator nachhakt, ob er glaube, hohe amerikanische
Regierungs- und Geheimdienstkreise seien in die Sache verwickelt, antwortet Horstel:
Ich muss davon ausgehen, ja.'”

Die Fakten stehen auf der Seite der als ,, Verschwérungstheoretiker” verunglimpften
Zweifler: Da das Thema von den alternativen Medien ausreichend behandelt wurde,
hier nur die wichtigste „Smoking Gun“ im Fall 9/11: Das Bürogebäude World Trade
Center 7, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, stürzte als drittes Gebäude in
Manhattanam 11. Septemberinsichzusammen. Der Einsturzwiesalle Kennzeichen einer
klassischen Sprengung auf, wurde jedoch von der Presse als Folge eines siebenstiindigen
Brandes verkauft. In George W. Bushs Kongressbericht iiber die Ereignisse des 11.
Septembers wurde Gebäude 7 nicht einmal erwähnt. Offensichtlicher kann man kaum
etwas vertuschen. 9/11 war für die USA die Erzeugung einer Kriegschance, um sich
bei den seit langer Zeit geplanten Angriffen auf Afghanistan und Irak als Verteidiger,
nicht als Angreifer, darzustellen. Daran besteht kein Zweifel. Auch die darauffolgende
Jagd nach dem unsichtbaren bin Laden erscheint obskur: Die Videos, auf denen der
Terrortiirst seine Urheberschaft der Attentate gesteht, erweisen sich als Fälschung,
ebenso die Fotos seiner Leiche aus dem Jahr 2011. Uber die wahre Todesursache oder

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (092)
den eventuellen momentanen Aufenthaltsort ist sich auch Christoph Hörstel unsicher.
Er vermutet, der Terrorchef sei irgendwann in dem Zeitraum zwischen 2002 und 2011
gestorben, doch garantiert nicht bei dem Einsatz der Navy-Seals in Pakistan.

In seinem Buch „Brandherd Pakistan“ bringt Hörstel die Strategie der USA
auf den Punkt: Zur Legitimierung ihrer militärisch durchgesetzten strategischen
Hegemonialinteressen in Asien lassen die USA heimlich über pakistanische Geheimdienste
ihre Gegner hochpäppeln, die sie gleichzeitig durch gewaltsame Eingriffe zu steuern
versuchen. Dieses Doppelspiel sichert den ständigen Zuwachs an eigenen und verbündeten
Truppen in der Region, die dann dazu benutzt werden, weitergehende geschäftliche Ziele zu
erreichen.“ Wie immer spricht Hörstel nur von den USA, wenn es um hegemoniale
Interessen geht.

A.4. Schamil Bassajew - Das Terrorphantom Russlands

Wie sieht es eigentlich mit den hegemonialen Interessen Russlands aus?
SchließlichgehörtederGroßmachtgedankejahrhundertelangzum Selbstverständnis
der russischen Nation. Im 19. Jahrhundert konnte seine Landmasse fast mit dem
britischen Imperium mithalten, zumal Russlands Territorium nicht zerstückelt,
sondern zusammenhängend war. Die Sowjetunion wird von heutigen Historikern
komischerweise nicht als Imperium wahrgenommen, weil sie sich unter der Ideologie
des Kommunismus tarnte. Mit einem Sechstel der weltweiten Landmasse hatte Russland
in der Zeit der Sowjetunion seine weiteste Ausdehnung. Für Moskaus machthungrige
Nomenklatura stand der Untergang des Sowjetimperiums nur auf dem Papier. Der
Zusammenhalt der alten Sowjetunion sollte heimlich weiterbestehen. Deshalb versuchte
man nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, die Unabhängigkeitsbestrebungen der
ehemaligen Sowjetrepubliken so effektiv wie möglich zu bekämpfen. Eines der sich
neu entwickelnden Länder war Tschetschenien, das die Herrschaft der Russen nie
akzeptiert hatte und dessen Bevölkerung nun endlich einen unabhängigen Staat
forderte.

Der Kaukasus, das Gebiet zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer, in dem
Tschetschenien liegt, wurde 1859 von Zar Nikolaus I. erobert. Die kurze, in den Wirren
der russischen Revolution erhaltene Souveränität hielt nur vier Jahrebis 1921. Im Zweiten
Weltkrieg ordnete Joseph Stalin wegen angeblicher Kollaboration mit Deutschland
die Deportation von rund einer halben Million Tschetschenen nach Kasachstan an.
1944 wurden 408.000 Tschetschenen und 92.000 Inguschen mit Viehwaggons nach
Kasachstan und Mittelasien deportiert. Bei der Deportation starben (nach offiziellen
Angaben) etwa 13.000 Menschen. Davor wurde jedoch bereits ,aussortiert”, wobei
eine unbekannte Anzahl von Menschen bei lebendigem Leib in Ställen verbrannt,
Kinder und Alte ertränkt oder reihenweise hingerichtet wurden. Um das entvölkerte
Gebiet wieder zu beleben, wurden 1945 etwa 200.000 Russen und Ukrainer in
Tschetschenien angesiedelt. Nikita Chruschtschow erlaubte den Tschetschenen 1957,
in ihre Heimat zurückzukehren. Es ist davon auszugehen, dass ungefähr ein Viertel von
ihnen während der Deportation verstarb.'*! Die zurückgekommenen Tschetschenen

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mussten feststellen, dass in ihren alten Wohnstätten mittlerweile Russen und Ukrainer
hausten. So entstanden automatisch ethnische Spannungen, die Stalin und sein
Nachfolger Chruschtschow brauchten, um die Völker des Imperiums gegeneinander
aufzuhetzen. (siehe S.218) Diese Strategie nennt sich „Divide et impera“ (Teile und
Herrsche) und geht auf den italienischen Philosophen Niccolo Machiavelli zurück,
der in seinem 1952 erschienen Buch „Der Fürst“ der Medici-Familie erklärte, wie sie
ihre Herrschaft ausüben sollte: Man müsse ein Volk in Gruppierungen einteilen und
Konflikte zwischen diesen Gruppierungen erzeugen, damit sie leichter zu beherrschen
seien,

Im Jahr 1993 war die Deportation noch in den Köpfen jedes Tschetschenen
präsent. Die ältere Generation hatte ihre Eltern, die jüngere ihre Großeltern bei der
Deportation verloren. Jetzt war die Chance gekommen, um sich endlich von der
russischen Großmacht zu befreien, die die Tschetschenen seit über einem Jahrhundert
malträtierte. Genau wie in Afghanistan hat der Islam in Tschetschenien eine lange
Tradition: Das bedeutete allerdings nicht, dass die Mehrheit der tschetschenischen
Bevölkerung ihn für einen neuen, unabhängigen tschetschenischen Staat forderte.
Auch in einem säkularen Staat hätte man den Islam praktizieren können. Oberste
Priorität hatte vor allem die Trennung von der russischen Vorherrschaft. Die russische
Führung konnte die Forderungen der Tschetschenen aber nicht akzeptieren und
da man sich nicht als Kolonialmacht darstellen wollte, nutzte man, genau wie die
Amerikaner in Afghanistan, den radikalen Islam als Türöffner für Tschetschenien.
Russland führte zwei brutale Kriege gegen die selbstbestimmte tschetschenische
Republik und riss die Region wieder an sich.

Der Tschetschene Schamil Bassajew ist der russische Osama bin Laden, ein
unsichtbares Terrorphantom, das die russische Armee trotz aller Bemühungen nicht zu
fassen kriegt. Dabei ist der Kaukasus weitaus übersichtlicher als das riesige Afghanistan.
Wie bei Bin Laden, sticht auch bei Bassajew seine langjährige Beschäftigung im
Dienste des Staates ins Auge, den er später bekämpfen sollte: 1982 leistete Bassajew
seinen Grundwehrdienst in der russischen Luftwaffe. Während des August-Putsches im
August 1991 (siehe S.79) gehörte er, bewaffnet mit mehreren Handgranaten, zu den
Verteidigern des Weißen Hauses, in dem sich Boris Jelzin verschanzt hatte. Das war
logisch, denn die Putschisten, gegen die Jelzin kämpfte, forderten eine Wiederherstellung
der Sowjetunion und standen einem unabhängigen Tschetschenien im Weg. Mit Jelzin
war die Chance auf eine unabhängige Republik um ein Vielfaches größer als mit den
radikalen Kommunisten, die im August gegen Gorbatschow putschten. Nachdem
Jelzin die Putschisten besiegt hatte, enttäuschte er die tschetschenischen Nationalisten
allerdings, da er die Unabhängigkeit Tschetscheniens nicht anerkannte. Daraufhin trat
Bassajew in den kriegerischen Widerstand gegen Jelzin - so die offizielle Geschichte.

Doch genau wie im Falle von Osama bin Laden macht die offizielle Geschichte
wenig Sinn, denn Bassajew begann seine militante Laufbahn 1992 als kaukasischer
Freiwilliger auf Seiten der von Moskau unterstützten abchasischen Freischärler
im Kampf gegen Georgien.!'%® Bassajew wurde für diese Mission zweifellos
vom russischen Militärgeheimdienst GRU, genau wie sein Bruder Schirwani,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (094)
ausgebildet und unterstützt. Interessanterweise bekam Bassajew seine
Ausbildung für diese Mission von islamistischen Extremisten in Pakistan.
Hörstel bezeichnet diese Ausbildungsstätten als ein Produkt der CIA und des
pakistanischen Geheimdiensts ISI. Dass Osama bin Laden 1979 im sowjetisch-
afghanischen Krieg von der CIA als Kämpfer gegen die sowjetischen Invasoren
rekrutiert wurde, ist gemeinhin bekannt. Als Mittler für die Finanzmittel der 40.000
Widerstandskämpfer, die sich als Mudschaheddin (Krieger Gottes) bezeichneten und
in Afghanistan gegen die Sowjets kämpften, wurde der pakistanische Geheimdienst
ISI eingesetzt. Die meisten islamischen Kämpfer hatten selbst keine Ahnung,
dass ihre Waffen und Ausrüstung eigentlich von den USA gesponsert wurden.
Doch das ist nur die Hälfte der Geschichte: Schon während der sowjetischen Besatzung
Afghanistans wurden etwa 50. 000 prosowjetische Afghanen in Tschetschenien und
Tadschikistan ausgebildet, darunter auch heutige Mitglieder der Taliban und der Al
Qaida. So meldete die russische Nachrichtenagentur „Mosnews“, bezugnehmend auf
eine Meldung der „Asia Times“ im Sommer 2005, dass beispielsweise Osama bin Ladens
Stellvertreter Aiman el Sawahiri vom russischen FSB in einem Ausbildungslager
in Dagestan ausgebildet worden war; darüber hinaus bestünden noch weitere
Verbindungen zwischen dem FSB und Al Qaida.'** Zudem hatten die USA, die die
Ausrüstung für ihre afghanischen Kämpfer zur Verfügung stellten, anscheinend wenig
Einfluss darauf, was mit dieser Ausrüstung geschah. Brigadier Mohammad Yousaf vom
pakistanischen ISI äußerte hierzu: Kein amerikanischer oder chinesischer Berater war
jemals in der Ausbildung der Mudschaheddin an Waffen oder Ausrüstung beteiligt [...], das
war eine vorsätzliche sorgsam bedachte Politik, die zu ändern wir uns beharrlich weigerten,
trotz des wachsenden Drucks durch die CIA und später des US-Verteidigungsministeriums,
ihnen die Übernahme zu erlauben.'® Wenn man dieser Aussage trauen kann, hatten die
Amerikaner wenig Einfluss darauf, was in den Ausbildungslagern passierte. Die Sowjets
teilten sich damals noch eine Grenze mit Pakistan und hielten Afghanistan besetzt. Sie
hätten die Möglichkeit gehabt, auf die Mudschaheddin direkten Einfluss zu nehmen.
Trotz des Endes des Kalten Krieges wurde das nachrichtendienstliche Netzwerk des
pakistanischen ISI nicht abgebaut und geriet in den Fokus der Weltöffentlichkeit, als
die u.a. in Pakistan ausgebildete Al Qaida bei den Anschlägen des 11. September neu in
Erscheinung trat. Der frühere KGB-General Oleg Kalugin bemerkte am 23. September
2001 auf „BBC World News“, dass es mehr Al-Qaida-Terroristen gäbe, die vom
KGB trainiert wurden, als von der ClA.'“ Die Titelgeschichte vom „CIA-Agent Bin
Laden“ im Compact-Magazin des Juni 2011 entbehrt nicht jeglicher Grundlage, doch
eine Geschichte vom „FSB-Agent Bin Laden hätte sich anhand der Faktenlage ebenso
konstruieren lassen. Dass kaukasische Terroristen wie Bassajew ihre Ausbildung in den
gleichen Lagern wie die Al-Qaida-Terroristen bekommen hatten, wird von Christoph
- Hörstel nicht erwähnt. Theoretisch könnte Hörstel, um den USA den schwarzen Peter
in die Schuhe zu schieben, es so darstellen, als sei Bassajew ebenfalls ein Agent der CIA,
die den ISI benutzt, um auch nach dem Kalten Krieg den Internationalen Dschihad
zu finanzieren. Das Problem ist jedoch, dass Bassajews Kontakte zu sowjetischen und
russischen Behörden wie zu dem Militärgeheimdienst GRU inzwischen so ausführlich

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beleuchtet wurden, dass die Geschichte eines ,,CIA-Agenten Bassajew™ zu konstruiert
wäre. Nachweislich verfügten die 41 Geiselnehmer im Moskauer Musicaltheater
im Oktober 2002, die von Bassajew gelenkt wurden, über gefälschte Pässe, die
offenbar von russischen Beamten geliefert worden waren, während russische Soldaten
ihnen Waffen und Sprengstoff zur Verfügung gestellt hatten. Und auch nach einer
Geiselnahme in Beslan im September 2004, für die wieder Bassajew verantwortlich
gemacht wurde, hieß es, dass die Terroristen im Vorfeld Unterstützung durch hohe
russische Offiziere bekommen hätten.'* Selbst wenn Bassajew für die CIA gearbeitet
hätte: Die Russen hatten dank ihm endlich einen Vorwand, Tschetschenien anzugreifen,
um dessen Unabhängigkeit zu verhindern. Die einzige äußert naive Erklärung wäre:
Die Russen wussten nicht, dass die tschetschenischen Kämpfer allesamt von der CIA
finanziert wurden, fühlten sich durch eine theokratische Regierung in Tschetschenien
bedroht und griffen deswegen ein.

Hörstel müsste darauf eingehen, dass sich Russland ebenfalls am Aufbau
des internationalen Dschihad beteiligte und Agenten wie Bassajew in Pakistan
ausbilden ließ. Dies geschah nicht mit Geldmitteln der USA, sondern die Gelder und
Waffen für den islamischen Widerstand in Tschetschenien stammten aus Russland.
Die Quellenlage für die Unterstützung der Islamisten durch Russland ist ähnlich
erdrückend wie bei den USA und Osama bin Laden. Eine von zahlreichen Quellen ist
der heutige Ministerpräsident der tschetschenischen Exilregierung Achmed Sakajew, der
auch darüber sprach, dass der russische Geheimdienst im Sommer 1998 systematisch
damit begonnen hatte, radikale Islamisten in Tschetschenien zu unterstützen, um die
Regierung des Präsidenten Maschadow zu destabilisieren.!“®

Sakajew sagte über die Regierung Maschadow, der er angehörte: Wir wollten einen
sakulären, demokratischen muslimischen Staat errichten, der sich am Westen orientiert, eine
Art zweite Türkei. Wir hofften sogar, dass wir irgendwann der NATO beitreten könnten.
[...] Aber plötzlich tauchten aus dem Nichts all diese Wahhabiten auf, die offenbar über
unbegrenzte Mittel verfügten und einen Islam predigten, der uns vollkommen fremd war.
Wie kamen all diese Leute wohl nach Tschetschenien? Über Moskau - sie hatten
nämlich russische Visa.

Berichten Journalisten wie Elsässer und Hörstel vielleicht absichtlich nicht über
solche Aussagen, weil die gemäßigten Muslime wie Sakajew von zwei Übeln das kleinere
wählten und sich der westlichen Welt anschließen wollten?

Sie hatten alle reichlich Kampferfahrung, erinnerte sich Sakajew. Aber sie gehörten
nicht zu ‚den Afghanen‘, den von Amerika ausgebildeten Mudschaheddin, die in
Afghanistan gegen die Sowjets gekämpft hatten. Sie waren zwar Araber, sprachen
aber fließend Russisch. Sie gehörten zum ehemaligen Kader des KGB im Nahen
Osten. Und wir wussten, dass sie ihr Geld nicht aus Saudi-Arabien, sondern aus
Moskau bekamen.‘ |

Das Spiel mit gesteuerten Terroristen aus dem Ausland, ist schließlich keine
exklusive Taktik Washingtons, sondern gehört zum ABC der Machtpolitik aller
Staaten. Khalid Scheich Mohammed, der Mann hinter den Attentaten vom 11.
September, hatte bereits 1997 versucht, nach Tschetschenien zu gelangen, doch an

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der Grenze zu Aserbaidschan wurde ihm die Weiterreise untersagt. Insgesamt vier
der Terroristen - darunter auch Mohammed Atta - die später an den Attentaten
des 11.September beteiligt waren, versuchten auf demselben Weg wie Scheich
Mohammed nach Tschetschenien einzureisen, wurden jedoch ebenso nicht ins das
Land gelassen. Das Land war nach außen hin fast hermetisch abgeriegelt. Sakajew
wies den russischen Whistleblower Alexander Litwinenko darauf hin, dass es für
viele der dortigen Terroristen keine Chance gegeben habe, in das Land zu gelangen,
ohne Kooperation mit dem russischen Geheimdienst FSB: Also erklär mir doch bitte,
wie diese Burschen, die wir festnahmen, es geschafft haben sollen, mit ihren jordanischen
Pässen und ihrem typisch arabischen AufSeren in einer russischen Botschaft ein Visum zu
bekommen, nach Moskau und dann in den Nordkaukasus zu fliegen - wozu man eine
Spezialerlaubnis braucht - , ohne dass der FSB es bemerkt hätte? Das ist völlig unmöglich"
Tschetschenien ist schließlich bis heute kein souveränes Land, sondern immer noch
ein Teil Russlands. Es grenzt weder an Saudi-Arabien, Pakistan oder Afghanistan, den
Hochburgen des internationalen Dschihads. Wenn die tausende von Terroristen nicht
nach Tschetschenien geschmuggelt wurden, ist die wahrscheinlichste Erklärung eine
Mitwirkung des russischen Geheimdienstapparats.

Die westlichen Medien bezeichneten die Aussagen der moderaten Muslime
Sakajew und Maschadow als „Verschwörungstheorien“, um davon abzulenken, dass
die USA den internationalen Dschihad ebenfalls unterstützte. Der Spiegel titelte
am 09.09.2004 Zerroristenjagd in Russland - Stunde der Verschwörungstheoretiker
und wischte die Vorwürfe, Russland halte Extremisten wie Bassajew in Reserve, um
die eigene Unentbehrlichkeit zu demonstrieren, ohne eine logische Begründung
hinweg.'°° Bassajews Geständnisvideos waren jenen Osama bin Ladens zum
Verwechseln ähnlich. Der Westen und der Osten teilten sich ein gemeinsames
Terrorphantom mit zwei unterschiedlichen Namen.

Dass der russische Geheimdienst die tschetschenischen Islamisten bis heute führt,
zeigt sich, wenn Kämpfer des vermeintlichen tschetschenischen Dschihads heute an
der Seite Russlands gegen die Ukraine kämpfen. Euronews schrieb am 10.12.2014:
‚Allahu Akbar - ‚Gott ist groß‘ - skandieren diese tschetschenischen Kämpfer in der
Ostukraine. Sie nennen sich ‚Todeseinheit‘: Rund 300 Männer proben in der Nähe der
Separatistenhochburg Donezk den Ernstfall, also bewaffnete Auseinandersetzungen mit
ukrainischen Regierungstruppen. Die meisten der Freiwilligen sind ehemalige Angehörige
der tschetschenischen Sicherheitskräfte mit Erfahrung aus den Kriegen gegen Russland.”
Wer weiß, was in Tschetschenien passiert ist (siehe S.108), sollte stutzig werden, wenn
300 Tschetschenen plötzlich ihre Liebe für Russland neu entdecken.

Warum kämpfen gleichzeitig tausende Tschetschenen im Irak und in Syrien
für die Terrororganisationen IS/ISIS? Im iranischen Radio am 12.10.2014 spricht
Hörstel davon, dass die USA hinter dem Islamic State stehen und diese Truppe im besten
Terrormanagement-Stil gegründet, aufgerüstet, angeleitet, trainiert [...]“ hat.'”* Elsässer
bezeichnet ISIS auf der Webseite des Compact-Magazins als Produkt der USA." Wenn
die ISIS-Terroristen ein Produkt der USA sind, warum kämpfen dann tschetschenische
Kämpfer sowohl für ISIS als auch für Russland in der Ukraine? Würde es nicht für

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (097)
große Verwirrung sorgen, wenn ehemalige Dschihad-Kämpfer heute an der Seite der
USA in Afghanistan gegen die Taliban kämpfen würden? Genau das passiert aber in der
Ukraine: Die vermeintlichen Erzfeinde der Russen greifen nun mit ihnen die Ukraine
an.” Dabei haben sie weder Chancen auf ein unabhängiges Tschetschenien noch auf
einen islamischen Staat in der Ukraine. Die tschetschenischen Kämpfer sind für ihre
Härte und Brutalität gefürchtet, was nahelegt, dass es sich bei ihnen kaum um
moderate Muslime handeln kann, die die Krim im Namen der Gerechtigkeit von
der korrupten ukrainischen Regierung befreien wollen. Wie die CIA-Terroristen
aus Pakistan, werden auch sie vom russischen Geheimdienst geführt.

Anstatt für ein freies Tschetschenien zu kämpfen, tötete Bassajew 1992 im Auftrag
Russlands tausende Zivilisten in Abchasien, einem Gebiet, das zweifellos nicht den
Tschetschenen, sondern den Georgiern zustand, deren innigster Wunsch es ebenfalls
war, sich von Moskau loszueisen. Nach dem Untergang der Sowjetunion benutzte die
neue Zentralregierung in Moskau die radikalen Separatisten in zahlreichen abtrünnigen
Republiken, um diese wieder unter Kontrolle zu bekommen. Man unterstützte eine
Handvoll radikaler Islamisten, um mit der eigenen schlagkräftigen Armee diese
Gebiete neu zu annektieren. Russland gab in den Republiken, die formal gar nicht
als Republiken Russlands anerkannt waren, russische Pässe aus, ließ dort russische
Banken und Mobilfunkgesellschaften agieren und ernannte russische Militärs und
Geheimdienstler zu ,Regierungsmitgliedern. Schamil Bassajew war eindeutig einer
der von Russland gesteuerten radikalen Separatisten, die mit ihrem äußerst brutalen
Vorgehen das Gegenteil ihrer offiziellen Ziele erreichten: Bassajew säte mit seinen
Anschlägen und Morden an Zivilisten Hass, Zwietracht und Rachegelüste gegen die
vermeintlichen Unabhängigkeitskämpfer. Jelzin hatte mit radikalen Islamisten wie
Bassajew den Vorwand, um sich weiterhin in den Ex-Sowjetrepubliken einzumischen.

A.5. Der erste Tschetschenien-Krieg

Dieses geschah im Ersten Tschetschenien-Krieg im Jahre 1994, in dem Bassajew, der
drei Jahre zuvor noch an Jelzins Seite gegen die Putschisten gekämpft und für die Russen
Georgien destabilisiert hatte, zum neuen extremistischen Feindbild erklärt wurde.
Der damalige Präsident Dschohar Dudajew, der sich dagegen wehrte, Tschetschenien
zu einer Provinz Russlands zu machen und die Beteiligung Tschetscheniens an den
russischen Präsidentschaftswahlen verweigerte, hatte ebenfalls eine bemerkenswerte
Vergangenheit als Oberbefehlshaber der sowjetischen Luftwaffe im Baltikum und als
Kommandeur einer Division nuklear bewaffneter Langstreckenbomber hinter sich.!
Besonders bizarr wirkt, dass der treue kommunistische Krieger Dudajew, der als erster
Tschetschene den Dienstgrad eines Generals der sowjetischen Armee erlangen konnte,

* Die Behauptung, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine würden unabhängig von Moskau agieren, ist
so lächerlich, dass selbst die alternativen Medien sie vermeiden. Igor Girkin, ein russischer FSB-Oberst und einer
der militärischen Führer der separatistischen Volksrepublik Donezk sagte im November 2014, dass der Krieg in
der Ostukraine von ihm und seiner Einheit ausgelöst worden sei. Girkin drang mit seiner Truppe aus Russland in
die Ukraine ein. Er sagte, dass der Krieg in der Ostukraine nicht von den russischsprachigen Donbass-Bewohnern
selbst ausging, sondern dass er den Auslöser zum Krieg [...] gedrückt habe.'>*

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (098)
ab 1991 den Versuch unternahm, Tschetschenien neu zu islamisieren. Anstatt sich
darauf zu konzentrieren, Tschetschenien zu einer unabhängigen Republik zu machen,
appellierte Dudajew zu einer Rückbesinnung auf die alte Religion, die zwischen den
Tschetschenen ein neues Gemeinschaftsgefühl schaffen sollte. Dabei war Dudajew
bis zum Untergang der Sowjetunion ein treuer Apparatschik des religionsfeindlichen
kommunistischen Regimes gewesen.

Obwohl Dudajew sich klar von den radikalen Islamisten distanzierte, führte seine
islamische Politik dazu, dass radikale Glaubenskrieger wie Schamil Bassajew, denen es
nicht um die Freiheit ihres Landes, sondern um die Propagierung des Islam und den
Kampf gegen die „Ungläubigen“ ging, in den Widerstand mit einbezogen wurden.
Damit hatte Russland die Rechtfertigung für die militärische Intervention im Jahre 1994,
denn Fanatiker wie Bassajew waren die Bedrohung, die man brauchte, um die eigene
Aggression zu rechtfertigen. Jelzins brutale Offensive im ersten Tschetschenien-Krieg
mit systematischer Bombardierung der Zivilbevölkerung und darauffolgenden
Plünderungen, willkürlichen Verhaftungen und Hinrichtungen, hinterließ eine
Opferzahl von ca. 100 000 Toten, allein auf tschetschenischer Seite. Das waren
nahezu 10 Prozent der damaligen Bevölkerung. Boris Jelzin hatte noch 1990 mitten
im Machtkampf gegen Gorbatschow den russischen Teilrepubliken vorgeschlagen, sich
so viel Souveränität zu nehmen, wie sie schlucken können. Nach diesen Aussagen träumten
die Tschetschenen von der lang ersehnten Loslösung von Moskau, die in Boris Jelzin,
dem vermeintlich liberalen Befreier Russlands, ihre Verkörperung fand. Vier Jahre
später bombte Boris Jelzin die tschetschenische Hauptstadt Grosny ins Mittelalter
zurück. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, zu welch dreisten Lügen Politiker bereit
sind, wenn es um die Gunst der Wähler geht.

Keine Tränen für Tschetschenien kommentierte Jürgen Elsässer am 11.
Dezember 1995 in der „Jungen Welt“ die ersten Kriegshandlungen, denn
Tschetschenien ist Teil des russischen Staates, so wie Kreuzberg Teil des deutschen
ist.'>° Das Völkerrecht, das die Annexion fremder Staaten verbietet, wird bei Elsässer
nur hervorgekramt, wenn die USA dieses Völkerrecht brechen.

Nach zwei Jahren, die auf russischer Seite 40.000 Soldaten das Leben kostete, verlor
Russland diesen Krieg allerdings. Am 6. August 1996 nahmen die tschetschenischen
Kämpfer die von den Russen in Schutt und Asche gelegte Hauptstadt Grosny wieder
ein. Nach dem Tod Dudajews, durch einen Anschlag der Russen, wurde am 27. Januar
der alte Generalstabschef Maschadow zum Präsidenten gewählt. Der Warlord Schamil
Bassajew kandidierte auch als Kandidat, doch verlor, da er mit seiner Dschihad-
Ideologie nicht die Mehrheit der Tschetschenen repräsentierte, die sich einfach nur
ein von Russland unabhängiges Tschetschenien wünschten. Die Tschetschenen wollten
nicht, dass der Wahhabit Bassajew das Land unter das Joch einer Theokratie brachte.
Der gemäßigte Maschadow schloss am 12. Mai 1997 einen Friedensvertrag mit Moskau
ab, in dem Russland „für immer“ die Gewaltanwendung ablehnte.

Zu Verträgen zwischen Staaten, die im Verlauf dieses Buches noch öfter thematisiert
werden, sei Folgendes gesagt: Der Bürger wird von seinem Staat gezwungen, ihm
Steuern zu zahlen und sich von ihm beschützen zu lassen. Da dies nicht auf einem

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (099)
freiwilligen Vertrag basiert, ist dieses Monopol auf Besteuerung und Schutz nicht
rechtmäßig. Da kein freiwilliger Vertrag zwischen einem Staat und seinen Bürgern
existiert, hat ein Staat keinerlei Existenzrecht. Aus diesem Grund sind auch Verträge
zwischen den Staaten null und nichtig, da die Staaten ihre Bürger nicht auf der Grundlage
eines freiwilligen Vertrags repräsentieren. Dass Staaten diese Verträge brechen werden,
ist abzusehen, da sie bisher schon das Recht ihrer Bürger brechen und keine persönliche
Verantwortung für die Einhaltung des Vertrags besteht. Man verteidigt das Recht nicht,
wenn man sich auf Verträge zwischen Staaten beruft, man verteidigt die Sklaverei! Hoppe
(siehe S.29 ff.) beschreibt es so: Während es einfach ist, sich den vertraglichen Ursprung
eines Systems konkurrierender Sicherheitsanbieter vorzustellen, ist es unvorstellbar, wie
Privateigentümer einem Vertrag beitreten könnten, der einen anderen Agenten dazu
berechtigt, jede Person innerhalb eines gegebenen Territoriums zu zwingen, zwecks
Schutz und rechtlicher Entscheidungsfindung ausschließlich zu ihm zu kommen
und jeden anderen Agenten vom Anbieten von Schutzdienstleistungen abzuhalten.
Solch ein Monopolvertrag würde bedeuten, dass ein jeder Privateigentümer sein Recht
auf letztinstanzliche Entscheidungsfindung und Schutz seiner Person und seines Eigentums
dauerhaft jemand anderem übergibt. Indem er dieses Recht jemand anderem überträgt,
begibt sich eine Person im Endeffekt in dauerhafte Sklaverei. Doch entsprechend der liberalen
Doktrin ist jeder derartige Unterwerfungsvertrag von Beginn an unzulässig (und damit null
und nichtig), weil er der praxeologischen Grundlage aller Verträge widerspricht, d.h. dem
Privateigentum und dem Eigentum einer Person an ihrem Körper. Keiner kann rechtmäßig
zustimmen, seine Person und sein Eigentum auf Dauer schutzlos den Handlungen eines
anderen auszuliefern. Gleichfalls unvorstellbar ist die Idee, dass er seinen monopolistischen
Beschützer mit dem dauerhaften Recht der Besteuerung ausstatten würde. Niemand kann
oder wird einem Vertrag zustimmen, der dem Beschützer erlaubt, einseitig, ohne
Zustimmung des Beschützten, die Geldsumme zu bestimmen, die der Beschützte
für seinen Schutz zu zahlen hat.”

Zurück nach Tschetschenien: Der Präsident Maschadow machte den Fehler, den
radikalen Akteuren der Unabhängigkeitsbewegung, die heimlich von Moskau unterstützt
wurden, wieder Mitspracherecht im neuen Tschetschenien zu gewähren. U.a. machte er
Schamil Bassajew zum stellvertretenden tschetschenischen Ministerpräsidenten für den
Wiederaufbau, befristete diese Position allerdings auf 6 Monate. Die Wahhabiten hatten
als Anhänger einer extrem intoleranten und fanatischen Strömung innerhalb des Islam
im ersten Tschetschenien-Krieg sehr viel Zulauf bekommen, da die russischen Soldaten
so brutal gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung vorgegangen waren, dass man
die brutalen Warlords allmählich als das kleinere Übel empfand. Die Verhandlungen
über den territorialen Status Tschetscheniens wurden im Jahr 1997 weiter fortgesetzt.
Ein unabhängiges Tschetschenien lag jedoch nicht im Interesse Russlands und
ein unabhängiges Tschetschenien, das keine islamische Theokratie darstellte,
nicht im Interesse der wahhabitischen Warlords. Die Verhandlungen über ein
unabhängiges Tschetschenien waren deshalb von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Zwar machte Jelzin der tschetschenischen Regierung von Maschadow Eingeständnisse
wie den Abzug der letzten zwei russischen Brigaden im Winter 1997, doch eine

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (100)
Unabhängigkeit Tschetscheniens war für die russische Führung niemals vorgesehen.
Natürlich waren es wieder die aus Russland unterstützten radikalen Glaubenskrieger,
die durch terroristische Attentate ihr bestes taten, um die Verhandlungen zum Scheitern
zu bringen. Dieses Scheitern lag offensichtlich im Interesse Moskaus.

A.6. Der zweite Tschetschenien-Krieg und Putins Machtergreifung

Der halbwegs vernünftige Maschadow war nicht die Führungsfigur, gegen die man
einen zweiten Ischetschenien-Krieg rechtfertigen konnte. Als Präsident Maschadow
im März 1999 nur knapp einem Anschlag auf sein Leben entging, behauptete er später,
das Attentat sei das Ergebnis einer Verschwörung gewisser Kräfte in Moskau, genauer
gesagt des Inlandsgeheimdiensts FSB, den damals kein geringerer als Wladimir Putin
leitete. 2005 wurde der gemäßigte Ex-Präsident, der nach seiner Ablösung durch die
russische Marionette Kadyrow weiter für die Unabhängigkeit Tschetscheniens kämpfte,
bei einer Spezialoperation des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB ermordet. Für
die Journalistin Anna Politkowskaja (siehe S.107) stellte Maschadow die einzige
tschetschenische Autorität dar, mit der man hätte verhandeln können.‘

Russland wollte einen Krieg gegen radikale Islamisten führen und nicht gegen
verhandlungsbereite, kooperative Moslems wie Maschadow. Maschadow fühlte sich
dennoch auf Druck der Islamisten genötigt, 1999 die Scharia einzuführen. Der
aggressive Vorstoß des Wahhabiten Bassajew nach Dagestan im August 1999 lieferte
den ersten Vorwand für die zweite Aggression der Russen gegen Tschetschenien.
Mit etwa 1000 bewaffneten Männern marschierte Bassajew in Dagestan ein,
um wie er meinte, einem Hilferuf lokaler Islamisten nachzukommen, die nach
den Regeln der Scharia zu leben wünschten. Die aufgebrachte Bevölkerung nahm
Bassajew jedoch nicht als Befreier wahr.'”” Als Drahtzieher hinter dem Angriff vermuten
manche Quellen den russischen Oligarchen Boris Beresowski, der Schamil Bassajew
1997 persönlich zwei Millionen Dollar Finanzhilfe im Namen der russischen Regierung
überreicht hatte. Ein Koffer voller Bargeld für den damals kurzzeitig in die Politik
gewechselten Warlord, angeblich für den Wiederaufbau seines Landes.'® Beresowski
hielt enge Beziehungen zu den tschetschenischen Führern des radikalen Flügels. Eine
Abschrift eines Gesprächs Beresowskis mit dem Warlord Udugow bewies, dass er schon
im Mai 1999 mit den Wahhabiten über ihre Invasion in Dagestan geprochen hatte.’
Udugow erzählte Beresowski, er wolle Bassajews Wahhabitenmiliz dazu aufstacheln, in
Dagestan für Unruhe zu sorgen und Russland zu einem örtlich begrenzten Militärschlag
zu provozieren. Dieser sollte zum Sturz von Maschadow führen, der vorhatte, den Staat
in den Westen zu integrieren. Danach sei die Bahn frei für eine Regierungskoalition
unter Bassajew und Udugow, die gerne bereit sei, bei der Unabhängigkeitsfrage einen
Schritt auf Moskau zuzugehen, und ausschließlich religiöse Autonomie verlange.'®?
Für Russland war es egal, unter welcher Religion sich der neue autoritäre, vom Kreml
kontrollierte Staat tarnen würde. Beresowski meinte später, er habe nicht viel von diesem
Plan gehalten. Doch trauen kann man einer solchen Aussage kaum. Er leitete Udugows
Aussagen an die Machthaber in im Kreml weiter, die sicher nichts gegen die Pläne des

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (101)
Islamisten einzuwenden hatten. Der Premierminister Stepaschin hörte sich Beresowskis
Bericht über Udugows Pläne genau an. Im Frühjahr 2000 enthüllte Stepaschin, dass
der Kreml die Planungen für den Einmarsch in Tschetschenien bereits im März 1999
begonnen hatte.'® Bassajew handelte im Sinne der russischen Regierung, denn die
entsandte im August 1999 zwar eilig Truppen nach Dagestan, um die aufständischen
Dörfer in Schutt und Asche zu bombardieren, ließ die tschetschenischen Extremisten
jedoch ungehindert ihren Rückzug ins Heimatland antreten.'©* Schließlich brauchte
man sie noch als Vorwand, um Tschetschenien anzugreifen.

Wladimir Putin wurde am 25. Juli 1998 zum Direktor des Geheimdiensts
FSB ernannt, am 29. März 1999 wurde er zum Generalsekretär des russischen
Nationalen Sicherheitsrats gemacht, womit er der Hauptverantwortliche für die
Tschetschenienpolitik des Landes war. Gleichzeitig blieb Putin als FSB-Direktor im
Amt, was ihm eine außerordentliche Machtfülle sicherte. Am 15. April 1999 postierte
Russland Tausende zusätzliche Polizisten und Streitkräfte an der tschetschenischen
Grenze.

Kurz vor dem Beginn des Krieges setzte Jelzin den alten Premierminister Stepaschin
ab und übergab das Amt an Putin. Putin war der ideale Mann, um den Krieg für den
kraftlosen und schwerkranken Jelzin zu führen. Er war nicht aus Zufall an die Macht
gekommen, wie so manche seiner Befürworter in den alternativen Medien behaupten,
sondern wurde von Jelzin ausgewählt, um die finsteren Veruntreuungsgeschäfte
des ehemaligen Kreml-Chefs zu verheimlichen und ihm Straffreiheit zu gewähren.
Die Mainstream-Version von Putins Aufstieg ist auch ohne das Wissen über eine
Langzeitstrategie skandalös genug: Die „Semja“ auf Deutsch: „Familie“, wie die Russen
Jelzins Angehörige und Freunde nannten, bereicherte sich derart, dass Kritiker von einem
der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts sprachen. Zwielichtige Geschäftsmänner
wie Boris Beresowski, die enge Kontakte zu Jelzins Tochter Tatjana pflegten, kamen
zu Milliardenvermögen. Russlands Reichtümer wurden zu Spottpreisen an Günstlinge
des Präsidenten versteigert, die sich die Kaufsumme sogar teilweise beim Staat leihen
durften. Im Gegenzug füllten die Oligarchen Jelzins Wahlkampfkassen und auch die
Privatschatullen seiner Familie. Nach der Hyperinflation im Jahr 1998 war der Staat
zahlungsunfähig und die russische Unzufriedenheit hatte einen weiteren Höhepunkt
erreicht. Jelzin wusste, dass ihm die Zügel aus der Hand glitten und die Opposition
das Ruder übernahm. Das von Jelzin gestohlene Vermögen und sogar die Freiheit
des Präsidenten und seiner „Familie“ wären bei einem Wahlsieg der Opposition in
Gefahr gewesen. Deshalb ging Jelzin 1998 einen Deal mit dem noch stark sowjetisch
orientierten Sicherheitsapparat - insbesondere dem Geheimdienst FSB (Nachfolger
des KGB) - ein, um von ihm eine Sicherheitsgarantie zu bekommen. Jelzin wollte
sein Vermögen sichern und dabei sich selbst und seine Vertrauten vor der russischen
Justiz schützen. Im Gegenzug garantierte er der noch in den Kategorien der Sowjet-
Vergangenheit denkenden Nomenklatura in den Geheimdiensten die heimliche Macht
im Staat, sodass sie im Laufe von Putins Präsidentschaft auf Schlüsselpositionen in
Politik und Wirtschaft gesetzt werden sollte. Daraufhin wurde 1999 von ehemaligen
KGB-Kadern die Partei „Einiges Russland“ aus dem Boden gestampft. Wie Jelzins

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (102)
alte Partei „Unser Haus Russland“, die sich nach fatalen Ergebnissen bei den
Parlamentswahlen 1999 (1,1%) auflöste, war auch „Einiges Russland“ eine von oben
gegründete Partei der Macht. Zahlreiche Mitglieder von Jelzins Partei wechselten später
zu Putins „Einiges Russland“. Hatte Beresowski zuvor noch „Unser Haus Russland“
unterstützt, galt seine Aufmerksamkeit ab 1999 voll und ganz Wladimir Putin.
Putin als Verbiindeter Jelzins organisierte 1995 die Petersburger Filiale von Jelzins Partei
„Unser Haus“ und organisierte die Wahlkampfkampagne der Partei bei den Wahlen
zur Duma.'° 2003 vergrößerte Putin den FSB um das Vierfache, indem er die 210 000
Mann starken Grenztruppen und die FAPSI - eine Behörde, die mit der amerikanischen
NSA vergleichbar ist - in den Geheimdienst integrierte. 2004 unterschrieb Putin
einen Erlass, der dem FSB wieder ähnliche Vollmachten verlieh wie einst dem KGB.
(siehe S.134)

Putin bewies Jelzin seine Treue, als er 1999 Generalstaatsanwalt Juri Skuratow
in sein Büro zitierte, der gegen die „Familie“ Jelzins ermittelte. Putin, damals
noch Geheimdienstchef, spielte ihm eine Video-Kassette vor, die Skuratow mit
zwei nackten jungen Damen in eindeutigen Posen zeigte, die man sich als höchster
Jurist des Landes kaum erlauben konnte. Skuratow erwies sich jedoch als bockig
und wollte nicht klein beigeben, weshalb der Streifen wenig später tatsächlich
auf dem Staatssender RTR gezeigt wurde. Skuratow blieb jedoch im Amt, da die
russische Verfassung verlangte, dass über seine Rücktrittserklärung abgestimmt wurde.
Das Oberhaus des russischen Parlaments verpasste Jelzin eine vernichtende Niederlage,
indem es sich für Skuratow entschied. Skuratow blieb und zerstörte in den folgenden
Monaten den letzten Rest an Glaubwürdigkeit, der Jelzin geblieben war. Jelzin
erklärte am Silvestertag 1999 mit Krokodilstränen in den Augen seinen Rücktritt
und machte Putin zu seinem Nachfolger, was ihm einen entscheidenden Vorteil
im Wahlkampf brachte. Putin hatte nun schon vor den Wahlen im März 2000
die Staatsmaschine unter Kontrolle, mit der er die Medien beeinflussen und die
Wahlen manipulieren konnte.

Zum Dank für die Übergabe der Macht garantierte Putin, noch am 31. Dezember
1999, mit seiner ersten Amtshandlung dem Jelzin-Clan per Ukas völlige Straffreiheit.
Putin war der Garant dafür, dass Jelzin nicht für seine Korruptionsvergehen zur
Rechenschaft gezogen wurde. Die Legenden, Putin wäre durch einen Zufall an die
Macht gelangt oder hätte mit seiner Partei den korrupten Jelzin verjagt, entpuppen
sich als heiße Luft. So sagte Jürgen Elsässer 2012, Putin habe den Ausverkauf Russlands
an westliche Konzerne, der unter Jelzin betrieben worden ist, gestoppt'®, was jeglicher
Grundlage entbehrt. Die bekannte Youtuberin Jasinna erklärte sich die Straffreiheit,
die Putin Jelzin gewährte, so: [Putins] erste Amtshandlung war es, diesem Jelzin einen
Quasi-Persilschein ausstellen zu lassen, damit man ihn nicht mehr für die vielen Toten zur
Verantwortung ziehen kann. Und warum Putin das gemacht hat, kann ich nicht sagen,
vielleicht aus falsch verstandener Loyalität, keine Ahnung, er soll da ja so drauf sein.'®
Nicht nur dass Putin Jelzin aus der Schussbahn nahm, vieles spricht dafür, dass Jelzins
„Familie“ bis heute kompromittierendes Material über den Präsidenten in den Händen
hält - als Faustpfand für dessen Treue. Generalstaatsanwalt Skuratow erinnerte sich,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (103)
dass Putin ihm, als er ihn mit den Pornoaufzeichnungen konfrontierte, sagte, auch
gegen ihn selbst gebe es solches ,Kompromat®.'® Wie der britische Independent im
Februar 2015 schrieb, sagte die Frau des KGB-Agenten Alexander Litwinenko,.
er habe kurz vor seinem Ableben einen Artikel geschrieben, der die Frage
stellte, warum Putin einem kleinen Jungen im Kreml sein T-Shirt hochzog
und dessen Bauchnabel küsste. Der Titel des Artikels war „Der Pädophile
im Kreml“.'”° War dies möglicherweise der wahre Grund für den Mord an
Litwinenko? Immerhin erwischte es seinen Finanzier Boris Beresowski erst sieben Jahre
später.

Eigentlich hatte Putin den Wunsch gehegt, die Spitze des Gazprom-Konzerns zu
übernehmen, was zeigt, dass Putin selbst gerne einer der von den alternativen Medien
verachteten Oligarchen geworden wäre. Doch vielleicht ließ das kompromittierende
Material dem uncharmanten, bleichen Apparatschik keine andere Wahl, als das
Präsidentenamt anzutreten. Der Mythos, Putin habe mit den Oligarchen aufgeräumt,
ist unter seinen Befürwortern weit verbreitet und wird in den frenetischen Lobeshymnen
auf den Präsidenten immer wieder hervorgeholt, um Putins Geradlinigkeit zu
untermauern. Um die populäre Youtuberin Jasinna stellvertretend für den Grundtenor
der alternativen Medien zu zitieren: 77a, so hatten sich das die Oligarchen, die Putin ja
ins Amt gepusht hatten, natürlich nicht vorgestellt. Da kommt also dieser unscheinbare
Putin, der ja nur ausgewählt wurde, um im Sinne der Oligarchen Gesetze abzunicken, und
sagt: ‚Ist ja nett, dass ihr mich unterstützt habt, ich wollte ja eigentlich gar kein Präsident
werden, aber, jetzt wo ich es schon mal bin, läuft alles ganz anders.“

Dabei hat sich Putin bis heute nur mit drei Oligarchen angelegt: Boris
Beresowski, Michail Chodorkowski und Wladimir Gussinski, alle drei nicht
weniger korrupt als der Rest, dafür vehemente Kritiker Putins. Die Geschäfte der
restlichen Oligarchen laufen weiterhin prichtig. Deren Namen werden in den westlichen
Medien auch keine Rolle spielen, solange sie nicht von Putin verfolgt werden oder
einen westlichen Fußballverein kaufen. Die Zahl der Oligarchen ist unter Putin sogar
gestiegen, da sich die alten Oligarchen in den Hintergrund zuriickzogen, wobei Putin
ihnen versprach, ihre Geschäfte nicht zu stören. Daneben entstand eine neue Oligarchen-
Kaste, die sich aus alten KGB-Vertrauten des Präsidenten zusammensetzt. !”* Nach einer
Studie aus dem Jahr 2005, als Putin schon alle ihm missliebigen Oligarchen entmachtet
hatte, war Russland das Land mit der größten sozialen Ungerechtigkeit in der Welt.
110 Oligarchen besaßen 35 Prozent des Haushaltsvermögens. Die Milliardärsdichte
in Russland war 15-mal höher als im weltweiten Durchschnitt. Heute hat sich daran
kaum etwas geändert.'”” Auch Jasinnas Argumentation, Putin sei von den Oligarchen
falsch eingeschätzt worden, ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Die Politik
hatte immer die Oberhand über die Oligarchen und bestimmte die Oligarchen, die die
Pressekampagne für den von ihr favorisierten neuen Präsidenten organisieren sollten.
Jelzin entschied sich damals für Beresowski und Gussinski (siehe S.137 f.). Putin
entschied sich gegen die beiden und warf sie aus Russland. Die Oligarchen stehen
dem Machtmonopol nur nahe, sie haben es aber nicht. Schließlich kann Putin die

Oligarchen aus Russland werfen, aber sie ihn nicht.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (104)
Das auf Youtube fast über eine halbe Million mal abgerufene Video der
Putinversteherin Jasinna mit dem Titel „Ein näherer Blick auf Wladimir Putin“ verkauft
den Oligarchen Michael Cherney als einen Widersacher Putins, der nur an sich selbst
dachte und mit seinen Firmen noch mehr Geld scheffeln wollte. Cherney lebt in Israel,
doch er war nie, wie Beresowski oder Gussinski, ein politischer Exilant. Schon in den
frühen Neunzigerjahren wanderte Cherney nach Israel aus. Von dort kontrollierte
er zeitweise 80 Prozent der russischen Aluminium-Industrie. Die internationalen
Verfahren gegen ihn wegen Erpressung, Geldwäsche etc. wurden eingestellt,
weil die russischen Behörden sie blockten und behinderten. Cherney brachte
Oleg Deripaska in Stellung und übertrug ihm die Verwaltung seiner Gesellschaften.
Heute gehört Deripaska mit seinem Aluminium-Imperium zu den reichsten Männern
Russlands, der unter Putins Schutz seinen korporatistischen Geschäften nachgehen
darf. So u.a. geschehen 2005, als der Labour-Politiker Peter Mandelson zusammen
mit Deripaska den Bankier Nathaniel Rothschild besuchte. Mandelson war damals
der Kommissar für Handel in der EU-Kommission und somit typisch EU mit
sehr weitreichenden Machtkompetenzen in der Außenhandelspolitik ausgestattet. Laut
Nathaniel Rothschilds Aussagen ein Freizeittrip, laut der britischen Daily Mail soll es
bei der Reise allerdings um die Aufhebung von EU-Einfuhrzöllen für Aluminium aus
Russland gegangen sein. Wieder ein klarer Fall von Korporatismus: Die Ausschaltung
der Konkurrenz durch die Politik.

Das Video der Youtuberin Jasinna zeigt einen Fernsehausschnitt, in dem ein
entschlossener Putin 2009 ein Exempel an Deripaska statuiert und ihn zur Unterschrift
einer Vertrags zwingt, der nach Monaten des Stillstands den Fortbestand von
Deripaskas Zementwerk in dem Provinzstädtchen Pikaljowo sowie die Auszahlung der
ausstehenden Löhne garantieren sollte. Dieses Zementwerk ist eines von vielen Relikten
der sowjetischen Planwirtschaft. Die Kleinstadt Pikaljowo gehört zu den rund 500
sogenannten Monostädten in Russland. „Monostadt” bedeutet, dass die Stadt um eine
Fabrik herumgebaut wurde, deren Bau von der Zentralregierung bestimmt wurde. Eigene
Unternehmen zu eröffnen, war in der Sowjetunion nicht erlaubt und deshalb hatte jeder
Bewohner der Monostadt keine andere Wahl, als in der staatlichen Fabrik zu arbeiten.
Viele der Monostädte und Fabriken blieben nach dem vermeintlichen Untergang der
Sowjetunion bestehen, da die Wirtschaft kaum entmonopolisiert wurde und Betriebe
wie das Zementwerk in Pikaljowo in die Hände von Oligarchen wie Deripaska gelegt
wurden. Man verkaufte diese korporatistischen Maßnahmen als Kapitalismus, um
die Erwartungen der Bevölkerung an den Kapitalismus zu dämpfen und sie wieder
in die Arme der Kommunisten zu leiten. (siehe S 141. ff) Das gehörte zu Phase
3 der Langzeitstrategie. Putins Auftritt in Pikaljowo, in dem er den „Kapitalisten“
Deripaska vor laufender Kamera vorführte, war einer der Schritte zur Resowjetisierung
Russlands in Phase 4. Die 5000 Mitarbeiter des Zementwerkes hatten nach Stilllegung
der Fabrik von Deripaska immer wieder demonstriert und ihre Rechte eingefordert. Sie
hatten Bittbriefe geschrieben und den zuständigen Gouverneur bedrängt. Natürlich
haben nur die wenigsten Russen das Spiel ihrer Regierung durchschaut und deshalb
forderten die Mitarbeiter nach der Hilfe des Staates, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.

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Das unterstreicht den in der von mir gewählten Beschreibung dargelegten Ablauf des

Korporatismus. Bei Problemen fordern die Arbeitnehmer irrigerweise eine Regulierung

des Staates anstatt einer Liberalisierung der Wirtschaft (siehe S.56). Putin winkte

Deripaska mit herablassender Geste heran und sagte: Ich sehe Ihre Unterschrift nicht.

Kommen Sie her und unterschreiben Sie"’* Putin wurde in ganz Russland und den

alternativen Medien dafür gefeiert, dass er sich in die Wirtschaft eingemischt hatte

und die Unternehmer zwang, die Produktion in dem anscheinend uneffektiven

Zementwerk fortzusetzen.'”* Dass Putin Fabriken und Industrien wieder unter die

Kontrolle des Staates stellt, passt exakt in die Phase 4 der Langzeitstrategie, in der

Putin die von ihm kontrollierten Industriezweige auch zur militärischen Produktion

einsetzen könnte. Die alternative Presse ignoriert diese Gefahr und beklatscht die

Resowjetisierung der russischen Wirtschaft. So sagt Jasinna, nachdem Putin Deripaska

in dem für die Medien inszenierten Schmierentheater zur Unterschrift des Vertrages

gezwungen hat: Ich kann autoritires Gehabe eigentlich nicht ab, aber es gibt Situationen,

wo es genau das braucht. [...] In diesem Fall sage ich: Korrekt gelaufen, hast du gut gemacht
Putin, Fabriken sind seitdem wieder gedffnet.'” Ein Wiederaufleben des Kommunismus

scheint für Jasinna tatsächlich die bessere Option für das heutige Russland zu sein als

Kapitalismus, denn die gerade noch verhinderte Wiederwahl der kommunistischen

Partei, Mitte der Neunziger, kommentiert sie so: Ja und was wäre denn gewesen, wenn

es wieder eher in ne kommunistische Richtung gegangen wäre. Genau: Man hätte dann auf
Boris Jelzin verzichten müssen, der die ganzen formal staatlichen Fabriken quasi zu nem

Schleuderpreis vertickert hat und mit der Aussicht [Aussicht der USA, Anm. der Autors]

auf günstige Ausbeutung russischer Bodenschätze wäre es dann auch erstmal wieder vorbei
gewesen. ‘>

A.7. Putins Massenmord im zweiten Tschetschenien-Krieg

Putin war der ideale Mann für den zweiten Tschetschenien-Krieg: Skrupellos,
strategisch, eiskalt und gehorsam. Auf Putin war Verlass. Seine 16-jährige Mitarbeit
beim sowjetischen Geheimdienst KGB hatte ihn geprägt und zu einem berechnenden
Kalten Krieger gemacht. Den finalen Grund für den zweiten Tschetschenien-Krieg
lieferte eine Serie von drei Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser in Moskau
und der südrussischen Stadt Woldogonsk vom 9. bis zum 19. September 1999,
die trotz fehlender Beweise den Tschetschenen zugeschrieben wurden. Wie bei
den Anschlägen vom 11. September beschuldigte der FSB sofort die tschetschenischen
Rebellen, ohne die dafür nötigen Beweise gesammelt zu haben. Der russische Osama
bin Laden Bassajew und sein Komplize Chattab hätten die Attentate aus dem
tschetschenischen Gebirge koordiniert, so wie ihr Klon Osama bin Laden zwei Jahre
später aus einer Höhle in der afghanischen Wüste.

Am 23. September vereitelte die Polizei einen offenbar für den frühen Morgen
geplanten Anschlag auf ein Wohnhaus in Rjasan, einer Stadt knapp 200 Kilometer
südlich von Moskau. Ein Anwohner hatte die Polizei gerufen, nachdem er gesehen
hatte, wie zwei Männer und eine Frau aus ihrem Pkw mit verdächtigen Kennzeichen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (106)
weiße Säcke abluden und in den Keller des Nachbarhauses trugen. Zuerst schob
die Regierung den Attentatsversuch ebenfalls auf tschetschenische Terroristen, doch
änderte sie ihre offizielle Einschätzung bezüglich des Vorfalls zwei Tage später, als die
Festnahme der mutmaßlichen Täter in vollem Gange war. Man erklärte, in Rjasan habe
es sich um einen Trainingseinsatz des FSB gehandelt und die Bombe sei nicht echt
gewesen.'’® Der angebliche Sprengstoff in den Säcken war harmloser Zucker, bekräftigte
der FSB-Direktor Nikolaj Patruschew, der Putin ca. 2 Monate zuvor abgelöst hatte.
Die Aussagen von Mietern, Polizisten und Sprengstoffexperten bestätigten jedoch, dass
es sich bei der gelblichen Substanz in den Säcken um Hexogen-Sprengstoff gehandelt
hatte, der auch bei den drei vorherigen Anschlägen zum Einsatz gekommen war.'”” Die
Liste an Widersprüchen, in die sich der FSB noch verhedderte, ist zu lang, um sie hier
abzuarbeiten. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Anschläge Putin als Vorwand
dienten, um Tschetschenien anzugreifen. Bücher wie „Eiszeit im Kreml“ des Ex-FSB-
Agenten und Beresowski-Vertrauten Alexander Litwinenko oder die Berichterstattung
der Moskauer Journalistin Anna Politkowskaja ließen keinen Zweifel an der Beteiligung
des FSB an den Anschlägen. Beide wurden im Jahr 2006 ermordet.

Dass Beresowski (siehe S.100) sich um eine Aufklärung der Attentate bemühte,
hatte nichts mit einer plötzlichen Entdeckung seines Gewissens zu tun. Er hatte sich
im vielmehr im Jahr 2000 mit Putin überworfen und musste Russland verlassen. Er
stilisierte sich später als Gegner des zweiten Tschetschenien-Kriegs, dabei hatte er
sich während des Krieges um Putins Wahlkampf gekümmert. Oder um deutlicher zu
werden: Ohne Beresowskis Unterstützung wäre Putin am 26. März 2000 nicht zum
Präsidenten gewählt worden. Beresowski wusste mit hoher Wahrscheinlichkeit schon
seit spätestens März 1999 über den geplanten Krieg Bescheid. Natürlich schwieg er
auch über die False-Flag-Attacken auf die Wohnhäuser. Doch als sich der FSB nach
dem gescheiterten vierten Anschlag vor ganz Russland blamierte, merkte Beresowski,
dass die Luft für ihn allmählich dünner wurde. Da er selbst an den Attentaten des FSB
nicht direkt beteiligt gewesen war, nutzte er deren Aufklärung nach seiner Flucht, um
Putin an den Pranger zu stellen. Da Verbrecher nicht dumm sind und sich stets mit
kompromittierendem Material gegenseitig erpressen, enthüllte der Kreml nach dem
Zerwürfnis mit Beresowski, wie er die radikalen Terroristen Bassajew und Udugow
unterstützt hatte. In dem Konflikt zwischen Beresowski und Putin gab es keinen
Guten und keinen Bösen. Beide waren/sind bis ins Mark bösartig und korrupt, nur
Beresowski wusste, wann der richtige Zeitpunkt gekommen war, um die Flucht zu
ergreifen. Im Jahr 1999 hatte Putin Beresowski noch als seinen Bruder bezeichnet'’,
doch im „Wettbewerb der Gauner“, wie Hans Hermann Hoppe die Politik bezeichnet,
hat solch eine Aussage nicht viel Gewicht.

Russland hat im September 1999 mit selbstgemachten False-Flag-Anschlägen
Terroristen erschaffen, die nicht davor zurückschreckten, russische Zivilisten weit
entfernt von Tschetschenien zu ermorden. Die Nation ist erschüttert über die laut
russischen Medien von Bassajew eingefädelten Attentate, es wird Vergeltung gefordert.
Obwohl der Islam eine Religion ist, die Gewalt zu ihrer Verbreitung befürwortet
(siehe S.201), stellt man sich die Frage: „Was dient es der Verbreitung des Islam, wenn

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (107)
in Moskauer Wohnhäusern unschuldige Zivilisten sterben und sich kein Islamist
dazu bekennt?“ Putin kündigt an: Wir werden die Terroristen zermahlen, auch wenn
wir sie ins Scheißhaus verfolgen müssen.” Der zweite Tschetschenien-Krieg kann
losgehen. Im Zusammenspiel mit heftigen Bombardierungen, die bereits Anfang
September begonnen haben, marschiert die russische Armee am 1.Oktober erneut in
Tschetschenien ein. 250 000 Zivilisten flüchten vor den massiven Bombardierungen.'®
Wie in Amerika, zwei Jahre später, löst die Angst vor Terror in Russland eine extrem
nationalistische Stimmung aus. Zeigte die russische Gesellschaft im ersten Krieg
noch Mitleid mit den zivilen Opfern, wird nun ein ganzes Volk als „Terroristen“
gebrandmarkt. Fernsehmoderatoren stellen die Frage, ob in Tschetschenien überhaupt
eine Zivilbevölkerung existiere, die vom Militär geschont werden solle.!®!

Niemand vermag die Zahl der Toten zu erfassen, die der Kreml von 1994 bis heute
in Tschetschenien hinterlassen hat. Manche Hilfsorganisationen sprechen davon,
dass jeder fünfte Tschetschene in einem der beiden Kriege den Tod fand, doch
Gewissheit gibt es darüber nicht.!®? Die Öffentlichkeit wurde von dem Ereignis nahezu
ausgeschlossen. Journalisten müssen ihre Pressereisen bei einer russischen Behörde
akkreditieren, die natürlich penibel darauf achtet, kritische Beobachter auszuschließen.
Den Journalisten, die es nach Tschetschenien geschafft haben, weichen die Behörden
nicht von der Seite und sie hindern sie daran, sich vor Ort zu bewegen. Ohne vorherige
Genehmigung sind keine Interviews, weder mit Tschetschenen noch mit russischen
Soldaten, möglich. Die Journalistin Anna Politkowskaja gehörte zu den wenigen
Kriegsberichterstattern, die es auch ohne russisches Geleit nach Tschetschenien schaffte
und dort unzensiert berichtete. Dafür musste sie im Jahr 2006 mit ihrem Leben
bezahlen, als sie im Treppenhaus ihres Wohnhauses erschossen wurde.” Als letzte
unabhängige Zeugen auf tschetschenischem Boden bleiben die Mitarbeiter
weniger ausländischer Hilfsorganisationen, die nur für die Einreise einen Berg von
bürokratischen Hindernissen überwinden müssen, die an das alte Sowjetsystem
erinnern. Logischer-weise nehmen sich die humanitären Helfer aufgrund der prekären
Sicherheitslage russischen Schutz, da sie erst durch Russland in das Land gelangen.
Trotz des Schutz-Angebots der Russen kam es in Tschetschenien seit 1994 zu
Ermordungen und Entführungen von Mitarbeitern der Hilfsorganisationen. Deshalb
halten sich kaum noch ausländische Helfer in Tschetschenien auf. Aufgrund des
Unparteilichkeitsprinzips der Hilfsorganisationen erstatten sie sowieso kaum Bericht.
So kann man der russischen Volkszählung aus dem Jahr 2002 kaum trauen, die auf

* Putin verwendete damals die gleiche Argumentation, die die alternativen Medien heute beim Tod von Boris
Nemzow verwenden. Nachdem er drei Tage mit seinem Beileid auf sich warten ließ, verkündete er, Politkowskaja
sei von seinen politischen Gegnern ermordet worden, um die Schuld auf ihn zu schieben. Die alternative Presse
verkündete nach dem Mord an seinem politischen Gegner Nemzow, Putin habe das geringste Motiv, ihn zu er-
morden, da solch ein politischer Auftragsmord Wasser auf die Mühlen seiner politischen Gegner wäre. Nach dieser
Argumentation kann der Mann, der am ehesten im Verdacht steht, jemand ermordet zu haben, nicht der Mörder
sein, weil er ja weiß, dass er des Mords beschuldigt werden wird. Christoph Hörstel sagte z.B.: Es ist geradezu
wahnsinnig, der Opposition einen solchen Trumpf - einen Märtyrer- in die Hand zu spielen. Das tut Putin ganz be-
stimmt nicht. Im Gegenteil: Es ist eher der Westen, dem dieses zuzueignen wäre.‘® Skandalöserweise übernahmen viele -
Mainstream-Medien damals beim Tod Politkowkajas die Erklärung, die heute die alternativen Medien anführen.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (108)
verblüffende 1 080 000 erfasste Einwohner kam, fast so viel wie vor den Kriegen.
Zuvor hatten diverse Hilfsorganisationen und sogar russische Funktionäre die
Zahl auf die Hälfte geschitzt.'®® Der nach London geflohene tschetschenische
Politiker Achmed Sakajew sprach im Jahr 2005 im Gesprich mit dem russischen
Whistleblower Litwinenko davon, dass 40 Prozent der tschetschenischen
Bevölkerung umgekommen sind.'®*

Die Hauptstadt Grosny ist die seit dem zweiten Weltkrieg meistbombardierte
Stadt der Welt. Vor dem Krieg zählte die Stadt 400.000 Einwohner, heute ist es schwer
einzuschätzen, wie viele Menschen in der zerstörten Stadt versuchen, zu überleben.
Schätzungen belaufen sich auf 60 000, 80 000 oder 100 000.!® Die Ubriggebliebenen
leben oft in halbzerstérten Wohnungen oder in Kellern ohne Strom, Heizung und
Wasser.'®¢ In Putins Bombenkrieg von Oktober 1999 bis zur Einnahme der Stadt im
Februar 2000, wird der Rest der aus dem ersten Krieg verbliebenen zivilen Infrastruktur
dem Erdboden gleichgemacht. Die Tschetschenen in Grosny leisten erbitterten
Widerstand und tausende von ihnen sterben im viermonatigen Zeitraum der russischen
Belagerung. Putin bombardiert die Stadt mit einem riesigen Arsenal an gegen die
Zivilbevolkerung gerichteten, verbotenen Waffen: Splitterbomben, Senkbomben,
Brandbomben, Boden-Boden-Raketen. Auch chemische Waffen regnen auf Grosny
nieder.'®” Dass Frauen und Kinder dabei nicht verschont werden, versteht sich von
selbst.

Wie der Afghanistan-Krieg zwei Jahre später, entwickelt sich der Tschetschenien-
Konflikt zu einem Krieg, dem hauptsächlich Zivilisten zum Opfer fallen. Im Verlauf
des Krieges werden Dutzende Massengriber mit Leibern von Zivilisten, darunter
zahlreiche Frauen, aufgefunden.'®® Die Zivilisten fallen den üblichen Kriegsverbrechen
wie Hinrichtungen, Folter und Misshandlung zum Opfer. Besonders gefürchtet
bei der Zivilbevölkerung sind die illegalen Durchsuchungsaktionen der russischen
Armee, die durch kein einziges Gesetz der russischen Föderation legitimiert werden.
Die von den Tschetschenen als „Säuberung“ bezeichneten Militäroperationen, die oft
mit Plünderungen einhergehen, laufen nach folgendem Muster ab: Ein Dorf wird
von Panzerfahrzeugen umzingelt, danach herrscht absolute Ausgangssperre. Nun
durchkämmen die russischen Soldaten systematisch das Dorf und dringen illegal
in die Häuser ein, um Pässe zu kontrollieren. Dabei nehmen sich die Soldaten das
Recht heraus, jeden zu verhaften, selbst wenn keinerlei Hinweis auf kriegerische oder
kriminelle Aktivitäten besteht. Schon ein schlecht eingeklebtes Foto, ein „verdächtiges
Ausweispapier“ oder ein unberechtigter Aufenthalt in dem Dorf kann ein hinreichender
Grund für eine Verhaftung sein. Die Verhafteten werden danach in verlassene Gebäude
- sogenannte „Filtrationslager“ - gebracht, in denen sie systematisch misshandelt
und mit Strom gefoltert werden.'® Oft verschwinden die Verhafteten einfach oder
man findet sie später in unweit vom Lager entfernten Massengräbern. Obwohl die
russischen Streitkräfte in der Regel über keinerlei Beweise verfügen und die Männer
vollkommen willkürlich verhaften, müssen sie den legalen Schein dieser Verhaftungen
wahren und auf irgendeine Art beweisen, dass es sich bei den Verhafteten um Kämpfer
handelt. Da es keinen besseren Beweis als ein Geständnis gibt, wird auf das Mittel

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (109)
der Folter zurückgegriffen, um Geständnisse zu erwirken.'”” Die Alternativen
sollten sich dringend an diese Tatsachen erinnern, wenn sie keine Unwahrheiten
verbreiten wollen, so wie sie bei KenFM im März 2015 bei der Gegenüberstellung
von USA und Russland zu hören waren: Putin hat keinen Heiligenschein. Aber Obama
ist scheinheilig. Putin betreibt kein Guantanamo, er hat keine rund 4000 Drohnen
in der Luft, um global zu morden und er hat nicht ganz offiziell den KGB über
Jahre, auch nach der Jahrtausendwende, foltern lassen wegen der ‚Nationalen
Sicherheit‘. ‘* Doch, genau das hat er!

Die Gewaltbereitschaft gegenüber den Tschetschenen lässt sich nicht zuletzt durch
die Verbreitung einer Rassenhasslogik innerhalb der russischen Armee erklären. Die
Offiziere bedienen sich einer von ihnen erdachten Hasspropaganda über die Grausamkeit
der tschetschenischen Kämpfer, die angeblich auch Alte, Frauen und Kinder für
sie kämpfen lassen. Das soll die ebenso teilweise geschlauchten und kriegsmüden
russischen Soldaten bei Laune halten.!** Die russische Armee ist für die Härte zwischen
den Kameraden und die extrem hohe Anzahl an brutalen Missbrauchsfällen innerhalb
der eigenen Truppen berüchtigt. Laut Schätzungen der russischen humanitären
Organisation „Soldatenmütter“ bezahlen jährlich 3000 Soldaten ihren Dienst mit dem
Tod. Diese Soldaten sterben nicht während eines Einsatzes, sondern begehen meist
Suizid oder werden bei Übungen aus Versehen getötet. Mütter und Söhne im Land
fürchten den Militärdienst oft mehr als alles andere. Aus Angst vor der Einberufung
ihrer Söhne, beginnen russische Eltern bereits Atteste zu sammeln, wenn ihre Jungen
noch im Kindergarten sind.!” Die deutsche Bundeswehr zählte von 1956 bis 2008
3.417 Suizide.!°* |

Dass sich die interne Gewalt auf die tschetschenische Zivilbevolkerung überträgt,
ist abzusehen bzw. von der russischen Militarfithrung geplant. Dass die Tschetschenen
auf solch brutale Maßnahmen ebenfalls mit brutalen Übergriffen auf Beamte des
russischen Verwaltungsapparats reagieren, passt ideal in die „Terrorstrategie“ des
russischen Führungsstabs, der nun wieder sein hartes Vorgehen gegen die Zivilisten
rechtfertigen kann. Auf jeden Anschlag der Tschetschenen folgt neue Hasspropaganda,
die die Trennung zwischen Zivilisten und Kämpfern vollkommen verschwimmen lässt.
Die Gewalt der russischen Armee gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung ebenso
wie gegen die eigenen Soldaten, hält Präsident Putin nicht davon ab, im Fernsehen alle
jungen Menschen dazu aufzufordern, zur Armee zu gehen: Jeder Bürger des Landes muss
verstehen, dass es eine Ehrenpflicht ist, in der Armee zu dienen. Wir alle müssen begreifen,
dass es ohne Armee kein Land gibt, dass niemand daran Zweifel hat. Wenn es keine Armee
gibt, gibt es kein Russland.” Zeitungen deckten jedoch auf, dass es Russlands Führung
trotz solcher Appelle vorzieht, ihre eigenen Kinder vor der Armee zu bewahren: Die
beiden Söhne von Verteidigungsminister Iwanow™ haben ebenso wenig gedient wie der
Sohn des Generalstabschefs. Putin ist laut Presseberichten Vater von zwei Töchtern, die

* Der Sohn Iwanows überfuhr 2005 im Süden Moskaus eine 68-jährige Rentnerin. Zeugen, die von der Schuld
des Angeklagten sprachen, wurden bei dem folgenden Ermittlungsverfahren ignoriert. Nach einigen Monaten
stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen „Abwesenheit des Tatbestandes eines Verbrechens“ ein, ohne
Gerichtsverhandlung.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (110)
diese Ehrenpflicht noch nicht erfüllen müssen. Sein Privatleben ist allerdings total von
der Öffentlichkeit abgeschottet, so dass weiterer ehelicher oder unehelicher Nachwuchs
nicht auszuschließen ist.

Als Putin im August 1999 von Jelzin zum Premierminister ernannt wird, schwört
er, im Süden Russlands für Recht und Ordnung zu sorgen. Seine Stelle als FSB-
Direktor übernimmt Nikolai Patruschew, den eine alte Freundschaft aus KGB-Zeiten
mit Putin verbindet. Wer könnte leugnen, dass Putin etwas von den drei Wochen
später stattfindenden False-Flag-Attacken des FSB wusste, oder sie nicht sogar
selbst geplant oder bewilligt hat? Putin hatte kurz nach der Panne in Rjasan von
einem vereitelten Sprengstoffanschlag gesprochen. Einen Tag später übernahm er
plötzlich Patruschews Version, es habe sich um eine Terrorübung des FSB gehandelt.
Wenn Putin als Premierminister nichts von einer Übung wusste, hätte er den FSB-
Direktor Patruschew sofort entlassen müssen, denn laut russischer Verfassung
muss der Premierminister im Voraus darüber informiert werden. Patruschew behielt
aber sein Amt, woraus folgt: Putin wusste, dass der FSB in Rjasan einen Terroranschlag
durchführen wollte.

Die russische Bevölkerung fällt durch die Attentate des Septembers in eine
kollektive Trance, denn der fiir die meisten weit entfernte Tschetschenien-Krieg
ist für sie plötzlich zu einer realen Bedrohung mutiert. Dass es die Tschetschenen
gewesen sein müssen, wird als selbstverständlich hingenommen, denn nur ein
Bruchteil der Bevölkerung kann zu diesem Zeitpunkt, vor den Zeiten des Internets,
die brutale Intention einer Attacke unter falscher Flagge nachvollziehen.

Der zweite Tschetschenienkrieg wird zu Putins Sprung in den Präsidentensessel.
Die Medien der Oligarchen wie der Sender ORT von Beresowski beginnen mit der
Kriegspropaganda, die Führer und Land zusammenschweißen soll. Anfang 1999
herrschte in Russland eine drückende Endzeitstimmung durch die Auswirkungen
der Finanzkrise des vorherigen Jahres, die Millionen Russen erneut an das
Existenzminimum geführt hatte. Die Angst vor Arbeitslosigkeit, ausbleibenden
Lohnzahlungen und der grassierenden Kriminalität, hatte die Russen an die Grenzen
ihrer Belastbarkeit geführt. Der Hass auf die Jelzin-Regierung war auf dem Höhepunkt
- und das vollkommen zurecht. Wie wir aus unserer deutschen Geschichte wissen, ist
es für die korrupte politische Führung in solchen Momenten am besten, sich mit dem
aus Steuern erbeuteten Diebesgut zurückzuziehen und die Führung an einen neuen
energischen Politiker abzugeben, der verspricht, hart gegen die Probleme im Land
durchzugreifen. Sie wird sich darum kümmern, dass eine Person an die Macht kommt,
die sie nicht für ihre Ausbeutung des Gewaltmonopols zur Rechenschaft zieht, und die
darauffolgende Regierung wird es ihr gleichtun. Dabei spielt es keine Rolle, ob man einer
Langzeitstrategie folgt oder das Gewaltmonopol willkürlich ausgebeutet wird. Nach einer
Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs, der sich als Marktwirtschaft und Demokratie
getarnt hat, kann die russische Regierung einschätzen, welchen Personentyp das Volk
als Jelzins Nachfolger wünscht. Sie wählt Putin aus, weil er eine Garantie dafür ist, dass
sie für die Ausplünderung des Gewaltmonopols nicht zur Rechenschaft gezogen wird.
Dazu ist es für die Regierung förderlich, nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (111)
(siehe S.93) einen künstlichen Feind zu erschaffen, der die Bürger von der fatalen
innenpolitischen Situation ablenkt: Putin gibt sich 1999 den Anschein des neuen
Hardliners, der sich gegen die Führung der endenden Jelzin-Ära stellt und ein
neues korruptionsfreies Zeitalter verspricht. Dabei wird Putin persönlich von Jelzin
als Nachfolger ausgewählt und vom Medienimperium von Jelzins Hausoligarchen
Boris Beresowski unterstützt. Putin schafft es, die Nation hinter sich zu scharen
und gegen einen gemeinsamen Feind zu mobilisieren. Das alte Unsicherheitsgefühl
der Russen wird durch eine neue Welle des Nationalismus hinweggespült, die von
den Medien des Oligarchen erzeugt wird, den Putin wenig später aus dem Land
werfen wird. Die russische Regierung hat durch ihr resolutes Durchgreifen gegen die
tschetschenischen Terroristen wieder Rückhalt in der Bevölkerung. Putin wird, nach
der Einnahme von Grosny im Februar 2000, im März mit der absoluten Mehrheit von
53 % zum neuen Präsidenten Russlands gewählt. Die Russen hoffen nach den Krisen
der Jelzin-Jahre auf einen zweiten Neubeginn in der Nach-Sowjetära, in dem Russland
zu nationaler Stärke zurückfinden soll.

A.8. Putin und Bush - Brüder im Geiste?

Nach seiner Wahl beginnt Putin, die russische Pressefreiheit massiv einzuschränken
und Russland in einen Polizeistaat zu transformieren. Öffentliche Kritik am Zweiten
Tschetschenienkrieg findet im Gegensatz zur Jelzin-Ära praktisch nicht mehr statt.
Knapp eineinhalb Jahre vor dem 11. September 2001 geht in Russland schon
das Terrorgespenst um, das jeden Tschetschenen als potenziellen Islamisten
und gewalttätigen Attentäter brandmarkt. Putin inszeniert sich als konsequenten
Patrioten, der kein Jota dazu bereit ist, den bösartigen Terroristen Eingeständnisse zu
machen. Es folgt die Verabschiedung neuer Anti-Terror-Gesetze und die Ausweitung
der Überwachung im Inland. Die internationale Gemeinschaft bezeichnet den Konflikt
1999 noch als „innerrussische Angelegenheit“ und überlässt die Tschetschenen ihrem
Schicksal.” Die UNO neigt dazu, die offizielle Version der russischen Behörden für
bare Münze zu nehmen. Da die Planungen für den internationalen Krieg gegen den
Terror bereits 1997 in der neokonservativen (siehe S.174 ff.) Denkfabrik „Project for
a New American Century” begonnen haben, tut die amerikanische Regierung einen
Teufel, Putins Verhalten in Tschetschenien zu verurteilen. Ganz im Gegenteil: Putin
liefert den Amerikanern die Blaupause für ihre radikalen Maßnahmen nach dem
11. September. George W. Bushs „Patriot Act“, der am 25. Oktober 2001 vom
Kongress im Zuge des Krieges gegen den Terrorismus verabschiedet wird, der die
Bürgerrechte der US-Amerikaner einschränkt und die Macht von Behörden wie
dem FBI und der CIA erweitert, ist Putins Anti-Terror-Gesetzen zum Verwechseln
ähnlich.

Nachdem die USA ihren eigenen Bassajew in der Person von Osama bin Laden
bekommen haben, wird Tschetschenien von Putin und Bush zu einem Hort des
internationalen Terrorismus ernannt. Als sich Putin und Bush im Juni 2001 zum
ersten Mal treffen, ist die Sympathie auf beiden Seiten groß. Bush bezeichnet Putin als

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (112)
sehr geradlinig und vertrauenswürdig und Putin behauptet, er habe schon beim ersten
Blick in die Augen die Seele dieses Mannes erkennen können.‘” Verständlich, denn
George W. Bush gibt sich alle Mühe, in Putins blutige Fußstapfen zu treten. Es hat den
Anschein, als hätten wir es bei Bush mit einem Klon des russischen Präsidenten zu tun:
Die Nähe zu den Geheimdiensten, der Aufbau eines radikalen Pro-Kriegs-Netzwerks
in der Regierung, der Krieg kurz nach Amtsantritt, die Inszenierung als Hardliner, die
schonungslosen Ansprachen gegen die Terroristen, der Appell an den Patriotismus der
Bevölkerung oder die radikalen Überwachungsgesetze gegen die eigenen Bürger. Und
hierbei darf man nie vergessen: Putin hat all dies vor George W. Bush gemacht.

Dabei verhielt sich Putin ähnlich plump und rüpelhaft, wie der von der ganzen
Welt geschmähte texanische Cowboy. Die Erwähnung des Tschetschenienkriegs
brachte Putin sofort in Rage und er ließ seinen Emotionen in der Öffentlichkeit
freien Lauf. Auf die Frage eines französischen Journalisten: Könnte es sein, dass Sie statt
der Terroristen die tschetschenische Zivilbevölkerung vernichten werden? wurde Putin
kreidebleich und verlor die Beherrschung: Falls Sie radikaler Muslim werden wollen
und sich eine Beschneidung wünschen, dann sollten sie nach Moskau kommen. Wir Russen
haben viele Talente und Spezialisten auf jedem Gebiet. Ich empfehle Ihnen, die Operation
so gründlich zu machen, dass dort unten nie wieder etwas wächst.” Dagegen wirkten
die Fauxpas des amerikanischen Präsidenten geradezu harmlos, doch Putins prolliger
Zynismus wurde im Westen zu selten thematisiert. Die beiden verband ihr Hang zu
Größenwahn, aufgesetztem Patriotismus und Großmachtstreben. Putins Machtantritt
war mit dem Aufleben eines neuen diffusen Nationalgefühls verbunden, das Amerika
nach dem 11. September ebenfalls befallen sollte. Putin mobilisierte gegen einen
gemeinsamen Feind: Die Tschetschenen. Zwar war laut Putins Propaganda nicht jeder
Tschetschene ein Terrorist, doch die Bürger Zentralrusslands waren gewarnt vor den
dunkelhaarigen Kaukasiern mit ihren sonnenverbrannten Gesichtern. Jeder von ihnen
konnte der potenzielle Drahtzieher eines Attentats sein. Die von der Polizei an allen
Wohnblöcken ausgehängten Plakate ermahnten die Bürger zur Vorsicht, jede verdächtig
sprich: nicht slawisch - aussehende Person zu melden.‘” Die kaukasische bzw. dunkel
oder in irgendeiner Form verdächtig aussehende Bevölkerung in Russland hatte lange
vor George W. Bushs Startschuss zum „Internationalen Krieg gegen den Terror” unter
der Diskriminierung der russischen Behörden zu leiden, doch nach dem 11. September
wurde der Fremdenhass noch brutaler und willkürlicher: Unablässige Gesichtskontrollen
durch die Polizei auf den Straßen und in Haus und Hof, Gewaltanwendung, Drohungen
und Demütigungen aller Art. Der Extremismus gegen das von der Regierung erfundene
Terrorgespenst drückte sich in Russland allerdings noch deutlich radikaler aus als im
Westen: Unternehmen entließen tschetschenische Mitarbeiter, und Schulen weigerten
sich, Kinder aus Tschetschenien aufzunehmen. Man stelle sich vor, eine Schule in den
USA weigere sich, einen Flüchtling aus Afghanistan aufzunehmen.'”” Das würde im
Westen große Wellen schlagen und für einen riesigen Skandal sorgen. Nicht so in Putins
kontrollierter Presse, die seinem Polizeistaat untergeordnet wurde. (siehe 133 ff.)

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (113)
A.9. Der russische Faschismus, getarnt als der neue Konservatismus

Die Erschaffung des neuen Feindbilds des dunklen Kaukasiers fiel in Russland
auf noch viel fruchtbareren Boden als in den USA und Europa. Unter dem Zerfall
der Sowjetunion hatte der Nationalstolz vieler Russen gelitten, und deren Verlust
versuchten sie mit dem Gefühl ethnischer Überlegenheit zu kompensieren. Leider hat
sich nach fast 100 Jahren Diktatur die Ehrfurcht vor den Tyrannen in die russische
Nationalseele gefressen. Die irrationale Sehnsucht nach einem starken, unbeirrbaren
Führer, der die Nation in eine goldene Zukunft führen soll, ist im auch im heutigen
Russland noch gefährlich präsent. Dem Volksglauben nach ist der Herr im Kreml,
sei er nun Zar, Generalsekretär oder Präsident, von einer mystischen Aura namens
„wlast“ umgeben, was übersetzt in etwa „das Recht zu regieren“ bedeutet. Auf
diese Aura der Macht reagiert die Bevölkerung instinktiv mit einem gewissen Maß
an Demut und Respekt. Allen russischen Anführern haftete diese Eigenschaft an, die
ihnen ihre außergewöhnliche Autorität verlieh. Für die Russen gehören sie damit zu
einer langen inoffiziellen Herrscherdynastie, die von den Zaren über Lenin, Stalin,
Chruschtschow, Breschnew und Gorbatschow bis zu Wladimir Putin reicht. Daraus
ergab sich die krude Vorstellung, dass jedes Staatsoberhaupt einen neuen Erben zu
bestimmen hat, dem automatisch zwanzig bis vierzig Prozent der Wählerstimmen
winken. So geschah es auch bei Putin, der von Jelzin zu seinem Nachfolger ernannt
wurde. Und das, obwohl Jelzins Beliebtheit zu diesem Zeitpunkt kaum niedriger hätte
ausfallen können.“ Patriotismus, der eigentlich Wert legen sollte auf die eigene
kulturelle Identität, wird in Russland zu oft missverstanden als das Abgeben
der persönlichen Verantwortung an einen neuen politischen Führer. 70 Jahre
Kommunismus haben im russischen Freiheitsverständnis leider gefährliche
Defizite hinterlassen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2014 ist es 48 Prozent
der Russen wichtiger, in einer Großmacht zu leben, die „geachtet und gefürchtet
wird“ als in einem Land mit mehr Wohlstand - das ziehen nur 47 Prozent vor.”
Das erklärt auch, warum der Kandidat der kommunistischen Partei 1996 bei den
Präsidentschaftswahlen nur knapp an einem Sieg vorbeischrammte. Diese positive
Grundhaltung gegenüber Autoritäten führt zu einem ungesunden Nationalstolz, der
sich häufig in radikalen Fremdenhass umwandelt. Die Bundeszentrale für politische
Bildung spricht von 542 rassistischen Morden sowie Tötungen von politischen Gegnern
von 2004 bis 2012, die auf das Konto extremer Nationalisten gehen.“ Nach Angaben
des Moskauer Menschenrechtsbüros leben in Russland 50 000 Skinheads, neben
tausend Mitgliedern anderer nationalistischer Organisationen.*® Russland übertrifft
Deutschland im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bei Weitem, sowohl in der Zahl
der Rechten als auch der gewalttitiger Übergriffe.

Der russische Rassismus wird im Vergleich zum deutschen Rassismus von der
Regierung weitaus offensichtlicher gehegt und gepflegt. Während man in Deutschlands
Bundestag seit 1949 bestimmt keine einzige antisemitische Äußerung mehr hören
konnte, ging 2005 bei der russischen Generalstaatsanwaltschaft ein Brief mit über
500 Unterschriften, darunter auch 19 aus den Reihen der vom Kreml gesteuerten

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (114)
Vaterlandspartei, ein. Zum Schutz unserer Heimat, hieß es darin, müsse dringend
eine Strafsache über das Verbot aller religiösen und nationalen jüdischen Vereinigungen
als extremistische Organisationen eingeleitet werden. Einer der Unterzeichner des
Schmähbriefes war Wladimir Schirinowski, dessen Partei sich in täuschender Absicht
als „Liberaldemokraten“ bezeichnet. Da die russische Führungsspitze eine neue Blüte
des Liberalismus schon an der Wurzel ausrotten will, verpasst man der ihn vertretenden
Partei eine besonders radikale und irrationale Außenwirkung. Vieles spricht dafür,
dass es sich bei dieser an Wahnsinn kaum zu überbietenden Partei um ein Geschöpf
des Geheimdiensts handelt. Der amerikanisch-russische Journalist Paul Klebnikow
informierte seine Leser in seinem Buch „Der Pate des Kreml“ über Schirinowskis Rolle
in dem neuen, vom KGB unterwanderten, demokratischen System: In den historischen
Wahlen von 1990 - den ersten freien, sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene
stattfindenden Parlamentswahlen - hatte der KGB mehrere tausend Kandidaten ins Rennen
geschickt, von denen die meisten auch gewählt wurden. Daneben förderte der KGB die
Entstehung der ersten nichtkommunistischen Partei - der absurderweise liberal-demokratisch
genannten Partei von Wladimir Schirinowski. Schirinowskis Mission bestand darin, große
Töne zu spucken und als Blitzableiter für nationalistische Stimmungen zu dienen, sich aber
jeglicher radikaler Aktionen zu enthalten.“

Schirinowski rief schon mal im Fernsehen dazu auf, die georgische Hauptstadt
Tiflis zu bombardieren oder Deutschland zu erobern. Alles riecht dabei nach gesteuerter
Opposition der Kreml-Führung (siehe S.76), denn Schirinowski kritisiert die Regierung
da, wo es nicht weh tut - z.B. warum die Regierung die jüdische Minderheit toleriere
-, ist dann aber bei wichtigen Abstimmungen in der Duma immer auf Kreml-Kurs.
Dieses Wahlverhalten beschert dem Mann, der öffentlich Bewunderung für Hitler
äußerte und Juden vorwarf, den Holocaust provoziert zu haben, eine starke Präsenz
in den russischen Medien. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein radikaler Politclown
wie Schirinowski im deutschen Fernsehen ein Forum bekäme. Im April 2006 wurde
Schirinowski von Präsident Putin mit dem Orden „Für Verdienste für das Vaterland“
vierten Grades ausgezeichnet.

Im Gegensatz zu Deutschland fördert das russische Establishment die
Faschisierung der Gesellschaft vollkommen schamlos. Klar warnt Putin in
öffentlichen Reden vor Fremdenhass und Extremismus, aber die von ihm kontrollierten
Medien schüren regelmäßig Hass und verbreiten rechtsradikales Gedankengut,
während Putin Extremisten wie Schirinowski Orden verleiht. Der Faschist Dmitri
Rogosin, der die SS-ähnlichen Schutzstaffeln der russischen Rechtsradikalen
gegründet hat, ist bis heute ein enger Berater von Putin. Vor allem zur Zeit des
Tschetschenienkrieges war seine Meinung besonders gefragt.”””> Die Intoleranz ist in
Russland wieder Staatsdoktrin, und obwohl die von Putin angeordnete Erziehung zum
Patriotismus schon reichlich neue Extremisten hervorbringt, hilft der Geheimapparat
des Kreml vorsichtshalber nach und züchtet Neonazis und andere gewalttitige
Gruppen regelrecht heran. Dmitri Djomuschkin, der „Führer“ der faschistischen
Gruppe „Slawischer Bund“, berichtete Journalisten, dass er seine angeblich 5500
Mitglieder für den „Straßenterror“ ausbilde, etwa gegen Kaukasier, Sinti und

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (115)
Roma sowie gegen Homosexuelle. Djomuschkin sagt, er habe mehrere Menschen
getötet. Die Behörden würden ihn aber nicht antasten, weil der Staat ihn und seine
Männer brauche, damit sie im Notfall gegen Demonstrationen und prowestliche
Revolutionen in der Ukraine auf die Straße gingen. Djomuschkin behauptet, er habe
Kontakte zum Präsidialamt, trinke schon mal ein Bier mit Kremlbeamten, und seine
Kämpfer trainierten in einem Club, der der Kreml-Partei „Einiges Russland“ gehöre.
Die Taktik ist wohl so alt wie Staaten selbst: Man erzeugt eine künstliche Bedrohung
und redet den Bürgern ein, sie könnten mit dieser Gefahr nicht alleine fertig werden.
Damit rechtfertigt man als Regierung seine autoritäre Herrschaft. (siehe S. 93)

Mutige Journalisten, die solche Skandale aufdecken, sind in allen Ländern
nötig, um ihre Machthaber zu mäßigen. In Russland sowie in Deutschland findet
man leider immer weniger Schreiber, die daran interessiert sind, die dunklen
Machenschaften ihrer Politik aufzudecken. Die enge Kooperation zwischen
Rechtsradikalen und Staatlichen Organen trat zuletzt beim Gerichtsverfahren
gegen die rechtsterroristische Organisation „Nationalsozialistischer Untergrund“
(NSU) zutage. Der rechtsradikalen Gruppe wird der Mord an neun Immigranten
vorgeworfen, doch die Beweise deuteten eindeutig auf eine Mitwirkung des deutschen
Verfassungsschutzes bei den Morden. Der Verfassungsschutz-Agent Andreas Thimme
befand sich bei sechs der neun Morde in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Der
Verfassungsschutz ließ kurz nach dem Auffliegen der Terrorgruppe im November 2011
wichtige Akten zu der rechtsextremen Organisation vernichten, die allem Anschein
nach Daten über mögliche NSU-Helfer enthielten. Ein riesiger Skandal, der die
Behörden in massive Bedrängnis brachte.

Bedauerlicherweise war es ausgerechnet Elsässers Compact-Magazin, das die
Geheimdienstbeteiligung an den NSU-Morden als erstes aufdeckte. In diesem Fall
arbeitete Elsässer so mustergültig, wie man es von einem unabhängigen Journalisten
erwartet. Erlegte Widersprüche offen, sammelte Beweise und behandeltedie Geschehnisse
sachlich, ohne ihnen den sonst für das Compact-Magazin üblichen russlandfreundlichen
Spin zu verpassen. Elsässers Einschätzungen zum NSU bewahrheiteten sich, sodass
auch der Mainstream nicht umhin kam, über die Verbindungen zwischen der Nazi-
Organisation und dem Verfassungsschutz zu berichten. Das verschaffte Elsässer eine
hohe Glaubwürdigkeit und dem Compact-Magazin tausende neuer Abonnenten.
Das Problem dabei ist nur, dass Elsässer das Vertrauen seiner Leser auch bei seinen
Artikeln über Geopolitik genießt. Wenn ein deutscher Putin-Fan über die vom
Geheimdienst gesteuerten Neonazis schreibt, gelangt der Leser - bewusst oder
unbewusst - zu der Schlussfolgerung, dass Putin solche Machenschaften niemals
zulassen würde. Dabei läuft die geheime Unterstützung Rechtsradikaler wie im
Falle des „Slawischen Bunds“ noch offensichtlicher ab als in Deutschland.

Dabei erdreistet sich die russische Regierung, trotz der vom Staat geförderten
Intoleranz-Welle, den Faschismus einfach auf den Westen zu schieben. Russland
ist inzwischen dazu übergegangen, alle Gegner der Staatsmacht als „Faschisten“ zu
verunglimpfen. Das scheint Teil einer lang geplanten PR-Strategie zu sein, durch
die man unterschwellige Assoziationen mit der Bedrohung durch Nazi-Deutschland

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (116)
erzeugen will. Schon im Jahr 2005 sprach die kreml-nahe Jugendorganisation „Die
Unsrigen“ von faschistischen Demonstrationen, als sie auf die Straßenproteste in der
Ukraine hinwies. Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus, da die Organisation
„die Unsrigen® selbst mit radikal-patriotischen Parolen nur so um sich wirft und die
russische Regierung zweitens heimlich Neonazis gegen prowestliche Demonstrationen
einsetzt. Die Merkmale des Faschismus, wie u.a. Militanz, Nationalismus oder
Militarismus kann man sicher jedem Staat zuordnen, aber in westlichen Staaten sind
sie noch nicht so stark ausgeprägt wie in Russland. Auch die drei Kabinettsmitglieder
der rechten Partei „Swoboda“ - von Elsässers Compact-Magazin als Kettenhunde der
NATO bezeichnet - , die kurzzeitig im Kabinett der ukrainischen Übergangsregierung
Platz nehmen durften, machten aus der Ukraine kein von Faschisten okkupiertes Land.
Nein, im Gegenteil: Sowohl die alte Ukraine unter Janukowitsch als auch die neue
Ukraine unter Poroschenko können im Faschismus-Vergleich nicht annähernd mit
Russland mithalten.*°° Betrachtern der alternativen Internetblogs erschien es dagegen
so, als sei Swoboda, die nach den Parlamentswahlen 2014 mit einem vernichtenden
Wahlergebnis von 1,16 % wieder aus der ukrainischen Regierung ausschieden, einer
der größten faschistischen Coups seit der Machtübernahme Hitlers gelungen. So
schimpfte Jürgen Elsässer im Oktober 2014, im Vergleich mit Swoboda sei die NPD
ein Hasenziichterverein.”®” Natürlich gibt es in der Ukraine auch Extremisten wie überall
auf der Welt. Aber die ukrainischen Extremisten werden dort noch stirker an den Rand
der Bevölkerung gedrängt, während russische Extremisten von der Regierung gedeckt
und von Wladimir Putin gewürdigt werden.

Anstatt den russischen Faschismus zu kritisieren, verkauft Elsässer heute den
russischen Nationalismus an die deutschen Konservativen. Das geschieht, indem Elsässer
dem naiven deutschen Mittelstand vorgaukelt, Putin setze auf die Werte, an denen es in
Deutschland inzwischen mangele: Erziehung, Familie, traditionelle Rollenbilder und
Anstand anstatt Gender Mainstreaming, sexuelle Umerziehung, Familienfeindlichkeit
und Geburtenabsturz. Da kann man kaum widersprechen, doch das kleine Problem
dabei ist, dass Russlands Familienpolitik ähnlich destruktiv wirkt wie die deutsche.
Auch Russland erfüllt die Kriterien eines Wohlfahrtsstaats, der den Steuerzahler
mit seinem eigenen Geld in die Abhängigkeit zwingt. Echte Konservative müssten
radikale Libertäre sein, denn der Verfall der Familie wird immer durch die Zerstörung
des Familienbesitzes eingeleitet. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von der eigenen
Familie schwindet in einem Wohlfahrtstaat, die Einflussmöglichkeit des Staates
weitet sich aus. Der Bürger wird daran gewöhnt, sich für Hilfe in Notsituationen
an den Staat zu wenden, anstatt an die eigene Familie.” Karl Marx forderte in seinem

* Hoppe schreibt: Jede Form von Regierungswohlfahrt - der zwangsmäfßigen Umverteilung von Vermögen oder Einkom-
men von den ‚Habenden‘ an die ‚Nichthabenden‘ - senkt den Wert der Mitgliedschaft einer Person in einem ausgedehnten
Familien-Haushaltssystem als einem sozialen System gegenseitiger Kooperation sowie der Hilfe und Unterstützung. Die
Ehe verliert an Wert. Für Eltern reduzieren sich der Wert und die Wichtigkeit einer ‚guten‘ Erziehung (Bildung) ihrer
eigenen Kinder. Entsprechend werden Kinder ihren eigenen Eltern weniger Wert beimessen und ihnen weniger Respekt
zukommen lassen. Aufgrund der hohen Konzentration von Wohlfahrtsempfängern ist in den Großstädten der Zerfall der
Familie so weit vorangeschritten. Indem an Geschlecht und Generation (Alter) als Quelle politischer Unterstützung ap-
pelliert wird und indem geschlechtsspezifische Verordnungen und Familiengesetze gefördert und in Kraft gesetzt werden,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (117)
„Kommunistischen Manifest“ die öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder.“
Das Geldsystem in Kombination mit dem Sozialstaat führt zu wirtschaftlichen Krisen,
die den Anreiz zur Gründung einer Familie senken. Wer eine Familie nicht ernähren
kann, wird auch seltener eine haben wollen. Bevölkerungsschwund hat v.a. mit
schwächelnder Wirtschaft zu tun, doch die zeitgenössischen Konservativen attackieren
weder das Geldsystem noch den Sozialstaat. Auch in Russland lassen stetig sinkende
Geburtenraten die Bevölkerung schrumpfen. Da ändern auch ein paar Anti-
Homo-Gesetze nichts, wie sie die russischen Gäste der Compact-Konferenz
„Für die Zukunft der Familie - Werden Europas Völker abgeschafft?“ empfehlen.
Die Präsidentin des Familienausschusses der Duma, Jelena Misulina, und ihre
Stellvertreterin Olga Batalina, haben die neue Putin‘sche Familienpolitik federführend
mit ausgearbeitet. Ein Gesetz zum Verbot „homosexueller Propaganda“ trat im Juli
2013 in Kraft. Es sieht Geldstrafen für Einzelpersonen und Firmen - so auch Medien
- vor, die etwas propagieren, das die Entstehung nichttraditionellen sexuellen Verhaltens
fördert. Damit wird Homosexualität in Russland aus der Gesellschaft ausgegrenzt
und tabuisiert. Natürlich sagt die russische Regierung dabei nicht, sie befürworte
die Diskriminierung gegen Schwule, genau wie sie im Terrorkrieg um die
Jahrtausendwende nicht sagte, jeder Tschetschene sei ein Terrorist. Aber der Staat
schafft mit solchen Gesetzen eine negative Grundhaltung gegenüber Schwulen
und fördert somit Gewalt gegen die homosexuelle Minderheit. Homosexualität
ist in Russland noch so verachtet wie im Westen Pädophilie, was einen mindestens
genauso negativen Effekt auf die Jugend hat wie die penetrante staatlich geförderte
sexuelle Umerziehung in Deutschland. In Deutschland gestaltet sich die Situation
andersherum: Die von Staat und Presse durchgesetzte Agenda der Toleranz entwickelt
inzwischen faschistische Züge: Wer sich öffentlich einen Witz über Schwule erlaubt,
hat sich unter Umständen seine gesamte Karriere verbaut. Kindern wird schon in der
Grundschule beigebracht, dass es nicht schlimm ist, schwul oder lesbisch zu sein.
Die Debatte über die Gleichberechtigung Homosexueller und die künstliche mediale
Züchtung homosexueller Ikonen hängen Millionen Deutschen mächtig zum Hals raus.
Auch viele Homosexuelle fühlen sich genervt, da sie bei den ständigen Mahnungen
zu Rücksichtnahme und Verständnis auf den Status eines hilflosen Opfers reduziert
werden, das sich nicht selbst zu helfen weiß. Der Kampf gegen Homophobie trägt
in Deutschland zweifellos zur Verwässerung der traditionellen Familienwerte bei, die
durch die Treue zum Staat ersetzt werden. Wir sehen, wie die Drahtzieher der NWO
auf beiden Seiten des eurasischen Kontinents Kulturen züchten, die beide auf ihre
Art falsch und pervers sind. Die Medienkonsumenten sollen sich entscheiden:
Entweder sie schließen sich den westlichen Öko-Toleranz-Gutmenschen an oder
sie befürworten die russische Intoleranz. Eine andere - libertäre - Option wird
nicht angeboten. Am Ende des Plans werden diese Personengruppen in ihren Ländern
aufeinandergehetzt, um von dem wahren Grund aller Probleme abzulenken: Dem
mächtigen Staat - in Russland und in Deutschland.

werden die Autorität der Familienoberhäupter und die ‚natürliche‘ intergenerationale Hierarche innerhalb unweigerlich
geschwächt und der Wert einer Multigenerationsfamilie als Grundeinheit menschlicher Gesellschaft gesenkt.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (118)
Jürgen Elsässer hat zu seinem konservativen Familienkongress rechtspopulistische
Größen wie Thilo Sarrazin und Eva Herman eingeladen, wenngleich Letztere später
absagte. Das Ziel der Konferenz ist es, den hohen Stellenwert der Familie zu betonen,
der schleichend aus dem Bewusstsein der Deutschen verschwindet. Vor zehn Jahren
hätte Elsässer seine Gäste wohl noch als reaktionär und fremdenfeindlich beschimpft,
heute spielt er für das Publikum den Bewahrer deutscher Souveränität und traditioneller
Werte. Die Souveränität Deutschlands bedeutet für Elsässer lediglich: Souveränität von
den USA. In „Der deutsche Sonderweg“ aus dem Jahr 2003 trauerte er der Abhängigkeit
Ostdeutschlands von der Sowjetunion nach, sprach sich für eine einheitliche EU-Armee
aus®'”’, äußerte sich gegen die Kritiker einer europäischen Einheitswährung,*?!! warnte
vor einem unabhängigen, wiedererstarkten Deutschland und forderte eine Eurasische
Union unter der Kontrolle Moskaus (siehe S.126). Im März 2015 bezeichnet das
Compact-Magazin die EU-Armee als Junckers Schnapsidee,* 2011 fordert Elsässers
Zeitung Zurück zur D-Mark - JetztP'? , auf der von ihm veranstalteten Souveränitäts(!)
konferenz 2012 stellt Elsässer die Frage: Wie wird Deutschland wieder souverän?“ Nur
an dem Ziel einer von Russland dominierten Eurasischen Union scheint sich nicht
viel verändert zu haben. Er habe eine Vision eines Europas freier Völker von Lissabon
bis Wladiwostok, formulierte es Elsässer im Gespräch mit Jurij Kofner, dem Chef der
eurasischen (!) Jugendbewegung (siehe S.131 f.).*>

Man könnte meinen, Elsässer habe von dem postsowjetischen Ultranationalisten
Alexander Dugin abgeschrieben, der als wichtiger Zuflüsterer des russischen
Präsidenten gilt. Dugin ist ein in Russland bekannter Publizist und Philosoph, der eng
mit dem Kremlapparat und den russischen Geheimdiensten vernetzt ist. Seine Eurasien-
Bewegung gründete er mit Peter Suslov, einem ehemaligen Oberst des FSB. Der Mann
mit dem weißen Bart ist ein strenger Gegner des Individualismus‘ und der liberalen
westlichen Gesellschaft. Als der „Spiegel“ ihn fragte: Kann es sein, dass Sie das Recht des
Kollektivs höher bewerten als die individuellen Menschenrechte, auf die der Westen pocht?,
antwortete Dugin: Im Westen stehen die Menschenrechte über denen des Kollektivs, in der
islamischen Welt steht die Religion höher als das Recht des Einzelnen, in Russland sind es
die Rechte der Gemeinschaft, kollektive Rechte.”'® Alle Unrechtsregimes bedienen sich
der unterschiedlichen Spielarten des Kollektivismus, d.h. Kommunismus, Sozialismus,
Faschismus. Kollektivismus bedeutet die Aufgabe der eigenen individuellen

Freiheit zugunsten des Kollektivs, der Masse der Menschen. Der Mensch muss
seine Bedürfnisse den Bedürfnissen der Gesamtheit unterordnen. Das Motto
des Kollektivismus‘ ist: „Du bist nichts, dein Volk (oder Staat) ist alles.“ Erst im
Kollektivismus wird der Mensch entmenschlicht und zum reinen Werkzeug des
Staates. Die Bedürfnisse des Einzelnen entsprechen jedoch niemals den Interessen der
Gesamtheit. Im Kollektivismus kann das Individuum nicht mehr entscheiden,

was ihm wichtiger oder weniger wichtig ist, und die gesamte Gesellschaft wird auf
ein Ziel ausgerichtet, dem sich jeder fügen muss. Dugins Kampf für mehr Staat und
weniger individuelle Rechte ist absolut radikal und fundamentalistisch.

* Die für Elsässer nur für Sicherheit in Europa sorgen kann, wenn sie ihre Strukturen getrennt von der NATO
aufbaut.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (119)
Dugin hat Dutzende Bücher publiziert, darunter sein Hauptwerk „Grundlagen
der Geopolitik“, das angehenden Generalstabsofhzieren in Russland als Lehrbuch
dient. Die Absolventen seiner “Sommerlager” haben die Angewohnheit, wenige
Jahre später als Kommandanten in bewaffneten Konflikten wie in der Ostukraine
aufzutauchen.?!” Zwar behauptet er, Putin gar nicht zu kennen, aber er ist Berater des
Parlamentspräsidenten, hat ranghohe Freunde in der Präsidialadministration, und seit
langer Zeit darf der Intellektuelle immer öfter im staatlichen Fernsehen auftreten.*'°
Putin-Gegner nannte er in einem Spiegel-Interview psychisch Kranke.“° Die von ihm
vertretene Weltanschauung des Neo-Eurasismus, die zweifellos ihren Weg in die heutige
Politik- und Medienlandschaft Russlands gefunden hat, fasst er so zusammen: Das
Ziel des vollendeten Eurasismus ist ein Europa von Lissabon bis Wladiwostok, ein grofSes
Eurasisches Kontinentalreich.”*® In den 90ern war Dugin noch ein bekennender Faschist,
der für Hitler und die Waffen-SS schwärmte. Heute gibt er sich als ,,Konservativer”
aus. Also ein Elsässer von rechts. Dugins Netzwerk versucht sowohl die radikalen
Rechten als auch die konservativen Kräfte im Westen für den Kreml zu mobilisieren.
Hätte Jutta Ditfurth (siehe S.121) wenigstens die Verbindung Elsässers zu Dugin bei
ihrem Antisemitismus- Vorwurf hervorgehoben, dann hätte sie ihre Anschuldigungen
immerhin begründen können.

Der Trick ist immer derselbe: Die von Moskau gestützten „Konservativen“
prangern den Verfall des Westens an und liefern dabei auch sehr häufig die richtigen
Argumente: Zu hohe Steuern, erzwungene Immigration oder korrupte Politiker.
In einem Nebensatz erwähnen sie dann, dass Putin dies in Russland bekämpfen
würde. Da sie die Themen ansprechen, die die etablierten Parteien meiden,
gewinnen sie bei einem hohen Prozentsatz des Publikums an Glaubwürdigkeit. Da
ihre Aussagen zur Lage des Landes, in dem sie Wahlkampf betreiben, glaubwürdiger
sind als die der Establishment-Politiker und der Mainstream-Presse, glaubt das
Publikum ihnen auch, wenn sie Putin lobend erwähnen. Rechtsaußenpolitiker wie
Österreichs H.C. Strache oder die Le Pen-Enkelin Marion Maréchal-Le Pen nahmen
nachweislich im Juni 2014 an einer großrussischen Konferenz in Wien teil und
lauschten den Worten Dugins, der sich für ihre Treue bedankte. Die Presse sprach von
einem Geheimtreffen, was bedeuten muss, dass solche Treffen eigentlich nicht für die
Öffentlichkeit vorgesehen sind. Der Schweizer „Tagesanzeiger“ war zufällig auf das
Treffen aufmerksam geworden und berichtete. Gastgeber des Treffens war der russische
Oligarch Konstantin Malofeew, Inhaber des Investmentfonds „Marshall Capital“,
der direkten Kontakt zu Putin hat und im Verdacht steht, dass er die prorussischen
Separatisten in der Ukraine finanziere.?"” So viel zur Entmachtung der Oligarchen.

Dugin ist in seiner Wortwahl jedoch weitaus radikaler als die meisten
russlandfreundlichen Politiker der konservativen Achse. Er versucht gar nicht erst,
Logik und Vernunft vorzutduschen Er lässt seinem Wahnsinn freien Lauf. 2014 in
einer Videobotschaft im russischen TV gingen endgiiltig die Pferde mit ihm durch, als
er sagte: Die Idee ist folgende: Wir müssen Europa erobern. Eingliedern und anschließen.”
Das Compact-Magazin, das Dugin 2013 ohne kritische Zwischenfragen interviewte,?*!
verkauft uns die russische GrofSmachtphantasie des wirren Dugin als „Frieden“ und

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„Souveränität“. Dass auch Dugin sich zu traditionellen Werten bekennt und die
Frömmigkeit der russisch-orthodoxen Kirche bewundert, ist nur Augenwischerei. Seiner
Biographie und einigen seiner Aussagen nach zu urteilen, ist Dugin ein Okkultist mit
Leib und Seele. Als er Putin 2009 für seine Gaspolitik gegenüber der Ukraine lobte,
offenbarte er seine abergläubische Seite: Putin hat in unserem Gaskrieg den Ukrainern
einen wundervollen Preis genannt. 418 Dollar. 418 ist eine kriegerische Zahl aus der
thelemitischen Lehre von Aleister Crowley. Als wir den Preis gesenkt haben, haben wir
den magischen Krieg der Zahlen verloren.** Seit 1980 bewegt sich Dugin in okkulten
satanischen Kreisen. 1992 schließlich soll er enge Kontakte zu dem „Orientalischen
Templerorden - OTO“ aufgebaut haben, der die Lehren Aleister Crowleys in die
heutige Zeit trägt. Russlands Außenpolitik wird demnach zu großen Stücken von
einem verwirrten Mystiker beeinflusst, der anstatt auf Fakten und Logik lieber auf
den magischen Krieg der Zahlen vertraut.

1996 bezeichnete Elsässer Familie, Staat und Nation noch als Zwangsstrukturen.**
Er schrieb:

In der Hölle der Kleinfamilie können die Heranwachsenden keine Ich-Stärke
ausbilden. Deswegen ist Politik zur Bewahrung der patriarchalen Familie immer
konterrevolutiondr.’** Oder besonders interessant, auch im Hinblick auf die pseudo-
konservative Politikerin Jelena Misulina, die den russischen Schwulen ihr Recht auf
öffentliche Meinungsäußerung abspricht, sich jedoch früher, ähnlich wie Elsässer, in
Russlands kommunistischer Partei engagiert hat: Es braucht verbindliche und personale
Strukturen für die Erziehung, vor allem in der frühkindlichen Phase. Aber warum die
heterosexuelle Kleinfamilie? Warum keine Kommune? Kein lesbisches oder homosexuelles
Paar? Sind Alleinerziehende schlechter? Jedenfalls: Das Dreieck Vater-Mutter-Kind(er)
produziert in jeder Gesellschaftsformation Autoritätshörigkeit.“> Den Grund für
das Unterdrückerregime der DDR sah Elsässer nicht etwa im Kommunismus, sondern
im braven Charakter der Deutschen begründet: Die ‚psychischen Voraussetzungen‘ sind
das Ensemble derjenigen Eigenschaften, die sich zum Gesamtbild des ‚hässlichen Deutschen‘
zusammenfügen: Obrigkeitshörigkeit, Staatsvergottung, Disziplin, Fleiß, Pünktlichkeit,
Sauberkeit, Ordnungswahn, kurz all die Sekundärtugenden, von denen Oscar Lafontaine
in seinen besseren Jahren zurecht behauptete, dass man mit ihnen sehr gut ein KZ führen
könnte. Alle diese Eigenschaften, die die kleinen ‚Volksgenossen‘ zu willigen Komplizen
bei der Judenfahndung und Judenvernichtung gemacht hatten, wurden von der SED als
Ressourcen zum Aufbau von Staat und Wirtschaft erschlossen.“ Die Teilung Deutschlands
nannte er lobend die größte historische Leistung der SED und das liberale Magazin „Junge
Freiheit“ war für ihn eine Nazi-Zeitung.“”

Heute tritt Elsässer als die Person auf, die er seit früher Jugend bekämpft
hat. Wäre Elsässer geläutert und würde sich nun der Verbreitung libertärer Ideen
widmen, wäre ich der erste, der ihn dazu beglückwünschen würde. Doch bei
näherer Betrachtung hat sich an Elsässers Agenda nichts verändert: Es bleibt die
Treue zu Moskau, der Hass auf die USA und die Ablehnung der Marktwirtschaft.
Elsässer hat allerdings erkannt, dass er mehr Anhänger findet, wenn er seine Propaganda
auf die Mitte der Gesellschaft richtet und den Gästen des Compact-Familienkongresses

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vorspielt, er wäre ein geläuterter Kommunist, der endlich die Wahrheit erkannt hat.
Als Krönung dieses Schauspiels bekundet Elsässer inzwischen auch der katholischen
Kirche Sympathien. Zu seinem Familienkongress ist auch Andre Sikojev geladen,
der - laut der Compact-Webseite - Bevollmächtigte der russisch-Orthodoxen Kirche
am Sitz der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages. Er soll den deutschen
Konservativen vorgaukeln, der ehemalige KGB-Apparatschik Wladimir Putin sei ein
gläubiger Christ.

DieSpitzedes Wahnsinnswarendgültigerreicht, als dieehemalige Grünen-Politikerin
Jutta Ditfurth Elsässer im Rahmen ihrer Kritik an den Montagsdemonstrationen
(siehe S.158) im Fernsehen als glühenden Antisemiten diffamierte. Elsässer verwende
in seinen Reden antisemitische Chiffren wie „internationale“/“angloamerikanische
Finanzoligarchie®, „Zionisten“ und „amerikanische Ostküste“.*® Da kann man nur
dem Kopf schütteln, denn von allem was man Elsässer vorwerfen kann - Krypto-
Kommunist, Putin-Propaganda, Verbindungen nach Moskau - muss sich Ditfurth
ausgerechnet den Antisemitismus-Vorwurf aussuchen. So als habe Ditfurth geplant,
Elsässer genau das zu unterstellen, was auf seine Person am wenigsten zutrifft. 2003
verteidigte er sogar radikale Juden, die sich gegen eine Wiedervereinigung Deutschlands
ausgesprochen hatten.“ Schröder kritisierte er, nachdem dieser in Bezug auf die
Verbrechen des Holocausts gemeint hatte: Leute, die keine eigene Erinnerung haben -
das betrifft meine Generation und die Generationen, die danach kommen -, sollten ohne
Schuldkomplexe herumlaufen.“ In der Neunzigern war er so rechtsparanoid gewesen,
dass er fürchtete, die PDS entwickle sich zu einer rechten Partei.“ Sein Hass auf den
schwarz-braunen CDU-Staat Deutschland, in dem immer noch das Potenzial für einen
neuen Krieg oder Völkermord schlummerte, drückte sich in einer bedingungslosen
Unterstützung des Staates Israel aus. Früher war jede Form des Patriotismus‘ für ihn
mit Antisemitismus gleichzusetzen, weil der typische preußische Gehorsam zum Bau
der KZs geführt hätte. Elsässer war ein Zionist, wie er im Buche steht, ein Befürworter
des Staates Israel ohne Wenn und Aber. Auch hier hat Elsässer eine Kehrtwendung
vollzogen und wettert nun gegen das Bündnis aus amerikanischen Imperialisten und
Zionisten. Obama stehe unter Druck der Israel-Lobby und werde von ihr zum Krieg im
Nahen Osten gedrängt.“

AllerdingsreichtdieHarteseinerKritikkaumaus,umihnalsAntisemitenzubezeichnen.
Sein Sinneswandel in der Familienpolitik übertrifft den in der Israel-Frage bei weitem.
Bis heute beharrt Elsässer auf dem Existenzrecht Israels - ein beliebtes Streitthema unter
Staatsjiingern, doch für Libertireirrelevant, dakein Staat dieser Welt ein Existenzrechthat.
Da Ditfurth zu den Griindungsmitgliedern der Grünen gehört, die von Moskau
extra zur psychologischen Kriegsführung gegen die westliche Bevölkerung eingesetzt
wurden (siehe S.153 f.), kann man bei „Ditfurth vs. Elsässer“ von einem „Duell der
Kryptokommunisten“ sprechen, die bei näherer Betrachtung weniger unterscheidet,
als man vielleicht gedacht hätte. In einem Dialog mit Sahra Wagenknecht in dem Buch
„Vorwärts und Vergessen“ erwähnt Elsässer Ditfurth lobend, da sie sich als Parteilinke
innerhalb der Grünen gegen Deutschland stellte und gegen die Wiedervereinigung

kämpfte: Die Verbürgerlichung ab Ende der achtziger Jahre führte in der Parteilinken


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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (122)
- damals noch Leute wie Ebermann und Ditfurth - zu Überlegungen, neben der
Arbeit innerhalb der Grünen ein zweites Standbein aufzubauen, um auch eigenständig
interventionsfähig zu sein. Folgerichtig beteiligten sie sich am Sammlungsprojekt „Radikale
Linke“, das Kritiker der rot-grünen Realpolitik von innerhalb wie außerhalb der Partei
zusammenführte und immerhin die einzige Anti-Wiedervereinigungsdemonstration
im Westen - 20.000 demonstrierten am 12. Mai 1990 unter der Parole ‚Nie wieder
Deutschland‘ zustande brachte. Gibt es bei der Kommunistischen Plattform ähnliche
Diskussionen über eine Doppelstrategie? Oder seid ihr mit der PDS verheiratet, bis dass
der Tod euch scheidet#* Wire es nach Elsässer und Ditfurth gegangen, würden die
Bewohner Ostdeutschlands heute noch unter dem kommunistischen Joch stehen.
Peinlich für beide Beteiligten!

Ditfurth wurde am 10. Dezember 2014 verurteilt, es zu unterlassen, Elsässer
einen „glühenden Antisemiten“ zu nennen. Wie konnte sich Ditfurth überhaupt eine
Chance ausrechnen, diesen Prozess zu gewinnen? Selbst die besonders kritikwürdigen
Strömungen des Zionismus, werden in seinem Compact-Magazin kaum kritisiert.
Die Kritik an den USA und der NATO ist Elsässers Steckenpferd, nicht die an
Israel. Elsässer kann man zu solchen Feinden nur beglückwünschen, denn Ditfurth
blamierte sich mit ihren Aussagen, bettelte auf Facebook um Unterstützung und
will bis heute nicht zugeben, dass keine einzige antisemitische Aussage von Elsässer
aufzufinden ist. Elsässer hingegen profitierte von Ditfurths Aussagen: Er konnte sich
leicht gegen die Vorwürfe wehren, das Gericht sprach ihn frei, seine Person gewann
an Glaubwürdigkeit und wurde mit kostenloser Publicity überschüttet. Wer braucht
schon Freunde mit solch günstigen Widersachern? |

Die Rechten können sich bis heute mit Putins neuem Nationalismus identifizieren.
Nach dem Beginn des Zweiten Tschetschenienkriegs schien Russland wieder in die gute
alte Zeit der Sowjetdiktatur zuriickzufallen: Die Sowjethymne erschallte wieder, der
‘rote Stern wurde neu hervorgekramt, der Präsident griff bei der Presse hart durch und
seine Triumphreden schallten lauter als zu Stalins besten Zeiten. Leider hat die russische
Bevölkerung das Märchen geschluckt, Putin habe durch seine Zentralisierung der
Macht das Chaos der Jelzin-Zeit gestoppt. In Wahrheit gehört die Renationalisierung
und Re-Sowjetisierung Russlands zu Phase 4 der Langzeitstrategie (siehe S 81 ff.).
Putin soll die Sowjetunion wiederbeleben und sein Volk im Krieg gegen den Westen
hinter sich vereinen. So wie auf Lenins NEP (siehe S.59) Stalins Diktatur folgte, folgt
auf Jelzins pseudoliberales Zwischenspiel Putins Diktatur.

A.10. Die Einkreisung Russlands durch die NATO-Faschisten

Natürlich braucht es weiterhin einen gemeinsamen Feind, um das Volk zu einigen
und zu mobilisieren. Einen Sündenbock, mit dem die Russen von ihren eigenen
Problemen und Verbrechen abgelenkt werden. Da der Krieg gegen den Terror in
den letzten Jahren abgeflaut ist, wurden mittlerweile wieder die Kapitalisten bzw.
Imperialisten aus dem Westen zum Feindbild Nummer Eins gemacht, das die
. russische Bevölkerung an ihren Präsidenten bindet. Ganz wie in der guten alten

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Sowjetunion, in der der Staatsapparat den Untertanen verkaufte, ihr Land sei nur so
von Feinden umringt, weshalb sie keine andere Wahl hätten, als für die Sowjetunion
zu kämpfen.

Schon Lenin hatte behauptet, die Sowjetunion werde vom Westen isoliert, obwohl
die westlichen Alliierten, aber auch Deutschland (Hitler-Stalin-Pakt) im Ersten und
Zweiten Weltkrieg mit ihr paktierten. Stalin warnte nach dem Zweiten Weltkrieg vor
der Gefahr einer Einkreisung Russlands durch die westliche Bedrohung.“ Um dieser
akuten Gefahr Einhalt zu gebieten, müsse das russische Volk sich in Geduld und
Disziplin üben und gemeinsam am schnellen Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten
Sowjetunion mitwirken, anstatt auf die Besserung seiner Lebenshaltung zu hoffen.
Die schnelle Sicherung Russlands gegen den kapitalistischen Feind stehe vor den
privaten Bedürfnissen der Russen. Damit rechtfertigte Stalin den erneuten Weg in
die Kommandowirtschaft und die von ihm erlassenen Fünfjahrespläne. Unter Stalins
Nachfolger wurde die Lügenkampagne der „Einkreisung Russlands“, welches sich nach
dem Zweiten Weltkrieg halb Europa unter den Nagel gerissen hatte, weitergeführt.
Der russische Regimegegner Wladimir Bukowski stellte 1982 in seinem Buch
„Pazifisten gegen den Frieden“ fest, dass der Kreml die Einkreisungslüge seit
Jahrzehnten dazu benutzt, seine horrenden Militärkosten zu rechtfertigen und
den Russen eine pathologische Furcht vor der kapitalistischen Welt einzuflifSen.”
Bukowski schrieb, man müsse bloß eine Weltkarte anschauen, um zu sehen, wie lächerlich
diese Theorie [Anm.: der Einkreisung Russlands] ist. Können wir ehrlich glauben, die
armen Kommunisten im Kreml seien so verängstigt, dass sie sich schützen müssen, indem sie
Truppen nach Kuba schicken, und kubanische Truppen nach Angola? Indem sie militärische
Ausrüstung und Berater nach Äthiopien und Vietnam schicken, und danach vietnamesische
Truppen nach Kambodscha? Schauen Sie die Karte nochmals an: Es ist ganz und gar nicht
offensichtlich, dass die UdSSR von feindlichen Mächten umzingelt wäre. Eher umgekehrt:
Die westliche Welt ist von den Horden der Kommunisten umzingelt.”*

Die Annäherung an die USA nach dem 11. September wirkt im Nachhinein fast
wie eine strategische Finte, um Zeit zu gewinnen. Die neue antiwestliche Propaganda
kommt auch im heutigen Westen besser an als die rassistische Angstmache vor
bärtigen Terroristen. Leider wächst deshalb die Anzahl der „Putinversteher“, die
glauben, Russland sei das arme Opfer westlicher Einkreisung. Dass sich Staaten wie die
Ukraine oder Georgien heute nach Westen orientieren, liegt zuallererst an Putins Politik
und nicht an der aggressiven Strategie des Westens. Wäre Russland nach der Perestroika
- wie versprochen - zu einem freien, kapitalistischen Land geworden, hätten sich enge,
freundschaftliche Handelsbeziehungen zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken
und dem neuen freien Russland entwickelt. Stattdessen fürchten die neu entstandenen
Staaten bis heute Repressionen der machthungrigen Kreml-Spitze. So wählten
Georgien und die Ukraine von zwei schlechten Optionen die bessere und streckten ihre
Hände in den Westen aus - so die offizielle Geschichte (siehe S.223). Wladimir Putin
kann seinem Volk damit weiterhin weismachen, die USA würden die Länder an den
Grenzen Russlands eines nach dem anderen übernehmen, um dann zum großen Schlag
gegen Mutter Russland selbst auszuholen. Putin hat sicherlich nicht ganz Unrecht,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (124)
wenn er behauptet, der Westen umzingele Russland, denn jedes Zwangsmonopol
versucht, sein Monopol auf neue Gebiete zu übertragen, das trifft aber genauso
auf Russland zu. Man denke nur an die Eroberung Osteuropas nach dem Zweiten
Weltkrieg, die Entfachung regionaler Bürgerkriege in ganz Afrika in den 1960ern nach
dem Abzug der Kolonialmächte, die aus Moskau gesteuerten Revolutionen, die noch
heute stattfindenden Waffentransporte nach Venezuela, Kuba oder Iran; die ständigen
Drohungen mit dem eigenen Atomwaffen-Arsenal, die Spionage und kulturelle
Unterwanderung im Westen, die sowjetische Invasion Afghanistans 1980, den brutalen
Völkermord in Tschetschenien und die Bombardierung Georgiens. Der Unterschied zu
den USA ist, dass Russland sich nie parasitär vom Wohlstand des Kapitalismus ernähren
konnte und damit den USA in jedem militärischen Bereich unterlegen ist. (siehe S.30)
Russland fehlen schlicht die Mittel, um sein Machtmonopol weiter auszudehnen. Die
westlichen Kriegstreiber wie Zbgniew Brzezinski aus David Rockefellers Trilateraler
Kommission liefern Russland aber die nötigen Vorwände, um die Propaganda der
„Einkreisung Russlands“ weiterzuführen. Brzezinskis Buch „Die Einzige Weltmacht“ -
damit meint er selbstverständlich die USA - aus dem Jahr 1997 wird von der russischen
Führung zurecht als Kampfansage des Westens interpretiert, aber ausgenutzt, um ihre
Bevölkerung für einen neuen russischen Imperialismus zu mobilisieren. Das tarnt man
in Neusprech als Recht der Russen, ihre Interessen im postsowjetischen Raum zu verteidigen,
wie ein hochrangiger General es nannte.“ Amerikanische Geostrategen wie Brzezinski,
die von den Alternativen zum ultimativen US-imperialistischen Feindbild erklärt
wurden, vertreten in Wahrheit eine marxistische Weltanschauung. Er schrieb in seinem
Buch „Between Two Ages“: Das ist der Grund, warum der Marxismus eine weitere vitale
und kreative Phase in der Reifung der universellen Vision des Menschen war. Marxismus ist
der gleichzeitige Sieg des externen aktiven Menschen über den inneren passiven Menschen
sowie der Sieg der Vernunft über den Glauben.*° Brzezinski wandte sich nach seiner
Flucht aus der Sowjetunion an seinen Landsmann Lobaczewski und äußerte sich voll
des Lobes über das Manuskript von „Politische Ponerologie“. Wie Lobaczewski später
erfahren durfte, unternahm Brzezinski hinter seinem Rücken alles, damit das Buch
nicht gedruckt werden konnte. Dass Breczinski die Gefahr dieses Buches für ihn als Teil
der Machtelite sofort erkannte, spricht dafür, dass er selbst ein essenzieller Psychopath
sein könnte, der die bösartige Natur linker Ideologien durchschaut hat.

Nach seinem jahrelangen Schmusekurs attackierte Putin im Februar 2007 ganz
offen und auf ungewöhnlich harte Weise die Politik des Westens. Die USA strebten die
monopolare Weltherrschaft an und hätten ihre Grenzen in fast allen Bereichen überschritten.
NATO und EU würden anderen Ländern ihren Willen aufzwingen und auf Gewalt
setzen, so Putin. Russland habe aber etwas entgegenzusetzen, denn in Wirklichkeit
besitze es überlegene Waffen.””” Solch waghalsige Realitätsverdrehungen werden von
den alternativen Medien in Deutschland aber als Plädoyer für den Frieden verkauft,
meist indem man die versteckte Drohung Putins mit Russlands Waffenarsenal einfach
ignoriert.

Die heute besonders gerne in den alternativen Medien verwendete Phrase „NATO-
Faschismus“, wurde schon lange Jahre zuvor von den russischen Propagandisten

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (125)
eingesetzt, um Stimmung gegen Europa und Amerika zu machen. In gefühlt jeder
zweiten Rede russischer Militär-Apparatschiks wird vor der militärischen Macht
der NATO gewarnt, die ihren Einflussbereich auf unredliche Weise den russischen
Grenzen annähert. Putinversteher wie Jürgen Elsässer machen dieses Codewort
russischer Kriegshetze nun auch im Westen populär. Eines der Youtube-Videos
von Elsässer trägt den Titel Putin und Russland: Im Visier des NATO-Faschismus, die
„Compact“ titelte in Ausgabe 03/15: Stoppt Putin die NATO? Ein Mann will Frieden.
Angeblich habe die böse NATO 1994 ihre Zusicherungen an Moskau gebrochen, die
der amerikanische Außenminister Baker am Vorabend der Vereinigung Deutschlands
der damaligen Sowjetunion gegeben habe. So habe Baker zugestimmt, die NATO keinen
Daumen breit Richtung Osten auszuweiten, wie Michail Gorbatschow sich erinnerte.“
Auf ihrem Gipfel am 10. Januar 1994 verkündete die NATO dann doch, sie sei für
neue Mitglieder offen. Russland empfand es als enorme Demütigung, als die ehemaligen
Mitglieder des Warschauer Pakts Polen, Tschechien und Ungarn 1999 der NATO
beitraten. Deshalb hat die russische Propaganda-Maschinerie bis heute nicht aufgehört,
ihre Warnungen vor der bedrohlichen NATO-Expansion gebetsmühlenartig zu
wiederholen. Die angebliche Zusage der USA ist nirgends dokumentiert und damit
weder nachweisbar noch völkerrechtlich verbindlich. Zudem wäre sie gegenüber
der Sowjetunion erfolgt, die zwischenzeitlich zerfallen ist, und die Erweiterung erfolgte
nicht auf Initiative der NATO, sondern auf der der beitretenden Länder.“ Verträge
zwischen Staaten sind zwar immer illegitim, da der Staat nicht der Repräsentant seiner
Bürger sein kann, dennoch ist die Kritik an der NATO-Expansion sogar unsinnig,
wenn man von der Legitimität der Staatenbünde ausgeht.

Die Putinversteher weltweit eint ihre Verachtung für die NATO und ihre
Befürwortung der Vereinten Nationen (UN). In Elsässers Kopf ist das lang
gehegte Ziel der USA die Ausschaltung der UN, um mit der NATO den Erdball
mit imperialistischen Kriegen zu überziehen. Der Druck aus Washington bzw. dem
Brüsseler NATO-Hauptquartier zwinge auch Deutschland wieder, außenpolitisch in
die Offensive zu gehen. In seinem Buch „Der deutsche Sonderweg“ aus dem Jahr 2003
übte Elsässer noch Kritik an der Wiedervereinigung und warf Deutschland nach der
Bombardierung Jugoslawiens vor, dort anzuknüpfen, wo das Dritte Reich aufgehört
habe. Elsässer meinte, dass der von den USA nach dem Krieg in Deutschland installierte
Kapitalismus zwangsläufig zu neuen kolonialen Abenteuern Deutschlands führen
müsse. Spätestens mit dem Ende der Sowjetunion und der Wiedervereinigung sei der
Weg wieder frei für ein kriegerisches Deutschland als Vasall der NATO und der USA.
Weil Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg den Kapitalismus nicht überwunden
habe, müsste es zwangsläufig wieder zu einem Krieg kommen. Elsässer ging von
dem vollkommen falschen Axiom aus, Kapitalismus führe zwangsläufig zu neuen
imperialistischen Kriegen. Seine Schlussfolgerung anno 2003 ist an Radikalität aber
kaum zu überbieten: Deutschland hätte geteilt bleiben müssen, damit es nicht
wieder in den Krieg zieht! Das impliziert, dass Elsässer in der Sowjetunion einen
Garant für den Weltfrieden sah. Fast so wie Putin, der im April 2005 das Ende der
Sowjetunion als größte geopolitische Katastrophe**® des 20. Jahrhunderts bezeichnete.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (126)
Am Ende des Buches „Der deutsche Sonderweg“ machte sich Elsässer für eine
Abwendung von Amerika und eine Art „Eurasischer Föderation“ mit Hauptsitz
in St. Petersburg stark. Elsässer schlussfolgerte: Von einem solchen Staatenbund
wäre niemand bedroht.“ Das heißt Elsässer hat nichts gegen Staatenbünde, solange
Russland die Staatenbünde kontrolliert oder großes Mitspracherecht in ihnen besitzt.
Dass die Putinversteher die NATO angreifen und die UN verteidigen, ist schlicht
der Tatsache geschuldet, dass Russland nicht Mitglied der NATO ist, aber jede
militärische Entscheidung der UN durch ein Veto im Sicherheitsrat blockieren
kann. In Wahrheit geht es den vermeintlichen „Anti-Imperialisten“ nicht darum,
welche der beiden Organisationen friedensstiftend auf ihre Mitglieder wirkt, denn
das tut weder die NATO noch die UN. Das Entscheidungsgremium der UN ist der
Sicherheitsrat, der sich aus den Vertretern der fünf ständigen und zehn nichtständigen
Staaten zusammensetzt. Dieser kann beispielsweise entscheiden, Soldaten zum Zweck
einer militärischen Intervention in ein anderes Land zu entsenden. Die fünf ständigen
Mitglieder sind China, Russland, USA, Frankreich und England. Insgesamt neun _
der fünfzehn Mitglieder des Sicherheitsratsrats müssen einer Resolution für einen
Militäreinsatz zustimmen. Doch sobald ein ständiges Mitglied sein Veto gegen die
Resolution einlegt, darf der Militäreinsatz nicht stattfinden - theoretisch.

Jeder Staat der Erde ist Mitglied der UN, doch deren Sicherheit wird durch die
supranationale Organisation kaum gesichert. In Fällen wie Afghanistan 2001 oder
Libyen 2011 machte Russland nicht einmal von seinem Vetorecht Gebrauch, obwohl
beide Staaten im Sinne des Völkerrechts nicht als Aggressor auftraten. Klar muss man
beim Irak-Krieg, der 2003 trotz eines russischen Vetos im Sicherheitsrat stattfand,
von einem Alleingang der NATO sprechen, der hunderttausenden Menschen das
Leben kostete, aber die UN verhinderte genauso wenig Putins blutigen Genozid
in Tschetschenien. Elsässer hängt dennoch der wirren Vorstellung an, ein Krieg
wäre gerecht, solange die UN ihn unterstützt bzw. solange ihn Russland im
Sicherheitsrat unterstützt. Der vernichtende Bombenkrieg gegen Libyen im Jahr
2011 war durch eine UN-Resolution legitimiert, doch Elsässer stellte den Einsatz als
Verschwörung der NATO-Staaten dar. China und Russland hatten sich tatsächlich bei
der Resolution enthalten, doch warum hatten sie nicht einfach von ihrem Vetorecht
Gebrauch gemacht, um den Krieg zu verhindern? In diesem Fall wird deutlich, wie
die UN-Staaten der Willkür des Sicherheitsrats ausgeliefert sind. Man fragt sich, wie
Elsässer den Libyen-Krieg kommentiert hätte, hätte Russland an ihm teilgenommen.

Christoph Hörstel schreibt in seinem Buch „Brandherd Pakistan“ aus dem Jahr
2008: In diesem Juli 2008 meldet die ISAF offiziell jede Woche nicht weniger als 200
‚Zwischenfälle‘ mit den Taliban in ganz Afghanistan. ‚Zwischenfälle‘ gliedern sich in: direkte
Kämpfe und Beschießungen seitens der Taliban, Straßenbomben und Selbstmordattentate.
Eine enorme Zahl, die außerdem stark geschönt ist: 400 wäre realistischer. Wer liefert die
Waffen für die vielen Taliban und anderen Kräfte? Die Waffen kommen von Russen und
Chinesen, sagte ein Taliban Kommandeur dem Autor im Jahr 2006. Der Grund
ist klar: Die Anwesenheit einer NATO-Streitmacht in der Nachbarschaft passt

ihnen nicht.?? Warum machten China und Russland dann nicht vom ihrem Veto-

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (127)
Recht im Sicherheitsrat Gebrauch, wenn sie doch genau wussten, dass eine NATO-
Streitmacht sie in ihrem Vorgarten bedrohen würde? Warum unterstützte Putin anfangs
den Afghanistan-Einsatz? Natürlich war dies alles auf den höchsten Ebenen der Macht
geplant. Hörstel forderte 2009 im Interview mit Nuoviso, die NATO-Staaten endlich
vor den Internationalen Gerichtshof der UN zu stellen.?*> Anscheinend hält er ein
internationales Gericht mit 15 vollkommen „unabhängigen“ Richtern, das über das
Schicksal ganzer Staaten urteilen kann, für eine großartige Idee, die nur nicht richtig
umgesetzt wird.

Man braucht wie Elsässer und Hörstel einen extrem starken Glauben an die
Gerechtigkeit von Staaten und die Kompetenz von Politikern, um eine Organisation
wie die UN zu verteidigen. Die UN handelt nach dem sogenannten „Völkerrecht“.
Ein Name, der in täuschender Absicht gewählt wurde, denn das „Völkerrecht“ regelt
nicht die Beziehungen zwischen Völkern, sondern die Beziehungen zwischen Staaten.
Die Staaten repräsentieren aber nicht ihre Bevölkerung (siehe S.99). Das führt Elsässers
ständiges Pochen auf das Völkerrecht ad absurdum und zeigt das geisteskranke Weltbild
von Kollektivisten, für die Menschen nur Verschiebemasse von großen internationalen
Institutionen sind, deren Beamte an großspurigen Zielen wie dem Weltfrieden basteln
sollen, zu deren Umsetzung die dummen Menschen alleine nicht in der Lage wären.

In Wahrheit: waren die UN und die NATO Projekte des identischen
Personenkreises. Die Idee eines globalen Staatenbundes geht zurück auf den reichen
englischen Imperialisten und Rothschild-Agenten Cecil Rhodes (siehe S.58), der von
einer „Atlantischen Union“ träumte, in der sich die Staaten Westeuropas, das britische
Weltimperium und die USA einer einzigen Regierung unterwerfen. Von Cecil Rhodes
kann man eine direkte Linie zum Royal Institute of International Affairs (RITA)
ziehen, das sich als Nachfolger der von Rhodes gegründeten Roundtable-Gruppen
sah und mit seinem Erbe finanziert wurde. Das 1919 gegründete RIIA war eines der
Werkzeuge, mit dem die britische Elite rund um die Rothschilds ihr globales Ziel einer
Weltregierung umsetzte. Der bekannteste Ableger des RIIA ist der Council on Foreign
Relations (CFR) in Amerika. Er wird von Kritikern als Schattenregierung der USA
bezeichnet und ist mit den Feindbildern eines jeden Putinverstehers besetzt: Westliche
(!) Politiker, Ölkonzerne, Großbanken und Großkonzerne, Militärs, westliche (!)
gekaufte Journalisten. Der CFR hatte schon während des Zweiten Weltkriegs in
seinem „Komitee für Nachkriegsprobleme“ an der Gründung der UN nach
dem Krieg gearbeitet.” Es ist essenziell zu begreifen, dass der 1920 gegründete
Völkerbund (League of Nations) auch ein Projekt der britischen Bankenelite war,
die gegen die Interessen der englischen und amerikanischen Bevölkerung arbeitete.
Der amerikanische Senat war 1920 so schlau gewesen, den Beitritt zum Völkerbund
abzulehnen. Das amerikanische Volk, das sich vor ca. 150 Jahren vom Joch der Briten
befreit hatte, war zum damaligen Zeitpunkt zu großen Anteilen intelligent genug, um
den Völkerbund als Bedrohung für seine Unabhängigkeit zu sehen. Der amerikanische
Präsident Woodrow Wilson, der eine Marionette der Banker war, wurde von seinem
Publikum ausgebuht, als er den Plan für die Mitgliedschaft der USA im Völkerbund

präsentierte.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bankenelite einen erneuten Anlauf zum
Aufbau einer supranationalen Mega-Organisation. Der gescheiterte Völkerbund wurde
aufgelöst und die Vereinten Nationen gegründet. Diesmal gelang es, fast alle Staaten
der Welt in die Organisation aufzunehmen: Sowohl die USA als auch die von den
Bankern errichteten Staaten Sowjetrussland und China. Mindestens 47 Mitglieder des
CFR waren unter den amerikanischen Delegierten bei der Gründung der Vereinten
Nationen. Die Rockefellers, die sich für die Rothschilds um den Handel mit der
Sowjetunion kümmerten, stellten das Grundstück der UN zur Verfügung. HG Wells
(siehe S.173 ff) war Mitglied der Roundtable-Gruppe gewesen, die sich mit dem
Erbe von Cecil Rhodes finanzierte. In „Ihe New World Order“ beschrieb er den
Kommunismus und den Völkerbund als Schritt in die richtige Richtung, wenngleich
er kleine Kritikpunkte an deren Umsetzung fand. Die einzige nachhaltige Lösung,
um den Weltfrieden zu erreichen, war für Wells die Gründung einer Weltregierung.
Der deutsche Ableger des RIIA ist die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
(DGAP). Alexander Rahr aus der DGAP war vor wenigen Jahren der gefragteste
Russland-Experte Deutschlands. Er schrieb regelmäßig Artikel für die „Welt“ und
andere Zeitungen, war in zahlreichen Nachrichtensendungen und Talkshows zu sehen.
Auch im russischen Fernsehen kam er regelmäßig zu Wort.“ Auch die Regierung
wurde von ihm beraten, so saß er z.B. im Februar 2005 mit Gerhard Schröder, dem
Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe und Moskaus Vizepräsidialamtschef Viktor
Iwanow an einem Tisch, um die Gründung eines deutsch-russischen Think-Tanks
zu besprechen. Schröder ließ verlauten, er wolle mit dieser Lobby-Organisation, die
nach dem Rücktritt Schröders nicht mehr zustande kam, die strategische Partnerschaft
zwischen Deutschland und Russland verbessern.?*® Das entsprach ganz der Position der
DGAP und der Alexander Rahrs, dem Mann für Russland innerhalb der Organisation,
die eigentlich westliche Interessen vertritt. Jahrelang warb die DGAP für einen
Schulterschluss mit Russland und verteidigte sogar den Prozess gegen den Oligarchen
Chodorkowski. Erst um das Jahr 2011 herum verließ man diesen Kurs allmählich und
stellte sich gegen Putin. Journalisten wie Elsässer und Hörstel würden die DGAP
sicherlich als „Transatlantische Lobby-Organisation“ beschimpfen. Aber warum
lobbyierten die vermeintlichen NATO-Imperialisten dann zu den Zeiten von
Schröders Kanzlerschaft so zielstrebig für bessere Beziehungen zwischen Russland
und Deutschland? Weil das strategische Gesamtkonzept der Bankenelite dies
vorsah!

Wenn man die wahren Hintergründe der beiden Bündnisse einmal beiseitelässt,
kann man darüber streiten, welche der beiden illegitimen Organisationen die bessere ist:
Immerhin frisst die NATO mit ihrem jährlichen Budget von zwei Milliarden Dollar nur
ein Fünftel des Budgets von zehn Milliarden der UN. Die NATO ist eine Organisation,
die zu dem Zweck geschaffen wurde, einen militärischen Verteidigungspakt umzusetzen.
Im Gegensatz zur UN mischte sie sich ansonsten wenig in die inneren Angelegenheiten
der Staaten ein. Die Gründungsmitglieder der NATO aus dem Jahr 1949 waren allesamt
westliche, marktwirtschaftliche Staaten wie Frankreich, Niederlande, Kanada oder die
USA, die sich vor einem Angriff der Sowjetunion schützen wollten. Der Bündnisfall

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trat jedoch nie ein. Nach dem Kalten Krieg entwickelte sich die NATO in der Tat weg
von einem Verteidigungs- zu einem Angriffsbündnis, das Out-of-area-Einsätze befahl,
obwohl kein Mitglied des Bündnisses angegriffen worden war. Allerdings beschränkte
sich die Beteiligung der NATO an Angriffskriegen bisher auf den Jugoslawienkonflikt,
Afghanistan und Libyen - ohne diese Verbrechen relativieren zu wollen. Dagegen stehen
aber hunderte Resolutionen der UN, die neue Kriege rechtfertigten. Fakt bleibt, dass
in über 65 Jahren NATO-Geschichte keines der Mitgliedsländer angegriffen wurde,
während der Beitritt zur UN keinerlei Sicherheit garantierte. Bei näherer Betrachtung
erweist sich die NATO bis zum heutigen Tag als harmloser als die UN. Zudem
haben die Staaten, die ihr beitreten, wirklich einen Vorteil, nämlich ihren Schutz.
Die Auflösung der NATO hätte möglicherweise einen direkten Angriff der Russen und

Chinesen zur Folge.
A.11. USA und Russland - Vereint im Kampf gegen den Terror

Es besteht kein Zweifel daran, dass die amerikanische Regierung die vermeintliche
Attacke der Terroristen am 11. September 2001 ebenfalls inszenierte, um ihre geplanten
Angriffskriege als Verteidigungskriege zu verkaufen. Da die amerikanischen Anschläge
weitaus spektakulärer inszeniert worden waren als die russischen Sprengstoffattentate,
unterliefen den Amerikanern bei der Vertuschung ähnlich viele Fehler wie den
Russen. Putin zog aus den Ereignissen einen Vorteil. Im Austausch dafür, dass er den
amerikanischen Krieg gegen den Terror unterstützte, bekam er von den Amerikanern die
Einverständniserklärung zu seinem Krieg in Tschetschenien. Deshalb schweigt Putin
bis heute zu offensichtlichen Beweise für eine amerikanische False-Flag-Attacke.
Putin wurde darauf für über ein Jahrzehnt lang zu einem der wichtigsten strategischen
Partner der USA gemacht. Er kam den USA entgegen, indem er der Stationierung
US-amerikanischer Truppen in Zentralasien und im Kaukasus zustimmte.?*” Noch im
Jahr 2011 war harte Kritik an Putin, so wie man sie heute vorfindet, im westlichen
Mainstream äußerst rar gesät. Vereinzelt erschienen in westlichen Blättern Beiträge,
die bis hin zu einer russlandtypischen Wortwahl die Sprachregelungen des Kreml
übernahmen - etwa wenn von „antirussischer Propaganda“ oder einem „blauäugig von
der EU inszenierten Sieg eines Putin-Gegners in Kiew“ die Rede war.*“® Erst im Jahr
2011 wechselte man die Taktik allmählich und machte Putin zum neuen Feindbild
des Westens. Als Startschuss für die Kampagne gegen Putin hatte man sich die Wahlen
2011 ausgesucht. Die fünfte Kolonne Moskaus in den alternativen Medien ignoriert
die lange Freundschaft zwischen Putin und dem Westen. Unter vollkommener
Ausblendung der Vergangenheit wird dem Konsumenten das Bild verkauft, Putin
wäre seit seinem Amtsantritt im Jahr 1999 ein Dorn im Auge der USA gewesen.
In Bezug auf den Afghanistan-Krieg, den Putin logistisch und geheimdienstlich
unterstützte, oder auf alle anderen Kooperationen mit dem Westen im Krieg gegen
den Terror wird heute einfach behauptet, Putin sei damals von der NATO und den
USA hintergangen worden.

Das Buch „Eiszeit im Kreml“ des Ex-KGB-Agenten Alexander Litwinenko, das

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die Beteiligung der russischen Geheimdienste an den Sprengstoffanschlägen im Jahr
1999 offenlegte, wurde im Jahr 2002 unter dem Namen „Blowing up Russia“ in
eine Video-Dokumentation gepackt. Die Dokumentation ist vergleichbar mit dem
amerikanischen Amateurfilm „Loose Change“ aus dem Jahr 2005, der Widersprüche
an der offiziellen Version des 11. Septembers aufdeckt. Im Gegensatz zu dem russischen
Projekt erhielten die amerikanischen Filmemacher allerdings keine Unterstützung
eines russischen Oligarchen. Der nach London geflüchtete Boris Beresowski stellte
die nötigen Finanzmittel für die französischen Filmemacher, die sich vom ebenso
nach London geflüchteten Litwinenko beraten ließen. Zudem rekrutierte Beresowski
einen Duma-Abgeordneten namens Sergej Juschenkow, der in Russland und auch
international für die Aufklärung der Attentate werben sollte. Der Film „Blowing up
Russia” hatte eigentlich weitaus größere Chancen auf Erfolg als die amerikanische
Low-Budget-Doku „Loose Change“.

Am 23. April 2002 traf Sergej Juschenkow in Washington ein. In seinem Gepäck
befanden sich viele Kopien der Dokumentation „Blowing up Russia“. Auf seinem
Reiseplan standen alle Stationen, an denen ein Besucher aus Übersee üblicherweise
haltmacht, wenn er die für die amerikanische Außenpolitik Verantwortlichen auf
etwas Wichtiges hinweisen will: das Außenministerium, der Kongress, Journalisten,
politische Berater.“ Doch der Film wurde von den Offiziellen in Washington
nicht ernstgenommen. Das müsste die Putinfans in den alternativen Medien doch
verwirren, denn der Produzent des Films Boris Beresowski wurde bis zu seinem Tod
im Jahr 2013 von ihnen oft als heimliche westliche Marionette beschimpft. Da passt es
nicht ins Bild, dass der Westen seinem Film „Blowing Up Russia“ keinerlei Beachtung
schenkte. Abgeordnete in Washington, denen Juschenkow den Film vorführte, standen
dem Gezeigten höchst ablehnend gegenüber. An wen er sich auch wendete, Juschenkow
stieß auf taube Ohren. Es war zu gefährlich für die Regierung, den Film einem großen
Publikum zu zeigen, denn die Parallelen zwischen dem 11. September und den
Sprengstoffanschlägen in Russland hätten zu vielen Zuschauern die Augen geöffnet.
Juschenkow sagte in der Kongress-Cafeteria zu einer Überlebenden der Anschläge, die
ihn begleitete: Das war zu erwarten. Stell dir vor, wir hätten 1944 hier in Washington
gestanden und uns über Stalin beschwert. Meinst du, jemand hätte uns ernstgenommen?
Stalin war Roosevelts wichtigster Verbündeter, und deshalb durfte er sich alles erlauben.*
Ein guter historischer Vergleich, denn auch Stalin wurde von den USA militärisch und
technologisch unterstützt, bis die Rothschilds den künstlichen Feind hatten, den sie
brauchten, um die USA zu destabilisieren (siehe S.67). Putin wurde ebenfalls von den
USA unterstützt, um ihn später zum passenden Zeitpunkt zu einem neuen künstlichen
Feind zu transformieren. Juschenkow wurde ein Jahr nach seiner USA-Reise in Moskau
von einem unbekannten Täter erschossen.

Der zweite Duma-Abgeordnete, der sein Glück sieben Monate später in
Washington versuchte, war der ehemalige Dissident und Menschenrechtsaktivist
Sergej Kowaljow, der als Gründer der Menschenrechtsgruppe „Memorial“, die in
Tschetschenien verübten Kriegsverbrechen anprangerte. Bei seinem Besuch meinte
er aus den Erfahrungen von Juschenkow gelernt zu haben und vermied es, auf die

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umstrittenen Anschläge einzugehen. Stattdessen ging Kowaljow auf die mehreren
hundert dokumentierten Fälle von russischen Todesschwadronen, standrechtlichen
Hinrichtungen, Entführungen und Folterungen ein. Kowaljow war unbegreiflich, wie
George W. Bush dies fördern konnte, indem er Putin als Demokraten und Freund
bezeichnete.” Doch zu diesem Zeitpunkt waren die USA bereits mit gleichwertigen
Kriegsverbrechen in Irak und Afghanistan beschäftigt, die Russlands Verbrechen in der
_ öffentlichen Wahrnehmung plötzlich irrelevant machten. So fehlten in humanitärer
Hinsicht die Argumente, um Russland zu verurteilen. Gleichzeitig verzichtete Putin
darauf, zu den Konsequenzen des Irak-Kriegs Stellung zu beziehen. Schließlich bot
der Irak-Krieg Putin die ideale Gelegenheit, seine Kriegsverbrechen hinter dem
von Bush erklärten „Internatiolen Krieg gegen den Terror“ zu verstecken. Die USA
bezeichneten den Krieg gegen Tschetschenien nun als ,Anti-Terror-Aktion®. Damit
konnte Russland sehr gut leben. Tom Graham, Bushs wichtigster Russlandberater, wies
Kowaljow mit folgenden Worten ab: Verschwende deine Zeit nicht damit, uns über Putin
aufzuklären. Wir machen uns keine Illusionen über ihn. Wir wissen bereits alles, was du
berichten willst. Womöglich wissen wir sogar mehr als du. Aber wir können euch nicht
helfen. Unsere Russland-Politik folgt nun mal anderen Prioritäten, egal, ob mir das nun
gefällt oder nicht.” Kowaljow verließ Washington ähnlich frustriert wie Juschenkow.

Auch Anna Politkowskaja, die mutige Tschetschenien-Korrespondentin, die später -
als Verfechterin der russischen Pressefreiheit und Kritikerin des Kriegs von Putin’schen
Handlangern ermordet wurde, stand dem roten Teppich, der Putin in allen westlichen
Demokratien ausgerollt wurde, fassungslos gegenüber. Ihr Buch „In Putins Russland“
aus dem Jahr 2005 war nicht nur ein Manifest gegen die Zerstörung des letzten Rests
von Rechtsstaatlichkeit durch Putins Machtapparat, sondern auch eine scharfe Kritik
am Westen, der diese Verbrechen tolerierte. Bei ihrem Deutschlandbesuch im Jahr
2005 auf der Leipziger Buchmesse empörte sie sich über die „Zwillingsbruderschaft“
von Putin und Kanzler Schröder, die bis zum heutigen Tag andauert. Bis zu ihrem Tod
2006 bekam Politkowskaja kaum Unterstützung aus Europa oder den USA, obwohl
ihre Hilferufe kaum zu überhören waren. Doch heute im Jahr 2015, wo Putin zum
neuen internationalen Bösewicht erklärt wurde, wird der Mord an Politkowskaja von
der scheinheiligen westlichen Presse nur neu belebt, um den Konflikt mit Russland
eskalieren zu lassen, aber nicht um die idealistische Arbeit der Journalistin zu würdigen.
Die erschreckende Tatsache, dass der Westen keine echte Unterstützung für die russische
Opposition leistete, führte viele der russischen Menschenrechtler zu der bitteren, doch
leider wahren Erkenntnis, dass das Abendland selbst dabei war, seine humanistischen
Prinzipien wieder aufzugeben und die antidemokratischen Entwicklungen in Russland
indirekt unterstützte. Die russische Opposition bekam zu wenig Unterstützung im
eigenen Land und musste sich deswegen an ausländische Regierungen, Organisationen
oder Presseorgane wenden. Die bittere Enttäuschung folgte immer wieder auf dem
Fuß, da der Westen die Hilferufe mit Desinteresse strafte. Für viele Russen war es
ein Schlag in Gesicht, als sie sehen mussten, wie sich die westlichen und östlichen
Eliten im Fernsehen auf die Schulter klopften.

Noch im November 2010 formulierte Putin - bzw. dessen Schreiber - in der

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Süddeutschen Zeitung die Forderung nach der Gestaltung einer harmonischen
Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok. In Zukunft kämen eventuell
auch eine Freihandelszone, gar noch fortgeschrittenere wirtschaftliche Integrationsformen
in Frage.” Der größte Storfaktor dabei ist der bestehende Visumzwang zwischen Russland
und der EU , so Putin. Der Plan war damals eine „Eurasische Union“, eine Erweiterung
der Europäischen Union nach Osten. Das westliche Establishment unterstützte den
Plan, auf dem Weg zur Weltregierung Europa mit Russland zu verschmelzen. Der
deutsche Rothschild-Manager Klaus Mangold, bekleidet neben seiner Tätigkeit
für die Dependance der Rothschilds in Frankfurt, das Amt des Honorarkonsuls der
Russischen Föderation in Baden-Württemberg. Er forderte im Juni 2010, etwa zur
gleichen Zeit wie Wladimir Putin, auf dem „St. Petersburg International Economic
Forum“ Schritte zu einer europäisch-russischen Wirtschaftsregierung und beharrte wie
Putin auf eine Abschaffung des Visumzwangs.“ Auch die Version der alternativen
Medien, Putin hätte sich vor ca. drei Jahren gegen die „Neue Weltordnung“ aufgelehnt,
macht gar keinen Sinn, denn wer die NWO bekämpfen wollte, müsste einfach sein
Machtmonopol aufgeben. Wenn Putin wirklich gegen die Rothschilds arbeitet, warum
schließt er dann nicht deren Büros in Moskau, die dort wie überall auf der Welt die
größten Banken und Firmen (z.B. TNK-BP oder die Sberbank) Russlands beraten?
Stattdessen ein Feldzug gegen eine ehemalige Sowjetrepublik? Putin ein Gegner der
Rothschilds? Wer's glaubt, wird selig!

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (133)
B. Russlands Presse vs. Udo Ulfkotte
B.1. Putins klassische Diktatur

Im Vergleich zu westlichen Demokratien war der russische Präsident von Beginn
an mit außergewöhnlichen Vollmachten ausgestattet, die ihn zum heimlichen Diktator
des Landes machen. Bei der Volksabstimmung über die Verfassung im Jahre 1993
bekam der Präsident, so wie es der obrigkeitsstaatlichen politischen Kultur des Landes
entsprach, zahlreiche Möglichkeiten in die Hand gelegt, das Parlament zu umgehen
und unabhängig zu agieren. Jelzin machte damals geltend, dass man in Russland an
Zaren und Führer gewöhnt sei und dass es gerade jetzt, in Zeiten des Wandels, wo
es um die grundlegende Umgestaltung von Staat und Gesellschaft gehe, darauf
ankäme, die Führungskraft in einer starken Präsidentschaft zu bündeln. Im gleichen
Sinne meinte Putin später, dass die Ausrichtung auf einen superzentralisierten Staat
praktisch im genetischen Code, in den Traditionen und in der Mentalität des russischen
Volks begründet sei.”* Putin scheint bis heute nicht mit seinen Ansichten gebrochen
haben, denn mittlerweile kniet Russland vor ihm, dem allmächtigen Zaren, nieder, der
das alte Führerprinzip wiederbelebt und die unter Jelzin noch halbwegs funktionale
Gewaltenteilung ausgeschaltet hat. In Putins heutigem System herrschen, wie zur Zeit
des Kommunismus, eine Gleichschaltung aller Staatsgewalten und eine „Vertikale
der Macht“ mit einer strikten bürokratischen Befehlskette von oben nach unten
vor. Putin hat die Zügel in der Hand: Er erschafft seine eigene Opposition, fälscht die
Wahlen, lässt seine Gegner verhaften oder umbringen, setzt seine Statthalter in den
wichtigsten Ämtern ein, lässt ehemals private Unternehmen verstaatlichen und verkauft
dem russischen Volk seinen autoritären Führungsstil über die von ihm zentralisierte
Presse. Die Meinung Andersdenkender wird unterdrückt und der Überwachungsstaat
weiter ausgebaut.

Putins autoritärer Führungsstil mit seinem fortschreitenden Ausbau der
Behördenmacht erinnert auf beängstigende Art an die dunkle überwunden geglaubte
Vergangenheit. Lediglich der Faktor, dass in Russland keine vollständige Planwirtschaft
mehr herrscht, hält die russische Lebensqualität über dem Niveau der Sowjet-Ära.
Putin zeigt mit seinen politischen Gesten sehr deutlich, wessen Politik er sich zum
Vorbild macht, obwohl er in seinen Reden stets behauptet, er habe eine demokratische
Gesinnung: Putin führte die rote Militärflagge mit dem Sowjetstern ebenso wieder
ein wie die sowjetische Nationalhymne, mit neuem Text von altem Autor. An den
Denkmälern längs der Kremlmauer ließ er den Städtenamen „Wolgograd“ heraus-
meißeln und durch „Stalingrad“ ersetzen.” Bis zum heutigen Tage wird die Leiche
Lenins, der 1924 verstorben war, in einem eigenen Mausoleum auf dem Roten Platz
konserviert. Das russische Bildungsministerium schreibt den Schulen heute wieder
Bücher vor, in denen Stalin als großer Feldherr glorifiziert wird. Stalin-Denkmäler
schießen heute wieder wie Pilze aus dem Boden. Unter Putin wird die russische
Vergangenheit nicht kritisch hinterfragt, sondern hochgejubelt, um eine neue russische
Identität zu schaffen, die sich aufgrund ihres Stolzes auf die Vergangenheit auch den

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (134)
neuen autoritären Maßnahmen nicht widersetzt. Man stelle sich vor, Deutschland ginge
so unkritisch mit seiner Nazi-Vergangenheit um wie Putin mit den über 70 Jahren
sozialistischer Unterdrückung. Weder in Satellitenstaaten wie der Ex-DDR noch in
Russland selbst fand jemals im Sinne der über 100.000 Verhafteten während der
Entnazifizierung ab 1953 in Deutschland eine Entsowjetisierung statt. In Russland
besucht der Staatspräsident jedes Jahr am 20. Dezember das Hauptquartier des FSB.
Dabei wird aber nicht der Jahrestag des 1995 entstandenen Geheimdiensts FSB
zelebriert, sondern der der 1917 gegründeten Staatspolizei ,, Tscheka“. Der estnische
Präsident Toomas Ilves empörte sich im Juni 2007: Als ich Bundespräsident Köhler
besuchte, hielt er mich für verrückt, als ich ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, am
Gründungstag der Gestapo dem Verfassungsschutz einen Besuch abzustatten. Er sah mich
an, als dächte er, was für ein Idiot ist da aus Estland zu mir gekommen. Ich sagte: ‚Aber
Putin macht das jedes Jahr.‘ Darauf er: Nein" Und ich: ‚Doch.‘ Und dann bestätigte sein
Russlandberater: ‚Ja, ja, das macht er.‘ °° In der Tat liegt der Vergleich zwischen Tscheka
und FSB näher als der zwischen Verfassungsschutz und Gestapo, denn Putin hat den zu
Jelzins Zeiten ein wenig in den Hintergrund getretenen Geheimdienstapparat zu einer
Art Superbehörde umgebaut. Er vergrößerte den FSB 2003 um das Vierfache, indem er
Regierungsbehdrden in den Geheimdienst integrierte. 16 Monate später, im Juli 2004
unterschrieb er den „Erlass Nummer 870%“. Zwar blieben weite Teile des Papiers
geheim, doch schon die veröffentlichten Ausschnitte zeigten, wie dem FSB wieder
ähnliche Vollmachten gestattet wurden wie einst dem KGB. Der Geheimdienst kann
seitdem von niemandem mehr kontrolliert werden außer vom Präsidenten. Auch die
Staatsanwaltschaft hatte mit Putins Erlass kaum noch Möglichkeiten, gegen Personen
aus dem FSB vorzugehen.”” Wer den KGB-Mitarbeitern einen solchen Freibrief
ausstellt, weiß, was er für die russischen Bürger bedeutet: Willkürliche Verhaftungen,
Korruption, Einschüchterungen und ungeklärte Morde.

B.2. Putins Pressediktatur

Der Journalist Udo Ulfkotte enthüllte 2014 mit seinem Bestseller „Gekaufte
Journalisten“ die korrupten Lobbynetzwerke, die im Hintergrund Einfluss auf
Berichterstattung in deutschen Medien ausüben. Er kam zu dem vernichtenden
Schluss: Mit Wahrheit, Objektivität und Unabhängigkeit hat das, was die meisten Medien
da im deutschsprachigen Raum beständig produzieren, heute absolut nichts mehr gemein.
Eher schon mit einer Art der Gleichschaltung.*® Ulfkotte war im Ressort Außenpolitik
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) lange Jahre als „gekaufter Journalist” tätig
und weiß deshalb exakt, wovon er spricht. In den 80er- und 90er-Jahren ließ sich
Ulfkotte teure Luxusreisen von Militärdiktaturen wie Nigeria, Äthiopien, Südafrika
oder Oman finanzieren, um deren Regimes in seinen Reiseberichten zu verharmlosen.
Er wurde von der amerikanischen Stiftung „German Marshall Fund“ gefördert, die
beste Beziehungen zu den amerikanischen Geheimdiensten hatte. So kam Ulfkotte
sogar in Kontakt mit dem damaligen CIA-Boss James Woolsey, der ihn am Telefon
über eine Stunde beriet. Er unternahm Dienstreisen mit hochrangigen Politikern,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (135)
und seine Artikel wurden ihm gelegentlich von BND-Mitarbeitern eingeflüstert.
Ulfkotte nutzte seine Nähe zu den Eliten aus, da er und die FAZ prächtig an den
gekauften Artikeln verdienten. Der moralische Wendepunkt kam für Ulfkotte, als ein
CDU-Politiker ihm den Auftrag geben wollte, den damaligen rheinland-pfälzischen
Ministerpräsident Kurt Beck auszuspionieren. Schlagartig ekelte sich Ulfkotte vor
sich selbst und lehnte den Auftrag ab. Heute schämt sich Ulfkotte für seine verlogene
Berichterstattung. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen, entschied er sich, seine
Erlebnisse publik zu machen und die manipulierte Berichterstattung in den deutschen
Medien aufzudecken.

Das ist einerseits lobenswert, andererseits muss man Ulfkottes Arbeit skeptisch
betrachten, denn er darf seine Meinung bei russischen Propaganda-Medien wie dem
Compact-Magazin, Russia Today oder Stimme Russlands zum Besten geben. Daran
ist erstmal nichts Verwerfliches, denn Ulfkotte muss die Meinung dieser Plattformen
nicht zwingend teilen, um bei ihnen aufzutreten. Wer seinen Bestseller „Gekaufte
Journalisten“ jedoch aufmerksam durchliest, wird feststellen, dass Ulfkotte Putins
Russland in keinem einzigen Satz negativ erwähnt. Es ist einfach, Ulfkotte zu
verteidigen, denn sein Enthüllungsbuch handelt eindeutig von den Lügen westlicher
Medien. Außerdem macht Ulfkotte im Gegensatz zu Jürgen Elsässer nicht den Fehler,
Putins Politik zu loben. Doch nur ein einziger Nebensatz hätte genügt, um sich von
allen Vorwürfen des Putinverstehers freizumachen. So wie z.B.: „Putin schränkt die
Pressefreiheit in Russland zwar massiv ein, aber als ‚gekaufter Journalist‘ der westlichen
Politiker, Unternehmen und Banken, ist es heuchlerisch, sich über die Pressefreiheit in
anderen Ländern zu beschweren.“ Das wäre eine klare Distanzierung vom gefährlichen
Pro-Putin-Kurs, den die alternativen Medien eingeschlagen haben. Ulfkotte erwähnt
zudem in keinem Satz des Buches, dass die angeblich proamerikanischen Netz-
werke, die er beschuldigt, die deutsche Presselandschaft zu lenken, vor wenigen
Jahren noch Propaganda fiir Putins Regime gemacht haben. (Siehe S.128) Es
scheint so, als ginge Ulfkotte in „Gekaufte Journalisten“ taktisch vor. Da er weiß, dass
die etablierten Medien nicht über ihn berichten werden, will er es sich nicht mit den
prorussischen Medien in Deutschland verderben. So schreibt Ulfkotte, die Beeinflussung
der deutschen Medien durch „transatlantische Freundschaftsorganisationen“ diene
u.a. dem Zweck, deutsche Eliten in Politik und Medien von der geistigen Blockbildung
mit Russland abzuhalten und auf proamerikanischem Kurs zu halten. Schließlich verfolgt
Washington in Europa klare Ziele, zu denen auch ein neuer Kalter Krieg gehört.” Damit
leugnet Ulfkotte erstens das ungeheure Aggressionspotenzial Putins und ignoriert
zweitens, dass Russland vor ein paar Jahren noch einer der wichtigsten Partner
der „proamerikanischen“ Lobbyorganisationen war. Im Jahr 2006 veröffentlichte
Rockefellers Trilaterale Kommission, die Ulfkotte in seinem Buch als „bedeutsamste
Organisation der westlichen Machtelite“*°° betitelt, den Bericht Engaging with Russia
The Next Phase, der von Sir Roderic Jones aus dem Vorstand von J. P. Morgan
Chase, Strobe Talbott aus dem CFR (der 2008 als Informant fiir den russischen
Auslandsnachrichtendienst enttarnt wurde), und dem japanischen Diplomat Koji
Watanabe verfasst worden war. Die Autoren setzten sich fiir eine langfristige strategische

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Partnerschaft mit den Russen ein, lobten Präsident Putins Wirtschaftsreformen und
seine Bereitschaft zu mehr Kooperation mit dem Westen. Das passt nicht mit dem
von Ulfkotte beschriebenen Ziel, westliche Eliten von der geistigen Blockbildung mit
Russland abzuhalten, zusammen.

Da sich Ulfkotte jegliche Kritik an der russischen Presse erspart, muss seine Kritik
an der deutschen Presse mit Vorsicht genossen werden. So schreibt er: Und wie wir
sehen, ist auch die ‚Pressefreiheit‘ bei diesem Theater eine gut gespielte Illusion.’ Da muss
man Ulfkotte definitiv widersprechen, denn die Pressefreiheit in Deutschland ist
real: Wurde jemals eines von Ulfkottes Büchern verboten? Wurde er schon mal
mit dem Leben bedroht? Sterben jährlich Dutzende deutscher Journalisten? Wann
wurde überhaupt mal ein Buch verboten? Macht Ulfkottes unabhängiger Kopp-
Verlag nicht Millionenumsätze?

Ist die Pressefreiheit hier in Deutschland also extrem eingeschränkt? Nein! Das
Problem ist jedoch, dass die großen Medienkonzerne und der staatliche Rundfunk in
Deutschland immer noch die Meinungsmacht besitzen. Sie haben das nötige Geld von
Unternehmen, Staat und Stiftungen, um das Volk täglich mit Propaganda zu berieseln.
Dass sie den Zuschauer anlügen, bedeutet nicht, dass sie die Pressefreiheit allgemein
einschränken. Sie schränken die Pressefreiheit nur bei sich ein. Wer wurde aber je
daran gehindert, ein eigenes Buch zu schreiben, seinen eigenen Blog, Verlag oder
Youtube-Kanal zu starten? Sicher gibt es auch hierfür Beispiele, doch sie halten
sich in Grenzen. Ulfkotte schreibt selbst darüber, wie die großen Zeitungsblätter in
Deutschland an Auflage verlieren und seine Bücher sich zu Bestsellern entwickeln.
Die Bücher des Kopp-Verlags strotzen nur so vor scharfer Kritik an der deutschen
Regierung. Dafür gewinnt der Verlag täglich dankbare Leser. Wäre dies so auch so
reibungslos in Russland möglich?

Wie hart die Rahmenbedingungen für unabhängigen Journalismus in Russland
sind, zeigt sich an der Zeitung „Nowaja Gaseta®, eine der letzten regimekritischen
Zeitungen Russlands. Die Zeitung wird nicht vom Staat oder dem Medienimperium
eines Oligarchen gefördert und ist deshalb ein Dorn im Auge der russischen Elite.
Seit dem Jahr 2000 wurden fünf Mitarbeiter der Nowaja Gaseta ermordet. Ihre
Rechtsanwälte sind jährlich mit 20 bis 30 Klagen gegen die Zeitung in Höhe von
mehreren Millionen Dollar beschäftigt. Immer wieder kommt es zu „dringenden
Kontrollen“ durch die russischen Finanzbehörden oder auch die Brandschutzbehorden,
bei denen die Redaktionsarbeit gestört wird.?* Zudem lebt die Zeitung in erster Linie
von Werbung und die unterlduft in Russland ein staatliches Genehmigungsverfahren,
bei dem die Nowaja Gaseta immer wieder benachteiligt wird. *°° Am 12. März 2015
sagte Chefredakteur Muratow in einem Interview, dass die Einstellung der Papierausgabe
nach dem 9. Mai wahrscheinlich sei, da der Hauptaktionir seine Zahlungen eingestellt
habe und es praktisch keine Anzeigenkunden gebe. Nowaja Gaseta könne nicht mit
den vom Staat subventionierten Medien konkurrieren.“

Da man in Putins Russland als Journalist fiir seine Meinung nicht selten mit
dem Leben bezahlen muss, ist es verstindlich, dass Oppositionszeitungen wie die
Nowaja Gaseta Sympathien fiir den deutlich freieren Westen hegen. Das macht sie

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (137)
aber nicht zu einem Organ der transatlantischen Eliten, denn in der Zeit, als Putin
der beste Freund des Westens war, bekam die Zeitung keinerlei Unterstützung aus
dem Westen. (siehe S.131) Ulfkotte zitiert einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung
aus dem Jahr 2014: Ein Artikel der regierungskritischen russischen Zeitung ‚Nowaja
Gaseta‘ berichtete vor einem halben Jahr darüber, dass eine ‚Agentur für Internet-Studien‘
in St. Petersburg 650 Franken pro Monat und gratis Essen für Personen anbietet, welche
im Internet regelmäßig Kommentare im Sinne des Kreml schreiben. Die Betreiber der
Agentur kämen aus dem Umfeld kremltreuer Jugendorganisationen.** Ul£kotte fällt nichts
Besseres ein, als auf die Recherchen einer Zeitung, deren Redakteure von der russischen
Staatsführung ermordet wurden und die aufgrund der Repressionen der Regierung
bald eingestellt werden muss, zynisch zu antworten: Das bewegt. Das geht nahe. Die
bösen Russen im Kreml bezahlen junge Menschen dafür, dass diese Internet-Propaganda für
die russische Regierung machen. Ein Skandal. Da bekommen arme Russen gratis Essen und
ein paar Euro im Gegenzug für Propaganda.” Man muss Ulfkotte lassen, dass er auch
im Falle der russischen Trolle von gekaufter Berichterstattung spricht, doch er erwähnt
in keinem einzigen Satz, dass in Russland seit dem Untergang der Sowjetunion
mehr als 300 Journalisten ermordet wurden, davon weit über 100 in Putins
Amtszeit. Wer in Russland laut sagt, was er denkt, nimmt ein enormes Risiko auf sich.
Die Ermittlungen verlaufen meist im Sande und kaum ein Journalistenmord wird je
aufgeklärt. Gekaufte Berichterstattung ist hingegen kein Verbrechen. In einer freien
Marktwirtschaft würden Unternehmen weiterhin Geld in manipulierte Zeitungsartikel
stecken, die ihr Produkt empfehlen.

Wie sollte man das verhindern? Es würde aber niemand dazu gezwungen, die in
den Zeitungen empfohlenen Produkte zu kaufen. Politische Manipulation fiele sowieso
weg, da es keine Politik mehr gäbe. Gekaufte Schleichwerbung ist zwar moralisch
äußerst zweifelhaft, aber rechtlich nicht zu verhindern, da niemandem damit direkt
geschadet wird. Schon heute tauschen sich die schlauen Kunden lieber im Internet aus,
anstatt auf geschmierte Billigmagazine am Kiosk zu hören. Zur Pressefreiheit gehört
es eben auch, einen erfundenen Artikel zu schreiben, der von einem wohlhabenden
Gönner bezahlt wird. Es liegt am Kunden, den Schwindel zu durchschauen.

Die tendenziose Berichterstattung, die Ulfkotte den deutschen Medien
vorwirft, kann man ihm umgekehrt auch vorwerfen. Seine Berichterstattung hat
die Tendenz, die USA als imperialen Kriegstreiber darzustellen und Russland als
das arme, unschuldige Opfer zu verteidigen. Der dunklen Realität in der unfreien
russischen Medienlandschaft wird von den alternativen Medien, die „Spiegel“, „BILD“,
„ZEIT“ und die „Tagesschau“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit als „Lügenpresse“
beschimpfen, stillschweigend der Rücken zugedreht.

Die russischen Medien stehen heute nahezu vollständig unter direkter oder
indirekter staatlicher Kontrolle. Zwar hatten schon unter Jelzin regierungsnahe
Oligarchen wie Wladimir Gussinski und Boris Beresowski die vermeintlich „privaten“
größten Fernsehsender des Landes gesteuert, aber ähnlich wie im deutschen
Fernsehen wurde der Zuschauer hin und wieder mit äußerst regierungskritischer

Berichterstattung überrascht. Obwohl der Sender NTW des Oligarchen Wladimir

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (138)
Gussinski vorwiegend massive Propagandaarbeit im Auftrag des Kremls leistete, galt
er als Wahrzeichen der Pressefreiheit. Gelegentlich strahlte der Sender - wohl gegen
der Willen Gussinskis - investigative Reportagen und Enthüllungsgeschichten aus, die
den Machthabern nicht schmecken konnten. Im März 2000 steckte der Sender seine
Nase zu tief in die Angelegenheiten des KGB: Er strahlte eine Polit- Talkshow mit dem
Namen „Unabhängige Untersuchung“ aus, in welcher der Fall Rjasan (siehe S.105 f.)
neu aufgearbeitet wurde. Zu Gast waren Bewohner des Wohnviertels in Rjasan, die
dem FSB die offizielle Erklärung nicht abkauften, er habe am 22. September 1999
eine Übung durchgeführt. Alexander Sergeew, ehemaliger Leiter der FSB-Abteilung
in Rjasan, verhedderte sich bei Fragen des Publikums in Widersprüche. Er bestand
darauf, dass sich in den Säcken in Rjasan Zucker befunden habe, obwohl weder
FSB- noch Polizeiexperten vor Ort die Substanz als Zucker erkennen konnten. Das
Publikum kam einhellig zu dem Schluss: Die Bombe war echt und mit der Absicht
platziert, den Kaukasus-Konflikt zu verschärfen. Ein Botschafter des Kremls hatte nach
Aufzeichnung der Show am 23. März 2000 gedroht, NTW zu zerstören, sollte die
Sendung ausgestrahlt werden. Am 24. März wurde die Show dennoch ausgestrahlt und
ein Millionenpublikum erfuhr von der gescheiterten False-flag-Attacke des FSB. Zwei
Tage später wurde Wladimir Putin zum neuen Präsidenten der Russischen Föderation
gewählt. Um eine erneute Blamage des FSB zu verhindern, machte er sich daran,
NTW und den Besitzer Gussinski zu zerstören. Am 11. Mai 2000 stürmten
maskierte, mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten die Büros von Gussinskis
Firma Media- MOST, der Muttergesellschaft von NTW. Die Bundesanwaltschaft
ermittelte wegen Betrugs gegen Gussinski. **> Es gehört zum russischen System, dass
Oligarchen, die nicht mitspielen, jederzeit der - schwammig definierten - „Korruption“
oder „illegaler Geschäfte“ bezichtigt werden können, da sogar ein Kleinunternehmer
dank der überbordenden russischen Bürokratie in die Lage eines „Verbrechers“ versetzt
wird. Gussinski war unter Putin vogelfrei, weil er nicht mitspielte. Nachdem er mehrere
Tage in Untersuchungshaft verbracht hatte, unterzeichnete Gussinski am 20. Juli eine
Vereinbarung darüber, seine Medienholding an Gazprom zu verkaufen. Er verließ
Russland sofort und ließ sich in seiner Villa im spanischen San Roque nieder. Später
sagte er, der Verkauf von NTW sei seiner Meinung nach null und nichtig, weil man ihn
zum Unterschreiben des Vertrags gezwungen habe.*°

Der Oligarch Beresowski mit seinem TV-Sender ORT katapultierte sich
kurze Zeit später ins politische Aus. Am 12. August 2000 ereignete sich während
eines Übungsmanövers eine gewaltige Explosion am Bord der Kursk - ein mit
Marschflugkörpern bestücktes Atom-U-Boot der russischen Nordmeerflotte. Die
Kursk mit ihrer 118 Mann - Besatzung an Bord sank auf den hundert Meter tiefen
Meeresboden. Mindestens 23 Menschen überlebten im Inneren des Bootes und
verbrachten mehrere Tage in qualvoller Enge auf dem Grund des Ozeans. Die ganze
Welt sah dem Fiasko zu, das für Putin zu einer riesigen PR-Katastrophe werden sollte.*°°
Beresowskis ORT blieb nichts anderes übrig, als über die Katastrophe zu berichten.
Putin befand sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub und die russische Regierung bekam
keine Rettungsaktion für die zunächst überlebenden Soldaten zustande. ORT zeigte

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Aufnahmen von Putin, wie er auf dem Schwarzen Meer Wasserski fuhr und auf seiner
Datscha in Sotschi Grillpartys gab, während die Besatzung der Kursk ums Überleben
kämpfte. Nachdem die Regierung vier Tage gezögert hatte, um die Hilfsangebote
Norwegens und die Englands für eine Rettungsaktion anzunehmen und es weitere drei
Tage dauerte, die ausländische Rettungsmannschaft an den Unglücksort zu bringen,
fanden die britischen Taucher keine Überlebenden mehr, nachdem sie den Notausstieg
der Kursk geöffnet hatten.“ Putins Faulheit und Gleichgültigkeit hatte 23 Menschen
das Leben gekostet, doch anstatt Selbstkritik zu üben gab er Beresowkis TV-Kanal
die Schuld für das Debakel. Bei ihrem nächsten Treffen am 20. August 2000 machte
Putin Beresowski klar: ORT ist der wichtigste Sender Russlands. Er muss unter Einfluss
der Regierung stehen. Wir haben unsere Entscheidung gefällt.*°® Beresowski weigerte
sich anfangs, den Sender in die Hände Putins zu legen. Doch letztendlich blieb dem
ehemaligen Paten des Kremls nichts anderes übrig, als Russland zu verlassen, da Putin
die Jagd auf ihn eröffnet hatte. Der Kreml schickte Beresowski, der sich in seiner Villa
an der Cote dAzur aufhielt, Mitte Dezember 2000 einen Unterhändler. Es war der
schüchterne Roman Abramowitsch, der Beresowski bald ersetzen sollte. Abramowitsch
teilte Beresowski mit besten Grüßen von Putin mit: Du weißt, dass sie dir ohne weiteres
deinen Kanal wegnehmen könnten. Aber um allen den Übergang zu erleichtern, haben
wir uns darauf geeinigt, dass ich ihn dir in ihrem Namen abkaufen werde. Ich biete dir
150 Millionen Dollar. Das ist ein großzügiges Angebot.“ Beresowski hatte keine andere
Wahl, als dem Verkauf zuzustimmen, da der Kreml einen seiner engsten Vertrauten
als Geisel ins Gefängnis gesteckt hatte. Abramowitsch und Beresowski besiegelten die
Transaktion am selben Tag mit Handschlag. Heute gehört ORT als nach wie vor größter
TV-Sender Russlands zu 75 Prozent der russischen Regierung und zu 25 Prozent einer
staatsnahen Medienholding.

Putins Kampf gegen die Oligarchen entsprang nicht seiner Sorge um das russische
Volk, das er vor den korrupten Geschäftsmännern schützen wollte. Im Gegenteil:
Die Oligarchen waren Putin nicht korrupt genug, denn ihre Fernsehsender klärten
vereinzelt über die Verbrechen Putins auf. Und wie schon erwähnt: Putin kämpfte nicht
gegen „die Oligarchen®. Er warf lediglich drei Oligarchen aus dem Land, die ihm nicht
genehm waren: Gussinski, Beresowski und später Chodorkowski. In einer Rede aus
dem Jahr 2005 verkündete Putin, die Medien seien endlich von der Zensur durch
die Oligarchen befreit worden.”° Damit hatte er Recht: Er zensiert die Medien
heute noch effektiver als die alten Oligarchen.

Heute liegen 85 Prozent der russischen Medien in Staatshand und der kleine
Rest wird wie zu Jelzins Zeiten indirekt über Oligarchen vom Staat kontrolliert.
Die unter Jelzin wenigstens sporadisch geäußerte Kritik an der Regierung, ist unter
Präsident Putin nicht mehr zu hören. Die Nachrichten gleichen einer demütigen
Hofberichterstattung, die ohne jeglichen kritischen Grundton über Putins Besuche,
Reden und Entscheidungen berichtet. Putin inszeniert sich als U-Boot-Kapitän, Jäger
und Jetpilot. Als Taucher entdeckte der über Sechzigjährige zwei Antike Vasen auf
dem Grund des Meeres. Später musste sein Sprecher eingestehen, dass es sich um
eine Inszenierung gehandelt hatte, da auf den Vasen keine Spuren von Algen oder

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Muscheln zu sehen waren. Der Personenkult um den russischen Präsidenten nimmt
immer absurdere Züge an.

Die gleichgeschaltete Presse schützt die Rechtsverstöße der Regierung, Skandale
werden nicht publik und die Opposition findet kaum noch statt. Die Journalisten
sind Propagandisten und Agitatoren. Die Medien vermitteln den Eindruck, als gäbe
es keinerlei Alternative zu der herrschenden Regierungspartei. So kann Putin auch
vertuschen, dass 55 Prozent der russischen Wähler nicht daran glauben, dass die
Wahlen die Meinung des Volkes widerspiegeln.“ Die Wahlfälschungen in Russland
sind wohldokumentiert und weitaus offensichtlicher als im Westen. Kaum eine Region
Russlands, aus der nicht von haarsträubenden Betrügereien und Unregelmäßigkeiten
beim Urnengang zu hören war. Die kritische Wahlbeobachtungsorganisation „Golos“,
die bereits vor den Wahlen 2011 massive Regelverstöße bemerkt hatte, wurde in den
Medien als fünfte Kolonne Washingtons attackiert. In der Tat bekam Golos seine
Finanzmittel aus den USA, doch warum sollte man sie anfeinden, wenn man selbst
nichts zu verbergen hat? Die Kritik am Ablauf der Wahlen wurde auch von einem
großen Teil der russischen Zivilbevölkerung wärmstens begrüßt.

Da Politiker im Westen natürlich auch korrupt sind und Wahlfälschung sicherlich
auch an der Tagesordnung, kann Putin jegliche Frage nach Pressefreiheit in Russland
mit dem Hinweis auf die Doppelmoral des Westens beiseite wischen. Auf die Frage
eines deutschen Journalisten beim EU-Russland-Gipfel 2007 in Samara, ob er wirklich
ein „lupenreiner Demokrat“ sei, antwortete er: Gibt es denn irgendwo eine lupenreine
Demokratie? In Deutschland zum Beispiel?”* Jede Rechtfertigung Putins vor dem Westen
läuft nach diesem Muster: Putin sagt, er habe ein reines Gewissen, weil der Westen
nicht besser sei als Russland. So wie ein Arzt, der einen Kranken nicht behandelt, nur
weil es irgendwo auf der Welt Menschen gibt, die genauso krank sind wie der Patient.
So arbeiten auch die alternativen Medien, die beim Thema „Russland“ ständig ein Auge
zudrücken, da der immer unfreier werdende Westen inzwischen im Glashaus sitzt.

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C. Die russische Wirtschaft
C.1. Putins Maximalstaatshölle

Die auf den Untergang des Sowjetimperiums folgende Pseudoprivatisierung,
die sich bei genauerer Betrachtung als Re-Sowjetisierung unter dem Deckmantel der
Marktwirtschaft entpuppte, war von der Kommunistischen Partei bereits Ende der
70er-Jahre in die Wege geleitet worden. Die alten kommunistischen Herrscher
wollten ihren Untertanen den Kapitalismus als den von ihnen prophezeiten
Albtraum verkaufen, sodass sie nach allerlei Torturen eine Rückkehr zur
kommunistischen Ideologie fordern sollten. In einem seiner zahllosen Memoranden
an die CIA, die allesamt auf taube Ohren stießen, versuchte Anatoliy Golitsyn im
Herbst 1990 die wahre Natur der neuen russischen Marktwirtschaft zu erklären: Der
Westen versteht nicht den radikalen Unterschied zwischen einer echten kapitalistischen
westlichen Wirtschaft und einer sowjetischen Quasi-Marktwirtschaft. Im Westen besitzen
und führen die kapitalistischen Klassen vom GrofSindustriellen bis zum kleinen
Ladenbesitzer ihre Geschäfte. Die UdSSR hat ihre kapitalistischen Klassen physisch
eliminiert. Die Partei und der Staat werden die Schlüsselindustrien auch weiterhin
besitzen und leiten. Nur kalkulierte Marktelemente werden in etwas eingeführt werden,
das auch weiterhin grundsätzlich eine Planwirtschaft bleiben wird. Der Westen und
die internationalen Finanzinstitutionen sind naiv, wenn sie etwas anderes erwarten.“®
Den Eindruck, den der russische Normalbürger von der freien Marktwirtschaft
bekommen sollte, war, dass es unter dem kommunistischen System trotz aller
Entbehrungen leichter war, seinen Alltag zu bewältigen, da der Staat ihn mit den
nötigsten Gütern versorgte. Zu seiner Verwunderung nahm seine wirtschaftliche
Not nach den vermeintlichen wirtschaftlichen Liberalisierungen in den meisten Fällen
weiter zu.

Die Privatisierung des sowjetischen Staatsvermögens vollzog sich in zwei Phasen, die
beide kaum etwas an den ehemaligen Besitzverhältnissen in der Sowjetunion änderten.
In der ersten Phase nach dem Ende der sowjetischen Planwirtschaft, wurde 1992 unter
den führenden Reformern Jegor Gaidar und Anatoliy Tschubais das alte sowjetische
Staatseigentum zu gleichen Teilen an die russische Bevölkerung verteilt - so die Version
der Behörden und der zwei Reformer, die beide dem kommunistischen Staatsapparat
treu gedient hatten. Schon unter Gorbatschow waren Tschubais und Gaidar für ihre
Aufgabe geschult worden, die russische Wirtschaft oberflächlich zu reformieren,
doch dabei möglichst wenig an den alten Strukturen zu rütteln. Die Rückführung
des sowjetischen Staatseigentums an das Volk verlief folgendermaßen: Jeder Bürger
bekam einen Aktien-Gutschein im Wert von 10 000 Rubel (80 Dollar) geschenkt.
Das entsprach im damaligen Russland zwei monatlichen Durchschnittslöhnen.
Das Staatskomitee für Eigentum hatte zuvor den Wert des gesamten russischen
Industrie-Anlagevermögens errechnet. 35 Prozent dieses Anlagevermögens (12 Mrd.
Dollar) wurden unter den 150 Millionen Russen verteilt. Die russische Regierung
schätzte das gesamte russische Staatseigentum auf den extrem niedrigen Wert

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (142)
von 36 Milliarden Dollar und verteilte lediglich ein Drittel davon an die Russen.
Für den einzelnen Russen bedeutete dies: 80 Dollar als Entschädigung für über 70
Jahre Kommunismus. Schon um das Jahr 1990 herum, hatte die Sowjet-Elite damit
begonnen, ihre Finanzmittel auf durchsichtigen Kanälen ins westliche Ausland zu
transferieren. Die Summe des außer Landes gebrachten Sowjetvermögens wird auf
500 Milliarden Dollar geschätzt. Nun bekamen die Normalbürger einen Bruchteil
davon: 12 Milliarden Dollar in Gutscheinen, die von der russischen Zentralbank
frisch gedruckt worden waren. Diese Gutscheine mussten in den Aktien jener rund
4300 Großunternehmen angelegt werden, die der Staat zur Privatisierung ausersehen
hatte. Die sogenannte „Privatisierung“ stellte für den Normalbürger einen 80
Dollar Gutschein dar, den er nun in die Aktien eines Unternehmens investieren
durfte, dessen Erfolgsaussichten ihm vollkommen ungewiss waren. Das Leben im
Kommunismus hatte den Russen jeglichen Unternehmergeist oder ein wirtschaftliches
Gespür ausgetrieben. Die Russen bekamen die Gutscheine, doch wussten sie nicht, was
sie mit ihnen anfangen sollten. Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage, tauschten
Millionen Russen die Gutscheine auf dem Schwarzmarkt in Rubel um und kauften
von dem Geld Waren, anstatt Wertpapiere. Die alte russische Nomenklatura wusste
hingegen, in welche Betriebe sie zu investieren hatte und kaufte deren Aktien. Dabei
stachen v.a. die Jungunternehmer aus der kommunistischen Jugendorganisation
Komsomol hervor, die von Präsident Gorbatschow schon 1988 im Zuge der
Perestroika die exklusive Erlaubnis bekommen hatten, in der Sowjetunion kleine
Unternehmen zu gründen. So konnten sie hohe Profite erzielen und innerhalb von
zwei Jahren ein Privatvermögen erwirtschaften, von dem der durchschnittliche russische
Arbeiter nur träumen konnte. Dieser hatte nun mal nicht das Recht, eine Firma zu
gründen und besaß nicht die Protektion der herrschenden Elite, was auch im neuen
Russland die wichtigste Voraussetzung für geschäftlichen Erfolg darstellte. Wer bisher
kein Vermögen hatte, hatte auch keine Chance, angemessen von der Privatisierung zu
profitieren. Was waren schon 80-Dollar-Aktien, wenn ein Komsomol-Unternehmer
einen ganzen Staatsbetrieb für eine Million Dollar aufkaufte, dessen Wert sich in den
nächsten Jahren verzigfachen sollte?

Die vier Gruppen, die schon in der Sowjetunion über Geldmittel verfügten und
deshalb auch von dem Verkauf des Staatsbesitzes profitierten, waren: Die Komsomol-
Unternehmer, die alten Apparatschiks, die Ex-Direktoren der kommunistischen
Betriebe und die illegalen Schwarzmarkt-Händler. Auch zu Sowjetzeiten hatte es im
ganzen Land lokale kriminelle Banden gegeben, die neben Schwarzmarktgeschäften
auch Drogenhandel, Glücksspiel und Prostitution betrieben. Da das organisierte
Verbrechen in jedem Staat eng mit der Regierung vernetzt ist, gibt es keinen Grund
anzunehmen, dass dies nicht auch in der Sowjetunion der Fall war. Mit der Öffnung
der Wirtschaft bekamen die Kriminellen die Chance, ihr illegales Geld zu waschen
und in profitträchtige legale Unternehmungen einzusteigen. Gleichzeitig entstanden
unter der Regie des KGB neue Mafia-Banden, die aufstrebende Unternehmer aus
der russischen Unterschicht durch Schutzgelderpressungen unter Druck setzten. Die
sogenannten „Oligarchen“, die die Filetstücke der russischen Wirtschaft an sich

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rissen, entstammten entweder der Mafia oder dem KGB, wobei die Trennung
zwischen diesen beiden Organisationen sowieso nicht eindeutig zu ziehen ist. Wie
der Soviet Analyst berichtete, wurden neben der Rekrutierung von Kriminellen
junge KGB- und GRU-Agenten speziell für die Konservierung der sowjetischen
Wirtschaft unter der Kontrolle der Geheimdienste vorbereitet. Angehende
Agenten seien damals buchstäblich von ihren Vorgesetzten gefragt worden, ob sie
nicht Lust hätten, Milliardär zu werden. Und nicht wenige von ihnen sollten später
zu den Oligarchen werden, die Jelzins Russland prägten.*”“

Die „Roten Direktoren“ aus der Sowjetunion , die die einzelnen Betriebe für
die Kommunistische Partei geleitet hatten, verschoben ihre Gelder kurz vor der
Privatisierung auf ihre eigenen Tochterfirmen und kauften ihre Betriebe später als
Privatpersonen zurück. Zudem wurde die Mehrzahl der Betriebe im ersten Schritt der
Volksprivatisierung nicht einmal enteignet, sondern blieb in der Hand der Direktoren
bzw. des Staates. Der Staat hatte nur 4300 Betriebe zur Privatisierung ausersehen.
Anstatt Russland zu entsowjetisieren und die alten Parteikader zu bestrafen,
sollten sie die Liberalisierung des neuen Russlands übernehmen. Kein Wunder,
dass die Russen bald die Hoffnung auf die Marktwirtschaft wieder verloren hatten.

Im zweiten Schritt der Privatisierung unter Jelzin hatte das russische Volk überhaupt
nichts mehr mitzureden. Mit seinem Gutscheinprogramm hatte das „Staatskomitee
für Eigentum“ von Anatoliy Tschubais Mitte der Neunziger einen großen Teil
der russischen Wirtschaft „privatisiert“. Dabei waren in der Tat viele Klein- und
Mittelstandsfirmen geschaffen worden, die zwar meist von Günstlingen des Systems
geleitet wurden, sich dennoch dem nationalen und internationalen Wettbewerb stellen
mussten. Die größten Unternehmen hatte Tschubais aber noch nicht angerührt: Öl-,
Gas- und Mineralstofffabriken, Telekommunikation und Militärindustrie wurden
immer noch von den denselben Leuten geleitet, die schon zu Sowjetzeiten das Ruder
in der Hand hatten. Viele schröpften die Konzerne durch Dritthändler, wuschen die
Profite oder bunkerten sie in ausländischen Offshore-Steuerparadiesen.?’”> Die Manager
der großen staatlichen Betriebe wurden als „Direktorenkorps“ bezeichnet. Sie trauerten
den Zeiten der UdSSR nach und glaubten an eine Rückkehr zur Planwirtschaft, die
durch die Wahlerfolge der Kommunistischen Partei in greifbare Nähe gerückt war.
Durch die von Tschubais verordnete „Schocktherapie“, die sich den Anstrich einer
Marktwirtschaft gab, doch in Wahrheit die Kronjuwelen Russlands in staatlicher Hand
beließ oder sie den mit dem Staat verknüpften Oligarchen überreichte, sollte in der
russischen Bevölkerung der Eindruck erzeugt werden, die Marktwirtschaft habe
schon in ihrem Anfangsstadium versagt. Das Volk gab die Schuld für den Absturz
des Lebensstandards den marktwirtschaftlichen Reformern wie Tschubais und der
neu entstandenen Milliardärs-Schicht, die sich selbst als „Kapitalisten“ bezeichneten,
um den Eindruck zu erwecken, sie seien ernsthaft daran interessiert, Russland freie
Märkte zu geben. Das verbrecherische Verhalten dieser Personengruppe wurde generell
mit freier Marktwirtschaft und Kapitalismus gleichgesetzt, womit die Grundlage für
ein Wiedererstarken der kommunistischen Ideologie erschaffen wurde. Tschubais
appellierte in der Öffentlichkeit mit nahezu religiöser Inbrunst an die Kraft des freien

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (144)
Marktes, wiederholte immer wieder, dass sich durch Privatbesitz letztlich alle sozialen
und politischen Probleme lösen ließen. Dies habe schon Adam Smith mit seiner
unsichtbaren Hand bewiesen.”° Damit zog er den Hass der verarmten Unterschicht
auf sich, die unter seiner in Wahrheit zutiefst sozialistischen Politik zu leiden hatte.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 1996 sah es düster aus für Jelzin. Den
Oligarchen der ersten Stunde wurde klar, dass bei den anstehenden Wahlen Jelzin
durch den kommunistischen Kandidaten abgelöst werden könnte. Die Rückkehr
zum Kommunismus war für die russischen Strategen allerdings nicht vorgesehen,
stattdessen „Die Ära weltweiten demokratischen Friedens“, die Errichtung einer
kommunistischen Weltregierung im Bund mit dem Westen, getarnt als Demokratie.
Ein Wiederaufleben des Kommunismus‘, der sich auch als solcher bezeichnet, wäre vom
Westen als Gefahr interpretiert worden. Sicher waren die Kommunistische Partei und
Jelzin in die strategischen Pläne eingeweiht. Die Machtergreifung der Kommunisten
war nie vorgesehen, doch diente sie Jelzin als drohende Gefahr, um seine Politik zu
rechtfertigen. So wurde die zweite Phase der Pseudoprivatisierung als Reaktion auf die
kommunistische Bedrohung verkauft. Jelzin verkaufte seinen Wählern, die Regierung
brauche dringend Geld, da seine Regierung in großen Finanzschwierigkeiten stecke.
Die finanziellen Löcher müssten umgehend gestopft werden, denn ein Staatsbankrott
wäre Wasser auf die Mühlen der Kommunisten.

Tschubais wurde von Jelzin beauftragt, sich an den einzigen Wirtschaftszweig
des Landes zu wenden, der über ausreichende Geldmittel verfügte: Dem neu
entstandenen Finanzsektor. Dieser war nach westlichen Linien aufgebaut worden:
Mit einer von der Regierung kontrollierten Zentralbank, einem auf der Grundlage
des Teildeckungsprinzips operierenden Kartell kommerzieller Banken und einer
konvertierbaren Papiergeldwihrung.””” Auch das neue russische Geldsystem war
staatlich! Tschubais wählte eigenhändig ein paar Dutzend Bankiers aus, denen er, im
Austausch für neue Kredite, Russlands Filetstücke anbot: Gas, Öl, Mineralien und Teile
der industriellen Infrastruktur. Ein Konsortium von Banken bot dem Staat einen 1,8
Milliarden Dollar Kredit an, der durch Anteile an Staatskonzernen abgesichert werden
sollte. Nach dem Ende der einjährigen Kreditlaufzeit sollte der Staat die Anteile wieder
zurückkaufen können. Der Clou an der Sache war jedoch die Tatsache, dass, wenn
der Staat die Kredite nicht ordnungsgemäß begleichen sollte, die Anteile endgültig an
die Kreditgeber übergehen würden. Noch vor den kritischen Präsidentschaftswahlen
wurden riesige Teile der russischen Wirtschaft im Rahmen des Kredite-für-Aktien-
Programmes, das Ende August 1995 genehmigt wurde, an das Konsortium versteigert.
Die Auktionen wurden so durchgeführt, dass sie vor den Wahlen stattfanden. Die
eigentliche Übernahme geschah jedoch erst nach den Wahlen. Die Oligarchen hatten
also ein sehr großes Interesse an der Wiederwahl Jelzins gegen die Kommunisten.
Der Ablauf der Auktionen entsprach keinem geordneten, transparenten
Verfahren. Teilnehmen konnten nur ausgewählte Banken und Finanzgruppen,
auf Einladung der Präsidialverwaltung und der engsten Jelzin-Clique.””® Der
Ausgang der Versteigerungen war von dem engen Kreis um Jelzin entschieden worden.
Die Finanzmagnaten, die Jelzin auswählte, hatten ihren Aufstieg allein ihren guten

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Kontakten zu Regierungsstellen und Politikern zu verdanken. Nun wurden sie von
Jelzin erneut begünstigt, indem sie riesige Unternehmen zu Spottpreisen bekamen.
Dafür mussten sie sich nur um eine Wiederwahl des Präsidenten kümmern, denn
die Kommunisten drohten mit einer Enteignung der neuen Oligarchen. Nachdem
die Wiederwahl Jelzins geglückt war, erklärte seine Regierung, sie könne den
Kredit von 1,8 Milliarden nicht zurückzahlen und die Konzerne gingen an die
Oligarchen über. Die berühmtesten russischen Oligarchen wie Boris Bereswski,
Michail Chodorkowski und Roman Abramowitsch hatten sich bei Jelzins Auktion
Unternehmen gesichert, deren realer Wert teilweise um das Hundertfache höher lag
als der lächerliche Verkaufswert. Boris Beresowski wurde z.B. die Ölgesellschaft Sibneft
anvertraut, die er für 100 Millionen Dollar erwarb und deren Wert nach kurzer Zeit
auf 20 Milliarden Dollar stieg. Jelzin hatte ihnen die Unternehmen quasi geschenkt.
Mal wieder ein abgekartetes Spiel, das Tschubais später folgendermaßen erklärte: 7996
hatte ich die Wahl zwischen einer Machtübernahme durch die Kommunisten oder einem
russischen Raubtierkapitalismus. Ich entschied mich für den Raubtierkapitalismus.*”
Das erinnert an die Strategie der Illuminati, die sich rhetorisch für die Freiheit des
Individuums aussprachen, doch heimlich eine Weltregierung ohne freie Marktwirtschaft
planten. (siehe S.47 f.)

In Russland leben, wie wir erfahren konnten, sehr viele Milliardäre, die ihr Geld
auf unlautere Art verdient haben. Doch das trifft auch auf den Westen zu. Dass der
Wohlstand des Durchschnittsrussen seit dem Ende der Sowjetunion gestiegen ist, ist
selbstverständlich. Das Compact-Magazin fordert keine Rückkehr zum Kommunismus.
Während sich Elsässer breit zu außenpolitischen Themen äußert, schweigt er aber
zu den realen Lebensumständen in Russland. Während das Compact-Magazin die
EU-Sanktionen in der Krim-Krise als Teil eines Wirtschaftskrieges gegen Russland
verkauft, wird nicht erwähnt, wer den bisher verheerendsten Krieg gegen die
russische Wirtschaft geführt hat: Die russische Regierung.

C.2. Der Krieg gegen die eigene Bevölkerung

Um Putin und den Oligarchen ihr Monopol auf Reichtum zu sichern, setzt
Russland einen riesigen Beamtenapparat ein, der das Volk bei Fuß halten und
das Kleinunternehmertum schon an der Wurzel ausrotten soll. Die gewaltige
bürokratische Maschinerie ist darauf angelegt, dem einzelnen Menschen das
Rückgrat zu brechen und ihm keine Chance auf unternehmerische Freiheit zu
geben. Allein die Ausstellung eines Passes oder ein Umzug wird für jeden Russen zu
einem Spießrutenlauf durch die Behörden. Die Hälfte seiner Lebenszeit verbringt jeder
Mensch in den Ländern der früheren Sowjetunion damit, unter Aufwand all seiner Kräfte
irgendwelche völlig unnötigen Papiere aufzutreiben, mit denen er unnötigen Behörden
beweisen muss, dass er ein Mensch und kein Kamel ist, spottete der weißrussische
Reformer Stanislaw Schuschkewitsch.”® Zwar senkte Putin die Sozialabgaben, doch
Unternehmer, die diese Sozialabgaben bezahlen wollen, müssen sich durch die
russische Finanzbürokratie quälen. Das ist so zeitaufwendig, dass viele Unternehmer

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einen hauptberuflichen Schlangensteher beschäftigen. Allein auf Bundesebene gibt es
heute mehr als doppelt so viele Beamte wie zu Sowjetzeiten: rund 1,5 Millionen -
Lehrer und Mitarbeiter von Armee und Sicherheitsdienst nicht mitgerechnet.?® Die
Sowjetunion hatte die völlig verstaatlichte Wirtschaft ihrer 15 Republiken mit halb so
viel Staatsdienern verwaltet. Die Gehälter im Staatsdienst liegen im Durchschnitt
dreimal höher als die des normalen russischen Arbeiters, doch die Jobs sind in
allererster Linie beliebt, weil sie die Chance bieten, Bestechungsgelder zu kassieren.
Der niedere Staatsdienst bietet einen Ausweg aus der Armut, denn Bürokratie ist das
profitabelste Geschäft in Russland, wie der Antikorruptionskämpfer Kirill Kabanow
beklagt. Wer sich clever anstellt, kann bei Durchschnittslöhnen von 700 Dollar im
Monat bis zu einer Million Dollar im Jahr nach Hause bringen.“ Wer will da noch
einen handwerklichen oder technischen Beruf erlernen, wenn er ohne viel Arbeit den
Reichtum seiner Mitmenschen abschöpfen kann? (siehe S.64) Da die Hoffnung auf eine
selbstbestimmte Zukunft bei den meisten jungen Russen längst verflogen ist, träumen
sie heute aufgrund der finanziellen Vorteile von einer Karriere im Staatsapparat. Das
führt dazu, dass sich das produzierende Gewerbe in Russland kaum weiterentwickelt.

Durch den Aufbau eines massiven Beamtenapparats, der dem Normalbürger den
Zugang zum russischen Markt wie eine Mauer verschließt, wurde das kurze Aufleben
des kleinen und mittleren Unternehmertums in der Jelzin-Ära wieder zunichte gemacht.
Der Durchschnittsbürger kann es im heutigen Russland kaum zu Wohlstand bringen,
ohne sich selbst zu kompromittieren, indem er Behörden besticht oder die Vielzahl
der diffusen Gesetze ignoriert. Man wird zwangsläufig in die Lage eines Verbrechers
versetzt. Die Obrigkeit kann die widersprüchlichen Regeln des russischen Rechtskorpus
je nach Bedarf aktivieren oder ruhen lassen: Wer dem System ein Dorn im Auge ist,
kann schnell mit einer Strafanzeige wegen Korruption oder Steuerhinterziehung aus
dem Verkehr gezogen werden. Weil unter Wladimir Putin die Presse gleichgeschaltet
wurde, ist der Nährboden für Rechtsverstöße durch die Behörden heute ideal.?®' Die
russische Bevölkerung ist den straffreien Beamten hilflos ausgeliefert.

Doch der korrupte Staatsapparat ist nicht die einzige Hürde für Unternehmer:
Der Unternehmer, der heute in St. Petersburg ein Restaurant eröffnen will, zahlt
für die offiziellen Genehmigungsprozeduren rund 30.000 Dollar. Genauso viel
ist jedoch obendrein als „Trinkgeld“ für die Mafia fällig.‘ Wer kein Problem
mit dem Staat hat, wird von kriminellen Banden erpresst. Die Protektion durch die
Mafia kann 50 bis 70 Prozent des Gewinns einer Firma fressen. Manchen Schätzungen
zufolge kontrolliert die Mafia heute über 50 Prozent der russischen Wirtschaft. Die
Willkür des autoritären Staates wird durch die zusätzliche Gewalt der Mafia verstärkt,
deren Grenzen zu den Behörden ohnehin fließend verlaufen. Der Oligarch Beresowski
verlor 1994 um ein Haar sein Leben, als Mitglieder der Kurgan-Bande, die die Polizei
infiltriert hatten, ihn verhafteten, um ihn später zu ermorden. Die Kurgan-Bande war
wiederum ein Werkzeug des Oligarchen Gussinski, der Beresowski im Grab sehen
wollte. Beresowskis Verhaftung wurde in letzter Sekunde vom KGB verhindert. Auch
Mitglieder der oberen Ränge der Sicherheitsdienste verlieren bei diesem Wirrwarr wohl
hin und wieder die Übersicht. Die korrupten Ordnungshüter unterhalten routinemäßig

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lukrative Abkommen mit kriminellen Branchen wie Schmugglerbanden von Kunst,
Rauschgift oder gefälschter Markenware und haben so die Mafia im klassischen
Sinn vielerorts verdrängt bzw. ersetzt.” Gleichzeitig unterhält der Staat Anti-Mafıa-
Einheiten, die so tun, als würden sie das organisierte Verbrechen bekämpfen. Dabei
werden kleine Erfolge wie Festnahmen kleiner Fische, ausgehobene Waffenlager oder
Rauschgiftlieferungen stolz dem Fernsehzuschauer präsentiert. Doch ein größerer Fang
in den höheren Rängen gelang den Behörden noch nie, die Festnahmen führen in
den seltensten Fällen zu Verurteilungen und zu einem großen Mafia-Prozess kam es
in Russland bis heute nicht.“ Dennoch verkündet Putin regelmäßig, das organisierte
Verbrechen bekämpfen zu wollen.

Seine eigenen Querverbindungen zur russischen Maha liegen derweil offen zutage:
Als Putins skandalumwitterter Berater Wladimir Smirnow bei einer Pressekonferenz
in Moskau nach seinen Verbindungen zur „Tambow-Mafıia“, eine der berüchtigtsten
Mafıa-Banden Russlands, befragt wurde, wies er den Fragesteller gereizt zurecht, er
wisse offenbar mehr, als es sich für einen anständigen Außenstehenden gehore.?
Putin tarnt seinen autoritären Staat als Schutz gegen die Mafia. Anhänger Putins
argumentieren, man müsse sich entscheiden zwischen einem Leben nach den
Gesetzen der Mafia oder einer autoritären Herrschaft des Prisidenten.?®® Mafia-
Experten wie Jürgen Roth gehen hingegen aufgrund der Einflussnahme des Kremls
auf kriminelle Strukturen so weit, Putin den roten Paten zu nennen.*®° Nachdem der
Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow warnte, das organisierte Verbrechen habe das
gesamte Staatswesen durchdrungen und der Kampf gegen die Mafıa finde nur auf dem
Papier statt, wurde er 18 Tage später auf Antrag Putins entlassen.?®”” Die Verbrecher
in Russland stellen die Gefahren dar, die ein Staat braucht, um seine Existenz zu
rechtfertigen. Die Führungsriege steckt eindeutig mit den Verbrechern unter einer

* Die Entlassung des Staatsanwaltes Ustinow ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass Gewaltenteilung kein Ge-

waltmonopol rechtfertigt. Putin-Gegner behaupten, Putin schränke die Gewaltenteilung ein, verschweigen aber,

dass auch die westlichen Politiker kaum von ihr im Zaum gehalten werden. Die alternativen Medien kritisieren die
Auflösung der Gewaltenteilung im Westen und drücken bei Putins staatlicher Zentralisierung ein Auge zu. Hoppe
schreibt: Im Unterschied zu Königen erlangen Kongressabgeordnete, Präsidenten und Richter am Obersten Gericht ihre
Position nicht zufällig. Stattdessen erlangen sie ihre Positionen aufgrund ihrer Tüchtigkeit als moralisch ungehemmte
Demagogen. Darüber hinaus werden selbst außerhalb des Umkreises der Regierung, innerhalb der Zivilgesellschaft,

Individuen zunehmend nicht aufgrund ihrer produktiven und unternehmerischen Talente oder auch ihrer überlegenen

defensiven politischen Talente an die Spitze wirtschaftlichen und finanziellen Erfolges aufsteigen, sondern aufgrund
ihrer überlegenen Fähigkeiten als skrupellose politische Unternehmer und Lobbyisten. Somit sichert die Verfassung buch-
stäblich, dass ausschließlich gefährliche Menschen an die Spitze der Regierungsmacht kommen und dass moralisches
Verhalten und ethische Standards dazu tendieren, herabzusinken und zu verfallen. Auch macht die verfassungsmifSig
garantierte ‚Gewaltenteilung‘ in dieser Hinsicht keinen Unterschied. Aus zwei oder drei Irrtümern folgt nicht etwas
Richtiges. Im Gegenteil, sie führen zur Vermehrung, Akkumulation, Verstärkung und Verschlimmerung von Irrtum.

Gesetzgeber können den glücklosen Untertanen ihren Willen nicht ohne die Kooperation mit dem Präsidenten als Kopf
des Exekutivzweigs der Regierung aufzwingen, und der Präsident wiederum wird seine Position und die ihm zur Ver-

fiigung stehenden Ressourcen nutzen, um Gesetzgeber und Gesetzgebung zu beeinflussen. Und auch wenn das Oberste
Gericht hinsichtlich bestimmter Handlungen des Kongresses oder des Präsidenten anderer Meinung sein mag, werden

die Richter des Obersten Gerichtes doch vom Präsidenten ernannt und durch den Senat bestätigt und bleiben doch von

ihnen finanziell abhängig. Als integraler Teil der Institution der Regierung haben diese Richter keinerlei Interesse an der
Begrenzung, aber jedes Interesse an der Ausdehnung der Regierungs- und damit ihrer eigenen Macht.?®®

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Decke und schützt deren Anführer. Da Russland territorial ein riesiges Land ist, in
dem das Machtmonopol nicht überall eingreifen kann, ist es manchmal geschickter,
einer kriminellen Bande einen Teil des Machtmonopols zu überlassen und sie autonom
handeln zu lassen. Mafiabanden, die aus dem Ruder laufen, können allerdings jederzeit
aus dem Verkehr gezogen werden, da sie offiziell Kriminelle sind, deren Verfolgung
legitim erscheint. Bei der Bevölkerung, die nichts über die symbiotischen Beziehungen
zwischen dem Staat und der Mafıa weiß, genießt die Verbrecherwelt indes teils hohen
Respekt, da sie sich, oberflächlich betrachtet, dem korrupten System widersetzt. In
russischen Fernsehserien werden die Verbrecher absichtlich als die Sympathieträger
dargestellt, die keine andere Wahl haben, als ihre Probleme mit Gewalt zu lösen.
Kriminalität wird in Russland als normal vermarktet, wobei man die opferlosen
Verbrechen wie Drogenhandel Schmuggel oder Prostitution mit echter Gewalt
vermischt. Der Verkauf von Drogen oder des eigenen Körpers an eine Person verletzt
die natürlichen Rechte (siehe S.27) des Verkäufers und der kaufenden Person nicht,
solange dies freiwillig geschieht. Staaten erklären die opferlosen Tausch-Handlungen
wie Drogenhandel und Prostitution, die von vielen Menschen als unmoralisch
verurteilt werden, für illegal. So haben sie erstens einen Grund, ihre Bürger im
Namen der Moral zu überwachen. Zweitens fördern sie damit die Verletzung von
Eigentumsrechten: Wenn man Drogenhandel und Prostitution gesetzlich mit Gewalt
und Diebstahl gleichsetzt, sinkt die Hemmschwelle, auch zu Diebstahl und Gewalt zu
greifen. Der Drogendealer wird sich sagen: „Da ich Drogen verkaufe, bin ich sowieso
schon kriminell, warum nicht auch noch andere verletzen oder beklauen, wenn ich
den Status des Verbrechers sowieso schon habe?“ Dazu kommt die Enteignung durch
den Staat mit Steuern, Regulierungen und Inflation, die die Verzweiflung der Russen
wachsen lässt und die Hemmschwelle zur Kriminalität weiter absenkt. Der Staat hat
kein Interesse an weniger Kriminalität, da er mit jedem kriminellen Akt seine illegitime
Schutzfunktion rechtfertigen und seinen Machtbereich ausdehnen kann.” So wundert
es nicht, dass unter russischen Schülern das Banditentum zum Traumberuf Nummer
eins aufstieg. Der Durchschnittsrusse sieht sich von den Ungerechtigkeiten des Lebens
zu mehr oder weniger gewalttätigen Eskapaden gezwungen.

So werden die russische Regierungs- und Geheimdienstnomenklatura
sowie die eng mit staatlichen Strukturen vernetzten Oligarchen vor der
Unterschicht geschützt. So ist Wohlstand auch im neuen Russland das Privileg
einer Minderheit. Einer extrem reichen Elite steht eine extrem verarmte Masse
gegenüber, so wie es auch im Sowjetsystem der Fall gewesen war. Das riesige

* Hoppe schreibt: In deutlichem Gegensatz dazu [Er meint Rechtsschutz durch private Anbieter auf einem freien
Markt, Anm. der Autors] haben staatliche Zwangsmonopolisten, weil sie Opfer nicht entschädigen müssen und auf
Besteuerung als Finanzierungsquelle zurückgreifen können, kaum oder keinen Anreiz, Verbrechen zu verhindern oder
Beute sicherzustellen und Verbrecher zu fangen.”® Der Staat und die Mafia unterscheiden sich nur in der Reputation,
die sie bei ihren Opfern genießen. Ihre Haupteinnahmequelle ist die Schutzgelderpressung. Staat wie Mafia ver-
sprechen Sicherheit und fordern dafür eine Gebühr. Weder die Zahlung noch die Höhe ist dabei verhandelbar. Im
Zusammenhang mit der Mafia finden wir den Begriff „Schutzgelderpressung“ angemessen. Wenn man allerdings
die Steuern eines Staates so nennt, halten es die meisten für übertrieben polemisch.”® Im Vergleich zur Mafia
betreibt der Staat schlicht das bessere Marketing.

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Gefälle zwischen Arm und Reich birgt enormes Unruhepotenzial, da die neue
russische Oberschicht im Gegensatz zum Sowjetsystem ihren Reichtum nicht mehr
verstecken muss und mit ihren Besitztümern prahlt. Damit legen die Oligarchen ihre
Finger auf die Wunden einer ausgezehrten russischen Bevölkerung, die in dem Irrtum
gefangen ist, seit dem Fall des Eisernen Vorhangs in einem kapitalistischen System zu
leben.

C3. Putins Reichtümer

Der mächtigste Oligarch des Landes ist aber zweifellos Wladimir Putin, der
als Präsident erstens jederzeit jeden Oligarchen absetzen kann (siehe S.139) und
zweitens den immer noch riesigen staatlichen Industriekomplex kontrolliert. Die
alternativen Medien bezeichnen die Oligarchen, die Putin aus Russland entfernt
hat gerne als „korrupt“, verzichten jedoch darauf, in Putins Vergangenheit zu
stöbern. Als im Winter 1991 in St. Petersburg die Lebensmittel knapp wurden,
erhielt die Stadt von der Regierung Rohstoffkontingente zugeteilt, die im Ausland
gegen Lebensmittel eingetauscht werden sollten. So sollte die Grundversorgung
mit Lebensmitteln aufrechterhalten werden. Die Stadtverwaltung bekam von der
Regierung sogenannte „Exportlizenzen“ zugeteilt, mit der sie Rohstoffe im Wert
von 124 Millionen Dollar gegen Nahrungsmittel tauschen durfte. Wladimir Putin
wurde vom Petersburger Bürgermeister Anatoli Sobtschak ausgewählt, um die für
viele Petersburger überlebenswichtigen Lebensmittelgeschäfte zu übernehmen. 1992
untersuchte ein Ausschuss des Stadtparlaments das Geschäftsgebaren Putins. Er
kam zu dem Schluss, Putin habe Exportlizenzen an Scheinfirmen vergeben, die
gleich darauf wieder verschwunden seien, habe diesen Firmen für die Abwicklung
von Warentauschgeschäften ungewöhnlich hohe Kommissionen zugestanden;
zudem seien viele der Rohstoffe im Ausland für einen Bruchteil des tatsächlichen
Preises verkauft worden.“ Putin hatte nur einen Bruchteil der Exportlizenzen in
Lebensmittel umgemünzt und den Großteil davon abgezweigt. Wer weiß, wie
viele Einwohner St. Petersburgs aufgrund von Putins korruptem Verhalten den
Hungertod fanden. Nutznießer der Exportlizenzen waren Firmen, die man Putins
engen Vertrauten Wladimir Jakunin und Juri Kowaltschuk zuordnen konnte. Beide
leben heute mit Wladimir Putin in einer Datschen-Siedlung vor den Toren St.
Petersburgs. Der exklusive Personenkreis, der die abgeschirmten Anwesen vor der
alten Zarenstadt bewohnt, liest sich wie ein kleines „Who is Who“ des heutigen
Russlands. Eine Vielzahl der dort lebenden wohlhabenden Geschäftsmänner und
Beamten gehört seit langem zu den engsten Vertrauten Wladimir Putins. Die
Vergabe von Exportlizenzen ist nur eines von vielen Beispielen, wie Putin in
seiner Beamtenkarriere seinen Freundeskreis mit Millionensummen begünstigte.
Das Bemerkenswerteste an Russlands neuer Elite sei, dass ein bestimmter Kreis von
Personen, die seit Jahren miteinander bekannt sind, zum Eigentümer des russischen
Staates wurde, sagt Andrej Illarionow, ebenfalls aus St. Petersburg und bis 2005
selbst Berater Putins im Kreml.** Die neue Kaste der Oligarchen profitiert von

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ihrem jahrzehntelangen Kontakt zu Russlands Präsidenten, der von Kritikern
wie dem Präsidentschaftskandidaten Iwan Rybkin mit gutem Recht als der
größte Oligarch von allen bezeichnet wird.” Sein pompöser Palast an der Küste
des Schwarzmeers wurde von Kritikern als eine Mischung aus „Versailles“ und
„Disneyland“ verspottet. Zur Ausstattung gehören ein Hubschrauberlandeplatz, eine
Wellness-Oase, zwei Theater und ein Spielcasino. Die Gesamtkosten werden auf fast
eine Milliarde geschätzt, und der Palast ist nicht die einzige Unterkunft Putins.?**
Die Firmen der Oligarchen, die Putin aus dem Land werfen ließ, waren zwar
korrupt und eng mit den staatlichen Strukturen vernetzt, doch trotz alledem weitaus
profitabler und marktwirtschaftlicher als Putins staatliche Kommandowirtschaft.
Putins Vertraute sehen die Kontrolle der Staatsunternehmen nicht als lästige
Beamtenpflicht, sondern stecken sich routinemäßig so manche Dollar-Millionen
in die eigene Tasche. Solche „Abzweigungen“ sind in Putins Russlands beinahe
Gewohnheitsrecht. Dass in staatlichen Industrien die Verluste verallgemeinert und die
Gewinne privatisiert werden, ist nach einem Jahrhundert kommunistischer Geschichte
mit hunderten Millionen Toten ausführlich dokumentiert. Ungeachtet dessen
erdreisten sich die deutschen alternativen Medien, ihrem Publikum zu erzählen,
Putin habe die russische Wirtschaft durch die Enteignung der Oligarchen und der
Neuverstaatlichung vieler Unternehmen wieder stabilisiert. Es ist kaum in Worte zu
fassen, welch ein Ausmaß an Unkenntnis, Ignorantentum und Geschichtsleugnung
hinter dem Gedanken stecken, eine staatliche Wirtschaft würde für Wohlstand und
Stabilität sorgen. Doch leider glauben auch viele Russen an das Märchen, Putin habe
das von Jelzin geraubte Staatseigentum endlich wieder in die Hände des Volkes gelegt.
Christoph Hörstel lobte die Verstaatlichung durch Putin und sprach folgendermaßen
über die drei Oligarchen, die Putin aus dem Land warf: Es gibt in Russland so eine
aufstrebende, junge Klasse, die werden von den etwas älteren Russen auch gern ‚die
Liberalen‘ genannt. Das sind eigentlich Wirtschaftsliberale. Das sind große Selbstbereicherer.
Denen fehlen bestimmte soziale Gedanken und unter Umständen ausverkauft man
auch mal - so wie Chodorkowski das gemacht hat, so wie es auch Nemzow betrieben
hat - russische Interessen an einen gut bezablenden Westen.” Immerhin bildeten die
Oligarchen bei oberflichlicher Betrachtung des russischen Apparats ein Gegengewicht
zu den machthungrigen Kommunisten und Putins Geheimdienstclique. Ihre
Unternehmen arbeiteten effizienter als die Staatsunternehmen und sie befiirworteten
eine etwas sanftere Diktatur, von der sie profitieren konnten. Putins Maßnahmen
ähneln der Re-Kollektivierung der russischen Wirtschaft unter Stalin. Auch damals
wurde Stalins autoritirer Führungsstil und sein Kampf gegen die „Korruption“ von
vielen Russen beklatscht. Das kleine Maß an wirtschaftlicher Freiheit von Lenins NEP
ab 1921 wurde abgeschafft und ab 1929 wurden die Russen wieder zum Hungern
verurteilt. Jedes Volk, das vom Korporatismus getäuscht wurde, fordert darauf die
harte Hand des Staates und muss später bitter dafür bezahlen. Die Entwicklung
von Korporatismus zu Sozialismus/Kommunismus ist kaum zu verhindern, wenn
man die Menschen nicht vernünftig über das System, in dem sie leben, aufklirt

(siehe S.56).


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C.4. Mit der Ölwaffe zur Weltmacht

Das beste Beispiel für Putins fatale Staatswirtschaft ist die Öl- und Gasindustrie,
in der Politik und Wirtschaft auf gefährliche Art vermischt werden. Der Mega-
Konzern Gazprom, dessen Aktienmehrheit sich der russische Staat im Jahr 2005
wieder sicherte, wird von engen Vertrauten Putins geleitet. Gazprom gehört zu über 50
Prozent dem russischen Staat. Die privaten Anteilseigner beklagten sich häufig über
die aus dem Ruder laufende Selbstbereicherung der staatlichen Verwalter. Der
Minderheitsaktionär „Hermitage Capital Management“ sprach davon, dass allein im
Jahr 2003, als der Anteil der Staates noch bei 40 Prozent lag, über 1,5 Milliarden Euro
spurlos verschwanden.“ Umso mehr Anteile der Staat an Gazprom unterhält, desto
mehr Gelder verschwinden in den undurchsichtigen Strukturen von Tochterfirmen
und Töchtern von Tochterfirmen. Während die alternativen Medien verbreiten,
Putin habe sich durch den Rauswurf von drei Oligarchen vom Einfluss des Westens
freigemacht, fällt ihnen nicht auf, dass der zweitgrößte Gazprom-Aktionär mit
satten 27 Prozent die amerikanische „Bank of New York Mellon“ ist. Warum lässt
Putin die Wallstreet-Bank weiter an Gazprom teilhaben, obwohl er ein Feind des
westlichen Banker-Establishments sein soll?

Die Verstaatlichung der Energieindustrie zieht jedoch noch weitere fatale
Konsequenzen als Selbstbereicherung und Misswirtschaft nach sich. Solange die
Energiekonzerne vom Staat kontrolliert werden, werden Gas und Strom als politische
Waffe benutzt, warnt der frühere Präsidentenberater Andrej Illarionow.””” Die
Energievorkommen Russlands werden von Putin als Waffe im Kampf um imperiale
Stärke verstanden, mit der man andere Staaten unter Druck setzen kann. Überspitzt
könnte man die Drohung mit der Zurückhaltung von Öl- und Gaslieferungen als
eine neue Form der atomaren Erpressung während des Kalten Krieges verstehen. Im
Gegensatz zur Atombombe zögert Putin aber nicht, diese Waffe einzusetzen: Am 1.
Januar 2006 drehte Gazprom der Ukraine den Gashahn zu. Diese Entscheidung traf
die Ukrainer hart: Die Behörden konnten nur noch 14 Grad in Wohnungen, Schulen
und Kindergärten garantieren. Hätten sich Moskau und Kiew nicht nach 72 frostigen
Winterstunden geeinigt, wäre die Situation für viele Ukrainer lebensgefährlich
geworden: Russland hob den Gas-Stopp auf, nachdem die Ukraine kapitulierte und die
von Putin geforderte Preiserhöhung akzeptierte. Das Verhalten Russlands war allerdings
ein Vertragsbruch, wie Putins Ex-Berater Illarionow beteuerte: Russland nutzt Gas als
politische Waffe. In einem Abkommen aus dem Jahr 2004 sicherte Moskau Kiew nicht nur
günstige Marktpreise bis 2009 zu, sondern garantierte auch, den Bedarf der Ukraine voll zu
decken. Dieser Vertrag lag mir im Kreml vor. Eine einseitige Ausstiegsklausel ist darin nicht
enthalten.” Zwar sind Verträge zwischen Staaten sowieso null und nichtig (siehe S.99),
doch Russland hat in der Geschichte des letzten Jahrhunderts eine besonders lange
Akte gebrochener Verträge und nicht gehaltener Versprechen. Eine Untersuchung des
US-Senats kam im Jahr 1955 zu dem Ergebnis, dass die UDSSR gegenüber jedem
Land, mit dem sie in ihrem bis dahin 38jährigen Bestehen ein Abkommen geschlossen
hatte, vertragsbrüchig geworden war. Kein Wunder, schließlich hatte schon Lenin

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behauptet, Verträge seien lediglich Papierfetzen, die zerrissen würden, wenn sich das
Kräfteverhältnis zugunsten der Sowjets verschoben habe.?”’

Bevor ich mich mit der russischen Energiepolitik beschäftige, muss ich erklären,
warum man zwangsläufig von „Energiepolitik“ sprechen muss, nicht von einem
„Energiemarkt”“. Würden private Unternehmen um den billigsten Ölpreis konkurrieren,
würde der Kunde die Wahrheit über die Knappheit dieses Rohstoffs informiert
werden, indem er einen Blick auf den Öl-Preis wirft. In einer Marktwirtschaft werden
die knapperen Güter teurer und somit würde auch der Öl-Preis steigen, wenn das
Öl knapp werden würde. Die einzige Art zu beweisen, dass fossile Energieträger
endlich sind, wäre, den Ölmarkt vollständig zu liberalisieren. Falls alle Ölquellen
der Erde eines Tages kurz vor dem Versiegen stehen würden, wäre der Ölpreis so hoch,
dass es sich kaum jemand noch leisten könnte, Öl zu kaufen. Da der Markt aber
für sieben Milliarden Menschen offenstehen würde, hätten sich schon längst findige
Unternehmer daran gemacht, eine Alternative zum sich verknappenden Öl zu finden.
In einer freien Marktwirtschaft hätte jeder Mensch das Recht, ein Grundstück zu
kaufen und darauf nach Öl oder Rohstoffen zu suchen. So würde der freie Markt
schnell offenbaren, welches Land über wie viele Rohstoffe verfügt.

Der Ölmarkt ist aber nicht frei und somit sagt der Ölpreis nichts über die
Knappheit des Öls aus. In Deutschland gilt das sogenannte „Bergrecht“, welches
in ähnlicher Form auch in jedem anderen Staat der Welt gilt. Durch dieses Gesetz
werden alle wirklich wertvollen Bodenschätze wie Edelmetalle, Erdöl, Erdgas und
Kohle dem Eigentümer eines Grundstücks entzogen und wandern zum Staat. Wer
z.B. ein Grundstück auf einer Ölquelle besitzt, kann vom Staat enteignet werden. Ihm
steht lediglich eine Entschädigungszahlung für seinen enteigneten Grund und Boden
zu. Wenn der Besitzer trotz der Enteignung auf seinem Grundstück Öl fördern will,
muss er für eine Erlaubnis das Bergamt, eine staatliche Aufsichtsbehörde, aufsuchen.
Das Bergamt hat keine Verpflichtung, ihm diese Erlaubnis auszustellen. Der Staat
kann willkürlich entscheiden, wer das Recht bekommt, Öl zu fördern und wer nicht.
So ist der Weg frei für die großen Ölmultis, sich dieses Recht durch Lobbyismus zu
sichern. Ähnliche Gesetze wie das Bergrecht und v.a. die zahlreichen im Rahmen
der Energiewende weltweit erlassenen Umweltschutzgesetze versperren den
Menschen jeglichen Zugang zum Energiemarkt. Die großen Energiekartelle wie
Shell, BP und Exxon im Westen oder Gazprom, Rosneft und Lukoil im Osten haben
die Politik schon längst unter ihre Kontrolle gebracht und schreiben die Gesetze und
Regulierungen zu ihrem eigenen Vorteil, also zum Erhalt ihrer Kartelle. Für potenzielle
Unternehmer sind die Marktzutrittsbarrieren, die die Kartelle im Verbund mit der
Regierung aufgestellt haben, unmöglich zu überwinden. Da die Kartelle aber nur
bedingt in Konkurrenz zueinander stehen, können sie die Preise für ihr Produkt nach
oben schrauben. So versucht der Verbraucher weiterhin seine Bedürfnisse möglichst
günstig zu befriedigen, hat aber nicht die Auswahl zwischen zueinander in Konkurrenz
stehenden Unternehmen, die sich im Preis ihrer Produkte unterbieten, sondern muss
an der Tankstelle zu dem Preis einkaufen, auf den sich entweder der Staat oder ein vom
Staat bevorzugtes Unternehmen festgelegt hat.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (153)
Politiker und Ökonomen lassen zwar immer wieder verlautbaren, Europa sei
nicht abhängig von russischem Erdgas, doch Energieexperten schätzen die Situation
vollkommen unterschiedlich ein: Manche EU-Länder würden einen Lieferstopp nur
wenige Tage überstehen - auch Deutschland wäre hart getroffen. Heute ist Russland mit
einem Anteil von knapp 34 Prozent der wichtigste Gaslieferant der EU. Auch beim
Öl hängt Westeuropa mit 30 Prozent an Russlands Tropf. In Deutschland machen
die russischen Importe beim Gas 36 Prozent der eingeführten Menge aus, beim Öl sind
es sogar 39 Prozent. Im Winter 2011 drosselte Gazprom über Nacht seine Gasexporte
nach Europa. Für einige Tage floss bis zu 30 Prozent weniger Gas nach Europa als
üblich. Das führte im Jahr 2013 aufgrund der fehlenden Gasvorräte beinahe zu einem
deutschlandweiten Blackout.’” Das bedeutet, dass Putin die deutsche Infrastruktur
jederzeit mit dem Druck des Abzugs seiner Energiewaffe lahmlegen könnte. Das
passiert, wenn man die Energieproduktion Staaten überlässt. Sie wird zur Waffe in
deren Machtspiel. Die Verträge zwischen der deutschen und russischen Regierung
sind vollkommen wertlos, weil in Demokratien keine Eigenverantwortung für
die Einhaltung dieser Verträge existiert. Putin stellte der Ukraine das Gas ab und
sitzt bis heute im Amt. Morgen könnte er Deutschland das Gas abstellen, ohne
dafür negative Konsequenzen für seine Freiheit und sein Wohlergehen fürchten zu
müssen. Jedes Unternehmen, das sich so verhalten würde, wäre längst pleite.

Russland allein die Schuld für seine Machtspiele im Energiesektor zu geben, wäre
indes zu einfach gedacht. Die deutsche Politik hat sich selbst darum gekümmert, Putin
die Waffen Öl und Gas in die Hand zu legen. Die heutige Abhängigkeit von russischer
Energie ist vor allem auf die Politik von Ex-Kanzler Gerhard Schröder zurückzuführen,
der heute in den Diensten russischer Konzerne steht. Rot-Grün forcierte den Ausbau
der Ostsee-Pipeline, an der Gazprom mit 51 und die deutschen Konzerne E.ON und
BASF mit 49 Prozent beteiligt waren und die 2011 von Angela Merkel eingeweiht
wurde.*°! Doch wie passt Schröders 2006 angenommenes Engagement als Berater der
Investment-Bank Rothschild mit der Theorie zusammen, Putin führe einen Krieg gegen
die westlichen Banker? (siehe S.132) Nachdem Schröder im April 2014 seinen 70.
Geburtstag in St. Petersburg mit einer herzlichen Umarmung des Kreml-Chefs gefeiert
hatte, fand im Mai auf Einladung der Bankengruppe Rothschild eine weitere Feier
statt. Auf der Gästeliste des Festes stand auch der Name des russischen Botschafters
in Deutschland, Wladimir Grinin. Tanzt Schröder also auf zwei Hochzeiten - bzw.
Geburtstagen - oder gibt es möglicherweise gar keinen Interessenskonflikt zwischen
Putin und den Rothschilds? Ist die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Öl nicht
in Wahrheit Teil einer großangelegten Strategie der Bankier-Familie? Schließlich war es
für Europa voraussehbar, was passieren würde, wenn man die eigene Energieversorgung
in russische Hände legt.

Auch die vom Staat erzwungene Energiewende ist ein Projekt, das schon in den
Siebzigerjahren von der Sowjetunion und dem amerikanischen Establishment in die
Wege geleitet wurde. Das sowjetische Politbüro-Mitglied Iwan Frolow, der zu
Gorbatschows wichtigstem Ökologieberater wurde, schrieb in einem Aufsatz
1989, dass die KPDSU auf ihrem 20. Parteitag 1956 beschlossen hatte, den

153



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (154)
Umweltschutz in die Programmatik des Marxismus-Leninismus einzubauen.*“
Die Ökobewegung entstand aus der 68er-Bewegung, die nachweislich ein Produkt der
psychologischen Kriegsführung des kommunistischen Ostblocks gegen die westliche
Welt darstellte. Durch die Forderung des Boykotts von Kohle- und Atomenergie sollte
der kapitalistische Westen wirtschaftlich geschwächt werden. Hinter der humanistischen
Fassade der Umweltschutzgruppen, die in den Siebzigerjahren entstanden, versteckte
sich stets die Ablehnung des Kapitalismus, in dem die Natur angeblich ausgebeutet
und zerstört werde. Zur selben Zeit begann auch das westliche Bankenestablishment,
den Umweltschutz künstlich zu fördern. Die Stiftungen der Rothschilds und
Rockefellers steckten ihr Geld am Anfang der Siebzigerjahre in zahlreiche Umwelt-
NGOs, Bewegungen und Parteien, die die gleiche antikapitalistische Oko-Propaganda
verbreiteten wie die sowjetischen Einflussagenten. Später finanzierte die Rockefeller-
Stiftung die zwei wichtigsten Umweltkonferenzen der UNO. Nach dem Fall der Mauer
arbeiteten westliche und östliche Eliten innerhalb der UN gemeinsam an Plänen zur
vermeintlichen Rettung der Erde. Michail Gorbatschow, der sich 1990 immer noch
als überzeugter Kommunist”* bezeichnete, freundete sich mit dem Rockefeller-Agenten
Maurice Strong an und entwickelte mit ihm u.a. die ,,Erd-Charta®, eine Deklaration
grundlegender Prinzipien der Okologie. In Wahrheit koppeln die Regierungen von
Russland und den USA die von ihnen erfundenen Probleme mit der Forderung nach
einer Internationalisierung der Politik. Die Umweltschutzpolitik der UN ist ein weiterer
Baustein im Plan einer sozialistischen Weltregierung.

Ich kann im Rahmen dieses Buches erstens nicht darauf eingehen, warum alternative
Energien wie Windrider, Biokraftwerke, Solarenergie, E10-Benzin oder Elektroautos
rein technisch nicht efhzient funktionieren können und zweitens nicht darauf, dass der
CO2-Ausstofd des Menschen definitiv nicht zu einer Erwärmung des Klimas führt. Sie
können sich darüber u.a. auf der Webseite des Europäischen Instituts fiir Klima und
Energie e.V. (EIKE) informieren.

Da alternative Energien nicht problemlos funktionieren, gleicht es einem Todes-
stoß, wenn vermeintliche Experten empfehlen, sich durch die breitere Nutzung
alternativer Energien von Russland unabhängig zu machen. Die heutige deutsche Politik
bezeichnet das Gas aus Russland, welches das schwankende Aufkommen von Wind-
und Sonnenstrom ausgleichen soll, als eine Zwischenlosung, bis Deutschland vollständig
auf Oko-Strom umgestellt hat. Da die Energiewende aber mit Sicherheit scheitern
wird, wird Deutschland auch in ferner Zukunft noch am russischen Gas-Tropf
hingen. In Deutschland schreitet die destruktive Energiewende in rasendem Tempo
voran, was durch autoritire Gesetze wie das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) dazu
führt, dass der Geldbeutel des Durchschnittsdeutschen extrem belastet wird. Wladimir
Putin machte hingegen bei der Eröffnung eines Solarkraftwerks am 28. September
2014 deutlich, dass die fossilen Brennstoffe auch in Zukunft noch die gleiche Bedeutung
wie heute haben wiirden und dass die Entwicklung der Atomenergiewirtschaft weiter
einen hohen Stellenwert einnehme. Doch für schwer zugängliche Regionen ist die Nutzung
alternativer Energieformen, vor allem der erneuerbaren Energiequellen, eine außerordentlich
wichtige Entwicklungsrichtung der Energiewirtschaft, meinte Putin in Bezug auf das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (155)
Solarkraftwerk, welches er gerade eröffnete.”“ Das heißt, Putin spielt zwar bei der
Klima-Posse rund um Erderwärmung und erneuerbare Energien mit, doch ergreift
in Wahrheit kaum Maßnahmen, um eine Klimapolitik nach dem Modell der
westlichen Staaten umzusetzen. So schreibt der Energie-Anbieter „Next-Kraftwerke“
auf seiner Webseite: Russland ist im Bereich der Erneuerbaren Energien Schlusslicht der
G20-Gruppe. Das Ausbauziel bis 2020, das unter dem ehemaligen russischen Präsidenten
Medwedew noch 4,5% betrug, wurde mittlerweile auf nunmehr 2% heruntergesetzt. In
Deutschland werden im selben Zeitraum 50% angepeilt.”” Während die Energiewende
in Deutschland zur größten politischen Aufgabe des 21. Jahrhunderts erklärt wird,
ist sie in der russischen Politik nicht mehr als eine unbedeutende Randerscheinung.
Das wird dazu führen, dass Russland in den nächsten Jahrzehnten in seiner
Energieversorgung autark bleiben wird, während die „Erneuerbaren Energien“
Westeuropa in eine tiefe Krise stürzen werden. Die Nachfrage nach russischem
Gas wird zu- und nicht abnehmen, je mehr Atomkraft- und Kohlekraftwerke in
Deutschland ausgeschaltet werden. Möglicherweise könnte Russland schon heute
ganz Europa den Gashahn abdrehen und es in eine tiefe Krise stürzen. Genau deshalb
sprechen die Putinversteher auch sehr selten von der „Klimalüge“ und plappern die
Mainstreampropaganda nach. Die Klimapolitik der letzten Jahre zerstört den Westen
und weitet Russlands geopolitische Macht aus. „Nützliche Idioten“ aus dem Westen
wie Ken Jebsen, die nicht verstehen, wie sie den geopolitischen Zielen Russlands in
die Hände spielen, haben das Märchen vom menschengemachten Klimawandel
geschluckt. Auf dem Youtube-Kanal KenFM gab es 2013 folgendes Schreckensszenario
zu hören: Grob zusammengefasst ändert sich das Weltwetter |...) nur dahingehend, dass
es extremer wird. Es wird an Ort X viel heißer und an Ort Y viel kälter. Wasser wird an
Ort A viel knapper, während es an Ort B viel zu viel davon geben wird. Die Meeresspiegel
erreichen ein Niveau, das der Gipfel wäre, würde er sich auf die Erfolge der Klimakonferenz
beziehen, nur dem ist nicht so. Auch in Zukunft werden Millionen Menschen ihre Heimat
verlieren, da ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Halse und höher stehen wird, während
unzählige andere versuchen werden, neues Land zu entdecken, das nicht, wie ihr bisheriges,
verwüstet sein wird.“° Darauf folgt die übliche antikapitalistische Propaganda: Ganze
90 Firmen haben es während der Industriellen Revolution geschafft, rund zwei
Drittel sämtlicher Klimakiller in die Luft zu blasen, die dort heute für das sorgen,
was wir verharmlosend ‚vom Menschen gemachten Klimawandel‘ nennen. Diesen
90 Firmen stehen bis zum Jahr 2015 rund neun Milliarden potenzieller Opfer gegenüber.
Beide, die 90 Firmen und die 9 Milliarden, teilen sich den denselben Planeten. Oder um es
in den Worten des amerikanischen Klimaforschers und Autors einer aktuellen Klimastudie,
Richard Heede, zu sagen: ‚Es gibt 1000 Öl-, Gas- und Kohleproduzenten auf der Welt,
aber die Entscheider, die Firmenchefs oder die Ölminister hätten Platz in nur ein oder zwei
Greyhound-Bussen [Amerikanische Überlandbusse, Anm. des Autors].?®

Die geplante Ausschaltung aller Atomkraftwerke bis 2022 wird Deutschland
den endgültigen Energie-Knockout verpassen. Russland plant nämlich im gleichen
Zeitraum dreißig neue Atomkraftwerke zu bauen, weshalb die Wirtschaftswoche

zurecht von einer Atomrenaissance im Osten?” spricht. Russland wird in naher

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (156)
Zukunft vor überschüssigem Strom nur so strotzen und das von der Energiewende
gebeutelte Deutschland wird keine andere Wahl haben, als russischen Strom zu
importieren. Dem Risiko einer Atomkatastrophe beugt man nicht vor, indem man die
eigenen Atomkraftwerke abschaltet und die Kernenergie ausgerechnet in die Hände des
Landes legt, welches die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zu verantworten hatte.
Wer würde ernsthaft behaupten, dass die zum großen Teil noch in der Sowjetunion
gebauten Meiler sicherer sind als die deutschen? Die Öko-Politik der etablierten
deutschen Parteien führt in der Realität dazu, dass die Öl-, Gas- und Atomkraftwerke
einfach in anderen Ländern gebaut werden. Das wird den Wählern und Zeitungslesern
aber schlicht unterschlagen. Hans Werner Sinn, der Chef des deutschen IFO-Instituts
und damit Deutschlands wichtigster Wirtschaftsexperte, stellte 2014 in einem
Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche heraus, dass die Energiewende Deutschlands
Abhängigkeit von russischem Gas weiter erhöhen würde: Wenn wir wie geplant
unsere noch laufenden Atomkraftwerke abschalten und voll auf den Wind- und
Sonnenstrom setzen, wird sich die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen und
die Versorgungssicherheit verringern.“

Dass Deutschland über keine Öl- und Gasreserven verfügt, ist zweifellos eine
Lüge. Regelmäßig erscheinen neue Berichte über riesige Funde fossiler Energien
bei Probebohrungen. Thomas Schröter, der Chef des deutsch-kanadischen
Gemeinschaftsunternehmens „Central European Petroleum GmbH“, sagte der
Nachrichtenagentur Bloomberg: Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Teile von
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf Öl schwimmen.” In Nordrhein-
Westfalen werden die zweitgrößten Gasvorkommen Europas vermutet. Durch die
Fördermethode „Fracking“, mit der Risse im Gestein erzeugt werden, wodurch die sich
darin befindenden Gase besser entweichen können, könnte Deutschland sich für 100
Jahre allein durch das Erdgas unabhängig versorgen.’’® Da versteht es sich von selbst,
dass Russland bzw. Gazprom westliche Umweltgruppen finanziert, um hysterische
Kampagnen gegen Fracking zu starten und Fracking-Projekte zu boykottieren. Der
Kreml-Sender „Russia Today“ berichtet regelmäßig von vermeintlichen Fracking-
Skandalen oder wirtschaftlichen Fracking-Flops. Tatsächlich bringt der Fracking-Boom
in den USA dem Endverbraucher nur Vorteile. Der Preis für Erdgas ist zugunsten der
Kunden dramatisch gefallen. „Russia Today“ überschüttete den Zuschauer mit einem
Füllhorn absurder Behauptungen: Fracking führe zu verschmutztem Leitungswasser,
würde Erdbeben in Texas auslösen, ein Drittel der Quellen würden lecken und die
eingesetzten Chemikalien seien hochgefährlich für Mensch und Umwelt. Bei genauerer
Überprüfung entpuppte sich jeder dieser Berichte als gezielt gestreute Desinformation
der russischen Führung, die Westeuropa langfristig durch Energieexporte unter ihre
Kontrolle bringen will. „Russia Today“ verschweigt natürlich die Umweltbilanz
russischer Energiekonzerne, deren Pipelines pro Jahr an 25.000 Stellen brechen.
Greenpeace schätzt, dass in Russland jährlich sechsmal mehr Öl ausläuft als bei
der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010.?! Die Landesregierung von
NRW handelt im Sinne Russlands, wenn sie keine Genehmigungen für das Fracking-
Verfahren erteilt.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (157)
„Compact“ besitzt sogar die Chuzpe, den weltweit fallenden Ölpreis zu kritisieren,
der daraus resultierte, dass die Ölkartelle in den USA ihre Fördermenge erhöhten.
Trotz Russlands offensichtlicher Erpressungsversuche gegen die Ukraine 2006 versucht
das Compact-Magazin in seinem Youtube-Video „Ölpreis: Washingtons Waffe im
Wirtschaftskrieg?“?? Russland als das arme Opfer der amerikanischen Energiepolitik
darzustellen. Da das amerikanische Ölkartell mit Hilfe des Frackings seine heimische
Ölproduktion in den letzten Jahren extrem erhöhte, fiel der Preis für Öl auf dem
Weltmarkt. Natürlich wird der amerikanische Ölmarkt auch von einem kriminellen
Kartell kontrolliert, das die Preise willkürlich festlegen kann. (siehe S.152) Und ja:
Ein korporatistisches Kartell wird die Preise nicht aus Nächstenliebe senken, sondern
hegt hierbei meist einen Hintergedanken. Nichtsdestotrotz ist es an Dreistigkeit kaum
zu überbieten, wie das Compact-Magazin mit der Senkung des Ölpreises umgeht.
Letztendlich profitieren Milliarden Endverbraucher von einem sinkenden Ölpreis,
denn sie können schlicht billiger tanken. Dem Compact-Magazin missfällt jedoch,
dass Menschen auf der ganzen Welt lieber billiges amerikanisches Öl tanken als das
überteuerte Öl von Putins Kartellfirmen wie Gazprom & Co. Die dreiste Forderung
des Compact-Magazins an die OPEC lautet, sie solle die Fördermenge des Öls senken,
damit der Ölpreis wieder steigt. Schließlich würde eine Steigerung des Ölpreises
Russland wieder mehr Geld in die leeren Kassen spülen. Dass Milliarden Verbraucher
weltweit unter einem hohen Ölpreis leiden, scheint dem deutschen Propaganda-
Organ für die Kremlspitze egal zu sein. Hauptsache, die russischen Staatskonzerne und
Putins Oligarchen können sich die Taschen vollstopfen. Zudem sollte man darüber
nachdenken, was Compact geschrieben hätte, wenn die amerikanischen Ölkonzerne
ihre Produktion gedrosselt hätten: Heißt es momentan, die USA würden Russland
mit billigen Rohstoffpreisen erpressen, kann man morgen schreiben, die USA würden
sich mit hohen Rohstoffpreisen die Taschen vollstopfen. Zwar wird der Preis im
Westen weiterhin von einem Kartell kontrolliert, doch wer, außer ein paar russischen
Oligarchen, profitiert nicht von fallenden Ölpreisen?

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (158)
D. Pedram Shahyar - Der Wolf im
Schafspelz der Mahnwachen

Berlin, Potsdamer Platz, Ostermontag, 21.04.2014: Anstatt die Feiertage mit einem
gemütlichen Spaziergang ausklingen zu lassen, haben sich 5000 Menschen in Berlin
versammelt, um gegen die Mächtigen dieser Welt auf einer Demo namens „Mahnwache
für den Frieden“ Flagge zu zeigen. Es ist ein bunter Haufen von Menschen, die auf
den ersten Blick wenig gemeinsam haben: Punks, Rentner, Studenten, Familienväter.
Was diese Menschen eint, die am an diesem wolkigen Montag auf dem Potsdamer
Platz erschienen sind, ist das dumpfe Gefühl, dass etwas in unserem Land gewaltig
schiefläuft: Die steigende Arbeitslosigkeit, die Eurokrise oder die furchtbaren Kriege
im Nahen Osten befeuern Zukunftsängste und eine allgemeine Unzufriedenheit, die
die Menschen zu dieser etwas anderen Montagsdemo auf die Straßen holt. Was die
Demo so speziell macht, ist die große Menge an politisch vollkommen unbefleckten
Teilnehmern, die sich als weder „links noch rechts“ bezeichnen und sich bis vor
kurzem kaum für Politik interessierten. Ebenfalls stark vertreten sind alternativ - vor
allem über das Internet - informierte Menschen, die von den Mainstream-Medien
gerne als „Verschwörungstheoretiker”“ bezeichnet werden und deren Meinung bisher
wenig Anklang bei gewerkschaftlichen oder parteipolitischen Demonstrationen
gefunden hatte. Der immer strahlende Veranstalter Lars Mährholz, ein Trainer für
Fallschirmspringer, hat, wie ein Großteil seines Publikums, keinerlei politischen
Hintergrund und meint, lediglich als besorgter Bürger auf die Straße zu gehen. Gerade
diese Politik-und-Ideologie-Freiheit macht den Charme dieser jungen Demonstrationen
aus, die am 21. April ihren vorläufigen Höhepunkt finden. Mährholz hatte die erste
Mahnwache am 17. März veranstaltet und nur einen Monat später drängten sich
begeisterte Besucherhorden vor Mährholz‘ Sprecherbühne.

Die Sprecher beschimpfen die deutschen Politiker als „Politikdarsteller“, die
lediglich bezahlt würden, um eine Show für die Medien abzuziehen. Mährholz fordert
die Abschaffung der Federal Reserve, die Abschaffung des Zinseszins, den Austritt aus
der NATO und das Ende der Medienlügen, besonders in der Ukraine-Krise.’'? Auch
Namen von einflussreichen Bankiersfamilien wie „Rothschild“ oder „Rockefeller“
machen hier die Runde. Es scheint hier mit rechten Dingen zuzugehen, und das ist
ausnahmsweise mal wörtlich gemeint, soll heißen: Die Mahnwachen sind anno April
2014 mit ihrer Kritik akkurater als jede andere Massendemo in Deutschland, obwohl es
auch hier bei den meisten Forderungen heißen muss: Knapp daneben ist auch vorbei.

Zwar sind die Forderungen der Mahnwachen aus libertärer Sicht ein Schritt
in die richtige Richtung, indem sie, im Gegensatz zu den großen Parteien im
Bundestag, auf das Geldsystem aufmerksam machen, doch leiden die Forderungen
von Lars Mährholz unter kleinen Denkfehlern.

Da das Funktionieren unseres modernen Geldsystems alles andere als trivial ist, kann
der Normalbürger schnell zu falschen Schlussfolgerungen geraten, wie es Lars Mährholz
bei seiner Forderung zur Abschaffung des Zinses und Zinseszinses passiert ist. Das
Problem in unserem Geldsystem ist, dass Banken Geld aus dem Nichts schöpfen und

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (159)
für dieses Geld Zinsen verlangen. Der Zins ist nichts anderes als eine Belohnung für
Konsumverzicht, d.h. man könnte z.B. auch Auto-Leasing-Verträge oder Mietverträge
als „Zinsverträge“ bezeichnen, weil in diesen Fällen ein Konsumverzicht des Auto-
oder Wohnungseigentümers stattfindet. So kann der Eigentümer des Autos bei einem
zweijährigen Leasing-Vertragzwei Jahrelang nicht mit dem Auto fahren und ein Vermieter
kann bei einem zweijährigen Mietvertrag zwei Jahre lang nicht in der Wohnung wohnen.
Wenn man etwas verleiht, will man dafür belohnt werden. So auch bei Geld: Wer sein
Geld für ein Jahr verleiht, kann es ein Jahr lang nicht selbst ausgeben. d.h. er will für
seinen Konsumverzicht entschädigt werden. Diese Entschädigung ist der Zins. Würde
man den Zins abschaffen wollen, müsste man Menschen dazu zwingen, ihr Geld ohne
Gegenleistung zu verleihen. Geld ist eine Ware wie jede andere auch: Niemand verleiht
freiwillig sein Auto für ein Jahr und so verleiht auch niemand freiwillig sein Geld
für ein Jahr. Man müsste die Menschen demnach zum Konsumverzicht zwingen.
Allerdings hat Mährholz völlig Recht, wenn er unser Geldsystem kritisiert und
die Abschaffung der Federal Reserve fordert. Genau wie die EZB produziert die
Federal Reserve legalisiertes Falschgeld, auf das sie Zinsen verlangt. Eigentlich muss
man das Geld, das man als Darlehen verleiht, vorher selber verdient haben, doch das
Monopol auf das Falschgeld/Fiat-Geld führt dazu, dass Banken so viel Geld drucken
können, wie sie wollen, ohne dafür echtes Geld gespart zu haben (siehe 5.43).

Mährholz‘ Forderungen im April hatten zwar ihre Makel, doch zeigten sie in die
richtige Richtung. Die Abschaffung der FED hätte die Logiklücken in den anderen
Forderungen sowieso kompensiert, vorausgesetzt, man wollte die FED nicht mit einer
anderen Zentralbank ersetzen, sondern den Menschen die freie Geldwahl überlassen.
Seine Demo zeichnete sich durch ihre politische Farblosigkeit aus und war offen für
Verbesserungsvorschläge. Leider hörte Mährholz nicht auf die konstruktive Kritik von
libertärer Seite. Stattdessen manövrierte er die Mahnwachen wieder in die Richtung
einer linken Mainstream-Demo.

D.1. Die Mahnwachen im Visier der organisierten Linken

Nun kommt unser Protagonist Pedram Shahyar ins Spiel. Pedram ist Deutsch-
Iraner und engagiert sich seit den frühen Neunzigern für politische Organisationen
aus dem linken Spektrum. In einem Interview mit der Berliner TAZ zum G8-Gipfel
2006 sagte Pedram: Mit 17 bin ich in eine trotzkistische Gruppe hineingeraten, zu
der ich zehn Jahre gehörte.?* In einem früherem Alter kann man sich kaum politisch
betätigen und das auch noch bei den in linken Kreisen sehr umstrittenen Trotzkisten.
Die Organisation, der Pedram angehörte, nannte sich „Linksruck“. Die Ursprünge
von „Linksruck“ lagen in der Sozialistischen Arbeitergruppe (SAG), die in den
1970er Jahren unter dem Einfluss der britischen International Socialists (IS) in der
Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Schon damals wurden Unkenrufe laut
wegen der Funktionalisierung Jugendlicher für die Parteipolitik der SAG.?* Das passt
mit Pedrams Beitritt in ungewöhnlich jungen Jahren zusammen. Die SAG wechselte
ihren Namen Anfang der 90er - also genau zum Zeitpunkt von Pedrams Beitritt - zu

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (160)
„Linksruck“. Die Zentrale in London hatte einen Strategiewechsel befohlen. Nun sollte
das neu formierte „Linksruck“-Netzwerk Entrismus bei den Jungsozialisten (Jusos) der
SPD betreiben.

Wikipedia sagt zu „Entrismus“: Entrismus ist eine von verschiedenen
kommunistischen, vor allem von trotzkistischen Organisationen angewandte Taktik des
gezielten (mitunter heimlichen) Eindringens in Organisationen, v. a. in Parteien
der Arbeiterbewegung, seltener anderer Sozialer Bewegungen. Ziel kann dabei sein, von
innen heraus Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen, die eigene Ideologie zu
verbreiten, Mitglieder zu gewinnen, den Kurs der Organisation zu verändern oder auch
in Zeiten der Marginalisierung beziehungsweise des Verbots revolutionärer Organisationen
nicht vollständig vom politischen Geschehen isoliert zu sein („Überwinterungs-Entrismus ©)
oder eine legale politische Arbeitsmöglichkeit zu haben.?° Das heißt, Trotzkisten
wollen bestehende Organisationen unterwandern und sie für die eigenen Zwecke
vereinnahmen. Wenn dies nicht klappt, sät man Zwietracht und hetzt Mitglieder
der Organisation gegeneinander auf. Trotzkisten sind so etwas wie politische Parasiten,
die sich in fremden Organisationen einnisten und dort schmarotzen, was sie kriegen
können. Sie legen besonders großen Wert auf eine gute rhetorische Ausbildung
und ein dominantes Auftreten, mit dem sie sich schnell in Schlüsselstellungen bei
der zu infiltrierenden Organisation manövrieren. Auch das rhetorische Talent kann
man Pedram, trotz der Substanzlosigkeit seiner Ideologie, nicht absprechen.

D.2. Die Fabian Society und der Trotzkismus

Dass ein gewisser Karl Marx den Grundstein für eine Ideologie namens
„Kommunismus“ gelegt hat, sollte weitläufig bekannt sein. Den Siegeszug seiner
Ideologie konnte Karl Marx aber nicht mehr miterleben, da er 1883 in London
verstarb. Im selben Jahr organisierten sich englische Sozialisten, um das Werk von Marx
weiterzuführen. Der in Schottland geborene Amerikaner Ihomas Davidson traf sich
mit seinem Freund Edward R. Pease in dessen Wohnung, wo man eine neue Basis für
sozialistische Denker in Großbritannien plante, die im Jahr 1884 als „Fabian Society“
offiziell entstand. Sofort nach ihrer Gründung begann die Fabian Society aufgrund
ihres sozialistischen Ansatzes viele Intellektuelle anzuziehen, darunter George Bernard
Shaw, HG Wells (siehe S.173 ff.), Sidney und Beatrice Webb.?!” Keines der Mitglieder
war jemals Teil des „ausgebeuteten“ Proletariats gewesen. Die Mitglieder kamen aus
der britischen Oberschicht, später sogar aus dem Adel und waren zumeist auch
in der Eugenik-Bewegung engagiert, die die Ausradierung von minderwertigem
Menschenmaterial forderte. Wenn man die 100 bis 200 Millionen Menschenleben
betrachtet, die der Kommunismus im 20. Jahrhundert gefordert hat, sollte man
eigentlich nur eins und eins zusammenzählen.

George Bernhard Shaw, das vielleicht aktivste Mitglied der Fabian Society, war ein
glühender Anhänger der Eugenik und forderte, Menschen, die er selbst als unbrauchbar
für die Gesellschaft ansah, mit einem humanen und schmerzfreien Gas zu töten. Er
machte in vielen Zeitungen Großbritanniens Werbung für die Nationalsozialisten, die

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (161)
eben auch „Sozialisten“ waren, und unterstützte Hitlers Maßnahmen zur Beendigung
von „unwertem Leben“. Die Arroganz der britischen Oberschicht, zu glauben, man
könne in einer kleinen Gruppe bestimmen, wer oder was nützlich für die Gesellschaft
ist, findet man auch in den heutigen Anhängern des Sozialismus‘ wieder, wobei dies
leider kaum noch als arroganter Snobismus einer elitären Oberklasse - bei den heutigen
Linken eher eine vermeintlich intellektuelle Oberklasse - interpretiert wird.

Von Anfang an gehörte die Heimlichkeit und Täuschung zum Vorgehen der Fabier.
Der Name „Fabian‘scher Sozialismus“ leitet sich von dem römischen General Quintus
Fabius Maximus Verrucosus ab, der sorgfältig geplante Strategien benutzte, um seine
Feinde über längere Zeit langsam zu zermürben. Fabius vermied direkte Konfrontation
und war so weitaus erfolgreicher als die Generäle vor ihm. Eine Strategie, die im 21.
Jahrhundert bei der Umsetzung der russischen Phase 4 (siehe S.81) ihren Höhepunkt zu
finden scheint. Die Fabier organisierten sich mit Absicht nicht als politische Partei,
sondern entwickelten die Strategie des sozialistischen Eindringens in Parteien,
Gewerkschaften, Unternehmen und sonstige Organisationen. Man entwickelte
nach außen hin eine Maske der Ehrbarkeit und Seriosität, die den Zugang in die
Politik- und Geschäftswelt garantierte, während man Begriffe wie „Sozialismus“ in
der Öffentlichkeit vermied. Schnell stiegen die Abgesandten der Fabian Society wegen
ihrer rhetorischen Fähigkeiten und britischen Manieren in der Hierarchie nach oben.
Das war wenig später auch die Vorgehensweise der Trotzkisten. Eine Organisation, die
von Fabiern unterwandert wurde, outete sich nicht einen Tag später als „sozialistisch”.
Im Gegenteil: Von Fabiern unterwanderte Organisationen nahmen die von Karl Marx‘
formulierten Begriffe des Klassenkampfs meist nie in den Mund. Lediglich die Agenda
der Organisation tendierte von Jahr zu Jahr mehr in Richtung Antikapitalismus, ohne
dass sich ein Großteil der Mitglieder dieses schleichenden Prozesses bewusst wurde.
Auch dieser Prozess der Neuausrichtung konnte Jahrzehnte dauern, denn wie der
römische Feldherr Fabius setzte die Fabian Society auf längere Zeiträume, um ihren
Sieg zu erringen. Bände spricht das Original-Wappen der Fabian Society: Ein Wolf
im Schafspelz!

Die Fabier waren realistischer als die marxistischen Sozialisten. Sie verstanden,
dass es leichter war, die Söhne und Töchter der Reichen umzupolen, anstatt sich an
der Arbeiterklasse abzuarbeiten, die ihnen sowieso nicht traute. Sie verstanden, dass
sozialistische Bewegungen immer aus der Ober- und Mittelschicht erwachsen, aber nicht
aus dem Proletariat. Marx war schließlich auch kein Arbeiter, sondern der Sohn eines
wohlhabenden Anwalts gewesen. Sein Mentor Friedrich Engels war bekanntermaßen
als Textilfabrikant reich geworden. Das erkannte auch George Bernhard Shaw, der sich
vollkommen darüber im Klaren war, dass es nicht der Sozialismus, sondern eindeutig der
Kapitalismus war, der den Wohlstand und die gesellschaftliche Stellung von Menschen
wie ihm gefährdete. Er sagte: [Marx und Engels] waren die ersten, die voraussahen,
dass Kapitalismus ihre eigene Klasse zu einem Zustand des Proletariats reduzierte,
und die einzige Chance, um sich mehr als einen Sklaventeil am Volkseinkommen zu sichern
und nicht für die größten Kapitalisten und cleversten Geschäftsmänner arbeiten zu müssen,
läge darin, dass alle Proletarier, ohne Klassen- oder Landesunterschiede, dem Kapitalismus

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (162)
ein Ende setzen, indem sie die kommunistische Seite unserer Gesellschaft entwickeln, bis
Kommunismus die dominante Ideologie der Gesellschaft geworden ist und der Besitz, die
Gewinne und das vornehme Faulenzen in Verruf geraten sind.”'® Im Endeffekt profitiert
zwar jeder vom Kapitalismus, aber in der Tat ist zumindest die gesellschaftliche
Stellung von Intellektuellen wie Shaw, Marx oder linken Ideologen gefährdet,
wenn sich der Kapitalismus durchsetzt. Das bedeutet, auch Menschen aus der
britischen Oberklasse hätten für ihr Geld arbeiten müssen, und das sollte durch
den Sozialismus verhindert werden. Die britische Unterschicht sollte weiterhin
ohne Murren für das britische Establishment arbeiten. Shaw war sich vollkommen
bewusst, dass man die Unterschicht durch die Verbreitung von sozialistischen Ideen ins
offene Messer laufen ließ.

Ein perfektes Beispiel für diese Täuschung der Unterschicht war die Gründung
der sozialistischen Labour Party. Die zwei dominanten politischen Gegenspieler
im Großbritannien des späten 19. Jahrhunderts waren die Conservatives und die
Liberals. Ein anderer Name für Konservatismus war im neunzehnten Jahrhundert
„Monarchismus“. Die Konservativen glaubten an die Tradition und die drei Säulen
der Gesellschaft: Monarchie, Aristokratie und Kirche. Sie glaubten, dass der Adel
der Arbeiterklasse überlegen war und er das Recht hatte, diese zu regieren. Dennoch
befürworteten die „Conservatives“ freie Marktwirtschaft mit Einschränkungen, um
den Wohlstand der Nation zu verbessern. Die Liberals waren dagegen das, was man
heute als „libertär“ bezeichnen würde, d.h. sie glaubten, der Staat dürfe sich nicht
in das Leben der Menschen einmischen und jeder Bürger Großbritanniens solle die
gleichen Rechte und Möglichkeiten bekommen, sich nach oben zu arbeiten. Ihr Ziel
war die vollständige ökonomische, individuelle und politische Freiheit. Für den Adel
und die kleine Oberschicht, die vom Staat profitierte, stellte die Liberal Party eine
große Bedrohung dar, deshalb entschloss sich die Fabian Society, die Partei zu
infiltrieren und zu einer sozialistischen Partei zu machen.

Abgesandte der Fabians drangen in die Liberal Party ein. Zwar nahmen Mitglieder
der Fabier bald Schlüsselpositionen ein bei den Liberals, doch nachdem man sich
entschlossen hatte, eine neue Partei namens „Labour Party“ zu gründen, sollten
die Liberals nicht mehr nach links manövriert, sondern im Kern zerstört werden.
Genau wie die Trotzkisten, die eine Organisation nutzen, solange sie für ihre Ziele
nützlich ist, sie aber zerstören, wenn sie nicht mehr gebraucht wird. Die Labour Party
übernahm im 20. Jahrhundert die Rolle der Liberal Party im britischen Parlament.
Wie in fast jedem anderen Land Europas ist eine liberale/libertäre Alternative zur
Sozialdemokratie fast nicht existent. Die heutige Liberal Party hat in etwa den Status
der FDP in Deutschland und macht auch eine ähnlich nichtliberale Politik. Die zwei
größten Parteien im britischen Parlament sind momentan die Conservative Party (303
Sitze) und die von den Fabiern gegründete Labour Party (257 Sitze). Die Liberal Party
bildet zwar eine Fraktion mit der Conservative Party, doch hat sie mit 56 Sitzen nur
noch eine Außenseiterrolle. Die moderne Labour Party wurde 1918 auf einer von
Fabiern dominierten Konferenz in Nottingham erdacht. Der Fabier Sidney Webb war
der Architekt ihres neuen Parteiprogramms. Seitdem sind die Fabier aus der Partei

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (163)
nicht mehr wegzudenken. Die zwei letzten Labour-Premiers Tony Blair und Gordon
Brown sind heute noch Mitglied der Fabian Society. Interessanterweise vertreten die
Conservatives heute eher marktwirtschaftliche Positionen, während das vermeintlich
große Sprachrohr der Arbeiterklasse, sich für mehr staatliche Kontrolle einsetzt. Das
war immer das Ziel der Fabier gewesen: Eine Arbeiterpartei, die sich gegen die Ziele
der Arbeiter richtet, und Arbeiter, die intellektuell nicht mehr in der Lage dazu sind,
diesen Trick nachzuvollziehen.

Nun zur Verbindung der Fabian Society zu den Trotzkisten: Die Fabian Society
schickte regelmäßig Delegierte zu Treffen der „Zweiten Sozialistischen Internationale“.
Diese Organisation hatte ihre Wurzeln in der von Karl Marx angeregten „Internationalen
Arbeiterassoziation“, die 1876 aufgelöst wurde. Die Gründung fand nicht zufällig
am 14. Juli 1889 statt, exakt hundert Jahre nach der Französischen Revolution
(siehe S.48 ff.). Friedrich Engels, der im Gegensatz zu Marx (71883) erst 1895 verstarb,
koordinierte dieses Treffen von London aus, nahm aber persönlich nicht teil. 1902 floh
Leo Trotzki aus Russland, um Lenin in London zu besuchen, der ihn eingeladen hatte.
Dort trat er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) bei, was den
Startschuss für seine Karriere als Revolutionär darstellte. Die russischen Kommunisten
durften nicht in Russland tagen, also tagten sie in London, ebenfalls nicht zufällig
in unmittelbarer Nähe zur Fabian Society. Zu diesem Zeitpunkt nannten sich die
Kommunisten noch „Sozialdemokraten“.

Die Fabier unterstützten ihre nach außen hin etwas radikaleren russischen
Genossen wo es nur ging, und das schon lange vor der Oktoberrevolution. 1907 fand
eine von zahlreichen revolutionären Konferenzen in London statt, bei der die Fabier
Gastgeber für Lenin und seine bolschewistische Gefolgschaft spielten. Man traf sich
heimlich in der Brotherhood Church in Whitechapel im Osten Londons. Diese Kirche
gehörte einer irrsinnigen religiösen Sekte namens „Christian Socialists“. Hier durften
sich Lenin und seine Begleiter drei Tage verstecken, um sich mit Mitgliedern der
Fabian Society zu besprechen. George Lansbury, ein führender Fabian‘ scher Sozialist
und Abgeordneter der Labour Partei von 1912 bis 1940, beschrieb in seinen Memoiren,
wie Trotzki u.a. 3000 Pfund Unterstützungsgelder von einem amerikanischen
Seifenhersteller namens Josef Fels bekam. Sowohl Lenin als auch Trotzki zeigten ihre
Dankbarkeit für Fels, indem sie sein Darlehen 1921 durch die sowjetische Staatskasse
zurückzahlten.**® George Lansbury äußerte sich begeistert über die Bolschewiki und
schrieb Russland, Großbritannien und die ganze Welt brauchen tausende wie Lenin.?? Die
Verbindung zwischen der Fabian Society und Lenin geht bis zu den frühen Anfängen
der Fabier ins Jahr 1897 zurück, als Lenin Sidney Webbs Fabian‘sche Publikation
„Die Geschichte der Gewerkschaftsbewegungen“ (History of Trade Unionism)
übersetzte. Der Name „Webb“ hatte fast mythologisches Prestige in der Russisch-
Kommunistischen Partei, da Lenin von Webbs Buch so begeistert war und es jedem
Parteimitglied empfahl. Die Fabier nannten die Bolschewisten „Kameraden“.

Die „Kommunistische Internationale“, auch „Dritte Internationale“ oder
„Komintern” genannt, wurde 1919 in Moskau auf Initiative Lenins gegründet. Die
Dritte Internationale bezog sich in ihrer Programmatik auf die von Friedrich Engels

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (164)
organisierte „Zweite Sozialistische Internationale“ in Paris, die von den Delegierten
der Fabier wesentlich beeinflusst wurde. Auf dem ersten Weltkongress vom 2. bis 6.
März 1919 in Moskau waren 51 Delegierte kommunistischer Parteien aus 29 Ländern
anwesend. Der Oktoberrevolution sollte eine Weltrevolution oder ein „Weltoktober“
folgen, in anderen Worten: die Gründung einer kommunistischen Weltregierung. In
diesem Prozess sollte die Komintern als straff organisierte, kommunistische Weltpartei
die Koordination und Leitung übernehmen.?' Nach etwa 100 Jahren scheinen die
Sozialisten kurz vor der Erfüllung von Lenins Träumen zu stehen. Es war Lenin und
Trotzki also schon in ihren ersten Planungen klar, dass der Sowjetstaat irgendwann
verschwinden müsse. Schließlich gibt es nur zwei Optionen, um den Kommunismus
am Leben zu erhalten: Entweder man etabliert eine kommunistische Weltregierung
oder man muss die eigene Bevölkerung einsperren. Schließlich ist ein kommunistisches
System so destruktiv, dass die Bevölkerung, wenn sie die Möglichkeit auszuwandern,
bekommt, das kommunistische Land in Scharen verlässt, um in einem freieren Land
zu leben. Entweder umzingelt man also sein Land mit Mauern und Stacheldraht oder
man etabliert eine Welt ohne Staaten und Grenzen, in der das Individuum aber nicht
mehr vor dem Kommunismus flüchten kann, da der ja überall ist.

Stalin, der später das Ruder übernahm, entschied sich allerdings für das
Einsperren der Bevölkerung, anstatt den Weg der Weltrevolution von Lenin und
Trotzki einzuschlagen. Trotzkisten verstehen sich als Vertreter des Leninismus,
d.h. sie distanzieren sich von Stalin. So wie die Sowjetunion es ab Phase 1 auch tat
(siehe S.72). Trotzki und Lenin konnten sich zwar nicht ausstehen, doch ihre Methode
und Ideologie waren ungefähr identisch: Unterwanderung, Geheimhaltung, Spionage,
Desinformation, Lügen und Täuschung zur Etablierung einer Weltregierung, genau
wie die Fabier. Doch auch für den Massenmörder Stalin waren die Eugeniker aus der
Fabian Society voll des Lobes. Die Webbs und die Shaws, zusammen mit den Astors,
statteten der Sowjetunion in den frühen 1930er Jahren einen Besuch ab und lobten das
mörderische Regime. Die Webbs schrieben ein dickes Propaganda-Dokument über die
„Errungenschaften“ des Sowjet-Kommunismus mit dem Titel “Soviet Communism: A
New Civilisation?“. Im Jahr 1948, zwei Jahre vor seinem Tod, sagte Shaw, dass Stalin
ein guter Fabier sei.’”> Zwar war die Sowjetunion auch nach Stalins Tod ein Gefängnis
mit hunderten Millionen Insassen, doch im innersten Kreis des Politbüros wurden
Pläne geschmiedet, die Sowjetunion später wieder aufzulösen und sie in eine große
Weltregierung zu integrieren. Das geschah in Abstimmung mit den internationalen
Sozialisten, die sich inzwischen auf der ganzen Welt verbreitet hatten. Nach dem Zweiten
Weltkrieg wurde in 1951 in Frankfurt eine neue „Sozialistische Internationale“,
also die Nachfolgeorganisation der „Zweiten Sozialistischen Internationale™ aus dem
Jahr 1889 ins Leben gerufen, die ihren Hauptsitz bis heute in London hat - wo auch
sonst? Deren Mitglieder arbeiteten an globalen sozialistischen Organisationen wie den
Vereinten Nationen (siehe S127 f.) oder der Europäischen Union, die man später mit

* Die „Sozialistische Internationale“ und die „Kommunistische Internationale“ verstanden sich beide als Nach-
folger der „Zweiten Sozialistischen Internationale”. Die „Kommunistische Internationale“ wurde allerdings 1943
von Stalin aufgelöst (siehe S.174)

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (165)
den Staaten des Warschauer Pakts verschmelzen wollte.

Der Bankier David Rockefeller, eines der großen Feindbilder auf den
Mahnwachen, schrieb übrigens eine Studienarbeit über den Fabian-Sozialismus
an der London School of Economics. Seine Familie finanzierte unzählige Projekte
der Fabier von Amerika aus. Die Rockefeller-Familie als „Kapitalisten“ zu bezeichnen,
spottet jeglicher Vernunft, denn seit ihren Anfängen in Cleveland vertraute die Familie
auf die harte Hand des Staates, um ihr Monopol zu sichern.

D.3. Pedram, der Trotzkist

Die Strategie der Fabian Society ist demnach nahezu identisch mit dem
trotzkistischen „Entrismus“, den Pedram Shahyar sicher verinnerlicht hatte,
nachdem er mit blutjungen 17 Jahren der trotzkistischen „Linksruck“-
Organisation beigetreten war. Nach diesem Abstecher in die Vergangenheit widmen
wir uns wieder Pedrams Karriere: Er behauptet, heute kein Trotzkist mehr zu sein.
Aber was bedeutet das schon, wo wir die entristische Taktik der Trotzkisten nun
kennengelernt haben? Nur ein schlechter Trotzkist würde sich selbst als Trotzkist
bezeichnen. Um das Jahr 1999 herum verließ er die Organisation „Linksruck“, die sich
zwar im Jahr 2007 auflöste, doch mit einem Großteil ihrer Mitglieder in der Organisation
„Marx21“ aufging. Pedram hält für Marx21 auch gelegentlich Vorträge, z.B. bei der
Veranstaltung „Marx ist Muss“ im Jahr 2009. Allerdings hatte „Linksruck“ zum
Zeitpunkt von Pedrams Ausstieg schon eine neue Organisation gefunden, die
man unterwandern wollte: Die Mitglieder wurden in das globalisierungskritische
Netzwerk „Attac“ geschickt. Pedram sagte bei einen Interview mit KenFM vom
14.05.2014, er habe sich Ende der Neunziger nicht mehr mit der radikalen und sehr
hierarchisch strukturierten Organisation von „Linksruck“ identifizieren können,
allerdings habe er auch Bedenken gehabt, Attac könnte vielleicht nicht radikal genug für
ihn sein.?** Attac bekam seinen ersten deutschen Ableger im Jahr 2000 und trat an mit
der Forderung nach einer internationalen Tobin-Steuer/Finanztransaktionssteuer zur
Eindämmung der schnellen Spekulationsgewinne an den Börsen. Eine weitere „Steuer
gegen Armut”, die auch Otto-Normal-Bürger bei seinen Börsengeschäften zahlen
muss und die das Geldmonopol der Zentralbank (siehe S.43) nicht ankratzt. Attacs
finanzielle Unterstützung wird in einem Cicero-Artikel vom 28. Oktober 2004 geklärt:
Das Finanzgebaren von Attac bleibt aber undurchsichtig. Mitgliedsorganisation
und Rechtsträger der globalisierungskritischen Organisation ist der Verein ‚Share‘ der
Spendenkonten unterhält. Für einzelne Aktionen werden neue Konten eingerichtet. Das
Budget von Attac kommt im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Dazu
erhält die Organisation vereinzelt Projektzuschüsse, etwa von der Heinrich-Böll-Stiftung
oder dem Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit der evangelischen
Kirche. Zu den Unterstützern zählt auch die PDS-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Sponsoring lehnt die Organisation ab, um ihre Unabhängigkeit nicht zu gefährden. Geld
fließt dem Netzwerk auch aus der ‚Bewegungsstiftung‘ zu. Zehn Stifter haben einen
Fonds mit insgesamt 250 000 Euro ausgestattet. Bei den Stiftern handelt es sich

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (166)
um einen Kreis solventer, politisch links stehender Personen. Stiftungen werden in
Deutschland als „gemeinnützig“ anerkannt und müssen deshalb keine Steuern zahlen.
Das riesige Netzwerk aus Stiftungen mit ihren undurchschaubaren Geldkanälen
ist für den Laien kaum zu überblicken. Fakt ist, dass in Deutschland jedes Jahr
Milliarden aus den Stiftungen an Parteien oder Non Governmental Organisations
(NGOs) wie Attac fließen, die sich vermeintlich dem Allgemeinwohl verschrieben
haben. Woher dieses Geld genau kommt, wird von den Parteien und NGOs nicht
untersucht, da sie sich selbst aus dem Geldtopf der Stiftungen bedienen. Wer beißt
schon die Hand, die einen füttert? Da kümmert es die Linken, Globalisierungskritiker
und Umweltschützer auch nicht, dass ihre Gelder ursprünglich oft von Banken,
Großkonzernen oder gar Ölunternehmen kommen. Klar sitzt der Staat auch hier am
längeren Hebel, denn eine Stiftung muss von der staatlichen „Stiftungsaufsicht“
zugelassen werden. Die allwissenden Politiker und Beamten wissen natürlich, was
„gemeinnützig“ ist und was die Behörde der Stiftungsaufsicht ablehnen sollte, weil
es dem Allgemeinwohl schadet. Gegen eine neue Steuer auf Finanztransaktionen hat
die Politik sicher nichts, da sie ihr neues Geld in die Taschen spült. Banken stört diese
Steuer auch nicht, da sie sowieso Geld aus dem Nichts schaffen können. Bei den
solventen Linken, die die „Bewegungsstiftung“ ausstatten, fragt man sich, warum
sie sich schämen, als Stifter an die Öffentlichkeit zu gehen. Gehören sie zu den
Unternehmern, die aus dem Korporatismus Profit schlagen?

Kurz nach seinem Austritt aus „Linksruck“ tritt Pedram 2001 Attac bei. Da
„Linksruck“ seine Mitglieder im Jahr 2000 aufforderte, Attac beizutreten, kann
man Pedrams Austritt und Wechsel zu Attac nicht als Bruch mit der Ideologie des
Trotzkismus‘ verstehen. Vielmehr als einen Wechsel der „entristischen“ Tarnung mit
Zugriff auf die Gelder der Stiftungen, die Attac fördern. Pedram stieg bei Attac
schnell in eine einflussreiche Position auf, so wie es für einen guten Trotzkisten
üblich ist. Von 2003 bis 2007 war er Mitglied des Koordinierungskreises von Attac
und organisierte in den Jahren 2005 bis 2007 den Protest gegen den G8-Gipfel. Heute
behauptet Pedram, auch Attac wieder verlassen zu haben, doch dabei scheint es sich
um eine glatte Lüge zu handeln. Dass er immer noch für Attac tätig ist, zeigt seine
Teilnahme an der Blockupy-Aktionskonferenz in Amsterdam anno November 2013,
wo Pedram mit Attac ein Wiederaufleben des Blockupy- Aufstands für 2014 plante. In
einem Interview auf dieser Konferenz sagt Pedram, er sei politischer Aktivist, Mitglied
bei Attac und aktiv bei der interventionistischen Linken.° In dem Interview bei KenFM
vom 14.05.2014 sagt der Moderator Ken Jebsen, Pedram Shahyar sei jahrelang nicht
politisch aktiv gewesen und erst durch die Montagsdemos wieder politisch aktiviert
worden. Als Ken fragen will, warum Pedram aufgehört habe, wechselt Pedram das
'Ihema.?** Zumindest ist Pedram heute wieder aktiv bei Attac. In welchem Zeitraum er
politisch nicht aktiv gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht: So schrieb die TAZ am
28.09.2013: Shahyar ist nun zum siebten Mal in Kairo, seit 2011 der Aufstand begann.
Inzwischen begrüßen sie ihn hier wie einen Freund.?” Geschlagene sieben Besuche in Kairo
seit 2011, ausgestattet mit Gasmaske inmitten der hochgefährlichen Straßenschlachten,
führen Pedrams Behauptung ad absurdum, er sei nicht politisch aktiv gewesen. 2013

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (167)
besuchte Pedram auch den Gezi-Park in der Türkei oder unterstützte im Jahr 2012
Demonstranten in Madrid. In einem Interview mit der TAZ vom 18.06.2013 wird
Pedram als Inbegriff des Aufstandstouristen”® bezeichnet.

Da stellt sich unweigerlich die Frage, mit welchem Geld Pedram eigentlich als
Revolutionstourist in der Welt herumreist.” Auf meine E-Mail-Frage „Was hast du von
1990 bis 1999 während deiner Aktivität bei ‚Linksruck‘ gemacht, warst du vollzeitig
als Angestellter für Linksruck tätig oder hattest du Nebenjobs?“ antwortete Pedram
folgendermaßen: Ich war kurz vollzeitig bei „Linksruck“ beschäftigt, 2000-2001 - aber
für sehr wenig Geld. Von 1992 bis 2005 war ich Student und habe mich immer selber
finanziert (außer 2 Jahre am Anfang Bafög) - also alle Nebenjobs gemacht, die man sich
vorstellen kann. Auf seinem Blog erfährt man: Pedram ist Lehrbeauftragter an der
Freien Universität Berlin (Sommersemester 2014: Einführung in Michel Foucault.
Mittwochs 16-18 Uhr) und unterrichtet argentinischen Tango in Kreuzberg, allerdings
nur einmal die Woche montags von 19:00 bis 01:00 Uhr.*” Dazu kommen Vorträge
auf Veranstaltungen der „Linken“, bei der Pedram auch Mitglied ist, bei Stiftungen wie
der „Rosa-Luxemburg-Stiftung“ oder auf Kongressen, wo Pedram über seine Tätigkeit

‚als „Aufstandstourist“ berichtet. Seine Erfahrungen als Aktivist teilt Pedram auch als
Publizist in linken Publikationen wie der TAZ, „Neues Deutschland“, „Der Freitag“
oder „Junge Welt“. Dazu noch die von Pedram gegründete Social Media Agentur
„Avatarist“, die ihren Kunden dabei hilft, deren Auftritt im Internet attraktiv und
publikumswirksam zu gestalten. Im Internet stellt sich „Avatarist“ folgendermaßen
vor: Wir sind keine klassische kommerzielle Agentur und arbeiten nur für Personen und
Institutionen, mit deren Inhalten und Positionen wir unsere emanzipatorischen Grundsätze
vereinbaren können. Die Kunden der Agentur, mit deren Inhalten Pedram seine
Arbeit vereinbaren kann, entpuppen sich als altkommunistische Wölfe, die sich heute
unter dem harmlos anmutenden Schafspelz der Globalisierungskritik verstecken.
Avatarist betreut den Internet-Auftritt von Politikern der Linkspartei wie Sabine Leidig
und Andrej Hunko (Bundestagsabgeordnete) oder Nicole Gohlke und Heike Hänsel
(Attac-Mitglieder). Zu Pedrams Kunden gehören auch bekannte Namen wie der Ex-
Kommunist und RAF-Verteidiger Christian Ströbele und der Liedermacher Konstantin
Wecker. Die deutschen Kommunisten wurden von Moskau in den 70ern angewiesen,
die Grüne Partei zu gründen und den Kommunismus unter dem Deckmantel des
Umweltschutzes zu verkaufen. (siehe S.153 f.) Pedram hat demnach nicht den
einen „Arbeitgeber“ oder „Geldgeber“, sondern ein Netzwerk aus stiftungs- oder
staatsnahen Organisationen und Personen aufgebaut, aus dem er seine Aufträge
bezieht.

D.4. Pedram unterwandert die Mahnwachen

Nun ist es soweit: Der Trotzkist Pedram hatte sich 13 Jahre bei Attac eingenistet.
Die Ziele von Attac unterscheiden sich kaum von denjenigen der Linken oder der

* Übrigens eine Frage, die man sich auch bei Leo Trotzki stellen müsste, der das Leben eines rastlosen Migranten
führte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (168)
Grünen. Letztendlich ist Pedrams wahllose Kritik an Kriegen, Globalisierung
und Umweltverschmutzung, der sich auch die große Politik bedient, im
antikapitalistischen Deutschland vollkommen normal. Pedrams Weggefährten sitzen
im Bundestag und im Europaparlament. Das Endziel von Trotzkisten bleibt die
sozialistische Unterwanderung von Schlüsselorganisationen zur Erschaffung des
Weltkommunismus‘. Pedram leistet hier ganze Arbeit, wie ich gleich noch erklären
werde. Nun hat Pedram ein neues Ziel im Visier: Die Mahnwachen in Berlin und
vielen anderen großen Städten Deutschlands haben im Mai 2014 ein enormes Ausmaß
erreicht und finden bundesweit zehntausende Anhänger. Ein Großteil der Teilnehmer
sind keine ideologisch beschränkten Radikalrevoluzzer wie Pedram, sondern haben
eine sehr realistische Sicht auf die Probleme unserer Zeit. Die Forderungen sind, wie
schon erwähnt, nicht perfekt, aber tendieren in eine konstruktive, tendenziell eher
konservative und liberale Richtung. Zwar gibt es sicher auch Gemeinsamkeiten, doch
eines steht fest: Eine antikapitalistische Weltregierung, wie Trotzkisten sie sich
wünschen, wird von den wenigsten Mahnwachen-Besuchern gefordert. Für eine
Organisation wie Attac, die mit Millionengeldern von der Elite hochgepäppelt
wird, ist es natürlich auch peinlich, wenn deutlich mehr Menschen zu dieser
äußerst glaubhaften Graswurzelbewegung pilgern als zu ihren Demonstrationen
und Veranstaltungen. Zeit für Pedram zu intervenieren!

Im Interview bei KenFM sagt Pedram, er sei durch eine Freundin auf die Demos
aufmerksam gemacht geworden. Nach zwei Besuchen habe er schon gewusst, dass er Teil
dieser Bewegung werden müsse. Genauer kann er diese Euphorie aber nicht begründen.
Am 06.05. hält Pedram schon seine erste Rede bei einer Berliner Mahnwache und
freundet sich mit dem populären Mahnwachen-Zugpferd Ken Jebsen an. Er kriegt
sofort ein großes Interview in Kens populärer Internettalkshow.??* Alle Türen öffnen sich
für ihn, denn er ist ein charismatisches Alphatier, das professionell zu sprechen gelernt
und keine Angst vor einem großen Publikum hat. Klar trauen es sich die wenigsten
Amateure zu, vor tausenden Menschen auf eine Bühne zu steigen und eine Wutrede zu
halten. Deshalb ist es gar nicht so schwer für einen guten Trotzkisten, sich mit einem
dominanten und selbstsicheren Auftreten in einer zu infiltrierenden Bewegung einen
Namen zu machen. So klettert der Trotzkist schnell an die Spitze der Hierarche.

Schon kurz nach dem Schulterschluss mit Ken Jebsen führt sich Pedram auf, als
habe er die Mahnwachen alleine aus dem Boden gestampft und könne bestimmen, wie
es mit der Bewegung weitergeht. Die Meinungs- und Redefreiheit für jeden Teilnehmer
machte die Mahnwachen anziehend für politisch undogmatische Personen, da man
sich nicht, wie bei der organisierten Linken von Pedram Shahyar, einem Konsens
unterwerfen und danach in Reih und Glied marschieren musste. Nun spricht Pedram
erstmals ein Machtwort und empfiehlt den Veranstaltern der Erfurter Mahnwache
in einem offenen Brief, Jürgen Elsässer dort nicht sprechen zu lassen: Es dürfte
keinem Beobachter der Montagsmahnwachen entgangen sein, dass insbesondere die
Personalie Jürgen Elsässer immer wieder zu Zwist führt. Seit einigen Jahren tritt Jürgen
Elsässer in seiner Publikation immer wieder mit schlimmen Ausfällen gegen konkrete
Personen und Personengruppen in Erscheinung, die Raum neben seinen geopolitischen

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Analysen finden. Viele Leser interessieren sich wohl vor allem für Letzteres und blenden
Ersteres aus. Den angegriffenen Personen hilft dies aber reichlich wenig. Zudem werden so
auf sehr unversöhnliche Weise gesellschaftliche Feindbilder konstruiert und reproduziert,
ohne dass dabei ein Wille zur Versöhnung zu erkennen ist.” Das ist besonders pikant,
denn Pedrams erste Rede auf den Mahnwachen datiert auf den 06.05.2014. Am
21.04.2014, als Elsässer seine gefeierte Rede gehalten hatte, hatte Pedram zum ersten
Mal in die Mahnwachen hineingeschnuppert. In dem Artikel „Tahrir oder Teaparty?“
vom 24.04.2014 für „Der Freitag“ berichtet Pedram von besagter Mahnwache: Die
inhaltliche Verbindung des Imperialismus mit dem Finanzsystem wird in dem
Moment naxzistisch, wenn Verschworungstheorien antisemitische Züge entwickeln.
Dies Liuft vor allem in der Debatte iiber die Rolle der Federal Reserve Bank FED. So
sehr Kritik an der FED berechtigt ist und Kriege wie im Irak 2003 auch wihrungspolitische
motiviert sein können: der Ansatz, der FED liegt eine Verschwörung zu Grunde (vorwiegend
von jüdischen Finanziers), die die Welt in den Krieg und Abgrund ziehen will, ist nicht nur
faktischer Unsinn und Hokuspokus, sondern klar in der Linie des nationalsozialistischen
pseudo-Antikapitalismus. |...) Auch Elsässer war am letzten Montag deutlich bemüht,
keine offene Flanke nach rechts zu zeigen, ganz im Gegenteil blinkte er bei seiner Rede
heftig nach links und stellte klar, dass seine Gegner multireligios seien. Dennoch war es ein
verheerendes Signal, dass er als Redner hier auftrat, jemand der in seiner jiingeren
Geschichte zu viele reaktiondre Manöver abgezogen hat und in der Verteidigung von
Ahmadinejad oder bei der Hetze auf Sinti und Roma sogar einen faschistoiden Ton
traf. Dass auch Ken Jebsen, dessen Reden auf den Mahnwachen astrein sind (die
organisierte Linken sollten sich da wirklich einen Stück abschneiden) fiir Elsdissers
Compact-Magazin schreibt, das z.B. Thilo Sarrazin hochfeiert, gibt Grund fiir
große Skepsis gegenüber dem organisatorischen Kern dieser Mahnwachen.* Schon
der Titel „Zahrir oder Tea-Party” identifiziert Libertire als Feindbilder Pedrams, denn
die Tea-Party ist wohl die libertirste Bewegung, die jemals international Beachtung
gefunden hat. Die Bankenkritik als wichtigster Aspekt der Mahnwachen kriegt von
Pedram den Stempel ,antisemitisch®. Obwohl er sich nicht zu weit aus dem Fenster
lehnt, unterscheidet sich Pedram dabei kaum von der ehemaligen Griinen-Politikerin
Jutta Ditfurth, die Elsässer im Magazin , Kulturzeit™ auf 3Sat als glühenden Antisemiten
diffamierte.’® Im Gegensatz zu Jutta Ditfurth, die nach diesem Auftritt zum großen
Feindbild der Mahnwachen ernannt wird, ist Pedram wenig später selbst Teil der
Mahnwachen und somit perfekt getarnt. Jetzt kann man ihn nicht mehr kritisieren, da
er ja ein Freund sein muss, wenn er bei den Demos mitzieht. Ein großer Denkfehler,
den zu viele politisch unerfahrene Teilnehmer der Mahnwachen machen! Eigentlich
wiirde Ditfurth genau in das linke Netzwerk von Shahyar passen, und nur eine Woche
später tätigt Pedram sehr ähnliche Aussagen im Magazin „Der Freitag”. Als Libertirer
ist es amiisant zu beobachten, wie sich radikale Linke aufgrund bedeutungsloser
Meinungsunterschiede oder personlicher Eitelkeiten bekriegen. Dabei unterscheidet
sich deren Weltanschauung im Kern nicht im Geringsten.

Die Anwesenheit der Person Jürgen Elsässer war sicherlich einer der
Hauptgriinde, warum tausende Menschen auf der Mahnwache am Ostermontag

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (170)
erschienen waren. Wie konnte sich Pedram dann für die Mahnwachen begeistern,
wenn er sich nicht mit den Themen identifizierte? Oder entsprang Pedrams
Begeisterung möglicherweise nicht aus den Themen, vielmehr aus den Menschenmassen,
die zu den Mahnwachen pilgerten und die er jetzt für seine Zwecke vereinnahmen
wollte? Ich gehe schließlich auch nicht zu einer linken Demo und denke mir: „Ich muss
da unbedingt mitmachen. Hoffe allerdings, ich kann sie zu Libertären transformieren.“
Pedram kommt als Neuling auf die Mahnwachen, die u.a. durch Jürgen Elsässer bekannt
wurden, doch hat er keine Skrupel, Elsässer aus der Bewegung auszugrenzen, so, als ob
Pedram derjenige gewesen sei, der die Montagsmahnwachen ins Leben gerufen hat.
Man versteht, welche entristischen Mechanismen hier in Gang gesetzt wurden: Die
trotzkistische Linke verschafft sich Einfluss in der Organisation, grenzt missliebige
Meinungen aus und reißt die Deutungshoheit über relevante Begriffe und Inhalte
an sich. Als Sprachrohr der Organisation werden neue Gesichter installiert,
die Ziele formulieren, die nur noch ein Abklatsch der ursprünglichen Ziele der
Organisation sind, wenn sie nicht sogar gegen die alten Ziele sprechen.’”*

Im September 2014 ist es vollbracht: Nachdem sich Pedram darum gekümmert hat,
die Hauptorganisation der Mahnwachen in Berlin für sich zu gewinnen, entscheidet
man sich am 14.09. auf einem Organisationstreffen in Zeitz für eine ideologische
Neuausrichtung der Bewegung im Sinne der internationalen Linken. Der inzwischen
auch auf Linie gebrachte Veranstalter Lars Mährholz verkündet auf Facebook:

Hallo ihr Lieben,

die Mahnwachen sind keine lokale Bewegung. Das zeigen die vielen Friedensaktivisten in
Österreich, in der Schweiz, in Spanien, in Amerika, in Kanada und in einigen anderen
Ländern! Für einen Wandel auf diesem unserem Planeten brauchen wir keine hunderttausend
Menschen in Deutschland auf der Straße, wir brauchen Millionen weltweit! Damit sich jedes
Land dieser Welt uns anschließen kann, haben wir diese 6 Punkte in Zeitz beschlossen.
Beschluss des bundesweiten Orgatreffens in Zeitz über die „Ziele der Mahnwachen für den
1. Weltfrieden“

I. Umsetzung der UN-Menschenrechts-Charta!

II. Für eine Welt ohne Imperialismus und Faschismus (FÜR WELTWEITEN
FRIEDEN)!

III. Für ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystem mit
dezentralen und kooperativen wirtschaftlichen Strukturen, getragen von einem reformierten
System der Wert- und Geldschöpfung. Verbot der privaten Zentralbanken und die weltweite
Überwindung des verzinsten Schuldgeldsystems und der Giralgeldschöpfung

IV. Gewalt und Krieg dürfen kein Mittel der Politik sein!

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V. Für eine freie und objektive Berichterstattung und unabhängige Medien!
VI. Transparenz öffentlichen Handelns (von Staat, Politik, Wirtschaft) verpflichtend.
Schutz der Privatsphäre! >>

Zwar ist die Bankenkritik immer noch enthalten, doch ordnet sie sich anderen
Zielen unter und führt in die völlig falsche Richtung. Was sich Linke unter einem
nachhaltigem Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystem mit dezentralen und kooperativen
wirtschaftlichen Strukturen vorstellen, kann man sich denken: Keine freie Geldwahl,
sondern ein neues Fiat-Geld-System. Pedram Shahyar hatte bei Attac gegen die
den Südländern auferlegte Sparpolitik protestiert und forderte mehr billige Kredite
aus dem Ausland für heruntergewirtschaftete Sozialstaaten wie Griechenland. Sein
Wunschtraum wäre wohl eine von ihm geleitete Zentralbank, mit der er ohne Grenzen
Geld für die Armen drucken könnte. Das Verbot der privaten Zentralbanken lenkt vom
Problem der Zentralbanken ab, bei denen es letztendlich keine Rolle spielt, ob sie in
privater oder öffentlicher Hand liegen, solange sie vom Staat ein Monopol bekommen.
Interessanterweise arbeitet Shahyars Onkel für die iranische Zentralbank, was Pedram
im Interview mit Ken Jebsen offenbarte. Schon Lenin wusste: Der Weg, die Bourgeoisie
(Mittelstand) zu vernichten, ist, sie zwischen den Mühlsteinen von Besteuerung und
Inflation zu zermahlen. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob die Inflation durch eine
private oder öffentliche Bank gesteuert wird.

D.5. Pedram Shahyars äsopische Sprache

Da Kommunisten den Menschen ein System verkaufen wollen, das letzten Endes
nur den Kommunisten selber nützt und den Normalbürger zum Sklaven degradiert,
müssen sie psychologische Tricks verwenden, um ihr Publikum zu überzeugen. Ein
Autohändler, der dem Kunden einen Gebrauchtwagen mit defektem Motor, defektem
Licht und defekten Bremsscheiben zu einem überteuerten Preis verkaufen will, wird
nicht sagen: „Der Wagen ist Schrott, aber kaufen Sie ihn bitte trotzdem, weil ich
dringend Geld brauche!“ Er wird z.B. sagen, dass „in der letzten Zeit viele Reparaturen
durchgeführt wurden“ oder ablenkend vom „niedrigen Tachostand“ sprechen. Er
wird seine Sprache benutzen, um die Mängel des Autos zu verschleiern und dem
Kunden das Produkt zu verkaufen. Er wird es dabei aber vermeiden, eindeutig zu
lügen. Kommunisten verkaufen kein mangelhaftes Auto, sondern eine mangelhafte
Ideologie. Sie würden nicht sagen: „Ich bin Kommunist und will eine zentral
gesteuerte Planwirtschaft, die Ihren Lebensstandard massiv senken wird. Bitte wählen
oder unterstützen Sie mich!“ Das Wort „Kommunismus“ muss peinlichst vermieden
werden, so wie der Autohändler das Wort „Motorschaden“ umgehen muss. Pedram
Shahyar würde das Wort „Kommunismus“ niemals in den Mund nehmen, aber
als Trotzkist verwendet er eine manipulative Sprache, die naive Zuhörer nicht
verstehen und die ihm deshalb gedankenlos zujubeln.

Lenin hatte auch erkannt, dass die Sprache das wichtigste Mittel zur Beeinflussung
der Menschen ist. Er entwickelte und benutzte die sogenannte „äsopische“ Sprache.

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Das Wort leitet sich ab von dem griechischen Dichter Äsop. Der Autor George
Orwell baute Lenins Sprachtricks später in seinen Roman 1984 ein und taufte die
„äsopische Sprache” in den ein wenig grifhgeren Begriff „Neusprech“ um. Viele
Linke zitieren Orwells Roman, wenn sie die NSA-Überwachung in westlichen Staaten
kritisieren, doch blenden aus, dass Orwell ein Fan des libertären Friedrich August
von Hayek war und mit seinem Roman eindeutig das von Lenin erträumte System
des Weltkommunismus beschrieb. Orwell war sein Leben lang Sozialist und arbeitete
mit Trotzkisten und Mitgliedern der Fabian Society zusammen. Da er die englischen
Topstrategen des Sozialismus‘ persönlich kannte und deren Taktik durchschaut hatte,
verarbeitete er seine Erkenntnisse in codierter Form in seinem Roman 1984. Auch
Orwell verstand als hochrangiger Sozialist, wie man seine wahren Absichten mithilfe
der Sprache versteckt. Lenin, der von der Fabian Society mit großen Geldsummen
unterstützt worden war, beschrieb seine äsopische Sprache in Bezug auf eine von
ihm verfasste Schrift folgendermaßen: Die Schrift ist im Hinblick auf die zaristische
Zensur abgefasst. Aus diesem Grunde war ich nicht nur genötigt, mich strengstens auf
die ausschließlich theoretische - insbesondere die ökonomische - Analyse zu beschränken,
sondern auch die wenigen notwendigen Bemerkungen über die Politik mit größter Vorsicht
zu formulieren, Andeutungen zu machen, mich der äsopischen Sprache zu bedienen, der
verfluchten äsopischen Sprache, zu welcher der Zarismus alle Revolutionäre zwang, sobald
sie die Feder in die Hand nahmen, um ein ‚legales‘ Werk zu schreiben.”° Lenin hatte
die äsopische Sprache demnach entwickelt, um sich vor der eigenen Verfolgung zu
schützen, doch bemerkte er schnell, dass er sie auch zur Manipulation der Mitmenschen
einsetzen konnte. Seitdem die Kommunisten an die Macht kamen, wird die Sprache
nicht mehr dafür eingesetzt, um wahre Ziele vor den Mächtigen zu verstecken,
sondern vor dem Volk, das man regiert oder regieren will. Nun könnte man
tausende verschiedener Wörter benutzen, um seine bösen Absichten zu verschleiern,
doch die Kommunisten einigten sich auf ein paar Dutzend bestimmte Begriffe und
Codewörter, die man ständig wiederholte. Damit verfolgte man zwei Zwecke: Erstens
sollte ein anderer eingeweihter Kommunist erkennen, was mit dem Wort eigentlich
gemeint war. Wenn man sich dabei nicht auf eine beschränkte Zahl von Wörtern einigte,
konnte man schnell den Überblick verlieren. Wenn ein Leninist/Trotzkist z.B. von
„Weltfrieden“ spricht, weiß sein eingeweihtes Gegenüber, dass er eigentlich eine
zentral gesteuerte, antikapitalistische Weltregierung meint. Ein weiterer Zweck
bestand darin, das Denken der Menschen zu verändern, d.h. den positiven Begriff
„Weltfrieden“ den Zuhörern so oft unter die Nase zu reiben, bis sie die eigentlichen
Ziele, die mit diesem Begriff verknüpft sind und die sich durch die Handlungen der
Kommunisten offenbaren, vollkommen ausblenden. Lobaczewski beschrieb die Rolle
des „Neusprech“ bei der Entstehung des Bösen so: Während des Prozesses der Ponerisation
geschieht eine Art von Schichtung oder Schizophrenie der Ideologie. Die äußerste Schicht,
die dem ursprünglichen Inhalt am nächsten ist, wird zum Zweck der Propaganda
hingehalten, besonders in der äußeren Welt, obgleich sie zum Teil nach innen gerichtet
benutzt werden kann, wenn Mitglieder niedrigeren Rangs zu zweifeln beginnen. Die
zweite Schicht wird von der Elite gebildet, die kein Problem mit dem veränderten

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Verständnis hat. Sie ist hermetischer und im Allgemeinen durch ein Unterschieben
von anderen Bedeutungen für dieselben Bezeichnungen zusammengesetzt. Da identische
Bezeichnungen unterschiedliche Inhalte bedeuten, abhängig von der jeweiligen Schicht,
verlangt ein Verständnis dieser ‚Doppelsprache‘ ein fließendes Sprechen beider Sprachen.“
Ob Pedram beide Sprachen fließend beherrscht, kann ich nicht wissen, aber seine
Vergangenheit und seine gezielt manipulativen Handlungen legen zumindest nahe,
dass er sich der wahren Bösartigkeit seiner Ideologie bewusst ist.

Natürlich kann das Publikum auch durch die gute alte Lügerei in die Irre geführt
werden. Auch dies stellen die Trotzkisten cleverer an als Otto-Normal-Biirger. Sie
definieren schlicht Begriffe um und bieten als Lösung ihren Kommunismus an.
So behaupten sie z.B., der Kapitalismus sei der Grund für die steigende Armut
und Arbeitslosigkeit in Deutschland. In Wirklichkeit ist es der Sozialismus,
der Deutschland zerstört, der dann von Trotzkisten als Lösung für das Problem
angeboten wird. Das ist die „Hegel‘sche Dialektik“ in Sprachform: Man liefert
dem Zuhörer ein falsches Problem (Kapitalismus) und bietet als Lösung noch mehr
von dem echten Problem (Sozialismus) an. Eigentlich erfüllt dies den Tatbestand des
Lügens, doch falls der Trotzkist dabei ertappt werden sollte, kann er sich geschickt
hinter dem Begriffswirrwarr bezüglich solcher Begriffe verstecken. Er kann z.B.
dem Gegenüber vorwerfen, dass er eine falsche Definition von „Kapitalismus“ habe.
Ein großer Teil der Zuschauer wird sich ohnedies nicht mit der wissenschaftlichen
Definition von „Kapitalismus“ auseinandersetzen.

D.6. Pedram Shahyar will die „Neue Weltordnung“‘

Nun ist der Begriff „Neue Weltordnung® in den alternativen Medien fast jedem
geläufig, doch auch ein Großteil der Mahnwachen-Besucher, die gegen die NWO
skandierten, kannten den Ursprung dieses Begriffes nicht. Ein großer Fehler, denn
das Buch „Ihe New World Order” wurde von einem Sozialisten namens HG
Wells geschrieben, der Mitglied der Fabian Society war! Wenn ein hochrangiger
Sozialist das Buch geschrieben hat, welches den Begriff „Neue Weltordnung® fiir die
heutige Zeit prägte und welches nur so vor dsopischer Sprache/Neusprech überquillt,
zeugt es fast von grotesker Ignoranz, zu behaupten, die NWO sei kapitalistisch.

Ich werde nun eine Rede von Pedram auf der Mahnwache am 23.08.2014 in Halle nach
asopischer Sprache und Verbindungen zu HG Wells‘ Buch „The New World Order“
untersuchen und den Hintergrund der Begriffe, die Pedram benutzt, erläutern:

Wir sind in eine Welt hineingekommen, die eine Welt des Krieges geworden ist. Wir
sind Zeugen eines neuen imperialen Zeitalters, obwohl wir dachten, dass wir im 21.
Jahrhundert vielleicht darüber hinweggekommen sein sollten.?”

Die Wörter imperial“ oder „Imperialismus“ wurden von Shahyar sehr oft in
dieser Rede benutzt. 1916 verfasste Lenin in Zürich die Schrift „Der Imperialismus
als höchstes Stadium des Kapitalismus“. Die Kommunisten stellten die Regel auf, dass
sich Kapitalismus zwangsläufig zum Imperialismus entwickeln müsse. Deswegen ist

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„Imperialismus“ ein beliebtes äsopisches Codewort für Trotzkisten. Dass man Pedram
glauben muss, wenn er vom amerikanischen Imperialismus spricht, ist u.a. auf die
Machenschaften amerikanischer Trotzkisten zurückzuführen, wie z.B. George W. Bush.
Richtig gehört: George W. Bush!

Der Mann, der am 20. Januar 2001 das Präsidentenamt übernahm, entstammt
wie sein Vater einer politischen Strömung, die sich „neokonservativ“ nennt. Die
„Neocons” mit dem Außenminister Colin Powell, dem Verteidigungsminister Donald
Rumsfeld, dem stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz und dem
Vorsitzenden der verteidigungspolitischen Kommission des Pentagon, Richard Perle,
platzierten sich nach George W. Bushs Vereidigung im Zentrum der amerikanischen
Außenpolitik. Das Ergebnis der neokonservativen Politik waren zwei vernichtende
imperialistische Kriege gegen Irak und Afghanistan. Dazu eine extreme Einschränkung
der Bürgerrechte im Inland, die Ausweitung des Polizeistaats, Inflation, Subprime-
Krise und steigende Armut. Es ist auch bei George W. Bushs Präsidentschaft mehr als
absurd, von einer „kapitalistischen“ oder auch nur „konservativen“ Politik zu sprechen.
Das äsopische Codewort „neokonservativ“ steht eigentlich für Kommunisten, die
sich als Konservative tarnen.

Heise.de schrieb am 13.08.2003: Andere sehen in Irving Kristol, dem Herausgeber
von Neoconservatism, den Vater der Bewegung. Er ist Jahrgang 1920, bringt Kriegserfahrung
aus Europa mit und ist seit 1940 für mehrere Zeitschriften zum Teil als Editor tätig und in
mehreren Think Tanks aktiv. Der New Yorker Professor macht aus seiner Einstellung keinen
Hehl: ‚Seitdem ich mich erinnern kann, war ich ein Neo-Etwas: ein Neo-Marxist, ein Neo-
Trotzkist, ein Neo-Liberaler; religiös ein Neo-Orthodoxer - auch wenn ich zugleich Neo-
Trotzkist oder Neo-Marxist war. °® Irving Kristol, der Urvater der Neokonservativen,
war ein überzeugter Trotzkist, daran besteht keinerlei Zweifel. Er nannte sogar einen
seiner Essays für die New York Times „Memoiren eines Trotzkisten“ (Memoirs
of a Trotzkyist). Darin schrieb er: Ich machte meinen Abschluss am City College im
Frühjahr 1940, und die höchste Ehre war für mich, dass ich ein angesehenes Mitglied
der Sozialistischen Jugendliga (Vierte Internationale) war. Diese Organisation
wurde allgemein und vollkommen richtig als trotzkistisch bezeichnet.” Die „Vierte
Internationale“ wurde gegründet, nachdem Stalin die „Dritte Internationale“
(siehe S.163 f.) übernommen hatte und sich von den Zielen des Weltkommunismus‘
entfernte. Stalin wollte den Kommunismus nationalen Zielen unterwerfen und verfolgte
nach seiner Machtübernahme die Trotzkisten, die einen internationalen Kommunismus
forderten, gnadenlos. Wie schon erwähnt: Entweder man setzt den Kommunismus
international durch oder man sperrt die Bevölkerung ein. Stalin entschied sich für
Letzteres. Aus diesem Grund sortierte er die Befürworter des Internationalismus‘
mit brutalsten Methoden aus. „Trotzkist“ wurde von Stalin zu einem Kampf- und
Propagandabegriff für Menschen gemacht, die sich nicht der neuen Parteilinie Stalins
unterwerfen wollten. Millionen starben bei Stalins Großem Terror’ von Herbst 1936

* Interessant, dass ausgerechnet der Begriff „Großer Terror“ von Historikern benutzt wurde, um die brutale Herr-
schaft von Stalin zu beschreiben. Die Terrorherrschaft unter Robbespierre nach der Französischen Revolution
bekam dieselbe Bezeichnung (Grande Terreur). Die Revolutionen liefen nach demselben Muster ab.

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bis Ende 1938, indem man ihnen das Stigma „Trotzkist“ anheftete und sie zum Tode
oder lebenslangem Gulag verurteilte, ähnlich wie man in Deutschland Menschen mit
dem Stigma „Jude“ in die Konzentrationslager schickte. Die Trotzkisten außerhalb
Russlands profitierten und profitieren immer noch von Stalins Maßnahmen, denn
sie konnten sich einfach von Stalins Terrorherrschaft distanzieren und weiterhin
behaupten, der Kommunismus führe zu Glück und Wohlstand, wenn man ihn
nicht gefährlichen Psychopathen wie Stalin überlassen würde.

Trotzki hatte die Sowjetunion 1928 verlassen und wetterte aus dem Exil gegen Stalins
Verbrecherregime, so, als ob er und Lenin nicht auch Millionen Menschen auf dem
Gewissen hatten. Im russischen Bürgerkrieg starben geschätzt sieben bis zwölf Millionen
Menschen, die meisten davon Zivilisten. Trotzki war der Organisator der Roten Armee
undließ hundertederen zivilen Kommandeureermorden, um siezu einer konventionellen
Armee zu machen. Wer Trotzki anhängt, hängt ebenfalls einem Massenmörder an.
1938 gründete er von Mexiko aus die „Vierte Internationale“, die sich nach Stalins
Übernahme der „Dritten Internationale“ wieder den Zielen des Trotzkismus‘ widmen
sollte. Ein Verbund trotzkistischer Parteien und Organisationen traf sich 1938 auf der
Gründungs-Versammlung in Paris, um sich die neuen Befehle Trotzkis abzuholen.
Moderne Trotzkisten beanspruchen für sich, in der ungebrochenen Tradition dieser
Vierten Internationale zu stehen. Klar, denn so wäscht man sich die Hände vom
Stalinismus rein und stellt die eigene Ideologie als friedlich dar. Stalin löste die „Dritte
Internationale“ 1943 auf. Er erklärte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur
Reuters vom 28. Mai 1943, dass Moskau sich nicht in das Leben anderer Staaten
einmische.’® Zu diesem Zeitpunkt formierte sich in New York eine Gruppe junger
Trotzkisten, die sich gegen den Stalinismus wandten. Nach dem Zweiten Weltkrieg
wechselte diese Gruppe ihren politischen Anstrich, distanzierte sich vom Trotzkismus
und wurde zu „Demokraten“ und „Antikommunisten“. Irving Kristol, der zu dieser
Gruppe gehörte, war von 1953 bis 1958 Herausgeber und Mitbegründer des britischen
Magazins , Encounter”, in dem er sein vermeintlich konservatives Gedankengut
verbreitete.

Aus dieser entschiedenen Haltung gegen das Sowjetregime, gemischt mit einer
leisen, doch im Laufe der Zeit immer lauter werdenden Befürwortung des Sozialstaats,
entstand Ende der 60er-Jahre die Ideologie, die man heute als „Neokonservatismus“
bezeichnet. Eigentlich standen die Trotzkisten um Irving Kristol der Demokratischen
Partei nahe, die bis heute für internationale Sozialisten ein wichtiges Werkzeug der
politischen Unterwanderungdarstellt. VieleRepublikanerverteidigteninden 50er-Jahren
noch das uramerikanische Prinzip des Minimalstaates mit freiem Unternehmertum,
während sich die Demokraten für mehr Abgaben und einen Ausbau des Sozialstaats
einsetzten. In den 1970ern begann Kristol die Seite zu wechseln und unterstützte die
Republikaner. Der offizielle Grund hierfür war die von der Sowjetunion ausgehende
Gefahr, die auch von Linken nicht mehr toleriert werden konnte. Er bezeichnete sich
rückblickend als Linken, der von der politischen Realität überfallen worden war (a
liberal mugged by reality). Das klingt auf den ersten Blick vernünftig, doch, wie
schon bemerkt, gehört es zur Taktik der Trotzkisten, sich von kommunistischen

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Verbrechern wie Stalin zu distanzieren, um sich im Westen Gehör zu verschaffen.
Als trotzkistischer Wolf im Schafspelz der Republikaner erschuf Irving Kristol die
neokonservative Ideologie, die er mit einem Netzwerk aus Denkfabriken, Stiftungen,
Elitejournalen und Massenmedien vorantrieb. Neokonservative bekennen sich zum
Kapitalismus, meinen jedoch, im Gegensatz zu Republikanern der alten Schule,
dem freien Markt hin und wieder ein paar kleine Grenzen setzen zu müssen. Ein
Kommunist, der sich als Konservativer tarnt, wird natürlich nicht zugeben, dass er mit
diesen „kleinen Grenzen“ eine Steuerbelastung von über 50 Prozent, Keynesianismus,
Inflation, Überwachungsstaat und Kriege meint, die den Weg zu einer kommunistischen
Weltregierung ebnen sollen.” Die Präsidenten Ronald Reagan, George H. W. Bush und
sein Sohn George W. Bush, bekannten sich zum Neokonservatismus und machten ihn
zur Leitlinie der republikanischen Partei. Republikaner, die weiterhin auf die Einhaltung
der US-Verfassung pochten, wurden mundtot gemacht. Im Juli 2002 erhielt Kristol
von George W. Bush die höchste zivile Auszeichnung verliehen, die „Presidential
Medal of Freedom“. Der Sozialstaat wurde während der republikanischen
Legislaturperioden nicht effektiv eingeschränkt und die Verschuldung des US-
Haushaltes nahm im Vergleich zu den Demokraten sogar zu. Öffentlich spielten die
Republikaner aber weiterhin die Rolle der Kapitalisten. Ein heimlicher Trotzkist, der
von sich behauptet, Kapitalist zu sein, wird natürlich alles tun, um den Kapitalismus
so gut wie möglich in den Dreck zu ziehen. Dummerweise kann man den Kapitalismus
aber nicht in den Dreck ziehen, indem man ihn einführt, denn alle profitieren von
ihm. Darum entscheidet sich der Trotzkist lieber für eine sozialistische Politik, die
er als kapitalistisch oder konservativ bezeichnet, so wie Russland in Phase 3 (siehe
S.143 ff.). Er führt Kriege, beutet seine Bevölkerung aus und fährt sein Land in acht
Jahren vollständig an die Wand, so wie es z.B. ein George W. Bush getan hat. Seine
trotzkistischen/sozialistischen Verbündeten, die sich nicht als Republikaner tarnen und
den Kapitalismus öffentlich kritisieren, können den Elfmeter nun verwandeln: Sie
greifen die Republikaner an, weil sie das Land zerstören. Als Lösung bieten sie noch mehr
Sozialstaat an und der Wähler glaubt ihnen blind. Es ist immer dasselbe Prinzip: Man
verkauft den Menschen Sozialismus als Kapitalismus und sie fordern noch mehr
Sozialismus! Die Aufgabe der Neokonservativen ist es, den bekennenden Sozialisten
Argumente gegen den Kapitalismus zu liefern, da man nirgendwo auf der Welt darüber
unterrichtet wird, dass die Politik der Neokonservativen niemals kapitalistisch war. Wir
erinnern uns an den Trick der Fabier mit der englischen Labour Party: Sie erschufen
auch eine vermeintliche Arbeiterpartei, die sich eigentlich gegen die Ziele der Arbeiter
richtete, doch sowohl die englischen als auch die amerikanischen Arbeiter waren

*Hoppe schrieb über Kristol und die Neocons: Der grundsätzlich etatistische Charakter der amerikanischen Neokon-

servativen wird am meisten durch eine Aussage eines ihrer führenden intellektuellen Meisters, des früheren Trotzkisten

Irving Kristol, zusammengefasst: ‚Wo immer möglich, sollte es den Menschen erlaubt sein, ihr eigenes Geld zu behalten

- anstatt es transferieren zu müssen (per Steuern an den Staat) - , unter der Bedingung, dass sie es bestimmten, defi-

nierten Zwecken zuführen.‘ [...] Heutzutage werden die Fortsetzung und der Erhalt des amerikanischen Wohlfahrts-

Kriegsführungs-Staates von den neuen und Neokonservativen gleichermaßen entschuldigt und gefördert, mit Bezug auf
ausländische Feinde und Gefahren.

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intellektuell nicht in der Lage, diesen Trick zu durchschauen. Deshalb war es auch
die Aufgabe des Präsidenten George H. W. Bush den Begriff „New World Order“
(Neue Weltordnung) der Welt zu präsentieren. Am 11. September 1991, zehn Jahre vor
den Attentaten des 11. Septembers 2001 stellte sich der neokonservative Republikaner
vor den amerikanischen Kongress und bewarb die Neue Weltordnung als große Idee, um
den Weltfrieden (äsopisches Wort für kommunistische Weltregierung) herbeizuführen.
Die wenigsten Zuschauer verstanden, dass sie hier einen waschechten Sozialisten
vor sich hatten.

Die Trotzkisten, die die republikanische Partei unterwandert hatten, waren auch die
Drahtzieher hinter dem bekannten Think-Tank „Project for the New American Century“
(PNAC), in dem schon in den Neunzigern die Kriege gegen Irak und Afghanistan
vorgeplant wurden. Ein Trotzkist wie Pedram, der sich als Globalisierungskritiker
tarnt, kann sich nun bei den Mahnwachen vor das Publikum stellen und gegen den
Kapitalismus wettern, der für ihn zwangsläufig zum Imperialismus führen muss. Das
Publikum klatscht, denn es versteht nicht, dass Pedram seine Ideologie mit den
amerikanischen Kriegstreibern teilt. Während die trotzkistischen Neocons den bösen
Bullen spielen, hetzt der trotzkistische Pedram bei den Mahnwachen das Publikum als
guter, friedlicher Bulle gegen den Kapitalismus auf.

Fahren wir in Pedrams äsopischer Rede fort: Jedes Mal, wo die GrofSmichte
irgendwo eingegriffen haben, hat sich die Lebenssituation der Menschen radikal
verschlechtert.” Das stimmt, denn Länder wie Irak und Afghanistan, die von den
trotzkistischen Neocons erobert wurden, bekamen keine freie Marktwirtschaft,
sondern eine Diktatur. Leo Trotzki war als internationaler Sozialist von der These
überzeugt, die Rote Armee müsse den Sozialismus, wenn nötig, auch mit Gewalt
in andere Länder tragen. Doch zum Leidwesen der Kommunisten fehlte es der
sowjetischen Planwirtschaft immer an Ressourcen für einen Krieg. Nicht so bei
George W. Bush, der es als Trotzkist an die Spitze eines korporatistischen Staats
schaffte und der weiter vom technischen Fortschritt profitierte, während er die USA
sozialistisch ausbeutete.

Pedram sagt: Und diese Welt wird immer mehr von Krieg und Ungerechtigkeit
übertüncht. Und es ist eine Stärke der Mahnwachen, dass wir gesagt haben: ‚Wir sind
eine Bewegung fiir Frieden. >” HG Wells veröffentlichte das Buch „The New World
Order“ 1940 nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Auch er argumentierte,
der Kapitalismus habe automatisch in den Krieg geführt, da alle Staaten ihren
Profit maximieren wollten. Er bezeichnete Krieg außerdem als Nebenprodukt
des technischen Fortschritts, was sich mit den Lehren Lenins deckte, der auch
Kapitalismus und Imperialismus in denselben Topf geworfen hatte. HG Wells
kannte Lenin persönlich und besuchte ihn 1920 in Moskau. Natürlich übte
Wells auch Kritik am realen Kommunismus in der Sowjetunion, um sich die
Hände reinzuwaschen, beschrieb ihn jedoch als Schritt in die richtige Richtung,
der mit ein bisschen weniger Extremismus und mehr Fingerspitzengefühl seitens
der Führer zum Erfolg hätte führen können. In , The New World Order“ forderte

er den Weltfrieden, der am besten durch eine internationale Institution wie der

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„League of Nations“ (siehe S.127) durchgesetzt werden sollte. Hier ein paar Zitate
aus dem Buch: |
Das Wachstum kann nicht unendlich steigen.“

Wenn das Wachstum am Maximum ist, ist das Festmahl vorbei?
Die Rohstoffe werden ausgebeutet und der erhöhte Output fließt in das Kriegsgerit.>*

Wir müssen ein klares Konzept für die Weltordnung, die wir diesem momentanen Chaos
vorziehen würden, ausarbeiten. Wir müssen unsere Meinungsverschiedenbeiten auflösen
oder Kompromisse eingehen, damit wir uns einem erreichbaren Weltfrieden widmen
können.

Der unabhängige souveräne Staat mit seinem ständigen Kriegspotenzial, bewaffnet mit den
Ressourcen moderner mechanischer Schrecklichkeit, ist der eklatanteste und furchterregendste
Aspekt dieses Bedürfnisses nach einer einheitlichen, gemeinschaftlichen Kontrolle, die uns
davor schützt, dass übergroße, unabhängige, souveräne, private Geschäftsorganisationen
sozial destruktiv werden.“

Im letzten Zitat benutzt HG Wells einen Trick, der sich durch das ganze Buch
zieht. Er vermischt den Kapitalismus mit den Konflikten zwischen Staaten. Klar
wird der technische Fortschritt auch für Kriege genutzt, und Wells empfiehlt, diese
Kriege zu beenden, indem man eine Weltregierung schafft. Die richtige Empfehlung
wäre allerdings die vollkommene Abschaffung des staatlichen Machtmonopols, denn
es spricht nichts dagegen, wenn die Welt ökonomisch zusammenwächst. Hier noch
ein Beispiel, wie HG Wells die Handlungen von Staaten und die Handlungen von
Individuen vermischt, um die freie Marktwirtschaft zu verunglimpfen: Es wurde klar,
dass die Menschheit am Ende eines Zeitalters steht, ein Zeitalter der Zersplitterung, politisch
zwischen getrennten souveränen Staaten und ökonomisch zwischen unkontrollierten
Geschäften. Wells wendet also den gleichen Trick wie Pedram an, indem er uns
gemäß der Hegel‘schen Dialektik den Kapitalismus als Problem verkauft und als
Lösung einen sozialistischen Weltstaat anbietet.

Jetzt ein langer Auszug aus Pedrams Rede: Eines wird immer offensichtlicher: Krieg
hat immer mit Profit zu tun, Krieg hat mit Kapitalismus zu tun. Denn Kapitalismus ist
ein System, das auf Ausbeutung, Wettbewerb und Wachstum basiert. Und der Wettbewerb
wird immer härter, weil die Ressourcen immer knapper werden für die Art der Wirtschaft,
in der wir leben. Wir leben in einer wachstumsbasierten Wirtschaft, die auf fossilen
Energieträgern basiert. Es muss immer mehr Wachstum geben. Alle Parteien erzählen uns:
‚Wachstum ist die Lösung‘. Wachstum, Wachstum, Wachstum. Wo man sich fragt: Warum
eigentlich? Warum brauchen wir noch mehr Wirtschaftswachstum? Während eigentlich alle
wissen, dass die Lebensgrundlagen alle kaputtgehen. Es ist doch eigentlich genug da für alle.
Es ist nur falsch verteilt. Wenn das, was an Reichtum heute, an Möglichkeiten heute in
der Welt demokratischer, humaner und nicht profitorientiert verteilt worden wäre,

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dann bräuchten wir kein Wachstum mehr. Wir könnten uns entspannen, wir müssen

nicht 8 oder 10 Stunden am Tag arbeiten, das ist nicht nötig. Mit dem Reichtum, den wir
heute haben, wäre es möglich, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen auf
der Welt zu sichern. Dass wir den Tätigkeiten nachgehen, die uns Lust machen, die wir für
sinnvoll halten. Die ganze Kreativität und Potenziale von Menschen werden kaputtgemacht
in dieser Maschine der kapitalistischen Produktion, die nicht selbstbestimmt ist, die überall
fremdbestimmt ist. Wir brauchen ein selbstbestimmtes Leben und Arbeiten und das wäre
möglich in der heutigen Welt. Diese wachstumsorientierte Wirtschaft stößt immer an

Grenzen. Und die Grenzen des Wachstums werden auch mit Krieg überwunden. Denn

die Ressourcen sind endlich. Das, was wir erleben: Die brutal werdenden Kriege sind auch

ein brutal werdender Wettbewerb, um die letzten Öl- und Gasreserven. Ich will mir gar
nicht ausmalen, was in 30-40 Jahren ablaufen wird, wenn die Ölreserven wirklich langsam

zu Ende gehen. Wie brutal werden die Kriege dann sein, wenn es nicht mehr so viel Öl gibt,

um die letzten Ölreserven? Und auch der Wettbewerb, was uns als ein Mechanismus
dargestellt wird, das für alle gut ist, was Produktivität schafft, das angeblich
Menschen freisetzt, dieser Wettbewerb ist überhaupt nicht gesund, Ihr kennt das
doch aus euren eigenen alltäglichen Erfahrungen mit Freunden, in der Familie, in eurer
Wohngemeinschaft, in eurer Nachbarschaft: Wo wir kooperieren läuft es doch besser. Warum
muss es immer ein Gegeneinander geben? Ein Ellenbogen als Prinzip der Gesellschaft. Das
müssen wir überwinden: Wir brauchen eine Gesellschaft der Kooperation und nicht des
Wettbewerbs. Wettbewerb und Ellenbogen sind, wenn sie zwischen den Staaten ausgetragen
werden, nichts anderes als die Grundlage des Krieges. Wenn Staaten anfangen, in heftigeren
Wettbewerb zueinander zu treten, dann kann man das letztlich irgendwann nur noch mit
Militär und Krieg führen. Und das ist die Grundlage des Imperialismus. Imperialismus und
Krieg sind die Fortführung der kapitalistischen Wettbewerbslogik, nur mit anderen
Mitteln. Pedram verbreitet die beiden beliebtesten kommunistischen Propaganda-

Lügen, nämlich dass der Kapitalismus immer an seinem zwangsläufigen Imperialismus

und an der Ausbeutung der Ressourcen zugrunde gehe. Die Trotzkisten im Westen, die

sich als Kapitalisten tarnen, verleihen Pedrams Aussagen Glaubwürdigkeit. In Wahrheit
ist es der Korporatismus, der sich tendenziell zu Imperialismus entwickelt, wie Hoppe
klarstellte (siehe S.29 f.). Er benutzt Codewörter wie „Grenzen des Wachstums“, der
Name des bekanntesten Berichts von David Rockefellers „Club of Rome“ (COR).

Keine der Prognosen des Berichts hat sich bis heute bewahrheitet. Es wurde behauptet,

das Ende des Erdöls wäre um das Jahr 2000 erreicht. Im Lauf der Jahrzehnte wurde
diese Prognose immer weiter nach hinten korrigiert: Erst war das Erdöl doch erst im
Jahr 2020 weg, dann im Jahr 2050 und nun doch erst im Jahr 2100. Das Märchen der
endlichen Ressourcen wird aber weiterhin vom COR gefördert. Wie schon erwähnt,

ist es nicht möglich, festzustellen, ob Öl endlich oder unendlich ist, wenn man den

Olmarkt nicht liberalisiert (siehe S.152). Im Kapitalismus gibt es nur einen Wettbewerb

darum, seine Kunden möglichst zufriedenzustellen, Kriege werden von Staaten geführt.

Krieg hat nichts mit Kapitalismus zu tun!

HG Wells hätte diese Rede nicht besser schreiben können. Hier ein passender
Auszug aus „Ihe New World Order“: Die neuen Mega-Organisationen zerstören die

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Wälder der Welt mit rasanter Geschwindigkeit, grasen prächtige Weiden ab, brauchen die
Bodenschätze auf, töten Wale, Robben und eine Vielzahl seltener und wunderschöner Spezies,
zerstören die Moral in jeder Form und verwüsten den Planeten. Die Institutionen der
privaten Aneignung von Land und natürlichen Ressourcen für die Allgemeinheit
und der freien Wirtschaft für Profit, die ein halbwegs erträgliches, stabiles und
‚zivilisiertes‘ soziales Leben für alle außer die am stärksten Verarmten in Europa,
Amerika und dem Osten, geschaffen haben, konnten durch die neuen Möglichkeiten
ihre ganze Zerstörungskraft entfalten. Der Wohlstand des neunzehnten Jahrhunderts
hat also für Wells die Welt kaputtgemacht. Das ist heute noch das Argument von
stiftungsfinanzierten NWO-Organisationen wie Attac oder Greenpeace, die die
Ausbeutung des Planeten anprangern und aus diesem Grund eine nachhaltige
(Plan-) Wirtschaft fordern. „Nachhaltigkeit“ ist das neue äsopische Codewort fiir
Planwirtschaft. Die Neusprech-Profis von Attac umschreiben die von ihnen erwünschte
Planwirtschaft in noch blumigeren Worten: Wir setzen uns ein für eine ökologische,
solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung. Der gigantische Reichtum dieser Welt
muss gerecht verteilt werden.?° Die umweltschonendste Methode, zu produzieren, ist
jedoch eine freie Marktwirtschaft. Auf jedem Markt herrschen Knappheitspreise.
Knappe Güter sind teurer, deshalb wird man versuchen, sie durch billigere
zu ersetzen. Knappe Ressourcen werden dagegen in Planwirtschaften massiv
verschwendet, da keine Marktpreise existieren, die ihre Knappheit signalisieren.
Das Problem der Verunreinigung oder Verschmutzung der Natur wird ebenfalls am
besten durch die Stärkung von Eigentumsrechten gelöst: Nur der, dem etwas gehört,
wird sich auch sorgfältig um dessen Erhalt kümmern. Wenn ein Unternehmen die Luft
oder das Grundwasser eines Wohngebiets vergiftet, haben dessen Anwohner das Recht,
von dem Unternehmen entschädigt zu werden, da sie körperlich davon betroffen sind.
Im Korporatismus hingegen hat das Unternehmen die Möglichkeit, durch Einfluss
auf die Regierung dieser Strafe zu entgehen. Kein Wunder, dass in kommunistischen
Staaten die Umweltverschmutzung besonders hoch ist: Da niemandem etwas gehört,
kümmert sich auch niemand darum. *

Pedram meint, der technische Fortschritt sei vom Himmel gefallen und
fordert deshalb ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE). Das BGE, das
jedem Bürger bedingungslos 1000 Euro pro Monat - quasi eine Art Frührente -
bereitstellen soll und das von zahlreichen Vertretern der Internet-Medienlandschaft
laut gefordert wird, würde jeden Anreiz, arbeiten zu gehen, zerstören. Schließlich
müsste man als Arbeitnehmer die BGE-Zahlungen an die Nicht-Arbeitnehmer
finanzieren. Wer 2000 Euro verdient, müsste 1000 Euro an die BGE-Empfänger
abgeben und würde damit nur 1000 Euro verdienen. Da der BGE-Empfänger
ohne Arbeit auch 1000 Euro „verdient“, wird er nicht mehr arbeiten wollen, da
ihm durch die Arbeit kein Vorteil entsteht. Wenn der Arbeitnehmer das BGE auch
bekommen würde und damit 3000 Euro verdienen würde, wäre das BGE nutzlos,
denn wenn jeder 1000 Euro mehr hätte, würde die Geldmenge und somit die

* Als weiterführende Lektüre kann ich das Buch „Natürliche Verbündete- Marktwirtschaft und Umweltschutz“
von Christian Hoffmann und Pierre Bessard empfehlen.

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Preise steigen. Eine Vermehrung des Geldes bedeutet nicht eine Vermehrung des
Wohlstands. An der Situation der BGE-Empfänger hätte sich nichts verbessert,
eher verschlechtert, da das BGE durch die Geldschöpfung von einer zentralen Stelle
ungerecht verteilt wird.’

HG Wells forderte ebenfalls eine „Herrschaft des Volkes“ ohne Marktwirtschaft,
d.h. Menschen müssten in einem solchen System zwangsläufig gezwungen
werden, für andere zu arbeiten. HG Wells formulierte 1940 in ,,The New World
Order“ seine eigene Erklärung der Menschenrechte in zehn Punkten, die der
„Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen aus dem
Jahr 1948 zum Verwechseln ähnlich war. HG Wells‘ Menschenrechtserklärung
basiert nicht auf Selbsteigentum und Vertragsfreiheit. Er benutzt den beliebtesten
Trick der Linken, um dem Publikum seine Ideologie schmackhaft zu machen. Er
vertauscht Rechte mit Ansprüchen und verschleiert, dass Menschen gezwungen
werden müssen, anderen Menschen diese Ansprüche zu erfüllen. Das tut auch
Pedram, wenn er ein BGE fordert. Wir erinnern uns, dass die Mahnwache
nach ihrer Neuorientierung mit Pedram Shahyar die Umsetzung der UN-
Menschenrechtscharta forderte, die, wie HG Wells‘ Menschenrechtserklärung,
Ansprüche anstatt Rechte verbrieft. HG Wells Erklärung der Menschenrechte
beinhaltet folgende Ansprüche, die er als Rechte bezeichnete: Recht auf Nahrung,
einen Schlafplatz, medizinische Hilfe, kostenlose Bildung und bezahlte Arbeit.
Das Recht sollte aber nur dazu da sein, um Konflikte zu vermeiden und somit
die Freiheit jedes Menschen zu verteidigen. Die Formulierung von Ansprüchen
führt zwangsläufig zu Konflikten zwischen Menschen, die diese Ansprüche erfüllt
haben wollen und Menschen, die sie ihnen erfüllen sollen, dazu aber nicht bereit
sind. Hatten sich die Illuminati in der 1789 verlautbarten „Erklärung der Menschen-
und Bürgerrechte“ (siehe S.48) noch darauf beschränkt, die Demokratie und deren
Machtmonopol zu rechtfertigen, konnte die UN 1948 die Einmischung des Staates
in jeden Bereich des menschlichen Lebens durch die „Menschenrechte“ rechtfertigen.
Wer soll einer Person ihren bedingungslosen Anspruch auf Nahrung erfüllen, ohne ihm
etwas von seiner Nahrung abzugeben? Um diesen Konflikt zu lösen, muss es zu einer
Kollektivierung und zur Einschränkung des Privatbesitzes kommen. Das Publikum,
das Demagogen wie Pedram beklatscht, denkt aber nicht so weit und jubelt über die
Geschenke, die Pedram ihnen verspricht.

Im Gegensatz zu HG Wells nimmt Pedram das Wort „Weltregierung“ nur
ungern in den Mund und verschleiert dieses Ziel mit äsopischer Sprache: Wir sind
eine globale Bewegung. Weil diese Welt verändert gehört. Weil man diese Welt auch
nur global verändern kann. Wir stehen Seite an Seite mit Menschen überall auf dieser
Welt, weil wir gleiche Rechte wollen für alle Menschen auf dieser Welt. Weil wir wissen,
dass dieses Weltsystem, wie es heute ist, für alle Menschen schlecht ist und dass wir dieses
Weltsystem auch nur alle gemeinsam verändern können.” Auch das Wort „Staat“ wird

* Hoppe schreibt: Eigentum und Eigentumstitel sind zwei unterschiedliche Dinge, und eine Vermehrung der letzteren
ohne eine korrespondierende Vermehrung des ersteren führt nicht zu einer Steigerung des gesellschaftlichen Wohlstandes,
sondern lediglich zur Umverteilung existierenden Wohlstandes.?7

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (182)
von Pedram nicht im positiven Kontext verwendet. Der Unterschied zwischen Pedram
und einem Libertären ist aber, dass Pedram eine Weltregierung meint, wenn er von
der Abschaffung der Staaten spricht, während Libertäre den Staat wirklich abschaffen
wollen.

Das Publikum bejubelt Pedrams äsopische Sprachtricks, da er es schafft, seine
destruktiven Ziele mit seiner Rhetorik zu verschleiern. Er verwendet in seiner
Rede äsopische Codewörter wie „Imperialismus, „Ausbeutung“, „Grenzen des
Wachstums“, „Weltfrieden“, „demokratisch“ oder „human“ , doch eben nie das
Wort „Kommunismus“, obwohl Kommunismus das einzig wahre Ziel von Pedram
Shahyar ist.

Die ,Mahnwachen®, die von einem Bürger mit guten Absichten gestartet
wurden, entwickelten sich zu dem, was Lobaczewski als „sekundäre ponerogene
Gruppe” bezeichnete. Eine Gruppe, die sich gute Ziele setzte, von potenziellen
Psychopathen unterwandert wurde und deren heutige Ziele eine andere Bedeutung
haben, obwohl deren Bezeichnung sich nicht verändert hat. Lobaczewski schrieb:
Sekundäre ponerogene Gruppen wollen wir als Vereinigungen beschreiben,
die im Namen einer bestimmten Idee für einen unabhängigen sozialen Zweck
gegründet werden, der im Allgemeinen innerhalb der Kategorien der herkömmlichen
Weltsicht erfasst werden kann, jedoch mit der Zeit einer bestimmten moralischen
Verkümmerung erliegt. Dies öffnet in weiterer Folge das Tor für eine Infektion
und eine Aktivierung der inneren pathologischen Faktoren und führt später zu einer
Ponerisation der gesamten Gruppe, und oft auch ihrer Fraktionen. [...] Um jedoch
eine Chance zu haben, sich zu großen ponerogenen Vereinigungen zu entwickeln, ist
es jedoch ausreichend, dass irgendeine menschliche Organisation, die durch soziale,
politische oder ideologische Ziele mit einigem kreativen Wert gekennzeichnet ist, von
einer größeren Anzahl normaler Menschen akzeptiert wird, bevor sie dem Prozess der
ponerogenen Bösartigkeit erliegt. Damit werden die tragende Tradition und die
ideologischen Werte einer solchen Gesellschaft beitragen, eine Vereinigung, die
dem Prozess der Ponerisation erlegen ist, für lange Zeit vor dem Bewusstsein
der Gesellschaft zu schützen, besonders vor dem Bewusstsein weniger kritischer
Mitglieder. Wenn der ponerogene Prozess eine solche menschliche Organisation berührt,
die ursprünglich im Namen politischer oder sozialer Ziele entstanden ist und gehandelt
hat, und deren Ursprung in der historischen und sozialen Situation lag, werden die
ursprünglichen, tragenden Werte solch eine Vereinigung tragen und beschützen. Trotz
der Tatsache, dass jene tragenden Werte einer charakteristischen Degeneration
unterliegen, entwickelt sich die praktische Funktion (der Vereinigung) völlig
unterschiedlich zur ursprünglichen Funktion, da die (ursprünglichen) Namen
und Symbole beibehalten werden.“® Die wahren Absichten der „neuen“
Mahnwachen bleiben für die Mitglieder im Dunkeln, da sie immer noch glauben,
für deren ursprüngliche Ziele zu arbeiten. Pedram führte die Mahnwachen von
ihrem Gründungsgedanken weg. Der „pathologische Block“ bleibt in solch einer
Bewegung immer in der Minderheit, doch auch gutmeinende Menschen können an
der Entstehung des Bösen mitwirken. Ich weiß nicht, ob Pedram ein Psychopath

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (183)
ist und will ihm das gewiss nicht unterstellen. Er ist jedoch ohne Zweifel der
Hauptakteur bei der Transformierung einer bürgerlichen Graswurzelbewegung zu
einer der Machtelite genehmen sozialistischen Bewegung gewesen. Der Ablauf der
Unterwanderung der Mahnwachen entspricht in etwa der von Lobaczewski
beschriebenen Gruppendynamik bei der „Ponerogenese“, der Entstehung der
Bösen.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (184)
E. China, die Gefahr vs. William Engdahl
E.1 Die chinesische Bedrohung

Anatoliy Golitsyn warnte in seinem Buch „Ihe Perestroika Deception“ vor
einem gemeinsamen Angriff der Russen und Chinesen, die bei einer Konferenz der
Ostblock-Parteien im November 1957 alle Differenzen ausgeräumt und sich auf die
von den Sowjets ausgearbeitete Langzeitstrategie geeinigt hatten (siehe S.67 ff.): Zu
spät wird erkannt werden, dass es keine gleichwertigen Reduzierungen in der Schlagkraft
und Effektivität der russischen und chinesischen Streitkräfte gegeben hatte, und auch nicht
bei ihren Nachrichten- und Geheimdiensten. Im Gleichgewicht der Mächte wird eine
echte Veränderung stattgefunden haben zugunsten einer sowjetisch-chinesischen Allianz
gegenüber der freien Welt, die den Russen und den Chinesen den bestimmenden Anteil in
der Aufsetzung der neuen Weltregierung geben wird, was dem Westen keine andere Wahl
lassen wird, als mit ihnen die Neue Weltsozialordnung zu bilden. China und Russland
hatten dem Westen in den Siebzigern vorgespielt, sie seien erbitterte Feinde, damit
Nixon und Kissinger China als Gegengewicht zur UDSSR aufrüsteten und mit
westlicher Technologie und Krediten versorgten. Dass die westliche Elite China
als Verbündeten im Kalten Krieg gewinnen wollte und sich dabei verkalkulierte, ist
eine von vielen Lügen der Rothschilds, die der Autor William Engdahl für bare
Münze nimmt. Der Westen hielt Chinas Planwirtschaft genau wie die Wirtschaft
der Sowjetunion durch Geld- und Technologietransfers künstlich am Leben. Die
amerikanische Idee des freien Unternehmertuns wurde von den Rothschilds stets
bekämpft, weshalb das chinesische Modell einer vom Staat kontrollierten Wirtschaft
in ihrem vollsten Interesse lag. Wie im Falle der russischen Oktoberrevolution
(siehe S.57 ff.) wurde die Machtergreifung der Kommunisten in China heimlich
vom anglo-amerikanischen Establishment unterstützt. Die Sowjetunion belieferte
die chinesischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg mit Waffen, während
die konservativen Nationalisten im chinesischen Bürgerkrieg von den USA im Stich
' gelassen wurden. Nach dem Sieg über die Nationalisten 1949 setzte Mao Tse Tung
das sowjetische Wirtschaftsprogramm um. Mao Tse Tung studierte in den 1930ern bei
einem Partnerprogramm der Yale-Universität namens „Yale in China”. Der Illuminati-
Orden „Skull and Bones“ an der Yale-Universität hat enge Verbindungen nach China,
da ihr Gründer William Huntington Russell in den amerikanischen Opiumhandel mit
China involviert war. Ab 1973 war jeder US-Botschafter in China auch Mitglied bei
Skull and Bones, so wie z.B. Kissingers Assistent Winston Lord. Die moderne westliche
Technologie wurde entweder von der Sowjetunion an China weitergegeben oder
später, nach Nixons politischer Öffnung, die von dem Rothschild-Agenten Kissinger
eingeleitet wurde, direkt aus dem Westen importiert. Nachdem der Rothschild-
Agent David Rockefeller 1973 in Rotchina empfangen worden war, während Maos
Kulturrevolution noch auf Hochtouren lief, konnte er sich vor Begeisterung im 7ime
Magazine kaum zurückhalten: Was auch immer der Preis für die chinesische Revolution
gewesen sein mag, hat sie doch offensichtlich nicht nur eine erfolgreichere und mehr an

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (185)
ihrer Aufgabe orientierte Verwaltung hervorgebracht, sondern auch eine hohe Moral und
Zielbewusstsein der Gemeinschaft zur Folge gehabt. [...] Das soziale Experiment in China
unter der Führung des Vorsitzenden Mao. ist eines der bedeutendsten und erfolgreichsten
der Geschichte.” Kurze Zeit nach der Eröffnung der Chase-Vertretung in Moskau flog
David Rockefeller nach China, um sich mit Tschou En-Lai, dem Ministerpräsidenten
Maos, zu unterhalten. Rockefeller war der erste amerikanische Banker, dem erlaubt
wurde, die Volksrepublik China zu besuchen. Vor dem Treffen mit Maos zweitem
Mann hatte Rockefeller bereits ein Abkommen unterzeichnet, das seine „Chase
National Bank“ zur ersten amerikanischen Korrespondenzbank der „Bank of China“
seit der Übernahme der Kommunisten machte.

China konnte sich zum weltweit größten wirtschaftlichen Konkurrenten der
USA aufschwingen, weil die USA dies erlaubt hatten. Der Kopp-Autor William
Engdahl versteht aber weder diese Zusammenhänge noch äußert er in seinem Buch
„China in Gefahr“ Bedenken über das gewaltige chinesische Aggressionspotenzial,
das sich im Verbund mit dem russischen Militär zu einer geballten kommunistischen
Faust formieren könnte. Auch bei der knallharten Unterdrückung der chinesischen
Bevölkerung von einer immer noch offiziell kommunistischen Regierung drückt
Engdahl ein Auge zu und beschränkt seine Kritik allein auf die Weltmacht USA.
Engdahl stellt in dem Buch fest, die Elitekreise der USA wollten dem neuen
chinesischen „Wirtschaftswunder“ einen tödlichen Schlag versetzen. Er geht von
der vollkommen falschen Prämisse aus, die USA hätten Angst vor China, das sich
heute auf Weltmaßstab zu einem gleichrangigen Konkurrenten Amerikas entwickelt.
Die USA wollen laut Engdahl ihren Status als globale Supermacht nicht verlieren
und führen deshalb einen militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Krieg
gegen China. China sei Washingtons neues Feindbild und Amerika knüpfe Schritt
für Schritt ein Netz der Kontrolle, um eine unabhängige, souveräne Entwicklung des
Landes zu behindern. „China in Gefahr“ ist eine Aneinanderreihung von wirren Lügen,
Halbwahrheiten oder Wahrheiten, die im vollkommen falschen Kontext dargestellt
werden. Engdahl presst jeden Sachverhalt in das Denkmuster „USA böse, China gut“.
Den Untergang des Westens schiebt Engdahl auf den unregulierten Kapitalismus‘,
anstatt sich über den wachsenden Sozialismus zu beschweren. Die Neue Weltordnung
wird für Engdahl allein von den Vereinigten Staaten und der NATO vorangetrieben:
Die Grundlage für die Strategie, mit der China der strategischen Bedrohung durch NATO
und Pentagon begegnen kann, ist glücklicherweise bereits gelegt. Statt sich unter die geplante
Neue Weltordnung - manchmal höflich als Globalisierung bezeichnet - zwingen zu lassen,
bietet sich für China in der Zusammenarbeit mit der Shanghaier Organisation
für Zusammenarbeit (SOZ) und deren Mitgliedsländern, insbesondere Russland und
dem Iran, die Möglichkeit zu echter Entwicklung. Die Shanghaier Organisation für
Zusammenarbeit (SOZ), die sich in mancherlei Hinsicht noch immer im Embryonalstadium
befindet, stellt mit ihren Mitgliedern einen Ausgangspunkt dar, um einer destruktiven Eine-
Welt-Diktatur durch eine geschlossene eurasische Front die Stirn zu bieten.”* Engdahl
fordert, dass eine geschlossene eurasische Front sozialistischer Verbrecherstaaten die USA
an der Errichtung ihrer Weltregierung hindert. Nicht nur, dass ein Sieg dieser Staaten

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (186)
unsere Welt nicht um ein Stück besser machen würde, Russland und China arbeiten
sogar selbst an einer Weltregierung, wie die russischen Dissidenten berichteten. Als
radikaler China-Apologet feuert Engdahl den geplanten kriegerischen Konflikt
zwischen dem Westen und dem Osten weiter an. Das nimmt so absurde Züge an,
dass Engdahl sogar die galoppierende Aufrüstung des chinesischen Militärs verteidigt:
Logischerweise kann man davon ausgehen, dass China angesichts der militärischen
Realität die Schlagkraft des eigenen strategischen Waffenarsenals erhöht, unter
anderem durch die Aufstockung der Waffen, die Entwicklung von Angriffs-Atom-U-Booten
und die Nutzung aller Raketentypen als strategisches Abschreckungsmittel, das von keinem
Raketenabwehrschirm gestoppt werden kann. Die breitere strategische Verteidigung umfasst
Chinas ruhige Koordination mit befreundeten Staaten, die ebenfalls von der Stationierung
amerikanischer Raketen bedroht werden, darunter Russland, Nordkorea und der Iran.
Wenige Seiten vor diesem Zitat kritisiert er den US-Raketenabwehrschirm, der laut
Engdahl den USA dazu dienen soll, die russische oder chinesische Reaktion auf einen
Angriff durch USA oder NATO auszuschalten. Engdahl meint, die USA wollten den
atomaren Erstschlag gegen China durchführen und deren Zweitschlag mit ihrem
Raketenabwehrsystem verhindern. Er verteidigt die Aufrüstung Chinas mit Atom-
U-Booten und neuen Waffen, die offensiv genutzt werden können, während er
die USA als Aggressor bezeichnet, weil sie ein defensives Abwehrsystem gegen
chinesische und russische Raketen bauten. Laut Engdahl ist es verständlich, wenn
China aufrüstet, da es schlicht auf die Bedrohung durch NATO und Pentagon reagiere.
Für die amerikanische Aufrüstung wendet Engdahl diese apologetische Erklärung
natürlich nicht an: Diese neue militärische Haltung der USA gegenüber China ist keine
Reaktion auf eine Bedrohung durch die chinesische Seite.”*

Selbst wenn die USA diesen Erstschlag durchführen würden und Engdahl Recht
hätte: Das Ergebnis wäre eine kommunistische Weltregierung, die sich die Eliten in West
und Ost wünschen. Der Unterschied wäre allerdings, dass der Bestsellerautor Engdahl
nach dem Erstschlag der USA für seine Bücher noch mehr gefeiert werden würde als
heute. Wenn die USA den Erstschlag durchführen würden, würde Westeuropa die aus
Osten heranziehenden Kommunisten mit offenen Armen begrüßen. Die Rothschilds
haben uns in eine Situation manövriert, in der wir nur verlieren können, wenn wir
einen der beiden Machtblöcke verteidigen.

Die USA, deren Bevölkerung sich lange gegen den europäischen Einfluss der
Illuminati wehrte, sollen heute in den Plänen der Rothschilds die Rolle des globalen
Bösewichts spielen. Die weltweite Stationierung amerikanischer Truppen spielt
Russland-und-China-Propagandisten in die Hände, da sie Staaten verteidigen, die vor
allem auf verdeckte Kriegsführung setzen und ihre Macht ausbauen, indem sie andere
Regime, wie z.B. den Iran, militärisch beliefern. Auch die heuchlerische Erklärung, die
prorussischen Separatisten in der Ukraine würden unabhängig von Russland agieren,
passt in dieses Muster. Der unbedarfte Beobachter sieht ein „friedliches“ Russland,
ein „friedliches“ China und eine USA, die überall auf der Welt Stützpunkte errichtet.
Es ist logisch, wen der unbedarfte Beobachter als Bösewicht identifiziert. Da das US-
Militär über die Federal Reserve von den Rothschilds kontrolliert wird, ist dieses

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (187)
aggressive, rambomäßige Vorgehen kein Zufall. Die USA legen ihre militärische
Strategie für jeden sichtbar offen. Die Generäle und Strategen des US-Militärs
können sich kaum zurückhalten, mit ihren Weltreichambitionen anzugeben und
anzukündigen, welche Reichtümer in der Dritten Welt das US-Militär als nächstes
verteidigen werde. Diese prätentiöse Außendarstellung führt zwangsläufig dazu,
dass die ganze Welt die USA als Aggressor ansieht. Kritiker der USA wie Engdahl
müssen die Zitate der US-Strategen einfach nur übernehmen. In „China in Gefahr“
wiederholt Engdahl folgendes Zitat von Zbgniew Brzezinski gefühlte hundert Mal:
Seit den Anfängen der Kontinente übergreifenden politischen Beziehungen vor etwa
hundert Jahren ist Eurasien stets das Machtzentrum der Welt gewesen. [...] [Das
Gebot lautet,] keinen eurasischen Herausforderer aufkommen zu lassen, der den
eurasischen Kontinent unter seine Herrschaft bringen und damit auch für Amerika eine
Bedrohung darstellen könnte.?* Brzezinskis offene Drohungen gegen den Rest der Welt
sollten doch als strategisch äußerst unklug erachtet werden. Doch in Wahrheit erfüllen
sie den Zweck, weltweit Stimmung gegen die USA zu erzeugen. Brzezinski bekannte
sich in einem seiner Bücher zum Marxismus (siehe S.127), und seine Bücher werden
im Osten verteilt und medial thematisiert, um die Bevölkerung gegen die USA
aufzuhetzen. Das Verhalten des US-Militärs ist der Langzeitstrategie der Russen
diametral entgegengesetzt. Während die amerikanischen Militärs ihre Ziele offenlegen
und mit ihrer „Full Spectrum Dominance” prahlen, setzen Russland und China auf
strengste Geheimhaltung. Über die Existenz der Langzeitstrategie drang außer den
Geständnissen von Golitsyn und Sejna nichts nach außen. Man setzt auf heimliche
Unterstützung, Unterwanderung und Spionage. Über die Militärbudgets werden keine
vollständigen Zahlen veröffentlicht, und militärische Planungen werden verschwiegen.
Klar gewinnt man mit solch einer Taktik bei einer geopolitisch inkompetenten
Weltbevölkerung einen besseren Ruf als die USA. Der Grund, warum die USA in
dem Hegel‘schen Konflikt der Großmächte den Rambo spielen, ist ersichtlich:
Die Weltbevölkerung identifiziert die USA immer noch mit dem Kapitalismus,
obwohl sie von verdeckten Sozialisten wie George W. Bush (siehe S.174 ff.) oder
Barack Obama regiert wird. Dass die USA sich auf der ganzen Welt verbreiten,
lässt den Hass gegen den Kapitalismus wachsen. Essenzielle Psychopathen wie die
Rothschilds wollen Kapitalismus abschaffen und deshalb haben sie Interesse daran,
den Ruf der USA zu zerstören. Wenn die USA fallen, fällt auch der Kapitalismus!
Den Putin- und Chinaverstehern werden so Argumente in die Hand gelegt, die
die alte kommunistische Propagandafloskel einer „Einkreisung Russlands/Chinas“
(siehe S.122 ff.) realistisch erscheinen lassen. So, als sei Engdahl gebrieft worden,
wiederholt er das Codewort „Einkreisung“ mehrere Male in seinem Buch: Historisch
gesehen war es die Aufgabe der russischen Marine gewesen, die eigene Küste zu schützen.
Deshalb war die russische Flotte nicht als offensive Angriffsstreitmacht strukturiert. Das
ändert sich nun jedoch im Rahmen von Moskaus Reaktion auf die Pentagonstrategie der
Einkreisung.”° Das Problem ist, dass die Journalisten, die vor dieser Einkreisung
warnen, nicht einmal lügen. Die USA breiten sich militärisch auf der ganzen Welt
aus. Doch wenn man nicht erwihnt, dass China und Russland ebenfalls militirisch

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (188)
gegen die USA aufrüsten, stellt man diese Expansion in den falschen Kontext. So
lügt man nicht, wenn man die USA als imperiale Großmacht kritisiert. Aber man
stellt Fakten und Gegebenheiten in einen falschen Zusammenhang, wenn man
gleichzeitig China und Russland verteidigt. Bei Engdahl nimmt die Verteidigung
Russlands aber geradezu manische Züge an, wenn er Russland empfiehlt, die USA,
als Reaktion auf deren „Einkreisung“, mit Atomraketen zu umzingeln. Die atomare
Einkreisung Russlands rechtfertige demnach die Einkreisung Amerikas: In den
vergangenen Jahren machten sich Russlands Gegenmaßnahmen in Bezug auf den US-
Raketenschirm allmählich bemerkbar. 2011 begannen erste Testfahrten des neuen U-Boots
der Borei-Klasse vom Hafen Archangel (Arkhangelsk) im Weißen Meer. Im selben Jahr
wurde die Entwicklung der U-Boot-gestützten ballistischen Rakete mit dem Namen Liner
angekündigt, die in der Lage sein soll, den US-Raketenschirm zu durchdringen. [...] Russlands
neue Marinepolitik erlaubt die Stationierung von mobilen Raketen im Umkreis der USA.
Mit anderen Worten: Moskau verfügt über ‚mannigfaltige Kubas‘ in Form der mobilen,
mit Atomraketen bestückten Schiffe, die überall auf der Welt stationiert werden können.
Aus diesem Grund entwickelt Russland seine Marineinfrastruktur im Ausland. Russland
hat damit die Option, die Vereinigten Staaten mit den eigenen seegestützten
Atomstreitkräften einzukreisen oder zu flankieren. Russlands Marinestrategie ist als
kluge GegenmafSnahme gegen den weltweiten Raketenschirm des Pentagon gedacht.
Teil dieses Prozesses ist die Einführung einer Politik eines präventiven Atomschlags
durch den Kreml, als Antwort auf die aggressive präemptive Atomschlagsdoktrin
von Pentagon und NATO in der Zeit nach dem Kalten Krieg.’ Da muss man erstmal
schlucken: Engdahl verteidigt die Vorbereitungen der Russen auf einen Atomschlag.
Wer die Verteidiger der NATO und der USA als westliche Kriegstreiber beschimpft,
muss bei Engdahl dieselben Maßstäbe anlegen. Das Fazit muss lauten: Engdahl ist
ein östlicher Kriegstreiber!

2002 stammten 90 Prozent der chinesischen Rüstungseinkäufe aus Russland,
was China zum weltgrößten Waffenimporteur werden ließ.”® Die modernsten
russischen Waffen fand man häufiger in der chinesischen Armee als in der
russischen. Heute ist China auf Platz drei der weltgrößten Waffenexporteure,
einen Platz hinter Russland. Das Wettrüsten der „ehemaligen“ Ostblockstaaten
schreitet weiter voran. Natürlich als Reaktion auf die Bedrohung der USA. Im
Winter 1994/1995 sagte der chinesische Präsident Jiang Zemin, er sich der
Tatsache bewusst, dass der Westen unser Hauptfeind bleibt. Parallel dazu erklärte
der stellvertretende Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas gegenüber
einer US-Delegation im Mai 1994, der einzige Existenzgrund seiner Partei sei
nach wie vor der Weltkommunismus.*”” Engdahl schreibt dagegen: Für China aber
auch für die Welt wäre es eine Katastrophe, wenn die Kommunistische Partei Chinas
ihre Autorität und Legitimation verlore.>® Sie haben richtig gehört: Ein Autor des
liberal-konservativen Kopp-Verlags verteidigt die Parteibonzen Chinas. Für die
Mainstream-Medien sind solche Aussagen natürlich ein gefundenes Fressen, um
den Kopp-Verlag, der auch Bücher und Artikel von Libertären wie Oliver Janich,
Ron Paul oder G. Edward Griffin veröffentlicht, zu diskreditieren. Der Kopp-Verlag

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (189)
sollte deshalb einmal überdenken, welche Autoren bei ihm veröffentlichen dürfen,
wenn er in Zukunft nicht als Putin-Propaganda-Organ verschrien werden will.

William Engdahl nennt sich seit 30 Jahren Spezialist für die geopolitische Analyse
globaler Ereignisse. Vielmehr müsste es lauten: „Spezialist für die geopolitische Analyse
globaler Ereignisse zugunsten des Ostens“. Seine Verbindungen zu prochinesischen
und - russischen Netzwerken liegen offen zutage: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter
bei Michel Chossudowskys „Centre for Research on Globalization“ in Montreal.
Chossudowsky ist der Sohn des russisch-stimmigen sozialistischen Karrierediplomaten
Evgeny Chossudovsky, der sich von 1945 bis 1947 als Assistent des Handelsministers
der schwedischen Regierung fiir bessere Wirtschaftsbeziechungen zur Sowjetunion
unter Stalin starkmachte.’®’ Engdahl liefert regelmäßig Beiträge auf chinesischen
und russischen Plattformen wie „Russia Today“, „Asia Inc.”, „CCTV“ oder „Sina.
com“. Er trat als Redner bei zahlreichen internationalen Konferenzen auf, z.B. bei der
„Ministry of Science and Technology Conference on Alternative Energy“ in Peking,
beim „Russian Institute of Strategic Studies“ oder beim chinesischen Ministerium für
Wirtschaft und Technik. Zudem ist er Gastprofessor für politische Ökonomie an der
Pekinger Universität für chemische Technik.

Neutrale Berichterstattung wird man bei Engdahl vergeblich suchen. Auch
bei seinen Berichten über die Finanz- und Wirtschaftspolitik Chinas spielt das
„Reich der Mitte“ immer die Rolle des armen Opfers, das keine andere Wahl hat,
als den USA zu gehorchen. Fakten, die gegen dieses Denkmuster sprechen, werden
gezielt ausgeblendet. Vor allem, wenn die beiden Staaten, wie so häufig, bei der
Unterdrückung ihrer Völker zusammenarbeiten, muss Engdahl die Geschichte
so drehen, als ob China von der US-Regierung getäuscht oder reingelegt worden
wäre. Z.B. die Tatsache, dass China seine Handelsüberschüsse in US-Staatspapiere
steckt und damit den USA bei der Finanzierung ihres Haushalts - und damit auch
ihres Militärapparats - hilft. Vor allem unter dem Trotzkisten George W. Bush
(siehe S 174 ff.), der die Staatsverschuldung der USA in acht Jahren fast verdoppelte,
flossen viele chinesische Dollar-Reserven in US-Staatsanleihen. 2012 wurden die von
China gehaltenen Staatspapiere auf zwei Billionen Dollar geschätzt. Diese Geldsumme
hätte die chinesische Regierung auch anders investieren können, z.B. in Gold, Silber,
Schulen, Kinderheime, Nahrungsmitteloder produktive Kapitalgüter. Stattdessen steckte
die chinesische Regierung ihr erwirtschaftetes Geld in amerikanische Staatsanleihen,
die unmöglich zurückgezahlt werden können. Laut Engdahl hatte China keine andere
Wahl, denn der Dollar sei schließlich die Weltleitwährung, und ein Zusammenbruch
der Weltleitwährung würde die weltweiten Finanzmärkte erschüttern. In Wahrheit
hätte sich China schon längst aus dem Bretton-Woods-System mit dem Dollar als
Weltleitwährung verabschieden können und einen soliden Goldstandard in China
einführen können. Die zwei Billionen Dollar hätten bestimmt ausgereicht, um
sich genug Gold zu kaufen, um die neue Währung zu decken. Das tut China aber
nicht, weil es seine Bevölkerung - genau wie der Westen - mit seinem Papiergeld
ausbeuten will. Engdahl schreibt über den Dollar als Weltleitwährung: Bei den heutigen
globalisierten wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen kommt der Währungssicherheit

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (190)
eines Landes noch größere Bedeutung zu als der Energiesicherheit. Im Zentrum dieser
Stabilität steht das weltweite System der Reservewährung. Seit die USA bei der Bretton-
Woods-Konferenz von 1944 die Regeln der internationalen Währungsordnung für die
Nachkriegszeit maßgeblich formulierten, greift Washington zu Manipulation, Lüge und
Betrug und führt sogar Kriege, um den Status der US-Dollars als ‚Schlüsselwährung‘ der
führenden Reservewährung im internationalen Handel aufrecht zu erbalten.’®® Warum
waren dann sowohl China” als auch die UDSSR zu Gast bei der Bretton-Woods-
Konferenz, auf der der Dollar zur Weltleitwährung gemacht wurde? Wurden die
armen russischen Kommunisten in diesem Fall mal wieder von den hinterlistigen
Amerikanern getäuscht? Und warum entpuppte sich Harry Dexter White, dessen
Plan eines Weltwährungssystems bei der Konferenz verabschiedet wurde, später als
sowjetischer Agent? Der Mann, der die USA in eine noch stärkere finanzielle Weltmacht
verwandelte, war ein russischer Spion. Besser kann man nicht verdeutlichen, dass die
Interessen der Banker über den staatlichen Interessen von Russland und Amerika
stehen. Passt die Errichtung eines Weltfinanzsystems aus Papiergeld (siehe S.43) nicht
auch perfekt zur prophezeiten Finanzkrise in Phase 4 der Langzeitstrategie (siehe S.81)?
All diese Zusammenhänge werden von Engdahl tapfer zur Seite geschoben. So war
die Finanzierung des amerikanischen Irakkriegs durch Chinas Währungsreserven
nur eine dumme Situation, in die sich China hineingeritten hatte: Ende 2005
näherten sich die chinesischen Dollar-Reserven aus Exporterlösen der atemberaubenden
Summe von einer Billion Dollar. Dadurch konnte es sich die US-Regierung erlauben, riesige
Defizite anzuhäufen, um die Kosten der Kriege im Irak und in Afghanistan zu decken.
Denn schließlich konnte sie sicher sein, dass China kaum eine andere Wahl hatte, als die
wachsenden Dollar-Handelsüberschüsse in amerikanische Staatspapiere zu investieren. Eine
verquere, unheilige Allianz zwischen der einzigen hegemonialen Supermacht, den USA,
und China, der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsnation, bahnte sich an.“ Was für
eine „verquere“ Situation, in die China da doch „gezwungen“ wurde. „Ironischerweise“
legte China im UN-Sicherheitsrat (siehe S.126) kein Veto ein, als die USA den Irak
2003 angriffen.

E.2. Der chinesisch-amerikanische Korporatismus

Ebenso naiv stellt sich Engdahls Analyse des vermeintlichen chinesischen
Wirtschaftswunders dar. Zwar ist China heute die zweitgrößte Wirtschaftsmacht
nach den USA, doch für den durchschnittlichen Chinesen ist es noch weitaus
schwerer, ein Unternehmen zu gründen, als ich es schon für Russland beschrieben
habe (siehe S.145 ff.). Es ist so gut wie unmöglich! Der Wirtschaftsboom Chinas,
den Engdahl beklatscht, kam nur zustande, weil Deng Xiaoping die chinesische
Wirtschaft für ausländische Investitionen öffnete, nachdem Millionen Chinesen in
Maos Kommandowirtschaft ihren Tod fanden. Dass er die Wirtschaft für Investitionen
öffnete, bedeutete nicht, dass er eine freie Marktwirtschaft einführte. Ähnlich wie in
Russland (siehe S.141 ff.) ist auch die chinesische Wirtschaft vom Staat kontrolliert

* Damals noch nicht kommunistisch

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (191)
und die unternehmerische Freiheit stark eingeschränkt. Kleinere marktwirtschaftliche
Elemente und die Öffnung zum Westen machen das Leben dort heute erträglicher als
zu den Zeiten Maos. Doch von China als einem kapitalistischen Wirtschaftswunder
zu sprechen, ist der reine Hohn auf eine Bevölkerung, die immer noch stark unter
ihrer kommunistischen Regierung leidet. Die amerikanischen Korporatisten ließen
von Deng Xiaoping Sonderwirtschaftszonen errichten, die die Regierung von
Steuern befreite. China wurde von ihnen zu einer billigen Produktionsstätte
für ihre Produkte gemacht. Xiaoping befreite die ausländischen Unternehmer
von Steuern, während sein Volk entrechtet blieb. Da in einem kommunistischen
System kein Wettbewerb um Arbeitnehmer stattfindet, konnten die ausländischen
Unternehmen die Chinesen für einen Hungerlohn arbeiten lassen. Wenngleich dieser
Lohn sich immer noch höher darstellte als der Lohn, der unter Mao gezahlt wurde.
Ausgewählte multinationale Konzerne bekamen von der chinesischen Regierung
Konzessionen, um dort zu niedrigeren Lohnkosten zu produzieren. Deshalb bezeichnet
Engdahl China mit Recht als ausgelagerte Billiglohn-Werkshalle der globalisierten
amerikanischen Fortune-500-Unternehmen.>® Doch Engdahl kritisiert einerseits die
Ausbeutung Chinas durch die amerikanischen Unternehmen, andererseits lobt er das
chinesische Wirtschaftswunder. Dieses hätte aber ohne die Öffnung nach Westen nicht
stattfinden können. Eigene Innovationen und Erfindungen sind in China rar gesät.
Da ohne technischen Fortschritt keine Steigerung des Wohlstands stattfindet, muss
China seine Arme nach Westen ausstrecken. In China werden zwar viele Produkte
hergestellt, aber nur wenige wurden dort entworfen, entwickelt oder gar erfunden.
Das liegt daran, dass China niemals eine freie Marktwirtschaft zuließ und seinen
Bürgern keine Möglichkeiten, geschweige denn Anreize bot, unternehmerisch tätig
zu werden, Produkte zu erfinden oder weiterzuentwickeln. Ist es moralisch, dass
amerikanische Firmen ihre Produktion nach China auslagern? Sicher nicht! Aber noch
unmoralischer ist es, ein System zu errichten, das keine Erfindungen und Innovationen
zulässt, so wie in China der Fall. So macht man sich logischerweise von den USA
abhängig. Aber ist das die Schuld der USA?

Engdahl schreibt: Das beste Beispiel für die Abhängigkeit des chinesischen Handels
und chinesischer Arbeitsplätze von einem amerikanischen GrofSkonzern ist Chinas
Beziehung zu einem einzigen Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Arkansas: Wal
Mart. Die amerikanische Supermarktkette hat in den vergangenen zehn Jahren in so
großem Umfang Produkte aus China gekauft, dass sie praktisch zu einem nationalen
Handelspartner für die Volksrepublik geworden ist. Über Jahre hinweg war Wal-Mart der
größte Einzelimporteur chinesischer Konsumgüter. Das Handelsvolumen war größer als das
ganzer Länder wie beispielsweise Deutschland oder Russland.*°° Sam Walton, der Gründer
der Supermarktkette, unterhielt gute Verbindungen zu Großbanken wie der „Credit
Suisse“, mit deren Geldern Wal-Mart expandierte. Da Wal-Mart die Konkurrenz
in Amerika korporatistisch ausschaltet und die Rückendeckung der heimischen
Politik braucht, ist die Walton-Familie der größte Spender des neokonservativen
(siehe S.174 ff.) Flügels der republikanischen Partei. Wal-Mart wurde von

Xiaoping erlaubt, in der steuerbefreiten Sonderwirtschaftszone „Shenzhen“ zu

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (192)
produzieren. Die amerikanische Konkurrenz, die nicht in China produzieren
bzw. Waren beschaffen durfte, hatte keine Chance gegen Wal-Marts niedriges
Preisniveau. So schaltet man mit Hilfe des Staates die Konkurrenz aus, ohne dass
die amerikanische Öffentlichkeit diese Zusammenhänge erfassen könnte. China
hat bei all dem freiwillig mitgemacht und Amerika führt keinen „Handelskrieg“ gegen
China, so wie Engdahl das behauptet. China wird den Westen niemals den Schatten
stehlen, solange es seine Wirtschaft nicht stärker liberalisiert. Das wird es aber nicht
tun, denn der Plan der Eliten ist, China und die USA wirtschaftlich zu zerstören.

Auch der von Engdahl beschriebene „Nahrungskrieg“ der USA gegen China
entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Nahrungskrieg beider Staaten gegen
ihre eigene Bevölkerung. Engdahl hat Recht damit, wenn er die Entwicklung von
gentechnisch veränderten Organismen (GVO) den amerikanischen Rockefellers
zuschreibt, die damit sicher nichts Gutes im Schilde führen. Die Rockefeller-Stiftung
stellte ihre Anstrengungen in der Erforschung von genetisch veränderbarem Saatgut als
Versuch dar, das Problem des Welthungers zu lösen. Entgegen der philanthropischen
Versprechung der Rockefellers übt GVO-Saatgut eine hochtoxische Wirkung auf
menschliche Zellen aus und liefert auf Dauer niedrigere Erträge als natürliches Saatgut.
Die höhere Effizienz von GVO wurde bisher nicht nachgewiesen, und es hat Bauern
nachweislich eher geschadet als genützt. Durch seine Giftigkeit dient GVO den
Rothschild-Agenten als Mittel zur Bevölkerungsreduktion. Die Rockefeller-Stiftung
investierte ihre Gelder in den 20er-Jahren noch massiv in die Eugenik - d.h. in das
Aussortieren minderwertigen Menschenmaterials, das bei den Nazis als „Rassenhygiene“
bezeichnet wurde. Heute investiert sie in GVO-Produkte, die Krankheiten und
Hungersnöte verbreiten, um die Weltbevölkerung zu reduzieren.

Engdahl identifiziert die Rockefellers als treibende Kraft hinter der Verbreitung
von GVO, doch er versteht nicht, dass sich GVO-Produkte, weil sie ineffizient
und gesundheitsschädlich sind, niemals auf einem freien Markt durchsetzen
könnten. Die Rockefellers nutzen Patente, die ihnen von Staaten gewährt und
die von überstaatlichen Institutionen wie der Welthandelsorganisation (WTO)
international durchgesetzt werden. Patente sind der Schlüssel zur weltweiten
Verbreitung der GVO-Produkte. Ich schrieb in meinem Buch über die Rockefellers:
Da im Laufe dieses Buches oft von Patenten die Rede sein wird, die sich die Rockefellers
sicherten und dann benutzten, um entweder den vermeintlichen Feind aufzubauen oder
die Konkurrenz zu zerschlagen, muss an dieser Stelle etwas Allgemeines zu Patenten
gesagt werden: In einer freien, marktwirtschaftlichen Welt darf es keine Patente geben!
Das mag zwar kollektivistisch klingen, weil ‚Eigentumsrechte‘ doch zu den Grundpfeilern
des liberalen Denkens gehören und es jedem Menschen zustehen sollte, von seinen eigenen
Ideen und Erfindungen zu profitieren. Das trifft aber auch in einer Welt ohne Patente zu,
denn jeder Erfinder und kreative Geist kann enorm von seinen Geistesblitzen profitieren,
wenn er es richtig anstellt. Eine Firma könnte z. B. seine Erfindung kaufen. [...] Es ist
wieder allein das Gewaltmonopol des Staates, welches ein Patent sichern kann.
So wird erst einmal ein riesiges, wohlstandfressendes Bürokratie-Monster erschaffen, mit
Millionen Bürgern jährlich, die ein Patent anmelden wollen, und Zehntausenden, die

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (193)
sich wegen der unrechtmäßigen Nutzung von Patenten verklagen. Die Unternehmen,
die dem Staat genehm sind bzw. die größten Geldkoffer für die Abgeordneten
bereitstellen, erhalten das Recht auf die exklusive Nutzung einer Erfindung.
Dadurch generieren die Unternehmen so viele Einnahmen, dass sie zwangsläufig ein
Monopol bekommen. Die Monopol-Unternehmen können die Preise nun erhöhen,
denn die Wettbewerber haben ohne das Patent keine Chance, ihr Produkt billiger
anzubieten. Da die Konkurrenz die Erfindung nicht kopieren darf, hat sie auch keine
Chance, sie weiterzuentwickeln. Der Endverbraucher hat letztendlich nur Nachteile, da
der Fortschritt der Technologie und damit auch der Preis des Produkts unter dem geistigen
Eigentum leidet. Patente sind eine staatliche Einrichtung, um Unternehmen ein Monopol
zu sichern.?” Anstatt das Konzept von Patenten zu hinterfragen, beschuldigt Engdahl
die USA, im Welthandel unfair mit ihren Patenten umzugehen. So schreibt er: Die
WTO [...] setzte ein neues Abkommen [...] durch, wonach es multinationalen Konzernen
erstmals erlaubt war, Pflanzen und andere Formen des Lebens patentieren zu lassen.?°®
Logischerweise konnten die Rockefellers nur GVO-Pflanzen patentieren lassen, denn
natürliche Pflanzen sind keine Erfindung. Die WTO verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten,
Bauern zu bestrafen, die dieses Saatgut benutzen, ohne es von den großen GVO-
Konzernen erworben zu haben. Die Regierungen verbreiten das GVO-Saatgut auf der
ganzen Welt, da es sich automatisch mit natürlichem Saatgut vermischt. Bauern, die
versehentlich mit vermischtem Saatgut arbeiten, werden von Monsanto angezeigt, da
GVO geschütztes intellektuelles Eigentum von Monsanto ist.

Die GVO-Konzerne wurden schon früh von der Regierung in Stellung gebracht.
Z.B. die Agrar-Firma „Cargill“, die immer eng mit der Regierung vernetzt war und so
erst Teil des Saatgut-Oligopols werden konnte. Cargill wurde im Ersten und Zweiten
Weltkrieg von der US-Regierung mit Exklusivverträgen für Getreideexporte an
die Alliierten ausgestattet. Die J. P-Morgan-Bank, der amerikanische Finanzagent
der Alliierten, schloss mit Cargill exklusive Verträge ab, die der Firma erlaubten, die
Alliierten in Europa auf Kredit mit Getreidenachschub zu beliefern. Als Kissinger
den Sowjets als Teil seiner Entspannungspolitik die bisher beispiellose Menge von
30 Millionen Tonnen Getreide verkaufte, wurde Cargill der Hauptnutznießer dieses
Deals.’® Doch Engdahl schreibt: Für Cargill und seine Verbündeten zählt der
weltweite ‚freie Markt‘ mehr als Menschenleben.”

Das Vorgehen der GVO-Konzerne ist hochkriminell. Doch ist China, wie
Engdahl es darstellt, im Fall der weltweiten Verbreitung von GVO ein Opfer der USA?
Engdahl schreibt über die WTO: Die wichtigste Institution, die die Pläne Monsantos
und anderer Agrobusiness-Saatgutkonzerne zur Verbreitung der GVO umsetzt, ist die
Welthandelsorganisation (WTO). Ohne diese hätten sich die meisten Länder, die zögerlich
dem internationalen Druck nachgegeben und gentechnisch verändertes Saatgut genehmigt
haben, dagegen gewehrt. [...] Sie [die WTO] hat die Macht, Mitgliedsländern, die ihre
Regeln verletzen, erhebliche finanzielle Strafen und andere Sanktionen aufzuerlegen.?”‘
China habe dies natürlich nicht ahnen können und wurde laut Engdahl in die WTO
gelockt.”* Nach seinem Beitritt, 2001, wurde China gezwungen, die ‚Spielregeln‘ der
WTO einzuhalten, Spielregeln, bei denen letztendlich Washington und Brüssel den Ton

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (194)
angeben.”* Das arme China ist mal wieder durch einen bösen Trick der Imperialisten
in eine Falle gestolpert, so Engdahls Interpretation. Anscheinend hatten die US-
Konzerne ein „Schlupfloch“ gefunden, um Chinas Landwirtschaft mit GVO-Pflanzen
zu verschmutzen: Dem US-Getreide-Kartell unter Führung von Cargill, ADM und Bunge
war es gelungen, ein Schlupfloch in den chinesischen Bestimmungen fiir GVO auszunutzen;
sie beherrschen deshalb heute den Sojabobnenimport nach China. Im ersten Quartal 2012
brachen die Importe mit über 12,5 Millionen Tonnen Sojabobnen, ein großer Teil davon
aus den USA, alle bisherigen Rekorde. Heute werden iiber 60 Prozent aller in China
verarbeiteten Sojabohnen importiert, fast 100 Prozent sind gentechnisch verändert. 2011
importierte China 52,6 Millionen Tonnen Sojabobnen, fast die Hälfte davon aus den USA.
Für die USA bedeutet es 60 Prozent des gesamten Sojabohnen-Exports. GVO gelangen über
Tierfutter, aber auch direkt als Nabhrungsmittelbestandbteil in die menschliche Ernährung
in China. Das bedeutet |...], dass ein Großteil der chinesischen Bevölkerung nach
drei Generationen unfruchtbar werden könnte.“ Ja, was wire das fiir eine riesige
Katastrophe fiir China, das Millionen seiner Biirger zu Tode gehungert oder
exekutiert hat und heute ein zynisches Eugenik-Programm mit einer knallharten
Ein-Kind-Politik und Sterilisationskampagnen durchfiihrt, wenn die chinesische
Bevölkerung in drei Generationen unfruchtbar werden würde! Im Gegensatz zu
Amerika ist es in China nicht mal ein Geheimnis, dass die chinesische Regierung
ihre Bevölkerung verkleinern will. Was könnte ihr dabei mehr helfen als unfruchtbar
machendes GVO? Die Rothschilds und China eint das Interesse, die Weltbevölkerung
eugenisch zu minimieren. Schließlich verkaufen die GVO-Konzerne ihre Produkte
auch in den USA und Europa. Wollte der Westen China in einem ,,Handelskrieg
schwächen, müsste er die Produkte doch im Westen verbieten. GVO ist eine Waffe
im Krieg der Regierungen gegen ihre Bevölkerung. China hätte jederzeit aus der
WTO austreten können, wenn es die Interessen seiner Bürger hätte schützen
wollen. Für Engdahl müssen die Chinesen aber getäuscht worden sein, weil die
USA nun mal immer die Bösen sein müssen.

Die chinesische Geostrategie in Bezug auf Afrika wird von Engdahl als friedliche
diplomatische GrofSoffensive verklart.’”> China verhalte sich in den afrikanischen Länder
humaner als die amerikanisch-gesteuerten Raubbarone des IWF und der Weltbank:
Schätzungen zufolge bezog China 2006 rund 30 Prozent seines Rohöls aus Afrika. Damit
erklärte sich eine ganze Reihe diplomatischer Initiativen, die Washington in Rage versetzte.
China vergab ohne Auflagen Dollar-Kredite, um sich Zugang zu Afrikas immensem
Rohstoffreichtum zu verschaffen; Washingtons übliches Herrschafisspiel über die Weltbank
und den IWF blieb außen vor. Wer brauchte schon die schmerzhafte Medizin des
IWE wenn China günstige Bedingungen bot und Straßen und Straßen und Schulen
baute? Im November 2006 war Peking Schauplatz eines außergewöhnlichen Gipfeltreffens
von 40 afrikanischen und Staats- und Regierungschefs. Sie kamen aus Algerien, Nigeria,
Mali, Angola, der Zentralafrikanischen Republik, Sambia, Südafrika, dem Sudan und
anderen Ländern, und für sie wurde buchstäblich der rote Teppich ausgerollt.”° Die
chinesische Regierung schmeichelt sich bei den afrikanischen Herrschern ein, die
ihre Völker ins Elend stürzen, um sich die Reichtümer deren Kontinents unter den

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (195)
Nagel zu reißen. Chinas Vorgehen unterscheidet sich nicht von dem des IWF: Die
Diktatoren erhalten Milliardenkredite von China und verteilen Konzessionen an
die chinesischen Firmen, Rohstoffe wie Öl, Gas, Gold oder Kobalt abzubauen.
Das Geld der Chinesen fließt in staatlich kontrollierte Industrien. Dank Bürokratie
und Korruption sowie der Tatsache, dass der Staat die gegebenen Ressourcen immer
inefhzienter verteilt als die Individuen, erzeugt dies zwangsläufig die Verarmung der
Zivilbevölkerung. Das Kapital der Chinesen wird nicht gleichmäßig an das afrikanische
Volk verteilt, das es in der Privatwirtschaft investieren könnte. Die Despoten bekommen
Kredite und lassen China das Land ausbeuten. Und das in einer sozialistischen
Wirtschaft. Die Kredite werden an totalitäre Regimes vergeben, deren Staatsstruktur
sich kaum von der der Sowjetunion unterscheidet. Da in sozialistischen Ländern
kaum Wettbewerb um die Arbeitnehmer stattfindet, kann die afrikanische Regierung
die Löhne für die Bauern, Minenarbeiter etc. weitgehend selbst bestimmen. Mangels
Alternativen müssen die afrikanischen Arbeiter ihre Hungerlöhne akzeptieren. Die
Chefs der chinesischen Staatsunternehmen können sich an der billigen afrikanischen
Arbeitskraft bereichern. Dabei werden sie obendrein von westlichen Investment-
Häusern wie „Blackstone“ beraten, doch Engdahl bringen solche Ungereimtheiten
offensichtlich nicht zum Nachdenken. Er stellt sich blind gegenüber der chinesischen
Ausbeutung des Schwarzen Kontinents. Für ihn ist die Bestechung korrupter
Herrscher in Afrika nur ein Verbrechen, wenn der IWF sich dieses Mittels bedient:
China sichert sich langfristige Abkommen über Rohstofflieferungen aus Afrika und bietet
im Gegenzug Hilfe und Verträge über gemeinsame Produktion und Lizenzgebühren. Nach
glaubwürdigen Berichten waren die Chinesen viel schlauer: Anstelle der drastischen, vom
IWF diktierten Sparpolitik und des wirtschaftlichen Chaos bietet China günstige Darlehen
für den Bau von Straßen und Schulen, um ein gutes Verhältnis zu begründen.?” Staaten
seien gut beraten, sich nicht für eine schnelle Wirtschaftsreform nach dem Muster der IWF-
diktierten freimarktwirtschaftlichen Schocktherapie”® zu entscheiden. Die Gründung des
IWF wurde ebenfalls auf der Bretton-Woods-Konferenz (siehe S.190) beschlossen.
Neben dem Sowjetagenten Harry Dexter White war der Vollblutsozialist John Maynard
Keynes der wichtigste Stratege des neuen globalen Geldsystems. Keynes war Teil der
Gesellschaft der Fabier (siehe S.160 fI.), deren erklärtes Ziel es war, Institutionen auf
der ganzen Welt sozialistisch zu unterwandern. IWF und Weltbank geben sich liberal,
doch insgeheim ist ihr Ziel die Ausweitung des staatlichen Sektors und die Abschaffung
des freien Marktes. Der Autor G. Edward Griffin schrieb über den IWF: Wie die
Fabier vorgesehen hatten, darf das Wort ‚Sozialismus‘ nicht benutzt werden. Stattdessen
werden die Darlehen für staatliche hydroelektrische Projekte, staatliche Ölraffinerien,
staatliche Bergwerke und staatliche Stahlwerke vergeben. Sie wandern von den Händen
der Politiker und Bürokraten in die Hände von Politikern und Bürokraten. Stammt das
Geld von einer Regierung und geht es zu einer Regierung und wird es von einer Regierung
verwaltet, so ist das Ergebnis die Ausweitung des Regierungsbereiches.’’”> China und den
IWF eint das Interesse an der Diskreditierung des Kapitalismus, deshalb verkaufen
sie die Finanzierung von afrikanischen Planwirtschaften als „Handelsoffensive“ oder
„wirtschaftliche Kooperation“. Engdahl sieht die Ausweitung dieser Planwirtschaft

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (196)
durch Russland und China auf dem gesamten eurasischen Erdteil als einzige Chance
des Westens auf die Lösung seiner wirtschaftlichen Probleme: Für die Vergabe von
Staatsanleihen für langfristige Infrastrukturentwicklung ist China, verglichen mit den
USA und europäischen Ländern, noch immer deutlich im Vorteil. Würden China,
Russland und die übrigen SOZ-Mitgliedsländer wirklich zusammenarbeiten,
gemeinsam solche Infrastrukturprojekte planen und sie intern finanzieren, also
nicht auf Dollar- oder Euro-Basis über den Kapitalmarkt, so könnte dies in den
nächsten 30-40 Jahren eine wirtschaftliche Renaissance bedeuten, und das nicht nur
für die chinesische Industrie, sondern auch für Russland und Zentralasien bis hin zu den
Krisenländern in Westeuropa.”° Die USA sollten aus Westeuropa verdrängt und ein
riesiger eurasischer Wirtschaftsraum unter der Ägide Chinas und Russlands entstehen.
Damit sei die Aussicht auf einen beispiellosen eurasischen Wirtschaftsboom®® nicht mehr
fern. Die Umsetzung dieses Eurasien-Projekts würde die Absenkung des im Westen
schon jetzt im Niedergang begriffenen Lebensstandards beschleunigen. Der letzte
Rest an freier Marktwirtschaft würde den planwirtschaftlichen Großprojekten
der SOZ (siehe S.185) weichen, die Engdahl empfiehlt. Der große Eurasische
Wirtschaftsraum würde sich noch fataler auf die Wirtschaft jedes Landes, das sich in
ihm befindet, auswirken als die korporatistische EU. Engdahl will den Westen von
Staaten abhängig machen, deren Wirtschaftswachstum zum Großteil auf westlicher
Technologie basiert und in denen niemals ein Wirtschaftsboom wie in westlichen Staaten
stattfinden konnte.

Im Gegensatz zu manch anderem Russlandversteher denke ich über William
Engdahl nicht, dass er ein nützlicher Idiot ist, der, unfreiwillig, Russlands
Langzeitstrategie unterstützt. Schon im dritten Satz von „China in Gefahr” spricht
er von einer Langzeitstrategie einflussreicher Kreise der USA und Großbritanniens
gegenüber der künftigen souveränen Existenz der Volksrepublik China. Soll das eine
Insider-Anspielung zu Beginn des Buches sein für diejenigen aus seinem eurasischen
Netzwerk, die in die Langzeitstrategie Russlands eingeweiht sind? Ausgerechnet der
chinesische Militärstratege Sun Tsu wird von Engdahl bei seiner Beschreibung einer
siegreichen chinesischen Strategie hervorgehoben: Wenn dein Feind in allen Punkten
sicher ist, dann sei auf ihn vorbereitet. Ist er stärker, geh ihm aus dem Weg [...] Greife
ihn an, wenn er nicht vorbereitet ist, tauche dort auf, wo er dich nicht erwartet.”* Bei
der Planung der Langzeitstrategie erinnerten sich die sowjetischen Parteikader
an den von Engdahl zitierten alten chinesischen Strategen, dessen Werke in den
1950er-Jahren durch Oberstleutnant J.I. Sidorenko ins Russische übersetzt worden
waren. Sun Tsu hatte schon im fiinften Jahrhundert vor Christus zu schleichender
Zersetzung und strategischer Täuschung als Alternative zum offenen Kampf geraten.“
Die in der Langzeitstrategie prophezeite Wirtschaftskrise in Phase 4 bezeichnet
William Engdahl als Achillesferse des Westens,“ die die Chinesen ausnutzen
sollten.“ Während sich fast alle naiven, uninformierten Putinversteher klar gegen
jegliche Art von Krieg positionieren, empfiehlt Engdahl den Chinesen und Russen

* Die Verarmung der Zivilbevolkerung in Russland und China wird indes nie als „Krise“ verkauft. Sie ist schlicht
der Normalzustand.

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weiter aufzurüsten und Amerika zu umzingeln (siehe S.188). Auch wenn ich mit
dieser Einschätzung danebenliegen könnte: Engdahl ist für mich ein eiskalter Kreml-
Stratege, der sich das Vertrauen liberaler Kreise erhascht, indem er die Rothschilds und
Rockefellers als Machtelite der USA identifiziert. Er verkauft jedoch das Bild, nur der
Westen plane eine Neue Weltordnung und die Rothschilds hätten keinerlei Einfluss
auf den asiatischen Kontinent. Es scheint so, als wüsste Engdahl genau, was China
und Russland vorhaben, doch anstatt die westliche Bevölkerung zu warnen, lässt er sie
ins offene Messer laufen. Bitte vertrauen Sie William Engdahl nicht, denn er scheint
dunkle Absichten zu verfolgen!

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (198)
F. Der Islam vs. Gerhard Wisnewski
F.1. Warum die Rothschilds den Islam unterstützen

Voller Bedauern muss ich leider auch einen meiner Lieblingsjournalisten in
meine Kritik mit einbeziehen. Auf seinen jährlich erscheinenden Jahresrückblick
„Verheimlicht, Vertuscht, Vergessen“ werde ich auch in Zukunft nicht
verzichten, obwohl Gerhard Wisnewski meinen Enthusiasmus für seine Person
inzwischen sehr gedämpft hat. Er ist dennoch ein Dorn im Auge des gekauften
Mainstreamjournalismus und stellt mit seinen Recherchen oft die richtigen
Fragen. Wisnewski nähert sich den Themen mit gebührender Akribie und deckt
Widersprüche und Unwahrheiten in der offiziellen Berichterstattung auf. So
geschehen 2003 im Buch „Operation 9/11. Angriff auf den Globus“ und im Film
„Aktenzeichen 11.9. ungelöst“, ausgestrahlt im WDR. In der Reportage führte er
die offizielle Berichterstattung über die 9/11-Attentate ad absurdum, u.a. indem
er in die USA reiste und den Bürgermeister von Shanksville interviewte, der Stadt,
in der das vierte Flugzeug abgestürzt war - so die klassische Berichterstattung.
Der Bürgermeister konnte den Absturz nicht bestätigen. Er sagte zu Wisnewski,
er habe an der Stelle ein großes Loch gesehen, danach sei das Gelände großflächig
abgesperrt worden. Solch eindeutige Enthüllungen, sogar im WDR, konnte sich die
Mainstream-Medienlandschaft nicht bieten lassen, denn sie sollte 9/11 im Auftrag
von Springer, Burda und Bertelsmann als Attentat von verrückten islamistischen
Einzeltätern darstellen. Der „Spiegel“ fuhr daraufhin eine beispiellose Hetzkampagne
gegen Wisnewski. Er wurde in Artikeln des „Spiegel“ bezichtigt, die Aussagen eines
Interviewpartners gefälscht zu haben.

Nachdem der „Spiegel“ diesen Vorwurf nicht belegen konnte, mussten schnell
die üblichen haltlosen Unterstellungen gezückt werden, die die Zweifler an der
offiziellen 9/11-Theorie je nachdem als geldgierig/inkompetent/verrückt/antisemitisch
abstempeln. Der TV-Sender WDR stellte seine Arbeit mit Wisnewski nach der
Ausstrahlung der Reportage ein. Seitdem arbeitet Wisnewskierfolgreich als unabhängiger
Buchautor, dessen Werke ironischerweise regelmäßig die obersten Gefilde der Spiegel-
Bestsellerliste erklimmen. Bedauerlicherweise lässt sich Wisnewski dieser Tage auch
stark in den prorussischen Kurs der alternativen Medien mit einspannen. Um den
Umfang dieses sowieso schon sehr ausführlichen Buchs im Rahmen zu halten, habe ich
andere Paradebeispiele für Putinversteher für meine Analyse ausgewählt. Anhand von
Wisnewski will ich mich nun der unkritischen Haltung der alternativen Medien
gegenüber dem Islam widmen, die zwar auch auf Elsässer, Hörstel, Engdahl,
Jebsen und Shahyar zutrifft, doch bei Wisnewski ist sie noch frappierender, denn
er vertritt im Gegensatz zu diesen Personen eine eher konservative, in Teilen sehr
liberale Meinung. So empfahl er auf der Webseite des Kopp-Verlags die Lektüre des
libertären Buchs „Die Vereinigten Staaten von Europa“ meines Lieblingsautors Oliver
Janich. Wisnewski hat im Gegensatz zu seinem - leider - geschätzten Kollegen Jürgen
Elsässer sicherlich keine kryptokommunistische Agenda. Er macht schlicht die üblichen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (199)
Fehler der alternativen Presse: Antifreiheitliche Ideologien und Regimes werden von
ihm verharmlost und verteidigt.

Der Kampf gegen den Islam ist für Wisnewski Teil einer US-amerikanischen
Strategie zur Eroberung der islamischen Welt. 1993 schrieb der Harvard-Politikprofessor
Samuel Huntington in der CFR-eigenen (siehe S.127) Zeitschrift „Foreign Affairs“
über den aufkommenden „Kampf der Kulturen“. Er erklärte den Lesern, es werde in
Zukunft wieder zu Religionskonflikten kommen, da das alte Feindbild Sowjetunion
jetzt nicht mehr existiere. Sein drei Jahre später erschienenes Buch über diesen
Kampf der Kulturen wurde zum Weltbestseller, in dem er neue Konflikte zwischen
der westlichen Welt und dem Islam ankündigte. Da Huntington Berater des US-
Außenministeriums war, handelte er auch in dessen Auftrag. Seine Prognosen basierten
nicht auf seiner genialen Weitsicht, sondern auf den strategischen Planungen des
Pentagon, den Nahen Osten erneut anzugreifen. Wisnewski versteht den „Kampf der
Kulturen“ als Kampfansage des US-Imperiums gegen die islamischen Gesellschaften.
Er hat sicherlich Recht damit, dass die USA den „Krieg gegen Terror” schon bei der
Veröffentlichung des ersten Artikels von Huntington geplant hatten. Obwohl die
USA islamische Länder attackierten, stellt sich heute allerdings die Frage: War
der „Krieg gegen den Terror“ wirklich ein Krieg gegen den Islam?

Die Bombardierung des Iraks und Afghanistans schürte den internationalen Hass
der Moslems gegen die vermeintlichen , Kapitalisten®. Der Kampf gegen die westlichen
Invasoren vereinte die jungen Moslems und bestärkte sie in ihrem Glauben an den
Islam. Inzwischen haben die USA im Irak die Zügel aus der Hand gegeben und der
Islamische Staat (IS) erobert das Land wieder zurück.

Die im Westen erlassenen Gesetze gegen islamischen Terrorismus dienten der
Etablierung neuer Überwachungsmethoden und der Einschränkung der bürgerlichen
Rechte aller Menschen, egal ob Muslim oder nicht. Hätten die US-Eliten eine Art
Darwin‘sche Rechtfertigung für ihre koloniale Expansion - etwa die Ideologie, die US-
Amerikaner seien eine überlegene Zivilisation -, würden sie kaum ihr eigenes Volk mit
GVO (siehe S.192 ff.), schädlichen Medikamenten oder fluoridhaltigem Trinkwasser
vergiften.

Wenn der Krieg gegen die Religion „Islam“ im Westen auf dem Programm steht,
so, wie Wisnewski das behauptet, warum wird der Islam von der europäischen Politik
so stark begünstigt? Warum fördern die öffentlichen Sozialsysteme die islamische
Zuwanderung und warum schweigen die Medien die aus ihr resultierenden Probleme
tot?

Dass die Kriege der USA inzwischen hunderttausende Muslime das Leben
gekostet haben, muss nicht bedeuten, dass die Rothschilds den Islam abschaffen
wollen. Menschen sind für Politiker nur Kanonenfutter und je mehr in einem Krieg
sterben, desto besser. Es spielt keine Rolle, ob diese Menschen an das Christentum,
das Judentum oder den Islam glauben. Der Islam ist für die Rothschilds ein ideales
Mittel zum Zweck der Errichtung einer Weltregierung, denn er unterstützt - genau
wie das katholische Christentum (siehe S.203) - einen mächtigen Staat. Verglichen
mit dem Christentum, das sich im Westen allmählich auflöst, spielt der Islam noch eine

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (200)
entscheidende Rolle im Leben vieler seiner Anhänger. Wäre der Islam eine Religion, die
zum Widerstand gegen den Staat aufruft, würde er in der Tat so bekämpft werden, wie
Wisnewski sich das vorstellt, doch das ist definitiv nicht der Fall.

Der Koran akzeptiert den Zustand der Welt als gottgewollt, deshalb ist alles zu
den Zeiten Mohammeds Vorgefundene richtig: Die Sklaverei (der Nichtmuslime)
war für Mohammed Teil der gottgewollten Ordnung, da es Sklaverei, zumindest
nach seinem Wissen, ja schon immer gegeben hatte. Die Frau war schon immer
Eigentum des Mannes, also änderte der Islam daran nichts. Raubzüge gehörten
schon immer zur Lebensweise der Nomaden, also spannte Mohammed sie vor den
Karren seiner Religion. Krieg existierte, seit es Menschen gibt, also war es legitim
für Mohammed, 27 Feldzüge zu führen.” Das galt auch für Staaten: Muslimische
Herrscher waren oft despotische und grausame Hasardeure, doch wurden sie
von ihren Völkern akzeptiert, da der Koran ein tyrannisches Machtmonopol
rechtfertigt, weil ein solches schon vor Mohammed existiert hatte und somit
auch Gottes Willen entsprach. Wichtig war nur, dass der entsprechende Tyrann
an den Islam glaubte. Für Muslime ist Gott der Autor des Korans und nicht wie
in der Bibel deren Thema. Da Gott im Islam, so wie in jeder Religion, unfehlbar ist,
können die Koran-Verse zur Rechtfertigung der Sklaverei und des Staats nicht mehr
verändert werden. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Religion ist mit
der islamischen Weltauffassung unvereinbar, da Allahs Wort unfehlbar sein muss. Der
Islam war und ist wegen seiner schriftlichen Grundlage kaum zur Modernisierung
fähig.

Wer als Libertärer Religionen miteinander vergleichen will, muss sich darauf
konzentrieren, welche Religion das Selbsteigentum am besten verteidigt bzw.
welche Religion sich dahin entwickelte, das Selbsteigentum zu verteidigen bzw.
welche Religion solche Verbesserungen zulässt, die auf eine Verteidigung des
Selbsteigentums Wert legen könnten. Als Libertärer kann man zwischen besseren
und schlechteren Religionen unterscheiden, ohne dabei eine dieser Religionen zu
unterstützen. Da die Bibel von den Christen nicht als das „Wort Gottes“ verstanden wird
und von mehreren Personen geschrieben wurde, war die kritische Auseinandersetzung
mit der eigenen Religion unter Christen weiter verbreitet als unter Muslimen. Die Bibel
war somit in Richtung freiheitlicher als auch antifreiheitlicher Interpretation offen.
Der Koran musste hingegen mit seiner Rechtfertigung für Sklaverei von jedem Muslim
als perfekt anerkannt werden. Der Koran durfte nicht logisch kritisiert werden, da er als
Wort Gottes wahr sein musste. Da die ultimative Wahrheit des Korans auch Sklaverei
rechtfertigte, musste er zwangsläufig zur Unterjochung anderer Menschen beitragen. |
Die Bibel ist aufgrund ihrer vielen Autoren voller Widersprüche, denn man findet
in ihr auch die Rechtfertigung fiir Tyrannei, wie z.B. Römer 13,1: Jedermann sei
untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit aufSer vor
Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.” Dieser Vers könnte direkt
aus dem Koran entnommen sein, denn Mohammed folgte dieser Logik durchgehend
in seinen Schriften. Da die Obrigkeit schon da war, musste sie von Gott angeordnet
worden sein. Natürlich enthält die Bibel aber auch libertäre Grundregeln zum Schutz

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (201)
des Selbsteigentums, wie das Gebot der Nächstenliebe Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst“ (Lev, 19,18), 1.Johannes, 4,20 oder: So jemand spricht: ‚Ich liebe Gott‘,
und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Oder die zehn Gebote.

Der Koran hat diese Regeln auch, doch sie gelten nur für Muslime! Das
Tötungsverbot schließt nur Anhänger des islamischen Glaubens mit ein. So ziehen
Muslime gerne Sure 5, Vers 32 heran, um zu belegen, was für ein friedliches Buch der
Koran doch ist: Aus diesem Grunde haben wir den Kindern Israel verordnet, dass wer eine
Seele ermordet, ohne dass er einen Mord oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein
wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben hält, soll sein,
als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.” Doch gleich im darauffolgenden
Vers 33 wird die Ausnahme von diesem Tötungsverbot festgelegt: Siehe, der Lohn derer,
welche Allah und seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur
der, dass sie getötet oder gekreuzigt oder an Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt
oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden, und im Jenseits wird
ihnen schmerzliche Strafe. Sure 4 Vers 92 macht unverständlich klar, dass das biblische
Du sollst nicht töten im Islam nur für die Gläubigen gilt: Ein Gläubiger darf keinen
Gläubigen töten, es sei denn aus Versehen [...].”® Die Intoleranz gegenüber den
Ungläubigen macht den Koran zu einem antifreiheitlichen Schriftstück, das seit
seiner Niederschrift eindeutig stärker zur Unterdrückung als zur Verteidigung der
individuellen Rechte angewendet wurde.

Die angenommene Überlegenheit der eigenen Religionsgemeinschaft und
erzwungene Missionierung oder gar Unterwerfung Andersgläubiger ist nicht etwa
ein negativer Aspekt des Islam: Es ist der Dreh- und Angelpunkt des Islam. Das
Hauptanliegen des Islam ist seine eigene Verbreitung. Er ist wie der Kommunismus
eine von vielen Ideologien (siehe 5.20 f.), die zur Verbreitung der Krankheit des Bösen
beiträgt. Er lieferte den barbarischen Nomadenvölkern die spirituelle Grundlage,
andere Völker zu erobern und auszubeuten. Dass der heute von Gruppen wie IS
geführte Dschihad nichts mit dem ursprünglichen Text des Korans zu tun hat, ist
eine dreiste Lüge von Islam-Apologeten. Dass die Gläubigen (spätestens) im Paradies
belohnt, die Ungläubigen (spätestens) in der Hölle bestraft werden, stellt eines der
Hauptthemen, wenn nicht das Hauptthema des Korans dar. Muslime bezeichnen
den „Dschihad“, den Heiligen Krieg, verharmlosend als „Anstrengung auf dem Wege
Gottes“. Im Dschihad gehe es weniger um die gewaltsame Ausbreitung des islamischen
Glaubens als um seine spirituelle Vertiefung. In Wahrheit meint „Dschihad“ jegliche
Anstrengung „auf dem Wege Allahs® und was Allah sich darunter vorstellt, ist im
Koran hinreichend erklärt. Speziell in Mohammeds medinensischen Suren rückte
die Notwendigkeit des militärischen Kampfes zur Ausbreitung des Islam eindeutig
in den Vordergrund. Mohammed ging es einfach darum, den Islam zu verbreiten.
Wenn die spirituelle Verbreitung des Islam keinen Erfolg hätte, empfahl Mohammed,
zu den Waffen zu greifen. Der Dschihad würde nur friedlich verlaufen, wenn sich die
Ungläubigen freiwillig dem Islam unterwerfen würden. Die Unterwerfung und Tötung
Andersgläubiger wird von Mohammed mehr als deutlich gefordert. Um nur ein Beispiel
zu nennen, Sure 47 Vers 4: Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (202)
Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande.
Gefallene Märtyrer sollten von Allah belohnt und diejenigen, die sich weigerten, für
Allah zu kämpfen, bestraft werden. Wie bei einer Militärdoktrin wurde jede Regel
und Weisheit dem Endsieg des Islam untergeordnet. Dass die einfachen, libertären
Regeln des friedlichen Zusammenlebens innerhalb der eigenen Kampftruppe gewahrt
werden mussten, versteht sich von selbst. Eine Armee mit internen Konflikten war
nicht schlagkräftig. Die Verteidiger des Korans nennen die libertären Regeln, um den
Islam als eine Religion des Friedens zu präsentieren. Dabei verheimlichen sie, dass
diese Regeln nur innerhalb des eigenen Stoßtrupps gelten. Das Wort „Islam“ bedeutet
nicht etwa Frieden, wie vielfach von Muslimen behauptet, sondern „Unterwerfung“.
Natürlich bedeutet das nicht, dass die friedlichen Muslime in Deutschland den
bewaffneten Kampf gegen die Ungläubigen befürworten. Ich schreibe hier nicht über
„die Muslime“, ich schreibe über „den Islam“. Wenn „der Islam“ nicht das ist, was
im Koran steht, was soll er dann sein? Der Koran ist nun mal das „Wort Gottes“.

In der Bibel sind Mord, Krieg und Sklaverei eindeutig nicht von Gott gewollt
und deswegen „sündig“. Im Islam drückt Gott aber ein Auge zu, wenn diese Sünden
der Verbreitung des Islam dienen. Der Islam verfolgt nicht den Zweck, den Menschen
zu einem besseren Individuum zu machen, der Islam verfolgt den Zweck, sich selbst
zu erhalten oder zu expandieren. Der Mensch muss sich im Christentum gegen seine
sündige Natur wehren. Im Islam ist Sklaverei und Mord in Ordnung, wenn es dem
Islam dient. Ein guter Muslim trägt zur Expansion seines Glaubens bei, vollkommen
egal, ob er dabei zur Gewalt greift oder nicht. „Sündig“ ist im Koran vor allem eines:
Der Abfall vom Glauben an Allah. Noch heute wird die „Apostasie“, der Abfall vom
Islam, von den meisten islamischen Rechtsgelehrten als ein Verbrechen angesehen, das
mit der Todesstrafe zu ahnden ist. Durch den Austritt aus der Glaubensgemeinschaft
hindert man den Islam an seiner Ausbreitung und hat dem Kommandeur Allah
seinen Gehorsam verweigert. Demgegenüber muss man im Christentum nicht einmal
zwingend Mitglied der christlichen Gemeinde sein, um den Willen Gottes zu erfüllen.
Das ist im Islam undenkbar! Den Kämpfern des Dschihad wird im Islam in der Tat
versprochen, für den militärischen Sieg des Islam ins Paradies zu kommen, und den
Nichtkämpfern wird mit Strafe gedroht, Sure 4, Vers 74: Und kämpfen soll in Allahs Weg,
wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle
oder siege er, wahrscheinlich, dem geben wir gewaltigen Lohn.? Auch die Behauptung,
die Rechtfertigung für Selbstmordattentate sei im Koran nicht zu finden, ist falsch.
Laut dem Koran ist das Leben, ein Mittel zum Zweck, um ins Paradies zu kommen.
Das Paradies winkt mit Belohnungen, die auch einen Selbstmord im Namen Allahs
rechtfertigen. Diese Belohnungen wirken zudem sehr irdisch und haben mehr mit
der Befriedigung von Gelüsten als mit spirituellem Glück zu tun. Sure 2, Vers 94-
96: Sprich: ‚Wenn eure künftige Wohnung bei Allah für euch besonders ist und nicht für
die andern Menschen, so wünschet euch den Tod, wenn ihr wahrhaft seid.“ Nimmer aber
vermögen sie’s zu wünschen wegen dessen, was ihre Hände vorausgesagt. Und Allah kennt

* Frieden heißt „Salam“, das Wort ist in der Tat aus der derselben Wortwurzel S-L-M gebildet wie „Islam“, jedoch
kein Synonym.

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die Frevler. Und fürwahr du findest, dass sie noch gieriger am Leben hängen als
die Götzendiener. Der eine von ihnen wünscht 1000 Jahre zu leben; aber nicht brächte
er sich fern von der Strafe, auch wenn er am Leben bliebe. Und Allah schaut ihr Tun.”
Durch die Ausrichtung auf das Paradies nach dem Tod impliziert der Koran eine
zynische Verachtung des Lebens an sich. Wie uns der vorangegangene Vers klarmachen
will, haben die Juden und Christen Angst vor der Strafe Allahs, weshalb sie am Leben
hängen. Der Koran sagt den Muslimen, sie seien besser als andere Religiöse, weil ihr
Leben ihnen egal ist, solange sie im Jenseits für ihre Taten belohnt werden.

Im Christentum sind die Menschen vor Gott alle gleich - er liebt alle
Menschen, nicht etwa nur die Christen. Vor allem die Lehre Jesu war äußert
undogmatisch und predigte Toleranz gegenüber allen anderen Menschen, auch
Andersgläubigen. Jesus hatte nie geplant, eine Religion zu gründen. Sie entstand
nach seinem Tod, weil seine Anhänger seine Lehren verbreiten wollten. Später
wurden die Botschaften Jesu von der Katholischen Kirche pervertiert und 380 n. Chr.
zur Staatsreligion des Römischen Reiches gemacht. Die römische Kirche in ihrer Gier
nach Macht verwandelte die Vorsteher der religiösen Gemeinden zu „Stellvertretern
Gottes“, die Dogmen aufstellten, deren Begründung nirgends nachzulesen war. Der
Machtwahn der Päpste, die Verfolgung von Ketzern und Hexen sowie die blutigen
Kreuzzüge der Katholischen Kirche sind nicht zu leugnen. Die Anführer der
Katholischen Kirche und die Anführer des Islam sind also mehr oder weniger Brüder
im Geiste. Beiden Religionen geht es nur darum, ihren Einfluss auf der ganzen
Welt zu verbreiten. Doch im Gegensatz zum Islam hatte die Katholische Kirche
immer ein Rechtfertigungsproblem: Sie steht im Widerspruch zur eigentlichen
Botschaft Jesu! Die Liebe zu Gott verwandelt sich in ihr Gegenteil, wenn sie von der
Katholischen Kirche mit Sanktionsdrohung gefordert wird. Sie wird, wie im Islam,
zur „Furcht vor Gott“. Der Andersgläubige erfährt nicht mehr die Liebe Gottes, so
wie Jesus es ihm versprach. In der Katholischen Kirche und im Islam gibt es kein
Heil außerhalb der Religionsgemeinschaft. Deshalb wollte Jesus nie eine Religion
gründen, denn die Liebe zu Gott sollte nicht anhand der Zugehörigkeit zu einer
Gruppe geprüft werden. Der innere „Glaube“ an Gott und die „Religion“ als ein
politisches und soziales System bildeten immer einen unauflösbaren Widerspruch der
Katholischen Kirche. Dieser Widerspruch musste zwangsläufig Opposition in Gestalt
der Ketzerei, später in der des Protestantismus auf den Plan rufen. Das Christentum ist
kritisierbar, da man sich auf die Lehren Jesu berufen kann, und es war deshalb immer
wieder zu Eingeständnissen gegenüber den Gläubigen gezwungen. Im Islam ist diese
Kritik jedoch nicht möglich, denn erstens lässt sich über den Koran als das „Wort
Gottes” nicht diskutieren, da er für den Moslem richtig sein muss. Zweitens ist der
Koran autoritärer, kriegerischer und freiheitsfeindlicher als die Bibel. Der Islam wurde
von dem Propheten Mohammed von Anfang an als eine institutionelle „Religion“
entwickelt, deren zentraler Gedanke der Gehorsam ist. Der Wandel von „Glaube“
zu „Religion“ wurde im Islam bereits vom Religionsstifter vollzogen. Man kann
den Islam nicht reformieren, indem man sich auf die ursprüngliche Botschaft des
Korans bezieht. Das funktioniert nur beim Christentum. Eine Modernisierung des

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Korans scheitert schon an seiner Grundstruktur. Forderungen nach einem liberaleren,
weltoffeneren Islam sind sicherlich richtig, doch ein liberaler Islam wäre nun mal nicht
der Islam, da die inhaltliche Wahrheit des Korans in allen islamischen Gesellschaften
akzeptiert ist. Dass sich die meisten Muslime in Deutschland friedlich verhalten, hat
nichts mit ihrer Religion zu tun. Der eigentliche Grund für ihr friedliches Verhalten ist,
dass Muslime Menschen sind! Und selbstverständlich sind die meisten Muslime keine
Psychopathen. Aus diesem Grund halten sich auch Muslime instinktiv an die Regeln
des Selbsteigentums (siehe S.204), obwohl diese im Koran für Ungläubige nicht gelten.
Ohne Zweifel gibt es unter Muslimen aber auch Psychopathen. Diese werden die Lehren
des Mohammed, inklusive seiner Aufforderung zur Gewalt gegen die Ungläubigen, als
Handlungsanweisung verstehen. Der Koran liefert ihnen die Rechtfertigung, andere
Menschen im Namen des Glaubens zu töten. Da die wenigsten Muslime Psychopathen
sind, sind die wenigsten Muslime Terroristen. Da der Koran die an ihn glaubenden
Psychopathen zum Terrorismus tendieren lässt, sind die meisten Terroristen allerdings
Muslime. Für Geheimdienste sind solch rückständige Gedankenmuster, die die Welt in
„Gläubige“ und „Ungläubige” einteilen, einfach zu instrumentalisieren. Den Kämpfern
des IS ist es egal, woher sie ihre Unterstützung bekommen, denn in ihren Köpfen
heiligt der Zweck alle Mittel. Wer glaubt, die Ungläubigen müssten für immer im
Höllenfeuer brennen, glaubt sogar, er würde ihnen durch die gewaltsame Verbreitung
des Islam einen Gefallen tun. Ein Attentat wie der 11. September wurde zwar nicht
von Islamisten durchgeführt, aber die darauffolgenden Kriege und die Aufdeckung als
Inside-Job machte in der Öffentlichkeit den Islam zum Opfer der USA und schweißte
die Moslems enger zusammen.

Der Grund, warum die Rothschilds den Islam unterstützen, liegt auf
der Hand. Beide verbindet dasselbe Feindbild: Der Kapitalismus! Während
der westliche Mittelstand von den Rothschilds schon durch Steuern und das
Papiergeldsystem ausgebeutet wird, entwickelt sich in dessen Land zur gleichen
Zeit eine Bedrohung durch islamische Kämpfer, die ihn als „Ungläubigen“ ins
Visier nehmen. Das Feindbild der radikalen Glaubenskrieger sind nicht etwa
„Psychopathen“ oder „Staaten“ oder gar „Die Rothschilds”, sondern „Ungläubige“.
In ihrer Weltanschauung ist jeder, der nicht an den Islam glaubt, gleich schlecht,
ob er nun George W. Bush heißt oder Jürgen Klopp. Der Mittelstand wird von den
intelligenten Psychopathen an der Spitze und parallel dazu von seinen radikalen
islamischen Mitbürgern unter Druck gesetzt. „Druck von oben, Druck von unten!” -
so lässt sich diese Maßnahme zur Zerschlagung der modernen, westlichen Gesellschaft
“am besten beschreiben. Die Rothschilds finanzieren im selben Augenblick andere
radikale Interessengruppen, die allein die Ablehnung des Kapitalismus vereint: Nazis,
Kommunisten, Feministinnen, Schwulenrechtler, Naturschützer. Dann wird ein
künstlicher Konflikt zwischen diesen Gruppen geschürt, um sie von den Machthabern
an der Spitze abzulenken. Die Konflikte zwischen diesen Gruppen sollen am Ende
durch die „Neue Weltordnung“ beendet werden, in welcher der Islam keine Rolle
mehr spielen wird. Die Islamisten werden von den essenziellen Psychopathen
(siehe S.18 f.) nur als Mittel zum Zweck der Errichtung einer Weltregierung

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benutzt. Der Islam gehört zu den Figuren im Schachspiel der Rothschilds.

Weil das Christentum eigentlich ein Glaube ist und in seiner ursprünglichen
Botschaft keinerlei Gehorsam gegenüber einer Institution wie der Katholischen Kirche
einfordert, wurde es zur Grundlage der Moderne. Die lockere Grundhaltung der
westlichen Gesellschaften gegenüber der eigenen Religion entstand durch die ständige
Diskussion über die Inhalte der Bibel, die biblischen Warnungen vor Selbstgerechtigkeit
(Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet Mt 7,1), das Pochen auf Toleranz und
das christliche Gebot der Nächstenliebe. So sagte Jesus: Wie ihr wollt, dass die Leute
euch tun sollen, so tut ihnen auch. (Lk 6,31) Immanuel Kant formulierte dieses Prinzip
fast zwei Jahrtausende später in nichtreligiöser Sprache als Kategorischen Imperativ:
Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen
Gesetzgebung gelten könne. Die freiheitlichen Ansätze des Christentums und dessen
ständige Hinterfragung schufen die perfekten Voraussetzungen für die Aufklärung,
die die religiösen Dogmen der Kirchen hinwegfegte und das Naturrecht jedes
Menschen betonte. Ob die wahren Lehren Jesu im Wesentlichen mit denen der
Aufklärung übereinstimmen, kann man heute schwer sagen. An dem Originaltext der
Bibel sind eine Vielzahl von Änderungen vorgenommen worden. Päpste beauftragten
Kirchenlehrer, neue, der Katholischen Kirche genehme, lateinische Übersetzungen
der Bibel zu verfassen. Auch die gut gemeinten Übersetzungen in andere Sprachen
haben die Botschaft Jesu möglicherweise verzerrt. Es gab bis ins vierte Jahrhundert
ungefähr 80 Evangelien, voller sich teils widersprechender Aussagen von Autoren, die
Erzählungen niederschrieben, ohne zur Zeit Jesus gelebt zu haben. Vier davon wurden
schlussendlich willkürlich ausgewählt und zur „göttlichen Offenbarung“ erklärt. Alle
anderen Evangelien wurden von der Römischen Kirche als Irrlehre verdammt, da
sie nicht ins Konzept passten.”* Selbst wenn jeder Satz der Jesus-Geschichte von
den Katholiken verändert worden wire: Jesus wurde vom Römischen Staat ans
Kreuz genagelt! Die Passion Christi sagt uns eindeutig, dass der Staat Menschen
verurteilt, die es nicht verdient haben. Auch wenn sich die Bibel oft widerspricht,
kann man vor allem in der Leidensgeschichte eine klare libertire Botschaft erkennen.
Ob der Libertarismus und die Rebellion gegen das Romische Imperium sowie gegen
die korrupten Pharisier in Wahrheit die Kernbotschaft Jesu war, lässt sich heute kaum
noch überprüfen. Es ist zumindest nicht auszuschließen. Erstaunlicherweise wurden
auch Mohammed in den Schriften unrealistische Wundertaten wie die von Jesus
nachgesagt, z.B. die Teilung des Mondes und das Wunder der Heilung. Mir scheint es
so, als hätte die Römische Kirche Jesus diese ,,Superkrifte” angedichtet, um von seiner
libertiren Botschaft abzulenken und ihn zu einem Religionsfiihrer wie Mohammed zu
machen.

Kein Zweifel besteht daran, dass Mohammed keinerlei libertire Botschaft hatte.
Jesus starb als gedchteter Staatsfeind am Kreuz, Mohammed als gefeierter Staatsmann
im Bett. Er betrachtete sich als legitimen Nachfolger Jesu, konnte jedoch mit dessen
unrithmlichem Ende nichts anfangen. Er leugnete im Koran sogar, dass Jesus gekreuzigt
worden war, weil er glaubte, die gottgefillige Sache würde stets über den Gegner
triumphieren. Fiir Christen bedeutet der gekreuzigte Heiland die Solidaritit Gottes

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mit dem unschuldig Leidenden. Jesus ist nach irdischem Maßstab gescheitert, weil
er nicht zu den Waffen gegriffen und sich nicht auf die Logik der Macht und Gewalt
eingelassen hat. Macht, Sieg und Erfolg sagen im Christentum über die Gerechtigkeit
einer Sache nichts aus. Der Koran trifft die genau entgegengesetzte Wertentscheidung:
Der militärische Sieg gilt als Beweis für Mohammeds Sendung und für die Wahrheit
der islamischen Lehre. Wahr ist, was siegt!”“

So, wie sich der Sozialismus sich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis
widerlegen lässt - der Trabbi aus der DDR im Vergleich zum Mercedes in der BRD ist
ein sehr einleuchtendes praktisches Beispiel - , so lässt sich auch praktisch feststellen,
dass ein Buch wie der Koran, der zum Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen aufruft,
in der Realität zu blutigen Eroberungsfeldzügen gegen die Ungläubigen führte. Klar
führten auch Christen Kriege, doch taten sie das mit dem großen Unterschied,
dabei nicht Gottes Willen zu erfüllen. Wirkte die Lehre Jesu eher hemmend auf
die christlichen Eroberer, stachelte der Islam seine Kämpfer noch mehr an. In der
ersten - arabischen - Welle des Dschihad wurden die arabische Halbinsel, Palästina,
Syrien, Kleinasien, Mesopotamien, Persien, Armenien, Afghanistan, Nordafrika
und Spanien erobert. In den Ländern, die unter islamische Herrschaft gerieten, war
Tötung, Versklavung und Brandschatzung an der Tagesordnung. Sicher waren diese
Methoden keine exklusiven Erfindungen des Islam, doch die Maßlosigkeit der von
den islamischen Theologen zur Norm erhobenen Verwüstungen unterschied den
Dschihad von vorhergegangenen Eroberungskriegen und Beuteziigen.’”> Wie die
demokratischen Kriege (siehe S.48 f.) diente auch der Dschihad zur Verbreitung einer
„universellen Idee“, wurde deshalb nicht als privater Feldzug eines psychopathischen
Königs angesehen und wirkte deshalb nicht mäßigend, sondern radikalisierend auf die
Dschihad-Krieger. Nichtmuslime wurden von den islamischen Eroberern gezwungen,
entweder horrende Steuern zu zahlen oder zum Islam zu konvertieren. Erst durch
die Drohung der islamischen Eroberer sahen sich Millionen Menschen gezwungen,
zum Islam überzutreten. Ohne den staatlichen Zwang wäre der Islam heute keine
Weltreligion. Mohammed verkaufte seine Religion an die arabischen Beduinen, die
einen großen Teil der Bewohner der Halbinsel stellten und die eine ständige Plage
für die sesshafte Bevölkerung gewesen waren. Die Beduinen waren ein räuberisches
Nomadenvolk, das kaum mehr konnte, als Menschen totzuschlagen. Das konnten
sie aber besonders gut. So lebten sie lieber vom Besitz der zivilisierten, sesshaften
Bevölkerung, die anstatt von Raub von den Früchten ihrer Arbeit lebte. Die Beutegier
und der Blutdurst dieses primitiven Barbarenvolks, gepaart mit dem eingeimpften
religiösen Fanatismus, wurde zu einer schlagkräftigen Waffe.?°

Der Krieg der Nomaden gegen die Sesshaften ist eine Konstante der Weltgeschichte,
spätestens seit der Verbreitung des Ackerbaus, und es gibt vielleicht keinen anderen
identifizierbaren Einzelfaktor, der die Entwicklung der Zivilisation so lange und
nachhaltig gehemmt hat wie die Kriegszüge beutegieriger Nomadenvölker. Mohammed
war der einzige Religionsstifter, der diese Form der Barbarei für sein Missionsprojekt
einspannte. Der Islam vermochte es, die bis dahin unkoordiniert raubenden
arabischen Beduinen zu einer systematisch agierenden Streitmacht zu formen.

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Mohammeds Lehren führten zur „Sakralisierung der Barbarei“ sowohl der
arabischen und später der türkischen Nomadenstämme. Die Nomaden kämpften,
raubten, mordeten, brandschatzten und versklavten wie bisher, sie taten es nun aber
im Namen Allahs und mit dem Anspruch, den wahren Glauben durchzusetzen.” Die
einzige Profession der Nomadenvölker bestand darin, Juden und Christen auszubeuten,
und sie danach zur Konvertierung zu zwingen. Für die Erhaltung und Expansion
ihrer islamischen Herrschaft konnten sie auf das Wissen und die Fähigkeiten der
Ungläubigen jedoch nicht verzichten. Christliche und jüdische Lehrer, Architekten,
Ärzte, Bauern wurden von den Nomaden wirtschaftlich ausgepresst und ihr Wissen
für die Verbreitung des Islam missbraucht. Die Ausbeutung ist der Motor des Islam,
deshalb funktionierte seine Expansion auch nur, solange es genug Ungläubige zum
Ausbeuten gab. Den Eroberungen der Araber und Türken folgte keine Phase der
Konsolidierung, in der die schöpferischen Kräfte des Islam sich hätten entfalten
können. Für die Osmanen, die nicht erst mit der Eroberung Konstantinopels im Jahre
1453 die Araber als Träger des Dschihad abgelöst hatten, machte sich die Geist- und
Wissenschaftsfeindlichkeit des Islam - vom 16. Jahrhundert an, zunächst schleichend,
dann immer deutlicher - störend bemerkbar in ihrer Unfähigkeit, mit den Armeen
Europas technisch Schritt zu halten. Bereits die Eroberung Konstantinopels wäre
ohne die Arbeit ungarischer Kanonengießer - also europäischer Christen - nicht zu
bewerkstelligen gewesen. Die technologische Rückständigkeit der islamischen Welt
stellte im 15. Jahrhundert noch keinen entscheidenden strategischen Nachteil dar.
Die ähnlich rückständige und wissenschaftsfeindliche Katholische Kirche hatte die
Entwicklung der christlichen Gesellschaften ebenfalls gehemmt. Spätestens im 19.
Jahrhundert nach der Aufklärung und der Industriellen Revolution im Westen
wurde den islamischen Führern klar, dass sie sich nicht mehr militärisch mit
der westlichen Zivilisation anlegen konnten. Der offensive Dschihad war damit
zwangsläufig beendet. Der Islam stürzte in eine schwere Krise.

Geist- und Wissenschaftsfeindlichkeit, Ausbeutung, Unterdrückung, Millionen
Tote, keinerlei Fortschritt; eine krude Ideologie und Demagogen, die sie mit Lügen
und Doppelmoral verteidigen. Klingelt da was bei Ihnen? Richtig: Die Parallelen
zwischen Islam und Kommunismus sind unverkennbar. Man könnte auch sagen,
wir haben es bei Islam und Kommunismus mit ähnlich geartetem antikapitalistischem
Aberglauben zu tun. Überall, wo der Islam und der Kommunismus herrschten,
konnte keine komplexe, arbeitsteilige Wirtschaft entstehen bzw. ihre Entwicklung
wurde stark eingeschränkt. Beide Aberglauben warfen die von ihnen erfassten Gebiete
zivilisatorisch zurück und waren Sand im Getriebe der Moderne. Der Aberglaube an
die Katholische Kirche wurde im Westen zu großen Teilen vom Aberglauben an
den Sozialismus ersetzt, wobei die Katholische Kirche den Sozialismus unterstützt
und andersherum. Auch die Evangelische Kirche vertritt keine Reformbewegung
zugunsten der wahren Lehre Jesu, schließlich ist sie ja eine „Kirche“ und ihre Anhänger
folgen einer „Religion“ (siehe S.203). Dennoch hängt der Irrglaube an den Sozialismus
nur bedingt mit der christlichen Religion zusammen. Wer in unserer modernen,
westlichen Welt an Jesus glaubt, wird teilweise belächelt. Wer jedoch an den Sozialstaat

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glaubt, kriegt normalerweise Zuspruch. Der mächtige deutsche Staat ist deshalb nicht
so eng mit der deutschen Kirche verknüpft wie der mächtige saudi-arabische oder
iranische Staat mit dem Islam. Kritik am Islam und am Sozialismus ist in der heutigen
Zeit einfach dringender als Kritik an der christlichen Kirche, da die westlichen Kirchen
stetig an Einfluss verlieren. Da das Christentum in seiner ursprünglichen Botschaft
so undogmatisch, unreligiös und tolerant ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis es
sich in den libertären Lehren der Aufklärung auflöste. Leider wurden die Lehren der
Aufklärung wieder von dem Rothschild-finanzierten Kommunismus kaputtgemacht.

F.2. Islam und Kommunismus - Natürliche Verbündete

Da Islam und Kommunismus sich so ähnlich sind, war es nur logisch, dass sie
eine symbiotische Verbindung miteinander eingingen. Da die alternativen Medien
die USA heute unaufhörlich als Drahtzieher des islamistischen Terrors schelten,
gerät in Vergessenheit, dass es definitiv die Sowjets waren, die mit dem Aufbau
eines internationalen Terrornetzwerks begonnen hatten. Sejna (siehe S.69 ff.)
berichtete, dass die Organisation des internationalen Terrors zu Beginn der Phase 2 der
kommunistischen Langzeitstrategie begann. Im Jahr 1964 beschloss das sowjetische
Politbüro, die Ausgaben zur Unterstützung des Terrorismus‘ um 1000 Prozent zu
erhöhen. Die kommunistischen Geheimdienste, vor allem die 3. Direktion des
sowjetischen GRU, begannen in mehreren Ostblockstaaten mit dem Aufbau der ersten
Ausbildungslager für Terroristen und Guerillakämpfer aus aller Welt und bemühten
sich gleichzeitig, die unter ihrer Aufsicht stehenden Terrorbewegungen mit Agenten
und Spionen zu unterwandern.?” Der GRU-Überläufer Viktor Suworow beschrieb
dies so: Die Taktik der GRU gegenüber Terroristen ist relativ einfach: Man gibt ihnen keine
Anweisungen und sagt ihnen auch nicht, was sie tun sollen. Sie zerstören die westliche
Zivilisation, und sie wissen, wie sie dies anstellen müssen, deshalb soll man sie ohne kleinliche
Überwachung gewähren lassen. Es gibt in diesen Gruppen genügend Idealisten, die bereit
sind, für ihre eigenen Ideen zu sterben, also lässt man sie sterben. Wichtig ist schliefslich
nur, dass man ihnen die Illusion belässt, dass sie vollkommen frei und unabhängig
sind.”® Bis das Ziel der weltweiten Revolution erreicht war, legten die sowjetischen
Strategen keinen besonderen Wert darauf, welche Ausrichtung eine Terrorgruppe nun
exakt hatte, solange sie sich gegen Amerika und den Kapitalismus richtete. Die erste
islamische Gruppe, die von Moskau im Kampf gegen den Westen finanziert wurde,
war die PLO (Palestine Liberation Organization). Jassir Arafat wurde im Jahr 1967
Führer der PLO, dessen eigene Gruppe Al Fatah den Kern der neuen Organisation
bildete. Die PLO war eine Dachorganisation für mehrere Gruppen, die gemeinsam
gegen Israel kämpften. Dass vielen Palästinensern ab der Gründung Israels bis zum
heutigen Tag großes Unrecht geschah, ist nicht zu bestreiten. Sie haben gute Gründe,
sich gegen das zionistische Regime aufzulehnen. Doch wohin soll die Rebellion der
Palästinenser führen, wenn die Gruppen, die sie vertreten, alle eine marxistisch-
islamistische Ausrichtung haben und von Moskau mit Ausbildung, Waffen und
medizinischer Hilfe unterstützt werden? In den 1970er-Jahren eröffnete die PLO ein

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Büro in Moskau, über das der ständige Kontakt zur Nahostabteilung des sowjetischen
Außenministeriums gehalten wurde, mit dem alle wichtigen Entscheidungen der
PLO abgesprochen wurden.“ Der Chef dieses Büros wurde sehr deutlich, was
das Verhältnis zwischen Jassir Arafats PLO und der UDSSR anging: Zwischen der
UDSSR und der PLO gibt es eine vollständige politische Koordination. Im Verlauf
des Besuches von Arafat in Moskau 1980 wurde völlige Übereinstimmung erzielt über eine
Koordination auf allen Gebieten von gemeinsamen Interesse. Diese schriftliche Abmachung
wurde inzwischen in die Praxis umgesetzt.”? Die Einspannung der palästinensischen
Terrorgruppen in die Weltrevolution der Kommunisten war kaum zu übersehen. Die
internationalen Medien kehrten die Rolle Arafats als Quasi-KGB-Agent jedoch unter
den Tisch. Arafat ließ während einer Rede vor einer sowjetischen Delegation in Beirut
1982 verlauten: Wir schauen zu euch auf, Genossen, dem Zentralkomitee der KPdSU
und dem sozialistischen Block, voller Hoffnung, als Freund zu Freund [...] in der
Frage der Befreiung und des Fortschritts in der Welt.“” Eine marxistische Terrorbande
wie die PLO bekam im Westen dennoch genug Anerkennung für ihren tapferen Kampf
gegen die israelischen Besatzer. Wie in Tschetschenien (siehe S.95 ff.) machten die
russischen Geheimdienste Vertreter einer radikalen Ideologie zum Sprachrohr des
palästinensischen Volkes, das nur seine Freiheit und Unabhängigkeit forderte.
Der entscheidende Widerspruch zwischen Islam und Marxismus ist natürlich,
dass der Marxismus die Ausübung jeder Religion verbietet. Warum bekämpften
und beschimpften die Islamisten trotz alledem immer den kapitalistischen
Westen, in dem Religionsfreiheit herrscht? Auch die islamistischen Kämpfer waren
für Moskau nur „nützliche Idioten“, die man zum Zweck der Weltrevolution einfach
instrumentalisieren konnte. Im Falle des Erfolgs der Langzeitstrategie würden die
Islamisten aus dem Verkehr gezogen werden.

Die PLO wurde zum Geburtshelfer der islamischen Revolution, die 1979 im
Iran erfolgreich verlief. Die iranische Revolution stellt ein Musterbeispiel dafür dar,
wie sich Islam und linke Ideologien perfekt ergänzen. Die Werke des Marxisten Ali
Shariati fanden im Iran zur Zeit des Schahs große Verbreitung. Für ihn zeigte der Islam
den Weg zur Befreiung vom Kolonialismus, Neokolonialismus und Kapitalismus. Er
beteiligte sich an einer Gruppe, die sich „Bewegung der Gott ergebenen Sozialisten“
nannte. Der Cheftheoretiker dieser Gruppe, Abolgassem Shakibnia, behauptete,
dass es der Prophet Mohammed gewesen sei, der den Sozialismus erfunden und
noch in seiner Zeit auf der arabischen Halbinsel eingeführt habe.*® Linke und
Islamisten schlossen sich zum Kampf gegen die Despotie des Schahs zusammen,
der - als Marionette am Faden des Westens sein Land ausbeutete (siehe S.213). In
diesem Fall waren es die Islamisten, die die Linken Revolutionäre hintergingen. Der
islamistische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini verstand es, den Eindruck zu
vermitteln, dass er selbst nur eine Integrationsfigur sei und sich samt seinen Kollegen
nach dem Erfolg der Revolution wieder in die Moschee zurückziehen werde. Um die
äußerliche Einheit der revolutionären Bewegung zu erhalten, unterließ er es zunächst,
seine Vorstellungen des Gottesstaates zu verkünden, den er später errichten sollte. Er
versprach die Beibehaltung des Gesellschaftssystems, demokratische Freiheiten und die

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Gleichberechtigung von Mann und Frau.*”® Das trug ihm breite Zustimmung, u.a.
von den iranischen Frauen, ein. Nachdem Khomeini seinen Gottesstaat errichtet hatte,
entpuppten sich seine liberalen Versprechungen als Schall und Rauch. Die linken und
auch die liberalen Revolutionäre wurden in einer umfassenden Verfolgungswelle, die im
ganzen Land Tausende von Opfern forderte, kaltgestellt. Ob die linken oder islamischen
Revolutionäre sich durchgesetzt haben, spielt indes kaum eine Rolle, da das Ergebnis
in beiden Fällen ein rückständiges Land mit einer unterdrückten Bevölkerung gewesen
wäre. Sogar der Personenkult um die islamistischen Revolutionsführer Khomeini und
Chamenei ist dem Personenkult um Lenin zum Verwechseln ähnlich.

Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer schreibt hierzu: 1972 unterschrieben
Ayatollah Khomeini und Arafat im irakischen Nadschaf eine Vereinbarung,
der zufolge islamische Kämpfer in Lagern der Fatah im Südlibanon ausgebildet
werden. Beinahe jeder spätere Führer der iranischen Revolution durchlief eines
dieser Trainingscamps: vom Sohn des Ayatollah, Ahmad Khomeini, bis hin zu Mustafa
Chamran, dem ersten Kommandeur der Pasdaran. Als der Schah am 16. Januar 1979 aus
dem Iran floh und Khomeini zwei Wochen später in das Land zurückkehrte, überraschte
es niemanden, dass der iranische Revolutionsführer das erste Telefonat von seinem Büro
aus mit Arafat fiihrte.*** Der zur CIA übergelaufene Revolutionswächter Reza Kahlili
(Deckname) erzählte: Von meinem Kommandanten, Rahim, habe ich erfahren, dass
Revolutionswiichter in einem chinesischen Militdrstiitzpunkt ausgebildet werden, und die
Sowjets unterstützen die Mullahs beim Aufbau ihrer Geheim- und Sicherbeitsdienste.
Sie tragen letztlich die Verantwortung dafür, dass im Evin-Gefingnis gefoltert wird und
dass man Liigendetektoren und Wahrheitsdrogen einsetzt. Und dort sperrt man nicht nur
Staatsfeinde ein, sondern alle politischen Abweichler, von Journalisten bis zu halbwiichsigen
Mädchen. [...] Ich habe gesehen wie sich sowjetische Diplomaten und Geschäftsleute
mit hochrangigen Vertretern der islamischen Regierung trafen.“

Khomeini näherte sich nach seiner Machtübernahme allmählich dem antiwestlichen
russisch-chinesischen Block an. Heute ist das iranische Mullah-Regime neben Saudi-
Arabien einer der wichtigsten Sponsoren des islamischen Terrors in der Region.

F.3. Wisnewskis Reise in den Iran

Am 19. April reiste Gerhard Wisnewski mit einer Reisegruppe von 16 deutschen
Journalisten, Filmemachern, Künstlern und Intellektuellen in den Iran. Den Iran zu
journalistischen Zwecken zu besuchen, ist sicher keine falsche Entscheidung. Auch
dass die vom iranischen Staat finanzierte Webseite „muslim-markt.de“ die Reise
organisierte und vermutlich auch sponserte, ist moralisch vertretbar, solange man
sich nicht von deren großzügiger Geste beeinflussen lässt. Als politisch interessierter
Mensch lechze ich natürlich nach einem neutralen Bericht über den Iran, denn die
sozialistischen Mainstream-Medien aus Deutschland würden sicher auch negativ über
den Iran berichten, wäre er ein libertäres Paradies ohne staatliche Zwänge. Wisnewski
bekam obendrein das Privileg, dem damaligen Präsidenten Ahmadinedschad in einer
Privataudienz die Hand zu schütteln. Ich hatte dennoch die Hoffnung, dieser Flirt mit

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der iranischen Regierung würde Wisnewski nicht bei seiner Berichterstattung blenden
lassen.

Die allgemein verbreitete Meinung über journalistische Standards im Westen,
ist in etwa folgende: Da Informationen von Menschen immer subjektiv aufgenommen
und vermittelt werden, kann man sich dem Ziel ‚Objektivität‘ im Journalismus nur
nähern, es aber nie vollständig erreichen.“ Das ist leider das Problem am „objektiven“
Journalismus. Da ein Kommunist den Kommunismus für die beste Staatsform hält,
ist eine positive Berichterstattung über ein kommunistisches Land in seinen Augen
„objektiv“. Anstatt auf „objektive“ Berichterstattung zu pochen, sollte der moderne
Journalismus des 21. Jahrhunderts vielmehr Wert darauf legen, ob ein Bericht
„falsch“ oder „wahr“ ist. Da es nun mal die Wahrheit ist, dass jeder Mensch der
vollständige Besitzer seines eigenen Körpers ist, muss „wahre“ Berichterstattung
auch libertäre Berichterstattung sein. Wisnewski legte diese libertären Standards an
seinen Bericht über den Iran nicht an. Somit schlichen sich leider einige Unwahrheiten
in seinen Reisebericht. Fast exakt drei Jahre nach Wisnewskis Reise bekam ich selbst
die Möglichkeit, den Iran, auf Einladung eines Freundes, zu bereisen und mir selbst ein
Bild des islamischen Gottesstaats zu machen. Ohne Details über Wisnewskis zehntägige
Reise zu kennen, meine ich, den Iran besser kennen gelernt zu haben als Wisnewski,
da ich bei einer iranischen Familie unterkam und mein Freund die persische Sprache
beherrschte. Da Wisnewski wohl von Vertretern der Regierung durch das Land geführt
wurde, glaube ich nicht, dass er viel Kontakt zum persischen Mittelstand hatte, der
sich ihm gegenüber offen und ehrlich über die iranische Politik hätte äußern können.
Kaum ein Iraner beherrscht die englische Sprache. Als europäischer Ausländer ist es
trotz der persischen Gastfreundlichkeit sehr schwer, mit Fremden in Kontakt zu treten.
Es scheitert meist an der Sprache.

Die wichtigste historische Lektion über den Iran, wird von Wisnewskis Reisebericht
nicht angesprochen: Die meisten Iraner sind Perser und Perser sind keine Araber!
Perser sind eine ethnische Gruppe, deren Geschichte über ein Jahrtausend
weiter zurückreicht als die des Islam. Die persische Kultur war in jeder Hinsicht
fortschrittlicher als die islamische Kultur, von der sie 651 n. Chr. erobert wurde.
Die Perser waren ein sesshaftes, zivilisiertes Händlervolk, in deren Reich kultureller
und wissenschaftlicher Fortschritt einen deutlich größeren Nährboden fand als in
islamischen Gesellschaften. Die Eroberung durch die arabischen Barbaren bedeutete
den tiefsten Bruch in der damals schon über ein Jahrtausend alten Geschichte Irans.
Die anerkannte Religion der Perser war vor der arabischen Eroberung der
polytheistische „Zoroastrismus“, der mehr dem griechischen Hellenismus oder
den babylonischen Mysterien-Religionen glich als dem Islam. Die Islamisierung
der Perser wurde, wie für die Araber üblich, mit Gewalt durchgesetzt. Wer nicht
zum Islam übertrat, musste mit extremen Einschränkungen seines Besitzes oder seiner
Freiheit rechnen. Da die persische Kultur wenig mit der arabischen zu tun hatte und
die Araber die Perser damals unterwarfen, müssen die Perser und Araber historisch
als grundsätzlich feindliche Gruppen aufgefasst werden. Die Perser wurden
Opfer einer gewaltsamen Islamisierung, und sie sind es bis heute. Das Festhalten an

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (212)
persischen Bräuchen und Traditionen sowie an der persischen Sprache zeigte die starke
Widerstandsfähigkeit des persischen Volks gegenüber seinen islamischen Ausbeutern.
Die Perser werden seit über einem Jahrtausend trotz gelegentlicher Comebacks der
persischen Kultur vom Islam okkupiert. Dass es nach so einer langen Zeit der
islamischen Dominanz im Iran Millionen von überzeugten Muslimen gibt, ist
logisch, da die heutigen Muslime nicht wissen oder ausblenden, dass ihre Vorfahren
die Religion nur aufgrund von Zwang angenommen haben. Ich konnte bei meiner
Reise feststellen, dass tiefgläubige Muslime eindeutig nicht die Mehrheit der
iranischen Bevölkerung darstellen. Es überwiegt die fortschrittliche persische Kultur,
deren Einfluss dafür sorgt, dass der Iran - im Vergleich zu anderen islamischen Staaten
- so modern, urban und zivilisiert erscheint. Nachdem ich in vielen Gesprächen
festgestellt hatte, dass kein einziger meiner Gesprächspartner ein gutes Wort über die
Regierung fand, kam ich zu der Erkenntnis: Der Iran ist bis heute ein vom Islam
okkupierter Staat. Vor allem die vielen jungen Menschen - über 40 Prozent der
Iraner sind unter 25 - haben genug vom Islam und streben nach mehr politischer
Freiheit. Ich habe keinen Schüler oder Studenten getroffen, der ernsthaft an den
Islam glaubte. Die Religion wird den jungen Persern staatlich aufgezwungen, so
wie es schon 651 n. Chr. nach dem Sieg der Araber der Fall war. Wisnewski liegt
deswegen falsch bei der Einschätzung seines Besuchs bei dem zutiefst islamgläubigen
Präsidenten Ahmadinedschad: Wer einem Staatspräsidenten einen offiziellen
Besuch abstattet, besucht in erster Linie das Volk, das er repräsentiert, und erst
in zweiter Linie die Person. [...] Wie wären die Reaktionen ausgefallen, wenn wir
Ahmadinedschad auf irgendeine Weise angegriffen oder brüskiert hätten? Antwort:
Natürlich hätte es einen Aufschrei im Iran gegeben, und zwar einen Aufschrei der
ganz normalen Bürger, von denen viele sich von Ahmadinedschad vertreten fühlen.
Daher war diese Reise in allererster Linie eine Reise zu den Menschen Irans.“°
Falsch! Eine verächtliche Geste Wisnewskis, z.B. die Weigerung, Ahmadinedschad die
Hand zu schütteln, hätte ihm großen Beifall aus der iranischen Bevölkerung beschert -
vor allem von den jungen Menschen. Die Frage ist eher, wie Ahmadinedschad reagiert
und was er mit Wisnewski gemacht hätte?

So wie die Mehrheit der Deutschen sich nicht von Angela Merkel vertreten fühlt,
fühlten sich höchstwahrscheinlich noch weniger Iraner von Ahmadinedschad vertreten.
Harte Kritik gegen Angela Merkel fällt in Deutschland tendenziell eher auf fruchtbaren
Boden bei der Bevölkerung und nicht anders stellte es sich bei Ahmadinedschad dar.
Doch im Gegensatz zu den Iranern unterstützt die Mehrheit der Deutschen die
Demokratie und den Sozialismus. Das tut sie zwar zu Unrecht, doch immerhin
repräsentiert die demokratisch gewählte Regierung bei uns den Willen des -
verdummten - Volkes. Im Iran ist es nicht mehr möglich, eine nichtislamische
Regierung zu wählen, obwohl über die Hälfte der Bevölkerung den Islam nicht
ernst nimmt. Deshalb ist es im Falle des Iran passender von einer ,,Fremdherrschaft” zu
sprechen. Leider tut Wisnewski in seinem Reisebericht so, als ob die islamische Kultur
tief in der iranischen Bevölkerung verwurzelt sei und das Tragen des Kopftuches auf
einem kulturellen Konsens beruhe. Wisnewski schreibt über die vom Staat erzwungene

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Verhüllung der Frau: Aber wie passt der Tschador [Schwarzer Umhang für Musliminnen,
Anm. d. Autors] zu einem angeblich so modernen Staat? Zumal die iranische Gesellschaft
offenbar gar nicht so priide ist, wie es den Anschein hat. [...] Nun, es wird Zeit, den
verteufelten Tschador oder die Verhiillung der Frau einmal in einem anderen Licht zu
betrachten. An erster Stelle ist der Tschador nicht heiß und stickig, sondern wiegt fast nichts
und ist aus überaus leichtem und luftigem Stoff gewebt. Zweitens hat die Verbiillung der
Frau weniger mit Priiderie zu tun als vielmehr mit der Abgrenzung von Frau und Familie
gegenüber anderen Männern und Familien: Ist es im Westen nicht manchmal lästig, wenn
sexuelle Spannungen zwischen Menschen entstehen, zwischen denen sie nicht entstehen
sollten? Wenn jemand plötzlich die Freundin des besten Freundes erotisch anziehend findet?
Oder wenn ein Ehemann die Frau eines anderen begehrt? Die Verwicklungen, die daraus
entstehen, sind wohl jedermann bekannt: Seitenspriinge, Eifersuchtsdramen, Scheidungen,
Scheidungskinder, finanzieller Ruin eines geschiedenen Partners usw. Nach dem Motto ‚Was
ich nicht weiß, macht mich nicht heiß‘ werden diese Spannungen und Begebrlichkeiten
vom Islam bekämpft, bevor sie überhaupt entstehen können. Sämtliche weiblichen Reize
einschließlich des Haars werden ausgeblendet. In der Regel weiß der muslimische Mann
nicht, was ein anderer Mann ‚da hat‘, und der andere weiß nicht, was er ‚hat‘. Die Frau
ist sozusagen eine ‚Black Box‘. Daher gibt es auch weniger Unzufriedenheit, und zwar bei
Mann wie Frau.“” Tja, diese einleuchtende Erklärung von Islamkenner Wisnewski lässt
das Kopftuch und die Verschleierung der Frau in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Dummerweise verteidigten bei meiner Reise in den Iran weder ein Mann noch
eine Frau die Zwangsverschleierung mit diesen Argumenten. Die meisten Frauen,
die ich kennen lernte, trugen das Kopftuch, weil sie es mussten. Sobald sie nach Hause
kamen, wurde es so schnell wie möglich abgelegt. Auch bei Reisen in andere Länder
legen die angeblich so gläubigen iranischen Frauen das Kopftuch ab, sobald
sie ins Flugzeug gestiegen sind. Wisnewski hat Recht, wenn er sagt, die Iraner
seien gar nicht so prüde. Genau deshalb wollen die meisten Iraner das Kopftuch
ja nicht. Die Iraner, mit denen ich sprach, wünschten sich die Zeiten der Schah-
Regierung zurück, in der sich Frauen am Strand mit Bikini zeigen durften. Unter
dem Schah wurde der Islam fast vollständig aus dem öffentlichen Leben verdrängt
und die meisten Iraner waren zufrieden damit. Der Schah liberalisierte das Land und
stärkte die Rolle der Frau. Die „Starke Frau“, die eine Ent-Islamisierung meist mit sich
bringt, ist laut Wisnewski jedoch auch im Koran verwurzelt: [...] erstens beruht die
islamische Religion zu einem großen Teil auf ‚starken Frauen‘, wie etwa der verehrten
Mohammed-Tochter Fatima, für die Moscheen gebaut wurden und deren Todestag
Jahr für Jahr inbrünstig begangen wird. Und zweitens: Welche (Männer-)Gesellschaft
könnte auf Dauer ernsthaft gegen die Frau existieren? Wisnewski macht es sich sehr
leicht, wenn er von der Tochter des Propheten auf den Status der durchschnittlichen
islamischen Frau schließt. Für die Geringschätzung der Frau in der islamischen Kultur
finden wir im Koran selbstverständlich auch das passende Fundament. Um nur einen
von vielen möglichen Koranversen zu zitieren, hier Sure 4, Vers 34: Die Männer stehen
über den Frauen, weil Gott sie ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von
ihrem Vermögen gemacht haben. Und die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben

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und geben Acht auf das, was verborgen ist, weil Gott Acht gibt. Und wenn ihr fürchtet, dass
Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn
Sie euch gehorchen, dann unternehmt nichts gegen sie! Gott ist erhaben und groß. Der
Grund, warum das Thema „Frau“ besonders ausführlich im Koran behandelt wird, ist
dessen Zusammenhang mit der zentralen koranischen Norm des Dschihad, da Frauen
durch die Einhaltung der islamischen Regeln ihre eigene Unterwerfung unter die
Gebote des Islam signalisierten. Eine Frau ohne Verschleierung zeigt klar an, dass sie
nicht an den Islam glaubt und kann bestraft werden. Der Glaube oder Nichtglaube an
Jesus kann nicht anhand der Einhaltung bestimmter religiöser Rituale nachgewiesen
werden, weshalb das Christentum eher Glaube als Religion ist. Der muslimische Mann
darf seine Frau als Eigentum betrachten. Mohammed persönlich nahm Frauen als
Kriegsbeute und verleibte sie seinem Harem ein. Die Aussage, der Koran habe
nichts mit der Geringschätzung der Frau in islamischen Ländern zu tun, hält keiner
Prüfung stand. Dass iranische Frauen, wie Wisnewski richtig erkennt, emanzipierter
und moderner sind, als man es sich als Westler vielleicht vorstellen würde, ist kein
Verdienst des Islam. Iranische Frauen werden von ihren Männern trotz des Islam und
wegen der persischen Kultur hochgeschätzt. Nur die islamische Regierung behandelt
die Frauen geringschätzig, indem sie zur Verschleierung ihres Kopfes gezwungen
werden. Dass die meisten Frauen darauf keine Lust haben, wurde mir bei meiner Reise
von mehreren Frauen versichert. Andere Einschränkungen der Bürgerrechte, die für
beide Geschlechter gelten, erwähnt Wisnewski in seinem Bericht nicht - so z.B. das
Verbot von Alkohol oder Glücksspiel. Wisnewskis Überschrift Frauenunterdrückung
Fehlanzeige“ führt den Leser hinters Licht, denn die meisten iranischen Männer
unterdrücken ihre Frau tatsächlich nicht, der iranische Staat tut es sehr wohl!
Ahmadinedschad hielt bei seiner Privataudienz eine Rede für Wisnewskis
Reisegruppe. Wie immer verlor er darin kein einziges kritisches Wort über
religionsfeindliche Regime wie China, die einem Islam-Anhänger doch eher missfallen
sollten als der für alle Religionen offene Westen. Als Übeltäter identifizierte
Ahmadinedschad ausschließlich das Finanzsystem und die globalen Kapitalisten:
[...] dass die Krise das Ergebnis der Handlungen von Gewalttätern und derjenigen ist, die
immerwährend Kapital anhäufen und horten. Die einfachen Leute haben keinen Anteil
daran. Und nun wollen genau diejenigen, die für die Entstehung der Krise verantwortlich
sind, diese meistern. Anstatt den Kapitalisten das gehortete Vermögen, das sie von
den einfachen Leuten geplündert haben, zu entziehen und es ihren rechtmäßigen
Eigentümern zurückzugeben, greifen sie wieder in die Taschen der Menschen und
versuchen damit Herr der Wirtschaftskrise zu werden. [...]*° Marxist oder Islamist?
Ahmadinedschads Rede hätte auch von Che Guevara gehalten werden können.
Wisnewski kommentiert: Nun, das sind Worte, die wohl auch viele Menschen im Westen
unterschreiben könnten.“ Wer sich allerdings einmal mit den einfachen Leuten in Teheran
unterhält, wird feststellen, dass diese sich alle nach der Freiheit der kapitalistischen
Länder sehnen. Viele iranische Eltern sparen Vermögen an, in der Hoffnung, ihre
Kinder später in den freien Westen schicken zu können. Dass die iranische Regierung
verantwortlich für die wirtschaftlichen Missstände im eigenen Land ist, liegt auf der

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (215)
Hand, soll jedoch den Reisegästen so nicht vermittelt werden. Stattdessen müssen mal
wieder der Westen und der Kapitalismus als Sündenbock herhalten.

Wisnewskis überraschter Eindruck von der Fortschrittlichkeit des Irans kann sich
nur einstellen, wenn man erwartet, vom 21. Jahrhundert ins Mittelalter zu reisen: Wer
in den Iran - und speziell nach Teheran reist -, erlebt als erstes einen Kulturschock.
Und zwar nicht, weil der Iran so rückständig, verstaubt und mittelalterlich ist.
Sondern weil das Land so urban, modern und zivilisiert erscheint.|...| Das Netz aus
Straßen und sechs- bis zehnspurigen Autobahnen ist so kompliziert, dass sich selbst Taxifahrer
von einem Ende der Stadt zum anderen durchfragen müssen. |...) In Teheran wechselt sich
die flache Wohnbebauung zusätzlich mit einer Skyline aus modernen Hochhäusern ab.
Aber auch große ‚Wohnsilos‘ gibt es hier [...] Teheran hat eine große Universität, zahlreiche
Museen, ein Stadion für 110 000 Zuschauer und eine hochmoderne Nationalbibliothek
[...] Dazu beherbergt Teheran noch große Teile der iranischen Autoindustrie, von deren
Existenz die meisten hierzulande noch nicht einmal etwas abnen.*’> Wer mit nichts
Großartigem rechnet, kann auch nicht enttäuscht werden. Wenn man glaubt, das
Leben im Iran wäre die Hölle auf Erden, wird man zwangsläufig überrascht sein, wenn
man lachende Frauen sieht oder feststellt, dass auch die Moslems Autos und Häuser
bauen können. Wisnewskis schönender Bericht soll vergessen lassen, dass der Iran
im Vergleich zum Westen im Rückstand ist. Der Lebensstandard der „einfachen
Leute“ ist deutlich geringer als z.B. in Deutschland. Auch das Stadtbild Teherans ist in
keiner Weise schöner als das deutscher Städte. Dazu kommt die Enge und Lautstärke
der Stadt sowie die kaum ertragbare Verkehrssituation, die viele Perser unter massiven
Stress setzt. Beim Vergleich von Städten sollte man als wahrheitsgetreuer Berichterstatter
einfach mit gleichem Maß messen. Teheran ist nur modern, wenn man es nicht mit
westlichen Städten vergleicht.

Die Gefahr eines Atomschlags des Iran wird von Wisnewski heruntergespielt: Aber
was ist mit der iranischen Atombombe? (...] Im Iran ist diese Frage längst geklärt. Spätestens
seit 2005 ist der Bau von Atombomben durch ein Rechtsgutachten (‚Fatwa‘) des
Staatsoberhauptes Ayatollah Ali Chamenei offiziell verboten [...]* Elsässer, der
Wisnewski bei der Reise begleitete, verteidigte den Iran im Compact-Magazin gegen
Israel, da dieser den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben habe und Israel nicht.
Da Iran das Abkommen unterschrieben habe, habe es auch keine Atomwaffen. Da
können wir ja doppelt beruhigt sein! Ein heuchlerisches Religionsoberhaupt, das
ein Milliardenimperium verwaltet, versichert uns, der Iran habe keine Atomwaffen.
Und dann unterschreibt Iran auch noch einen internationalen Vertrag, an dessen
Erfüllung Staaten sich bekanntlich immer halten (siehe S.98 f.). Aber Spaß beiseite:
Das Atomprogramm des Iran würde ohne die Unterstützung Russlands kollabieren!
Das ist der wahre Grund, warum Elsässer es verteidigte. Boris Jelzin erklärte sich 1995
bereit, in das iranische Atomprogramm einzusteigen. Nach der Unterzeichnung des
Buschehr-Vertrags 1995 gestand Jelzin, der Kontrakt enthalte Elemente von beidem
[...] friedliche und militärische Atomtechniken. Jelzins Berater, Alexej Jablokow, wurde
deutlicher: Dank Russland wird der Iran in einigen Jahren in der Position sein, die
Atombombe zu bekommen. Durch die Unterzeichnung dieses Vertrages bewaffnet Russland

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (216)
den Iran.“ Der Verdacht liegt indes nahe, dass Russland den Iran auch direkt mit
Atomwaffen versorgte, so z.B. als 250 Atomsprengköpfe bei der Übergabe von der
Ukraine an Russland nach dem Fall der Sowjetunion spurlos verschwanden. Doch
Aussagen und Indizien zählen für die Putinversteher nicht, solange sie damit Amerika
nicht schaden können.

Ich kann Wisnewskis Gründe für seine Reise in den Iran nachvollziehen. Zur
damaligen Zeit galt der Iran als nächstes Angriffsziel des Westens und der Rufmord
gegen Ahmadinedschad lief auf Hochtouren. Deshalb rechtfertige Wisnewski seine
diplomatische Offensive so: Aber darf man den iranischen Präsidenten überhaupt
besuchen? Ja, man darf; man muss sogar. Denn in Zeiten der Kriegshetze und Propaganda
kommt es umso mehr darauf an, künstlich geschaffene Gräben zu überwinden, um
Spannungen abzubauen. Wer das Bild des Iran und seines Präsidenten den etablierten
Medien überlässt, steht einem bevorstehenden Massenmord gleichgültig gegenüber. Denn
bekanntlich kommt erst die Bild-Zeitung, dann die NATO.“* Klar muss man sich
gegen die realitätsferne Berichterstattung des Mainstreams zur Wehr setzen, der
Ahmadinedschad fälschlicherweise als „Holocaustleugner“ abstempelte und gegen
Wisnewskis Reisegruppe nach ihrer Heimkehr eine Hetzkampagne lancierte, die
vor Doppelmoral nur so strotzte. Leider wirkt Wisnewskis Berichterstattung über
den Iran ähnlich tendenziös in die andere Richtung, da er die Rolle des Islam, die
Einschränkung der Bürgerrechte, den Status der Frau oder die militärische Gefahr
durch den Iran in seinem Reisebericht grob verzerrt. Wer die etablierten Medien
der ,Hofberichterstattung™ bezichtigt und sich selbst als unabhängigen Journalisten
bezeichnet, sollte ein totalitäres Regime wie den Iran und eine totalitäre Religion wie
den Islam nicht so darstellen, wie Wisnewski es macht.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (217)
G. Die Ukraine-Krise
G.1. Steckt Russland hinter der Putsch-Regierung?

Die simple Erzählweise der alternativen Medien über die Ereignisse der
Ukraine-Krise lässt sich in etwa so zusammenfassen: Die USA wollten sich durch
Finanzierung und Unterstützung einer Revolution die Regierung der Ukraine
krallen. Danach solle die Ukraine von westlichen Banken und Ölkonzernen
ausgeplündert werden. Für Russland hätten die USA damit die „Rote Linie“ der
ukrainischen Nationalen Souveränität verletzt. Russland habe keine andere Wahl mehr
gehabt, als sich gegen den westlichen Einfluss in der Ukraine zur Wehr zu setzen. Putin
sei von NATO und EU zur Zurückeroberung gedrängt worden, da sie mit dem Putsch
in der Ukraine an Russlands Grenzen vorrücken wollten. Die US-amerikanischen
Geostrategen hätten die Ukraine schon seit langer Zeit ins Visier genommen. Die
Ukraine sei ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett und ein
geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, so Zbgniew Brzezinski in seinem Buch „Die
einzige Weltmacht“. Andersherum könnte man den Russen auch vorwerfen, dass sie
die Ukraine als den „Dreh-und Angelpunkt“ ihrer militärischen Interessen ansahen und
dort deshalb eine Marionettenregierung unter Janukowitsch einsetzten. Das Argument,
die USA hätten die nationale Integrität der Ukraine mit einer gesteuerten Revolution
verletzt, rechtfertigt auch nicht, dass die Russen die Souveränität der Ukraine mit ihrer
Okkupation der Krim verletzen. Aber Argumente können Sie sich in Debatten mit den
Putinverstehern gleich sparen, denn Kritik an dem von ihnen festgelegten Hergang der
Ereignisse, wird von ihnen als Apostasie vom Glauben an den heiligen Wladimir Putin
verstanden. Sobald man versucht, Logik und Argumente zu bemühen, werden die
Putinjünger wütend und versuchen diese mit Beschimpfungen zu übertünchen. Wer
das Vorgehen Russlands kritisiert wird bei der eingeschworenen Putin-Sekte schnell
zum westlichen Propagandisten gemacht, der die Wahrheit absichtlich leugnet.

Vergessen Sie deshalb alles, was sie von KenFM, Compact, William Engdahl
oder Christoph Hörstel über die Ukraine-Krise gehört haben. Hier ist meine
libertäre und weitaus realistischere Analyse: Dabei ist als Allererstes festzustellen,
dass die Ukraine-Krise auch für viele Nichtkenner der Langzeitstrategie keine große
Überraschung darstellte. Die Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine hatten
bereits 2004 begonnen. Die Ukraine wollte sich im Zuge der sogenannten „Orangenen
Revolution“ aus dem Diktat Moskaus lösen und suchte den Anschluss an den Westen -
so zumindest die offizielle Erklärung. Daraufhin stellte Russland im Winter 2005 nicht
nur die Gaslieferungen an die Ukraine ein, sondern sorgte zudem dafür, dass auch
aus Turkmenistan kein Gas mehr geliefert wurde. Schon damals stellte der russische
Außenminister Sergej Iwanow die Unverletzlichkeit der Grenzen und die territoriale
Integrität der Ukraine in Frage.“'* Dass Russland bereit war, seine Militirmacht nicht
nur innerhalb der eigenen Grenzen zu verteidigen, hatte der Krieg in Tschetschenien
schon gezeigt. Die 1993 ausgearbeitete Militärdoktrin sah die Option vor, militärische
Gewalt zum Schutz russischer Minderheiten im Ausland anzuwenden, was unschwer

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (218)
als Legitimation zu erkennen war, in der näheren Nachbarschaft Russlands, wie z.B.
in der Ukraine, aktiv zu werden.*'® Kenner Russlands wussten schon lange, dass die
russische Führung die Ukraine, vor allem die Krim, historisch als untrennbaren Teil
Russlands ansah. Eine Krise mit militärischem Einschreiten Russlands kam folglich
für Russland-Experten nicht unerwartet, wohlgemerkt eher für „Russland-Experten“
als für „USA-Experten“. Denn einen von der USA inszenierten Putsch hatten wenige
vermeintliche Experten für die US-Strategie auf dem Schirm, wobei sich die Frage stellt,
ob es sich beim ,Euromaidan® überhaupt um eine allein US-gesteuerte Revolution
handelt. Kenner der russischen Machtstruktur hatten dagegen schon lange vor einer
russischen Aggression gegen die Ukraine gewarnt.

Da die sowjetischen Strategen langfristig planten, machte man sich die russischen
Minderheiten in den neuen Staaten nach dem „Untergang“ der Sowjetunion zunutze.
Die Halbinsel Krim gehörte einst den Tataren und dann zum osmanischen Imperium,
1783 wurde sie von Russland okkupiert. Stalin ließ 1944 die dort ansässigen
Krim-Tataren deportieren und siedelte auf der Krim in großem Umfang Russen
an. Die Ukraine war 1922 zur Sowjetrepublik geworden und musste seitdem
Massenmord und Kriegsverbrechen ertragen. 1954 wurde die Krim der Ukrainischen
Sowjetrepublik zugesprochen. Nach dem Zerfall der UDSSR 1991 wurden die 58
Prozent russisch-sprachigen Krim-Bewohner plötzlich zu Ukrainern und sahen sich mit
einer Landessprache konfrontiert, die sie nicht verstanden. Die Spannungen zwischen
den Ukrainern und der russischsprachigen Bevölkerung, die sich meist weniger mit
dem neuen Staat „Ukraine“ als mit der alten Sowjetunion identifizierten, sollten den
Russen den Vorwand liefern, um sich weiterhin in die Angelegenheiten der ehemaligen
Satelliten-Staaten einzumischen. Die Umsiedlung einheimischer Ethnien im Austausch
gegen gebürtige Russen war eine bewusst gewählte Taktik (siehe S.93). Die Option
einer militärischen Invasion mit dem Vorwand des Schutzes der russischen Minderheit
sollte aber nur gezogen werden, wenn die ehemalige Sowjetrepublik abfällig werden
würde. Wahre Machtwechsel waren in den alten Sowjetstaaten wie Polen, Rumänien,
Bulgarien, Tschechien oder der Ukraine nicht geplant und fanden deswegen auch nicht
statt. Der Bundestagsabgeordnete Hans Graf Huyn zog in seinem 1991 erschienenen
Buch „Die Deutsche Karte“ die richtigen Schlüsse: Bereits in der Zeit zwischen Sommer
1986 und Sommer 1987 haben verschiedene Koordinationstreffen führender KGB-
Offiziere stattgefunden. [...] Hier wurde beschlossen, zur Vorbereitung und Manipulierung
der bevorstehenden Unruhen und Umwälzungen im Bereich der Satellitenstaaten
geheime Zellen außerhalb der gewöhnlichen Kader zu bilden, wie auch in den Strukturen
der kommunistischen Parteien. Sobald diese handlungsfähig waren, sollten sie ihre Männer
und Frauen in die verschiedenen Bürgerrechtsbewegungen und oppositionellen Gruppen
einschleusen, ganz gleich, ob diese reformkommunistisch oder antikommunistisch eingestellt
waren. Ihre Aufgabe war nicht, Repression und Denunziation durchzuführen, sondern im
Gegenteil sich als ,Reformisten zu gebärden und eine ausreichende Glaubwürdigkeit zu

* Der ARD Korrespondent Thomas Roth fragte Putin schon 2008: Der französische Außenminister Kouchner hat
auch die Sorge geäußert, dass der nächste Konfliktherd in der Ukraine beginnt, nämlich um die Krim, und zwar um die
Stadt Sewastopol. Ist die Krim das nächste Ziel? *7

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (219)
erlangen, um möglichst hohe Schlüsselpositionen in diesen Bewegungen einzunehmen.*'®
Wie in Russland war auch der „Umbruch“ in Osteuropa nichts weiter als ein
medienwirksam inszenierter Machtwechsel. Die Dissidenten waren wie beim Prager
Frühling (siehe S.76) lange zuvor herangezüchtet worden. Im Gegensatz zu der
gescheiterten Generalprobe aus dem Jahr 1968 gingen die Machtwechsel ab 1991
erfolgreich, d.h. unblutig und für die Öffentlichkeit glaubhafter, vonstatten. Die
Befehle kamen weiterhin aus Moskau, die alte sowjetische Bürokratie wurde nur leicht
liberalisiert und die neuen Machthaber beuteten ihre Untertanen weiterhin aus.“!? Dass
die neuen Regierungen weiterhin von Moskau kontrolliert wurden, bedeutete aber nicht
zwingend, dass neue Wahlen und Protestbewegungen daran nichts ändern konnten.
Pro-westliche Politiker, die in den neuen Ostblockländern an die Macht kamen,
mussten jedoch oft um ihr Leben fürchten, wie z.B. der ukrainische Präsident Wiktor
Juschtschenko, der 2004 vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst, der weiterhin in den
Diensten der Langzeitstrategie arbeitet, lebensgefährlich mit Dioxin vergiftet wurde.
Mit der Ermordung der ebenfalls nach Westen orientierten polnischen Regierung
bei dem vermeintlichen „Flugzeugabsturz“ in Smolensk, bekamen die Politiker im
Ostblock nochmals ein deutliches Warnsignal von Putin. Wer Russland nicht Folge
leistet, lebt gefährlich!

Mit diesem Vorwissen erscheinen die Proteste in der Ukraine ab dem 21. November
2013 in einem ganz anderen Licht: Die alternativen Medien schieben die Aufstände
auf amerikanische Geheimdienste, Stiftungen, NGOS und Regierungsorganisationen.
Deren Beteiligung will ich nicht leugnen, doch aufgrund der langen Erfahrung der
Ostblock-Elite mit der Ausbildung von gesteuerten Dissidenten und der Herbeiführung
künstlicher Revolutionen muss man bei jeder Revolution in den ehemaligen
Satelliten-Staaten äußerst misstrauisch sein. Die Russen sind Meister darin, Leute
in Machtpositionen zu bringen, die eine antirussische Rolle spielen. Zumal die
Behauptung, der Westen stecke hinter Unruhen im eigenen Land, einer der ältesten
Tricks im russischen Propaganda-Handbuch ist. Selbst wenn der US-Machtapparat
bestimmte Personalien unterstützt, muss das nicht bedeuten, dass diese nicht mehr
loyal zu Moskau und der Langzeitstrategie sind. Nehmen wir als Beispiel Julia
Timoschenko, die sich zwar als energische Gegnerin Putins ausgab, doch schon in
den Neunzigern unter russischen Marionetten-Regierungen als Oligarchin prächtige
Geschäfte machen konnte. 2009 fädelte sie einen für Russland äußerst profitablen
Gas-Deal ein. Im Gegensatz zu ihrem angeblichen politischen Partner Juschtschenko,
mit dem sie sich jedoch kurz nach dessen Regierungsantritt zerstritt, wurde auf sie
kein Anschlag verübt. Selbstverständlich fanden auch unter Timoschenko keine
weitreichenden wirtschaftlichen Liberalisierungen statt. Präsident Putin konnte mit
seiner „Feindin“ sehr zufrieden sein.

Sehen wir uns doch mal die heutigen „Feinde“ Putins an: Niemand wird leugnen
können, dass der beim ,,Euromaidan® gestürzte Präsident Janukowitsch eine korrupte,
geldgierige Marionette Putins war. Niemand außer den alternativen Medien natürlich!
Der exorbitante Prunk, in dem der Staatschef lebte, ließ die Unterkiefer der
Demonstranten, die sein 140 Hektar großes Anwesen nach seiner Abdankung stürmten,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (220)
weit nach unten klappen. Aber wie sieht es mit seinem Nachfolger Poroschenko aus?
Ist Poroschenko ein waschechter Freiheitskämpfer, der sein Volk anständig vertritt?
Hat sich Poroschenko schon vor den Maidan-Aufständen gegen die Regierung von
Janukowitsch aufgelehnt? Oder ist er wenigstens - um die alternativen Medien zu
bestätigen - eine westliche Marionette, die Russland schon immer verachtet hat? Alles
falsch: Poroschenko ist ein ukrainischer Oligarch, der sich - wie Timoschenko -
auch unter Moskau genehmen Regierungen korporatistisch bereicherte. Erst kurz
vor den Aufständen wechselte er die Seite, gegen Janukowitsch. Das passt perfekt in
das Muster eines inszenierten Machtwechsels. Dasselbe gilt für den Ministerpräsidenten
Arsenij Jazenjuk, der 2003 unter Janukowitsch zum Vizepräsidenten der
Nationalbank der Ukraine ernannt wurde. Beide Staatsoberhäupter stammen aus dem
korrupten ukrainischen System, das seine Befehle aus Moskau erhielt. Warum wählten
die Amerikaner, wenn sie denn hinter der Revolution steckten, keine Staatsoberhäupter
mit hundert Prozent pro-westlichem Hintergrund aus, denen sie vertrauen könnten?
Ein pro-westlicher Sinneswandel ist nie unmöglich, aber anhand der langen
Geschichte gesteuerter Opposition in den Ostblockstaaten, ist das Erklärungsmodell
eines absichtlich von Russland in die Wege geleiteten Regime-Wechsels naheliegender
als ein vom Westen organisierter Staatsstreich. Der neue ukrainische Präsident und
die Regierung wurden am 27. Februar 2014 durch eine überwältigende Mehrheit
im Parlament der Ukraine anerkannt (371 von 417 abgegebenen Stimmen). Dieses
Parlament wurde am 28. Oktober 2012 gewählt. Das russische Außenministerium sagte
zu diesem Zeitpunkt, dass die Wahlen friedlich, ohne Ausschreitungen und entsprechend
allgemeingültiger Standards abgehalten wurden und das Engagement der Ukraine für
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bestätigten. Das Parlament, das Russland damals als
legitim bezeichnete, kann nun kaum als illegitim gelten.“® Und warum sollte ein
Parlament, das 2012 gewählt wurde, eine Marionette der USA anerkennen? Kamen
die Befehle aus dem Moskauer FSB?

Victoria Nuland, Obamas Chefdiplomatin für Europa, hielt 2013 eine wenig
beachtete Rede vor der U.S.-Ukraine Foundation. Darin erklärte sie, dass die USA seit
1991 insgesamt fünf Milliarden Dollar in das Land investiert haben um einen Rückfall
in sowjetische Verhältnisse zu verhindern. Diese Aussage passt mal wieder perfekt in
die Strategie der USA, schamlos mit ihren Geldtransfers und Weltmachtambitionen zu
prahlen, um den Hass der Weltöffentlichkeit auf sich zu ziehen. Je mehr die USA in
Verruf geraten, umso mehr auch der Kapitalismus (siehe S.187). Die alternativen Medien
nahmen diese Aussagen zum Anlass, eine Falschbehauptung aufzustellen, nämlich, dass
die USA fünf Milliarden Dollar in den Maidan-Aufstand investiert hätten. Sie sprach
aber über den Zeitraum von 23 Jahren. Wie bereits erwähnt, beliefen sich allein die
Spenden der deutschen Regierung für Jelzins Wahlkampf auf 126 Milliarden D-Mark
(siehe S.80). Dem Westen mit einem Rückfall in den Kommunismus zu drohen und
somit Spendengelder für pro-westliche Kandidaten zu erhaschen, die in Wahrheit
nicht pro-westlich waren, gehörte in Phase 3 der Taktik des gesamten Ostblocks.
Hunderte Milliarden, wenn nicht Billionen, an westlichen Steuergeldern wurden
dafür verschwendet. Dagegen wirken fünf Milliarden Dollar in einem Zeitraum von

220



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (221)
23 Jahren geradezu gemäßigt. Da sich viele Persönlichkeiten der alternativen Medien
sich als Teil einer „Friedensbewegung“ bezeichnen, könnten sie Frau Nuland immerhin
zugutehalten, dass das Geld nicht wie bei Putin in Kriegsgerät floss. Außerdem könnte
man - bei oberflächlicher Betrachtung - die Ukraine dazu beglückwünschen, dass in ihr
Großdemonstrationen gegen die eigene Regierung noch möglich sind, während sie in
Russland schon im Ansatz ausgebremst und, wenn „nötig“, niedergeschlagen werden.

Würde die neue ukrainische Führungsschicht in Wahrheit für Putin arbeiten
- so wie ich das stark vermute - hätte sie nun alle Trümpfe in der Hand. Die
Mainstream- und alternativen Medien verkaufen das Bild einer pro-westlichen
ukrainischen Regierung. Jedes Verbrechen, das diese Regierung begeht, kann
auf den Westen geschoben werden. Darüber hinaus kann man auf finanzielle,
militärische und technologische Hilfe des Westens im Kampf gegen die Russen
hoffen. Das war schon in der UdSSR das Ziel der gesteuerten Opposition gewesen,
z.B. in Rumänien (siehe S.73). Russland greift den Osten der Ukraine an, damit der
Westen wieder einen Grund hat, der Ukraine zu helfen. Die ukrainische Regierung
wird sich so lange als Partner des Westens ausgeben, bis Putin auf dem Höhepunkt
von Phase 4 zum Angriff bläst. Der Ukraine-Konflikt wird höchstwahrscheinlich nicht
eskalieren. Er stellt lediglich das Einläuten von Phase 4 dar. Putin hatte durch die
vermeintlich „westliche“ „Putsch-Regierung“ eine Entschuldigung, um die Krim
und Teile der Ostukraine zurückzuerobern. Währenddessen kümmern sich seine
Agenten in der ukrainischen Regierung um neue militärische und finanzielle
Hilfe des Westens für die Langzeitstrategie. Außerdem konnte sie zur eigenen
Bereicherung eine Kriegssteuer von 1,5 Prozent auf alle Privateinkommen im
Land erheben.“ Moskaus Presse leistet im Westen ganze Arbeit und verkauft das Bild
von Putin als Opfer westlicher Machtinteressen. Millionen fehlinformierter Deutscher
gehen diesem Schwindel auf den Leim und feuern Putin gegen die Weltmacht USA
an. Ein teuflisches Spiel, in dem es auf pro-amerikanischer und pro-russischer Seite nur
Verlierer gibt und das nur die Eingeweihten durchschauen.

Das erklärt auch, warum Putin nur wenige Söldner über die Grenze in
die Ostukraine schicken musste, um ein riesiges Gebiet zu übernehmen: Die
ukrainische Regierung leistete ihm absichtlich kaum Widerstand mit ihrer
Armee. Ganz im Gegensatz zu Tschetschenien musste Putin keine Häuserblocks in
Schutt und Asche legen, um Donezk und Sewastopol einzunehmen. Die Ukraine ließ
Putins Spezialeinheiten, die in der Ostukraine angeblich ihren „Urlaub“ verbrachten,
gewähren. Dabei wurde nicht ganz auf Gegenwehr verzichtet - seit dem Frühjahr
2014 starben in der Ostukraine 6500 Menschen -, doch sie wurde so dosiert, dass die
russischen Söldner nicht in Bedrängnis kamen. Die große ukrainische Rüstungsindustrie
produzierte vor der Ukraine-Krise Waffen und Ausrüstung für Russland. „Ironie der
Geschichte” müsste man sagen, wenn man nichts von der Langzeitstrategie wüsste.
Die Mehrzahl der Rüstungsfabriken wurde extra in der Ostukraine, nahe an der
russischen Grenze angesiedelt. Auch die von der EU erlassenen Sanktionen scheinen
kaum Einfluss auf die russische Wirtschaft zu haben. Der Russland-Experte Boris

Reitschuster berichtet: Viele Oppositionelle und Wirtschaftsfachleute wie Chris Weafer


221



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (222)
vom Moskauer Wirtschaftsberatungsunternehmen Macro Advisory halten das Vorgehen
der EU und Washingtons aber für eher harmlos. Vor allem müsste der Westen ihrer
Ansicht nach die Einreiseverbote und Kontensperren auf einen viel größeren Kreis ausweiten
und auch die einflussreichen Oligarchen einbeziehen. Die Kritik ist berechtigt: Ins Visier
der Strafmaßnahmen sind bis auf einige Ausnahmen vor allem Männer aus der dritten
und vierten Reihe geraten, die zwar willige Befehlsempfänger von Putin sind, aber kaum
Einfluss und Macht haben. Offenbar hat der Westen Angst vor finanziellen Einbußen, wenn
er mehr Wirtschaftsfiibrer sanktionieren würde.“

Bei all den Verbrechen, die der Mainstream Putin und die alternativen Medien
der ukrainischen Putschregierung anhängen, stellt sich die Frage: Warum klärt nicht
eine Seite ordentlich iiber die Verbrechen auf, wenn sie im Recht ist? Warum geht
Putin z.B. nicht mit der ,MH-17-Liige” an die Offentlichkeit, wenn der Westen das
Flugzeug abgeschossen hat, um Putin - so die Version der alternativen Medien - die
Schuld in die Schuhe zu schieben? Und warum stellt sich der Westen so dumm an
und verurteilt Putin einen Tag nach der Katastrophe zum Kriegsverbrecher? Können
Sie sich nicht vorstellen, dass beide Seiten genau wissen, welches Bild sie bei ihrer
Bevölkerung erzeugen werden? Russland tut nichts, um die Propaganda des Westens
zu widerlegen, so wie der Westen die russische Propaganda nicht entkriftet. So
kann der Streit zwischen den ,Gekauften Journalisten“ und den Wahrheitsrittern
aus dem Internet munter weitergehen, wihrend fiir die Rothschilds beim Bau
ihrer Weltregierung alles nach Plan läuft. Da man Menschen nicht einfach so in
eine Weltregierung zwingen kann, muss man sie nun mal in einem episch langen
Theaterstück davon überzeugen.

Das von den Rothschilds inszenierte Drama könnte laut dem politischen
Analysten Joel Skousen seinen nächsten Akt in den baltischen Staaten und
Polen haben. Die Spannungen zwischen einer russischen Minderheit und der
angestammten Bevölkerung wurden dort wie in der Ukraine von Stalins
Deportationen erzeugt. Die russische Propaganda gegen die Unabhängigkeit
des Baltikums hat schon begonnen. Das Argument, russische Menschen im
Ausland beschützen zu müssen, diente Russland schon bei Tschetschenien,
Georgien und der Ukraine als Vorwand für eine militärische Offensive. Als nächstes
könnte das Baltikum an der Reihe sein. Kein Zufall, dass der Westen den Russen
nach dem Untergang der Sowjetunion das zwischen Polen und den baltischen
Staaten gelegene Kaliningrad als Exklave zusicherte. Die BILD-Zeitung berichtete
Anfang des Jahres: Der russische Generalstabschef Valeri Gerassimow kündigte am
Dienstag eine Verstärkung der Militärpräsenz in der Exklave Kaliningrad, auf der
Schwarzmeerinsel Krim und in der Arktis an. Das meldete die Nachrichtenagentur RIA
Novosti. Gerassimow zufolge sollen besondere Schwerpunkte ‚auf die Kampfmöglichkeiten
der Streitkräfte und auf eine Aufstockung des Kampfpersonals® gelegt werden.
Und weiter: ‚Dabei liegt der besondere Fokus auf den Truppen auf der Krim, in der
Oblast Kaliningrad sowie in der Arktis.‘ * Denken Sie darüber nach! Warum
sollte der Westen Russland dieses Fleckchen Land an der Ostseeküste Russland
überlassen, wenn er selbst nichts von den Plänen der Langzeitstrategie weiß? Auch

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (223)
dieser mögliche nächste Schritt Putins wird für Russland-Experten nicht überraschend
sein.

G.2. Russland hat die Krim nicht annektiert! Echt wahr?

Ich muss zugeben: Ich kann nicht beweisen, dass die ukrainische Regierung von
Russland kontrolliert wird, aber die Fakten sprechen eher dafür als für einen westlichen
Coup d‘Etat! Auch wenn ich mit meiner Einschätzung danebenliegen würde und der
„Euromaidan“ wäre ein Komplott der USA und die gesamte ukrainische Regierung
bestünde aus amerikanische Agenten: Lägen die alternativen Medien dann mit ihrer
Berichterstattung mehrheitlich richtig? Garantiert nicht!

Würde der Westen die Ukraine kontrollieren, was für ein Recht hätte Putin, mit
seinen Spezialeinheiten in die Ukraine einzumarschieren? Egal, ob die Ukrainer nun
Russland oder Amerika lieber mögen: Die Aufstände auf dem Maidan richteten
sich gegen die korrupte Regierung von Janukowitsch! Dass die USA den Regime-
Change unterstützten und mit bestimmten regierungsnahen Organisationen vor
Ort waren, bedeutet nicht, dass sie die Ukrainer alle auf die Straße gezwungen
haben. Die über 500.000 Menschen in Kiew standen auf der Straße, weil sie mit
der russischen Marionette Janukowitsch unzufrieden waren! Die amerikanischen
Einflussnehmer setzten keine Waffen oder Gewalt ein. Wessen Scharfschützen etwa
30 Demonstranten töteten, ist, wie der Fall MH-17, bis heute ungeklärt. Die Russen
hätten nach meiner Art der Erklärung ein Interesse daran gehabt, die Situation
eskalieren zu lassen. Irgendeinen Vorwand zur Invasion der Ukraine brauchten sie
schließlich. Bei der Erklärung, es habe sich um einen westlichen Putsch gehandelt, hätte
Russland wiederum das Motiv gehabt, die Demonstranten brutal einzuschüchtern. Die
Gerüchte über eine False-Flag der Opposition, um die Opfer auf Russland zu schieben,
entpuppten sich als russische Desinformation. Der Zeiger schlägt auch in diesem Fall
stärker in Richtung Russland aus.

Fakt ist auch, dass viele Ukrainer ihr Land lieber in einer Allianz mit dem noch
etwas freieren Westen sehen wollen, als Russland weiterhin als Satellitenstaat zu dienen.
Natürlich ist der Eintritt in die EU die falsche Lösung, aber was wissen die jungen
Ukrainer und Ukrainerinnen auf dem Maidan schon? Sie wollen einfach nur mehr
Freiheit und mehr wirtschaftlichen Wohlstand. Diese Perspektive sehen sie trotz der
sozialistischen Struktur der EU - oder EUDSSR - immer noch eher im Westen als
im vor sich hin rottenden Russland. Ken Jebsen schafft es allerdings, die wütenden
ukrainischen Menschen in seinem Kopf mit hunderttausenden schwer bewaffneten
amerikanischen Soldaten zu vertauschen: Die Vereinigten Staaten - man kann es doch
hören im O-Ton - haben kein Interesse daran, wenn Deutschland und Russland sich
zu gut verstehen. [...] Die Ukraine ist das Schlachtfeld, auf dem übermorgen deutsche
Soldaten auf russische Soldaten treffen. [...] Und da sag ich: Nein! Das bin ich nicht dabei,
Freunde! Wer möchte denn eigentlich deutsche Soldaten gegen Russen ziehen lassen nach
45? Dafür sind wir vorgesehen. Das ist der Plan, den die Vereinigten Staaten für

uns haben.“ Wie kann man die Tatsachen so verdrehen? Eine militärische Aggression

223



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (224)
der Russen hat in der Ost-Ukraine stattgefunden. Warum sind die Amerikaner daran
schuld? Warum keinerlei Kritik an der bewaffneten Invasion Russlands, während im
Hintergrund bei Kens Rede eine Flagge mit einer Friedenstaube weht? Ist das nicht die
instrumentalisierbare ,, Friedensbewegung®, die wir schon seit den 68ern kennen? Keine
Kritik an der russischen Invasion Afghanistans, Tschetscheniens und der Ukraine, aber
bei jedem NATO-Kriegseinsatz zu Tausenden auf der Straße?

Was von der Demokratie zu halten ist, habe ich schon ausfiihrlich erliutert.
Dass die Ukrainer eine libertire Partei wählen, halte ich fiir so wahrscheinlich
wie die Einladung an mich zu einer Rothschild-Maskenparty. Dass die neue
Regierung nichts Grundlegendes ändern würde, war von Anfang an klar - egal
ob sie Putin oder den USA dienen wiirde. Doch immerhin waren die Wahlen
in der Ukraine im Mai 2014 weitaus demokratischer als das, was Putin
beim Anschluss der Krim veranstaltete. Bewaffnete Männer stiirmten das
Parlament der Krim-Hauptstadt Simferopol, hissten russische Flaggen und
errichteten Barrikaden vor dem Gebäude. Die amtierende Regierung wurde
unter Androhung von Gewalt abgesetzt und der 41-jährige Sergej Aksjonow
als neuer Ministerprisident ausgewählt. Aksjonow verkündete die Errichtung
eines Verteidigungsministeriums. Die Bewaffneten, bei denen es sich offensichtlich
um russische Soldaten handelte, besetzten wichtige Positionen auf der gesamten
Halbinsel und blockierten ukrainische Streitkräfte in ihren Stiitzpunkten. Die
unabhängige und die ukrainetreue Presse wurden von Putin ausgeschaltet.
Bewaflnete stiirmten das Büro des „Zentrums für journalistische Recherchen“.
Der größte oppositionsnahe Sender auf der Halbinsel „Schwarzmeer IV“ wurde
nicht mehr ausgestrahlt. Nur noch der Staatssender „Krim“ war jetzt überall zu
empfangen. Am 16. Dezember fand unter massiver russischer Militärpräsenz
das sogenannte „Referendum“ über die Zukunft der Krim statt. Im Vorfeld war
die Übertragung von ukrainischen Sendern via Kabel und Antenne gestoppt und
stattdessen russische Programme eingespeist worden. Die warnten vor ethnischen
Säuberungen auf der Krim durch radikale Westukrainer. Gegen 20 Uhr verkündete
der Chef der Wahlkommission seinen ersten Zwischenstand. Demnach hatten
- ohne die Stadt Sewastopol - 1 250 426 Krimbewohner am Referendum
teilgenommen, mit Sewastopol 1 724 563. So entstand eine Differenz von 474
137. Sewastopol hat aber nur 385 000 Einwohner. Dass hier etwas gewaltig faul
war, zeigte auch das Endergebnis des Referendums: Der Anschluss an Russland
bekam 97 Prozent Zustimmung. Bei einem Anteil von Russen von 58 Prozent
in der Gesamtbevölkerung ist solch ein Ergebnis absolut ausgeschlossen, wenn
es mit rechten Dingen zugeht. In einer Umfrage hatten sich im Februar 2014
nur 41 Prozent der Krimbewohner für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen.“*“
Jürgen Elsässer fällt dazu nur der Kommentar ein, dass man als Putinversteher
nur dann ein überzeugter Demokrat sein müsse, wenn es gerade opportun ist: Ich
will das nicht auf die Goldwaage legen und sagen: ‚Auf der Krim lief alles sauber.‘ >
Wenigstens ehrlich! Elsässer „will“ Russlands gewaltsame Annexion der Krim nicht
auf die Goldwaage legen, während er auch das kleinste amerikanische Delikt oder

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (225)
Versäumnis auf ebendiese Goldwaage legen „will“. Er „will“ die Fakten manipulativ
verdrehen, damit Russland besser dasteht als die Realität es hergeben würde!
Dagegen heißt es von ihm zur deutlich knapper und transparenter gewählten
neuen ukrainischen Regierung: Die neue Regierung in Kiew kam unrechtmäfig
zustande”” Selbst wenn es so gewesen wäre, rechtfertigt das nicht die Verteidigung
des russischen Vorgehens auf der Krim.

Zwei Tage nach dem Referendum hielt Putin im Moskauer Kreml in feierlichem
Rahmen eine patriotische Rede vor den Abgeordneten. So wie es sich für eine tadellose
Re-Stalinisierung gehört, appellierte Putin nach dem stalinistisch anmutenden
Wahlerfolg von 97 Prozent an die lange und glanzvolle Geschichte der Ukrainer,
die vor ein paar Jahrzehnten noch mit Viehwaggons von den Russen abtransportiert
worden waren: Auf der Krim ist alles durchdrungen von unserer gemeinsamen Geschichte
und unserem gemeinsamen Stolz. Viele Symbole auf der Halbinsel seien heilig für uns,
Symbole des russischen Kriegsruhms und Heldenmuts.*> In der Tat waren die 58 Prozent
der russischen Krimbewohner etwas perplex, als sie 1991 plötzlich zu Ukrainern wurden
und sich mit einer neuen Landessprache konfrontiert sahen, die sie kaum verstanden.
Aber es war Teil der russischen Taktik, Spannungen zwischen Ukrainern und Russen
entstehen zu lassen. Die russischsprachigen Krimbewohner, die die Rückkehr Russlands
beklatschten, waren von den Langzeitstrategen erfolgreich eingesetzte Schachfiguren in
einem größeren Spiel.

Danach folgte in Putins Rede die übliche Verunglimpfung der Gegner als
„Faschisten“. Die Organisatoren des Maidan in Kiew hätten zu Terror, Morden
und Pogromen gegriffen: Die wichtigsten Gehilfen des Putsches waren Nationalisten,
Neonazisten, Russophobe und Antisemiten.“° Ist es nicht interessant zu sehen, wie die
alternative Presse beim Wiederholen der russischen Propaganda die Nazikeule zückt,
die ihnen in Deutschland an den Kopf fliegt. Putins Märchen, die russischen Truppen
hätten die Krim vor Faschistenhorden aus Kiew beschützen müssen, wird von den
alternativen Medien kritiklos in ihr Text- bzw. Videofenster kopiert. Wenn man sie
in Deutschland aber als ,,Antisemiten® bezeichnet, können sie nicht glauben, wie
oberflächlich man sie abstempelt. Dabei tun sie dasselbe: Der Mainstream-Redakteur
hört von seinem Chef: „Hey, dieser Ken Jebsen ist doch ein Antisemit, schreibt da
mal ‘nen Artikel drüber!“ Der Mainstream-Redakteur schreibt einen oberflächlichen
Hetzartikel, ohne sich mit Ken Jebsen auseinandergesetzt oder überhaupt recherchiert
zu haben. Ken Jebsen hört: „Hey Ken, die neue Regierung in der Ukraine, das sind
alles Faschisten!“ Ken Jebsen schreibt eine oberflächliche Wutrede gegen die neue
faschistische Regierung und den kriminellen Westen, ohne sich vernünftig informiert
zu haben. Den Faschismus in seiner reinsten Form sehen wir in Putins Russland,
das sich mit dem Appell an Patriotismus und Vaterlandsliebe auf die Befreiung des
gesamten Territoriums der früheren Sowjetunion vorbereitet. Die Ukraine war nur der
Startschuss für Phase 4!

Der dem Compact-Magazin und der Wissensmanufaktur (siehe S.45 f.)
nahestehende Staatsrechtslehrer Karl Albrecht Schachtschneider scheint endgültig den
Verstand verloren zu haben, wenn er sich bei der Verteidigung von Putins Eroberung

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (226)
der Krim auf das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ bezieht. Dabei arbeitet sich
Schachtschneider an jeder noch so plumpen russischen Propaganda-Floskel ab. In der
Mai-Ausgabe 2014 schreibt er: Russland hat die Krim nicht annektiert, wie der Westen
und sogar die Bundeskanzlerin Wladimir Putin vorwerfen. |...) Wenn die Ukraine zur NATO
gehört, wie das die USA anstreben, wird sie Standort von gegen Rufsland gerichteten Waffen
werden. Mit dem Umsturz in der Ukraine ist es bereits gelungen, diese aus der Gemeinschaft
unabhängiger Staaten herauszubrechen. Das geht gegen die Sicherheitsinteressen Russlands.

Russland hat die Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands in der NATO und nach dem
Zusammenbruch der Sowjetunion die Erweiterung der NATO nach Osten zugelassen. Das
hat die weltpolitische Lage verändert. Die freilich nicht vertraglich gesicherte Zusage,

die NATO nicht weiter nach Osten auszudehnen, hat der Westen nicht eingehalten.

[...] Die Ukraine war ein Teil Rußlands und der Sowjetunion und soll schnellstmöglich
Mitglied der EU werden. Die Krim befindet sich in einer besonderen Lage. Sie hat mit
großer Mehrheit für die Sezession von der Ukraine und für die Aufnahme in die
Russische Föderation gestimmt. Diese hat sie aufgenommen. Russland konnte und
kann aus geschichtlichen und mehr noch aus geostrategischen und militärischen
Gründen nicht auf die Krim verzichten, vor allem wegen Sewastopol, dem Hafen der
russischen Schwarzmeerflotte. Rufßland hat seine Nutzungsrechte an diesem Hafen auf
Jahrzehnte durch Vertrag zu sichern versucht, aber der vom Westen inszenierte Umsturz in

der Ukraine hat die politische Verbindlichkeit des Vertrages fragwürdig gemacht. Rußland
hat legitimes Interesse an der Krim und deswegen deren Sezession unterstützt. Das ist nicht
völkerrechtswidrig. Der Westen akzeptiert denn auch die durch die Aufnahme der Krim

in die Russische Föderation geschaffene Realität, die Ukraine nicht. [...] Staaten sind
völkergewohnheitsrechtlich berechtigt, ihre Staatsangehörigen notfalls gewaltsam
mit einer begrenzten und verhältnismäßigen Intervention vor Bedrohungen an
Leib und Leben zu schützen. Eine Bedrohung für die Russen auf der Krim und
all die Bewohner der Krim, die durch das Referendum wieder Russen werden
wollten, waren und sind die neuen Gewalthaber der Ukraine zweifelsfrei, aber
auch die Gewalttäter, welche auf dem Maidan gemordet hatten. Wladimir Putin hat sich

auf diese Schutzpflicht berufen. Sie wird auch von westlichen Staaten ständig praktiziert,

oft nur vorgetäuscht.“” Die Bedrohung der russischen Bevölkerung durch ukrainische

Faschisten war reine Propaganda, um mit einem Vorwand die Grenze zu überqueren

und das Parlament in Simferopol einzunehmen.‘ Für die Ukrainer selbst als Drahtzieher
der Maidan-Scharfschiitzen gibt es keine Beweise. Die lange Geschichte Russlands

* Nur ein Beispiel fiir die russische Propaganda, die Krim-Russen seien durch amoklaufende ukrainische Truppen
bedroht: Am 11. Juni und 12. Juni behaupteten russische TV-Sender, ukrainische Truppen hätten Brandangriffe
mit weißem Phosphor bei Semyonovka (Dorf in der Nähe von Donezk) durchgeführt. Der russische Außenmi-
nister Sergei Lawrow forderte eine Untersuchung. Menschenrechtler stellten jedoch fest, dass ein Teil der Auf-
nahmen, die die russischen Medien zu der Geschichte ausgestrahlt hatten, amerikanische Angriffe im Irak von
2004 zeigte. Auch zeigten die Originalaufnahmen nach dem Urteil der Menschenrechtler keine Brandattacke.“*
Jürgen Elsässer sprach von einer großen Militiroffensive in der Ostukraine durch die Putschisten, unterstützt durch
die NATO, obwohl von der NATO keine Spur zu sehen war. Elsässer weiter: Da wurden die Städte bombardiert, da
wurden die Zivilisten bombardiert, da wurde keine Rücksicht genommen.*®” Diese Beschreibung hat deutlich mehr
Ähnlichkeiten zum russisch geführten Tschetschenien-Krieg, den Elsässer verteidigte.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (227)
und der Ukrainer basiert auf der Unterdrückung der Ukrainer durch die Russen. Die
Erweiterung der NATO nach Osten ist jahrzehntealte Sowjet-Desinformation und,
wie Schachtschneider als Staatsrechtler zugeben muss, freilich nicht vertraglich gesichert.
Wer einem Wahlergebnis von 97 Prozent bei einem russischen Bevölkerungsanteil
von 58 Prozent vertraut, wäre wohl auch unter Erich Honecker glücklich gewesen.
Das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“, auf das sich Schachtschneider beruft, wäre
legitim, würde es auf die Vertragsfreiheit pochen. Jeder Mensch hat das Recht, sich
mit anderen Menschen zu einer Nation zusammenzuschließen, solange dies anhand
eines freiwillig unterzeichneten Vertrags geschieht. Jeder Bürger dieses Staats muss
vertraglich zusichern, dass er diesen Status freiwillig angenommen hat. Das Territorium
des Staates kann nur das Territorium sein, das den Bürgern des Staats gehört. Wenn sich
auf dem Territorium des geplanten Staates andere Menschen befänden, die dem Staat
nicht beitreten wollen, müsste man ihnen das Territorium entweder abkaufen oder
das Staatsterritorium um sie herum anlegen. Schachtschneider versteht Volk hingegen
als „die Mehrheit“. Da die Russen, so die Argumentation von Schachtschneider, mit
58 Prozent auf der Krim in der Mehrheit seien, hätten sie das Recht auf Sezession.
Damit hat Schachtschneider sogar Recht, wenn man das „Selbstbestimmungsrecht der
Völker“ der UN als legitim ansieht. Das ist es aber nicht, da die Mehrheit nicht über
den Einzelnen bestimmen darf. Es gibt kein „Selbstbestimmungsrecht der Völker“
(der Mehrheit), es gibt nur ein Selbstbestimmungsrecht der Einzelnen! Wenn
nun also seit 1991 die 58 Prozent Russen auf der Krim brutal von der Ukraine
unterdrückt worden wären, sich in der Mehrheit vehement für eine Abspaltung
von der Ukraine eingesetzt und zu Hunderttausenden auf der Straße für eine
Sezession protestiert hätten, dann wäre Putins Handeln nach den Maßstäben des
in Wahrheit illegitimen UN-Rechts rechtmäßig. Doch selbst das trifft nicht zu! Vor
Putins Invasion hatte es keine Sezessionsbestrebungen auf der Krim gegeben, die
ein solches Verhalten gerechtfertigt hätten. Die Argumentation Schachtschneiders
ist nicht nur nach libertären Regeln falsch, er widerspricht sich sogar bei seinem
Bezug auf das illegitime „Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Sein großes Vorbild
Immanuel Kant würde sich im Grabe umdrehen.

Ich könnte wahrscheinlich noch 200 Seiten mit dem Doppelstandard alternativer
Medien in der Ukraine-Krise füllen. Wisnewski, Elsässer, Ulfkotte, Engdahl, Hörstel,
inzwischen blasen sie alle in dasselbe pro-russische Horn. Das kommt heute noch gut
an, aber spätestens wenn Russland bei der Zurückeroberung der Satellitenstaaten einen
Gang höher schaltet, werden diese Leute allmählich in Erklärungsnot kommen. Die
USA werden damit weitermachen, den Hass der Weltbevölkerung absichtlich auf sich
zu ziehen, aber eine militärische Aggression der Russen gegen die baltischen Staaten
oder Polen wäre für die alternativen Medien kaum noch zu rechtfertigen. Man darf
gespannt sein, ab welchem Punkt der Wahrheitsverdrehung ihr Publikum sich von
ihnen abwenden wird. Ich befürchte allerdings, dass ein Großteil der Konsumenten
und Akteure der alternativen Presse schon längst einem Putin-Kult verfallen sind,
in dem Fakten und Logik keinerlei Rolle mehr spielen. Nichtsdestotrotz habe ich
die Hoffnung, dass viele geistig gesunde Menschen allmählich realisieren, dass sie das

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (228)
sinkende Putin-Schiff lieber verlassen sollten. Mein Buch leistet hoffentlich seinen
Beitrag dazu.

H. Der okkulte Plan der Rothschilds

Man müsste sehr naiv sein, zu glauben, Religionen würden bei dem Plan der
Rothschilds zur Errichtung einer Neuen Weltordnung keine Rolle spielen. Die drei
Weltreligionen Judentum, Islam und große Teile des Christentums glauben
jeweils an einen kommenden Messias, das Jüngste Gericht Allahs oder die
Rückkehr Jesu. Der Ursprungsort der Weltreligionen ist das heutige Israel - das
behaupten die Religionen. Natürlich ist dies im Falle des Islams eine Lüge, denn der
Araber Mohammed behauptete einfach ohne jegliche Grundlage, Abraham und Jesus
seien Propheten des Islam gewesen. Der Ursprung des Christentums als Religion
ist eigentlich Rom. Der vermeintliche Religionsstifter Jesus, der nie eine Religion
wollte (siehe S.203), wurde damals in Israel von den jüdischen Pharisäern ans Kreuz
genagelt. Israel als Geburtsstätte aller drei monotheistischen Religionen zu bezeichnen,
ist deshalb irreführend. Die einzige Religion, die wirklich in Israel entstand, war das
Judentum. Die Juden hatten ihre Lehren wiederum aus ihrer babylonischen und
ägyptischen Gefangenschaft mitgenommen. Sie entwarfen das Modell einer „Religion“
für die Masse und einer geheimen Lehre innerhalb der Thora für die Eingeweihten. Die
Priesterklasse der jüdischen Religion war nur an weltlicher Macht interessiert und gab
dem Fußvolk eine Art Frontreligion, die es zu glauben hatte. Die jüdischen Phärisäer
beteten Gotzen im zweiten Jerusalemer Tempel an, der auf den Grundziigen des
ersten Tempels basierte, den der israelische Konig Salomon im 10. Jh. v. Chr. hatte
erbauen lassen. Als Jesus ihre Machenschaften hinterfragte, wurde er von ihnen
und dem Römischen Staat zum Tode verurteilt.

König Salomon sah sich selbst als eine Art Magier, opferte Tiere, rief Dämonen
an und verehrte den menschlichen Sexualakt. Salomons Tempel war geschmückt
mit subtiler Phallussymbolik, die sich schon in den Mysterienschulen Ägyptens und
Babylons großer Beliebtheit erfreut hatte. Der Davidstern, den man auch als „Siegel
des Salomons“ bezeichnet, findet man heute auf der israelischen Nationalflagge. Die
Rothschilds wollen den Tempel Salomons in Israel neu errichten, da sie insgeheim
an seine okkulten Lehren glauben - so meine Vermutung, die ich in meinem ersten
Buch mit Fakten untermauere. Jerusalem, die Stadt, in der Salomons Tempel stand,
soll allem Anschein nach zum Zentrum der Rothschild’schen Weltregierung gemacht
werden. Der Autor Wolfgang Eggert schrieb in seinem Buch „Erst Manhattan,
dann Berlin“: Seit aus Kreisen der Bush-Administration der Beginn des Dritten Weltkrieges
(gegen den ‚Terror‘) verkündet wurde, blickt das Erlösungslager mit Hochspannung auf
die alttestamentarischen Stätten Jerusalems. Grund: Für die ‚letzten Tage‘, in denen der
apokalyptische Kampf der Supermächte Gog und Magog anhebt, erwartet man hier
die Errichtung des dritten Tempels an vermeintlich historischer Stätte, auf dem Tempelberg
dort, wo heute mit der 1300 Jahre alten Al Aqsa Moschee und dem Felsendom (von
hier aus stieg Mohammed nach muslimischer Tradition in den Himmel auf) zentrale

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (229)
Heiligtümer des Islam ihren Platz haben. Die sollen nun weichen.*” Der Platz, an
dem der Tempel Salomons stand, ist heute noch durch die muslimische Al Aqsa
Moschee blockiert. Wenn es zu dem Endkampf zwischen Gog und Magog kommt,
wird die Al Aqsa Moschee entfernt und durch den „Dritten Tempel Salomons“
ersetzt. Die Rothschilds praktizieren die okkultische Lehre der Kabbala, von der gesagt
wird, sie sei der Schlüssel zu versteckten Botschaften in Thora und Talmud. Da die
Rothschilds - und das wird sogar vom Mainstream bestätigt - im 19. Jahrhundert die
mächtigsten Menschen der Welt waren und es in Wahrheit auch heute noch sind,
liegt es auch nahe, dass die Kabbala ihnen Geheimnisse verrät, mit der sie die Welt
kontrollieren können. So könnte z.B. die Lehre über das Wesen des Geldes in der
Kabbala versteckt sein. Das Wort „okkult“ bedeutet schlicht „versteckt“ und der
Okkultismus ist die Lehre über das versteckte Wissen. Da Okkultisten Wissen über das
Wesen der Psychopathie, der Religionen, des Geldes oder des Staates vor den Nicht-
Eingeweihten verstecken, schaffen sie ein Wissens-Ungleichgewicht und können die
Nicht-Eingeweihten beherrschen. Die Illuminati wählten eine Eule als ihr Symbol,
da sie im Dunkeln sehen kann. Durch die Informationen, die normalen religiösen,
hart arbeitenden, Steuern zahlenden Menschen vorenthalten werden, tappen diese
im Dunkeln. Durch ihr Geheimwissen können die Illuminati - die „Erleuchteten“
- die Dunkelheit für sich selbst erleuchten. Da die Rothschilds Psychopathen sind
(siehe S.37 ff.) und sie immer mehr Macht an sich reißen wollen, handeln sie für
ihre Ziele eigentlich rational, wenn sie okkulte Lehren praktizieren. Deshalb nehme
ich an, dass sie den Dritten Weltkrieg nicht aus religiösem Fanatismus in die Wege
leiten wollen. Sicher bin ich mir bei dieser Einschätzung aber nicht, denn Psychopathen
wollen abscheuliche Dinge mit einer überkompensierenden Mystik überstrahlen
(siehe S.39). Die Rothschilds könnten sich einreden, sie seien das Werkzeug Gottes’
und danach handeln. Es fällt mir jedoch schwer zu glauben, egoistische Psychopathen
würden ihre Macht oder gar ihr Leben für ein religiöses Ziel opfern. Das passt nicht
ins Profil essenzieller Psychopathen. Das Bauen ausgeklügelter Bunkersysteme und
abgelegener Rückzugsorte in West und Ost deutet auch darauf hin, dass die Elite nicht
vorhat, sich für ein religiöses Ziel zu opfern. Ich kann leider nur spekulieren.

Fakt ist indessen: Ein Endzeitkonflikt ist der einfachste Weg zu einer
Weltregierung, da Milliarden Religiöser einen kommenden Endzeitkonflikt
erwarten! Einer von den Tausenden christlichen Endzeitpredigern ist der evangelikale
Jim Staley, den sich der deutsche Youtube-Kanal EndzeitreporterMCM zum Vorbild
genommen hat. Evangelikale Christen stellen ca. 26 Prozent der amerikanischen
Bevölkerung dar. Damit sind sie vor den Katholiken und protestantischen
Mainline-Kirchen die größte religiöse Gruppierung der USA. Die Evangelikalen
glauben, das Schicksal der menschlichen Spezies und ihres Planeten sei von der Bibel
vorbestimmt worden. Die von den biblischen Propheten angekündigte Endzeit stehe
unmittelbar bevor, da Bibelpassagen, v.a. aus der „Offenbarung des Johannes“, uns

* (Anmerkung: Im November 2009 sagte z.B. der Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, er erfülle Gottes Willen
mit seiner Arbeit.**® Auch John D. Rockefeller behauptete damals, er erfülle durch seine Geschäftsmethoden
Gottes Werk.)

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darauf hinweisen würden. So sagt der Youtube-Kanal EndzeitreporterMCM: Jahwe
ist ein logischer, rationaler und mathematischer Gott, denn nur der wahre Gott kennt
die Zukunft. Und die hat er uns bereits durch seine Propheten und den Messias
offenbart.“ Ein Dritter Weltkrieg passt diesen Endzeitchristen gut ins Konzept, da
die Propheten ihn ja angekündigt hätten. EndzeitreporterMCM bezieht sich dabei auf
Hesekiel 38,2: Menschensohn, wende dein Angesicht gegen Gog im Land Magog, den
Fürsten von Mesech und Tubal, und ich weissage gegen ihn und sprich: So spricht Gott,
der Herr: Siehe, ich komme über dich Gog, du Fürst von Mesech und Tubal. Ich verstehe
beim Lesen dieses Bibelverses nur Bahnhof, aber die Endzeitchristen interpretieren
Gog im Land Magog als eine Nation, die in einem Dritten Weltkrieg Israel angreifen
wird. EndzeitreporterMCM setzt in seinen Videos Gog und Magog mit der Türkei
gleich. Allerdings streitet man sich in der Endzeitgemeinde darum, welches Land
Israel angreifen wird. Es steht schließlich nicht in der Bibel geschrieben: „Die Türkei
wird am 12. Dezember 2017 Israel angreifen.“ Die Endzeitchristen haben sich nicht
dogmatisch auf ein Szenario festgelegt. Mit „Israel angreifen“ könnte auch gemeint
sein: „Einen Partner Israels, z.B. die USA, angreifen” und das angreifende Gog könnte
auch Russland sein. Der US-Präsident Ronald Reagan sagte 1971 als Gouverneur von
Kalifornien in einer Rede: Hesekiel sagte uns, dass Gott, eine Nation, die alle anderen
Mächte gegen Israel führen wird, aus dem Norden kommen wird. Biblische Gelehrte
sagten seit Generationen, dass Gog Russland sein muss. Welche andere mächtige
Nation ist im Norden Israels. Keine" Mich würde man wohl in die Klapsmühle
stecken, wenn ich erzählen würde, die Sowjetunion sei ein von der Bibel prophezeiter
Staat, aber bei amerikanischen Präsidenten scheint sich niemand daran zu stören. Im
Gegenteil: Der amerikanischen Endzeitgemeinde ist egal, ob ein von ihnen gewählter
Präsident die Steuern erhöht, das Staatsdefizit vergrößert, das Gesundheitssystem
verstaatlicht, die Medien zensiert oder sie ausspioniert. Es zählt allein, dass der Präsident
ihre Prophezeiungen umsetzt, weshalb die Endzeitgemeinde die Kernwählerschaft
der Republikaner darstellt. Ein weiterer eindrucksvoller Beweis für das Versagen der
Demokratie!

Es ist kein Geheimnis, dass Ex-Präsident George W. Bush den evangelikalen
Gemeinden nahestand, von Pastor Billy Graham 1986 zu einem „Wiedergeborenen“
Christen gemacht wurde und glaubte, eine zweite Ankunft Christi als Gottes Werkzeug
herbeiführen zu müssen. Wir erinnern uns an Bushs gleichzeitige Nähe zum Trotzkismus
(siehe S.174 ff.), die seinem Glauben eigentlich fundamental entgegenstehen müsste.
Doch das ist nicht der Fall, wie man an Reagans Zitat erkennt. Reagan sieht die
Sowjetunion als Teil einer biblischen Prophezeiung. Für ihn erfüllt der antichristliche
Staat Sowjetunion den Willen Gottes, weil dieser von Gottes Propheten angekündigt
wurde. Eine antichristliche Sache kann für die Evangelikalen tatsächlich Gottes
Willen erfüllen. Die Fäden von Trotzkismus und religiösem Fanatismus verknüpften
sich schon bei den Urvätern der Neokonservativen. Wolfgang Eggert schrieb über die
neokonservativen Vordenker Leo Strauss und Irving Kristol (siehe S.174 ff.) : Für Leo
Strauss ‚hält die Religion die Gesellschaft wie Klebstoff zusammen‘, sagt Drury, die anfügt,

dass Irving Kristol als einer unter vielen Neokonservativen die Meinung vertritt,

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (231)
die Trennung von Kirche und Staat sei der größte Fehler der amerikanischen
Gründungsväter gewesen.“ Auch über Reagan lässt sich eine Verbindung zu
den Evangelikalen herstellen. Wolfgang Eggert berichtete: Das Näheverhältnis
fundamentalistischer Christen zur Republikanischen Partei ist spätestens seit der Amtszeit
Ronald Reagan offenkundig. Es war kein Zufall, dass der damalige US-Präsident die
Rede, in welcher er die Sowjetunion als ‚Imperium des Bösen‘ bezeichnete, bei der
endzeitlichen ‚National Association of Evangelicals‘ hielt. (5) Und: Der ‚Apostolische
Kongress‘ datiert seine Ursprünge in das Jahr 1981, als (so heißt es auf seiner Webseite)
‚Bruder Stan Wachstetter Apostolischen Christen die Türe zum Weißen Haus öffnen
konnte‘. Der damals regierende US-Präsident Ronald Reagan besafS eine theologische
Verwandtschaft mit solchen Christen, da er glaubte, die Welt werde in einem brennenden
Armageddon untergehen. Reagan nahm während seiner Präsidentschaft ein halbes
Dutzendmal explizit auf diesen Glauben Bezug.“ Religiöse Fanatiker findet man
eben nicht nur an der Spitze des iranischen Mullah-Regimes. Eine Demokratie hält
sie nicht davon ab, sich auch im Westen an die Spitzen von Staaten zu setzen. Im
Jahr 2016 werden in den USA neue Wahlen stattfinden. Nach acht Jahren Obama
ohne den versprochenen Wandel wird es für die Demokraten schwer, sich noch
einmal durchzusetzen. Nach den üblichen Zyklen wäre die Zeit wieder reif für einen
Republikaner. Dieser würde höchstwahrscheinlich mit einer aggressiven Außenpolitik
dafür sorgen, dass die in der Bibel angekündigten Ereignisse eintreffen. Die evangelikale
Gemeinde würde ihn dafür bejubeln.

Die Evangelikalen sind in ihrem Endzeitwahn eng mit den israelischen
messianistischen Juden verbunden. Die Verbindung der Evangelikalen zum Judentum
ist offensichtlich, da „normale“ Christen glauben, ihr Messias habe sie schon erlöst.
Die Juden warten weiterhin auf eine himmlische Erlösung am Ende der Tage. Die
Israel-Sicht der Evangelikalen leitet sich hauptsächlich von einer zweischneidigen
theologischen Perspektive her. Sie folgt einem in seinem Kern antisemitischen Urteil
und betrachtet das jüdische Volk als „spirituell blind“, weil es Jesus zurückgewiesen hat.
Trotzdem nehmen die Evangelikalen an, dass die göttlichen Versprechen an die Juden
die zu segnen, welche die Juden segnen bzw. sie in ihr Land zurückzuführen bestehen
bleiben. So wird auch die Existenz Israels als Beweis dafür angesehen, dass die
biblischen Prophetien wahr werden was eine Apokalypse ankündigt, in welcher
die Juden als „auserwähltes Volk“ entweder sterben oder Jesus annehmen.“ Uri
Avnery, der Führer der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom, warnte vehement
vor diesen vermeintlichen „Freuden Israels: Entsprechend ihrem theologischen
Glauben müssen sich die Juden in Palästina versammeln und einen jüdischen
Staat auf seinem gesamten Gebiet errichten, um das zweite Kommen Jesu Christi
zu ermöglichen. |...) Die Evangelisten wollen sich über das, was danach kommt, nicht
offen äußern: Vor dem Erscheinen (des Messias) müssen sich die Juden zum Christentum
bekehren. Die, die das nicht tun, kommen in einem gigantischen Holocaust in der Schlacht
von Armageddon um. Das ist grundsätzlich ein antisemitischer Lehrsatz.*

Die jüdische Gemeinde ist wiederum in „normale“ orthodoxe Juden, die passiv auf
eine Ankunft des Messias warten und die jüdischen Kabbalisten, die glauben, aktiv an

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (232)
der Wiederkehr des Messias arbeiten zu müssen, geteilt. Der US-israelische Geschichts-
Professor Robert Wolfe schreibt in seinem Essay „Zionismus als Judaismus®: Wenn es
ein Unterscheidungsmerkmal unter Juden gab, dann bestand das darin, dass ein
Teil von ihnen passiv auf die Ankunft des Messias wartete, während andere das
Ende durch Aktionen erzwingen wollten, die darauf abgestellt waren, die Sammlung der
Exilierten ohne himmlische Intervention herbeizuführen. Seit dem 13. Jahrhundert wurden
jene, die das Ende erzwingen wollten, mit den Geheimlehren der Kabbala identifiziert.
Und im Zentrum der Kabbala befand sich ein Text, der als Buch Zohar bekannt ist, und
welcher lehrte, daß die Religion der Juden nur im Land Israel ihre volle Größe entfalten
könne.‘

Die Evangelikalen ignorieren, dass kabbalistische Kreise innerhalb des
Judentums das Schicksal unserer Welt manipulieren. Gott verwirklicht die
Bibelprophezeiungen nicht, Menschen tun es. Wolfang Eggert sagt über den
„Chassidismus“, den die Urahnen des „Ersten Rothschilds“, Mayer Rothschild,
bereits praktizierten: Das Wort ‚Gottes‘ müsse dabei als Auftrag zur Tat
verstanden werden. Und natürlich hat der aktivistisch gepolte Chassidismus
keinen Zweifel, dass ihm selbst die Rolle dieses geheimnisumwobenen
, Vollstreckers Gottes‘ zukommt. Als Handlungsanweisung dient ihm dabei die vor
Jahrtausenden niedergelegte Zukunfisschau des Judaismus. So arbeiten bis in die jüngste
Zeit hinein chassidische Gelehrte an den Prophetien der Bibel. Sie suchen die offenen,
die halbverschlüsselten, die allegorischen Ausblicke, analysieren und dekodieren diese mit
Hilfe von Kabbala, Astrologie sowie altüberlieferter Buchstaben-/Zahlenschlüssel, um
sie anschließend in eine Zeitachse einzupassen. Und geben ihre Erkenntnisse dann an
politische Aktivisten weiter, die daraus vollendete Tatsachen zu schaffen haben. Wie die
biblischen Söhne Issachars, welche um die geheime Lehre der Buchstabenentschlüsselung
wussten, sodass sie die Zeiten vorhersagen konnten und voraussagen konnten, was
Israel zu tun aufgetragen war. Wenn eine kleine Elite aktiv an der Umsetzung
von Bibelprophezeiungen arbeitet und Milliarden Religiöse auf ebendiese
warten, haben wir es nicht mit einer zwangsläufigen, nur übernatürlich
erklärbaren Entwicklung zu tun, sondern mit kollektivem Wahnsinn, der sich,
wie Wolfang Eggert feststellt, auf der ganzen Welt verbreitet hat: Wie kurze
Seitenblicke auf die Endzeiterwartungen von Freimaurern (‚Jesus‘) und radikalen
Islamisten (‚Mahdi‘) gezeigt haben, reicht der bunte Reigen an Heilspersönlichkeiten
im Armageddonnetzwerk über den jüdischen Messias weit hinaus: Nicht wenige
Hindus pochen auf das Kommen des ,Kalki Avatara‘, der Buddhist weiß um
den Erlöser-Buddha ,Maitreya‘ und der Parse hofft auf seinen ,Sosiosch‘ So
verschieden die Namen sind, so gleich ist die Bestimmung, die Vision, das Schicksal,
das sich an die jeweilige Lichtgestalt bindet. Vieles spricht dafür, dass hier ein und
derselben Wesenheit gehuldigt wird.*” Die grausige Vorahnung eines Dritten
Weltkriegs und einer Weltregierung wird so einfach zur lang erwarteten Erlösung
durch den entsprechenden Gott. Sobald Anhinger dieser endzeitlichen Religionen
eine Tendenz zu einer Weltregierung und mehr Kriegen wahrnehmen, werden sie
sich in ihrem Glauben bestärkt fühlen. Sie werden sich noch weiter in die Texte

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ihrer Religionen stürzen, anstatt in aktiven Widerstand gegen die wahren Gefahren
dieser Welt zu treten. Ihre Passivität ist von der Elite hocherwünscht.

Der Youtuber EndzeitreporterMCM blendet absichtlich Fakten aus, um sich seine
Vorfreude auf die neue Welt Gottes nicht zu verderben. Einerseits klärt der Endzeitchrist
in vielen seiner Videos über die Weltregierungsambitionen der Rothschilds auf und
erklärt, dass sie die Banken, Medien, Militär usw. kontrollieren, andererseits erklärt er
dem Zuschauer, die Gründung Israels sei eine göttliche Fügung gewesen: Im Jahr 70
n. Chr. wurde der Tempel Jerusalems zerstört und die Juden in alle vier Windrichtungen
zerstreut. Doch sie kehrten nach fast 2000 Jahren wieder ins Land ihrer Vorväter zurück,
wie es prophezeit wurde. [...] So wie die Juden weltweit zerstreut wurden, so sollten sie eben
auch eines Tages zurück in ihre Heimat kommen, was sich eindeutig erfüllt hat. Und diese
Zeit der Sammlung des jüdischen Volkes zur letzten Zeit ist laut Bibel auch ein Bestandteil
bzw. der Anfang der Endzeit. Die Sammlung der Juden hatte ihren Höhepunkt zwar 1948
mit der Gründung des Staates Israel, doch die erste große Anzahl von Juden kamen schon
früher ins Land ihrer Vorväter, nämlich 1882.“ Er blendet aus, dass die Rothschilds
diese ersten jüdischen Kolonien in Palästina finanziert und organisiert haben. Edmond
de Rothschild ließ mehr Geld nach Palästina fließen als alle anderen Juden auf der
Welt zusammen. Am Ende seines Lebens gestand er: Ohne mich hätte sich der Zionismus
nicht entfaltet, und ohne Zionismus hätte ich nichts unternehmen können. Sein Grab in
Israel auf einer Anhöhe über dem alten Hafen trägt die schlichte Inschrift: „Vater des
Landes.“ Der Endzeitreporter aus dem Internet glaubt zwar, die Rothschilds regierten
die Welt, traut ihnen aber nicht zu, einen kleinen Staat zu gründen. Besonders zynisch
wird es, wenn er in seinen Videos auch die Bevolkerungsstrome nach Israel von 1933-
1945 als Gottes Plan verkauft. Jeder Historiker wird Ihnen sagen können, warum zu
dieser Zeit die meisten Juden nach Palästina emigrierten. Der Holocaust war daran
schuld! Wenn Sie mein erstes Buch gelesen haben, wissen Sie, dass die Rothschilds
durch ihr Bankennetz den Aufstieg Hitlers finanzierten. Für EndzeitreporterMCM
hat sich durch den Holocaust der Wille Gottes erfiillt. Das sagt er selbst nicht so
direkt, aber wenn Gott die Riickkehr der Juden nach Israel gewollt hat, muss er
auch den Holocaust gewollt haben. Denn ohne Holocaust kein Israel.

Merken Sie, was fiir eine menschenverachtende Einstellung hinter solch einer
deterministischen Weltanschauung steckt? Die hundert Millionen Toten, die Stalin, Mao
und Hitler hinterliefSen, waren von Gott angekündigt und damit nicht zu verhindern,
so die zu Ende gedachten Gedankenginge des Endzeitreporters. Ahnlich wie im
Kommunismus wird der Mensch für Evangelikale zur anonymen Verschiebemasse in
einem größeren Projekt. Der Umsetzung einer Idee, die größer ist als das Individuum,
welches somit an Wert verliert. Der Zynismus der Evangelikalen wird nur noch von
ihren glaubensverwandten jüdischen Sektierern getoppt: So beklatschte einer ihrer beiden
wichtigsten Exponenten (der chassidischen Endzeitsekte, Anm. des Autors), der Sohn des
ersten israelischen Chefrabbis Zvi Jehudah Kook, gar den Holocaust als ‚himmlische
Chirurgie‘. Als ein ‚tiefes, verstecktes, gottliches Heilverfahren, das darauf abzielt,
uns von der Unreinheit des Exils zu befreien.‘ So wie beide Weltkriege sei ‚auch der
Holocaust eine Erschiitterung, die Vernichtung einer verfaulten Kultur (jener des Exils) im

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (234)
Dienst der nationalen Wiedergeburt und der Erfüllung der Vision des geoffenbarten Endes.‘
Ins gleiche Horn blies der Kook zumindest gleichgestellte und von der Lubawitscher- bzw.
Chabad-Sekte als lebender Messias verehrte Rabbiner (‚Rebbe‘) Schneerson. Gefragt, wie
der Holocaust habe geschehen können, wenn der Gott Israels die Welt regierte, sagte
er, es habe einen faulen Ast im Judentum gegeben, der abgesägt werden musste.“
Die „Neue Welt Gottes“, die die Endzeitchristen in der „Offenbarung des
Johannes” prophezeit sehen, stellt anscheinend eine Art „Weltregierung“ aus Israel dar,
welche auch die Rothschilds als Endziel anvisiert haben: Es entstehen ein neuer Himmel,
eine neue Erde und das neue Jerusalem, die Braut des Lammes, mit zwölf Toren und zwölf
Grundsteinen, auf denen die Namen der zwölf Apostel stehen. Der Gott wohnt in der
Mitte seines Volkes. Der Tod und Leid sind nicht mehr da. Und es gibt keinen Tempel in
der Stadt, denn Gott ist der Tempel. Vom Thron Gottes und des Lammes geht das Wasser
des Lebens aus, an dem die Bäume des Lebens stehen.“ EndzeitreporterMCM stellt sich
die Welt nach dem Dritten Weltkrieg, nachdem der Messias auf dem Thron in Israel
platzgenommen hat, folgendermaßen vor: Und wenn es keine Kriege mehr gibt und die
Welt gerecht regiert wird, dann werden wir das haben, was ich jedem Menschen wünsche:
Den Weltfrieden"“® Da wünscht sich jemand also, dass die Welt von Jesus „regiert“
wird, der damals von Regierenden ans Kreuz genagelt wurde. Ein kollektivistische
Ideologie, in der der Einzelne nichts zählt, zeichnet sich natürlich durch Ablehnung
des Kapitalismus aus, denn anscheinend müssen Gottes Schafe ja „regiert“ werden:
Doch auch der Kapitalismus ist für einige eine sehr verführerische Alternative, das
allerdings ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist, denn Zinsen sind laut Thora verboten,
so wie die Geldgier laut Neuem Testament eine Wurzel alles Bösen ist.*' Wer sein Leben
auf ein einziges Schriftstück ausrichtet, das nachweislich tausendfach verfälscht wurde
(siehe S.205), der hat es einfach, denn Logik und Fakten spielen keine Rolle mehr für
ihn. Dabei soll der Antichrist, gegen den Jesus am Ende der Zeiten kämpfen soll,
eine Person sein, die extrem viel weltliche Macht ausübt. Wie man in einer freien
Marktwirtschaft ohne Regierung Macht ausüben soll, wird der Endzeitreporter
sicher auch nicht erklären können. Aber was gibt es Angenehmeres als in einer Sekte
das eigene Denken aufzugeben und sich einfach dem Schicksal auszuliefern? Religionen
siedeln das Böse im Mystischen an. Sie reden einem ein, dass man nichts gegen das Böse
unternehmen könnte, weshalb auch der Vatikan Lobaczewskis Manuskript über eine
wissenschaftliche Herangehensweise an das Böse verschwinden ließ (siehe S.13 f.).
Über den Ursprung der „Offenbarung des Johannes“, auf die sich die
Evangelikalen verlassen, lässt sich heute nur noch spekulieren. Die meisten Bibel-
Exegeten sind sich indes darin einig, dass es sich beim Autor der Offenbarung nicht
um den Apostel Johannes handelt. Die Endzeitchristen vertrauen auf ein Buch, das auf
mysteriöse Weise seinen Weg in die heutige Bibel geschafft hat. Höchstwahrscheinlich
hat die Offenbarung nichts, aber auch gar nichts, mit dem Wort Christi zu tun.
Wolfgang Eggert schreibt: Bezeichnenderweise ist apokalyptisches Gedankengut dem
christlichen Geist prinzipiell fremd und es lässt sich der Nachweis führen, dass Johannes‘
Gedichte auf heidnischen Mythen basierten, deren Abfassung Jesu Geburt ganze
2000 Jahre vorangingen und erst 300 Jahre nach Christi Tod dem Bibelkanon

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (235)
zugeführt wurden. Martin Luther fand die in ihrer Rachsucht alttestamentarisch
anmutende Gotterscheinung der Offenbarung unvereinbar mit den Evangelien und
verbannte Johannes in seiner Übersetzung des Neuen Testaments in den Anhangteil,
Alle protestantischen Reformer aufSer Calvin, betrachteten den hier seine Blüten treibenden
apokalyptischen Millenniarismus schlicht als jüdische Häresie. Der Kirchengelehrte Marcion,
der zur Zeit des Johannes lebte, war sogar überzeugt, daß das Hereindrängen dieses Textes
in das christliche Schrifttum ein rabbinisches Komplott gegen die Kirche darstelle, um diese
der Weltsicht und den Zielen der Synagoge dienstbar zu machen.“ Es liegt nahe, dass
die okkulten Kreise innerhalb der Religionen, diese Offenbarung extra in die Bibel
eingebaut haben, um sie für ihre Machtpolitik zu missbrauchen. Dass die Führer der
Religionen in Wahrheit Satanisten waren, ist logisch, denn sie strebten nach weltlicher
Macht. Wer nach Macht strebt, ist böse, und böse Menschen werden das Böse in ihrem
Glauben verehren, so wie die Satanisten es tun. Die Taten dieser Satanisten zu bejubeln
oder nur zu akzeptieren wie EndzeitreporterMCM es tut, ist kaum weniger satanisch.
Ein von den Religionen gelöster Geheimbund, der ähnliche weltliche Ziele verfolgt,
ist die von den Rothschilds kontrollierte Freimaurerei (siehe S.35). Ihre Aufgabe
ist zuvorderst die Rekrutierung von gesellschaftlichen Eliten, die an dem „Großen
Plan“ der Bruderschaft mitwirken sollen. Der Freimaurer Aron Monus schreibt:
Die ,freimaurerische Spiritualität‘, welche die Sekte allen Menschen, ‚welcher Rasse oder
Religion auch immer’, aufdringen will, ist eigentlich nichts anderes als das Wahnbild vom
Eintreffen der messianischen Zeiten und, auf der praktischen Ebene, die Einführung
ihres Weltreiches. Zu diesem doppelten, spirituellen und praktischen Zweck hatte die Sekte
Revolutionen unter anderem die blutige Französische Revolution und die nicht weniger
blutige bolschewistische Revolution sowie Kriege seit zwei Jahrhunderten angezettelt.
Die Freimaurerei, die ‚Mitarbeiterin der Gottlichkeit', hat sich die Aufgabe gestellt, die
biblischen Prophezeiungen, vor allem aber die Grauen erregenden Vorstellungen,
zu erfüllen.“ Salomons Tempel (siehe S.229) steht auch im Mittelpunkt der
freimaurerischen Ideologie: Freimaurer begehren den Tempelberg, auf dem vor Urzeiten
der Tempel Salomos gestanden haben soll, weil sie glauben, dass ihre Gesellschaft ursprünglich
von jenem Maurermeister Hiram Abiff begründet wurde, der den Tempel vor 3000 Jahren
gebaut haben soll.**> Die Neuerbauung von Salomons Tempel scheint das wahre Ziel
der Rothschilds zu sein, es sei denn, sie benutzen das von ihnen gegriindete Israel nur
als Finte, um von die von ihnen angestrebte Weltregierung zu legitimieren. Salomon
war im 10. Jahrhundert v. Chr. Herrscher des Königreichs Israel. Wie die Bibel
uns erzählt, fiel Salomon im Gegensatz zu seinem Vater David vom Glauben an
Gott ab. Gott hatte Salomon viel Weisheit gegeben, doch die Bibel sagt, er habe nicht
das richtige Herz für dieses Wissen gehabt. Er benutzte seine Weisheit gegen sein Volk
und mehrte damit seinen Wohlstand. Seine Weisheit machte ihn depressiv, sodass er
nicht mehr nach den Geboten Gottes handelte, sondern andere Gottheiten verehrte.
Im 1. Könige, Kapitel 11, Vers 4,5,11 heißt es: Und es geschah zu der Zeit, als Salomo
alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Gottheiten zu, sodass
sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war, wie das Herz seines
Vaters David. So lief Salomon der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier. Salomon

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (236)
war einer der ersten bekannten „Okkultisten‘“, der bei seinem Streben nach Wissen
dem Bösen verfiel. Seine Rebellion gegen Gott vereint ihn mit Luzifer, der ebenfalls im
Zentrum ihres okkulten Systems steht. Die Rothschilds sehen sich in seiner Tradition,
da sie die Welt durch geheimes Wissen Regieren. Möglicherweise ist es sogar das geheime
Wissen von Salomon höchstpersönlich, das sie benutzen. Deshalb soll der Tempel
Salomons in Israel neu errichtet werden, wenn die Rothschilds ihre Weltregierung
realisiert haben. Dann wird die Al Aqsa Moschee der Muslime entfernt werden und
ein neues Bauwerk auf dem Jerusalemer Tempelberg entstehen. Vom geplanten Bau
des Tempels berichtet Wolfang Eggert: Der Großteil der ‚historischen‘ Tempel-
Einrichtung wurde bereits nach intensiven Quellenstudien detailgetreu angefertigt.
Fünf neue, für den Tempeldienst bestimmte Silbertrompeten sind im Herbst 1994 fertig
geworden. Die Suche nach dem Tehelet Blau-Farbstoff, welcher für die Kleidungsstücke
der Priester und die Tempelverkleidung benötigt wird, macht Fortschritt: Er stammt von
einer bestimmten Schlangensorte, deren besondere Spezies man jetzt eruiert hat. Den letzten
Schliff erhalten gegenwärtig auch die Brustplatten der Hohepriester. 12 Jahre Arbeit waren
vonnöten, bis man genau wusste, welche Steine zu Zeiten Mose benutzt worden waren, bis
man diese besorgt hatte und bis die Namen der richtigen Stämme auf die richtigen Steine
geschrieben waren. Des Weiteren ist bereits ein riesiger goldener Kronleuchter in den USA
angefertigt worden, während die künftigen Hohepriester an einem ‚Simulations‘-Altar in
der Nähe des Toten Meers in die genauen Methoden zur Ausführung der verschiedenen
Opferzeremonien eingewiesen werden. ‚Ein Architekt hat sogar bereits einen neuen
Bebauungsplan für Jerusalem entwickelt, in dem für die Millionenschar von Osterpilgern
ausgedehnte Parkflächen vorgesehen sind‘ verrät Baruch Ben Yossef, der alljährlich ein
Zusammentreffen der ‚Bauherren des Dritten Tempels‘ ausrichtet.[...] Die Jeshiva
Ateret Cohanim wurde gegründet, um Rabbiner als künftige Hohepriester für
die Übernahme des Vorsitzes über den zukünftigen ‚Dritten Tempel Salomos‘ zu
schulen. Hier wird alles gelehrt, was die Hexenküche des esoterischen Talmudismus
an Überraschungen parat hat, rituelle Tieropfer eingeschlossen. So rückwärtsgerichtet
das Ziel, so futuristisch die Methoden. Auf der Suche nach der künftigen Hohepriesterschaft
bedient man sich auch der Gentechnik: Dabei wollen jüdische Wissenschaftler mit einer
DNA-Analyse an ca. 10.000 Menschen weltweit festgestellt haben, dass bestimmte Gene
nur in ganz bestimmten jüdischen Familien nachweisbar sind (rund 25 Familien weltweit).
Diese Familien, die den Namen Cohen tragen, werden als Abkömmlinge der Hohepriester
angesehen. Ihnen kommt nun die Aufgabe zu, jene Auserwählten zu stellen, die am
gleichen Ort, wo einstmals der mystische Salomon residierte, Blut- und Opferrituale
ausführen sollen.*** Die jüdische und christliche Endzeitgemeinde vereint der Glauben
daran, dass der Messias den Dritten Tempel bauen wird. Warum bereiten dann
Menschen diesen Bau vor? Wird damit nicht die Macht eines himmlischen Messias
geleugnet? EndzeitreporterMCM ist in dem festen Glauben gefangen, ein Tempel
würde im neuen Jerusalem nicht errichtet werden, denn Gott sei der neue Tempel
(siehe S.234). Die jüdische Endzeitgemeinde glaubt, der neue Tempel werde von ihrem
Messias errichtet, von dem sie sich kein Bild machen darf. Nach der vermeintlichen
Endzeit werden die Rothschilds vermutlich darauf achten, dass die Masse ihren neuen

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (237)
Tempel weiterhin nicht als Tempel von Salomon identifiziert. Darüber kann ich aber
nur spekulieren. Möglicherweise werden auch alle Religionen dem Dritten Weltkrieg
zum Opfer fallen, sodass man mit dem Bau des Tempels die globale Dominanz des
Okkultismus öffentlich verkünden könnte. Israel würde die ganze Welt unter seiner
spirituellen Führung zusammenschließen und die Hohepriester des Tempels wären
Okkultisten. Noch vor der finanziellen Blütezeit der Rothschilds heiratete Nathan
Mayer Rothschild in die damals wohlhabendste jüdische Familie Englands ein. Ihr
Name: Cohen. Das nährt den Verdacht, Abkömmlinge der Rothschilds könnten selbst
die neuen Hohepriester im Tempel Salomons stellen. Doch selbst wenn die Pläne zum
Bau des Tempels nicht existieren würden: Die Rothschilds müssen die Weltregierung
aus Israel errichten, um die Gläubigen zu überzeugen.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich ein einfacher Trick, ein Buch
für „heilig“ oder „göttlich“ zu erklären und dann nach diesem Buch zu handeln.
Wenn das Buch sagt, Gott werde am „Letzten Tag” zurückkehren, dann ist das für
die Gläubigen eine Anweisung, ihr Schicksal zu akzeptieren. Milliarden Menschen
warten heute passiv auf die Prophezeiungen ihrer Religionen. Endzeitchristen
wie EndzeitreporterMCM, die das Internet als ihr Missionszentrum benutzen,
verkaufen dem Zuschauer ein unzuverlässiges Dokument namens Bibel als
ultimative Wahrheit. Die Wahrheit findet man aber nicht in der Bibel, man findet
sie in der Realität. Religion und Glaube hat die Menschheit in ihrer Entwicklung
immer zurückgeworfen, Wissenschaft und moralisches Denken hat sie vorangetrieben.
Der uralte Mythos der Religionen, die Menschheit würde Weisheit und technischen
Fortschritt mit einer Katastrophe bezahlen, da sie sich das Wissen Gottes nicht anmaßen
dürfe, wurde von den religiösen Führern erdacht, die das Wissen für sich alleine haben
wollten. Auch für Religiöse ist die Zeit reif, die „Zeichen der Zeit“ endlich zu erkennen
und sich von ihrem endzeitlichen Kult zu lösen. Anstatt auf die Endzeit zu warten,
sollten sie sich darum kümmern, dass sie nicht eintritt. Ironischerweise sind die
Vorhersagen der abergläubischen Endzeitsekte immer noch akkurater als diejenigen der
angeblichen „Geopolitk-Experten“, die sich darauf beschränken, Putins Propaganda
zu wiederholen. EndzeitreporterMCMs Einschätzung trifft in diesem Fall den Nagel
auf den Kopf: In Zeitungen oder im Fernsehen wird heute Russland als neuer Buhmann
dargestellt und die NATO als ‚Allianz des Guten‘. Im Internet hingegen wird eher die
NATO, besonders die USA, als Buhmann dargestellt, und Russland als das Land
des ‚Heiligen Putin‘. Indem wir die eine Seite so sehr verherrlichen und die andere
Seite so sehr verabscheuen, wird genau diese Stimmung gesät, die Kriege auf beiden
Seiten rechtfertigen lässt, indem man ein Feindbild erschafft.“* Ich frage mich, ob
ein biblischer Prophet auch voraussagte, dass in der Endzeit religiöse Sektierer das
Weltgeschehen besser analysieren werden als die sogenannten „Journalisten“.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (238)
Schlusswort

Ich hoffe, mein Buch konnte Sie zumindest zum Nachdenken anregen. Wie
Lobaczewski klarstellte, ist der erste Weg zur Heilung einer Krankheit schon deren
Diagnose. Bei der Bekämpfung des Bösen beginnt die Heilung jedoch schon mit der
Erkenntnis. Inzwischen gibt es Millionen Patienten der Putin-Seuche, die dringend
geheilt werden müssten. Falls mein Buch Sie geheilt hat, drücken Sie es bitte anderen
Menschen in die Hand, die noch an der Krankheit leiden. So könnten wir endlich eine
Bewegung lostreten, vor der sich die Machtelite wirklich fürchten müsste.

Ich will klarstellen, dass ich nicht vorhabe, die Karrieren der genannten Personen
aus den alternativen Medien zu zerstören. Ich hege auch keinen persönlichen Groll
gegen sie. Zu einer öffentlichen Diskussion bin ich jederzeit bereit und werde diese
auch suchen. Libertäre, die ein Problem mit der Berichterstattung in den alternativen
Medien haben, können sich nun dieses Buch bestellen und es den entsprechenden
Personen in die Hand drücken. Ich bin mir sicher, dass jeder der Genannten früher
oder später über mein Buch stolpern wird. Würden Elsässer, Hörstel & Co. nicht
darauf reagieren, wüsste ich, dass ich einen wunden Punkt getroffen hätte. Würden
sie reagieren, würden sie damit mein Buch bekannter machen. Ich kann folglich nur
gewinnen.

Der Begriff „Politik“ ist nach der Lektüre dieses Buches einfach erklärt: Politik ist
ein Trick von Psychopathen, die eine Erfindung namens „Staat“ ausnutzen, um Nicht-
Psychopathen zu unterwerfen. Eine Befürwortung der Politik ist das Grundproblem,
an dem die alternativen Medien leiden. Würde man Politik allgemein als unmoralisch
erachten, ließe sich eine Unterstützung Wladimir Putins von Anfang an ausschließen.
Lobaczewski stellte in seinem Buch die wichtige Frage, ob man „Pathokraten“ wie
Hitler überhaupt in die Verantwortung ziehen könne. Hat Hitler einen einzigen Juden
persönlich ermordet? Eine einzige Bombe im Zweiten Weltkrieg selbst abgeworfen?
Von welch naiver Denkweise zeugt es, eine einzige Person für die Entstehung des
Bösen in einer Nation verantwortlich zu machen? Eine Zentralregierung könnte einer
gesamten Bevölkerung unmöglich ihren Willen aufzwingen, würde sie sich nicht
innerhalb der Nichtregierungsöffentlichkeit auf weitverbreitete Unterstützung und
freiwillige Kooperation treffen. So stellte der französische Autor Etienne de La Boetie
schon vor fast 500 Jahren fest, dass ein Volk sich immer freiwillig einem Herrscher
unterwirft: Wer auf diese Weise über euch herrscht [...] hat in der Tat nichts mehr als die
Macht, die ihr ihm verliehen habt, um euch zu zerstören. Wo hat er genug Augen her, euch
auszuspionieren, wenn ihr sie nicht selber bereitstellt? Wie kann er so viele Arme haben, um
euch zu schlagen, wenn er sie nicht von euch leiht? Die Füße, die eure Städte zertrampeln,
wo bekommt er sie her, wenn sie nicht eure eigenen sind? Wie hat er jegliche Macht über
euch außer durch euch? Wie könnte er es wagen, euch anzugreifen, wenn er von euch keine
Kooperation bekäme? Was würde er tun, wenn ihr nicht selber den Dieb stillschweigend
dulden würdet, der euch ausplündert, wenn ihr nicht Komplizen des Mörders wäret, der
euch umbringt, wenn ihr euch nicht selber verraten würdet? Ihr sät eure Ernte, damit er
sie verwüsten kann, ihr baut und richtet eure Häuser ein, um ihm Güter zur Plünderung

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (239)
zur Verfügung zu stellen; ihr zieht eure Töchter auf, damit er seine Lust befriedigen kann;
ihr zieht eure Kinder grofS, damit er ihnen die größte Ehre zukommen lassen kann, die er
kennt, sie in die Schlacht zu führen und sie der Schlachterei auszuliefern, damit er sie zu
Dienern seiner Gier und Instrumenten seiner Rache macht; ihr stellt eure Körper für harte
Arbeit zur Verfügung, damit er seinen Freuden nachgeben und sich in seinen widerlichen
Vergnügungen wälzen kann; ihr schwächt euch, um ihn stärker und mächtiger zu machen,
um euch in Schach zu halten.“ Oder um es in den Worten des Sängers Xavier Naidoo
zu sagen, der sich zuletzt als Libertärer outete und meinen Lieblingsautor Oliver Janich
lobte:

Warum trägst du nicht zur Lösung des Problems bei
Und warum musst du immer Teil des Problems sein
Wie viele große Lügner preisen das Problem ein

Sie reden das Problem klein

Sie wissen, sie sind das Problem

Doch gestehen es sich nicht ein

239



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (240)
Fussnoten

1. Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, Red Pill Press, 2012, 2. korrigierte deutsche Auflage, S.60
2. Ebenda, S.43/44

3. Ebenda, 5.353

4. Ebenda, S.11

5. Ebenda, S.116

6. Ebenda, S.132-136

7. Ebenda, S.19

8. Ebenda, S.143

9. Ebenda, S.145

10. Ebenda, S.214

11. Ebenda, S.152

12. Ebenda, S.147

13. Ebenda, S.148

14. Ebenda, S.120

15. Ebenda, S.161

16. Ebenda, S.100/101

17. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.193
18. Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, Red Pill Press, 2012, 2. korrigierte deutsche Auflage, S.179
19. Ebenda, S.188

20. Ebenda, S.135

21. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, 5.23

240



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (241)
22.

23.

24.

25.

26.

27.

28.

29.

30.

Ebenda, S.121

Ebenda, S.219

Ebenda, S.370

Ebenda, S.355

Ebenda, S.147

Ebenda, S.162

Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.262
Ebenda, S.11

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(abgerufen am 27.08.2015)

31.

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33.

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35.

36.

37.

Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, 5.423
Ebenda, S.11

Ebenda, S.230/231

Ebenda, S.496/497

Ebenda, S.434/435

Ebenda, 503/504

Ideologie. In: Wiktionary-Deutsch. Datum: 10. Januar 2015. https://de.wiktionary.org/wiki/Ideologie

(abgerufen am 27.08.2015)

38. Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, Red Pill Press, 2012, 2. korrigierte deutsche Auflage, 5.182

39.

40.

Grundgesetz Artikel 21. In: Dejure. http://dejure.org/gesetze/GG/21.html (abgerufen am 27.08.2015)

Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.83/84

41. Torsten Mann: Rote Lügen in grünem Gewand, Rottenburg, Kopp Verlag, 2009, S.61/62

42. Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, Red Pill Press, 2012, 2. korrigierte deutsche Auflage, S.225

241



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43. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.78/79
44. Niall Ferguson: Die Geschichte der Rothschilds - Band 1, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt, 2002, 5.226

45. Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie, Red Pill Press, 2012, 2. korrigierte deutsche Auflage, S.101
46. Ebenda, S.189

47. Philipp Bagus und Andreas Marquart: Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden - Und welche
Rolle der Staat und unser Papiergeldsystem dabei spielen, Miinchen, FinanzBuch-Verlag, 2014, 2. Auflage, S.21

48. Ebenda, S.22

49. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.139

50. Zurück zur D-Mark, Frau Wagenknecht! In: Jürgen Elsissers Blog. Datum: 04.10.2011. https://
juergenelsaesser.wordpress.com/2011/10/04/compact-editorial-zuruck-zur-d-mark-frau-wagenknecht/
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51. Mit der D-Mark wiren sie besser dran als mit dem Euro. In: Investor-Verlag Webseite. Datum: 24.03.2015.
http://www.investor-verlag.de/finanzkrise-thema/euro-krise/mit-der-d-mark-waeren-sie-besser-dran-als-mit-

dem-euro-20150324-20150324/122220551/ (abgerufen am 27.08.2015)

52. Eurowahn mit Oliver Janich, Prof Hankel, J Elsässer, Dr Hamer u a 2015. In: Youtube. Datum: 21.07.2015.
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53. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.79

54. Adam Weishaupt Quotes. In: Brainy Quote. http://www.brainyquote.com/quotes/quotes/a/
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55. Frederic Morton: Die Rothschilds - Porträt einer Dynastie, Deuticke im Paul Szolnay Verlag, 1992, S.29
56. Guido Grandt: Schwarzbuch Freimaurerei, Rottenburg, Kopp Verlag, 2007, S.174

57. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.108

58. Ebenda, S.108/109

59. Niall Ferguson: Die Geschichte der Rothschilds - Band 1, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt, 2002; S.37
60. Ebenda, S.148

61. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.428/429

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65. Oliver Janich: Das Kapitalismus-Komplott, München, FinanzBuch Verlag, 2010, 3. Auflage, S.286
66. Anthony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution, DAP, 2001, S.36

67. Ebenda, S.38

68. Ebenda, S.27

69. Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa Geheimdokumente enthiillen die dunklen Pläne der
Elite, München, FinanzBuch Verlag, 2013, 1. Auflage, S.310

70. Anthony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution, DAP, 2001, S.132/133
71. Ebenda, S.43
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73. Neue ökonomische Politik. In: Wikipedia. Datum: 20.03.2015. https://de.wikipedia.org/wiki/
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74. Anthony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution, DAP, 2001, S.123
75. Ebenda, S.124

76. Ebenda, S.87

77. Ebenda, S.84

78. Ebenda, S.101

79. Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa Geheimdokumente enthiillen die dunklen Pläne der
Elite, Miinchen, FinanzBuch Verlag, 2013, 1. Auflage, S.308/309

80. Anthony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution, DAP, 2001, S.29

243



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81. Ebenda, S.55
82. Ebenda, S.59

83. Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa Geheimdokumente enthiillen die dunklen Pläne der

Elite, München, FinanzBuch Verlag, 2013, 1. Auflage, S.305

84. Tilman Knechtel: Die Rothschilds - Eine Familie beherrscht die Welt, Birstein-Lichenroth, J.K. Fischer
Verlag, 2013, 2. Auflage, S.129

85. Anthony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution, DAP, 2001, S.69
86. Ebenda, S.121/122

87. Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa Geheimdokumente enthiillen die dunklen Pläne der
Elite, Miinchen, FinanzBuch Verlag, 2013, 1. Auflage, S.311/312

88. Ebenda, S.312

89. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.34

90. Ebenda, S.207
91. Ebenda, S.47
92. Ebenda, S.264
93. Ebenda, S.34
94. Ebenda, 5.264
95. Ebenda, S.266

96. Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa Geheimdokumente enthiillen die dunklen Pläne der
Elite, Miinchen, FinanzBuch Verlag, 2013, 1. Auflage, S.341

97. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, 5.53

98. Ebenda, S.262-264

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105. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, 5.39

106. Ebenda, S.81
107. Ebenda, S.84
108. Ebenda, S.76
109. Ebenda, S.80
110. Ebenda, S.87
111. Ebenda, S.87/88
112. Ebenda, S.88
113. Ebenda, S.89
114. Ebenda, S.98/99
115. Ebenda, S.97
116. Ebenda, S.41
117. Ebenda, S.100
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119. Ebenda, S.42

120. Ebenda, S.110-114

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121. Ebenda, S.141

122. Ebenda, S.94

123. Ebenda, S.107/108

124. Ebenda, S.133

125. Ebenda, S.43

126. Ebenda, S.137

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129. Mauerfall: Kohl vermutete Stasi hinter der DDR-Biirgerrechtsbewegung. In: Spiegel.de. Datum:
09.11.2014. htep://www.spiegel.de/politik/deutschland/mauerfall-helmut-kohl-vermutete-auch-stasi-hinter-ddr-
buergerbewegung-a-1001834.html (abgerufen am 27.08.2015)

130. Die gar nicht so alten, höchst deutschfeindlichen Texte des Jürgen Elsässer Teil 1. In: Recentr. Datum:
12.09.2014. htep://recentr.com/2014/09/die-gar-nicht-alten-hochst-deutschhassenden-texte-des-jurgen-

elsassers-teil-1/ (abgerufen am 27.08.2015)

131. Wulffs Angriff auf Deutschland. In: Jürgen Elsässer Blog. Datum: 05.10.2010. https://juergenelsaesser.
wordpress.com/2010/10/05/wulffs-angriff-auf-die-deutsche-kultur/ (abgerufen am 27.08.2015)

132. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
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133. “Der Euro-Bond” Compact Magazin Januar 2013. In Youtube. Datum: 30.12.2012. https://www.youtube.
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134. Putins Trolle drehen durch: Die CIA soll Boris Nemzow ermordet haben. In: Recentr. Datum: 28.02.2015.
http://recentr.com/2015/02/putins-trolle-drehen-durch-die-cia-soll-boris-nemzow-ermordet-haben/
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griechenland-verbindung-alexander-dugin-konstantin-malofeev-panos-kammenos/seite-2 (abgerufen am

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136. Putins Netzwerk in Europa: Wie Moskau rechte Parteien sponsert und unterwandert - Das Erste. In:
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143. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.240

144. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.241

145. Ebenda, S.213
146. Ebenda, S.214
147. Ebenda, S.250

148. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
Hoffmann und Campe, 2007, S.191

149. Ebenda, S.192

150. Terroristenjagd in Russland: Stunde der Verschworungstheoretiker. In: Spiegel.de. Datum: 09.09.2004.
htep://www.spiegel.de/politik/ausland/terroristenjagd-in-russland-stunde-der-verschwoerungstheoretiker-a-
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151. Einsatz in der Ostukraine: tschetschenische „Todeseinheit“ unterstützt Separatisten. In: Euronews.
com. Datum: 10.12.2014. http://de.euronews.com/2014/12/10/einsatz-in-der-ostukraine-tschetschenische-

todeseinheit-unterstuetzt-/ (abgerufen am 27.08.2015)
152. Christoph Hörstel, über IS und Verbündete, Iranisches Radio 12.10.14. In: Youtube. https://www.youtube.

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153. US gegen IS eine Schmierenkomödie! In: Jürgen Elsässer Blog. Datum: 15. August 2014. https://
juergenelsaesser.wordpress.com/2014/08/15/us-gegen-is-eine-schmierenkomodie/ (abgerufen am 27.08.2015)

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155. Bombenanschlag in Wolgograd mit 14 Toten soll auf russischen Bin Laden zuriickgehen. In: Recentr.
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russischen-bin-laden-zuruckgehen/ (abgerufen am 27.08.2015)

156. Lob der Macht? Sackgasse. In: Dr. Oliver Tolmein Blog. http://www.tolmein.de/
politik,globalisierung,112,lob-der-macht.html (abgerufen am 27.08.2015)

157. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.421/422

158. Norbert Schreiber: Anna Politkowskaja - Chronik eines angekiindigten Mords, Klagenfurt, Wieser, 2007,
S.150

159. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergriinde des blutigen Konflikts, Miinchen, Diederichs,
2004, S. 43

160. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
Hoffmann und Campe, 2007, S.194

161. Ebenda, S.268
162. Ebenda, S.235
163. Ebenda, S.249

164. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergründe des blutigen Konflikts, München, Diederichs,
2004, S.43

165. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
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166. Unser Haus Russland. In: Wikipedia-Deutsch. Datum: 23.08.2015. https://de.wikipedia.org/wiki/Unser_
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168. Ein näherer Blick auf Wladimir Putin. In: Youtube. Datum: 24.10.2014. https://www.youtube.com/
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169. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
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oligarchen-aufgeraeumt-_aid_833805.html (abgerufen am 27.08.2015)

173. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
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174. Putin führt den Oligarchen Deripaska vor. In: Welt.de. Datum: 08.06.09. http://www.welt.de/welt_print/
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176. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
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179. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergründe des blutigen Konflikts, München, Diederichs,
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180. Ebenda, S.169
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184. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
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185. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergründe des blutigen Konflikts, München, Diederichs,
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186. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
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187. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergründe des blutigen Konflikts, München, Diederichs,
2004, S.19

188. Ebenda, S.129
189. Ebenda, S.133
190. Ebenda, S.135

191. KenFM über: Mord an Nemzow. Putin ist schuld? In: Youtube. Datum: 03.03.2015. https://www.youtube.
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192. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergriinde des blutigen Konflikts, Miinchen, Diederichs,
2004, S.136

193. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
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194. Verletzte, Tode und Suizide in der Bundeswehr. In: Angriff auf die Seele. Datum: 13.03.2009. http://
www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs/informationen/aktuelles/ 124-verletzte-tote-und-suizide-in-bundeswehr. html

(abgerufen am 27.08.2015)

195. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.164

196. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergründe des blutigen Konflikts, München, Diederichs,
2004, S.41

197. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
Hoffmann und Campe, 2007, S.298

198. Ebenda, S.351

199. Christine Belakhdar: Tschetschenien - Die Hintergriinde des blutigen Konflikts, Miinchen, Diederichs,

250



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (251)
2004, S.111-112

200. Alexander Goldfarb: Tod eines Dissidenten - Warum Alexander Litwinenko sterben musste, Hamburg,
Hoffmann und Campe, 2007, 5.207

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Verlag, 2014, S.119

351. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische GrofSmacht
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.283

352. Ebenda, S.252
353. Ebenda, S.255/256
354. Ebenda, S.152
355. Ebenda, S.17

356. Ebenda, S.260
357. Ebenda, S.260/261

358. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, 5.172

359. Ebenda, S.173

360. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht

260



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (261)
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.281
361. Dieses extremistische Eurasien-Netzwerk manipuliert die alternativen Medien. In: Recentr. Datum:
08.03.2014. http://recentr.com/2014/03/dieses-extremistische-eurasien-netzwerk-manipuliert-die-alternativen-

medien/ (abgerufen am 28.08.2015)

362. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.301

363. Ebenda, S.23

364. Ebenda, S.22

365. Ebenda, S.188
366. Ebenda, S.181/182

367. Tilman Knechtel: Die Rockefellers - Ein amerikanischer Albtraum, Birstein-Lichenroth, ]J.K. Fischer
Verlag, 2014, S.90

368. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.98

369. Tilman Knechtel: Die Rockefellers - Ein amerikanischer Albtraum, Birstein-Lichenroth, J.K. Fischer
Verlag, 2014, S.229

370. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Grofimacht
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.110

371. Ebenda, S.108
372. Ebenda, S.185

373. Ebenda, S.186
374. Ebenda, S.100/101
375. Ebenda, S.30

376. Ebenda, S.31

377. Ebenda, S.42

261



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (262)
378. Ebenda, S.11

379. Tilman Knechtel: Die Rockefellers - Ein amerikanischer Albtraum, Birstein-Lichenroth, J.K. Fischer
Verlag, 2014, S.81

380. William Engdahl: China in Gefahr - Wie die angloamerikanische Elite die neue eurasische Großmacht
ausschalten will, Rottenburg, Kopp Verlag, 2014, S.267

381. Ebenda, S.9
382. Ebenda, S.248

383. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, 8.31/32

384. Ebenda, S.283

385. Manfred Kleine-Hartlage: Das Dschihad-System - Wie der Islam funktioniert, Grifelfing, Resch, 2010,
S.136

386. Ebenda, S.140

387. Ebenda, S.98

388. Ebenda, S.99

389. Ebenda, S.66

390. Ebenda, S.97

391. Ebenda, S.100

392. Ebenda, S.110

393. Kurt Stasny: Die Gier nach Macht, Gelnhausen-Roth, J.K. Fischer Verlag, 2011, S.22

394. Manfred Kleine-Hartlage: Das Dschihad-System - Wie der Islam funktioniert, Grifelfing, Resch, 2010,
S.102/103

395. Ebenda, S.155

396. Ebenda, S.106

262



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (263)
397. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.217

398. Ebenda, S.227

399. Ebenda, S.235

400. Ebenda, S.234

401. Ebenda, S.236

402. Wie Russland das Mullah-Regime im Iran möglich machte. In: Recentr. Datum: 14.07.2015. http://
recentr.com/2015/07/wie-und-warum-russland-das-absurde-mullah-regime-im-iran-moglich-machte/

(abgerufen am 28.08.2015)

403. Monika Gronke: Geschichte Irans - Von der Islamisierung bis zur Gegenwart, Miinchen, Beck, 2009,
S.108/109

404. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.239

405. Standards im Journalismus. In: Der Westen. Datum: 08.09.2008.
http://www.derwesten.de/zeusmedienwelten/zeus/fuer-schueler/schreibwerkstatt/standards-im-journalismus-

id1220925.html (abgerufen am 28.08.2015)

406. Gerhard Wisnewski: Verheimlicht, Vertuscht, Vergessen 2013, Miinchen, Knaur Taschenbuch Verlag,
2012, S.133/134

407. Ebenda, S.126
408. Ebenda, S.120
409. Ebenda, S.119
410. Ebenda, S.129/130
411. Ebenda, S.130
412. Ebenda, S.114

413. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.233

263



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (264)
414. Gerhard Wisnewski: Verheimlicht, Vertuscht, Vergessen 2013, München, Knaur Taschenbuch Verlag,
2012, S.127/128

415. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.186

416. Ebenda, S.165

417. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.371

418. Torsten Mann: Weltoktober - Wer plant die sozialistische Weltregierung, Rottenburg, Jochen Kopp Verlag,
2007, S.106/107

419. Ebenda, S.107

420. Ron Paul Ukraine-Analyse im Bullshit-Check. In: Recentr. Datum: 23.02.2015. http://recentr.
com/2015/02/ron-pauls-ukraine-analyse-im-bullshit-check/ (abgerufen am 28.08.2015)

421. Ukraine führt 1,5 Prozent Kriegssteuer ein. In: Welt Online. Datum: 31.07.2014. http://www.welt.de/
newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article130743379/Ukraine-fuehrt-1-5-Prozent-Kriegssteuer-ein.
html (abgerufen am 28.08.2015)

422. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.383

423. Königsberg, Krim, Arktis - Wo Putin sein Land aufriistet. In: Bild Online. Datum: 15.01.2015. http://
www.bild.de/politik/ausland/wladimir-putin/russland-ruestet-auf-39335780.bild.html (abgerufen am

28.08.2015)

424. Boris Reitschuster: Putins Demokratur - Ein Machtmensch und sein System, Berlin, Econ, 2014, Dritte
Auflage, S.372-375

425. Ebenda, S.375

426. Ebenda, S.376

427. Schachtschneider zur Krim: „Das ist nicht volkerrechtswidrig!® In: Jürgen Elsässer Blog. Datum:
01.05.2014. https://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/05/01/schachtschneider-zur-krim-das-ist-nicht-

volkerrechtswidrig/ (abgerufen am 28.08.2015)

428. Dispatches: White Phosphorus, White Lies, or What? In: Human Rights Watch Online. Datum:
20.06.2014. http://www.hrw.org/news/2014/06/20/dispatches-white-phosphorus-white-lies-or-what (abgerufen

264



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (265)
am 28.08.2015)

429. Wolfgang Eggert: Erst Manhattan, dann Berlin - Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende,
Chronos, 2005, S.11

430. Lloyd Blankfein Says He Is Doing ,,God‘s Work“. In: Business Insider Online. Datum: 09.11.2009.
http://www.businessinsider.com/lloyd-blankfein-says-he-is-doing-gods-work-2009-11?IR=T (abgerufen am
28.08.2015)

431. Sternzeichen der Endzeit - Die Offenbarung für 2017. In: Youtube. Datum: 03.03.2015. https://www.
youtube.com/watch?v=FUXyfRiwb6ic (abgerufen am 28.08.2015)

432. Russland in der Bibel - Droht der 3. Weltkrieg? In: Youtube. Datum: 14.02.2015. https://www.youtube.
com/watch?v=5SEUQOYHUagY (abgerufen am 28.08.2015)

433. Wolfgang Eggert: Erst Manhattan, dann Berlin - Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende,
Chronos, 2005, S.48

434. Ebenda, S.31
435. Ebenda, S.123
436. Ebenda, S.10
437. Ebenda, S.109
438. Ebenda, S.9

439. Offenbarung des Johannes. In: Wikipedia-Deutsch. Datum: 14.08.2015. https://de.wikipedia.org/wiki/
Offenbarung_des_Johannes (abgerufen am 28.08.2015)

440. Armageddon - Der prophezeite 3. Weltkrieg. In: Youtube. Datum: 06.04.2015.

441. Wolfgang Eggert: Erst Manhattan, dann Berlin - Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende,
Chronos, 2005, S.70

442. Ebenda, S.53/54
443. Ebenda, S.50
444. Ebenda, S.28-30

445. Hans Hermann Hoppe: Demokratie - Der Gott, der keiner ist, Leipzig, Manuscriptum, 2003, S.193

265



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (266)
Tilman Knechtel
Die
Rothschilds

Eine Familie

beherrscht die Welt

Die Rothschilds

22,95

Festeinband, 3525.

7. erweiterte Auflage )

ISBN 978-3-941956-21-6

Zu bestellen bei:

J.K.Fischer-Verlag

Herzbergstr. 5-7
63571 Gelnhausen

Tel.: 066 68 - 91 98 94 0
Fax: 066 68 - 91 98 94 |

info@j-k-fischer-verlag.de

Unglaublich, aber wahr: Es gibt eine unsichtbare Macht auf
diesem Planeten, die seit mehr als zwei Jahrhunderten völlig
unbehelligt am Rad der Geschichte dreht. Die Familie Roth-
schild kontrolliert aus dem Hintergrund die Knotenpunkte
zwischen Politik, Wirtschaft und Hochfinanz. Lange konn-
ten sie sich in behaglicher Sicherheit wiegen, denn die Ge-
heimhaltung stand seit jeher im Mittelpunkt ihrer Strategie.
Doch nun fliegt ihr Schwindel auf, die Mauer des Schweigens
beginnt zu bröckeln, | immer mehr Menschen wachen auf und
erkennen die wahren Drahtzieher hinter den Kulissen des

Weltgeschehens!

Fernab von abenteuerlichen Verschwörungstheorien identifi-
ziert dieses Buch die Familie Rothschild als Kern einer welt-
weiten Verschwörung der Hochfinanz, deren Kontrollnetz
sich wie Krakenarme um die ganze Erdkugel geschlungen hat
und sich immer fester zusammenzieht. Sie erzeugen systema-
tisch Krisen, mit denen sie ihre Macht weiter ausbauen. An
ihren Händen klebt das Blut aller großen Kriege seit Beginn
der Französischen Revolution. Ihre ganze Menschenverach-
tung bewiesen sie, indem sie die Nationalsozialisten finanzier-
ten und Millionen Angehöriger ihrer eigenen Glaubensge-
meinschaft in den Tod schickten. Doch ihr Blutdurst ist noch
lange nicht gestillt: Ihr Ziel ist ein alles vernichtender Dritter
Weltkrieg und eine Weltregierung, gesteuert aus Jerusalem.

Entdecken Sie die Tricks und Strategien der Familie Roth-
schild, ihre Organisationen, ihre Banken, ihre Agenten. Er-
fahren Sie mehr über die wahren Ursprünge von Nazismus,
Kommunismus und Zionismus. Erkennen Sie die direkte
Einflussnahme der Rothschilds auf politische Schwergewich-
te von der englischen Königsfamilie bis zu amerikanischen
Staatspräsidenten. Finden Sie heraus, wie es möglich sein
kann, dass die Geschicke der Welt von einer einzigen Familie
zentral gesteuert werden.

Dieses Werk wird Ihnen die Augen nicht nur öffnen, sondern
weit aufreißen. Auf 340 Seiten werden hunderte von Zusam-
menhängen erschlossen, die Ihnen die Mainstream-Medien
mit aller Macht verschweigen wollen. Die wahren Feinde
der Menschheit zu indentifizieren, die Kriege, Versklavung,
Unterdrückung und Verarmung erst möglich machen, ist das
Ziel dieses Buches. Lernen Sie die allmächtigen Rothschilds
kennen!

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (267)
Tilman Knechtel
Die Rockefellers

Der amerikanische

Albtraum

22,95

Festeinband, 312 5.

ISBN 978-3-941956-37-7

Zu bestellen bei:

J.K.Fischer-Verlag

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63571 Gelnhausen

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Gegner von Verschwörungstheorien haben in Diskussionen
mitunter leichtes Spiel, denn es liegt in der Natur des Begriffes,
dass Verschwörungen „geheim“ und deshalb nur schwer zu be-
weisen sind. Anders bei den Rockefellers, denn David Rockefel-
ler gestand i in seiner eigenen Biographie: „Einige glauben sogar,
wir seien Teil einer geheimen Verschwörung, [...] und werfen
uns vor, wir konspirierten mit anderen auf der ganzen Welt, um
eine neue ganzheitliche globale politische und wirtschaftliche
Struktur aufzubauen eine neue Welt, wenn Sie so wollen.
Wenn das die Anklage ist, bekenne ich mich gern schuldig und

ich bin stolz darauf.“

Schwieriger wird es, derartige Verschwörungen auch im Detail
nachzuweisen, denn die Offentlichkeit hatte seit über hundert
Jahren keine Möglichkeit mehr, die Macht dieser Familie zu be-
urteilen, da sie ihren Reichtum hinter einem riesigen Netzwerk
aus Stiftungen, Banken, Investmentfirmen und Trusts versteckt.

Dem Autor ist es gelungen, einen genaueren Blick auf die Geld-
und Machtströme dieser angeblich so großzügigen Familie zu
werfen. Und er weist damit ein Muster nach, das die wahren
Ziele der Familie offenlegt: All die philanthropischen Schen-
kungen und Taten entpuppen sich als trojanische Pferde, um
eine zutiefst misanthropische Agenda umzusetzen.

Tilman Knechtel belegt minutiös, dass die Rockefellers jeden
Aspekt des amerikanischen Lebens kontrollieren und damit die
unsichtbaren Herrscher einer Nation sind, die bis heute glaubt,
ein freies, unabhängiges Land zu sein.

Doch die Beherrschung der USA ist nicht das Langzeitziel der
Rockefellers. Sie arbeiten eng mit einflussreichen europäischen
Familien daran, die Gesellschaften auf der ganzen Welt in einen
riesigen Superstaat zu integrieren, in dem nur das Recht einer
kleinen Elite gelten soll.

Nur wer weiß, dass er beherrscht, gegängelt und belogen wird,
kann sich wehren.

Nur wer erkannt hat, dass augenscheinlich gegensätzliche Stra-
tegien oder Ideologien politisch links oder politisch rechts, pro
etwas oder kontra etwas letztlich nur Verschleierungstaktiken
sind, um den Menschen Demokratie vorzugaukeln, kann etwas
verändern.

Nur wer begriffen hat, auf welch hinterhältige und zutiefst men-
schenverachtende Weise diese Elite die Weltbevölkerung zuerst
aussaugen und dann zur Schlachtbank führen will, kann sich
retten.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (268)
Andrew Carrington
Hitchcock

Die Banker
Satans

Aktualisiert Erweitert
Unzensiert

24,95

Festeinband, 6205.

ISBN 978-3-941956-66-7

Zu bestellen bei:

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„Lass mich das Geld einer Nation drucken und kontrollieren
und ich mache mir nichts daraus, wer die Gesetze schreibt.“

Mayer Amschel Rothschild

Tagtédglich sind wir mit ihrem Werk konfrontiert. Egal ob wir
mit unseren Kindern in den Zoo fahren, Nahrungsmittel ein-
kaufen, oder einfach nur zu Hause sitzen und uns das Fern-
sehprogramm anschauen. Niemand kommt an ihnen vorbei,
doch nimmt sie und ihr Werk kaum niemand wahr. Wie soll-
ten wir auch? Handelt es sich doch um einen Plan zur Welt-
herrschaft, der seit über tausend Jahren verfolgt wird und in
dessen perfides System jeder von uns herein wächst und es als
Standard empfindet. Wer kann sich heute schon ein System
ohne Girokonto, Kreditkarte oder Verzinsung vorstellen?
Kaum jemand. Haben wir doch schon von unseren Eltern ge-
lernt, dass man den Banken vertrauen kann. Sie verwalten
unser Geld für uns und zahlen uns sogar noch ein paar Zinsen
dafür. Ist das nicht nett von ihnen?

Was sich aber hinter den Fassaden der großen Banken ab-
spielt, wofür sie unser Geld benutzen und wie sie unser eige-
nes Geld gegen uns einsetzen, das erzählen uns weder unsere
Eltern noch irgendwelche Lehrer. Geld regiert die Welt, doch
wenn wir meinen, dass wir uns eine Regierung wählen, die
unser Geld regiert, dann könnten wir gar nicht weiter von der
Realität entfernt sein. Seit Jahrhunderten konzentriert sich
dass, was eigentlich den Völkern der Erde gehören sollte, in
den Händen einer kleinen Elite, die Regierungen fördert oder
stürzt, Kriege schürt oder beendet und jeden Menschen ge-
konnt in ein System drängt, das nur einem Ziel dient: der tota-
len Weltherrschaft.

Lesen sie in diesem Buch die Chronologie dieses genialen


Plans. Lesen Sie nach, wie einige wenige Familien die Welt


Stück für Stück unter ihre Kontrolle brachten und was sie in


Zukunft mit uns Allen vor haben. Lesen Sie alles über: Die


Banker Satans.



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (269)
Peter Denk
Lügenpresse

18,90

Festeinband, 3045.
ISBN 978-3-941956-29-2

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J.K.Fischer-Verlag

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Deutschland ist im Umbruch. Das politische System der Bun-
desrepublik und mit ihm das der EU wird immer stärker
und immer grundsätzlicher hinterfragt. Immer mehr Men-
schen gehen auf die Straße, weil sie sich von Politik und
Medien betrogen und verraten fühlen. Ein Wort, das dabei so
häufig wie kein anderes gerufen wird, lautet ,,Liigenpresse®.
2014 wurde es sogar zum „Unwort des Jahres“ erklärt. Die
derart gescholtenen Vertreter der Massenmedien heulen laut
auf, toben und nennen ihre Kritiker „Rechtspopulisten“,
„Wutbürger“, ,,Putin-Versteher oder ganz einfach Dumm-
kopfe, die aufgrund ihres Konsums von ,,Verschworungsthe-
orien“ nicht mehr in der Lage wären, die anspruchsvollen Pu-
blikationen der ,,Qualitétspresse® zu rezipieren.

Sie die heutigen Medienkritiker wirklich nur dumme, noto-
risch unzufriedene Norgler? Oder sind unsere Massenmedien
tatsächlich ,,gleichgeschaltet“? Liefern sie wirklich nur noch
„Propaganda“?

Peter Denk selbst Journalist, Dipl.-Ingenieur und Geschäfts-
führer von Krisenrat.info geht den Vorwürfen auf den
Grund. Er analysiert die Mechanismen der Massenmedien
und zeigt anhand zahlreicher Beispiele detailliert auf, inwie-
fern die Medien tatsächlich die Wahrheit manipulieren. Oft
handelt es sich um tendenziöse Schwarz-Weiß-Malerei oder
um geschickte Auslassungen, die einen Sachverhalt in ein an
deres Licht rücken, nicht selten aber auch um nachweisbare
Lügen. Die Methoden, mit denen die Macht der Bilder einge-
setzt und „Spins‘“ generiert werden, sind teilweise schon über
hundert Jahre alt, aber nach wie vor sehr wirksam nicht nur
in Diktaturen, sondern auch in der modernen Demokratie.

Engagiert, aber sachlich und ohne überflüssige Polemik, be-
schreibt der Autor, wie gleichgeschaltet unsere Medien durch
den Einfluss weniger Großaktionäre wirklich sind. Sollte sich
dieser Prozess fortsetzen, gehen wir dunklen Zeiten entgegen.
Noch sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aber nicht ver-
loren alternative Medien im Internet bieten die Möglichkeit,
sich unabhängig von den Pressekonzernen zu informieren und
Nachrichten zu verbreiten.

Wer die gegenwärtige Presselandschaft verstehen will,
kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (270)
Jörg Bloem

Die wahren
Mörder von John
F. Kennedy &
Marilyn Monroe

JORG BLOEM

MO

17,80

Festeinband, 2995.

ISBN 978-3-941956-64-3

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J.K.Fischer-Verlag

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Fax: 066 68 - 91 98 94 1

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Wer ermordete John F. Kennedy? War der Tod von Marilyn
Monroe wirklich Selbstmord? Noch immer gelten die Hinter-
gründe dieser beiden spektakulären Kriminalfälle als „um-
stritten‘“. Kann es jedoch sein, dass sie eigentlich schon aufge-
klärt sind, ohne dass die Weltpresse nennenswert davon Notiz
genommen hätte? Jahrzehntelang haben Kriminologen, Jour-
nalisten und Buchautoren jeden Widerspruch und jedes noch
so kleine Indiz analysiert zum Dank für ihre Mühe wurden
sie oft als „Verschwörungstheoretiker‘“ diffamiert. Jörg
Bloem hat alles verfügbare Wissen zusammengetragen, rollt
beide Fälle neu auf und stellt sie in einen verblüffenden und
erschreckenden Zusammenhang. Die Spuren führen zur
Mafia und zur CIA. Der Mafiaboss Sam Giancana berichtete
seinem Bruder detailliert, wie die Morde an John F. Kennedy
und Marilyn Monroe verübt worden sind. Kurz bevor er vor
dem „Senatssonderausschuss für die Arbeit der Nachrichten-
dienste“ eine Aussage machen sollte, wurde er am 19. Juni
1975 erschossen. Da die Erinnerungen Giancanas mündlich
überliefert wurden und viele Asservate zu den beiden Verbre-
chen mittlerweile verschwunden oder vernichtet sind, war die
Beweisführung schwierig. Allerdings gibt es im Fall John F.
Kennedy einen geständigen und sogar noch lebenden Täter,
der die Erinnerungen von Sam Giancana bestätigt. Seine Aus-
sagen sind sogar von ehemaligen FBI-Agenten überprüft und
für überzeugend befunden worden. Ist daher nicht zu befürch-
ten, dass Giancana auch über den Mord an Marilyn Monroe
die Wahrheit erzählt hat?

Die Tode des mächtigsten Mannes und der schönsten Frau der
Welt waren Ereignisse, die Millionen Menschen schockiert
haben wie nur wenige andere Kriminalfälle der Nachkriegs-
zeit. Der große politische Hoffungsträger mußte sterben, weil
er zuviel verändern wollte, und seine zeitweilige Geliebte,
weil sie zuviel wusste. Wie Jörg Bloem in detaillierten und
eindringlichen Untersuchungen darlegt, handelt es sich
jedoch nicht nur um Geschehnisse aus einer Vergangenheit,
die uns heute nichts mehr anginge, sondern beide Fälle stehen
in einem Kontext, der bis heute fortwirkt. Von der Ermordung
Kennedys und Marilyn Monroes zieht sich eine Linie der
amerikanischen Politik, die bis heute durch Verflechtung mit
der organisierten Kriminalität, Drogenhandel, Terror und
Krieg gekennzeichnet ist. Wer die Kriege der USA in Indo-
china, Vietnam, Laos, Kambodscha, dem Irak oder in Afgha-
nistan, wer die Hintergründe von Watergate und der Kubakri-
se, und wer 9/11 oder andere Katastrophen verstehen will,
kommt an diesem hervorragend recherchierten und spannend
geschriebenen Buch nicht vorbei.

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Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (271)
Marion
Schimmelpfennig
Giftcocktail

Körperpflege

21,95

Festeinband, 302 5.

ISBN 978-3-941956-01-8

Zu bestellen bei:

J.K.Fischer-Verlag

Herzbergstr. 5-7
63571 Gelnhausen

Tel.: 066 68 - 91 98 94 0
Fax: 066 68 - 91 98 94 1

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Glauben Sie? Dann träumen Sie ruhig weiter. Niemand kann
Sie davon abhalten, sich die Zähne mit einem nicht abbau-
baren Umweltgift zu putzen, dem Experten nachsagen, dass
es häufger und schneller Krebs verursacht als jede andere
Substanz. Oder sich die Poren in den Achseln zu verstopfen,
damit die natürliche Entgiftung verhindert wird. Oder Ihrem
Kind regelmäßig die Augenschleimhaut zu betäuben(!), damit
es beim Haarewaschen nicht weint.

Dieses Buch räumt radikal mit den Mythen und Lügen der
Körperpflege- und Kosmetikbranche auf. Denn belogen wer-
den wir schon lange. Oder wussten Sie zum Beispiel, dass die
Hersteller von Körperpflegemitteln meist nur die qualitativ
minderwertigsten Zutaten billigste Abfälle! für ihre Pro-
dukte verwenden? Oder dass die deutsche Zahnärzteschaft
bereits seit 1953 mit der Zuckerindustrie und der fluorver-
arbeitenden Industrie gemeinsame Sache macht? Bei diesen
„Kooperationen“ geht es keineswegs darum, die Gesundheit
der Menschen zu schützen, sondern darum, den Zuckerkon-
sum hoch zu halten und mit giftigen Industrieabfällen Geld
zu machen. Die Autorin nimmt alles unter die Lupe, was in
unserem Badezimmer steht und erläutert ausführlich und
leicht verständlich die zum Teil extrem gesundheitsgefähr-
denden und allergieauslösenden Inhaltsstoffe.

„Aber ich habe keine Allergien und komme mit meinen Pro-
dukten gut zurecht!“

Dass Sie mit Ihren Produkten „gut zurechtkommen“, heißt
nicht, dass Sie gegen diese gefährlichen Inhaltsstoffe immun
sind. Es heißt lediglich, dass Sie körperliche Symptome (z.B.
Müdigkeit, Schlappheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Hu-
sten oder schlecht heilende Wunden) noch nicht mit Ihren Kör-
perpflegeprodukten in Verbindung gebracht haben, das ist alles.

„Aber die Dosis macht doch das Gift!“

Genau: Die Dosis macht das Gift! Wissen Sie dann auch,
welche Dosis Sie bisher schon abbekommen haben? Welche
Menge an toxischen Stoffen sich bereits in Ihrem Körper ab-
gelagert hat?

Fazit: Nur sehr wenige Produkte können als „unbedenklich“
gelten, und noch weniger Produkte sind gut für den Körper.
Die meisten Produkte sind regelrechte „Giftschleudern“ und
gehören damit nicht auf die Haut, sondern höchstens in den
Sondermüll. Dieses Buch ist für jeden eine unentbehrliche
Hilfe, der auch nur halbwegs gesund leben möchte und
nicht nur für Allergiker oder Eltern von Kindern.

www.[|-k-fischer-verlag.de



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (272)
Marion
Schimmelpfennig

Die Mineralwasser-
& Getränke-Mafia

Marion
Schimmelpfeaniyg

€21,95

Festeinband, ca. 400 S.

ISBN 978-3-941956-63-6

Zu bestellen bei:

J.K.Fischer-Verlag

Herzbergstr. 5-7
63571 Gelnhausen

Tel.: 066 68 - 91 98 94 0
Fax: 066 68 - 91 98 94 1

info@j-k-fischer-verlag.de

Mit ihrem Enthiillungswerk ,,Giftcocktail Korperpfle-
ge‘ hat die Autorin anhand wissenschaftlicher Arbeiten
und monatelanger Recherche minutiös aufgezeigt, dass
zahlreiche Inhaltsstoffe in Kosmetika nicht pflegen,
sondern krank machen. Und das soll jetzt auch für Mi-
neralwässer und Getränke gelten?

Leider ja. Denn was die Mineralwasser- und Getränke-
industrie uns auftischt und ihren Produkten ganz offizi-
ell beimischen darf, wird Ihnen den letzten Rest von
Vertrauen in diese Produkte rauben. Jedes Leitungs-
wasser ist in der Regel gesünder als die meisten Pro-
dukte, die Sie im Getränkemarkt finden.

Dass Plastikflaschen hormonähnlich wirkende Subs-
tanzen abgeben können, wissen inzwischen die meis-
ten. Aber wussten Sie auch, dass die appetitlich ausse-
henden Flaschen nicht selten mit Fäkal- und anderen
gefährlichen Keimen verunreinigt sind? Dass unser
Körper die vielgepriesenen Mineralstoffe kaum ver-
stoffwechseln kann, weil sie in anorganischer Form
vorliegen? Und dass sich die Hersteller mit billigsten,
völlig nutzlosen und gesundheitsgefährdenden Inhalten
an Ihnen dumm und dämlich verdienen?

Die Autorin taucht ein in den Sumpf einer ausschließ-
lich auf Profit ausgerichteten Branche, die sich keinen
Deut um die Gesundheit ihrer Kunden schert. Lesen Sie
dieses Buch und schützen Sie sich und Ihre Familie,
denn die Lobby der Mineralwasser- und Getränkemafia
ist milliardenschwer und der Gesetzgeber ihre willfäh-
rige Marionette ...

www. |-k-fischer-verlag.de



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (273)
Schwarzbuch

alternative Lügenpresse

Wie die alternativen Medien uns in eine
sozialistische Weltregierung treiben

Tilman Knechtel


Puja Khosrozadeh



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (274)
Millionen Deutsche haben mittlerweile festgestellt, dass den “Ge-
kauften Journalisten” aus der Mainstream-Presse nicht zu trauen
ist. Die Mainstream-Journalisten sind die Maulhuren der Mächtigen.
Sie sind überbezahlt, verblendet und demjenigen hörig, der ihnen
ihr Gehalt überweist. Sie berichten im Sinne der westlichen Poli-
tik, der westlichen Banken und der westlichen Konzerne und immer
schön im Rahmen der "Political Correctness”. Doch wem kann man
noch trauen, wenn sich objektive Standards aus den Redaktionen
der sogenannten “seriösen” Presse verabschiedet haben?

Inzwischen verlassen sich zahlreiche Konsumenten auf die “Alter-
nativen Medien” meist aus dem Internet, einige gibt es sogar schon
als Printausgabe. Nur weil diese dem aktuellen Mainstream wider-
sprechen, müssen sie aber nicht zwangsläufig wahrheitsgetreuer
berichten. Leider haben sich inzwischen viele Vertreter der "Alterna-
tiven Medien” dem nicht minder gefährlichen östlichen Machtblock
angeschlossen: Putins Propaganda- und Lügenlawine überrollt den
Westen und kaum ein alternativer Journalist wird nicht von ihr mit-
gerissen. Zeit, der “anderen Lügenpresse” die Maske vom Gesicht
zu reißen und die Fakten sprechen zu lassen. Es wird Zeit, eine
echte “Wahrheitsbewegung” in die Wege zu leiten, die weder auf die
Politiker des Westens noch auf die des Ostens hört.

Wer an einer objektiven Wahrheitsfindung Interesse hat und sich
unvoreingenommen über beide Seiten informieren will, kommt an
diesem Buch nicht vorbei. Zur Lügenpresse des Mainstreams ist
schon viel geschrieben worden, zur Lügenpresse der alternativen
Medien noch nie etwas. Gerade das Aufgreifen der “anderen Lü-
genpresse” macht dieses Buch so einzigartig, denn es ist derzeit
das einzige Buch zum Thema. Im unverkennbaren Knechtel- Stil.

Aufrüttelnd. Spannend. Wegweisend.

ISBN: 978-3-9817736-0-6

9783981773606

Tilman Knechtel
Puja Khosrozadeh

Schwarzhuch


alternative Lugenpresse


Wie die alternativen Medien uns in eine sozialistische Weltregierung treiben



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (275)
Schwarzbuch

alternative Lügenpresse

Wie die alternativen Medien uns in eine
sozialistische Weltregierung treiben

Tilman Knechtel


Puja Khosrozadeh



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (276)
Millionen Deutsche haben mittlerweile festgestellt, dass den “Ge-
kauften Journalisten” aus der Mainstream-Presse nicht zu trauen
ist. Die Mainstream-Journalisten sind die Maulhuren der Mächtigen.
Sie sind überbezahlt, verblendet und demjenigen hörig, der ihnen
ihr Gehalt überweist. Sie berichten im Sinne der westlichen Poli-
tik, der westlichen Banken und der westlichen Konzerne und immer
schön im Rahmen der "Political Correctness”. Doch wem kann man
noch trauen, wenn sich objektive Standards aus den Redaktionen
der sogenannten “seriösen” Presse verabschiedet haben?

Inzwischen verlassen sich zahlreiche Konsumenten auf die “Alter-
nativen Medien” meist aus dem Internet, einige gibt es sogar schon
als Printausgabe. Nur weil diese dem aktuellen Mainstream wider-
sprechen, müssen sie aber nicht zwangsläufig wahrheitsgetreuer
berichten. Leider haben sich inzwischen viele Vertreter der "Alterna-
tiven Medien” dem nicht minder gefährlichen östlichen Machtblock
angeschlossen: Putins Propaganda- und Lügenlawine überrollt den
Westen und kaum ein alternativer Journalist wird nicht von ihr mit-
gerissen. Zeit, der “anderen Lügenpresse” die Maske vom Gesicht
zu reißen und die Fakten sprechen zu lassen. Es wird Zeit, eine
echte “Wahrheitsbewegung” in die Wege zu leiten, die weder auf die
Politiker des Westens noch auf die des Ostens hört.

Wer an einer objektiven Wahrheitsfindung Interesse hat und sich
unvoreingenommen über beide Seiten informieren will, kommt an
diesem Buch nicht vorbei. Zur Lügenpresse des Mainstreams ist
schon viel geschrieben worden, zur Lügenpresse der alternativen
Medien noch nie etwas. Gerade das Aufgreifen der “anderen Lü-
genpresse” macht dieses Buch so einzigartig, denn es ist derzeit
das einzige Buch zum Thema. Im unverkennbaren Knechtel- Stil.

Aufrüttelnd. Spannend. Wegweisend.

ISBN: 978-3-9817736-0-6

9783981773606

Tilman Knechtel
Puja Khosrozadeh

Schwarzhuch


alternative Lugenpresse


Wie die alternativen Medien uns in eine sozialistische Weltregierung treiben



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (277)
Schwarzbuch

alternative Lügenpresse

Wie die alternativen Medien uns in eine
sozialistische Weltregierung treiben

Tilman Knechtel


Puja Khosrozadeh



Tilman Knechtel - Schwarzbuch alternative Lügenpresse (2015) (278)
Millionen Deutsche haben mittlerweile festgestellt, dass den “Ge-
kauften Journalisten” aus der Mainstream-Presse nicht zu trauen
ist. Die Mainstream-Journalisten sind die Maulhuren der Mächtigen.
Sie sind überbezahlt, verblendet und demjenigen hörig, der ihnen
ihr Gehalt überweist. Sie berichten im Sinne der westlichen Poli-
tik, der westlichen Banken und der westlichen Konzerne und immer
schön im Rahmen der "Political Correctness”. Doch wem kann man
noch trauen, wenn sich objektive Standards aus den Redaktionen
der sogenannten “seriösen” Presse verabschiedet haben?

Inzwischen verlassen sich zahlreiche Konsumenten auf die “Alter-
nativen Medien” meist aus dem Internet, einige gibt es sogar schon
als Printausgabe. Nur weil diese dem aktuellen Mainstream wider-
sprechen, müssen sie aber nicht zwangsläufig wahrheitsgetreuer
berichten. Leider haben sich inzwischen viele Vertreter der "Alterna-
tiven Medien” dem nicht minder gefährlichen östlichen Machtblock
angeschlossen: Putins Propaganda- und Lügenlawine überrollt den
Westen und kaum ein alternativer Journalist wird nicht von ihr mit-
gerissen. Zeit, der “anderen Lügenpresse” die Maske vom Gesicht
zu reißen und die Fakten sprechen zu lassen. Es wird Zeit, eine
echte “Wahrheitsbewegung” in die Wege zu leiten, die weder auf die
Politiker des Westens noch auf die des Ostens hört.

Wer an einer objektiven Wahrheitsfindung Interesse hat und sich
unvoreingenommen über beide Seiten informieren will, kommt an
diesem Buch nicht vorbei. Zur Lügenpresse des Mainstreams ist
schon viel geschrieben worden, zur Lügenpresse der alternativen
Medien noch nie etwas. Gerade das Aufgreifen der “anderen Lü-
genpresse” macht dieses Buch so einzigartig, denn es ist derzeit
das einzige Buch zum Thema. Im unverkennbaren Knechtel- Stil.

Aufrüttelnd. Spannend. Wegweisend.

ISBN: 978-3-9817736-0-6

9783981773606

Tilman Knechtel
Puja Khosrozadeh

Schwarzhuch


alternative Lugenpresse


Wie die alternativen Medien uns in eine sozialistische Weltregierung treiben